Deutsche Postautomation

Informationen zur deutschen Postautomation im Bereich Freimachung,
Briefannahme, Schalterbetrieb und Briefbearbeitung.



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Kurzprofil - Deutsche Versandstellen für Postwertzeichen
23.11.2019

Es ist höchst interessant auch einmal einen Blick auf die Deutsche Post als den größten deutschen  Verkäufer für Postwertzeichen und speziell aber auf die eingerichteten Versandstellen zum Direktverkauf  an die  Philatelisten  zu werfen. Schon früh erkannten die staatlichen Herausgeber von Postwertzeichen, dass  sich zu Beginn des 20. Jahrhundert  die Beschäftigung mit Briefmarken etabliert hatte und starke Entwicklungstendenzen aufwies und es ist schwierig zu klären ob anfangs der Verkauf an Briefmarkensammler  eine lästige Pflicht wurde oder als zusätzliche Geldquelle geschätzt war. Entsprechend der historischen Deutschlandentwicklung  gab es hier  durchaus verschiedene  Institutionen, die der zeitlichen aber auch politischen Situation geschuldet waren und leider auch durch  Kriegsphasen geprägt wurden. Auch durch Rationalisierung wurden gleichzeitig agierende verschiedene Versandstellen  zusammen  gelegt.

Hier liegt sicherlich noch interessantes Forschungspotential brach, aber ein kleines Kurzprofil sei gewagt und fördert evtl. weitere Erkenntnisse  hervor auch aus dem Kreis der Homepagebesucher. Dies wäre natürlich zur Vertiefung  höchst willkommen.

Um zumindest einmal  eine erste wirtschaftliche  Dimension – die politischen folgen später - zu vermitteln, habe ich einmal 3 Beispiele zur Deutschen Post über 30 Jahre von 1989 bis 2019 aufgegriffen.

Zunächst die Verkaufsofferte der Deutschen Bundespost über die Versandstellen – damals noch Berlin und Frankfurt -  aus dem Jahr 1989. Übersichtlich  und auf wenigen Seiten  beinhaltet das Angebot für die Ausgaben der DEUTSCHEN BUNDESPOST die Gesamtsumme von DM 282,19 und darin sind sogar die Jahreszusammenstellung  und für die Rollenmarken die 5er Streifen enthalten.  Also bezogen  auf unsere aktuelle Zeit ein ungefährer Gesamtaufwand von Euro 140,00.

Aktuell und damit ziemlich genau 30 Jahre später zur vorherigen Liste gibt es nun Verkaufsangebote der Deutschen Post über  ihre Versandstelle Weiden  in ihrem Organ postfrisch

und PHILATELIE aktuell

Ich habe mich der Mühe unterzogen, hier einmal die Offerten mit ihren Preisangaben zu  summieren und war selbst erstaunt  über das Angebot. Die Zeitschrift postfrisch beinhaltet eine mögliche  zu erwerbende Gesamtsumme von Euro 17607,92  und PHILATELIE aktuell ist unschlagbar mit Euro 52305,92.

Sicherlich macht sich hier die Geschäftsausweitung auf zahlreiche Regionen bemerkbar, die es früher nicht gab und im Speziellen sind teure Münzausgaben in Gold preistreibend   oder auch andere durchaus teure  „Spezialanfertigungen für die Sammler“. Es ist aber sicherlich ein Gerücht, das der verdienende Finanzminister aus diesem Grund den Steuersatz für Philatelisten senken will. Diese Zahlen vermitteln in ihrer Dimension sicherlich die Notwendigkeit für die Mehrheit der Sammler der Spezialisierung und Beschränkung. Inwieweit das fast in meinen Augen unübersichtliche Angebot  verkaufsfördernd  wirkt, bedarf der Beurteilung von Werbe- und Verkaufsexperten.  „Zumindest waren die Angebote in 90% der Fälle miteinander verwandt, denn alle diese Preisangaben endeten seltsamerweise mit Euro --,95.“

Folgend nun einfach eine Auflistung  in alphabetischer Reihenfolge  der deutschen Städte mit den Postanstalten und Postämtern, die nun unter verschiedenen Namen wie Versandstellen, Markenvertriebsstellen, Markenverkaufstellen  usw.  ihre  Briefmarken und  philatelistischen Produkte  anbieten bzw. angeboten haben.

Das vorgestellte Spektrum erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und  weitere mögliche Hinweise sind willkommen.

ALLENSTEIN

Die Situation für die Region Allenstein in Ostpreussen ist nur durch den 1. verlorenen Weltkrieg  verständlich. Die Wiederherstellung eines polnischen Staatsgebietes kollidierte  bei der Grenzziehung in etlichen Gebieten mit den mehrheitlichen Vorstellungen der Bewohner. Der Versailler Vertrag ordnete für diese Gebiete z.B. Allenstein und Marienwerder Volksabstimmungen an, entmilitarisierte die Gebiete  und unterstellte die Regionen  ab Februar 1920 dem Völkerbund. Dazu einmal OST – PREUSSEN mit einem Ausschnitt  aus einer Lithographie  Verlag C. Flemming, Glogau

                                und daraus ein weiterer Ausschnitt mit dem späteren Abstimmungsgebiet um Allenstein

Die Volksabstimmung am 20. Juli 1920 erbrachte für Allenstein eine 86prozentige Zustimmung zum Verbleib im ostpreussischem deutschen Gebiet und folgend das Abstimmungs – Denkmal auf einer Ansichtskarte (Verlag G. Goertz, Allenstein, Ostpreussen)

Zwischen April  und August 1920 wurden nun Germania - Briefmarken des Deutschen Reiches  mit Aufdruck verwendet. Dazu beispielhaft die Freimarkenserie April / Mai 1920

Aber das rege Interesse der deutschen Briefmarkensammler wurde auch durch eine entsprechende  MARKENVETRIEBSSTELLE POSTAMT ALLENSTEIN  bedient und über die regulär vorgesehene Zeit hinaus  benutzt, wie das folgende Belegbeispiel bestätigt.


BERLIN

Der Standort Berlin  mit seinen Versandstellen für Sammlermarken ist nun sicherlich das vielfältigste deutsche Beispiel, geprägt durch politische gravierende Veränderungen über die Weimarer Zeit, die NS – Phase bis hin zur anmaßenden Illusion eines Großdeutschen Reiches, alliierter Viermächtestatus, Teilung in West- und Ostsektoren, alleiniger Hauptstadtanspruch  der DDR  und Wiedervereinigung  mit der Bundesrepublik Deutschland und erneute gesamtdeutsche Hauptstadt.

Im Jahr 1920 wurde in Berlin  eine  MARKENVERKAUFSSTELLE  zur Bedienung von Sammlerwünschen am Briefpostamt Berlin C 2 eingerichtet. Dazu der Gumminebenstempel als Absender vom zugehörig  nachfolgenden Brief mit Datum vom 26.5.1921. Interessant das noch genutzte Papiersiegel als Verschlussetikett auf der Rückseite  vom Kaiserlichen Postamt Berlin C 2.  Postbeamte waren eben sparsam.


                              Das Briefpostamt C 2 war im Postamt Berlin C1 Königstraße/Spandauerstraße etabliert


Kurzprofil -  Versandstellen für Postwertzeichen
20.12.2019
1. Fortsetzung

Dazu folgend noch zwei Beispiele oben mit Datum 17.3.1922 und allein als  Nachnahmeversand und darunter  wieder eine Einschreib- und Nachnahmesendung mit  Datum  vom 4.4.1923

Hier dokumentiert sich auch der Umzug vom Briefpostamt Berlin C2 der Markenvertriebsstelle mit entsprechendem Poststempel Berlin C2  ab Dezember 1922 in das Postrechnungsamt S.W. 68 Spandauerstraße 13 und  der Bezeichnung als Versandstelle für Sammlermarken und Poststempel S.W. 68. Kurzfristig war die Markenvertriebsstelle für Sammler  aber zwischenzeitlich noch von Oktober bis November 1922 beim Postamt 58 in Berlin untergebracht und auch hier firmierte der Absendergummistempel schon als Versandstelle für Sammlermarken. Belege aus der kurzen 2monatigen Phase im Postamt Berlin 58 finden sich naturgemäß relativ selten.

Zunächst fanden Versandumschläge  ohne Absendereindruck Verwendung und Gummistempel wurden zur Absenderangabe eingesetzt.

Auch hier dokumentiert sich der Übergang vom Briefpostamt Berlin C2 als  Markenvertriebsstelle zunächst noch aus der kurzfristigen Phase für 2 Monate beim Postamt 58 und in diesem Fall schon als Versandstelle für Sammlermarken.

Zum Dezember 1922 erfolgte dann der Umzug der Versandstelle in das Postrechnungsamt Berlin SW und nun stets  mit der Kennzeichnung als Versandstelle für Sammlermarken

Den Absenderstempel im Postrechnungsamt kann ich im blauen und roten Farbton vorstellen  je nach Nutzung der  wohl vorhandenen verschieden farbigen Stempelkissen

Das Postrechnungsamt (PRA) war aus dem Amt für Postanweisungen  seit dem April 1912 hervorgegangen. Die Versandstelle für Sammlermarken  fungierte hier ohne Schalterverkauf und Bestellungen für Händler und Sammler waren schriftlich für gültige und noch vorhandene außer Kurs gesetzte Postwertzeichen möglich. Der Versand erfolgte per Nachnahme und bei der Bestellung konnten gewünschte Marken für den Rücksendungsumschlag angegeben werden. Ein Antrag auf Dauerbestellung wurde ermöglicht und die Preisfestsetzung für außer Kurs gesetzte noch vorhandene Postwertzeichen, einschließlich Dienstmarken und Wertzeichen der ehemaligen  deutschen Kolonien oblag dem PRA. Es wurde eine Ausschneidestelle für Postwertzeichen aus erledigten Paketkarten und Postanweisungen eingerichtet und die Ausschnitte für den Verkauf geordnet und durch spez.  Bekanntmachung veröffentlicht.  Diese Ausschneidestelle befand sich allerdings zunächst noch bis zum Juni 1924 beim Reichspostministerium (RPM).

Die Inflationszeit brachte dann zunehmend  interessante Zahlen ins Spiel und der folgende Umschlag und rückseitig gesiegelte Brief  der Versandstelle für Sammlermarken im Postrechnungsamt Berlin mit Datum vom 30.8.1923  wurde mit der Wertstellung 111.000 Mark deklariert und die Nachnahme lief über 194.200 Mark. Die Abstempelung lief in Berlin über Postamtsstempel SW 75. In diesem Fall nun auch die Verwendung von Versandumschlägen mit Absendereindruck, die ab Mitte 1923  Verwendung fanden. Dieser eingedruckte Absender findet sich  auch später mit handschriftlichen Hinweisen oder Korrekturen je nach Zugehörigkeit des Auflieferungspostamtes durch  wechselnde Unterbringung der Versandstelle. Gumminebenstempel  zur Absenderangabe tauchen später im Jahr 1936 wieder auf anlässlich der speziellen Einrichtung des Olympia – Postbüros und wohl in der Phase ab 1940 mit wiederholten Verlegungen der Versandstelle durch kriegsbedingte Zerstörungen  und  Umorganisationen und  auch in der allgemeinen Mangelsituation für Papier waren  dann Versandumschläge mit Eindruck sicherlich  nicht mehr  als unbedingt kriegsrelevant einzustufen.
 
Vermutlich zum September 1923 und der zwischenzeitlich erreichten und eingetretenen Phase der  Hochinflation stellte die Versandstelle ihre Dienstleistung ein und verklebte teils kleine Zettel mit dem Hinweis  Die Versandstelle ist für Neubestellungen einstweilen geschlossen.

Die obigen beiden Belege dokumentieren die weitere Handhabung der Versandstelle für Sammlermarken in Berlin. Die vorgedruckten Versandumschläge  für den Nachnahmeversand  sind mit Absendereindruck und Nachnahmedreieck sowie Anforderungsfeld des Geldbetrages ausgeführt. Das Postrechnungsamt mit der Versandstelle für Sammlermarken etablierte sich  nach der Hochinflation wohl  im Briefpostamt C2.  Im Vordruck  im Jahr 1925 mit Berlin C nur Einschreibhinweis und Nutzung im Hauspostamt mit entsprechendem Einschreibzettel und  Poststempel Berlin C  mit P.R.A. Der Beleg aus dem Jahr 1927  besitzt auch die Vorbereitung für Wertsendungen und dafür kann ich kein Beispiel anführen. Im Absendereindruck wird hier noch das  Postrechnungsamt Berlin  mit der Versandstelle für Sammlermarken  mit der älteren Dienststelle angeführt, die im Postamt SW 75  zugeordnet war. Handschriftlich wurde SW im Absender  in C verbessert und der Hauspostamtsstempel  ist ebenfalls ausgeführt in Berlin C und P.R.A. Dazu noch nachfolgend zwei Belege der Versandstelle  für Sammlermarken  Berlin C 2.

Das Postrechnungsamt wurde durch eine Änderung der Poststrukturen und ihrer Organisation im Jahr 1934 aufgehoben und die Versandstelle für Sammlermarken unterstand nun dem Postzentralamt in Berlin einer Unterbehörde des Reichspostministeriums. Das Postzentralamt befand sich seit dem Jahr 1922  in Berlin-Tempelhof Ringbahnstraße 130. Die Versandstelle für Sammlermarken wurde zu diesem Zeitpunkt zugehörig beim Reichspostzentralamt  aber im Dienstgebäude Berlin W 30, Geisbergstraße 7 untergebracht.

Kurzprofil -  Versandstellen für Postwertzeichen
02.01.2020
2. Fortsetzung

Die olympischen Spiele in Berlin im Jahr 1936 waren ein willkommenes und  entsprechend genutztes Propagandafeld für das nationalsozialistische Regime unter Adolf Hitler auch unter  Einbeziehung der Philatelie.  Sowohl im amtlichen Führer zur Feier der XI. olympischen Spiele als auch im 4sprachigen Führer der Deutschen Reichspost  für die Post, Telegraphie und Fernsprecher wurden die Postdienstleistungen offeriert und die  Sondermarken  - wie folgt - vorgestellt und diese hatten ihren Erstausgabetag bereits am 8. Mai 1936.

Entsprechend der erwarteten Nachfrage aus dem Kreis von Sportbegeisterten und Philatelisten zur Dokumentation  der Sommerolympiade mit den Olympiamarken auch in Blockausgabe  (Ersttag 1.8.1936) und den 14 besonderen Briefaufgabestempeln der olympischen Sonderpostämter wurde im Postamt Berlin – Charlottenburg 9  (Soorstraße 61/62)  das Olympia-Postbüro als Sonderversandstelle eingerichtet. Dazu nachfolgend ein entsprechend bedruckter Versandumschlag und eingeschriebene Nachnahmesendung unter Nutzung des zugehörigen Einschreibsonderzettels  BERLIN Olympia-Postbüro  Berlin-Charlottenburg 9.

Das Olympia – Postbüro hatte meines Wissens nach Sonder-R-Zettel ohne (s.o.) oder mit den Unterscheidungsbuchstaben c, m und n.


Zugesandte lose Marken wurden ebenso wunschgemäß gestempelt, wie vorbereitete Briefumschläge. Auch nach dem Eröffnungstag der olympischen Sommerspiele mit dem 1.8.1936 wurde übrigens durchaus offiziell und bereitwillig der Eröffnungstag der olympischen Spiele mit Datum vom 1.8.1936 im Stempel eingestellt. Neben den olympischen Sonderstempeln und obigem Sondereinschreibzettel setzte das Olympia- Postbüro auch Einschreibzettel  ihres regulären Postamtes ein und dies evtl. aus kurzfristigem Mangel oder Überlastungssituation, denn täglich bis zu 500 Aufträge führten dann bei speziellen Wünschen sicherlich zu personellen oder materiellen Engpässen dieser Sonderversandstelle. Dazu die oben vorgestellten Sondermarken in ihrer zweifachen  Blockform und hier dann Einschreibzettel Berlin-Charlottenburg 9 und einmal Verwendung Sonderstempel Olympia-Stadion und einmal Fahrbares Postamt. Als Ortseinschreibsendungen sind die Briefe nicht portogerecht, aber zumindest mit Ersttagsstempel und  ein Hinweis auf die einsatzbereite Post  im 24Stundendienst mit rückseitigem Ankunftsstempel Berlin W 30 am 2.8.1936 und der Uhrzeit 2-3 (nicht abgebildet).


Auch ein Satzbrief der Sondermarken zu den olympischen Sommerspielen 1936 kann in dieser Form vorgestellt werden als Luftpostbrief nach Zürich.

                                  rückseitig Zürich 1 vom 13.VIII. 36-15 Briefausgabe und 14.VIII. 36-8 Zürich 7 Enge

Die Nachfrage im Olympia - Postbüro nach Olympiamarken und den verschiedenen Olympiasonderstempeln war doch recht erheblich und dokumentiert sich auch im Lieferschein Nr. 1243  vom 9.8.1936. Der Empfänger in Frankfurt hatte jeweils 200 Stück der Olympiablöcke bestellt und erhielt dafür eine „stolze“  Rechnung über 480,00 Reichsmark und zusätzlich 50 Reichspfennige an Portoauslage! 
           
Vielleicht hatte der Empfänger Glück und fand in der doch recht großen Blockzahl  einen Fehldruck. Zu diesem Faktum  ist aktuell sehr empfehlenswert eine Übersicht aus der Feder von Manfred Bergmann  aus dem Sonderheft der IMOS  zum 50jährigen Jubiläum!  Wie schon erwähnt war der Ersttag der Blockausgaben der 1. August 1936  und damit der Eröffnungstag der olympischen Sommerspiele 1936. Die Blockausgaben wurden  laut Verordnungsblatt der Reichspost offiziell zum 1. August an den Olympiasonderpostanstalten in Berlin und im Olympischen Dorf  und in Kiel zur  Olympia – Regatta und auf der Olympia – Postwertzeichenausstellung in Dresden  abgegeben. Dazu ein Text aus dem Info-Heftchen zur Olympiapostwertzeichen – Ausstellung Dresden im Rahmen der Reichsgartenschau und hier wäre eine eigenständige Ausarbeitung und Vorstellung u.a. mit Sonderpostkarten und genutzten Sonderstempeln über Absenderfrei-, Maschinen- und Handstempel vorstellbar.

                                      Belegbeispiele der Blockausgabe von den Verkaufsstellen in Kiel und Dresden

Erstaunlich war die logistische Nutzung der Olympia – Blockausgaben auf der Zeppelinfahrt  von Frankfurt nach Berlin zur Eröffnungsfeier. Vorwiegend dem Briefmarkenhandel gelang es wohl hier die Olympiafahrt des Zeppelins Hindenburg mit dem Ersttag der Blockausgaben  rechtzeitig zu organisieren  und zu kombinieren.

Im Rahmen der Olympia – Zeppelinfahrt möchte ich zumindest in einem Punkt etwas  abschweifen. Die Fahrt war sicherlich symbolträchtig mit dem Zeppelin über dem Brandenburger Tor und dem Olympiastadion und wurde auch immer wieder später aufgegriffen unter Retouchierung der Hakenkreuzelemente an den Leitwerken.

Aber der Zeppelin war nicht nur symbolträchtiges Propagandamittel sondern hatte auch  an diesem Tag  seine Einbeziehung in den Polizeifunkverkehr  und dazu folgende Skizze und der Funkwagen des Polizeibefehlshaber  bei der Eröffnungsfeier auf dem Reichsportfeld.

aber zurück zum Olympia – Postbüro in der Soorstraße 61/62

Kurzprofil -  Versandstellen für Postwertzeichen
11.01.2020
3. Fortsetzung

Eine schöne Dokumentation  einer wohl vorbereiteten  eingeschriebenen Zusendung über das Olympia – Postbüro (R-Zettel m) dokumentiert nachfolgend den Olympia - Fackellauf von 1936 mit der Werbe-Postkarte Nr.6  für die Olympischen Spiele.  Vorderseitig hat der Schreiber den Startläufer der folgenden 3331 Träger  mit Konstantin von Kondylis   festgehalten und die Startzeit  11 Uhr (Mitteleuropäischer Zeit M.E.Zt.) am 20. Juli 1936   in Olympia. Der Schreiber notiert auf der Anschriftenseite einen Übergeber der Fackel mit O. Hartmann zu Görlitz Dtsch. Schlesien. Vielleicht können hier Mitglieder der IMOS etwas mehr dazu sagen. Empfänger der Olympiawerbekarte war Frau Helene Bigge in Stralsund - Pommern – Tribseerdamm 17. Das Olympia – Postbüro nutzte den Sonderstempel Stadion vom Eröffnungstag mit Datum 1. August 1936 und der Uhrzeit 16 nachmittags.

Der Schlussläufer war dann übrigens  Fritz Schilgen (s.Autogramm) und die Ansichtskarte zeigt den Einlauf  zur Eröffnungsfeier in das Olympiastadion am 1.8.1936

Der von Carl Diem etablierte olympische Fackellauf, ist seit dem Jahr 1936 für die Olympiaden  unverzichtbar  geworden und  wäre in seiner philatelistischen  Bearbeitung  ein  fast unerschöpfliches eigenes Thema. Dazu zumindest einmal nur beispielhaft zwei Maschinenstempel  aus den Jahren 1983 und 2002 der Firmen Sieger und Borek

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass die Deutsche Reichspost die Olympiamarken  zu den Winter- und Sommerspielen zusammen mit den Olympiasonderpostkarten im gebundenen Heft vermutlich aber  nur an ausgesuchte Persönlichkeiten überreichte.

Eine detaillierte Vorstellung der Ausgaben zu den olympischen Spielen 1936  an dieser Stelle mit Marken, Blöcken, Markenheftchenbögen, Markenheftchen (In- und Auslandsvariante), verwendeten Sonderstempeln und unterschiedliche Sondereinschreibzettel an den  Sonderpostämtern und interessante Versendungsformen ist hier nicht vorgesehen und wäre vom Umfang her gesehen bereits wieder ein eigenes Thema.
Also erneut zurück zum Thema Versandstellen und hier noch einmal mit dem Olympia – Postbüro in Berlin 1936 der eingerichteten Sonderversandstelle der Deutschen Reichspost.

Nach Auflösung des Olympia – Postbüros in der Soorstraße wanderten die ungenutzten  und vorgedruckten Briefumschläge zurück zur regulären Versandstelle für Sammlermarken und damit zum  Reichspostzentralamt  und der Dienststelle im  Postamt Berlin  W 30, Geisbergstraße 7

Der untere Briefumschlag des Olympia – Postbüros zeigt die Überstempelung  mit dem Gumminebenstempel der Versandstelle für Sammlermarken beim Reichspostzentralamt mit Datum vom 9.4.1937  und Postamtsstempel Berlin W und sinnigerweise noch  weiterhin  Anführung  P.R.A. (Postrechnungsamt) im Hauspoststempel.

Auch wenn von der Versandstelle für Sammlermarken beim Postamt Berlin W 30 verschieden  vorbedruckte  Briefumschläge  existieren, findet sich gelegentlich eine entsprechende Postsache auf neutralem Umschlag unter Hinzusetzung des Absenders in Form eines Gummistempelabdrucks wie im folgenden Belegbeispiel aus dem Mai 1939.

Detailabbildung Absenderstempel der Versandstelle für Sammlermarken beim Reichspostzentralamt im Postamt Berlin W 30

Nachfolgend dann ein regulär eingeführter Briefvordruck der Versandstelle  beim Reichspostzentralamt im  Postamt Berlin  W 30 auf eingeschriebenem Brief  ebenfalls aus dem Mai 1939

Auch in diesem Fall taucht dann  im Hauspostamtsstempel  auch der zukünftig  anzutreffende Poststempel  Berlin W 30 mit den Buchstaben  vfs  als Hinweis für die Versandstelle für Sammlermarken im unteren Kreissegment auf.

Es finden sich auch häufiger Briefumschläge der Versandstelle, die zwar den Absenderdruck aufweisen, aber wohl dem allgemeinen Schriftwechsel dienten und  keine  weiteren Versandhinweise wie Nachnahme oder Einschreiben aufweisen.

Die folgenden Umschläge sind dafür beispielhaft  und belegen aus dem Juni 1940 dann den Umzug der Versandstelle für Sammlermarken beim Reichspostzentralamt  vom Postamt Berlin W 30 zum  Postamt Berlin SW 68 in der Zimmerstr. 97


Kurzprofil  -  Versandstellen für Postwertzeichen
19.01.2020
4. Fortsetzung

Schon die folgende Postkarte dokumentiert die deutliche Verschlechterungssituation zu Beginn des 2. Weltkriegsjahres im Antwortschreiben  zum 16.1.1940 der Versandstelle für Sammlermarken  und ihrem neuen Standort im Postamt SW 68 in der Zimmerstrasse 97. Man spricht noch zurückhaltend von  ZEITVERHÄLTNISSEN,  auf die Rücksicht zu nehmen ist.

                                                                             zugehörige Rückseite vergrößert

Auch  in diesem Fall können Briefumschläge der Versandstelle für den normalen Schriftverkehr im Vordruck entdeckt werden, die auch in diesem Fall geeignet sind die Werbeeinsätze der Maschinenstempel  zu dokumentieren 

Aber auch Versandumschläge wurden noch aufgelegt  für den Einschreib – Nachnahmeversand  und dies mit dem Absender Versandstelle für Sammlermarken beim Reichspostzentralamt Berlin SW 68

                                           oben Hauspostamtsstempel mit  vfs  der Versandstelle  Berlin SW 68

Aber das folgende Schreiben – noch auf dem alten Vordruck Berlin W 30, Geisbergstr. – mit handschriftlicher Korrektur zu Berlin SW 68 und Zimmerstrasse 97 mit Datum vom 2.12.1941  dokumentiert die aktuelle Problemstellung der Versandstelle.
 
Dem Sammler Robert G. Weber in Bad Godesberg erreicht eine Mitteilung zu seinem Abonnement im Dauerbezug D 7974  und Schreiben vom 25.11.1941

                   Infolge der Kriegsverhältnisse und Personalmangel verzögert sich der Versand der Wertzeichen

Aber es wird wohl noch einmal eine Serie von Versandbriefumschlägen (Reichsdruckerei 1941) aufgelegt, wie das folgende Beispiel belegt aber in diesem Fall ohne Hinweiseindruck auf Einschreiben oder Nachnahme. Belegdatum 25.3.1942 Hauspostamtsstempel  vfs

Die Versandstelle stempelte natürlich auch  auf Wunsch zu den Erstausgabetagen und dies  ebenfalls mit dem Hauspostamtsstempel  vfs. Dazu ein Belegbeispiel  zur Ausgabe vom 8. August 1942  zum 10jährigen Jubiläum der Deutschen Gesellschaft für Goldschmiedekunst. Ob der Einsender  Karten im C6 Format selbst aufgelegt hat mit dem Hinweis  Deutsche Sondermarken im Kriege  oder ein Produkt der Versandstelle war, kann ich nicht beantworten. Auch dazu vielleicht ein Hinweis aus dem Kreis der Homepagebesucher.

Aus dem Dezember 1942 und Februar 1943 kann ich noch normalformatige Briefumschläge  der Versandstelle für Sammlermarken vorstellen. Die Briefumschläge sind ohne Vordruck bezüglich des Absenders und auch  ohne Deklaration für Einschreiben oder Nachnahme. Druckaufträge für Philatelisten  und ihrer Sammelleidenschaft waren sicherlich im beginnenden 4. Kriegsjahr nicht mehr opportun.  Man behalf sich mit Gumminebenstempeln, wie die folgenden beiden Belege dokumentieren.

Es entzieht sich meiner Kenntnis, wie lange die Versandstelle für Sammlermarken  noch tätig war. Die Reichsdruckerei hatte zumindest im Jahr 1942 (4311 42 2A) doch noch eine Serie  Versandumschläge aufgelegt. Vielleicht kommen aus dem Kreis der Homepagebesucher diesbezügliche Hinweise, die höchst willkommen wären zur weiteren Ergänzung. Ich habe noch einen Beleg aus dem Juni 1943 entdeckt. Hier wurde seltsamerweise allerdings der Hinweis auf die Versandstelle gestrichen und der Brief  lief als eingeschriebene Nachnahmesendung  an Herrn Josef Kaus in Villach.

                                                                        am 2. Mai 1945 Kapitulation Deutschlands

Waren die russischen Truppen zunächst die alleinigen Eroberer und Besatzer Berlins erfolgte schließlich  für Berlin der vereinbarte  4Mächte Status


Fortsetzung folgt




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