Deutsche Postautomation

Informationen zur deutschen Postautomation im Bereich Freimachung,
Briefannahme, Schalterbetrieb und Briefbearbeitung.



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Versandstellen für Postwertzeichen  Allenstein bis einschließlich Berlin - Ost

Folgend nun beginnend eine Auflistung  in alphabetischer Reihenfolge  der deutschen Städte mit den Postanstalten und Postämtern, die nun unter verschiedenen Namen wie Versandstellen, Markenvertriebsstellen, Markenverkaufstellen  usw.  ihre  Briefmarken und  philatelistischen Produkte  anbieten bzw. angeboten haben.

Das vorgestellte Spektrum erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und  weitere mögliche Hinweise sind willkommen.

ALLENSTEIN

Die Situation für die Region Allenstein in Ostpreussen ist nur durch den 1. verlorenen Weltkrieg  verständlich. Die Wiederherstellung eines polnischen Staatsgebietes kollidierte  bei der Grenzziehung in etlichen Gebieten mit den mehrheitlichen Vorstellungen der Bewohner. Der Versailler Vertrag ordnete für diese Gebiete z.B. Allenstein und Marienwerder Volksabstimmungen an, entmilitarisierte die Gebiete  und unterstellte die Regionen  ab Februar 1920 dem Völkerbund. Dazu einmal OST – PREUSSEN mit einem Ausschnitt  aus einer Lithographie  Verlag C. Flemming, Glogau

                                und daraus ein weiterer Ausschnitt mit dem späteren Abstimmungsgebiet um Allenstein

Die Volksabstimmung am 20. Juli 1920 erbrachte für Allenstein eine 86prozentige Zustimmung zum Verbleib im ostpreussischem deutschen Gebiet und folgend das Abstimmungs – Denkmal auf einer Ansichtskarte (Verlag G. Goertz, Allenstein, Ostpreussen)

Zwischen April  und August 1920 wurden nun Germania - Briefmarken des Deutschen Reiches  mit Aufdruck verwendet. Dazu beispielhaft die Freimarkenserie April / Mai 1920

Aber das rege Interesse der deutschen Briefmarkensammler wurde auch durch eine entsprechende  MARKENVETRIEBSSTELLE POSTAMT ALLENSTEIN  bedient und über die regulär vorgesehene Zeit hinaus  benutzt, wie das folgende Belegbeispiel bestätigt.


BERLIN

Der Standort Berlin  mit seinen Versandstellen für Sammlermarken ist nun sicherlich das vielfältigste deutsche Beispiel, geprägt durch politische gravierende Veränderungen über die Kaiser- und Weimarer Zeit, die NS – Phase bis hin zur anmaßenden Illusion eines Großdeutschen Reiches, alliierter Viermächtestatus, Teilung in West- und Ostsektoren, alleiniger Hauptstadtanspruch  der DDR  und Wiedervereinigung  mit der Bundesrepublik Deutschland und erneute gesamtdeutsche Hauptstadt.

Kurzprofil  -  Versandstellen für Postwertzeichen
23.04.2020
Nachtrag  Berlin
Briefpostamt Berlin C2   mit der  Kolonial – Wertzeichenstelle

Das  geplante  Kurzprofil  Versandstellen Postwertzeichen ist für mich  überraschend und außerordentlich vielfältig  geworden und die Einordnung unter Kurzprofile auf der Menüleiste, wird dem Thema eigentlich nicht mehr gerecht.

Zum Standort BERLIN ist  ein Nachtrag angesagt. Nach den Literaturquellen wurde im Jahr 1920  im Briefpostamt Berlin C 2 eine Markenverkaufsstelle eingerichtet und bereits entsprechend ausführlich vorgestellt. Die Poststelle firmierte zunächst als Markenverkaufsstelle und  dann relativ kurzfristig später als Versandstelle für Sammlermarken. Der deutsche Sammler konnte so die aktuellen Ausgaben beziehen, aber auch außer Kurs gesetzte vorhandene Marken einschließlich Dienstmarken und Wertzeichen der ehemaligen Kolonien  wurden unter Preisfestsetzung des Postrechnungsamtes geliefert.

                               Das Stichwort Kolonien führt dann zum  Nachtrag und dazu folgender Versandumschlag

Mit Datum vom 21.3.1919 tritt das Briefpostamt Berlin C2 mit dem Absender durch Gumminebenstelle als  Kolonial – Wertzeichenstelle  in Erscheinung.

Da  selbst kein  Sammler der Kolonialmarkengebiete kann ich keine Aussage geben, seit wann die Bezugsmöglichkeit wohl ausschließlich für Kolonial – Wertzeichen beim Briefpostamt C2 in Berlin möglich war. Nachfolgend Rückseitenausschnitt zum obigen Brief

und zumindest an dieser Stelle ein kleiner Ausblick auf das sicherlich interessante Gebiet der  Deutschen Auslandspostämter und  Marken der Deutschen Kolonien. Die folgende Zusammenstellung  der genannten Gebiete – wenn auch komplett – aber einmal ungewöhnlich unter farblichem Aspekt etwas "unorthodox" vorgestellt.

Ein mir vorliegender nicht datierter Artikel von W. Schleicher, Dresden enthält interessante  Hinweise zur Versandstelle für Kolonialmarken, die nach W. Sperling im Jahr 1910 aber nach A. Friedmann bereits zum Dezember 1900 ihre Tätigkeit wahrnahm. Der Versandschalter auch Kolonialschalter unterstand dem Reichspostamt Berlin W 66  und der Schalterverkauf endete danach  am 28.Juni 1919 und war Vorläufer der kurz darauf 1920 nachfolgenden etablierten Versandstelle  firmierend anfangs unter Briefpostamt Berlin C2 – Markenverkaufsstelle.

Hoffentlich kann aus dem Kreis der Homepagebesucher mit Erfahrung zum Kolonialbereich etwas mehr dazu  berichtet werden.

Im Jahr 1920 wurde in Berlin  eine  MARKENVERKAUFSSTELLE  zur Bedienung von Sammlerwünschen am Briefpostamt Berlin C 2 eingerichtet. Dazu der Gumminebenstempel als Absender vom zugehörig  nachfolgenden Brief mit Datum vom 26.5.1921. Interessant das noch genutzte Papiersiegel als Verschlussetikett auf der Rückseite  vom Kaiserlichen Postamt Berlin C 2.  Postbeamte waren eben sparsam.


                              Das Briefpostamt C 2 war im Postamt Berlin C1 Königstraße/Spandauerstraße etabliert


Kurzprofil -  Versandstellen für Postwertzeichen
20.12.2019
1. Fortsetzung

Dazu folgend noch zwei Beispiele oben mit Datum 17.3.1922 und allein als  Nachnahmeversand und darunter  wieder eine Einschreib- und Nachnahmesendung mit  Datum  vom 4.4.1923

Hier dokumentiert sich auch der Umzug vom Briefpostamt Berlin C2 der Markenvertriebsstelle mit entsprechendem Poststempel Berlin C2  ab Dezember 1922 in das Postrechnungsamt S.W. 68 Spandauerstraße 13 und  der Bezeichnung als Versandstelle für Sammlermarken und Poststempel S.W. 68. Kurzfristig war die Markenvertriebsstelle für Sammler  aber zwischenzeitlich noch von Oktober bis November 1922 beim Postamt 58 in Berlin untergebracht und auch hier firmierte der Absendergummistempel schon als Versandstelle für Sammlermarken. Belege aus der kurzen 2monatigen Phase im Postamt Berlin 58 finden sich naturgemäß relativ selten.

Zunächst fanden Versandumschläge  ohne Absendereindruck Verwendung und Gummistempel wurden zur Absenderangabe eingesetzt.

Auch hier dokumentiert sich der Übergang vom Briefpostamt Berlin C2 als  Markenvertriebsstelle zunächst noch aus der kurzfristigen Phase für 2 Monate beim Postamt 58 und in diesem Fall schon als Versandstelle für Sammlermarken.

Zum Dezember 1922 erfolgte dann der Umzug der Versandstelle in das Postrechnungsamt Berlin SW und nun stets  mit der Kennzeichnung als Versandstelle für Sammlermarken

Den Absenderstempel im Postrechnungsamt kann ich im blauen und roten Farbton vorstellen  je nach Nutzung der  wohl vorhandenen verschieden farbigen Stempelkissen

Das Postrechnungsamt (PRA) war aus dem Amt für Postanweisungen  seit dem April 1912 hervorgegangen. Die Versandstelle für Sammlermarken  fungierte hier ohne Schalterverkauf und Bestellungen für Händler und Sammler waren schriftlich für gültige und noch vorhandene außer Kurs gesetzte Postwertzeichen möglich. Der Versand erfolgte per Nachnahme und bei der Bestellung konnten gewünschte Marken für den Rücksendungsumschlag angegeben werden. Ein Antrag auf Dauerbestellung wurde ermöglicht und die Preisfestsetzung für außer Kurs gesetzte noch vorhandene Postwertzeichen, einschließlich Dienstmarken und Wertzeichen der ehemaligen  deutschen Kolonien oblag dem PRA. Es wurde eine Ausschneidestelle für Postwertzeichen aus erledigten Paketkarten und Postanweisungen eingerichtet und die Ausschnitte für den Verkauf geordnet und durch spez.  Bekanntmachung veröffentlicht.  Diese Ausschneidestelle befand sich allerdings zunächst noch bis zum Juni 1924 beim Reichspostministerium (RPM).

Die Inflationszeit brachte dann zunehmend  interessante Zahlen ins Spiel und der folgende Umschlag und rückseitig gesiegelte Brief  der Versandstelle für Sammlermarken im Postrechnungsamt Berlin mit Datum vom 30.8.1923  wurde mit der Wertstellung 111.000 Mark deklariert und die Nachnahme lief über 194.200 Mark. Die Abstempelung lief in Berlin über Postamtsstempel SW 75. In diesem Fall nun auch die Verwendung von Versandumschlägen mit Absendereindruck, die ab Mitte 1923  Verwendung fanden. Dieser eingedruckte Absender findet sich  auch später mit handschriftlichen Hinweisen oder Korrekturen je nach Zugehörigkeit des Auflieferungspostamtes durch  wechselnde Unterbringung der Versandstelle. Gumminebenstempel  zur Absenderangabe tauchen später im Jahr 1936 wieder auf anlässlich der speziellen Einrichtung des Olympia – Postbüros und wohl in der Phase ab 1940 mit wiederholten Verlegungen der Versandstelle durch kriegsbedingte Zerstörungen  und  Umorganisationen und  auch in der allgemeinen Mangelsituation für Papier waren  dann Versandumschläge mit Eindruck sicherlich  nicht mehr  als unbedingt kriegsrelevant einzustufen.
 
Vermutlich zum September 1923 und der zwischenzeitlich erreichten und eingetretenen Phase der  Hochinflation stellte die Versandstelle ihre Dienstleistung ein und verklebte teils kleine Zettel mit dem Hinweis  Die Versandstelle ist für Neubestellungen einstweilen geschlossen.

Die obigen beiden Belege dokumentieren die weitere Handhabung der Versandstelle für Sammlermarken in Berlin. Die vorgedruckten Versandumschläge  für den Nachnahmeversand  sind mit Absendereindruck und Nachnahmedreieck sowie Anforderungsfeld des Geldbetrages ausgeführt. Das Postrechnungsamt mit der Versandstelle für Sammlermarken etablierte sich  nach der Hochinflation wohl  im Briefpostamt C2.  Im Vordruck  im Jahr 1925 mit Berlin C nur Einschreibhinweis und Nutzung im Hauspostamt mit entsprechendem Einschreibzettel und  Poststempel Berlin C  mit P.R.A. Der Beleg aus dem Jahr 1927  besitzt auch die Vorbereitung für Wertsendungen und dafür kann ich kein Beispiel anführen. Im Absendereindruck wird hier noch das  Postrechnungsamt Berlin  mit der Versandstelle für Sammlermarken  mit der älteren Dienststelle angeführt, die im Postamt SW 75  zugeordnet war. Handschriftlich wurde SW im Absender  in C verbessert und der Hauspostamtsstempel  ist ebenfalls ausgeführt in Berlin C und P.R.A. Dazu noch nachfolgend zwei Belege der Versandstelle  für Sammlermarken  Berlin C 2.

Das Postrechnungsamt wurde durch eine Änderung der Poststrukturen und ihrer Organisation im Jahr 1934 aufgehoben und die Versandstelle für Sammlermarken unterstand nun dem Postzentralamt in Berlin einer Unterbehörde des Reichspostministeriums. Das Postzentralamt befand sich seit dem Jahr 1922  in Berlin-Tempelhof Ringbahnstraße 130. Die Versandstelle für Sammlermarken wurde zu diesem Zeitpunkt zugehörig beim Reichspostzentralamt  aber im Dienstgebäude Berlin W 30, Geisbergstraße 7 untergebracht.

Kurzprofil -  Versandstellen für Postwertzeichen
02.01.2020
2. Fortsetzung

Die olympischen Spiele in Berlin im Jahr 1936 waren ein willkommenes und  entsprechend genutztes Propagandafeld für das nationalsozialistische Regime unter Adolf Hitler auch unter  Einbeziehung der Philatelie.  Sowohl im amtlichen Führer zur Feier der XI. olympischen Spiele als auch im 4sprachigen Führer der Deutschen Reichspost  für die Post, Telegraphie und Fernsprecher wurden die Postdienstleistungen offeriert und die  Sondermarken  - wie folgt - vorgestellt und diese hatten ihren Erstausgabetag bereits am 8. Mai 1936.

Entsprechend der erwarteten Nachfrage aus dem Kreis von Sportbegeisterten und Philatelisten zur Dokumentation  der Sommerolympiade mit den Olympiamarken auch in Blockausgabe  (Ersttag 1.8.1936) und den 14 besonderen Briefaufgabestempeln der olympischen Sonderpostämter wurde im Postamt Berlin – Charlottenburg 9  (Soorstraße 61/62)  das Olympia-Postbüro als Sonderversandstelle eingerichtet. Dazu nachfolgend ein entsprechend bedruckter Versandumschlag und eingeschriebene Nachnahmesendung unter Nutzung des zugehörigen Einschreibsonderzettels  BERLIN Olympia-Postbüro  Berlin-Charlottenburg 9.

Das Olympia – Postbüro hatte meines Wissens nach Sonder-R-Zettel ohne (s.o.) oder mit den Unterscheidungsbuchstaben c, m und n.


Zugesandte lose Marken wurden ebenso wunschgemäß gestempelt, wie vorbereitete Briefumschläge. Auch nach dem Eröffnungstag der olympischen Sommerspiele mit dem 1.8.1936 wurde übrigens durchaus offiziell und bereitwillig der Eröffnungstag der olympischen Spiele mit Datum vom 1.8.1936 im Stempel eingestellt. Neben den olympischen Sonderstempeln und obigem Sondereinschreibzettel setzte das Olympia- Postbüro auch Einschreibzettel  ihres regulären Postamtes ein und dies evtl. aus kurzfristigem Mangel oder Überlastungssituation, denn täglich bis zu 500 Aufträge führten dann bei speziellen Wünschen sicherlich zu personellen oder materiellen Engpässen dieser Sonderversandstelle. Dazu die oben vorgestellten Sondermarken in ihrer zweifachen  Blockform und hier dann Einschreibzettel Berlin-Charlottenburg 9 und einmal Verwendung Sonderstempel Olympia-Stadion und einmal Fahrbares Postamt. Als Ortseinschreibsendungen sind die Briefe nicht portogerecht, aber zumindest mit Ersttagsstempel und  ein Hinweis auf die einsatzbereite Post  im 24Stundendienst mit rückseitigem Ankunftsstempel Berlin W 30 am 2.8.1936 und der Uhrzeit 2-3 (nicht abgebildet).


Auch ein Satzbrief der Sondermarken zu den olympischen Sommerspielen 1936 kann in dieser Form vorgestellt werden als Luftpostbrief nach Zürich.

                                  rückseitig Zürich 1 vom 13.VIII. 36-15 Briefausgabe und 14.VIII. 36-8 Zürich 7 Enge

Die Nachfrage im Olympia - Postbüro nach Olympiamarken und den verschiedenen Olympiasonderstempeln war doch recht erheblich und dokumentiert sich auch im Lieferschein Nr. 1243  vom 9.8.1936. Der Empfänger in Frankfurt hatte jeweils 200 Stück der Olympiablöcke bestellt und erhielt dafür eine „stolze“  Rechnung über 480,00 Reichsmark und zusätzlich 50 Reichspfennige an Portoauslage! 
           
Vielleicht hatte der Empfänger Glück und fand in der doch recht großen Blockzahl  einen Fehldruck. Zu diesem Faktum  ist aktuell sehr empfehlenswert eine Übersicht aus der Feder von Manfred Bergmann  aus dem Sonderheft der IMOS  zum 50jährigen Jubiläum!  Wie schon erwähnt war der Ersttag der Blockausgaben der 1. August 1936  und damit der Eröffnungstag der olympischen Sommerspiele 1936. Die Blockausgaben wurden  laut Verordnungsblatt der Reichspost offiziell zum 1. August an den Olympiasonderpostanstalten in Berlin und im Olympischen Dorf  und in Kiel zur  Olympia – Regatta und auf der Olympia – Postwertzeichenausstellung in Dresden  abgegeben. Dazu ein Text aus dem Info-Heftchen zur Olympiapostwertzeichen – Ausstellung Dresden im Rahmen der Reichsgartenschau und hier wäre eine eigenständige Ausarbeitung und Vorstellung u.a. mit Sonderpostkarten und genutzten Sonderstempeln über Absenderfrei-, Maschinen- und Handstempel vorstellbar.

                                      Belegbeispiele der Blockausgabe von den Verkaufsstellen in Kiel und Dresden

Erstaunlich war die logistische Nutzung der Olympia – Blockausgaben auf der Zeppelinfahrt  von Frankfurt nach Berlin zur Eröffnungsfeier. Vorwiegend dem Briefmarkenhandel gelang es wohl hier die Olympiafahrt des Zeppelins Hindenburg mit dem Ersttag der Blockausgaben  rechtzeitig zu organisieren  und zu kombinieren.

Im Rahmen der Olympia – Zeppelinfahrt möchte ich zumindest in einem Punkt etwas  abschweifen. Die Fahrt war sicherlich symbolträchtig mit dem Zeppelin über dem Brandenburger Tor und dem Olympiastadion und wurde auch immer wieder später aufgegriffen unter Retouchierung der Hakenkreuzelemente an den Leitwerken.

Aber der Zeppelin war nicht nur symbolträchtiges Propagandamittel sondern hatte auch  an diesem Tag  seine Einbeziehung in den Polizeifunkverkehr  und dazu folgende Skizze und der Funkwagen des Polizeibefehlshaber  bei der Eröffnungsfeier auf dem Reichsportfeld.

aber zurück zum Olympia – Postbüro in der Soorstraße 61/62

Kurzprofil -  Versandstellen für Postwertzeichen
11.01.2020
3. Fortsetzung

Eine schöne Dokumentation  einer wohl vorbereiteten  eingeschriebenen Zusendung über das Olympia – Postbüro (R-Zettel m) dokumentiert nachfolgend den Olympia - Fackellauf von 1936 mit der Werbe-Postkarte Nr.6  für die Olympischen Spiele.  Vorderseitig hat der Schreiber den Startläufer der folgenden 3331 Träger  mit Konstantin von Kondylis   festgehalten und die Startzeit  11 Uhr (Mitteleuropäischer Zeit M.E.Zt.) am 20. Juli 1936   in Olympia. Der Schreiber notiert auf der Anschriftenseite einen Übergeber der Fackel mit O. Hartmann zu Görlitz Dtsch. Schlesien. Vielleicht können hier Mitglieder der IMOS etwas mehr dazu sagen. Empfänger der Olympiawerbekarte war Frau Helene Bigge in Stralsund - Pommern – Tribseerdamm 17. Das Olympia – Postbüro nutzte den Sonderstempel Stadion vom Eröffnungstag mit Datum 1. August 1936 und der Uhrzeit 16 nachmittags.

Der Schlussläufer war dann übrigens  Fritz Schilgen (s.Autogramm) und die Ansichtskarte zeigt den Einlauf  zur Eröffnungsfeier in das Olympiastadion am 1.8.1936

Der von Carl Diem etablierte olympische Fackellauf, ist seit dem Jahr 1936 für die Olympiaden  unverzichtbar  geworden und  wäre in seiner philatelistischen  Bearbeitung  ein  fast unerschöpfliches eigenes Thema. Dazu zumindest einmal nur beispielhaft zwei Maschinenstempel  aus den Jahren 1983 und 2002 der Firmen Sieger und Borek

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass die Deutsche Reichspost die Olympiamarken  zu den Winter- und Sommerspielen zusammen mit den Olympiasonderpostkarten im gebundenen Heft vermutlich aber  nur an ausgesuchte Persönlichkeiten überreichte.

Eine detaillierte Vorstellung der Ausgaben zu den olympischen Spielen 1936  an dieser Stelle mit Marken, Blöcken, Markenheftchenbögen, Markenheftchen (In- und Auslandsvariante), verwendeten Sonderstempeln und unterschiedliche Sondereinschreibzettel an den  Sonderpostämtern und interessante Versendungsformen ist hier nicht vorgesehen und wäre vom Umfang her gesehen bereits wieder ein eigenes Thema.
Also erneut zurück zum Thema Versandstellen und hier noch einmal mit dem Olympia – Postbüro in Berlin 1936 der eingerichteten Sonderversandstelle der Deutschen Reichspost.

Nach Auflösung des Olympia – Postbüros in der Soorstraße wanderten die ungenutzten  und vorgedruckten Briefumschläge zurück zur regulären Versandstelle für Sammlermarken und damit zum  Reichspostzentralamt  und der Dienststelle im  Postamt Berlin  W 30, Geisbergstraße 7

Der untere Briefumschlag des Olympia – Postbüros zeigt die Überstempelung  mit dem Gumminebenstempel der Versandstelle für Sammlermarken beim Reichspostzentralamt mit Datum vom 9.4.1937  und Postamtsstempel Berlin W und sinnigerweise noch  weiterhin  Anführung  P.R.A. (Postrechnungsamt) im Hauspoststempel.

Auch wenn von der Versandstelle für Sammlermarken beim Postamt Berlin W 30 verschieden  vorbedruckte  Briefumschläge  existieren, findet sich gelegentlich eine entsprechende Postsache auf neutralem Umschlag unter Hinzusetzung des Absenders in Form eines Gummistempelabdrucks wie im folgenden Belegbeispiel aus dem Mai 1939.

Detailabbildung Absenderstempel der Versandstelle für Sammlermarken beim Reichspostzentralamt im Postamt Berlin W 30

Nachfolgend dann ein regulär eingeführter Briefvordruck der Versandstelle  beim Reichspostzentralamt im  Postamt Berlin  W 30 auf eingeschriebenem Brief  ebenfalls aus dem Mai 1939

Auch in diesem Fall taucht dann  im Hauspostamtsstempel  auch der zukünftig  anzutreffende Poststempel  Berlin W 30 mit den Buchstaben  vfs  als Hinweis für die Versandstelle für Sammlermarken im unteren Kreissegment auf.

Es finden sich auch häufiger Briefumschläge der Versandstelle, die zwar den Absenderdruck aufweisen, aber wohl dem allgemeinen Schriftwechsel dienten und  keine  weiteren Versandhinweise wie Nachnahme oder Einschreiben aufweisen.

Die folgenden Umschläge sind dafür beispielhaft  und belegen aus dem Juni 1940 dann den Umzug ( seit Anfang April 1940) der Versandstelle für Sammlermarken beim Reichspostzentralamt  vom Postamt Berlin W 30 zum  Postamt Berlin SW 68 in der Zimmerstr. 97


Kurzprofil  -  Versandstellen für Postwertzeichen
19.01.2020
4. Fortsetzung

Schon die folgende Postkarte dokumentiert die deutliche Verschlechterungssituation zu Beginn des 2. Weltkriegsjahres im Antwortschreiben  zum 16.1.1940 der Versandstelle für Sammlermarken  und ihrem neuen Standort im Postamt SW 68 in der Zimmerstrasse 97. Man spricht noch zurückhaltend von  ZEITVERHÄLTNISSEN,  auf die Rücksicht zu nehmen ist.

                                                                             zugehörige Rückseite vergrößert

Auch  in diesem Fall können Briefumschläge der Versandstelle für den normalen Schriftverkehr im Vordruck entdeckt werden, die auch in diesem Fall geeignet sind die Werbeeinsätze der Maschinenstempel  zu dokumentieren 

Aber auch Versandumschläge wurden noch aufgelegt  für den Einschreib – Nachnahmeversand  und dies mit dem Absender Versandstelle für Sammlermarken beim Reichspostzentralamt Berlin SW 68

                                           oben Hauspostamtsstempel mit  vfs  der Versandstelle  Berlin SW 68

Aber das folgende Schreiben – noch auf dem alten Vordruck Berlin W 30, Geisbergstr. – mit handschriftlicher Korrektur zu Berlin SW 68 und Zimmerstrasse 97 mit Datum vom 2.12.1941  dokumentiert die aktuelle Problemstellung der Versandstelle.
 
Dem Sammler Robert G. Weber in Bad Godesberg erreicht eine Mitteilung zu seinem Abonnement im Dauerbezug D 7974  und Schreiben vom 25.11.1941

                   Infolge der Kriegsverhältnisse und Personalmangel verzögert sich der Versand der Wertzeichen

Aber es wird wohl noch einmal eine Serie von Versandbriefumschlägen (Reichsdruckerei 1941) aufgelegt, wie das folgende Beispiel belegt aber in diesem Fall ohne Hinweiseindruck auf Einschreiben oder Nachnahme. Belegdatum 25.3.1942 Hauspostamtsstempel  vfs

Die Versandstelle stempelte natürlich auch  auf Wunsch zu den Erstausgabetagen und dies  ebenfalls mit dem Hauspostamtsstempel  vfs. Dazu ein Belegbeispiel  zur Ausgabe vom 8. August 1942  zum 10jährigen Jubiläum der Deutschen Gesellschaft für Goldschmiedekunst. Ob der Einsender  Karten im C6 Format selbst aufgelegt hat mit dem Hinweis  Deutsche Sondermarken im Kriege  oder ein Produkt der Versandstelle war, kann ich nicht beantworten. Auch dazu vielleicht ein Hinweis aus dem Kreis der Homepagebesucher.

Aus dem Dezember 1942 und Februar 1943 kann ich noch normalformatige Briefumschläge  der Versandstelle für Sammlermarken vorstellen. Die Briefumschläge sind ohne Vordruck bezüglich des Absenders und auch  ohne Deklaration für Einschreiben oder Nachnahme. Druckaufträge für Philatelisten  und ihrer Sammelleidenschaft waren sicherlich im beginnenden 4. Kriegsjahr nicht mehr opportun.  Man behalf sich mit Gumminebenstempeln, wie die folgenden beiden Belege dokumentieren.

Laut Amtsblattverfügung des Reichspostministeriums  Nr.12 vom 5. Februar 1943 stellte die Versandstelle Berlin SW 68  zum 30. Januar 1943 ihre Arbeit ein. Die Reichsdruckerei hatte zumindest im Jahr 1942 (4311 42 2A) doch noch eine Serie  Versandumschläge aufgelegt. Die Briefmarken MiNr 829 und 830 betrafen offiziell die letzten Auslieferungen aus Berlin. Der weitere Bezug lief für Philatelisten über ihr registriertes Zustellpostamt mit Bescheinigung aus Berlin. Die Gausammlerwarte der Gemeinschaft Deutscher Sammler in der Arbeitsfrontorganisation KdF bezogen  für ihre Abonnementen im Dauerbezug die Marken bei ihren Vertrauenspostämtern, die direkt bei der Reichsdruckerei  bestellten.
                              Dazu kann einmal ein Beleg der KdF – Sammlergruppe Ulm/Donau vorgestellt werden
 
und ein Beleg des Neuheitenbeschaffungswartes  der Gemeinschaft deutscher Sammler und hier im Gau Tirol-Vorarlberg

Ich habe noch einen Beleg aus dem Juni 1943 entdeckt. Hier wurde allerdings der Hinweis auf die Versandstelle gestrichen und der Brief  lief als eingeschriebene Nachnahmesendung  an Herrn Josef Kaus in Villach vielleicht aus freundlicher Kulanz einer Nachlieferung.

                                                                        am 2. Mai 1945 Kapitulation Deutschlands

Waren die russischen Truppen zunächst die alleinigen Eroberer und Besatzer Berlins erfolgte schließlich  für Berlin der vereinbarte  4Mächte Status


Kurzprofil  -  Versandstellen für Postwertzeichen
02.02.2020
5. Fortsetzung

An dieser Stelle  die allgemeine katastrophale Situation in Deutschland  der Nachkriegszeit aufzugreifen, ist nicht beabsichtigt. Dazu gibt es vielfältige Literatur. Erstaunlich kann jedoch beobachtet werden, wie das Hobby der Philatelie auch in diesen schwierigen Zeiten von den Sammlern  zur Ablenkung  und vielleicht Entspannung weiter frühzeitig gepflegt wurde.

So berichtet Fritz Steinwasser in seinem Buch aus dem Jahr 1988  BERLINER POST im transpress Verlag Berlin: Im November 1945 nahm die Versandstelle für Sammlermarken beim Postamt Berlin W 8 zur Freude der Philatelisten neu ihre Tätigkeit auf.  Für Berliner Sammler gab die Versandstelle auf schriftliche Bestellung  einzeln oder im Dauerbezug ungebrauchte  für Berlin postgültige Postwertzeichen ab und damit zu Beginn die Berliner Bärenmarken. So lautet der Hinweis dazu von Fritz Steinwasser. Folgend der Bärenmarkensatz, der mit 5 interessanten Sonderstempeln zudem chronologisch die politische Zäsur der unvereinbaren Trennung der  Parteienlandschaft zwischen Ost und West im Jahr 1946 in Berlin dokumentiert und den Weg zur Einheitspartei SED. Damit folgte das Parteiensystem logisch der sowjetischen Abgrenzung  durch Rückzug und Torpedierung  im   Alliierten Kontrollrat  der Siegermächte für Berlin  über die Einrichtung der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) hin zur  Deutschen Zentralverwaltung für Ostberlin und die sowjetische Besatzungszone.

Der obige philatelistisch festgehaltene Politreigen im Ostteil der Stadt unter starkem sowjetischem Druck beginnt mit der Delegierten Beratung der Freien Deutschen Gewerkschaften  für das sowjetisch besetzte Gebiet und wird dokumentiert am 11.2.1946  mit dem Sonderstempel vom  letztem Kongresstag im Admiralspalast Berlin.

                                                 Admiralspalast am Bahnhof Friedrichstraße Berlin (gest. 1915)

Der Sonderstempel vom 14.4. 1946  dokumentiert dann den ersten gemeinschaftlichen Parteitag von KPD und SPD  für Groß – Berlin  unter der Zielvorstellung  der Vereinigung zur Sozialistischen Einheitspartei  Deutschlands. Schon 4 Tage später reagiert als Antwort die Britische Militärregierung mit dem Verbot  dieses Parteienkonstrukts in ihrem Sektor. Am gleichen Tag beginnt der 15. Parteitag der  Kommunistischen Partei Deutschlands mit dem Tagungsort  Deutsches Theater in der Schumannstraße und wird ebenfalls belegt durch den zugehörigen Sonderstempel. Dazu das Deutsche Theater in der Ansicht aus der überaus lesenswerten Schrift von Alfred Dreifuss im Henschelverlag Berlin aus dem Jahr 1987

Parallel hielt die SPD ihren 40. Parteitag ab im Theater am Schiffbauerdamm und auch dazu  gab es den  passenden  Sonderstempel.

                                                                               Theater am Schiffbauerdamm

Nach beiderseitigen Parteitagsdiskussionen finden sich KPD und SPD dann wieder im Admiralspalast zusammen und beschließen  nun am gemeinsamen Vereinigungsparteitag 21./22. April 1946  den Zusammenschluss und die Gründung der SED. Auch dazu findet sich auf der Bärenmarkenserie der entsprechende Sonderstempel.

       Alle diese parteipolitischen Sonderstempel wurden im Auslandspostamt NW 7  in der  Dorotheenstraße 18 geführt

Aber die Versandstelle Berlin W 8 hatte nicht nur die Bärenmarken sondern auch die Ziffernserie im Angebot, wenn auch nicht immer alle Werte gleichzeitig vorrätig waren. Aber auch mit dieser Freimarkenserie kann der obige Zeitablauf noch einmal mit den entsprechenden Sonderstempeln vorgestellt werden. Hier war wohl erneut ein  politischer Philatelist  zur denkwürdigen  Dokumentation  der Ereignisse im geteilten Deutschland am Werk.

Schon rasch nach Kriegsende zeigte sich also das oben philatelistisch vorgestellte und zunehmende Spannungsfeld im Verhältnis der Alliierten nun auch  beispielhaft in der Philatelieentwicklung  im Westen der Stadt Berlin.

Nach Gerd Gnewuch und Kurt Roth und ihrer Buchausgabe  aus der berliner post geschichte  von der OPD zur LPD Berlin 1850 – 1975  für die Bezirksgruppe Berlin der Gesellschaft für deutsche Postgeschichte e.V. und Druck bei Kupijai & Prochnow kam am 20. Mai 1946 in Berlin eine zweite Versandstelle hinzu beim Postamt Berlin –Charlottenburg 2 und dies damit im britischen Sektor.  In diesem Zusammenhang auch der Hinweis auf das informative Buch von Dr.-Ing. Karl-Heinz Deutsch, Gerd Gnewuch und Karlheinz Grave DIE POST IN BERLIN 1237 – 1987 herausgegeben von Kurt Roth ebenfalls für die oben erwähnte  Bezirksgruppe Berlin der Gesellschaft für deutsche Postgeschichte e.V.

Zum Studium  „Berliner Postkrieg“  nach 1945 sind natürlich die Rundbriefe  der  Forschungsgemeinschaft  Berlin e.V. der Arbeitsgemeinschaft im BDPh e.V. unerlässlich  und hier ist mittlerweile  die Nummer 207  im  Dezember  2019 erschienen.

Ergänzend  hier nur der Hinweis, dass seit der Spaltung der Berliner Post  auch das Westberliner Wertzeichenverteilungsamt  (Bezirkswertzeichenstelle)  zunächst im Berliner Postamt Charlottenburg 2 untergebracht war und später dann zum Postamt Berlin 11 wechselte.

Zurück zu den Problemen der Nachkriegszeit. Durch schwierigste Verkehrsverhältnisse war in der Zeit der alliierten Zonenteilung Deutschlands nach dem 2. Weltkrieg eine zentrale Versandstelle für Sammlermarken  unmöglich und so etablierten sich erfreulicherweise  für die Philatelisten dezentrale regionale Versandstellen bei einigen Hauptpostämtern  u.a. Braunschweig, Halle (Saale), Koblenz und Tübingen. Die alphabetische Reihenfolge soll beibehalten werde und Zeitsprünge sind dadurch später nicht zu vermeiden. Das Thema Versandstellen ist für mich überraschend vielseitig, es fehlen mir aber etliche Daten  über welchen Zeitraum regionale Postämter in der Nachkriegszeit z.B. eingesprungen sind und Hinweise aus dem Kreis der Homepagebesucher wären erfreulich. Das Thema Kurzprofil der Versandstellen macht Freude,  bin hier allerdings andererseits auch nicht  hoch spezialisiert.

Berlin - Ost

Aber zunächst geht es also mit Berlin weiter und zunächst mit Berlin – Ost und  damit  der späteren zentralen Versandstelle für das gesamt DDR – Gebiet. Wie schon oben erwähnt nahm im November 1945 die Versandstelle für Sammlermarken beim Postamt Berlin W 8 als erste Institution nach dem Weltkrieg  ihre  erneute Tätigkeit auf. 

Dazu ein früher Brief aus Homburg ( Saar)  an die Versandstelle für Sammlermarken beim Postamt W 8 in  Berlin mit Datum vom 16.3.1946.  Hier war wohl ein Sammler schon ein Jahr nach Kriegsende hoffnungsvoll eingestellt für eine philatelistische  erneute Betreuung aus dem fernen Berlin.  Das Anschreiben Berlin W 8, Geisbergstraße  dürfte allerdings wohl  eine Umleitung zur Folge gehabt haben und findige Postler haben hoffentlich die Versandstelle gefunden. Denn die war eigentlich in der Zimmerstraße bis Kriegsende und zog meines Wissens nach kriegsbedingter Zerstörung zugehörig als Zweigpostamt des Hauptpostamtes  Berlin W 8 in die Linkstraße 4/5  bis ca. 1952.

                                      Auch in diesem Fall war die Wertzeichenverwaltung  Ost im Postamt W 8 etabliert

Nachfolgend ein provisorisch umgerüsteter Briefumschlag für  ZAHLKARTEN  vom Postscheckamt. Die Versandstelle hat  mit Gumminebenstempel  ihre Adresse mit Postamt 8  - Berlin W – Französische Str.  linksseitig dokumentiert auf dem  Einschreib - Nachnahmebeleg als Postsache  mit Datum 19.12.47  und Rohrpoststempel 15Uhr00.

Der folgende Paketadressaufkleber  der Wertzeichenverwaltung Postamt W 8 ging an die Hauptkasse des Postamtes Berlin – Karlhorst  mit Datum vom 27.12.1950  und dies war der MONAT DER DEUTSCH - SOWJET. FREUNDSCHAFT, wie es der Sonderstempel bestätigt.



Kurzprofil  -  Versandstellen für Postwertzeichen
08.02.2020
6. Fortsetzung

Hatten die Postämter die Bärenmarkenserie auch an der Versandstelle für die Berliner Sammler im Zweigpostamt Berlin W 8 in der Linkstraße  4/5  parat, so waren nicht immer alle Ausgaben der späteren Ziffernserie wie oben schon erwähnt komplett auf Lager, wie dies mir aus einem Schreiben bekannt wurde.

Wie oben ebenfalls erwähnt, war die Versandstelle Berlin Ost zunächst als  Zweigpostamt Berlin W 8 in der Linkstraße  4/5 untergebracht und dazu nachfolgend ein Belegbeispiel einer Versandbriefhülle einer  Einschreiben - Nachnahmesendung mit Datum vom 12.1.1950.

Die Einschreib- und Nachnahmegebühr mit 60 bzw. 40 Pfennigen wurde vorderseitig mit der Freimarke Wilhelm Pieck zu DM 1,00 entrichtet und die Briefgebühr in der 2. Gewichtsklasse un 48 Pfennigen wurde rückseitig freigemacht mit 2x 24Pf. (750 Jahre Mansfelder Kupferschieferbergbau).

Im folgenden Belegbeispiel mit Datum vom 24.7.1952 war die komplette Freimachung vorderseitig und der Versandbriefumschlag hatte eine neue Auflage im Blauton erhalten  und der Zudruck bezüglich Absender der Versandstelle mit den Zusatzleistungen Einschreiben und Nachnahme war neu gestaltet worden.

Drei Monate später dokumentiert sich der Umzug der Versandstelle für Sammlermarken von der Linkstraße 4/5  zum Hauptpostamt Berlin W 8  in die Französische Straße 9/12

                                                  im Absenderdruck nun oben  die Deklaration als Hauptpostamt 8

Das folgende Postkartenschreiben der Versandstelle für Sammlermarken teilt dem Sammler  im Vordruck die Umstellung der Kartei mit und somit eine neue Dauerbezugsnummer.
 
Interessanterweise obwohl schon in der Französischen Straße etabliert nutzt die Versandstelle noch im Absenderstempel den Standort Linkstr.4/5.

Die nachfolgenden Belegbeispiele dokumentieren dann im Gummiabsenderstempel den  vollzogenen Umzug der Versandstelle für Sammlermarken zum Hauptpostamt Berlin W 8 in der Französischen Straße 9-12.

Gleichzeitig  war auch die Sonderstempelstelle hier untergebracht und dazu  drei Belegbeispiele  auf normalen Briefumschlägen mit dem Absender durch Gumminebenstempel



Nachfolgend  ein Einschreib – Nachnahmebrief und in diesem Fall nun auf vorgedrucktem  Versandbriefumschlag    mit Hinweis Versandstelle für Sammlermarken und mit Datum vom 16.9.1954


              Selbstverständlich wurden dann auch vorgedruckte Versandbriefumschläge in bekannter Weise ausgeführt

Zum 1. Januar 1965 wurde dann die Versandstelle für Sammlermarken aus der  gemeinsamen Zentralverwaltung für das Post- und Fernmeldewesen dem Zentralamt für Werbung (ZAW) zugeteilt und firmierte dort nun als Abteilung  Abt. Versand von Sammlermarken
 
Im Beleg vom 3.3.1966 und Postamtstempel W 8 und mit dem Einschreibzettel Berlin 8 findet sich im Gumminebenstempel des Absenders (s.o.) die zum 1. Januar 1965 eingeführten neuen Postleitzahlen und in diesem Fall dann mit Berlin 108  am gleichen Standort Französische Straße 9-12.

Es folgt ein vorgedruckter Umschlag mit Eindruck Deutsche Post – Zentralamt für Werbung – Abtl. Versand von Sammlermarken  - 108 Berlin mit Datum vom 1.9.1966 und  dazu ein  Lieferschein

Die neuen Versandbriefumschläge  belegen aber schon im Jahr 1967 den Umzug der Abt. Versand von Sammlermarken im Zentralamt für Werbung zum Zweigpostamt Berlin 102 in der Spandauertstraße 8/13 unterstellt dem ehemaligen Postamt  Berlin C2 (PLZ 102 in der Dircksenstraße 30) und mit entsprechendem Einschreibzettel 102 Berlin und dies auch im Hauspostamtsstempel


Kurzprofil  -  Versandstellen für Postwertzeichen
15.02.2020
7. Fortsetzung

Rationalisierung  war angesagt und in den Jahren 1966 und 1967 erprobte die Deutsche Post  DDR einen  Einschreib - Numerator – Stempel  an den Postämtern Berlin 102 und 108 mit  den unterschiedlichen Kennbuchstaben mb, mc, md und me. Nach den Ausführungen von Peter Fischer, Frithjof Skupin und Wolfgang Gudenschwager und in ihrem DDR – Universalkatalog im transpress VEB Verlag für das Verkehrswesen  Berlin 1986  wurden die Stempel mb und mc  Postamt 108  (ehemaliges Hauptpostamt W 8 Französische Straße) von September 1967 bis zum 31.Juli 1968 für Sammler- und Normalpost eingesetzt. Der Stempel md wurde im Postscheckamt und me im Zentralamt für Werbung ZAW Postamt 102 (ehemaliges Postamt C 2 Dircksenstraße 30) Abt. Versand von Sammlermarken genutzt. Peter Fischer, Frithjof Skupin und Wolfgang Gudenschwager  schreiben dazu in ihrem  DDR – Universalkatalog, dass me und md nur wenige Tage (!) verwendet wurden. Briefinhalte mit wechselnden Volumina  erschwerten die Abschläge, wie dies auch im nachfolgenden Numeratorstempelbeleg  me erkennbar im zugehörigen Poststempel ist.

                                                                                        Detail im Kontrast verstärkt

Auch wenn die Postverwaltung der DDR bezüglich der Einschreib – Numerator - Stempel  als Element der Postautomation aus eher negativen Ergebnissen die Anwendung  kurzfristig wieder beendete, hielt die Deutsche Bundespost  nichts davon ab, in den Jahren 1975 /1976  ähnliche Versuche zu starten. Mir sind dazu Belege aus Hamburg und Berlin bekannt.

                                                       Einschreib – Numerator – Stempel 108 Berlin  und 1 Berlin 11

Zum Januar 1965 führte die Postverwaltung der DDR neue Postleitzahlen ein. Die ersten  beiden Zahlen legten den Leitbereich fest  und  in Berlin  gab es  nun zwei Leitbereiche mit ergänzender Zuordnung auf erweiterter PLZ  an 3. bzw. 4. Stelle. Dazu eine Postsache der Abt. Versand von Sammlermarken im Zentralamt für Werbung und im Gumminebenstempel nun PLZ 1085 Berlin, Postfach 200.  Einschreibzettel ebenfalls mit Eindruck 1085 Berlin ZAW und entsprechender Poststempel. Meines Wissens nach war das ZAW ein nicht öffentliches Hauspostamt im HPA Berlin 8 Französische Straße 9-12  und auch  Sitz der Sonderstempelstelle.
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Dazu noch ein regulärer Briefumschlag des ZAW und im Maschinenstempel Berlin 8 PLZ 108 der Hinweis zur Postautomation mit Datum vom 25.1.1972 und dem Slogan

                                                              Zeit sparen  SB  Selbstbedienungspostämter benutzen
 
Es wurden dann auch vorgedruckte Versandumschläge aufgelegt und dazu einmal 2 Beispiele des  Zentralamts für Werbung ZAW mit Hauspostamt Einschreibzettel und Briefpoststempel. Anfangs war der Eindruck 1085 Berlin ZAW im R- Zettel zweizeilig später einzeilig (ca. ab 1970/71).

Zu Beginn  des Jahres 1973 firmierte  nun die Abt. Versand von Sammlermarken unter dem Zentralen Postverkehrsamt mit gleicher Adresse aber nun im Hauspostamt  der Einschreibzettel 1085 Berlin ZPA und dies auch im Briefpoststempel

Wohl nur drei Jahre firmierte die Abteilung  für den Versand von Postwertzeichen  unter dem Begriff Deutsche Post  ZENTRALES POSTVERKEHRSAMT  1085 Berlin

Mit vorbedruckten Textpostkarten (Druckhinweis mit dem Jahr 1975) wies das zentrale Postverkehrsamt  ausdrücklich auf die Adresse hin für Zusendungen  zwecks Gefälligkeitsstempelung


Mit Datum vom 1.8.1978  nun im Absender  Deutsche Post – Zentrales Postverkehrsamt – Abt. Versand von Postwertzeichen  - 1085 Berlin  - Postfach 200 und ebenso noch  Fernsprecher – und Postscheckkontonummer. Erneut in der Versendungsform Einschreiben/Nachnahme und Lieferschein


Kurzprofil  -  Versandstellen für Postwertzeichen
24.02.2020
8. Fortsetzung
Vermutlich (Korrekturhinweise sind erbeten) ab dem Jahr 1976 wurde das Amt umstrukturiert im gleichen Postamt Berlin PLZ 1085  und Postfach 200 nun aber unter  ZENTRALES POST- und FERNMELDEVERKEHRSAMT  und die Abkürzung wandert nun von ZAW über ZPA zum ZPF  und dies auch im Einschreibzettel des Hauspostamtes. Der nachfolgende Versandbrief  nutzt noch den älteren  vorgedruckten Umschlag aber schon  mit R – Zettel ZPF und auch im Maschinenstempel Berlin ZPF und PLZ 1085.

Der nachfolgende Beleg mit Datum vom 18.2.1982 dokumentiert den Übergang  in der Absenderdeklaration von Zentrales Postverkehrsamt zu Zentrales Post und Fernmeldeverkehrsamt  mittels
zusätzlichem  Gumminebenstempel

Im großformatigen Versandumschlag der Abtl. Versand von Postwertzeichen dann nachfolgend der  korrekte neue Eindruck mit Zentrales Post- und Fernmeldeverkehrsamt  und Adresse Postfach 200 und PLZ 1085  s.a. Maschinenstempel

Briefumschläge und Postkarten, die nicht für den Versand von Postwertzeichen vorgesehen waren, bieten ein wechselhaftes Bild unterschiedlicher Absendereindrucke  und auch das Postfach hat sich wohl von 200 zu 300  verändert s. nachfolgendes Ensemble des ZPF

Die Rückseiten offenbaren dann unterschiedlichste Hinweise zur Kundenbetreung durch die Abteilung Versand von Postwertzeichen. Einmal findet sich der Hinweis bezüglich des bestellten  Berlin – Souvenirs mit Datum vom 7.12.1987,  im Februar 1988 wird um  die genaue Angabe zur  gewünschten Maximumkarte gebeten, da in der Abt. Versand von Postwertzeichen nicht mit Katalognummern gearbeitet wird und ferner wird 1986 ein Philatelist bezüglich seiner Einzelbestellung auf einen späteren Zeitpunkt vertröstet.

Aber es finden sich auch Versandumschläge ohne Hinweis auf die Abt. Versand von Postwertzeichen und im linken oberen Fall mit einem interessanten Detail  ZPF – V-PF 200 Berlin 1085. Aus dem Jahr 1989 beispielhaft die Versandstelle unter  Deutsche Post – ZPF – V – Pf 200 – Berlin – 1085  mit Rechnungsbeleg (Abbuchungshinweis) und beigefügtem  Reklamationszettel  mit Hinweis zur Kundennummer und  Kontrollzettel

 Vielleicht steht hier der Buchstabe V für  Versandabteilung  oder Versandstelle


                            Dazu einmal folgender ausgeschnittener Kartondeckel eine Postsache  aus Dresden  an die
                                                     Deutsche Post und ebenfalls ZPF – V-  in  7962 Dahme / Mark

Vermutlich um das  Jahr 1985 hat die Postphilatelie der DDR ihren Stempelservice  nach Dahme  in das damalige Postamt in der Rudolf Breitscheidstraße 24 verlegt. Genauere Details dazu  sind mir allerdings nicht bekannt.

Zurück nach Berlin und die beiden folgenden Belege zeichnen sich durch die Nutzung von Blankoeinschreibzettel durch die Abt. Versand von Postwertzeichen aus. Im unteren ausgeschnittenen  Adressträger findet sich nicht im R – Zettel die PLZ sondern das Postscheckkonto 
 
Im schicksalsträchtigen Jahr 1990 und der anstehenden Wiedervereinigung Deutschlands ein auffälliger Briefumschlag der Abt. Versand von Postwertzeichen.  Nachnahmefeld rot  überstempelt und der Einschreibzudruck durchgestrichen, Sendung  aber als ungewöhnlicher Wertbrief   und hier V- Zettel 1085 Berlin ZPF !
 
Ebenfalls im Februar 1990 gab es aber auch Einschreibsendungen  im Nachnahmeversand, eine Versendungsart die über 20 Jahre „aus der Mode“ war im Sammlerdienst s. nachfolgender Beleg. In beiden Fällen großformatige Versandumschläge.

Damit möchte ich  die Ausarbeitung Berlin – Ost zunächst beenden und zur Versandstelle Berlin – West übergehen. Da das Thema Versandstellen zu meiner eigenen Verwunderung  sich deutlich ausweitet und als Kurzprofil kaum vorzustellen ist, werde ich Untermenüpunkte einführen, um halbwegs die Orientierung zu erleichtern.



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