Deutsche Postautomation

Informationen zur deutschen Postautomation im Bereich Freimachung,
Briefannahme, Schalterbetrieb und Briefbearbeitung.



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Kurzprofil  -  Versandstellen für Postwertzeichen
03.05.2020
16. Fortsetzung

ab Standort Freiburg im Breisgau (BADEN)

Nach dem 2. Weltkrieg und Schaffung der alliierten Besatzungszonen waren sektorale Verwaltungen angesagt und mühsam etablierte sich unter diesen Bedingungen wieder die Post und der Wunsch der Sammler zum Bezug von Postwertzeichen wurde  in der Nachkriegszeit aufgegliedert entsprechend den alliierten Besatzungszonen. Siehe die bereits vorgestellten Versandstellen  Braunschweig und Ebingen. Wir sehen noch einmal auf dem Kartenausschnitt (August 1946) einmal die Zonen (einschließlich zugehöriger Postleitzahlen).

Das weiter alphabetisch vorzustellende  Postamt mit Versandservice für Postwertzeichen an die interessierten Sammler ist nun Freiburg im Breisgau.

Freiburg im Breisgau

Dieses Postamt führt uns wieder in die französische Besatzungszone. Im Gegensatz zu Braunschweig im britischen und Frankfurt im amerikanischen Sektor  war die französische Besatzungszone deutlich dezentraler aufgestellt und schon an dieser Stelle einmal der Hinweis auf die entsprechenden Postämter mit Bezugsmöglichkeit von Postwertzeichen in Ebingen, Freiburg (Breisgau), Koblenz, Saarbrücken und Tübingen.

Dazu  der französische Besatzungsbereich  (Kartenausschnitt Jahr 1946 mit Postleitzahlen) und Freiburg im Breisgau war zuständig für die Ausgaben im Sektor Baden (Südbaden)

Auch im Postamt Freiburg war die schon mehrfach vorgestellte Notsituation der Nachkriegszeit zu beobachten und auch hier im April 1948 kann ein zweifach benutzter Briefumschlag mittels Überklebung  mit einem Adressträgers zum Einschreib- Nachnahmeversand   mit entsprechenden Gummistempeln  nach München  dokumentiert werden.

Vorgedruckte Versandumschläge konnte ich für das Postamt und die Versandstelle in Freiburg nicht entdecken, aber es mangelte sicherlich an vielen Dingen  im Postamt Freiburg  der Nachkriegszeit aber sicherlich nicht an verschieden farbigen Stempelkissen. Die farbliche Vielfalt im Einschreibnotstempel ist erstaunlich (dazu später mehr), stets aber findet sich der Kennbuchstabe der Versandstelle für Sammlermarken bei der Oberpostdirektion Freiburg (Breisgau) Lessingstraße 14.

Der Absendergummistempel der Versandstelle (nachfolgend vom obigen Brief im Detail) findet sich meines  Wissens  nach  nur bis  zum April 1948

Wie schon am Beispiel der Versandstelle in Frankfurt kann auch in Freiburg die Währungsreform mit Übergang von Reichsmark RM zur Deutschen Mark DM  auf den Umschlägen vorgestellt werden und dies im spez. eingeführten Gumminebenstempel  der Versandstelle zur Nachnahme mit der Adresse und den Kontoangaben des Postscheckkontos. Der folgende untere Reichsmarkbrief stammt aus dem Februar 1948 und hier einmal mit leerem Einschreibzettel aber Gummistempel Freiburg und zugefügt  handschriftlich S  für Sammlermarkenstelle.

Der obere Briefbeleg mit Datum 31.8.1948 dokumentiert dann  die handschriftliche Korrektur im Nebenstempel von RM zu DM und RPF zu Pf.

Schon oben wurde auf Nutzung verschieden farbiger Stempelkissen für die Gumminebenstempel verwiesen und dazu nachfolgend ein Ensemble in bunten Variationen.

Über den genauen Zeitraum der sammlerfreundlichen Belieferung mit Postwertzeichen in Freiburg kann ich keine exakte Angabe machen, vielleicht kommen aber einmal Hinweise aus dem Kreis der Homepagebesucher und  Heimatsammler.

Da die alphabetische Vorstellung der betreffenden Postämter vorgesehen war, folgt nun wieder ein Zeitsprung mit der Vorstellung des Postamtes Gütersloh im Sammler-Service der Deutschen Bundespost POSTDIENST

Gütersloh

Etwas überraschend tritt das Postamt Gütersloh mit einem Schreiben zum Abschluss  eines Briefmarkenabonnements  der Deutschen Bundespost bis zum letzten Bestelltermin mit dem 31. Mai 1992 auf mit der Bemerkung: schließlich wäre dies ein sehr schönes und ungemein vielseitiges Hobby im Kreis von über drei Millionen  anderen Sammlern! Folgend  der Einblick auf den aufgeklappten Flyer.

Aber auch mit Schreiben vom  21. März 1994  wirbt großformatig  der POSTDIENST Deutsche Bundespost  mit der Sammler – Service Stelle im Postamt Gütersloh  zum Abschluss  eines Markenabonnements.


Sicherlich also nachweisbar 1992 bis 1994  war das Postamt Gütersloh mit einer Abteilung  in den Werbe- und Bestelldienst der  Versandstellen einbezogen. Weitere  Aktivitäten zu Gütersloh sind mir aktuell nicht bekannt und auch in diesem Fall wären ergänzende Informationen aus dem Kreis der Homepagebesucher  wünschenswert.
 
Eine weitere Werbung aus Gütersloh ist mir also nicht bekannt geworden  und so geht es weiter alphabetisch zum Postamt Halle /Saale in Sachsen – Anhalt und dies ist wieder mit einem Zeitsprung in die Vergangenheit verbunden.

  

Kurzprofil  -  Versandstellen für Postwertzeichen
13.05.2020                                                                                                                                                                                                                                                                                                                               e
17. Fortsetzung  Halle bis Koblenz

Zur schon mehrfach vorgestellten Landkarte (aus dem Jahr 1946)  mit den Besatzungszonen und ihren zugehörigen Postleitzahlen nun ein Blick auf  die sowjetische Zone

Die früh in der Nachkriegszeit  eröffnete Versandstelle für Postwertzeichen im sowjetischen Teil von Berlin wurde bereits  abgehandelt (s.o.). Es finden sich nun zwei weitere Postämter im Norden und Süden der Sowjetzone zur  Belieferung  mit Sammlermarken. Im südlichen Teil und der Postleitzahl 10 war es das Postamt in Halle an der Saale und im Norden das Postamt Schwerin (dazu etwas an späterer Stelle gemäß der alphabetischen Reihenfolge).

Halle

                           Dazu einmal ein Blick auf das altehrwürdige kaiserliche Postamt und Siegel HALLE (Saale) 2

         Ein Detailblick im Jahr 1946 auf die Sowjetzone mit Halle PLZ 10  und den angrenzenden Regionen  2, 15 und 19.

Schon recht früh aus dem März 1946  kann ein  Brief  der Versandstelle für Sammlermarken am Postamt 2 in Halle dokumentiert werden.

                                        Dazu ein Detail des Absenderstempels  (Kontrast verstärkt)

Auch in diesem Fall besitze ich kein weiteres Material, um den Zeitrahmen dieser Versandstelle vorzustellen. Auch hier erneut die Bitte zu weiteren Informationen aus dem Kreis der Homepagebesucher.

Herford

Gelegentlich erreichten Dauerabonnementen der Versandstelle Franfurt/Main bzw. Weiden großformatige Werbebroschüren unter dem Absender der  Deutschen Post AG und der NL PHILATELIE * BZ 32 * 32061 Herford aber mit dem jeweiligen Poststempel der Philateliestelle in Frankfurt und Weiden. Im Gegensatz zur ähnlichen Konstellation mit Gütersloh und Rücksendung der Bestellungen an die Adresse Gütersloh gingen im Fall Herford die Bestellungen  im Rahmen der Werbeaktion Philatelie dann nach Frankfurt oder Weiden. Von Versandstellentätigkeit  kann aber in den Fällen Gütersloh und Herford nicht gesprochen werden. Es handelt sich wohl nur um Werbeunterstützung  für die Versandstellen.
Dennoch an dieser Stelle ebenso wie im Fall Gütersloh eine kleine Bilddokumentation zur Anschriftenadresse Herford.


Die folgenden beiden alphabetisch zu erwähnenden  Versandstellenstandorte gehören zur Vorstellung im Rahmen der kleinen  Abhandlung zum Generalgouvernement

Helmbrechts – Vorstellung erfolgt zusammen mit Krakau

Kattowitz   -   Vorstellung erfolgt zusammen mit  Krakau

Alphabetisch folgt nun zunächst das Postamt in Koblenz und das führt nun wieder in die französische Besatzungszone.

Koblenz

Nach den schon vorgestellten Versandstellen im  französischem Besatzungsraum mit den Postämtern in Ebingen (WÜRTTEMBERG)  und Freiburg (BADEN)  kann gemäß der dezentralen Handhabung nun das Postamt in Koblenz (RHEINLAND – PFALZ)  als Versandstelle für Sammlermarken  dokumentiert werden. Dazu wieder einmal ein Detailausschnitt aus der besagten Landkarte  im Jahr 1946 zu den Besatzungszonen und hier nun der Sektor der französischen Bereiche und den Postleitzahlen  14b, 17b, 18 und 22b.

                            Zunächst aber einmal das altehrwürdige kaiserliche Postamt Coblenz (Karte 4.12.1901)

In diesem Fall kann glücklicherweise einmal der betreffende Zeitraum der Versandstelle Koblenz  von 1947 bis 1950 festgehalten werden. Der Verein für Briefmarkenkunde Koblenz von 1886 e.V. hat zur 1. Fachtagung  „Postgeschichte Rheinland – Pfalz“ einen Sonderstempel aufgelegt und die zugehörige Ganzsache  dokumentiert nun in der Illustration  einen dieser Versandbriefumschläge aus dem Postamt Koblenz und in diesem Fall aus dem Jahr 1948 (Kontrast verstärkt).

Bevor der oben abgebildete Versandbriefumschlag in vorgedruckter Version zum Einsatz kam, gab es ähnlich zu den zeitgleich aktiven Versandstellen Berlin – Ost und - West, Ebingen usw. anfangs einfache Briefumschläge den wirtschaftlichen Verhältnissen der Nachkriegszeit entsprechend auch teils in zweifacher Nutzung  und dazu aus Koblenz ein Einschreibbeleg vom 21.10.1947. Das Datum ist ein Rückschluss vom rückseitigen Ankunftsstempel  Schwenningen (22.10.1947, nicht abgebildet). Auch hier nutze die Post anfangs einen Gumminebenstempel zur Absenderangabe  im roten Farbton.



Kurzprofil  -  Versandstellen für Postwertzeichen
28.05.2020
18. Fortsetzung  Koblenz  bis Generalgouvernement

Der nachfolgende Beleg der Versandstelle für Sammlermarken datiert mit dem 6. November noch einmal aus dem Jahr 1947 und diesmal als Einschreib- und Nachnahmeversendung nach Frankfurt/Main.

Ab dem Jahr  1948 finden sich die Versandbriefumschläge Koblenz in der vorgedruckten Form, die auch im oben vorgestelltem Sonderumschlag aus dem Jahr 2007 Verwendung fand mit Eindruck für Einschreiben, Wert und Nachnahme in Reichsmark RM und Reichspfennige Rpf. Im Einschreibgummistempel  neben der Registriernummer noch der handschriftliche Vermerk S wohl für die Sammlerstelle

Im Jahr 1948 fand die schon mehrfach vorgestellte Währungsreform mit dem Stichtag 20.6.1948 statt  und auch die Versandstelle  für  Sammlermarken in Koblenz reagierte im Vordruck der Versandbriefumschläge mit einer Neuauflage und mit geändertem Eindruck  DM für Deutsche Mark und Dpf. für Deutsche Pfennige. Auch der Hinweis auf den Präsidenten der Oberpostdirektion Koblenz im waagerecht schraffierten Feld wurde entfernt, der Absendereindruck belassen  und auch der Gummistempel für die Einschreibnummerierung wurde beibehalten.

Zur französischen Besatzungssituation wäre  noch das Saarland mit der Versandstelle Saarbrücken vorzustellen, aber alphabetisch geht es noch einmal etwas zeitlich in die Zeit des 2. Weltkrieges zurück und hier nach KRAKAU.

Krakau

Während die bisherigen Vorstellungen im Kurzprofil Versandstellen für Postwertzeichen  teils mühsame gefundene Belegstücke  dokumentieren mit dem bestmöglichen Versuch  zur zumindest mir persönlich nur teilweise bruchstückhaften Historie, können zum Generalgouvernement mit den Standorten Krakau, Kattowitz und Helmbrechts  hervorragende  und vielseitige Literaturwerke hinzugezogen werden:

DEUTSCHE POST OSTEN und der Verkauf  ihrer Marken von 1939 – 1945  von Bernhard Albrecht  Die Versandstellen (Krakau, Berlin und Kattowitz) und das Folgewerk Die Versandstellen für Sammlermarken zuständig für die Auslieferung des Generalgouvernements  1939  - 1945 (Berlin, Krakau, Kattowitz, Helmbrechts)  von Michael Schweizer

Bei spezialisierter Beschäftigung mit den besetzten polnischen Gebieten  sind die obigen  Werke spez. auch in der grandios fortgeführten Form von Michael Schweizer für den Sammler  eine wesentliche Fundgrube und eigentlich unumgänglich und beziehen auch die  entscheidenden Bezugsbedingungen für die reichsdeutschen Sammler durch die Versandstelle in Berlin mit ein.

Da ich selbst hier nur im Sinne des „Kurzprofils zu sämtlichen deutschen Versandstellen“ einen Überblick geben kann und möchte, sind an dieser Stelle zum  Standort Krakau – Kattowitz und Helmbrechts  nur einige Belegstücke vorstellbar, bevor es dann alphabetisch nach LEIPZIG gehen soll.

Das folgende Gedenkblatt wurde durch die Versandstelle für Sammlermarken beim Postamt Berlin W30, Geisbergstr.7 beim Reichspostzentralamt  an die Sammler   ausgeliefert und dokumentierte den Amtsantritt des Generalgouverneurs für die besetzten polnischen Gebiete

                                    Absenderfreistempel der Regierung des Generalgouvernements Krakau  26.6.1944
 
Das Generalgouvernement umfasste die nicht direkt in das Deutsche Reich eingegliederten und eroberten und annektierten polnischen Gebiete und Generalgouverneur wurde  langjähriges NSADAP – Mitglied und Jurist Hans Frank, dessen „Karriere“ in den Nürnberger Prozessen dann durch Tod am Strang endete.

                                            Nachfolgend das Hauptpostamt in Krakau auf einer alten Ansichtskarte

Die Einrichtung und der weitere Betrieb  der Versandstelle für Sammlermarken  in Krakau von März 1940 bis Januar 1945 unterstand ständig „dem wachsamen Auge“ der Reichsstelle  für Waren verschiedener Art in Berlin. Krakau als besetztes polnisches Gebiet war Ausland im Sinne der permanent anstehenden Devisenfestlegung und – kontrolle  und das hatte erheblichen Einfluss auch auf das Geschäft mit den Briefmarken aus und im Gouvernement.

Aus der kleinen Vorstellung zu den Versandstelle für Sammlermarken im Gebiet des Generalgourvernements zumindest hier die Bezugsbedingungen  Postamt Krakau, Poststraße 15
 

Rückseite
 

Kurzprofil  -  Versandstellen für Postwertzeichen
11.06.2020
19. Fortsetzung  Krakau

Zur Versandstelle für Sammlermarken im Generalgouvernement zunächst an dieser Stelle  ein kurzer allgemeiner Hinweis  zu den  deutschen Besatzungsverhältnissen  im 2. Weltkrieg im Zusammenhang zur Philatelie.

Die deutsche Bevölkerung  hatte in großer Mehrheit im gefühlten wirtschaftlichen Aufschwung unter der NS – Regierung und einer noch nachwirkenden  Propaganda  mit dem olympischen Friedensfest in Berlin 1936   kein  Gespür für die kommende  aggressive Planung einer neuen NS -Weltordnung, die seit Beginn des  Vierjahresplanes unter Hermann Göring zur endgültigen maximalen Aufrüstung Deutschlands ihren Anfang genommen hatte.
                 
Die Ansichtskarte der Ausstellung 1937 „Gebt mir 4 Jahre Zeit“ in Berlin belegt unmissverständlich die totalitären  Aufrüstungsabsichten von Adolf Hitler in allen Waffengattungen.

Mit dem Einmarsch der deutschen Truppen in Polen am 1.9.1939  begann der schicksalhafte Verlauf  mit dem apokalyptischen Ende der deutschen Selbstzerstörung und  millionenfachen Toten auf allen Seiten von Soldaten, Zivilbevölkerung, Kriegsgefangenen und dem unsäglichen Holocaust. Auch noch in bestehender Kriegszeit  wurde die Philatelie propagandistisch durchaus eingespannt, um eine friedvolle  NS – Welt  und ihre illusionäre Zukunft dem Bürger zu offerieren.


Nebenbei bemerkt war die eingerichtete  Waffenstillstandkommission  (1940 – 1944) in Wiesbaden eine verwaltungstechnische Bürokratie auf Generalstabsebene, um das besetzte Frankreich zu kontrollieren und hatte damit keine  friedensstiftende Planungsabsicht. Die anfänglichen Blitzkriege  der deutschen Wehrmacht  bestätigten Hitler auch philatelistisch  im Wahn des erreichten Großdeutschlands.

                                                                                                       Viktoria !!
                                                                        Deutschland siegt an allen Fronten für Europa!

Deutsche Industrie und deutscher Handel  mit Unterstützung der Banken etablierten sich rasch in sämtlichen annektierten und eroberten Gebieten und dazu oben die Fa. PHILIPS  briefseitig im NS – Propagandastil. Freistempel finden sich seltener aus den Besatzungsbereichen und einverleibten Gebieten und dazu aber folgend zumindest eine kleine Zusammenstellung

Hitler verewigte sich philatelistisch in seinem großdeutschen Machtanspruch u.a. in Böhmen und Mähren, Generalgouvernement, Kurland, Ostland, Ostmark und Ukraine.

Die Gebiete Elsaß, Lothringen und Luxemburg blieben erstaunlich ohne Hitlerkonterfei aber mit Zudruck auf deutschen Briefmarken und das Stichwort Briefmarken soll  nun  aufgegriffen werden und  führt in diesem Zusammenhang zu den Bezugsmöglichkeiten.

Die Marken der Besatzungsgebiete konnten die Philatelisten aus dem Deutschen Reich über die  Versandstelle für Sammlermarken in Berlin beziehen und dies zumindest  bis Ende Januar 1943. Zu diesem Zeitpunkt beendete  die Versandstelle Berlin ihre Auslieferungen und die Dauerbezieher wurden an ihre lokalen Postämter verwiesen (mit erforderlicher Ausweisbestätigung aus Berlin). Gausammlerwarte der Gemeinschaft Deutscher Sammler und in der  KdF –  Organisation der deutschen Arbeitsfront bezogen die Marken zur Weitergabe an die Sammler direkt von der Reichsdruckerei über  ihr bisheriges Vertrauenspostamt. Die Frage der Handhabung für die Marken der besetzen Gebiete 1943 bis 1945 außerhalb des Generalgouvernements wäre interessant zu erfahren.

Im Generalgouvernement aber war nun mit eigenständiger und gut organisierter Versandstelle  der Bezug seit dem Kriegsjahr 1940  wohl bis Januar 1945 möglich und die oben angeführte Literatur von Bernhard Albrecht und spez. Michael Schweizer ist in diesem Fall absolut  beispielhaft, ausgiebig und nicht zu ersetzen.

Auch wenn es nicht mein Spezialgebiet ist, dennoch folgend einige Ausführungen im Rahmen Kurzprofile der deutschen Versandstellen.

Die Einrichtung der Versandstelle Krakau Postamt 1 erfolgte ca. April 1940 mit Lieferungsmöglichkeit in das Deutsche Reich und für Besteller aus dem Generalgouvernement. Für Sammler aus dem Generalgouvernement war wohl das Postamt Krakau 2 zuständig  und auch Auslieferungsstelle bis zur Fertigstellung im Postamt 1 und dazu ein  Beleg. Auch für Soldaten war im Krieg die Philatelie ein friedlicher  Beschäftigungsgrund  und hier beispielhaft der Briefumschlag Postamt 2  an den Soldaten Bogner mit Feldpostnummer  für die Stationierung in Lublin mit Datum 8.7.1940.




Kurzprofil  -  Versandstellen für Postwertzeichen
19.06.2020
20. Fortsetzung  Generalgouvernement

Die erfolgreich aufgebaute Versandstelle in Krakau offerierte dann auch die Möglichkeit für interessierte  Philatelisten die Wertzeichen des Generalgouvernements gestempelt zu erhalten und  dazu wurde auch eine entsprechend vorgedruckte Postkarte zur Information aufgelegt:

Dazu beispielhaft einmal ein Stempelabschlag   DEUTSCHE POST  O S T E N  mit dem Sonderstempel Krakau zum Geburtstag des Führers  am 20. IV. 1940

Der Stempel zeigt im Hintergrund die Silhouette der Burg Krakau mit dem „siegreichen Schwert hinter dem NS – Symbol des Hakenkreuzes“. Die Burg Krakau Ansichtskarte 1940

Gemäß Information in der Tagespresse wurde dieser Sonderstempel für die Post in Krakau an diesem Tag verwendet und es wurde ferner ein Sonderstempelschalter am Postamt Krakau 1 eingerichtet, der auch noch die nachfolgende Woche Gefälligkeitsstempelungen vornahm. Stempelwünsche außerhalb von Krakau im Generalgouvernement waren an die Versandstelle beim Postamt Krakau 2 zu richten mit vorbereitetem Rücksendeumschlag.  Bestellungen aus dem Reich waren ebenfalls möglich unter Miteinsendung eines Internationalen Antwortscheins an das Postamt Krakau, das dann die Frankierung und Rücksendung erledigte.

                                             Dazu ein Beleg an einen wohl interessierten Sammler aus Aschaffenburg

                                                           internationaler Antwortschein über 30 Reichspfennige

Der nachfolgende Briefbeleg  ist vom Anschein schon  ein „Doppelbrief“ aus Essen gerichtet an die Versandstelle  für Sammlermarken in Krakau  und vom Inhalt her wohl ein Stempelwunsch für die beigefügten  Wertzeichen bezogen wohl über die Versandstelle Berlin.

                                 Nachfolgend könnte so ein vorgelegter Briefbogen zur Abstempelung ausgesehen haben

                                               und der Detailausschnitt verrät dann auch die gewünschte Handhabung

                                             Alfred Eymann aus Eisenach hat handschriftlich folgenden Text hinzugefügt

Bitte die Marken so zu stempeln, dass das Datum auf dem Markenbild ersichtlich ist.
Sonderstempel  10 Jahre Hilfswerk Mutter und Kind

Die Rücksendung könnte in einer solchen Versandtüte erfolgt sein evtl. mit einem weiteren Markenwunsch

                                      dazu ein Briefumschlag der VERSANDSTELLE  für SAMMLERMARKEN KRAKAU


Kurzprofil  -  Versandstellen für Postwertzeichen
26.06.2020
21. Fortsetzung  Generalgouvernement

Die kriegsbedingten Zerstörungen des Postamtes Krakau 1 waren zum Herbst 1940 behoben und die Versandstelle für Sammlermarken etablierte sich im Postamt Krakau 1

Erwähnenswert an dieser Stelle ist der Hinweis, dass die Dauerbestellung für Marken des Generalgouvernements  über die Versandstelle Berlin  zum Oktober 1942 schrittweise an die Versandstelle in Krakau abgegeben wurde. Einzelbezug von Marken war dann nicht mehr möglich. Ein weiteres leidiges Thema waren die Devisenbestimmungen  auch unter Hinweis auf Nachnahmesendungen. Bei Wunsch nach detaillierten Informationen zu diesbezüglichen Bestimmungen und Verfahrensweisen ist das oben vorgestellte Handbuch  mit dem Autor Michael Schweizer zur VFS Generalgouvernement aus dem Jahr 2007  unumgänglich.

Im März 1943 wurde die Versandstelle beim Postamt Krakau 1 aufgelöst und  die Aufgaben auf das Postamt Krakau 3 verlagert für die Sammler  aus dem Generalgouvernement  und lieferte auch die Marken des Deutschen Reiches aus.

Der geschwärzte Teil im Absender des Versandbriefumschlages Postamt 3 Krakau gibt  bei Aufhellung den Schriftzug    VERSANDSTELLE  für SAMMLERMARKEN  preis.

Dazu auch einmal ein Bestellschein zur Sondermarke vom 26.19.1944 mit der Ausgabe 5 Jahre Generalgouvernement und dies war die offizielle  letzte Ausgabe und Mitte Januar 1945 endete das Kapitel Versandstelle Krakau


Das Postamt Krakau 3 versorgte auch das Postamt Kattowitz  für die Auslieferung  im Dauerbezug an Sammler im Deutschen Reich. Das Postamt Kattowitz wurde ausgewählt da grenznah zum Generalgouvernement und in der Gauhauptstadt der neuen Provinz Oberschlesien  gelegen, konnte das leidige Thema der Devisenbestimmungen umgangen werden.

Kattowitz

                                   Links vorne das Postamt Kattowitz auf der Ganzsache Lernt Deutschland kennen!

Nachfolgend ein Versandbriefumschlag  der Deutschen Post Osten als Nachnahme – Einschreibsendung aus dem Postamt Kattowitz

                                                          Sonderstempel Kattowitz zum Tag der Briefmarke 10.1.1943

Das Vordringen der russischen Streitkräfte gegen Westen erforderte die Verlegung der Postamtstätigkeit  von  Krakau 3 nach Helmbrechts in Bayern und Michael Schweitzer stellt  noch von dort beispielhaft letzte Versandstellenbelieferungen in das Deutsche Reich vor.


Dazu zumindest das Postamt Helmbrechts auf einem Ansichtskartenausschnitt geschrieben aus dem Jahr 1936

Helmbrechts


Interessant an dieser Stelle noch der Hinweis der Versandstelle Krakau an interessierte Sammler unter  Punkt 10:

Gefälligkeitsstempelungen  von Postwertzeichen  mit Überdruck „Ostland“ werden beim Dienstpostamt Riga und für  die „Ukraine“ beim Dienstpostamt Rowno ausgeführt s. Punkt 10

                                                                    Das Postgebäude Riga auf einer Ansichtskarte

                                                     Sonderstempelabschläge zum Tag der Briefmarke 11. 1. 1942
                                                                       OSTLAND-RIGA  und  UKRAINE-ROWNO

Damit möchte ich  die kurzen Ausführungen zu den Lokalitäten der Versandstelle für Sammlermarken im Generalgouvernement beenden und noch einmal bei Interesse zur  Vertiefung auf das Handbuch von Michel Schweitzer verweisen.

Damit ist die Vorstellung der Versandstelle  mit dem Standort Krakau vorläufig beendet und unter einem neuen Untermenüpunkt geht es alphabetisch nach Leipzig.

Fortsetzung folgt



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