Deutsche Postautomation

Informationen zur deutschen Postautomation im Bereich Freimachung,
Briefannahme, Schalterbetrieb und Briefbearbeitung.



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Kurzprofil  -  Versandstellen für Postwertzeichen
04.03.2020
9. Fortsetzung

Berlin - West

Nach Gerd Gnewuch und Kurt Roth und ihrer Buchausgabe  aus der berliner post geschichte  von der OPD zur LPD Berlin 1850 – 1975  für die Bezirksgruppe Berlin der Gesellschaft für deutsche Postgeschichte e.V. und Druck bei Kupijai & Prochnow kam am 20. Mai 1946 in Berlin eine zweite Versandstelle hinzu beim Postamt Berlin –Charlottenburg 2 und dies damit im britischen Sektor.  In diesem Zusammenhang auch der Hinweis auf das informative Buch von Dr.-Ing. Karl-Heinz Deutsch, Gerd Gnewuch und Karlheinz Grave DIE POST IN BERLIN 1237 – 1987 herausgegeben von Kurt Roth ebenfalls für die oben erwähnte  Bezirksgruppe Berlin der Gesellschaft für deutsche Postgeschichte e.V.

Ein Korrekturhinweis:
Diese vorstehende Literaturangabe ist zu korrigieren.  Im aktuellen und höchst informativem Rundbrief Nr. 209 / Juni 2020 der Forschungsgemeinschaft Berlin e.V. findet sich eine interessante Ausarbeitung  von Bernhard Albrecht  zur Versandstelle für Sammlermarken Berlin West. Dort wird der Arbeitsbeginn der Versandstelle am Postamt s in der Goethestraße  Berlin - Charlottenburg mit Belegbeispielen schon zum 25.8. 1945 dokumentiert.

Die folgende Aufnahme  - freundlicherweise von H.-J. Tast, Schellerten zur Verfügung gestellt –  datiert ca. 20 Jahre zurück, aber auch im Jahr 1946 wird die Kulisse des ehemaligen kaiserlichen Postamtes (heute unter Denkmalschutz)  in Charlottenburg  und dort in der Goethestraße vermutlich ähnlich ausgesehen haben. Das Postamtsschild im Hintergrund und  die vordere Kennzeichnung zur Versandstelle für Postwertzeichen werden aber wohl im Jahr 1946 gefehlt haben.  

Aber schon an dieser Stelle der Hinweis, dass  nach 64 Jahren die beliebte Anlaufstelle  für Philatelisten in der Goethestraße 12  im Jahr 2010  ihr Ende hatte. Dazu an späterer Stelle noch ein Hinweis. Im Gegensatz zu Berlin – Ost mit etlichen Standortwechseln der Versandstelle blieb es in Berlin – West  seit 1946  bei dieser einzigen Lokalität. Grundsätzlich ist erwähnenswert, dass Berliner Postwertzeichen  in der Bundesrepublik nur über die Versandstelle in Frankfurt zu beziehen waren und direkt käuflich nur im Postamt Bonn 9 (Bundeshaus). Die Marken der Bundesrepublik Deutschland  waren umgekehrt nur über die Versandstelle Berlin oder am Postschalter  für Sammler in der Goethestraße 12  zu erwerben. Lediglich die Berliner Marken  H. Böckler MiNr. 197 und  3PF.-Wert Berliner Stadtbilder mit dem Brandenburger Tor  MiNr. 231 waren auch an den Postschaltern in der BRD  erhältlich.

                              Die ersten Versandbriefumschläge belegen noch die Mangelsituation der Nachkriegszeit

Vom Aspekt her eher eine Lohntüte gleicht das oben gezeigte Beispiel aus dem Jahr 1947. Ein Adresszettel wurde auf die Tüte geklebt und allein 5 Gumminebenstempel  kennzeichnen über den Nachnahmeversand, Einschreiben, Postamtsbezeichnung und Angabe Postscheckkonto die Sendung vom 3.10.1947 Berlin – Charlottenburg 2

Auch die  folgenden Versandbriefumschläge aus dem Mai 1948 und Juni 1949 dokumentieren noch das Improvisationstalent der Postler in der Versandstelle für Sammlermarken im Postamt 2 Berlin – Charlottenburg. Sicherlich war die Mangelsituation durch die Nachkriegsverhältnisse geprägt, vermutlich aber auch der Berlin – Blockade  durch die Sowjetunion  vom 24. Juni 1948 bis 12. Mai 1949 geschuldet. 

Die obigen 3 Belegbeispiele sind an Philatelisten in Westberlin adressiert. In dieser Zeitphase ist sicherlich eine Einbeziehung  der drei alliierten Westzonen der späteren Bundesrepublik in die Versandtätigkeit  am Postamt 2 Berlin – Charlottenburg für Sammlermarken von Berlin aus schwer vorstellbar, aber vielleicht findet sich doch ein Hinweis.
Zumindest kann die folgende Postkarte dann die Aufnahme der Versendung in die gegründete Bundesrepublik bestätigen. Die Versandstelle für Sammlermarken teilt dem Philatelisten in Lebenstedt (heute zugehörig Salzgitter, Niedersachsen) ihr Bedauern mit, dass bei der Versendung der Kiloware eine Berücksichtigung nicht mehr  möglich war.

Die wirtschaftliche Erholung erlaubte dann wohl aber auch Druckaufträge an die Bundesdruckerei für  vorbedruckte  Briefumschläge der Versandstelle für Sammlermarken

Die Bundesdruckerei notiert unter der Registrierungs – Nr. 1877 wohl 10.000 Umschläge und  1.54 ist das 1. Quartal 1954 und dazu folgender Beleg in der Totalansicht vom 14.10.1954 



Kurzprofil  -  Versandstellen für Postwertzeichen
11.03.2020
10. Fortsetzung

Berlin - West

In diesem Zusammenhang einmal ein Bild aus dem informativen Buch von Dr.-Ing. Karl-Heinz Deutsch, Gerd Gnewuch und Karlheinz Grave DIE POST IN BERLIN 1237 – 1987 herausgegeben von Kurt Roth  für die  Bezirksgruppe Berlin der Gesellschaft für deutsche Postgeschichte e.V.

Man erkennt im  Jahr 1957 einen Ansturm auf den Schalter der Versandstelle für Sammlermarken im  Postamt Berlin – Charlottenburg 2  in der Goethestraße 12.

Ende der 1950er Jahre sammelten breite Schichten Briefmarken, das Wirtschaftswunder der Bundesrepublik hatte sich zunehmend stabilisiert und der finanzielle Spielraum auch für ein Hobby war gegeben.

Ich bin nun über eine Versandbriefhülle mit Datum vom 8.7.1957 gestolpert, die im Einschreibzettel Berlin – Charlottenburg 2 neben der fortlaufenden Nummerierung die Kennbuchstaben Sm aufweist. Diese Abkürzung Sm fand wohl nur kurzfristig im Selbstbucherverfahren der Versandstelle für Sammlermarken ihre Anwendung.  Vielleicht kommen aus dem Kreis der Homepagebesucher dazu weitere Hinweise, die ich gerne unter Quellenangabe zur Ergänzung  Einfügen würde.

Nachfolgend eine Postsache der Versandstelle Berlin 1958.

Dazu ein Versandstellenumschlag Berlin – West aus dem Jahr 1959, der  speziell auch interessant ist durch die Veränderung im Druck der Einschreibnummernzettel.

Es baute sich sogar eine Spekulationsszene in den 1960er Jahren auf. Trotz Millionenauflagen wurden einzelne Marken „zu Seltenheiten  hochstilisiert“  und die Aussicht auf  Gewinne für den  kleinen Mann  trieb zunehmend  ein  riskantes Unwesen.

Der etablierte Briefmarkenhandel sprach nicht zu Unrecht vom Schwarzmarkt, wenn Sammler bis zu 1000 Postwertzeichen einer Ausgabe bestellten und vertrieben.  Auch die nachfolgende Bestellung  an die Versandstelle in Berlin im Jahr 1959 belegt eine erstaunliche Anzahl von Sätzen für die Sonderpostwertzeichen für die INTERPOSTA 1959 mit 60 Satz.
 
Dies betraf bereits  die zweite Auflage, denn die Erstauflage (Mi Nr 310/11 a)  mit 3 050 000 war kurzfristig vergriffen und die Zweitauflage erreichte dennoch aber  eine Auflagenhöhe von 5 800 000 Sätzen.

Die Versandstellen registrierten einen permanenten Zuwachs an Sammlern und im Jahr 1965 hatte die Versandstelle in Berlin – West bereits 40.000 Abonnenten.

Die Versandumschläge wurden im Vordruck verändert und dazu beispielhaft  eine Nachnahmeversendung der Versandstellen für Postwertzeichen in Berlin – West aus dem Jahr  1967  und im Absender die erwähnte Goethestraße 2

                               und eine Einschreibversendung im gleichen Jahr nun aber die Postfachangabe der VS

Auch ich  selber machte einmal die obige Erfahrung  der Auflagenprobleme mit einer  Bestellung zur Sonderpostkarte „25 Jahre Bundesrepublik Deutschland“ im Jahr 1974.

                                                             dazu meine wohl „ verspätete“ Bestellung im Jahr 1974

                                                           nur Bestelleingänge bis zum 6.5.1974 wurden ausgeführt

Im Jahr 1974/75 gaben die Versandstellen Berlin und Frankfurt eine kleine recht informative Broschüre in 2 verschiedenen Versionen zu ihren Aktivitäten heraus  und man berichtet stolz von  wohl gemeinschaftlich über 500.000 Kunden.

Die Sonderpostwertzeichen pendelten sich in einer Auflagenhöhe  für die Bundesrepublik Deutschland von 25 bis 30 Millionen ein und langfristig änderte sich daran nichts. Die glückliche Wiedervereinigung trug sicherlich dazu bei, dass die Spekulationsblase der  1960/70er Jahre aufgefangen wurde und eine Marktstabilisierung eintrat.

Dazu habe ich bereits im Jahr 2014  einige Zeilen verfasst, die ich an dieser Stelle noch einmal  anfügen möchte.

Diese positive  Stimmung der Philatelisten auch in den Sammlervereinen änderte sich  dann später gravierend und anhaltend  mit der Einführung der Eurowährung. Die ältere Sammlerschaft hat die „Enteignung“ der Deutschen Post bei der Währungsumstellung zum EURO schlecht verarbeitet, reagiert frustriert  und  ich selbst hatte beruflich ebenfalls keinerlei Zeit den umständlichen Markenumtausch  zu realisieren. Für die postfrischen Marken wurde zum einen keine Dienstleistung erbracht und zum anderen  kein erwähnenswerter  Umtausch seitens der Post geleistet.  Aber man entlässt wohl lieber in der Versandstelle Weiden im Briefmarkensektor Personal, bevor man das doppelte Geschäft mit  den postfrisch gehorteten Marken und seiner Entwertung sich entgehen lies und sucht und erreicht mit teurem Spielzeug, Münzen und „Kartonausgaben“ vermutlich nicht nur den finanziellen Ausgleich. Diesen Vertrauensverlust für eine neue und jüngere Sammlerschaft zu eliminieren wird dauern, wenn es überhaupt gelingt die „Smartphone - Generation“ für die Philatelie zu begeistern. Dies betrifft allerdings mehr den wünschenswerten Einstieg in die Philatelie. Das seltene Material  beflügelt bei  der aktuellen und politisch gewollten NULLZINS-Politik  die entsprechenden Auktionshäuser, die aktuell von Umsatzrekord zu Rekord eilen und in der Presselandschaft davon ausgiebig berichten! Seit 7 Jahren gibt die Post nun keine Auflagenhöhe ihrer Postwertzeichen mehr bekannt, aber  von 30 Millionen wird sich die Reduzierung auf 10 Prozent und damit 3 Millionen  im wahrscheinlichen Bereich bewegen.

Aber zurück zur Versandstelle in Berlin – West.


Kurzprofil  -  Versandstellen für Postwertzeichen
21.03.2020
11. Fortsetzung

Berlin – West

In den oben schon einmal vorgestellten Broschüren der Versandstellen aus dem Jahr 1974/75 wird die Einführung  der Datenverarbeitungsanlagen  vorgestellt  und rechtsseitig ist  erkennbar der Druck auf  Adressträgern  und die wurden mit eingedrucktem  Einschreibnummernzetteln ausgeführt.

Dabei sind durchaus Entwicklungsschritte zu beobachten. Zunächst ein Versandumschlag  mit Adressträger und eingedrucktem Einschreibnummernzettel. 

Ausführung Fa. Lück. Format 8,4 x 7,5 cm. Registrierung unter Kennbuchstabe VS und in diesem Fall Nummer 430 im Jahr 1973. VS für Versandstelle steht wohl ohne Zweifel.

                                            im gleichen Format aber Rotfarbton verändert und nun Kennbuchstabe wt

Die Kennzeichnung wt blieb langjährig bestehen (für Wertzeichen?) aber das endgültige Format wurde dann etwas kleiner  in  8,4 x 5 cm ausgeführt

und dies an allen drei Versandstellen mit Berlin, Frankfurt und  auch Weiden und dieser  letztgenannte  Standort  blieb dann aus Rationalisierungsgründen allein übrig
 
Für Auslandsversendungen ist noch eine Variante des Adressträgers in kombinierter Form für die Einschreib- und Nachnahmesendung  vorzustellen mit jeweils eingedrucktem R - Zettel (mit VS für Versandstelle) und NN – Dreieck  und die Belege stammen aus dem Zeitraum um das Jahr 1972.


Es gab auch die Nutzung handschriftlich auf Adressträgervordruck, wenn anscheinend eine spezielle Sendung außerhalb des Abonnementservice erforderlich war

Nachfolgend  ein großformatiger Briefumschlag  der Versandstelle für Sammlermarken in Berlin 12 aus dem Jahr 1976 und mit Gummistempelzudruck für  eine Nachnahmeversendung

An dieser Stelle gilt es nun einen Blick auf die Konzeption der Versandstellen zu werfen. Berlin und Frankfurt  waren den  Hauptpostämtern örtlich angegliedert und baulich sicherlich dem wachsenden Kundenstamm  kaum vernünftig gewachsen. In enger Zusammenarbeit mit dem Posttechnischen Zentralamt in Darmstadt war Ende der 1970er Jahre die Innovation der Automatenmarke fachlich überzeugend  geplant worden und  die Marke bedurfte einer Integration auch in den Versandstellenbetrieb. Im krassen Gegensatz  steht dazu der überstürzte Betriebsversuch mit der Automatenmarke Nr. 10, die in der Versandstelle nicht mehr begleitend oder nachträglich  für die Sammlerschaft  produziert werden konnte

Die Automatenmarke Nr. 1 war mit ihren zugehörigen Automaten der Fa. Klüssendorf, Berlin eine ausgereifte Version  mit sorgfältiger Testung auch im PTZ - Darmstadt und konzipierter  Aufstellung von zunächst 15 Automaten im Einsatz der Straßenpostautomation verteilt über die gesamte Bundesrepublik.  Aber auch an die Belieferung der Philatelisten wurde gedacht.

Das Problem waren die mannshohen Geräte, ihre relative träge Druckabfolge und die  damit personalintensive Bedienung zur Erfüllung aller Sammlerwünsche.  Allein die  Logistik der altbekannten Versandstellen war hier mit dem Aufbau und die Bedienung von 17 Automaten  zur ATM – Produktion für die Philatelisten überfordert und die Deutsche Post wagte den Schritt  eines neuen Standortes und dies anfangs dann auch zunächst dort nur  für die  Automatenmarke.

Nachfolgend eine Originalaufnahme  ca. Dezember 1979  aus der Versandstelle Weiden (Quelle Peter Bartmann, war damals als „Postler“ hier in der Einführungsphase der ATM eingesetzt). Die Mitarbeiterin aktivierte den Automaten im Schlüsselbetrieb, Münzeinwurf war nicht erforderlich und das Ausgabefach war mit einer Auswurfschale erweitert zur Begutachtung anscheinend jeder einzelnen Marke! Die Wertstufen konnten einzeln angewählt werden, es gab aber auch eine vorprogrammierte Satzversion erkennbar am roten Aufkleber und Tasten  für Mehrfachdruck.

Sicherlich ist im Nachhinein der damalige Sammlerservice erstaunlich und zu loben  gemessen  an der Entwicklung  im Sharholder - Value - Verhalten einer Aktiengesellschaft  als Anhängsel eines Finanzministeriums.

Die Philatelisten warteten 7 Jahre dann gespannt auf eine ATM – Ausgabe in Berlin. Die Berlinausgaben unterlagen ihrem alliierten Sonderstatus schon erkennbar an dem Werdegang der Markeninschriften über „Deutsche Post, Deutsche Post Berlin, Landespost Berlin bis  hin zur Inschrift Deutsche Bundespost Berlin“.

Im Januar 1987 bestätigte dann aber die Versandstelle Berlin  die Bezugsmöglichkeit einer Automatenmarke - Berlin für das kommende 1. Halbjahr 87.


Kurzprofil  -  Versandstellen für Postwertzeichen
29.03.2020
12. Fortsetzung

Berlin – West und Braunschweig, Butzbach und bis Dahme

An dieser Stelle ist es höchst interessant schon einmal im Zusammenhang mit der Herausgabe der Berliner Automatenmarke einen Blick auf die zu diesem Zeitpunkt weiteren existierenden westdeutschen  Versandstellen für Postwertzeichen in Frankfurt und Weiden zu werfen. Nur hier konnten zum Ersttag  4.5.1987 die Berliner ATM und natürlich auch die deutsche  ATM – Ausgabe der BRD erworben werden. Folgend die Kombination der  Berlin - und  BRD - ATM   auf  portogerechten Briefen  und damit die Dokumentation der  Versandstellen in Berlin, Frankfurt und Weiden  mit Erstausgabetag der Berliner – ATM am 4.5.1987

Für Berlin – West sollte es die einzige  Automatenmarke  werden, denn  zum Jahr 1990 überstürzten sich die Ereignisse mit der Chance und  Verwirklichung der Wiedervereinigung  der Bundesrepublik Deutschland und der Demokratischen Republik Deutschland.  Wie eine friedliche Vorahnung von zukünftigen politischen Entwicklungen konnte sich die Post der Deutschen Demokratischen Republik einer Gemeinschaftsausgabe zum Jubiläum 500 Jahre Europäische Postverbindungen   nicht entziehen   und dazu folgender Beleg mit DDR Sonderpoststempel der Ausgabe Belgien, Berlin, BRD, DDR und Österreich.

                                   Mauerfall und freie Wahlen  führen zur glücklichen Wiedervereinigung Deutschlands

Ein vereintes Deutschland mit Wegfall der Briefmarkenausgaben der DDR und Berlins machten auch die Versandstellen in Berlin - Ost und Berlin - West für Postwertzeichen obsolet  und reduzierten sich auf den Standort Frankfurt/Main und Weiden. Dabei war abzusehen, dass Weiden als neuer und logistisch durchgeplanter Standort als alleinige Versandstelle  übrig bleiben würde. Damit möchte ich die Vorstellung  der Versandstelle Berlin zunächst einmal an dieser Stelle beenden.

Kurzprofil  -  Versandstellen für Postwertzeichen
03.04.2020

Nachtrag  Bonn

Deutsche Post AG – Abt. Postwertzeichen und Individualprodukte Bonn


Bonn als Versandstelle für Postwertzeichen & Individualprodukte hatte ich in der alphabetischen Reihenfolge zu den Versandstellen übersehen.

Es entzieht  sich meiner Kenntnis  in welchem genauem Zeitraum  die eingerichtete Abteilung  in Bonn Charles-de-Gaulle-Str.20, 53113 Bonn die PLUSBRIEF -  Produkte angeboten hat  bzw. noch leistet. Die Adresse verweist zumindest auf  die Einrichtung der Abteilung im POST TOWER in Bonn und das Angebot mit Anschreiben datiert vom 8.9.2017.

Passend zum Thema POSTAUTOMATION mit der eingedruckten Automatenmarke beispielhaft das Angebot im Dreierset Pluskarte und  in originaler Verpackung belassen.
 
Die  3 Pluskarten waren mit verschiedenen Ansichten  vom Posttower illustriert und das  umgedrehte Verpackungsset belegt eine Verwendung einer ATM Pluskarte zum Ersttag der Einführung der neuen Briefzusatzleistung PRIO  mit dem entsprechenden Label. 

Dazu einmal ein Anschreiben der Versandstelle für Postwertzeichen & Individualprodukte  in Bonn  und der Abteilung 1M3 vom 8.9.2017 zum PLUSBRIEF - Angebot 

Aus dem damals beigefügtem 4seitigen  Werbeblatt  zumindest die  erste Seite zum Plusbrief – Angebot der Versandstelle in Bonn


Dortmund
Interessanterweise erhielt ich am 9. Februar 2007  ebenso ein PLUSBRIEF – Angebot  aus dem  Direkt Marketing Center Dortmund   zugestellt zur Bestellung aus der umfangreich  bebilderten und beigefügten  Fax - Bestellliste  

Da das Kurzprofil zu den deutschen Versandstellen in alphabetischer Reihenfolge  geplant ist, kommt  als nächster Standort zunächst einmal Braunschweig  zur Vorstellung. Wie schon erwähnt bin ich kein Spezialist auf dem Gebiet der deutschen  Versandstellen für Postwertzeichen, möchte aber Hinweise vorstellen, die gegebenenfalls aus dem Kreis der Homepagebesucher  weitere Informationen  induziert.

Nach dem 2. Weltkrieg und Schaffung der alliierten Besatzungszonen waren sektorale Verwaltungen angesagt und mühsam etablierte sich unter diesen Bedingungen wieder die Post und der Wunsch der Sammler zum Bezug von Postwertzeichen wurde entsprechend  in der Nachkriegszeit aufgegliedert zu den alliierten Besatzungszonen. Wir sehen auf dem Kartenausschnitt (August 1946) einmal die Zonen (einschließlich zugehöriger Postleitzahlen).

                                   nachfolgend noch der Sonderstatus Berlin und die Zeichenlegende zum Jahr 1946

Das spätere Gesamtwestdeutschland  resultierte aus den Besatzungszonen unter französischer, britischer und amerikanischer Verwaltung und fast wurde die deutsche vorübergehende Nationalhymne der Karnevalschlager WIR SIND DIE EINGEBORENEN AUS TRIZONESIEN  an den ich mich noch gut erinnern kann.

Überaus empfehlenswert und lesenswert  zu dieser Zeitepoche ist das Buch von Walter Henkels im Econ – Verlag 1986   Alltag in Trizonesien
 

Alphabetisch folgt mit den Versandstellen Braunschweig in der britischen Zone

Braunschweig

Hier zunächst einmal die Vorstellung des kaiserlichen Postamtes Braunschweig auf einer Ansichtskarte und Postabgangsstempel 24.8.1905.

                                       damals gab es noch Ankunftsstempel und hier mit Grosshartau am 25.8.1905

und es war die Zeit als zum Beispiel in Berlin die handsortierte Post täglich bis zu 5x ausgetragen wurde, sonntags allerdings „nur 3x“ und aufgegebene Ortsbriefe durchaus die Chance hatten, nach 3 Stunden zugestellt zu werden. Lesenswert dazu Gerd Gnewuch und Kurt Roth und ihre Buchausgabe  aus der berliner post geschichte  von der OPD zur LPD Berlin 1850 – 1975  für die Bezirksgruppe Berlin der Gesellschaft für deutsche Postgeschichte e.V. und Druck bei Kupijai & Prochnow und auch das informative Buch von Dr.-Ing. Karl-Heinz Deutsch, Gerd Gnewuch und Karlheinz Grave DIE POST IN BERLIN 1237 – 1987 herausgegeben von Kurt Roth ebenfalls für die oben erwähnte  Bezirksgruppe Berlin der Gesellschaft für deutsche Postgeschichte e.V.

Für die britische Zone  wurde nun  in  Braunschweig  eine Sammlermarkenstelle  am Postamt 1 eingerichtet und dazu nachfolgend ein Brief  mit Einschreibstempel als Gumminotstempel  und mit dem Eindruck Braunschweig  Sammlermarkenstelle

Der rückseitige Ankunftsstempel Stuttgart datiert vom 19.12.1947 und so kam wohl der Weihnachtswunsch noch rechtzeitig an. Ferner dazu noch der Gumminebensteller der Sammlermarkenstelle auch auf der Rückseite des Briefes

                                       nachfolgend dann Versandumschlag 7.6.1948  und nun R-Zettel Braunschweig 1


Rückseitig wieder obiger Gumminebenstempel der Sammlerstelle und Ankunftsstempel Hannover mit Datum vom 8.6.1948 (nicht abgebildet).
Daten ab wann und wie lange die Sammlerstelle in Braunschweig tätig war, sind mir nicht exakt bekannt und vielleicht sind hier wieder Hinweise aus dem Kreis der Homepagebesucher hilfreich zur Ergänzung.

Der folgende Paketadressträger gibt ebenfalls Rätsel zum Thema Versandstellen der Post auf.

Butzbach
 
Mit Abgangsstempel vom 22.4. 1955  vom Postamt  Butzbach (Oberhessen) erhielt der Empfänger  sog. Kiloware  beim Postamt Butzbach zugesandt. Schon zu Beginn der Aufnahme der Versandstellen (siehe Menüpunkt VS Berlin Deutsches Reich) schnitt die Post z.B. frankierte Paketkartenabschnitte nach Ablauf der Nachweispflicht aus und belieferte Philatelisten mit der begehrten Kiloware. Auf dem Karton hat der Empfänger noch den Inhalt in Zahlen festgehalten mit 37 Berlinmarken und wohl 740 Bundmarken. Es ist mir nicht bekannt ob Butzbach generell zuständig war für den Kilowarenversand oder eine  eigenständige Serviceleistung vor Ort.

Auch in diesem Fall sind also hier wieder Hinweise aus dem Kreis der Homepagebesuche  zur Ergänzung und Information dringend wünschenswert.

Dahme

Alphabetisch geht es nun zum Postamt 7692 Dahme in der Deutschen Demokratischen Republik. Schon im ersten Abschnitt zu den Versandstellen ( Allenstein bis Berlin – Ost ) wurde einmal kurz das Postamt Dahme in Zusammenarbeit mit dem Zentralen Post- und Fernmeldeverkehrsamt   Berlin PLZ 1085  zum Jahr 1976 vorgestellt.

Vermutlich um das  Jahr 1985 hat die Postphilatelie der DDR ihren Stempelservice  nach Dahme  in das damalige Postamt in der Rudolf Breitscheidstraße 24 verlegt. Genauere Details dazu  sind mir allerdings nicht bekannt zur Einsatzdauer.

Dazu aber einmal folgender ausgeschnittener Kartondeckel eine Postsache  aus Dresden  an die Deutsche Post und ebenfalls ZPF – V-  in  7962 Dahme / Mark und ein Adressträger  Deutsche Post Zentrales Post- und Fernmeldeverkehrsamt Abt. Versand von Postwertzeichen 7962 Dahme. Auch in diesem Fall wären weitere Informationen interessant.

Nach dem Postamt Dahme soll in alphabetischer Reihenfolge nun das Postamt Ebingen  (Württemberg) in der französischen Besatzungszone folgen, aber aus Gründen der Übersichtlichkeit in einem 3. Untermenü.

  



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