Deutsche Postautomation

Informationen zur deutschen Postautomation im Bereich Freimachung,
Briefannahme, Schalterbetrieb und Briefbearbeitung.



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Kurzprofil  -  Versandstellen für Postwertzeichen
22.08.2020
27.  Fortsetzung  Weiden

WEIDEN

Die Versandstelle Weiden wurde auf dieser Homepage schon mehrfach erwähnt und im Zusammenhang mit der Vorstellung der „grünen ATM“  auch auf der Menüleiste mit einem eigenen Abrufpunkt im Untermenü eingereiht.

Dennoch soll im Thema Kurzprofil Versandstellen  die allgemeine Konzeption und Entwicklung der Automatenmarke und die anfängliche und alleinige Produktion in Weiden  noch einmal kurz betrachtet werden.  Die Versandstellen in Berlin und Frankfurt  waren den  Hauptpostämtern örtlich angegliedert und baulich sicherlich dem wachsenden Kundenstamm  kaum noch vernünftig gewachsen und die Integration der neuen ATM auch in den Versandstellenbetrieb war anspruchsvoll und logistisch recht aufwendig zu realisieren.

In enger Zusammenarbeit mit dem Posttechnischen Zentralamt in Darmstadt war Ende der 1970er Jahre die Innovation der Automatenmarke fachlich überzeugend  geplant worden und allein 17 großformatige Klüssendorf – Automaten wurden für die Einführungsphase der ATM  in einer Versandstelle für erforderlich gehalten, um die Sammlerwünsche zu produzieren.

Auf einer Postmuseumskarte linsseitig ein mächtiger Briefmarkenautomat der Reichspost  aus dem Jahr 1930 mit der Abgabe von zwei 5Pfg. Briefmarken  und daneben der ATM – Automat 631 der Fa. Klüssendorf 60 Jahre später und ein mikroprozessorgesteuerter Münzwertzeichendrucker mit recht ansehnlich abrufbarem Spektrum  an Wertzeichen 

Zur Erfüllung aller Sammlerwünsche bestand also das Problem dennoch die mannshohen Automaten in genügender Zahl aufzustellen. Ihre relative träge Druckabfolge und die damit personalintensive Bedienung zu der im Jahr 1990 eingeführten Automatenmarke waren zu berücksichtigen.  Allein die  Logistik der altbekannten Versandstellen war hier mit dem Aufbau und der Bedienung von 17 für notwendig erachteten Automaten  zur ATM – Vorproduktion für die Philatelisten überfordert und die Deutsche Post wagte den Schritt  eines neuen Standortes und dies anfangs dann auch zunächst dort nur  für den Versand der  Automatenmarke.  Die OPD Regensburg  sah sich schon  als Standort, druckte entsprechend  schon die Briefköpfe, als dann aber auf Bundes – Landes - und Lokalebene politisch die Herren Wehner, Stiegler und Zebisch agierten und der Bundespostminister Gscheidle etwas überraschend der Stadt Weiden in der Oberpfalz und im Zonenrandgebiet  den Vorzug gab und am 23.9.1980 wurde die Eröffnung vollzogen.

35 Jahre später feierte die Versandstelle dieses Jubiläum und legte einen Sonderbriefumschlag in einer Auflage von 1000 Stück auf mit entsprechendem Sonderstempel

Während die unteren beiden Illustrationen des obigen Sonderumschlags mit der Paketstraße und modernen Versandhallen gut zugeordnet werden können, bedürfen wohl die oberen beiden Bilder doch einer kleinen Erläuterung. Abgebildet ist nämlich  das Postamt Weiden in der Nähe des Bahnhofes und dazu  eine ältere Ansichtskarte aus dem  Verlag Gebr. Metz, Tübingen.

Hier war im Seitentrakt ein Stockwerk im Jahr 1980 geräumt worden zur Einrichtung der Versandstelle zunächst als Produktionsort der neu etablierten Automatenmarke. Auch für das rechte obere Bild kann der erklärende Bezug hergestellt werden.

Die Mitarbeiterin aktivierte den Automaten im Schlüsselbetrieb, Münzeinwurf war nicht erforderlich und das Ausgabefach war mit einer Auswurfschale erweitert zur Begutachtung anscheinend jeder einzelnen Marke! Die Wertstufen konnten einzeln angewählt werden, es gab aber auch eine vorprogrammierte Satzversion erkennbar am roten Aufkleber und ebenso  Tasten für Mehrfachdruck.

Nachfolgend dazu auch eine Originalaufnahme  ca. Dezember 1979  aus der Versandstelle Weiden (Quelle P. Bartmann. Der bekannte Philatelist Peter Bartmann war damals als „Postler“ hier in der Einführungsphase der ATM zur Personalunterstützung  eingesetzt).


Die Versandstelle hatte großformatige Versandtüten (23x16cm) aufgelegt und auch  eine Einschreibdokumentation war möglich.

Wenn die Wahl der neuen Versandstelle auch nicht auf Regensburg fiel, so legte der Oberpostdirektor Regensburg zumindest einen 4seitigen Flyer auf, dessen 3 bedruckte Seiten  nachfolgend abgebildet sind. Teils waren damit komplette ATM – Sätze  bestückt und wurden zur damaligen Zeit mit hohen Preisen  gehandelt.

Sicherlich ist im Nachhinein der damalige Sammlerservice erstaunlich und zu loben gemessen an der Entwicklung  im Sharholder - Value - Verhalten einer Aktiengesellschaft  als Anhängsel eines Finanzministeriums und unfreundlichem Sammlerservice  im Rahmen der später anscheinend überstürzt geplanten  Wertzeichenautomaten  und produzierten ATM 10. In diesem Fall sah sich dann die  Versandstelle nicht in der Lage  zumindest im Nachhinein die Philatelisten zu bedienen.

Die damals produzierten ATM in der Versandstelle Weiden wurden in Tüten verpackt und mit Klebestreifen verschlossen, die mit dem Produktionstag abgestempelt wurden und die Kennziffer konnte dem entsprechenden Bedienungsmitarbeiter des Automaten  zugeordnet werden.

Ferner wurde der Inhalt dokumentiert. Es gab vorgedruckte „Satztüten“ (DM 17,40) aber auch Einzelwertangaben mit Stückzahl der Wertstufe in Gummistempelausführung. Die oben abgebildeten Versandstüten stammen aus der Vorproduktion im Oktober 1980 und wurden gegen Ende Dezember 1980 ausgeliefert, damit die Sammler ihre ATM – Dokumentation nach eigenem Geschmack gestalten konnten.

So konnten natürlich  „als philatelistische Spielerei Vorersttage“  nicht ausbleiben – hier am Beispiel Unna und mit dem Datum 30.12.1980


Kurzprofil  -  Versandstellen für Postwertzeichen
01.09.2020
28.  Fortsetzung  Weiden

Die folgende Banderole der Bundesdruckerei  bestätigt schon die Produktion der ATM – Leerfeldmarkenrolle aus dem August 1980.

Trotz  sorgfältiger Planung und Prüfung der Automaten  gab es später für die Sammler  immer wieder einmal Überraschungen mit Fehldrucken an den Münzwertzeichendruckern. Diesbezüglich waren die Philatelisten  auch die „härtesten Prüfer“  in den folgenden Jahren. Aber auch in der Versandstelle Weiden tauchten in der Vorproduktion schon Fehler auf, die eigentlich der Vernichtung zugeführt werden sollten. Aber nach 40 Jahren und der Verjährung  des „Fehlverhaltens“ können diesbezügliche „Beweisstücke“ einmal vorgestellt werden.

                                                             Leerfelder und Doppeldruck mit Ersttagsstempel  Weiden

Der 2.1.1981 war zwar offizieller erster Gültigkeitstag der ATM, aber die bundesweite Aufstellung der MWZD erfolgte erst im weiteren Januar  an verschieden Tagen  und eigentlich wurde nur in Weiden an diesem 2. Januar spitzfindig betrachtet produziert. Viele Sammler haben dann mit dem Datum 2.1.1981 schon die zukünftigen Standorte  dokumentiert. Insofern haben ATM – Belege mit diesem Datum und Postaufgabe in Weiden zumindest  eine kleine  und dokumentarische Sonderstellung. Dazu einmal folgender Beleg als portogerechter Wertbrief in der 2. Gewichtsklasse  2.1.1981 und Poststempel Weiden.
 
„Angehende ATM - Spezialisten“ haben aber auf die Inbetriebnahmedaten der Münzwertzeichendrucker geachtet und gewartet und  diese gerätespezifisch  dokumentiert. In diesem Zusammenhang  verweise ich noch einmal auf die ausführliche Vorstellung „grüne ATM“ unter eigenem und erstem Menüpunkt der Homepage.

Für die Versandstelle Weiden waren im Jahr 1979  in der Postverwaltung Bonn zunächst einmal nur 12 Planstellen als Personalbestand vorgesehen, die allerdings zur Bewältigung der Einführung  der Automatenmarke anfangs vorübergehend  mit weiteren Postbeamten verstärkt wurden.

Mit Freude und Stolz  registrierte die Oberpostdirektion und die neu gegründete Versandstelle Weiden die Kundenakzeptanz und begrüßte am 16.7.1981 den 25.000 Dauerkunden

                            Der Erfolg  hielt weiterhin an und am 12.3.1982  war der  50.000  Dauerkunde zu registrieren

                             Die Verdoppelung der Dauerkunden dann bis April 1985 belegt den Stellenwert der Philatelie

Folgender Beleg  dokumentiert den Sondereinsatz eines  Schalterwertzeichendruckers durch die Versandstelle Weiden  mit Datum vom 15.5. 1985 auf in Nürnberg  "150 Jahre deutsche Eisenbahn" mit Sonderstempel der Versandstelle, ATM jedoch Type II

2 Monate später findet sich erneut die Versandstelle Weiden explizit in einem Sonderstempel  zur 30. Pfadfinder - Weltkonferenz in München mit Datum vom 16.7. 1985


Die Zeit um das Jahr 1990 brachte dann den Mauerfall in Berlin und freie Wahlen  führen zur glücklichen Wiedervereinigung Deutschlands

Ein vereintes Deutschland mit Wegfall der Briefmarkenausgaben der DDR und Berlins machten einmal auch die Versandstelle in Berlin - Ost für Postwertzeichen obsolet und die verbliebene Versandstelle in Berlin West vertrieb nur noch die Ausgaben der Bundesrepublik  zusammen mit Frankfurt. Bis zur Einführung einheitlicher Postleitzahlen  in Deutschland firmierten die Versandstellen im Absender mit der Ausnahmesituation des vorangestellten Buchstaben W vor alter PLZ und Stadtangabe


Die  etablierten Versandstellen in Berlin West und Frankfurt gaben  schließlich fortlaufend Aufgaben an den modernen angelegten Standort in Weiden ab  und in Weiden feiert man selbstbewusst das 10jährige Jubiläum der Versandstelle mit einem Werbekarton und Sonderstempel im Sammler – Service


Kurzprofil  -  Versandstellen für Postwertzeichen
11.09.2020
29.  Fortsetzung  Weiden

Es gab auch eine kleine Festschrift  der Versandstelle für Postwertzeichen Weiden

                                                               innenseitig Stempel der Eröffnung aus dem Jahr 1980

                                                  Sonderstempel 10 Jahre Versandstelle für Postwertzeichen Weiden

Aus der oben angeführten Festschrift noch Impressionen aus dem Versandstellenbetrieb noch im Altbau Postamt Weiden
                                               
                                                    Im Jahr 1995 feierte dann die Versandstelle ihr 15jähriges Jubiläum.
 
                                                       aus der 4seitigen Werbekarte  folgend die zweite und dritte Seite

                                                                               nachfolgend 3. Seite aus der Werbekarte

Auch ein Einschreibbeleg zum 15jährigen Jubiläum der Versandstelle Weiden mit Nagler – ATM soll noch vorgestellt werden.

Im Jahr 1997 kündigte die Versandstelle Frankfurt in einem Flyer (limitiert nur Dauerbezieher) einen neuen Tagesstempel der Niederlassung Philatelie an

Neben der innenseitigen Werbung des Philateliestempels mit der Blockausgabe „documenta“ Kassel wurde rückseitig die neue Stempelform  POSTPHILATELIE  begrüßt

Nach meinem Kenntnisstand erfolgte in Weiden aber erst im November 2004 die Stempelumrüstung mit folgender Inschrift im Doppelkreisring


Dieser Stempel taucht auch in unterschiedlicher Größe in der Versandstelle auf mit einer Radiusdifferenz von 1 ½  Millimetern Ich habe einmal versucht den rechten oberen und größeren Stempel  in den Vergleich mit dem linken oberen und rechten unteren  und jeweils kleineren Stempel  zu setzen.

Anläßlich der  Eröffnung der neuen Stadtpostfiliale in Weiden im „open service System“ gab es einen weiteren Sonderstempel und einen 4seitigen Werbeflyer. Dazu Vor- und Rückseite nachfolgend abgebildet. Rückseitig  einmal das altehrwürdige Postamt Weiden 1 mit der noch etablierten Versandstelle und die Sonder- und Werbestempel seit 1990 vereint abgebildet


Kurzprofil  -  Versandstellen für Postwertzeichen
20.09.2020
30.  Fortsetzung  Weiden

Im Jahr 2000 fasste der Vorstand der Deutschen Post den Entschluss Weiden als einzigen Standort  auszubauen und dazu auf einem ehemaligen Bundeswehrgelände  ein großzügiges Versandzentrum zu errichten. Das Konzept lehnte sich an die Briefzentren auch in der Logistik an, was in der Umstellung zum Euro auch ganz nützlich war und  es wurde zügig gebaut. Schon im Dezember 2001 kam  das Schreiben zum neuen Versandzentrum in Weiden im illustrierten Sonderumschlag und passendem Sonderstempel  bei den  Sammlern an.

                                                                                und das zugehörige Anschreiben

Mit diesem Schreiben wurde dann auch die offizielle und geplante Schließung der Versandstellen in Berlin und Frankfurt zu Gunsten des Standortes Weiden angekündigt und bis zum Jahr 2004 logistisch abgeschlossen. Aber die Feier zur  Eröffnung des neuen Versandzentrums fand dann doch erst am 7. Juni 2002 statt und auch dazu gab es einen passenden Werbestempel der Versandstelle Weiden

Philateliedirektor Christian Faißt begrüßte  mit dem Postvorstand  Dr. H.P. Petram zahlreich geladene Gäste aus Philatelieverbänden und Stadtverwaltung Weiden. Ausgelegt war das neue Versandzentrum  auf die Bedienung von  einer Million Kunden und zu diesem Zeitpunkt wurde erstaunlich mitgeteilt, täglich etwa 200.000 Artikel in 28.000 Briefsendungen und 4.000 Paketen zum Versand zu bringen. Zur Steigerung und Verbesserung der  Marketingstrategie wurde   zusätzlich das erfahrene Philateliehaus Richard Borek, Braunschweig mittels Kooperationsvertrag  ins Boot  der Versandstelle geholt. Im Jahr 2004 war der endgültige Umzug auch der verbliebenen Kundenbetreuung aus Frankfurt zentral im Customer Service Center Weiden mit 150 Kundenberatern abgeschlossen. Auch dazu gab es ein Anschreiben an die Sammler im spez. Briefumschlag mit passendem Sonderstempel.

                                                                                       und  dazu das Anschreiben


Im Jahr 2006  erhält die Versandstelle in Weiden nach europaweiter Ausschreibung den Zuschlag als Bezugsquelle für  deutsche Silbermünzen und dieser Vertrag wurde übrigens im September 2018 langfristig verlängert und sichert damit zusätzlich wichtige Arbeitsplätze.

Bereits vorgestellt wurde die Ankündigung  im Jahr 1997  der Versandstelle Frankfurt mittels Flyer (limitiert nur Dauerbezieher) zu einem neuen Tagesstempel der Niederlassung Philatelie, der meiner Meinung nach erst im Jahr  2004 in Weiden eingeführt wurde. Im Jahr 2007 lässt sich jedoch in Weiden eine Sonderform entdecken, über die  Einsatzmodalitäten  kann ich zur Zeit noch keine Aussage treffen, den Stempel aber schon einmal chronologisch einfügen

Der Philatelistentag im Oktober 2008 fand dann in Weiden statt und die Versandstelle war natürlich mit einem Tag der offenen Tür in die Veranstaltung  integriert und es gab auch eine entsprechend zugehörige Erlebnis: Briefmarken – Karte  in einer Auflage von 1200 Stück und  4seitig ausgeführt. Die 3  wesentlichen Seiten dazu sind nachfolgend abgebildet.

                            Für Philatelieleiter Stefan Friedl ist Weiden  „heimliche Hauptstadt der deutschen Philatelie“


Nachfolgend die 3. Seite der Briefmarken – Karte Weiden mit dem zugehörigen Sonderstempel auf einer motivneutralen Automatenmarke und Szenen aus der Versandstelle Weiden

Verbunden mit dem Tag der Briefmarke gab es zudem in  Weiden  die Erstpräsentation der Marke  durch den Finanz-Staatssekretär Franz Diller.

                                            Nachfolgend mit Ersttagsstempel Bonn und Schwarzdruck der Briefmarke


Es gab nicht nur die bereits erwähnte Briefmarken – Karte  in einer Auflage von 1200 Stück und  4seitig ausgeführt und Sonderbriefumschläge sondern auch einen Flyer und Auslieferung in einer illustrierten  Ganzsache mit ATM – Eindruck zu 145 abgestempelt mit einem  besonderen Stempel der dortigen Sonderstempelstelle. Inhalt war besagter Flyer und zusätzlich ein Werbeblatt der Stadt Weiden mit einer CD. Dazu eine  Vorstellung im Ensemble


Kurzprofil  -  Versandstellen für Postwertzeichen
29.09.2020
31.  Fortsetzung  Weiden

In der zugehörigen Festschrift zum 109. Deutschen Philatelistentag stellte sich das Versandzentrum Weiden  auch mit einigen Bildern vor


Schon zuvor wurde der Sonderstempel Weiden  der Deutschen Post PHILATELIE aus dem Jahr 2007 vorgestellt im Kreisformat

Im Jahr 2009 kann dieser Stempel nun aber im Ovalformat erneut bei der Versandstelle für Postwertzeichen in Weiden entdeckt werden zur Wahl der schönsten Briefmarke
 
                                                                                                   und im Detail
 
In diese Zeit fällt auch eine Meldung der örtlichen Presse, dass das Briefmarkensammeln „etwas aus der Mode“ gekommen ist und erstmals ein Stellenabbau zur Planung ansteht.  Zeitverträge stehen zur Disposition und unbefristete Arbeitsverträge sind vorbei bei der Versandstelle für Postwertzeichen. Der Münzhandel kompensiert die Lücke nicht  und  Neuausrichtungen im Marketing stehen an. Sicherlich ist im Zeitalter des Smartphone  die Jugend schwierig an die Philatelie heranzuführen, darüber klagen aber auch weitere Vereinsstrukturen z.B. Tennisvereine und musikalische Chorgruppen.  Aber auch ältere Sammler schließen Sammelgebiete ab oder reduzieren ihren Dauerbezug.

Niemand kann eine Zukunftsprognose zur Philatelie abgeben und die gesellschaftlichen Veränderungen durch die aktuelle CORONA – Krise sind noch gänzlich  unbestimmt.

Es gilt noch einen Blick auf  weitere Versendungsformen zur Versandstelle hinzuweisen und vorzustellen. Schon einmal wurden ATM – Versandtüten vorgestellt im Rahmen der frühen Produktionsphase der Automatenmarken mit Kennzeichnung  Gumminebenstempel . Die folgenden Beispiele aus den Jahren 1982 und 1983 belegen dann vorgedruckte  Tüten für  Satzware ATM – Ausgabe 1.7.1982 über DM 10,70.

Es werden weiterhin ungeöffnete Versandtüten angeboten, die kleine Wundertüten sind. Es besteht immer die Möglichkeit der Entdeckung von Druckzufälligkeiten!

                                                Nachfolgend einmal Briefumschlagvarianten der Versandstelle Weiden 

                                      Aus dem Jahr 1984 einmal eine Anforderungskarte für vorrätige Postwertzeichen

Nicht zu vergessen ist an dieser Stelle auch die  e – Postvariante und hier noch am Beispiel aller gleichzeitig tätigen Versandstellen im Jahr 1996 Berlin, Frankfurt und Weiden

Folgend computergedruckte Adressträger mit eingedrucktem R – Zettel bzw. Nachnahmedreieck der Versandstelle Weiden



Kurzprofil  -  Versandstellen für Postwertzeichen
09.10.2020
32.  Fortsetzung  Weiden

Folgend beispielhaft aus aktueller Zeit zwei  Werbebriefumschläge der Versandstelle Weiden einmal im Dialogpost – Verfahren und  die Standardvariante  mit dem Postphilateliestempel und eingedrucktem Postwertzeichen Wertstufe  155 Cent „Grünes Band Deutschland“


Der untere Brief führt nun gegebenenfalls zu einem eigenen speziellen Sammelgebiet.

Diese Werbesendungen  haben einen enormen zahlenmäßigen Umfang angenommen und sind einmal mit aufgeklebten Briefmarken aufgelegt und häufig auch mit eingedruckten Wertzeichen im Sinne von  „ Privatganzsachen der Deutschen Post AG“. Eine Katalogisierung ist mir bis dato unbekannt. Der Philatelist Herbert Kroog hat  meines Wissens nach auf dem Philatelistentag  in Weiden im Jahr 2009 im Exponat  Nr. 18  erstmals eine erste  Abhandlung vorgestellt und eine Systematik versucht.

Eine chronologische Vorstellung wäre wünschenswert. Hier wäre aber schon ein Arbeitskreis erforderlich, um erfolgreich zu sein. Ich möchte dazu einfach einige schöne Umschläge vorstellen und das Interesse  auf diese Belegserie lenken. Die Umschläge variieren allein schon in 6 verschieden Formaten nach DIN B und C aber auch in Sonderformen z.B. quadratisch. Nachfolgend in ansteigender Größe  einige Belegbeispiele

Faltkarte im Format 10 x 20,5 cm

                            Das eingedruckte Sonderwertzeichen wiederholt sich werbewirksam in der Kartenillustration

Briefumschlag (teils als Fensterbrief) im Format 11,5 x 22,7 cm

                                  Sowohl Blumenfreimarke als auch Sonderpostwertzeichen eingedruckt und kombiniert

Briefumschlag 15 x 20,8 cm

                                                     Aufgeklebte Sondermarke zur Fußball Weltmeisterschaft 2006

Briefumschlag 16,2 x 22,9 (DIN C 5)

                                     Aus der Wohlfahrtsserie im Jahr 2006 der Henschel Wegmann Zug eingedruckt

Briefumschlag 22,5 x 23 cm

                                                 Sonderpostwertzeichen 50 Jahre Bundessozialgericht 2005 aufgeklebt

Briefumschlag  23 x 32 cm

Im vorstehenden großformatigem Belegbeispiel sind alle 3 Postwertzeichen (50 Jahre Saarland, Greifswald aus der Leuchtturmserie und 1000 Jahre Führt)  auf dem Umschlag eingedruckt.

Sicherlich finden sich aus dem „Kurzprofil Versandstellen“ weitere interessante Beispiele. Überrascht war ich selbst von der Zahl der verschiedenen Versandstellen und der Vielfalt der dokumentarischen Belege.

Namensgebungen der Versandstellen waren und sind in Deutschland wie folgt zu registrieren:

Kolonial-Wertzeichenstelle
Markenverkaufsstelle
Markenvertriebsstelle
Postwertzeichen - Verkaufsstelle
Sammlermarkenstelle
Versandstelle für Postwertzeichen
Versand von Postwertzeichen
Versandstelle für Sammlermarken
Versandstelle  von Sammlermarken
Wertzeichenversandstelle
Wertzeichenstelle
Wertzeichenverkaufsstelle

Vorgestellt wurden

Allenstein
Berlin  -  Kolonialwertzeichenstelle,  Postrechnungsamt,   Reichspostzentralamt,
                Olympia – Postbüro,  Berlin Ost, Berlin West
Bonn
Braunschweig
Dahme
Ebingen
Frankfurt
Freiburg
Gütersloh
Halle
Koblenz
Krakau
Leipzig
München
Prag
Saarbrücken
Schwerin
Stuttgart
Tübingen
Weiden

Diese Vielfalt ist wohl der teils schicksalhaften Historie Deutschlands geschuldet. Damit möchte ich die Versandstellen mit dem Standort Weiden zunächst einmal abschließen.

Ein Dankeschön geht auch an Peter Bartmann, Schwarzenfeld für die Unterstützung zur Versandstelle Weiden.

Thema eines neuen Kurzprofils ist meinerseits noch nicht festgelegt.



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