Deutsche Postautomation

Informationen zur deutschen Postautomation im Bereich Freimachung,
Briefannahme, Schalterbetrieb und Briefbearbeitung.



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VW – dies und das – 26. Fortsetzung

26.08.2020

In einer aktuellen Zeitungsbeilage stolperte ich  über ein Elektrofahrrad sicherlich in gehobener Version mit dem Preis in Euro über 5949,00.


                           gleichzeitig fiel mir ein Couvert zu einem Preisausschreiben in die Hände aus dem Jahr 1961

Der damalige VW -  Käfer war unter Berücksichtigung der Umstellung zum Euro vor 60 Jahren  30% Prozent billiger gewesen  als das aktuelle Fahrrad in einem DM – Preis von 12.000. Mit diesem  Betrag hätten damals in drei Käfern dann maximal 15 Personen bei Regen trocken ihr Ziel erreicht und auf dem Fahrrad wäre man aktuell alleine gesessen, nass geworden und zusätzlich unter Berücksichtigung der Sicherheit sein eigener Airbag gewesen. Sicherlich sind die Autos in vielen Bereichen deutlich verbessert worden, haben  aber immer noch 4 Räder und nur 1 Lenkrad und das heutige beigefügte  Bedienungshandbuch  und die Autoelektronik erfordern ein Fortbildungsstudium  mit täglicher Anwendung, damit die 300 Seiten auch  in Stresssituation  sofort mental abrufbar sind. Es gibt anscheinend doch eine Inflation des Geldes und dazu noch einige Preisbeispiele aus alten Zeiten.

Warenbegleitschein im Jahr 1964 über einen Käfer Modell Volkswagen – Export  vom Werk Wolfsburg zum Händler Eduard Winter in Berlin über DM 4.385,00.
Rückseitig Stempel Zollkontrollstele Bahnhof Helmstedt und zwei Stempel der Zollverwaltung der DDR mit GZA Sedlin und GZA Marienborn/Eisenb. Auch dies dokumentarisch ein Stück deutscher Geschichte.

Gleich 3 VW – Händler  belegen in ihren Absenderfreistempel  zwischen den Jahren von 1956 bis 1960 einen gleich bleibend stabilen Preis  über DM 3790,00 an

und auch bis zum Jahr 1965 stieg der Preis für die verbesserte Version des Käfers mit dem 1200 A nur auf DM 4.290 d.h. ein Preisanstieg in 9 Jahren um DM 500,00 oder monatlich  um sagenhafte Euro 2,30 oder aktuell 3 Zigaretten aus dem Konzern Philip Morris.

Bevor ich es vergesse, mein erster Wagen Renault R4 kostete neu DM 3920,00 inclusive Überführung und 4 Fußmatten im Jahr 1968.


VW – dies und das – 25. Fortsetzung
04.07.2020

Schon einmal wurde der Bau des Volkswagenwerkes  unter dem Menüpunkt VW – dies und das mit Datum vom 12.7.2017 und als 15. Fortsetzung vorgestellt und bedarf an dieser Stelle noch einmal einer  kleinen Ergänzung.

Zunächst noch einmal der Blick von West nach Ost über den Mittellandkanal und die ersten Baumaßnahmen zur Werkserrichtung sind links vom Mittellandkanal erkennbar und rechts und damit südlich  davon die begleitende Bahnstrecke.

Der Detailausschnitt zeigt hinter dem Wachturm die Baracke der GEZUVOR  und links das  Bauschild  der Deutschen Arbeitsfront in Vorbereitung. Allein 8 Schiffe liegen hintereinander  längs am Ufer mit ihrer Fracht zur raschen Realisierung und Aufbau der Autofabrik.


                                   Die Baracke der GEZUVOR in der Einzelansicht mit dem Bauschild der Arbeitsfront

Bauschild:
Als Bauherr für das VOLKSWAGEN – WERK firmiert die DEUTSCHE ARBEITSFRONT

Darunter steht:         Gesellschaft zur Vorbereitung  des Deutschen Volkswagen mbH.
                                    Berlin-Grünewald, Taubertstrasse 4               

Entwurf   Gemeinschaftsarbeit der Architekten       Rudolf Mewes, Köln
                                                                                          Schupp und Kremmer, Berlin
                                                                                          Karl Kohlbecker, Berlin

und Kohlbecker  war in der Bauleitung  dann vor Ort der zuständige namhafte Architekt.       

Das folgende Foto wurde wohl  bei winterlicher Zugfahrt aus dem Zugfenster  auf das im Bau befindliche Volkswagenwerk  „geschossen“ und die aufgestellten Firmenschilder offenbaren unter Lupenbetrachtung doch zumindest sicher 3  der  ausführenden Gesellschaften                              

Unter der Federführung der Siemens – Bauunion, Berlin kamen folgende Firmen nach Ausschreibung  zum Einsatz  DYCKERHOFF & WIDMAN, Berlin (erstes Schild), WIEMER & TRACHTE, Berlin (zweites Schild), Ed. ZÜBLIN, Stuttgart (drittes Schild).

Die weiteren Firmen sind nicht mehr auf den Bauschildern zu differenzieren, könnten aber die noch beteiligten Unternehmen  mit DEUTSCHE BAU A.-G. Berlin,  MASCHINENFABRIK AUGSBURG – NÜRNBERG, Stahlbau SEIBERT Saarbrücken,  KRUPP – DRUCKENMÜLLER, Berlin, HANNEMANN & Co. Lübeck oder die BAUGRUND G.m.b.H. Berlin betreffen.

Zumindest einige Firmen sind auch philatelistisch  zu dokumentieren  und belegen ihr Überleben bis in aktuelle Zeiten.

                                         Schriftsätze und Dokumente zu Siemens-Bauunion und Dyckerhoff & Widmann

Die Fa. Seibert Stahlbau, Saarbrücken wurde bereits einmal  unter dem Menüpunkt Freimachung mit Freistempel und dort im ersten Untermenüpunkt  zur Katalogstudie vorgestellt
 

                                      Nachfolgend die Hauptwerksanlagen im Planungsentwurf  zum Volkswagenwerk
 
                                              Aus meiner Fotosammlung  Rodungsarbeiten für den 1. Bauabschnitt


                                                              hier einmal ein Gesamtblick über die Baustelle
 
Der Mittellandkanal war für die Stückgutanlieferung unersetzlich, auch ein Hafenbecken wurde extra angelegt und folgendes Bild dokumentiert den  Mittellandkanal, Kranentladung des Lastkahns und im Hintergrund die Fußgängerbrückenkonstruktion der Firma Laue aus Fallersleben über den Kanal zur südlich gelegenen  Stadt des KdF – Wagens.

                                               hier  einmal eine Stückgutverladung für VW vielleicht ein Presswerkstück

                                                nachfolgend  Aufstellung einer Presse in der entsprechenden Werkshalle
 
                                  folgend ein Blick über die Betonierarbeiten und im Hintergrund die Sheddacherstellung

                                      Sheddachkonstruktion (Zeiss-Dywidag Schalenbauweise)  mit Betonanlieferung

Die obige Zeichnung belegt ferner das ebenerdige Sockelgeschoss und darüber die Hallenkonstruktion.  Dazu ein Bild aus einem  Halleninnenteil mit Rampenkonstruktion zur Verbindung der Geschossebenen.

Als letztes Bild einmal ein interessanter Blick von der Kraftwerkshalle  auf  den Dükerbau mit Gleisüberführung der Baustellenbahn


25.01.2019   VW – dies und das 24. Fortsetzung 

Ich möchte das Thema KdF – Wagen und die Ansparaktion der Deutschen Arbeitsfront und ihrer Ablegerorganisation  KdF – Kraft durch Freude noch einmal  aufgreifen und mit einigen Details ergänzen. Zunächst verweise ich auf die bisherige Vorstellung zu diesem Thema und die findet sich auf der Homepage im 2. Punkt der Menüleiste Freimachung mit Freistempel und hier am Ende der Liste im Punkt Volkswagen – ein Deutscher Mythos und dort liegt dann die bisherige  Vorstellung  zur Ansparaktion des KdF – Wagens im Kapitel Realisierung und Standort VW  vor.

                       Es gilt noch einmal, die 4 Marken der Arbeitsfront  zum Volkswagen gemeinsam vorzustellen


Die rote Marke mit dem Betrag zu einer Reichsmark war eine Gebührenmarke und eingedruckt auf der ersten Eröffnungskarte in dieser Sparaktion und zumindest in der Anfangszeit war dies so. Wenn eine Sparkarte mit 250 Reichsmark voll angespart war, musste  sie in der Gauverwaltung der Arbeitsfront eingereicht werden oder per Einschreiben (besondere Umschläge waren dazu vorhanden) zugesandt werden, um die Anschlusskarte zu erhalten. Daher finden sich diese Karten mit  der roten Gebührenmarke relativ selten. In der Regel stammen sie aus dem Besitz  des Sparers der schon frühzeitig  aus der Sparaktion  aus welchen Gründen auch immer ausgestiegen war. Die Sparmarken zum Füllen der Karte gab es dann anfangs in roter und später in grüner Farbe zu 5 Reichsmark. Die folgende Abbildung zeigt links einen Ausschnitt aus einer Eröffnungskarte mit eingedruckter Gebührenmarke zu 1RM und rote und grüne Sparmarken zu 5RM, die eigentlich abgestempelt oder handschriftlich mit Datum „entwertet“ werden sollten. Alle drei Marken zeigen den Volkswagen in der Silhouette.
 
An dieser Stelle ist der endgültige  Kostenplan für den Volkswagen und die Sparaktion einmal vorzustellen. Der „Innenlenker“ (der Begriff stammt aus der Anfangszeit der Automobile: der Chauffeur lenkte außen wie in alten Kutschbockzeiten und innen im Fond geschützt mit Verdeck saßen die Passagiere) in seiner graublauen Farbe war mit 990,00 Reichsmark zu erwerben. Die Haftpflichtversicherung war mit 200,00 Reichsmark (Zweijahresprämie) angesetzt und der Wunsch einer Cabrio- oder Faltdachausführung war mit 60,00 Reichsmark  als Sonderausführung deklariert und zu bezahlen. Diese war nun gegebenenfalls noch mit eventuell anfallenden Transportkosten  bei Auslieferung zur  Gaustadt  des  Bestellers   mit  Zusatzmarken    zum KdF – Wagen ebenfalls  zu 4 Reichsmark  zu begleichen. Dazu einmal beispielhaft die zugehörig beklebte  4. Seite der Sparkarte  mit den Zusatzmarken zu 4RM im braunen Farbton.

KdF – Wagen Sparkarten mit Zusatzmarken zu 4 Reichsmark finden sich extrem selten. Dieser Umstand ist auffällig und fordert zu Spekulationen auf.  Einerseits haben sicherlich die meisten Ansparer keine Faltdachversion bestellt, aber Transportkosten  fielen ja in jedem Fall an und entfielen nur bei Selbstabholung im zukünftigen Volkswagenwerk.  Da wie oben schon erwähnt die voll angesparten  Karten  eingereicht werden mussten, um die Nachfolgekarte zu erhalten, sind auch diese Versionen ähnlich wie die Eröffnungskarten mit eingedruckter Gebührenmarke zu den Gauverwaltungen bzw. zu den Gaukassenstellen  gelangt und wohl nach Dokumentation und Quittierung eventuell in den Reiswolf gewandert. Vorhandene Sparkarten sind also in der Regel „letzte Formen“ – übrigens in unterschiedlichster Druckform und Farbe – die der Besitzer behalten hat. Dafür gab es sicherlich mehrfach Gründe anzuführen, einmal die Einberufung zum Wehrdienst oder an die Kriegsfront oder liquide Engpässe im eigenen Haushaltsplan oder zunehmende Verunsicherung bezüglich  einer Lieferung des gewünschten Autos zu Kriegszeiten und in einer absolut unsicheren Zukunftsperspektive.

Dazu einmal eine Sparaktion zum Kdf – Wagen aus Waldenburg in Sachsen und mit dem Textilfabrikanten  Paul Weisse Jahrgang  1873

Mit folgenden Schreiben vom 1. Februar und 3. Februar 1939 quittiert die Gauwaltung Sachsen der Arbeitsfront die angesparten Karten 1, 2 und 4. Dabei  ist im Schreiben ein Flüchtigkeitsfehler aufgetreten  mit 2/224  statt 4/222.

Das Schreiben der NS – Gemeinschaft Kraft durch Freude der Deutschen Arbeitsfront mit der Dienststelle Dresden A1, Platz der SA 14 bestätigt zudem mit Schreiben  schon vom 25.2. 1939  dem Empfang von drei voll geklebten Sparkarten für den KdF – Wagen. Nach den Sparbedingungen hätte er nun Anrecht auf die Zustellung einer Bestellnummer. Diese konnte  die Gaudienststelle Sachsen jedoch noch nicht mitteilen, da nach ihrer Aussage die Verteilung der Bestellnummern auf die Gaue durch das Volkswagenwerk noch nicht erfolgt sind.

Man macht aber Herrn Paul Weisse schon Hoffnung auf eine frühe Auslieferung, denn er stand im Gau Sachsen an 2115. Stelle.

Der Textilfabrikant Paul  Weisse war also erkennbar „betucht“ und wollte wohl auch im fortgeschritten Alter von 68 Jahren möglichst schnell zusammen mit seinem Bruder oder Sohn Herbert an seinen Volkswagen kommen und leistete die Zahlungen  der ersten Sparkarten  in großen Beträgen, die in den Bestätigungen für die Sparkarten 1 bis 4  nun  durch die Gaudienststelle in Dresden quittiert wurden und wie folgt  abgebildet sind

Die 1.Sparkarte wird mit Reichsmark 250,00 voll angespart quittiert und dies mit Datum vom 31. Januar 1939. Die 2. Nachfolgekarte weist den Betrag von 290,00 Reichsmark aus, die ebenfalls zum  31. Januar 1939 geleistet wurden. Herr Weisse hatte sich wohl doch noch entschlossen trotz fortgeschritten Alters die Cabriovariante zu wählen. Er hatte damit Kosten für die Sonderleistung zunächst mit 40 Reichsmark abgegolten und mit der 3. Sparkarte und Quittierung vom 12. Februar 1939 zu 270 Reichsmark und Bezahlung von weiteren 20 Reichsmark war wohl sein Wunsch der Faltdachversion zu 60 Reichsmark ausgeglichen. Erstaunlich ist die 4. Sparkarte   schon am 14. Juni 1939 mit erneut 290 Reichsmark quittiert. Hier kann ein Betrag zu den Transportkosten angenommen werden zur Lieferung in seine Gaustadt. Er erhielt nun eine 5. Sparkarte, die oben mit Vor- und Rückseite abgebildet ist. Als Kaufmann hat er noch einmal pflichtbewusst am 22. Juli  fünf weitere Zusatzmarken für den KdF – Wagen bezahlt, evtl. für restlich angesetzte Transportkosten in die zugehörige Gaustadt. Der Haftpflichtbeitrag war nicht in Sondermarken zu leisten. Herr Weisse hat nun noch drei weitere Sparmarken (rot) am 1. Juli 1939 erworben und mit seiner Gesamtzahlung von 1135 Reichsmark  hatte er  seinen Traumwagen bezahlt und ahnte wohl noch nicht, dass es ein Traum bleiben sollte.

Am 1. September 1939 war Kriegsbeginn und die militärische Kübelwagenvariante wurde aus dem Volkswagen entwickelt. Die  im Laufe von ungefähr 5 Jahren doch produzierten 650 Limousinen  bis Kriegende, erreichten in dieser vorgesehenen Friedensversion  nur wenige ausgewählte Persönlichkeiten, eventuell noch  NSDAP – Dienststellen und teilweise als Geländewagenkonzeption auch das Militär (s.u.a. Afrikafeldzug). Vermutlich gehörte Herr Weisse also jedoch zu den ca. 340000  Sparern, die  nach dem Kriegsende und langjähriger juristischer Auseinandersetzung vom Landgericht  Hildesheim allenfalls eine zweifelhafte Entschädigung  zugesprochen bekamen.  

Der Vollständigkeit halber nachfolgend ebenfalls eine 5. KdF – Wagen- Sparkarte eines „Früh- und Schnellzahlers“ ab 24.10.1938. Auch der Förster Otto Meier aus Braunenseifen orderte einen „Innenlenker mit Faltdach“  und auch hier wurden Zusatzmarken eingeklebt. Da auf der 4. Karte schon 40 Reichsmark entsprechend verbucht wurden, ist mit den abgebildeten 20 Reichsmark in Form der Zusatzmarken zum KdF – Wagen die Faltdachversion zu 60 Reichsmark bezahlt.

Es muss jedoch an dieser Stelle vermerkt werden, dass der Abbildung ein hervorragend ausgeführter  Faksimile – Druck  zugrunde liegt und das Original befindet sich ebenso wie ein zugehöriges Schreiben der Deutschen Arbeitsfront  im Archiv des Volkswagenwerkes.


Ansonsten verweise ich noch einmal auf die  Erstbeschreibung zum KdF – Sparsystem auf der Homepage, wie zur Einleitung erwähnt.

Interessant noch der Hinweis, dass überbezahlte Sparkartenbeträge  nicht ausgezahlt wurden. Man versprach in diesen Fällen eine Erstattung nach Auslieferung des Wagens! Die insgesamt eingezahlten  280 Millionen Spargelder lagen bei Kriegsende unangetastet bei der Bank der Deutschen Arbeit in Berlin  und wurden von den Alliierten beschlagnahmt.

Die obige Ausarbeitung soll noch ergänzend auf die Homepage  im  2. Punkt der Menüleiste Freimachung mit Freistempel und hier am Ende der Liste im Punkt Volkswagen – ein Deutscher Mythos und dort  dann in die bisherige  Vorstellung  zur Ansparaktion des KdF – Wagens im Kapitel Realisierung und Standort VW  eingeordnet werden.

10.11.2019   VW – dies und das 23. Fortsetzung 

Im Menüpunkt VW – dies und das ist geplant, Vergessenes und Übersehenes aus der bisherigen Ausarbeitung oder auch aktuelle Neuentdeckungen vorzustellen. Dabei sollen die  zukünftigen Einstellungen nicht im Anschluss an die letzte Information erfolgen, sondern unter Datumsangabe  immer obenan eingereiht werden, um unnötiges „Runterscrollen“  zu vermeiden, zumal die Einstellungen thematisch zu verschiedenen Anlässen erfolgen. Sie bedienen auf der Webleiste den Menüpunkt  FREIMACHUNG MIT FREISTEMPEL und können im Untermenü  VOLKSWAGEN – EIN DEUTSCHER MYTHOS öffnen und gelangen so am Ende der Leiste  auf  das Unterkapitel  VW – dies und das und hier die 23. Folge. 

Die 23. Fortsetzung beschäftigt sich mit  einem kleinen Schriftwechsel der Familie Busch  im Zeitraum von 1941 bis 1947 wohnhaft in der Stadt des KdF – Wagens, Weddingenstraße 17. Diese Straße lag im geplanten Stadtviertel Schillerteich, wurde noch in den Anfangsjahren des 2. Weltkrieges fertig gestellt und die Bewohner waren als relativ privilegiert  einzustufen und ihre Tätigkeit war sicherlich im gehobenem Dienst des Volkswagenwerkes  oder Verwaltungsbehörden der KdF – Stadt anzunehmen. Die Weddingenstraße war Stichstraße ausgehend von der Litzmannstraße (NSDAP – Politiker) Richtung großer Schillerteich vorbei an den Geschäftsräumen der NSDAP – Ortsgruppe.

Aus der vorhandenen Korrespondenz  Busch - Müller nachfolgend eine Postkarte aus dem Jahr 1944 mit Gummiabsenderstempel  und hier deutlich lesbar Weddingenstraße 17. Die Briefschreiberin war stets Irmgard Busch, die  ihre Eltern in Herzbruck bei Nürnberg und dort  zunächst noch in der Adolf Hitler – Strasse Nachrichten aus der Stadt des KdF – Wagens übermittelte, die im Wesentlichen familiären Hintergrund hatten.

Dazu der typische Baustil 3 1/2 geschossig im Bereich der Schillerteich – und Wellekampsiedlung im Bau und kurz nach Fertigstellung (aus der überaus lesenswerten Schrift: Wohnungsbau der 40er Jahre in Wolfsburg, Schriftenreihe der Stadtdenkmalpflege Wolfsburg Nr. 2 und Ausgabe April 1998).


Irmgard Busch berichtet im folgenden Brief an ihre Eltern von ihren 3 Kindern, ihre Sorge um die Familie in der beängstigenden Zeit von 1944/45 und der erheblichen Arbeit ihres Mannes als Leitender Stabsrechnungsführer.

Ein weiterer Brief findet sich aus dem September 1946 und im rückseitigen Absender  wurde aus der Weddingenstraße in der Stadt des KdF – Wagens die Windhorststraße mit gleich bleibender Hausnummer nun in der Stadt Wolfsburg mit einem  Not- R – Zettel und Notpoststempel Wolfsburg mit zugefügtem Gummidatumsstempel

Auch die Eltern in Herzbruck  bei Nürnberg wohnten nun nicht mehr in der Adolf Hitler Straße 11 sondern in der Pragerstraße 11

                                    Aus dem mehr als 8seitigem Brief zumindest ein Ensemble im nachfolgenden Bild

Irmgard Busch berichtet oben ihren Eltern erneut über die Familie, ihre Sorge um die Erkrankung des Sohnes Werner, die schwierige Ernährungslage und natürlich die Zwangszuweisung von Flüchtlingen in ihre liebgewordene Wohnung mit zukünftig beschränkten Wohnverhältnissen. Es kamen 8 Leute in abzugebende 2 ½ Zimmer und ihre eigene neue Beschränkungssituation mit 5 Personen mit 2 Zimmern hat sie detailliert ihren Eltern mit  einer Grundrisszeichnung übermittelt. Ob dieser Situation spekuliert die Tochter im Brief über eine Umzugsmöglichkeit zu ihren Eltern nach Herzbruck. Aber der nachfolgende Brief  aus dem Juni 1947 bestätigt ihr Verbleiben in Wolfsburg und dazu nutzt sie aus Papiermangel altes  vorgedrucktes  Schreibpapier des Volkswagenwerkes aus der Stadt des KdF – Wagens. Der Zudruck  KONZERN – FÜHRUNG bestätigt wohl eine ehemals entsprechende leitende Tätigkeit und Stellung ihres Mannes im VW – Werk.

Irmgard Busch berichtet von der weiterhin katastrophalen Zeit bezüglich der Mangelsituation  im Jahr 1947 mit – wie sie es ausdrückt – erforderlichen Nährmitteln, hofft auf eine Besuchsmöglichkeit einmal mit den Kindern in Herzbruck und wünscht sich  in dieser Welt voller Spannungen keinen erneuten Krieg, um ihre  Kinder endlich  in normalen Verhältnissen aufziehen zu können.

Damit endet leider meine vorhandene Korrespondenz  Busch – Müller, aber vielleicht kommt aus dem Kreis der Homepagebesucher  noch einmal eine Fortsetzung oder Ergänzung zu diesem Schriftwechsel und  weitere philatelistische Belege zu Tage.
Bis bald wieder einmal, Ihr E.-M.Eden

26.10.2019   VW – dies und das 22. Fortsetzung 

Im Menüpunkt VW – dies und das ist geplant, Vergessenes und Übersehenes aus der bisherigen Ausarbeitung oder auch aktuelle Neuentdeckungen vorzustellen. Dabei sollen die  zukünftigen Einstellungen nicht im Anschluss an die letzte Information erfolgen, sondern unter Datumsangabe  immer obenan eingereiht werden, um unnötiges „Runterscrollen“  zu vermeiden, zumal die Einstellungen thematisch zu verschiedenen Anlässen erfolgen. Sie bedienen auf der Webleiste den Menüpunkt  FREIMACHUNG MIT FREISTEMPEL und können im Untermenü  VOLKSWAGEN – EIN DEUTSCHER MYTHOS öffnen und gelangen so am Ende der Leiste  auf  das Unterkapitel  VW – dies und das und hier die 22. Folge. 

Die 22.  Fortsetzung unter VW – dies und das  stellt noch einen Brief zwischen  den gräflichen Häusern von der Schulenburg in Hehlen und Wolfsburg vor mit Datum vom 22. Februar 1862

                       Briefhülle mit blauem Ra 2 Vorsfelde  und Michel Nr. 7  mit Nummernstempel Vorsfelde 45

Empfänger war der gräflich von der schulenburgsche  Geschäftsführer  Herr Stapel Wohlgeboren zu Hehlen bei Bodenwerder.

Der Absender offenbart sich  im intaktem Lacksiegel schwarzer Farbe  mit  dem zugehörigen Wappen   Schulenburg – Wolfsburg und dazu folgende Kombination

Da ohne Briefinhalt kann über die vermutliche Verwaltungsangelegenheit der gräflichen Häuser von der Schulenburg in  Hehlen und Wolfsburg  keine Aussage getroffen werden.

Der Briefbeleg wurde nachträglich zum schon früher vorgestelltem Haus Hehlen hinzugefügt im Menüpunkt Postgeschichte Region Wolfsburg Schulenburg

Bis bald wieder, Ihr E.-M.Eden

21.10.2019   VW – dies und das 21. Fortsetzung 

Im Menüpunkt VW – dies und das ist geplant, Vergessenes und Übersehenes aus der bisherigen Ausarbeitung oder auch aktuelle Neuentdeckungen vorzustellen. Dabei sollen die  zukünftigen Einstellungen nicht im Anschluss an die letzte Information erfolgen, sondern unter Datumsangabe  immer obenan eingereiht werden, um unnötiges „Runterscrollen“  zu vermeiden, zumal die Einstellungen thematisch zu verschiedenen Anlässen erfolgen. Sie bedienen auf der Webleiste den Menüpunkt  FREIMACHUNG MIT FREISTEMPEL und können im Untermenü  VOLKSWAGEN – EIN DEUTSCHER MYTHOS öffnen und gelangen so am Ende der Leiste  auf  das Unterkapitel  VW – dies und das und hier die 21. Folge. 

Die 21.  Fortsetzung unter VW – dies und das  soll zumindest einen kurzen Hinweis auf Einschreibsendungen aus der Stadt des KdF – Wagens und Wolfsburg lenken. Eine spezialisierte Vorstellung ist nicht geplant, aber vielleicht dient die kurze Abhandlung einmal als Anregung  hier genauer einmal hinzuschauen und aktiv zu werden. Dazu zunächst einmal ein kleines Ensemble mit Einschreibzetteln und mit Hinweisen zum Volkswagen.

Schon die obige Abbildung dokumentiert die Gegebenheit zu einer weitergehenden Spezialisierung. Ich möchte einmal folgend nur kurz einen Blick auf die  Situation in der Stadt des KdF – Wagens werfen. Dazu noch einmal ein Blick auf das  Barackenpostamt neben der Tullio Cianetti – Halle in der Stadt des KdF – Wagens.

Das Postamt erhielt folgenden Tagesstempel und das vorgestellte Datum vom 6.8.1938, das auf einen Samstag fiel, war möglicherweise eine Erstverwendung zumindest aber ein sehr früher Einsatz. Am 22. Juli 1938 war übrigens offizielles Dekret  für den Start der STADT DES KDF – WAGENS  nach der politischen Beschlussfassung vom 1.7.1938.

 
Auch ein Einschreibbrief darf an dieser Stelle nicht fehlen und dies wohl in beabsichtigter durchgestylter propagandistischer Aufmachung  - aber immerhin in portogerechter Form.

Erwähnenswert an dieser Stelle ist  nun ein Hinweis auf zahlreiche Schreibvarianten der  R – Zettel  der Stadt des Kdf  - Wagens bei Fallersleben  und oben eine frühe erste Variante, denn eine weitere Postamtszuweisung  1 oder 2 fehlt noch, da das Postamt Steimkerberg noch nicht eröffnet war und auch eine Buchstabenkennzeichnung liegt  in diesem Fall noch nicht vor.


Im Gegensatz zur Steimkerbergsiedlung hatte die  Bauplanung unter Peter Koller in der Stadtmitte  keine zentrale Marktplatzgestaltung vorgesehen mit konzentrierter Einkaufssituation, Gastronomie und  evtl. Kulturbereich mittels  Kirche, Theater oder Kino. Dieses primäre Planungsdefizit  wurde zu einem jahrzehntelangen  Manko  und die späteren Wolfsburger Bürger der Nachkriegszeit brachten ihre Kaufkraft zunächst lieber in die Urbanität benachbarter Städte wie Braunschweig oder Gifhorn. Allerdings war das Straßennetz auf  Zuwachs geplant  und sollte hier zumindest problemlos formbar bleiben.  Die Einkaufs- und Verwaltungsstruktur hatte anfangs nur provisorischen Charakter im Schachtweg und  im Barackenbereich  zwischen der Clausewitzstraße (Kleistraße) und der Bahnlinie.

In der Steimkerbergsiedlung hatte Stadtplaner Koller die anfängliche    Erstbebauung geplant und auch verwirklichen können. Hier idyllisch zwischen den Bäumen errichtet, zogen wohl aber die Verwaltungsbeamten und sicherlich privilegierte Facharbeiter des neu gegründeten Volkswagenwerkes  ein. Es gab einen zentralen Marktplatz  mit Geschäften, Wäscherei und  ab 1.7.1940 wurde dort das Zweigpostamt Steimkerberg eingerichtet, das natürlich für die Philatelisten besonders interessant zu vermerken ist. Der Stadtplanausschnitt Steimkerberg aus dem Jahr 1941  belegt das Postamt am zentralen Marktplatz zwischen Alter Landstrasse und Waldpfad.
 
Dazu eine passende Absenderangabe im folgenden rückseitigen Briefausschnitt  Stadt des KdF –Wagens, Steimkerberg, Unter den Eichen  48 – 50.  Die eingekreiste Postleitzahl 20  verweist auf eine Briefaufgabe nach Einführung  der PLZ im Briefverkehr ab dem Jahr 1943.
                        


Zum Postamt 2 der Stadt des KdF – Wagens am Steimkerberg nachfolgend ein entsprechender Beleg mit R – Zettel – Kennung Stadt des KdF – Wagens bei Fallersleben 2.

Zur Trennung der Postamtszugehörigkeit erhielt nun in der Barackenstadt des Gemeinschaftslagers das Postamt die Kennziffer 1 und resultiert damit mit - bei Fallersleben 1 aber beispielhaft als Zweizeiler

Die R – Zettel wurden nicht im einheitlichen Druck ausgeführt.  Auch unter Beibehaltung des Zweizeilers  Stadt des KdF – Wagens bei Fallersleben 1 variiert  die Ausführung deutlich. Man findet einmal KDF dann wieder KdF  und auch die Schrifttype ist eindeutig wechselnd.
Dies findet sich auch bei den folgenden R- Zetteln im Zweizeilerdruck und Postamt 1 und nun zusätzlich die Einführung des Kennbuchstaben a.

Aber es gab auch interessanterweise Dreizeiler im Druck  Postamt 1 und Kennbuchstabe a  ebenfalls in unterschiedlichen Drucktypen und auch in diesen Fällen KDF und KdF aber auch  statt Stadt des KDF – Wagens bei Fallersleben 1 auch Stadt d KdF – Wagens bei Fallersleben 1.

Allein schon bei diesen Einschreibzetteln bis zum Jahr 1945 in der Stadt des KdF – Wagens sind überraschend unterschiedlichste Varianten und erfordern weitere Aufmerksamkeit und evtl. spezialisierte Ausarbeitung auch bezüglich von jeweiligen Verwendungszeiten, Buchstaben- und Postamtskennung. Die kurze Vorstellung  der Einschreibsendungen in der Stadt des KdF - Wagens wird ebenso nachträglich in den Menüpunkt Postgeschichte Region Wolfsburg eingeschoben
Bis bald wieder Einmal, Ihr E.-M.Eden

06.10.2019   VW – dies und das 20. Fortsetzung 

Im Menüpunkt VW – dies und das ist geplant, Vergessenes und Übersehenes aus der bisherigen Ausarbeitung oder auch aktuelle Neuentdeckungen vorzustellen. Dabei sollen die  zukünftigen Einstellungen nicht im Anschluss an die letzte Information erfolgen, sondern unter Datumsangabe  immer obenan eingereiht werden, um unnötiges „Runterscrollen“  zu vermeiden, zumal die Einstellungen thematisch zu verschiedenen Anlässen erfolgen. Sie bedienen auf der Webleiste den Menüpunkt  FREIMACHUNG MIT FREISTEMPEL und können im Untermenü  VOLKSWAGEN – EIN DEUTSCHER MYTHOS öffnen und gelangen so am Ende der Leiste  auf  das Unterkapitel  VW – dies und das und hier die 20. Folge. 

Die 20.  Fortsetzung unter VW – dies und das beschäftigt sich noch einmal kurz im Nachtrag mit dem Vorwerk  Braunschweig der Volkswagen GmbH.  Zeitlich parallel zur laufenden Gründung  des Volkswagenwerkes in der Stadt des KdF – Wagens sollte zügig eine Lehrlings- und Facharbeiterausbildung für das  benachbarte  VW – Werk durchaus unter „elitärem“ Gesichtspunkt aber natürlich in nationalsozialistischer Prägung  stattfinden. Im Herbst 1938 wird im VW – Vorwerk  Braunschweig mit der Lehrlingsausbildung  für die Facharbeiter im Werk der Stadt des KdF – Wagens begonnen und dies sicherlich auch unter dem Gesichtspunkt für ein qualifiziertes Stammpersonal. Dem waren sicherlich in den folgenden Kriegsjahren Grenzen gesetzt. 

Erstaunlicherweise lief übrigens die Begabtenförderung der Deutschen Arbeitsfront noch im September 1944, wie es der obige Schriftwechsel im Ausschnitt belegt. 

Dazu noch eine Ansichtskarte VORWERK BRAUNSCHWEIG mit Blick auf die Werkshalle II und die „obligatorische KdF-Halle“ und den  zugehörigen Text auf der Rückseite.


Nachfolgend der Absenderfreistempel VORWERK BRAUNSCHWEIG  der Volkswagenwerk G.m.b.H. auf einer Firmenpostkarte an den Schleifmaschinenhersteller Friedrich Schmaltz GmbH in Offenbach/Main.

Der rückseitige Text  betrifft die Maschinenplanung zur Ausbildung im Vorwerk und damit die Bitte um Zusendung des Hauptkataloges über Werkzeugmaschinen mit Datum vom 14.7.1939
              

In der Serie HISTORISCHE NOTATE gibt es dazu eine überaus lesenswerte Schrift Nummer 13 - VOM „VORWERK“ zum FahrWerk - aus dem Zentrum der Historischen Kommunikation der Volkswagen Aktiengesellschaft, Wolfsburg.
Der obige Nachtrag wurde auch unter dem Menüpunkt PLANUNG u.BAU Von WERK und Stadt ergänzend eingesetzt.

02.10..2019   VW – dies und das 19. Fortsetzung 

Im Menüpunkt VW – dies und das ist geplant, Vergessenes und Übersehenes aus der bisherigen Ausarbeitung oder auch aktuelle Neuentdeckungen vorzustellen. Dabei sollen die  zukünftigen Einstellungen nicht im Anschluss an die letzte Information erfolgen, sondern unter Datumsangabe  immer obenan eingereiht werden, um unnötiges „Runterscrollen“  zu vermeiden, zumal die Einstellungen thematisch zu verschiedenen Anlässen erfolgen. Sie bedienen auf der Webleiste den Menüpunkt  FREIMACHUNG MIT FREISTEMPEL und können im Untermenü  VOLKSWAGEN – EIN DEUTSCHER MYTHOS öffnen und gelangen so am Ende der Leiste  auf  das Unterkapitel  VW – dies und das und hier die 19. Folge. 

Die 19.  Fortsetzung unter VW – dies und das beschäftigt sich noch einmal kurz im Nachtrag mit einer weiteren Institution in der Stadt des  KdF – Wagens. Vorgestellt wurden bereits das Bürgermeisteramt, Treuhandgesellschaft, Stadtbaubüro der DAF, Kreissparkasse mit Zweigstelle in der Stadt des KdF – Wagens, die Gezuvor- bzw. Volkswagenwerk GmbH - Baracke, die Neuland Wohnungsbaugesellschaft, die NSDAP – Ortsgruppe, das  Neumessungsamt (Katasteramt), das Postamt, die Bank der Deutschen Arbeit, die Cianetti – Halle und die Deutsche Bank mit ihrer Zweigstelle in der Stadt des KdF – Wagens. Nachfolgend zumindest noch einmal die genannte Deutsche Bank mit dreimaligem teils überdrucktem  Hinweis auf die Stadt des KdF – Wagens.

Aber auch das Arbeitsamt bedarf noch einer Vorstellung und lag  unmittelbar nördlich der Deutschen Bank und ihrer Geschäftsstelle am Schachtweg

Dazu nachfolgend ein Brief des Arbeitsamtes Helmstedt und seiner Nebenstelle Stadt des KdF – Wagens mit Zudruck im Briefumschlag und zusätzlich noch mit dem Absender mittels Gummistempel und mit Datum des Poststempels 6.11.1940 an das Arbeitsamt Glogau.

Aber dies war bis zu diesem Datum  nicht der alleinige Standort gewesen. Ähnlich dem Bürgermeisteramt war das Arbeitsamt zunächst in Provisorien untergebracht. Es findet sich der Hinweis auf  eine notdürftige Etablierung im Nebenraum einer Gaststätte und danach in einer Baracke des Gemeinschaftslagers, bevor von 1940 bis 1944 eine Baracke am Schachtweg das Domizil wurde s. obiger Stadtplan aus dem Jahr 1943. Von dort wurde 1944 noch der Umzug in die Clausewitzstrasse heute Kleistrasse vollzogen.

Ab Februar 1942 war das Arbeitsamt der Stadt des KdF – Wagens keine Nebenstelle mehr  von Helmstedt sondern zum eigenständigen Amt aufgewertet. Die Funktionsweise und Geschäftsfelder der Arbeitsämter  während der nationalsozialistischen  Zeit  lohnen der Recherche und sind mit der heutigen Vorstellung der Vermittlung von Arbeitskräften nicht vergleichbar. Die im Jahr 1935 eingeführten Arbeitsbücher waren mit ihren Eintragungen umfassendes Überwachungsorgan der Arbeiterschaft  vergleichbar als zivile Form eines Wehrpasses.


Das Arbeitsbuch war Grundvoraussetzung für die Stellendisposition, gab Auskunft über Qualifikationen und Tätigkeitszeiträume. Die Arbeitsämter entwickelten sich in Kriegzeiten  als ermächtigtes Mittel für den organisierten Arbeitseinsatz auch deutscher Bürger zu Dienstleistungen bis zur  Anforderung von Zwangsarbeitern aus den besetzten Kriegsgebieten einschließlich der zugehörigen Transportregularien spez. von Ostarbeitern und in diesem Fall auch für die Stadt des KdF – Wagens.

Mitte  des Jahres 1944 konnte das Arbeitsamt der Stadt des KdF – Wagens  einen Ausländeranteil von fast 22.000 registrieren für das Volkswagenwerk aber auch für den geringeren   Einsatzbereich in  der  umgebenden Landwirtschaft.

                                           Die Verwaltung  der  Kriegsgefangenen unterstand dem Rüstungsministerium

                                                   und die KZ – Häftlinge unterlagen dem SS – Verwaltungshauptamt

Weiterhin möchte ich noch einen Brief aus Braunschweig in die Stadt des KdF – Wagens mit Datum vom 5.März 1941 vorstellen. Die Lichtpausanstalt Berg in Braunschweig firmiert als Absender und mit der Baufirma Karl Schaare als Empfänger kann von Angelegenheiten bezüglich Bauplänen ausgegangen werden. Die Fa. Karl Schaare hatte wohl in der Stadt des KdF – Wagens ein Planungsbüro.  Für die Post genügte wohl nur  im Adressfeld der Firmenname, um die Zustellung zu bewerkstelligen. 

In welchem Aufgabenbereich die im Jahr 1914 gegründete Baufirma in der Stadt des KdF – Wagens tätig war, konnte ich nicht ergründen. Evtl. war sie im Hochbau eingesetzt. Aber evtl. auch im beginnenden Bunkerbau  gemäß zunehmender Luftschutzaktivitäten. Von den etlichen Bunkerbauten in Braunschweig zum 2. Weltkrieg kann auch der Fa. Schaare  im entsprechenden Bereich  eine Hinterlassenschaft zugeordnet werden. Nachfolgend aber eine der wenigen noch vollendeten Stadtviertel der neu gegründeten Stadt  des KdF – Wagens mit der  Schillerteich – Siedlung. Es gab noch zwei weitere Baugebiete  mit Fertigstellung und dies mit der Wellekampsiedlung und der ersten Baumaßnahme am Steimkerberg.

                                          Schillerteich – Siedlung mit Poststempel  10.4.1942 Stadt des KdF - Wagens

Bis bald wieder einmal, Ihr E.-M.Eden

22.09.2019   VW – dies und das 18. Fortsetzung 

Im Menüpunkt VW – dies und das ist geplant, Vergessenes und Übersehenes aus der bisherigen Ausarbeitung oder auch aktuelle Neuentdeckungen vorzustellen. Dabei sollen die  zukünftigen Einstellungen nicht im Anschluss an die letzte Information erfolgen, sondern unter Datumsangabe  immer obenan eingereiht werden, um unnötiges „Runterscrollen“  zu vermeiden, zumal die Einstellungen thematisch zu verschiedenen Anlässen erfolgen. Sie bedienen auf der Webleiste den Menüpunkt  FREIMACHUNG MIT FREISTEMPEL und können im Untermenü  VOLKSWAGEN – EIN DEUTSCHER MYTHOS öffnen und gelangen so am Ende der Leiste  auf  das Unterkapitel  VW – dies und das und hier die 18. Folge. 

Die 18.  Fortsetzung unter VW – dies und das beschäftigt sich noch einmal kurz im Nachtrag  u.a. mit  Post aus der Kriegsgefangenschaft von Eckhard Boetticher in den USA und Schreiben in die Stadt des KdF – Wagens zu Händen seiner Mutter.

                                     Eine erste Karte  mit Datum vom 3.Oktober 1944 war das erste Lebenszeichen


und es ist wohl noch ein letzter Brief aus den USA zu dokumentieren mit Datum vom 17. April 1945. Eventuell vorausahnend den Kriegereignissen hat Eckhard Boetticher schon neben der Stadt des KdF – Wagens bei Fallersleben auch wiederholt schon Wolfsburg im Adressfeld zusätzlich   angegeben.

Ein Ankunftsdatum ist nicht zu erkennen.  Da in den Morgenstunden des 11. Aprils 1945 die amerikanischen Truppenspitzen das Volkswagenwerk erreicht hatten und die Postorganisation zusammen gebrochen war, wird eine Zustellung sicherlich erst mit einer Verzögerung im Monatsbereich erfolgt sein.  Das Postamt 1 neben der Cianetti-Halle war übrigens ebenso wie die Halle zerstört. 

            Dazu die Lage des Postamtes 1  auf dem Stadtplan aus dem Jahr 1943 unmittelbar neben der Cianetti – Halle

Im Postamt 2 Steimkerberg wurde – obwohl unzerstört - erst  ab 15. Juni 1945 ein provisorischer Postbetrieb wieder eingerichtet.  Ehemalige polnische Zwangsarbeiter brachten vorübergehend die Post  mit einem Holzgas - LKW  nach Hannover und zurück! Am 1. September 1945 konnte  dann  übrigens das Postamt 1 wieder in Betrieb gehen.

Der Nachtrag wurde auch in die 26. Fortsetzung Postgeschichte  Wolfsburg – Bartensleben und Schulenburg  eingeschoben

VW – dies und das
Im Menüpunkt VW – dies und das ist geplant, Vergessenes und Übersehenes aus der bisherigen Ausarbeitung oder auch aktuelle Neuentdeckungen vorzustellen. Dabei sollen die  zukünftigen Einstellungen nicht im Anschluss an die letzte Information erfolgen, sondern unter Datumsangabe  immer obenan eingereiht werden, um unnötiges „Runterscrollen“  zu vermeiden, zumal die Einstellungen thematisch zu verschiedenen Anlässen erfolgen. Sie bedienen auf der Webleiste den Menüpunkt  FREIMACHUNG MIT FREISTEMPEL und können im Untermenü  VOLKSWAGEN – EIN DEUTSCHER MYTHOS öffnen und gelangen so am Ende der Leiste  auf  das Unterkapitel  VW – dies und das und hier die 17. Folge.

01.09.2019   VW – dies und das 17. Fortsetzung 

Die 17.  Fortsetzung unter VW – dies und das beschäftigt sich noch einmal kurz im Nachtrag  mit der städtischen Verwaltung und hier spez. mit  dem  Bürgermeisteramt in der Stadt des KdF – Wagens bis hin zur Stadt Wolfsburg. Berichteten die Tageszeitungen reichsweit von der  Inszenierung der Grundsteinlegung des Volkswagenwerkes vom 26. Mai 1938, so sind weitere Nachrichten zur KdF – Stadt und ihrer Entwicklung nur sporadisch  und dies nur  in der näheren Region  zu finden z.B. im Braunschweiger Tageblatt am 15. Februar 1939

Für die zuständige Arbeitsfront mit Robert Ley und die Geschäftsführung der Volkwagenwerk GmbH mit Porsche, Lafferentz und Werlin stand stets das Automobilwerk im Vordergrund und die zugehörige Stadtverwaltung war mit ihren Interessen und Wünschen  eher ein „vernachlässigtes wenn nicht gar lästiges Übel“. Die Wahl eines Bürgermeisters in einer neu geplanten Stadt auf dem Reißbrett  ohne zunächst gewachsene Einwohnerstruktur  war hinfällig und so wurde ein Monat nach der Grundsteinlegung  am 22. Juni 1938  durch den Oberpräsidenten der Regierung zu Lüneburg per Verordnung ein kommissarischer  Bürgermeister bestimmt und eingesetzt.

Der folgende Briefbeleg aus der Stadt des KdF – Wagens mit Datum vom 8.12.1938  belegt entsprechend den Bürgermeister mit dem Buchstaben  k. für kommissarisch  und dies vermittelte schon den Eindruck einer vertretenden Funktion in abgeschwächter Zuständigkeit.

Eingesetzt wurde der Regierungsassessor Dr. Karl Bock und  die erste Residenz und Dienststelle war fast wie auf dem Abstellgleis  abseits des aktuellen Geschehens in einem notdürftig hergerichteten  Raum des Amtsgerichtes zu Fallersleben und dazu folgende Ansichtskarte mit Schloss und Amtsgericht.

Von dort erfolgte wohl rasch schon zum Herbst 1938 ein erster Umzug in das Stadtbaubüro am Bullenberg direkt benachbart den weiteren Neugründungen mit der Wohnungsgesellschaft Neuland und dem  Neumessungsamt (Katasteramt)

Im Stadtbaubüro der DAF residierte Peter Koller zuständig für die Architektur der kommenden Stadt  nach persönlicher Entscheidung von Adolf Hitler und unter der Leitung des Generalinspektors für die Reichshauptstadt Albert Speer. Dessen Dienststelle in Berlin war unabhängig von weiteren Ministerien direkt Hitler unterstellt und weisungsbefugt reichsweit gegenüber allen städtischen Behörden und Verwaltungen



Obige Topografie entnommen dem Artikel von Peter Koller DIE STADT DES KDF.-WAGENS  erschienen im Franz Eher Verlag DIE KUNST IM DRITTEN REICH -April 1939

Die direkte Zusammenarbeit Bock und Koller war wohl getrübt und so berichtet die Gardeleger Tagespost  Der Mitteldeutsche  schon am 17. Dezember 1938, dass der allerorts beliebte Regierungsassessor Bock seine Dienstgeschäfte an den Stadtrat a.D. Steinecke übergeben hat – vermutlich aber musste. Werner Steinecke altes NSDAP- und SA- Mitglied seit 1926  würde die Amtstätigkeit in der Stadt des KdF – Wagens ehrenamtlich führen und dies in enger Zusammenarbeit mit der Reichsleitung der Deutschen Arbeitsfront!

Übrigens war er zudem Kommunalberater zeitgleich  in der Treuhandgesellschaft für die wirtschaftlichen Unternehmungen der DAF und die hatte ihre Zweigstelle gleich vor Ort und wurde bereits einmal vorgestellt.

Ansonsten interessant im obigen Zeitungsartikel der Hinweis zur Organisation  Weihnachten 1938  für die Heimfahrt der VW – Arbeiter in gestaffelter Form und die Information zum  Richtfest im VW – Werk und passend geschmücktem  Dach der Mechanischen Werkstatt.

Steinecke blieb ehrenamtlich tätig bis zum Jahr 1942 und ab Mitte des Jahres 1942  war er hauptamtlich Bürgermeister  der Stadt des KdF – Wagens. Seine Tätigkeit endete im Jahr 1945 mit der  Besetzung von Stadt und Werk durch die alliierten Verbände.

                                Absenderfreistempel des Bürgermeisters der Stadt des KdF – Wagens bei Fallersleben

Das Bürgermeisteramt verlies rasch schon wieder Ende 1938 die beengten Räumlichkeiten am Bullenberg und zog bis auf das Einwohnermeldeamt zur Miete in die Baracke der Kreissparkasse Gifhorn an den Schachtweg. Die Kreissparkasse Gifhorn hatte am 18. November 1938 in der Stadt des KdfF - Wagens ihre erste Zweigstelle etabliert und der erste Kontobesitzer war Günther Graf von der Schulenburg.

Dort waren häufig zur Erweiterung rasch An– und Umbauten erforderlich entsprechend dem stark ansteigenden Arbeitsanfall. Auf dem Stadtplanausschnitt des Neumessungsamtes der Stadt des KdF – Wagens ist rechts seitlich Kreissparkasse und Bürgermeisteramt erkennbar. Im Juni 1944 wurde das Bürgermeisteramt durch Luftangriff  teilweise zerstört.

Die Absenderfreistempel vermitteln zumindest im Überblick die Entwicklung aus der Nachkriegszeit mit aptiertem Freistempel der Deutschen Reichspost, hin  zur Deutschen Post und bis  zur Deutschen Bundespost

Dazu eine abgerissene Bekanntmachung (Notdruck auf alten rückseitigen Abrechnungsbögen für Kriegsgefangene) im Auftrag der Militärregierung Celle  unter anderem zur Stadt des KdF – Wagens und offizieller Umfirmierung zu Wolfsburg mit Datum vom 25. Juli 1945  durch Oberbürgermeister  Hörstmann

Nach dem Krieg war die Barackensituation  ein leidiger Umstand und Geschäftsstellen waren zudem über mehrere  Standorte  der Stadt verteilt. Zumindest ein Gebäude mit Ratssaal wurde an der Nordsteimker Straße errichtet, der später als Wichernsaal  im Emmaus – Heim eingefügt wurde. Johann Hinrich Wichern war Begründer der Inneren Mission in der evangelischen Kirche im Jahr 1848. An dieser Stelle wurde auch das erste Alterheim in Wolfsburg  eingerichtet.
 
Die dynamisch wachsende Stadt verlangte dann aber  ein zentrales Rathausgebäude und nach einem Architekturwettbewerb im Jahr 1954 wurde der siegreiche Entwurf von Titus Taeschner im Jahr 1957 Wirklichkeit. Dazu zum Abschluss der kleinen Ausarbeitung noch die entsprechende Festschrift und ein passender Absenderfreistempel.

Nach dieser kurzen Nachmeldung zum Bürgermeisteramt in Wolfsburg folgt demnächst  wieder die Postgeschichte  Wolfsburg – Bartensleben und Schulenburg mit der 25. Fortsetzung
Bis demnächst wieder einmal, Ihr E.- M. Eden, Holzwickede

VW – dies und das


19.08.2019   VW – dies und das 16. Fortsetzung 

Nachtrag zum Altbrief vom 6.6.1839  vom Amtmann Wagenknecht – Herr auf Kloster-Neuendorf  und Gutshof – an Professor Danneil in Salzwedel (Post Gardelegen).

Zum abgebildeten Briefbeleg an Danneil bedarf es durchaus doch einer näheren Betrachtung. Der Schreiber des Briefes ist der Amtmann Wagenknecht auf  dem Gut Kloster-Neuendorf mit Datum vom 6.6.1839 s. folgendes Schreiben und Transkription A. Peukert.

Mit dem Nonnenkloster Neuendorf lassen sich schon mehrfach erwähnte Adelsfamilien  verbinden u.a. Berta von Bartensleben  und vermählte von Alvensleben  zu Beginn des 15. Jahrhunderts. Nach der Auflösung des Klosters Neuendorf im Jahr 1579 sind verschiedenste Besitzer  zu recherchieren, bevor das Gut ca. 1833 der Amtmann Wagenknecht erwarb und ab 1872 bis 1945 die Familie von Veltheim  in Erscheinung tritt.

Zu Kloster Neuendorf noch ein Ansichtskartenausschnitt von Dorfstrasse und Klosterkirche, ein Landpoststempel und Amtssiegel  der Gemeinde im Kreis Gardelegen

Im oben vorgestelltem Brief  beklagt sich Wagenknecht bei Danneil über die terminlich unzuverlässige Postzustellung (kommt mir aktuell auch bekannt vor), so dass er die Einladung zum 5.6.1839 zur Directorial Sitzung zu spät erhalten hat. Dies betraf die Quartalssitzung des „Altmärkischen Vereins für vaterländische Geschichte und Industrie“ mit Gründung im Jahr 1836. Aus Salzwedel hatten Johann Friedrich Danneil in Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister Emil von Bennigsen-Förder

und dem Landrat Otto Ludwig Ferdinand von der Schulenburg die Vereinsgründung betrieben.

Die landrätliche Seite der von Schulenburg aus Beetzendorf residierten im dortigen Apenburger Hof  und  in der Propstei in Salzwedel. Schon im Jahr 1550/ 1565 waren Levin II. von der Schulenburg  Dompropst zu Havelberg und kurfürstlicher Rat aus der weißen Linie und Levin I.  Landeshauptmann der Altmark aus der schwarzen Linie  mit der Propstei an der Marienkirche Salzwedel von Kurfürst Joachim II. belehnt worden. Das folgend mehrfach geteilte Lehen wurde unter Levin III. zusammen  gelegt, hatte wechselhafte Nachbesitzer aus dem Hause Schulenburg u.a. auch aus dem Haus Priemern und gehörte zum Zeitpunkt des folgenden Farbdrucks  dem königlichem Landrat a. D. und Reichsfreiherr Otto Ludwig Wilhelm Ferdinand von der Schulenburg.

Dazu ein recommandierter Brief aus Clausthal ca.1856/57 an seine Exellenz den Herrn LandrathvSchulenburg in Salzwedel und zu diesem Zeitpunkt bereits a.D. Viermal Hannover Michel Nr. 11 im Postverein mit 3. Gewichts-  und 2. Entfernungszone nach Salzwedel - Braunschweig

Sammlerfreund Wolf Zabel aus der Arbeitsgemeinschaft Bergbau und Geowissenschaften e.V. vermutet das Siegel  von einem Institut der Bergakademie stammend und hier nach der Symbolik eher aus dem Bereich  der Hüttenleute Eisen und Stahl und in C  wie Clausthal.

Ihre Residenz  hatten die Landräte von der Schulenburg  auf ihrem Stammsitz in Beetzendorf und dort im Apenburger Hof. Dietrich Hermann von der Schulenburg (1638 - 1693) hatte aus „Platzmangel“ als Erster die alte Burganlage Beetzendorf verlassen und den Rittersitz Apenburger Hof errichtet, da er zugleich  Apenburg  im Besitz hatte. Auch hier kam es zu wechselhaften Nachfolgern und Erbteilungen. Unter  Reichsfreiherr Leopold Wilhelm  von der Schulenburg wurden verstreute Anteile wieder zusammen geführt und auch in diesem Fall war zum  folgenden Zeitpunkt der Lithografie der Apenburger Hof in Beetzendorf zusammen mit der Propstei Salzwedel im Besitz des königlichen Landrates a. D. und Reichsfreiherr Otto Ludwig Wilhelm Ferdinand von der Schulenburg. 

Beide obigen Lithografien der Herrenhäuser aus dem Kreis derer von der Schulenburg stammen aus der berühmten Sammlung von Alexander Duncker mit dem Titel  Die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen der ritterschaftlichen Grundbesitzer in der preußischen Monarchie nebst den Königlichen Familien-, Haus-Fideicommiss- und Schatull-Gütern in naturgetreuen, künstlerisch ausgeführten, farbigen Darstellungen nebst begleitendem Text von 1857 bis 1883.

                                           Eingang Apenburger Hof als Ausschnitt auf einer Ansichtskarte Beetzendorf

Der obige Nachtrag wurde ebenso chronologisch  in die Postgeschichte  Wolfsburg – Bartensleben und Schulenburg  eingereiht.

12.07.2017 VW – dies und das 15. Fortsetzung 

Die 15. Fortsetzung unter VW – dies und das beschäftigt sich noch mit einigen Belegen zur frühen Aufbauphase des Volkswagenwerkes. Immerhin bezieht sich  das VW – Werk aktuell sogar im Internet auf das Gründungsdatum der „Gesellschaft zur Vorbereitung des Deutschen Volkswagens“ am 28.Mai 1937 und verweist damit auf ihr 80jähriges Gründungsjubiläum. Die Grundsteinlegung des Werkes am 26.Mai 1938 wird wohl aus Gründen der  damals absolut nationalsozialistischen Inszenierung mit und unter Adolf Hitler verständlicherweise seit jeher im Hintergrund gehalten.

Der Weg von Hitler ging nach dem 1. Weltkrieg aus dem Lazarett nach München, er verblieb solange wie möglich in der Reichswehr und wurde propagandistisch tätig. Seine politisch  propagandistische Ebene wurde die DAP - Deutsche Arbeiter Partei  und nach ihrer Umfirmierung im Februar 1920 die  NSDAP – Nationalsozialistische Deutsche Arbeiter Partei. Das Parteiorgan wurde  in diesem Jahr 1920 der Völkische Beobachter im Franz EHLER Verlag, München.

Im Verlagshaus in München residierte auch die Benz & Cie. Geschäftsstelle mit ihrem Geschäftsführer Jakob Werlin. Hitler hatte seine Volkswagenvision schon 1932 skizziert und diese  Vorstellung Werlin in München mit auf den Weg gegeben, diese Wunschidee  im Sektor der Automobilindustrie  im Auge zu behalten und Realisierungschancen  zu erkunden. Werlin wurde Hitlers engster Vertrauter  in Sachen Automobil und hatte direkten Zugang zu ihm. Nach Hitlers Vorgabe an Robert Ley ergaben hausinterne Untersuchungen der Arbeitsfront die Machbarkeit als Autohersteller und in Dr. Bodo Lafferentz - Leiter im Amt für „Reisen, Wandern und Urlaub“ der  NS-Gemeinschaft Kraft durch Freude KdF   hatte Ley auch den geeigneten Mann für das Volkswagenprojekt gefunden. Der weitere organisatorische Teil hatte nach der Zeitvergeudung mit dem RDA  „Endspurtcharakter“.  Porsche, Lafferentz und Werlin – frei von wirtschaftlichen Zweifeln -  schufen am 28. Mai 1937 das Konstrukt  der „Gesellschaft zur Vorbereitung des Deutschen Volkswagens“, wurden das Triumvirat der Geschäftsführung und reaktivierten dazu noch das Kürzel „GEZUVOR“ aus der Anfangsphase der Reichsautobahnen. Der Sitz der GEZUVOR war Berlin – Grünewald Taubertstraße 4.

Selbst der Maschinenstempel hat automobilen Bezug mit Verwende heimische Treibstoffe und verrät München als Hauptsstadt der nationalsozialistischen Bewegung.

Die Rückseite des Briefes vom 18.7.1938 aus München an den Reichsamtsleiter  Dr. Lafferentz offenbart dann mit J. WERLIN und Mercedeslogo im Prägedruck ein internes Schreiben der Geschäftsführer der Gesellschaft zur Vorbereitung des Deutschen Volkswagens m.b.H.

1938 erfolgte dann die Umbenennung offiziell in VOLKSWAGENWERK Dazu noch ein Absenderfreistempel der Geschäftsstelle VOLKSWAGENWERK  aber noch in der Nutzung  im März 1939 mit dem Ortsstempeleinsatz  Berlin – Grünewald

Unter VOLKSWAGENWERK GmbH Berlin wurde der offizielle Firmensitz  später verlegt  und verblieb  im Haus der Arbeitsfront in der Knesebeckstraße  48/49.

Folgende Aufnahme von Heinrich Hoffmann stammt in diesem Fall aus dem Buch „UNTER DEM SONNENRAD“ und stellt somit einen Bildband dar zur „Lobeshymne“ auf die Deutsche Arbeitsfront und ihre Abteilung „Kraft durch Freude“.
Das Foto zeigt die Geschäftsführung zur „Gesellschaft zur Vorbereitung des Deutschen Volkswagens“ mit Porsche, Werlin und Lafferentz  und gemeinschaftlich mit  Ley und Hitler betrachten sie das VW – Modell.

Von diesen Originalmodellen im Maßstab 1:12,5 wurden insgesamt 5 Stück in der Lehrwerkstatt von Porsche in Stuttgart-Zuffenhausen gefertigt. Eins dieser Modelle schenkte Adolf Hitler  dem Industriellen Robert Bosch zum 80.Geburtstag im Jahr  1941. Die Fa. Bosch ersteigerte dieses Modell bei Christie in London im Jahr 1996 für ihr Werksarchiv für umgerechnet 100.000 DM retour! Die spezielle Verbundenheit Volkswagen und Bosch belegt auch die BOSCH-POST aus dem Jahr 1939 mit ihrem Heft 1 ausführlich.
Hitler wurde  persönlich auf der Internationalen Automobilausstellung  in Berlin im Februar 1939 über die Bosch – Volkswagen – Ausrüstung  von Boschdirektor Dr. Raßbach informiert.



                            Die spezielle  Bosch – VW – Kooperation reicht anscheinend bis in aktuelle „Dieselzeiten“

                                       Nachfolgend noch eine frühe Ansichtskarte zum Baubeginn des VW – Werkes


Blick über den Mittellandkanal und nördlich die ersten Baumaßnahmen zur Werkserrichtung. Der Detailausschnitt zeigt hinter dem Wachturm die Baracke der GEZUVOR  und links das  Bauschild  der Deutschen Arbeitsfront in Vorbereitung. Allein 8 Schiffe liegen hintereinander  längs am Ufer mit ihrer Fracht zur raschen Realisierung und Aufbau der Autofabrik.


                                   Die Baracke der GEZUVOR in der Einzelansicht mit dem Bauschild der Arbeitsfront


VW – dies und das 14. Fortsetzung  30.06.2017

Eine Briefmarkenausgabe der Deutschen Post  mit Motiv  GOLF I ist Anlass genug, eine Fortsetzung unter VW – dies und das (14.) einzufügen. Ferner freue ich mich sehr dazu passend die www.arge-kfz.de als Link einzufügen und damit nach ca. 20 Jahren Mitgliedschaft endlich einmal auf die beachtenswerte Arbeit, die hier geleistet wird, zu verweisen. Die Briefmarke Golf I im üblichen 10er Bogen mit Randillustration hatte ihren Ersttag am 13.4.2017 und dazu zunächst postinternes Verpackungsmaterial und eine   Verkaufsquittung vom Ersttag für zwei Zehnerbögen.


Allein 4x konnte zum Volkswagen - Motiv  Golf I dazu ein passender Sonderstempel bezüglich des Ersttages  am 13. April 2017 in Bonn und Wolfsburg  genutzt werden, wie das folgende Ensemble dokumentiert.
 
                          ein Markenset  in selbstklebender Form  und praktischer Vorratsgröße gehört dann noch dazu

Wenn die Deutsche Post dann „in Verkaufsschwung"  kommt, darf ein Set zum Thema AUTOMOBILE auf Briefmarken unter Verwendung auch älterer Ausgaben nicht fehlen.
 
Zweifelsohne eine Besonderheit stellt dann der E:B Brief der Deutschen Post Philatelie dar, der in der Auflage von 1500 Stück aufgelegt wurde und mit Sonderstempel VW Golf I Ersttag in Wolfsburg durch das „Erlebnis-Briefmarken“-Team aus Hannover verkauft wurde.

Sicherlich ist mit dem Ersttagsblatt und der Jahreszusammenstellung ein weiteres Postprodukt zu dieser Briefmarke  noch zusätzlich zu erwarten und einzureihen.
Ich weise noch einmal auf den eingefügten LINK www.arge-kfz.de hin.
Bis demnächst wieder einmal, Ihr E.- M. Eden, Holzwickede

VW – dies und das 13. Einstellung  25.07.2016

Mit dieser 100. Fortsetzung geht es weiter im „automobilen“ Thema VOLKSWAGEN. Sie bedienen auf der Webleiste den Menüpunkt  FREIMACHUNG MIT FREISTEMPEL und können im Untermenü  VOLKSWAGEN – EIN DEUTSCHER MYTHOS öffnen und gelangen so am Ende der Leiste  auf  das neue  Unterkapitel  VW –  dies und das und hier die13. Folge.
An dieser Stelle möchte ich ein weiteres Ergänzungskapitel zum Thema VW – ein deutscher Mythos – auf die Webseite einstellen, das auch rückwirkend chronologisch eingefügt wird, um eine Gesamtdarstellung zu erhalten. Es sollen  auch diesmal Belege aus der der Stadt des KdF – Wagens  und dem Volkswagenwerk vorgestellt werden.
Interessant ist ein Schriftwechsel  des Volkswagenwerkes aus der Stadt des Kdf – Wagens und den örtlichen Behörden mit dem Malermeister KARL STEINECKE aus Fallersleben, der  hier in den  Aufbauarbeiten beruflich involviert war.


Im folgenden Schreiben mahnt die Kreditorenbuchhaltung des Volkswagenwerkes mit Datum vom 11.11.1940  eine Rechnungsabschrift zur erneuten Vorlage an.

                                                                                 Detail der Absenderangaben
 
Auch für die „NEULAND“ der gemeinnützigen Wohnungs- und Siedlungsgesellschaft der Deutschen Arbeitsfront  in der Stadt des KdF – Wagens hat der Malermeister Steinecke gearbeitet  und mit der folgenden Postkarte kann damit auch der seltene Absenderfreistempel der Siedlungsgesellschaft im Original mit Datum vom 23.11.1940 vorgestellt werden.
 




Auch dazu noch einmal die Lage  der Neulandgesellschaft im „Bauplanungsviertel“ der Stadt des KdF – Wagens in unmittelbarer Nachbarschaft zum Stadtbaubüro der DAF und dem Preußischen Neumessungsamt ( Katasteramt)  am Fuße von Steimker- und Bullenberg.


Auch die Stadtkasse der Stadt des KdF – Wagens hatte selbstverständlich Kontakt mit  dem Malermeister Steinecke aus Fallersleben.

 
Wie die Rückseite verrät, handelt es sich um eine Benachrichtigung zur BÜRGERSTEUER für die Gemeinde der Stadt des KdF – Wagens und hier  betreffend das Arbeitgeberkonto.


Fortsetzung unter VW – dies und das ist  geplant

VW – dies und das 12. Einstellung  17.07.2016

An dieser Stelle möchte ich ein weiteres Ergänzungskapitel zum Thema VW – ein deutscher Mythos – auf die Webseite einstellen, das auch rückwirkend chronologisch eingefügt wird, um eine Gesamtdarstellung zu erhalten. Es sollen  auch diesmal Belege aus der der Stadt des KdF – Wagens  und dem Volkswagenwerk vorgestellt werden.

                             Schon einmal  wurde die die NSDAP Ortsgruppe mit folgendem Briefumschlag vorgestellt.
 
                dazu einmal der Standort am nordwestlichen Rand des Schillerteiches im Stadtplan  aus dem Jahr 1941


                      nachfolgend  noch ein Detailbild Stadtplan 1941 mit der Lagebezeichnung  ORTSGRUPPE NSDAP


weiterer Dienstbrief der  Ortsgruppe NSDAP  aus der Stadt des KdF – Wagens und hier ist der Nebenstempel in Frakturschrift ausgeführt


Das preußische Neumessungsamt (Katasteramt) lag direkt gegenüber  im östlichen Randgebiet des Schillerteiches und dazu ein Dienstbrief mit Datum vom 7.10.1941


                                                      und entsprechendes  Detailbild des eingedruckten Dienstsiegels

Nachfolgend eine Quittungskarte der Invalidenversicherung  aus dem  Amt des Bürgermeisters mit Datum vom 26.5.1940



Oben  im Stadtplanausschnitt aus dem Jahr 1941 die zentrale Lage des Bürgermeisteramtes umgeben von den Baracken der Bank der Deutschen Arbeit, Kreissparkasse Gifhorn mit ihrer Zweigstelle, Arbeitsamt und Deutscher Bank.
Dazu ein Detailausschnitt der Bescheinigung. Im Dienstsiegel das Hakenkreuz der Aufrechnungsstelle durch Strichzeichnung  gelöscht.


Stadt des KdF – Wagens Ausgabestelle  für Quittungskarten der Invalidenversicherung. Unterschrift:  Im Auftrag Der Bürgermeister 26.6.1940. Es liegt hier eine Bescheinigung über die Endzahlen aus der Aufrechnung der Quittungskarte A Nr.10  für die Landesversicherungsanstalt  MITTELFRANKEN  vor.

                                               Nachfolgend eine  Postanweisungsabschnitt des Stadtbaubüros der DAF


Absenderstempel der Treuhandgesellschaft für wirtschaftliche Unternehmungen der Deutschen Arbeitsfront  im Stadtbaubüro der D.A.F. in der Stadt des KdF.-Wagens


und auch dazu eine Lagekennzeichnung sozusagen aus dem „Bauplanungsviertel“ der KdF – Stadt mit  Stadtbaubüro der DAF, Neumessungsamt bzw. Katasteramt und Neuland-Siedlungsgesellschaft.


Fortsetzung unter VW – dies und das ist  geplant


VW – dies und das - 11. Folge -  11.07.2016
Hallo liebe Webseitenbesucher,
mit dieser 98. Fortsetzung geht es weiter im „automobilen“ Thema VOLKSWAGEN. Sie bedienen auf der Webleiste den Menüpunkt  FREIMACHUNG MIT FREISTEMPEL und können im Untermenü  VOLKSWAGEN – EIN DEUTSCHER MYTHOS öffnen und gelangen so am Ende der Leiste  auf  das neue  Unterkapitel  VW –  dies und das und hier die 11. Folge.

An dieser Stelle möchte ich ein weiteres Ergänzungskapitel zum Thema VW – ein deutscher Mythos – auf die Webseite einstellen, das auch rückwirkend chronologisch eingefügt wird, um eine Gesamtdarstellung zu erhalten.

Es sollen Belege aus der der Stadt des KdF – Wagens  und dem Volkswagenwerk vorgestellt werden, die durchaus auch Erklärungsbedarf haben und Hinweise aus den Reihen der Homepagebesucher zur Ergänzung sind  sehr willkommen.

Nachfolgend noch einmal die Vorstellung der verantwortlichen Lagerverwaltung


Ich habe hier den Sitz der Lagerleitung einmal im Plan der Stadt des KdF – Wagens aus dem Jahr 1941  im Detailausschnitt  herausgesucht. Man erkennt  das Umfeld der Lagerleitung mit der  Cianetti- Halle, dem Postamt, einen weiteren Sitz der DAF und dem Sitz der Ortskrankenkasse.


Mehrfach wurde im Thema Volkswagen auch die italienische Kolonie vorgestellt von der freiwilligen Ausgangsposition 1938 als willkommene Bauarbeiter für Werk und Stadt bis hin zur Internierung  als „Verräter“  nach dem Sturz von Mussolini im Juli 1943 und der  Waffenstillstandsabkommen  mit den Westalliierten im September 1943.


Die vorstehende Postkarte datiert nun vom 26.3.1942 und im Absender ist die Angabe Italienisches Syndikat KdF   unklar in seiner Bedeutung. Gab es eine solche Institution und mit welcher Funktion in der Stadt des KdF – Wagens? Die Rückseite  ähnelt eher einemKochrezept“. Vielleicht gibt es einen Tipp  dazu von den Homepagebesuchern. Ansonsten finden sich auf der Karte die üblichen Zensurstempel und ein  italienische Ankunftsstempel  aus Trient   mit Datum vom 5.4.42.


Schon mehrfach wurde auf die besondere Beziehung zwischen den totalitären Staaten Italien und Deutschland im Zusammenhang  mit dem Volkswagenwerk und seiner neu gegründeten zugehörigen Stadt  hingewiesen. Schon frühzeitig hatte der Leiter der Deutschen Arbeitsfront  Robert Ley die  „italienische Schwesterorganisation“  CFLI  (Confederazione  Fascista Lavoratori dell` Industria)  mit Tullio Cianetti an ihrer Spitze  auch in Italien kennengelernt und die dortige „Freizeitgestaltung" für die Arbeiter nach Feierabend  im Sinne der Partei studiert.  Natürlich waren diese  Kontakte  dann bei dem Arbeitskräfteengpass im VW – Werksaufbau  durch den Abzug von Kräften für den Westwallbau willkommen und  die Anwerbung  von „Gastarbeitern“   mit arbeitslosen Italienern war rasch konzipiert. Dazu einige Bilder zur freundschaftlichen Beziehung vor Ort.

                                Empfang der italienischen  CFLI mit Tullio Cianetti an der Spitze im Volkswagenwerk


                                                        Tullio Cianetti und Robert Ley  in der Stadt des KdF – Wagens


In diese Zusammenarbeit der beiden faschistischen reiht sich auch der einzige  offizielle Staatsbesuchbesuch von Adolf Hitler  vom 3. bis 9. Mai 1938 in Italien ein und hier vorgestellt auf einer autorisierten  Sonderkarte.


                                                                                         zugehörige Rückseite

Die obige Rückseite dokumentiert die Stationen des Hitlerbesuches in  Rom, Neapel und Florenz mit Maschinen- und Posttagesstempeln und die nochmalige Verwendung als Einschreiben anlässlich der Grundsteinlegung des Volkswagenwerkes mit R-Zettel Vorsfelde.


Nachfolgend nun ein weiter interessanter Briefbeleg vom 7.8.1943 mit Postempel HALBERSTADT  an eine französische Adresse mit üblichen  Zensurstempeln.


Erst die Rückseite offenbart einen Bezug zur Stadt des KdF – Wagens und der Absender  definiert seinen Wohnort eindeutig dort und hier im Gemeinschaftslager  8/6. Ferner finden  sich weitere  Zensurmerkmale.


Französische  Arbeiter im Volkswagenwerk waren  recht zahlreich vertreten und müssen in 3 Gruppen unterschieden werden. Da waren einmal die französischen Kriegsgefangenen, die sich nicht  in allen Fällen in den angebotenen und besser gestellten Status der Zivilarbeiter  begaben, die ihrerseits die Gruppe der Zwangsverpflichteten des SERVICE DU TRAVAIL OBLIGATOIRE (STO) bildeten und  den privilegierten  Dienstverpflichteten  der JEUNESSE OUVIIERE FRANCAIS TRAVAILLANTE EN ALLEMAGNE (JOFTA) gegenüber standen. Die JOFTA  - Angehörigen waren der kollaborierenden VICHY – Regierung  zuzuordnen, arbeiteten bis in die VW-Werksverwaltung hinein  und hatten entsprechend eine Sonderstellung. Der Hinweis im Absender oben auf das Gemeinschaftslager schließt zumindest  den  Status als französischen Kriegsgefangenen aus und es war wohl ein Franzose aus der  STO - oder JOFTA -  Rekrutierung. Dr. Manfred Grieger als Leiter der HISTORISCHEN KOMMUNIKATION im Volkswagenwerk  sieht hier evtl. einen Zusammenhang  auf Sportebene mit einem Freundschaftsspiel  der französischen Fußballmannschaft aus der Stadt des KdF – Wagens gegen Halberstadt  und bezieht sich auf das Heft 4 seiner Schriftenreihe  HISTORISCHE NOTATE  aus dem Unternehmensarchiv der Volkswagen AG.

Die Tagebucherinnerungen des JOFTA – verpflichteten Franzosen JEAN BAUDET  im Volkswagenwerk  schildern sein Eintreffen abends am 24. Juli 1943. Ab September 1943 spricht Baudet von seinen Fußballspielen und das bezugnehmende Spiel in Halberstadt war  erst am 7.Mai 1944 und kann somit den vorgestellten Briefbeleg nicht betreffen! Übrigens hat die französische Mannschaft 4:0 gewonnen. Die Vorstellung, dass ein Spieler schon geschriebene Post in Halberstadt aufgegeben hat, ist eher unwahrscheinlich  und außerdem datiert der Brief  vom 7.8.1943 und damit 10 Monate früher. Es sieht eher nach einem  bevorstehenden Ortswechsel für den Absender aus und eine noch  schnell in der KdF - Stadt geschriebene Information sollte schnell noch nach daheim in Frankreich gehen und fand dann den Weg in den Briefkasten wohl in Halberstadt.
Ich vermute evtl. sogar einen Schulungsvorgang in Halberstadt im Zweigwerk bei Junkers und dazu der Ausschnitt einer  zeitgenössischen Lohntüte (glänzendes Pergamin).


 

                              Fotoarchiv Junkers zeigt schon 1915 die Qualitätsarbeit an Rumpf, Flügeln und Leitwerk

Seit 1939/40 versuchte die Werksleitung im Volkswagenwerk in der Rüstungsindustrie Fuß zu fassen, um dadurch ihre Automobilfabrik unter eigener Regie  zu erhalten. Erwähnenswert ist  daher seit 1940  die Hereinnahme von Reparaturarbeiten für die Junkerswerke. Man hatte sich von der Vorstellung einer eigenen Serienproduktion im Flugzeugbau zwar trennen müssen, aber die Zuarbeiten waren kein unwichtiger Posten in der angestrebten  Rüstungseinbeziehung.  Dazu ein ARBEITSBUCH  aus dem April 1942, das den Besitzer mit seiner Tätigkeit als Dreher im Flugzeugbau des Volkswagenwerkes  ausweist.
        
Teils war man sogar gezwungen auf  Hallen  im Flugplatzbereich Braunschweig - Waggum zurückzugreifen. Nachfolgend das Zentralgebäude Flughafen Waggum auf einer Ansichtskarte gestempelt am 21.3. 1943.

        
                         Dazu ein Feldpostbrief aus Braunschweig–Waggum eines dort stationierten  Sanitätssoldaten.

 
                                       Absender und Nebenstempel Fliegerkommandantur Braunschweig-Waggum



Ich vermute also beim Brief aus Halberstadt einen Schulungslehrgang eines französischen STO – oder JOFTA - Arbeiters  im Zweigwerk Junkers in Halberstadt für die Aktivitäten im Flugzeugbau von Volkswagen zum Reparatureinsatz und Teilebau bei der JU 88. In Halberstadt übrigens fand spez. die Tragflächenfertigung von Junkers im 2. Weltkrieg  statt.



Fortsetzung unter VW – dies und das ist  geplant

VW – dies und das - 10. Folge -  05.07.2016

Hallo liebe Webseitenbesucher,
mit dieser 97. Fortsetzung geht es weiter im „automobilen“ Thema VOLKSWAGEN. Sie bedienen auf der Webleiste den Menüpunkt  FREIMACHUNG MIT FREISTEMPEL und können im Untermenü  VOLKSWAGEN – EIN DEUTSCHER MYTHOS öffnen und gelangen so am Ende der Leiste  auf  das neue  Unterkapitel  VW –  dies und das und hier die 10. Folge.

An dieser Stelle möchte ich ein weiteres Ergänzungskapitel zum Thema VW – ein deutscher Mythos – auf die Webseite einstellen. Auch in diesem Fall wird rückwirkend  die  ergänzende Abhandlung chronologisch in die VW – Menüpunkte eingefügt, um eine Gesamtdarstellung zu erhalten.

Zentrales Ereignis war sicherlich die Grundsteinlegung am 26. Mai 1938 und ich verweise auf die schon dazu eingestellten Belege, die nachfolgend noch etwas ergänzt werden sollen.

Fallersleben erwartet geschmückt die Ankunft  des Sonderzuges mit Reichskanzler Adolf Hitler aus Berlin  zur Grundsteinlegung



Schon zu diesem Ereignis - als übliches NS – Massenspektakel inszeniert - wurden philatelistisch angelehnte Erinnerungsstücke   fabriziert und  dazu nachfolgend eine Foto  während der Rede des Reichskanzlers Adolf Hitler mit zwei gefälschten Sonderstempeln zur Grundsteinlegung.

Diese Stempelfälschung (rasch erkennbar an den fehlenden Scheibenwischern) wurde schon einmal vorgestellt und in diesem Fall liegt auch noch auch noch eine Ausführung im Blauton vor und wurde auf der farbigen Bildkarte abgeschlagen. Das Bild wurde mit einer Zähnung versehen und dies sollte  vermutlich einer Briefmarkengestaltung ähneln.

                                                                       Fälschung ohne Scheibenwischer

Zu diesem Ereignis gab es natürlich  auch für besondere Gäste eine spezielle Einladung der verantwortlichen Deutschen Arbeitsfront und ihrer Abteilung  Kraft durch Freude aus dem Zentralbüro in Berlin-Wilmersdorf. Dazu das nachfolgende Einladungsschreiben und in diesem Fall an den  Verwalter vom Gutshof v. d. Wense in MÖRSE, das  immerhin mit 25 Prozent  an GRUND und BODEN für das entstehende Automobilwerk beteiligt war.

Wie  zu vermuten, gehen „naturverbundene“  Bürger nicht immer sorgsam mit bürokratischen Belegen um und die Einladung wurde wohl mehrfach geknickt in der Brieftasche deponiert. Dies vielleicht auch etwas in Eile, man beachte die kurzfristige Einladung aus Berlin vom 24.Mai zur Grundsteinlegung am 26.Mai. Ob dies in allen Einladungen  der Fall war, kann ich nicht sagen. Vielleicht gab es auch einen Empfängerkreis, der zwar pro forma eingeladen werden mußte, aber dessen Fehlen nicht als  "Verlust für die verantwortliche Arbeitsfront empfunden wurde"!

Aber auch die spezielle zugehörige  Einladung - vom Reichsleiter  der Arbeitsfront Dr. Robert Ley unterschrieben - hatte wohl das gleiche Schicksal der „Verkleinerung durch Knicken“  zu ertragen und dazu zumindest eine abgebildete Seite aus dem 4seitigen Dokument.


Die vorgegebenen Zufahrtswege zum Festplatz finden sich rückseitig auf dieser Einladung  und wurden bereits einmal vorgestellt und dazu noch einmal nachfolgende Abbildung.
 
Im angewiesenen BLOCK B waren vermutlich neben dem Gutsverwalter aus Mörse noch der Graf von der Schulenburg platziert zusammen mit den ca. 25 Landwirten aus Heßlingen, die zusammen das Gelände  zum Bau der Automobilfabrik und ihrer zugehörig geplanten Stadt  mehr oder weniger freiwillig abgetreten hatten. Dieses Opfer wurde übrigens von keinem der auftretenden Redner lobenswert erwähnt und war sicherlich Grund für eine entsprechende Verbitterung unter den anwesenden Landbesitzern.
Automobilfabrik und ebenso Gründung der zugehörigen Stadt  lenken an dieser Stelle den Blick  auf den Poststempel  der Stadt des KdF - Wagens und hier auf ein philatelistisches Kuriosum.
 
Wir wissen zwar nicht ob vielleicht Herr Lothar Nick aus Wuppertal-Elberfeld am 13.3.1939  selbst die Postamtsbaracke in der Stadt des KdF – Wagens aufgesucht hat, um den obigen Briefbeleg zu erstellen, zumindest war hier jemand mit philatelistischem Humor am Werk, aber auch mit dem Interesse einige der dortigen Poststempel zu dokumentieren. Für die Drucksache in der 3. Gewichtsstufe kreierte er eine persönliche Variante durch exakten Diagonalschnitt durch die Ausgabe zum 6. Gemeindekongress in Berlin und München und fügte die resultierenden Dreiecke der MiNr 617 (3Pf) und 618 (5Pf) zur 8Pfennigmarke zusammen! Interessant in diesem Zusammenhang ist aber speziell der Stempel oben links mit dem Unterscheidungsbuchstaben e und hier im Kontrast verstärkt und vergrößert.

 
Die Postamtsbaracke war zentral neben der Tullio Cianetti – Halle  aufgebaut und verfügte immerhin über 6 Postschalter. Auch in der Literatur finden sich nun die Unterscheidungsbuchstaben a, b, c, d, f   und g  aber die Lücke mit einem  Stempel e wird stets ausgeklammert und  konnte bis dato auch nicht vorgestellt werden! Ich vermute einmal, dass der Philatelist am 13.3.1939  mit der Bitte vorstellig wurde, möglichst Poststempel mit verschiedenen Unterscheidungsbuchstaben zu bekommen und vielleicht wurde dabei der evtl. in Reserve gehaltene mit  dem Buchstaben e für ihn aktiviert und glücklicherweise abgeschlagen. Er war wohl tatsächlich existent, aber anscheinend  nicht im regulären Einsatz!

Bezüglich  Erstverwendung gibt es ebenfalls eine Korrekturmeldung. Ich war immer vom 10.8.1938 als Tag der Erstverwendung  ausgegangen, konnte jedoch aktuell nun den 6.8.1938 belegen, der auf einen Samstag fiel. Am 22. Juli 1938 war übrigens offizielles Dekret  für den Start der STADT DES KDF – WAGENS  nach der politischen Beschlussfassung vom 1.7.1938.
 
Der folgende Sparbucheintrag zeigt übrigens vermutlich den bis dato bekannten Letzttag der Verwendung  des Poststempels STADT DES KdF-WAGENS mit Datum vom 12.9.1945 und Kennbuchstaben d !



Der folgende Briefumschlag der Lagerverwaltung der Stadt des KdF – Wagens soll  dann noch einmal zu einer weiteren Ergänzung unter VW – dies und das Nr.11 mit einigen Briefbelegen in die  „Lagerstadt“ führen.


29.06 .2016  -  VW – dies und das (9.Folge)

Die folgende Ergänzung zur postgeschichtlichen Abhandlung auf der Homepage www.postautomation.de im Kapitel Freimachung mit Freistempel und hier im Menüpunkt  Volkswagen – ein deutscher Mythos - wurde dort auch passend und chronologisch eingefügt unter  Postgeschichte – Region Wolfsburg.

Schon mehrfach konnte nach 150 Jahren die Korrespondenz  der adligen Häuser v. d. Schulenburg und v. d. Gabelentz aus Nordsteimke bei Vorsfelde bzw. Poschwitz bei Altenburg vorgestellt werden. Zu den 4 schon beschriebenen Belegen fügen sich die folgenden  2 Briefe  zwischen den Jahren 1860 und  1867  ein  und  die Gesamtserie regt auch durchaus zu spekulativen Überlegungen an, die bis in den persönlichen Bereich der beiden beteiligten adligen Familien reichen.

Im Jahr 1846 erwarb Friedrich Gebhard Werner von der Schulenburg zu Wolfsburg  das etwas heruntergewirtschaftete Rittergut im benachbarten NORDSTEIMKE. Dies war eine Entscheidung, die noch einmal 100 Jahre später nach dem 2. Weltkrieg für die Familie  von höchster Wichtigkeit werden sollte. Mitte des 19.Jahrhunderts wurde nach dem Erwerb das Rittergut Nordsteimke zunächst einmal  Mitgift für den Sohn Gebhard Hans Alexander von der Schulenburg. Die Ehefrau – Margarete von der Schulenburg stammte aus  Poschwitz  bei Altenburg in Thüringen. Mit vollständigem Namen Amalie Albertine Margaretha Walpugis von der Gabelentz  wurde sie auf dem Rittergut  von der GABELENTZ  im  Haus Poschwitz  am 12.  Januar 1842 als 5. Kind  der Ehe von Hans Conon von der Gabelentz  und seiner Ehefrau Adolfine von Linsingen  geboren.
Aus diesem Geburtsjahr 1842 stammt folgende Stichzeichnung  mit Schloß  Poschwitz noch vor seinem Umbau. Entnommen wurde das Bild dem Buch mit dem Titel: Über ein halbes Jahrtausend auf angestammter Scholle, Geschichte der Herren von der Gabelentz auf Poschwitz (Bibliographisches Institut Leipzig), geschrieben vom Familienmitglied Th. Dobrucky aus dem Jahr 1938.

 
Es finden sich nun Briefbelege einmal der adligen Wohnsitze von  Nordsteimke bei Vorsfelde nach Poschwitz bei Altenburg und ebenso auf dem umgekehrten Postweg. Die wohl  rege und vermutliche  Mutter-Tochter-Korrespondenz  aus Poschwitz kann in gleichem Schriftzug 4fach belegt werden, aber auch 2 Briefdokumente fanden  den umgekehrten Postweg noch vor der Hochzeit 1860  und  später nachweisbar im Jahr 1867 ebenfalls in gleichem Schriftzug und belegen vermutlich den Ehemann Graf Gebhard Hans Alexander von der Schulenburg. Interessant ist nun ein Brief aus Altenburg  schon 10 Tage nach den Hochzeitsfeierlichkeiten auf Haus Poschwitz  an die jung vermählte  Gräfin  mit neuem Wohnsitz in Nordsteimke.  Aber dieser Brief ist an die Gräfin in Braunschweig gerichtet und dort ausdrücklich zu Händen des schulenburgschen Hausverwalters ASBAR im Anwesen auf der Friedrich Wilhelmstraße Nr. 99 in Braunschweig!


Auch ohne Absenderangabe verrät das rückseitige Siegel eindeutig die Familie von der Gabelentz mit ihrem Sitz auf Haus Poschwitz bei Altenburg als Briefschreiber.




Es existiert  ja der Beleg vom 19.9.1860 und damit 3 Monate nach der Vermählung gerichtet an die Gräfin Margarete v. d. Schulenburg mit der einmaligen vorderseitigen 2 - Länderfrankatur altdeutscher Staaten und diesmal nach Nordsteimke gerichtet. Aber warum der Brief an den Hausverwalter in Braunschweig?  Ein Vertrauensmann?  Eine gewünschte ganz private Nachricht an die frisch vermählte Tochter  ohne Kenntnissorge betreffend  den  Posthalter in Vorsfelde  und den hauseigenen Postabholer aus Nordsteimke (s. halbes Bestellgeld auf dem Brief vom 19.9.1860)? Zog das frisch vermählte Ehepaar nach der Hochzeit zunächst nach Braunschweig? Wohl unwahrscheinlich bei der beabsichtigten Briefabgabe an den Hausverwalter!

Der folgende  Brief aus dieser Korrespondenz  ging dann im September 1867  von  Vorsfelde  an die Gräfin von der Schulenburg, die sich sicherlich im elterlichen Haus Poschwitz aufhielt. Vielleicht machte sie dort Sommerurlaub  mit ihren mittlerweile 2 Töchtern  Anna und Margarete und  den 2 Söhnen Matthias und Albrecht, die zu dieser Zeit 1 bis 6 Jahre alt waren. 


Wenn auch etwas „angegriffen“  sind die Namen Schulenburg und Gabelentz  ebenso wie der Wohnsitz Poschwitz bei Altenburg  problemlos zu erkennen und in Klammern wurde noch  hinzugefügt die Lage im  Herzogtum Sachsen – Altenburg.

Mittlerweile war Haus Poschwitz auch nach Plänen der Familie umgebaut worden und dazu ein Holzstich aus dem Jahr 1871 von C. Heyn.

Die 6 Briefbelege  aus dieser adligen Korrespondenz jeweils abgebildet mit Vor- und Rückseiten  sind sicherlich teils etwas „ramponiert“  aber höchst interessant  und verführen sogar  nach 150 Jahren  zu spekulativen Überlegungen, die aus einem Einzelbrief nicht zu ersehen sind. Weitere Informationen  aus dem Kreis der Homepagebesucher dazu sind höchst willkommen.


26.08.2015

VW – dies und das (8.Fortsetzung)

Die folgende Ergänzung zur postgeschichtlichen Abhandlung auf der Homepage www.postautomation.de im Kapitel Freimachung mit Freistempel und hier im Menüpunkt  Volkswagen – ein deutscher Mythos wurde dort auch  eingefügt unter Postgeschichte – Region Wolfsburg.

Weitere Belege sollen die schon  mehrfach vorgestellte Beziehung v. d. SCHULENBURG  und v. d. Gabelentz mit ihren Stammsitzen in Wolfsburg u. Nordsteimke bzw. Altenburg und Poschwitz  ergänzen.

Im Jahr 1846 erwarb Friedrich Gebhard Werner von der Schulenburg zu Wolfsburg  das etwas heruntergewirtschaftete Rittergut im benachbarten NORDSTEIMKE. Dies war eine Entscheidung, die noch einmal 100 Jahre später für die Familie  von höchster Wichtigkeit werden sollte.

                             Detailausschnitt aus dem Kupferstich belegt  „Nort  Steimke“  in Sichtweite  der  Wolfsburg



                                  Meriankupferstich  aus dem Jahr 1654  zeigt dann noch einmal Nordsteimke im Detail
                 

Das Rittergut Nordsteimke auf einer Ansichtskarte aus dem Verlag Oskar Raspe, Braunschweig abgestempelt mit Datum vom 15.6.1908

Mitte des 19.Jahrhunderts wurde nach dem Erwerb das Rittergut Nordsteimke zunächst einmal  Mitgift für den Sohn Gebhard Hans Alexander von der Schulenburg. Die Ehefrau – Margarete von der Schulenburg – stammte aus Altenburg in Thüringen. Sie war das 5. Kind  der Ehe von Hans Conon von der Gabelentz  und seiner Ehefrau Adolfine von Linsingen.
 
Amalie Albertine Margaretha Walpugis von der Gabelentz  wurde auf dem Rittergut  von der GABELENTZ  im  Haus Poschwitz  am 12.  Januar 1842 geboren.


Haus Poschwitz  und das Rittergut von der GABELENTZ lagen im östlichen Teil der thüringischen Residenzstadt ALTENBURG im Herzogtum Sachsen–Altenburg. Dazu einmal ein Postschein der Fürstl. Thurn = und Taxissche Post = Amts = Expedition im Herzogtum Sachsen = Altenburg mit Datum vom 7.8.1845 über einen Wertbrief  wohl innerhalb der Familie v. d. Gabelentz.
 
Auch wenn der nachfolgende Briefbeleg ohne Absender firmiert, stammt er mit Sicherheit aus dem Haus der Grafen von der Schulenburg und ging über Vorsfelde  am 22. April  an Fräulein Margarethe von der Gabelentz  hochwohlgeboren zu Poschwitz  bei Altenburg.

Vielleicht hat der Bräutigam Gebhard Hans Alexander von der Schulenburg den Brief selbst  an seine Braut und zukünftige Ehefrau  Fräulein Margarthe von der Gabelentz geschrieben, um letzte Vorbereitungen abzustimmen, denn am  12. Juni 1860 also gut 7 Wochen später war die Hochzeit auf Haus Poschwitz angesagt. Nachfolgend Rückseite mit Stempel Braunschweig 23.4., Bahnpost Minden-Berlin 23.4. und Ankunft 24.4.1860. Durch Brieföffnung teilzerstörtes Siegel.

 
Eventuell lagen in diesem Brief schon Braunschweiger Freimarken bei als zukünftiges Bestellgeld der Post nach Nordsteimke, denn dies wurde der Wohnsitz des gräflichen Ehepaares.

Neben der sächsischen Frankatur (Mi Nr. 11) weist der Briefbeleg vom Absender vorderseitig  noch das Bestellgeld in Form einer Braunschweig - Frankatur (Mi Nr. 9a) auf und wurde in Vorsfelde abgestempelt (ex Sammlung Gaston Nehrlich, Gotha). „Die Verwandtschaft sollte und wollte wohl nicht am 19. September und damit 3 Monate nach  der Hochzeit  gleich mit Bestellgeld für ihre Post auffallen und unangenehm in Erscheinung treten“. In Kenntnis, dass die Selbstabholung der Post in Vorsfelde  für die Schulenburgs aus Nordsteimke  wohl die Regel war, wurde nur das halbe Bestellgeld vorfrankiert.

Die Verbundenheit der Häuser Schulenburg und Gabelentz kommt auch wohl dadurch zum Ausdruck, dass das 3. Kind der  oben vorgestellten Ehe  mit Albrecht  Graf von der Schulenburg  geb. 1865 noch den zusätzlichen Vornamen  Conon  von  Onkel und Großvater mütterlicherseits erhielt. Diese Familienmitglieder verbindet übrigens eine höchst interessante und  lesenswerte Historie  ihrer weltweit anerkannten  sprachwissenschaftlichen  Arbeiten! 

22.02.2015
VW – dies und das (7. Fortsetzung)
Ergänzung zur postgeschichtlichen Abhandlung. Nur die neuen Texte und Abbildungen wurden rückwirkend zusätzlich eingefügt im Menüpunkt Postgeschichte – Region Wolfsburg.

Im Jahr 1846 erwarb Friedrich Gebhard Werner von der Schulenburg zu Wolfsburg  das etwas heruntergewirtschaftete Rittergut im benachbarten NORDSTEIMKE. Dies war eine Entscheidung, die noch einmal 100 Jahre später für die Familie  von höchster Wichtigkeit werden sollte.

                            Detailausschnitt aus dem Kupferstich belegt  „Nort  Steimke“  in Sichtweite  der  Wolfsburg

                     
                                 Meriankupferstich  aus dem Jahr 1654  zeigt dann noch einmal Nordsteimke im Detail

                 
Das Rittergut Nordsteimke auf einer Ansichtskarte aus dem Verlag Oskar Raspe, Braunschweig abgestempelt mit Datum vom 15.6.1908

                        

Mitte des 19.Jahrhunderts wurde nach dem Erwerb das Rittergut Nordsteimke zunächst einmal  Mitgift für den Sohn Gebhard Hans Alexander von der Schulenburg. Die Ehefrau – Margarete von der Schulenburg  geb. in Poschwitz auf dem Rittergut  von der GABELENTZ im östlichen Teil der thüringischen Residenzstadt ALTENBURG im Herzogtum Sachsen–Altenburg - hatte natürlich Kontakt mit ihrer Familie und  instruierte wohl diese über die postalischen Zustellungsgegebenheiten in ihrer neuen Heimat einschließlich Markenmaterial, wie es der folgende Briefbeleg dokumentiert.

                     
Neben der sächsischen Frankatur (Mi Nr. 11) weist der Briefbeleg vom Absender vorderseitig  noch das Bestellgeld in Form einer Braunschweig - Frankatur (Mi Nr. 9a) auf und wurde in Vorsfelde abgestempelt (ex Sammlung Gaston Nehrlich, Gotha). „Die Verwandtschaft sollte und wollte wohl nicht gleich 3 Monate nach  der Hochzeit  mit Bestellgeld für ihre Post auffallen und unangenehm in Erscheinung treten“. In Kenntnis, dass die Selbstabholung der Post in Vorsfelde  für die Schulenburgs aus Nordsteimke wohl die Regel war, wurde nur das halbe Bestellgeld vorfrankiert.

                                                                              Rückseite zur obigen Briefvorderseite

                     
Die  wohl  rege und vermutliche  Mutter-Tochter-Korrespondenz  kann in gleichem Schriftzug  9 Monate später noch einmal - aber ohne Zusatzfrankatur aus Braunschweig - belegt werden (Damenbriefformat im aufgeklapptem Zustand). Bahnpoststempel LEIZIG – MAGEDEBURG und Durchgangsstempel Jerxheim auf der Briefrückseite.

                                                 
Mittlerweile war auch das 1. Kind (16.8.1861 - Werner Matthias von der Schulenburg) im gräflichen Haus Nordsteimke geboren worden und dies war sicherlich  ein weiterer Grund zur Korrespondenz Altenburg – Nordsteimke im November 1861.

                       
Auch dazu die passende Briefrückseite und hier mit 6 Pfennig Landbestellgeld (Siegel ausgeschnitten). Bahnpoststempel Leipzig - Magdeburg und Stempel Jerxheim, Helmstedt und Vorsfelde.

                       


Folgend noch einige interessante Belege zur Postgeschichte Region Wolfsburg und   Ergänzungen  zum  Postkurs Braunschweig - Calvörde.
Zunächst noch ein Briefbeleg aus dem Jahr 1866 auf dem Weg von Braunschweig nach Calvörde. Vollständige Marke mit minimal getöntem Durchstich

                                   

Nachfolgend ein Postschein als Quittungsbeleg über Bestellgeld mit Datum vom 19.September 1864 der  Herzogl.  Braunschw. Lüneb. Post  für den Bezieher in Lehre.

                         

Im Jahr 1884 wird der Gastwirt Theodor Oehlmann Besitzer des Brauhauses auf der Amtstraße in Vorsfelde und richtet einen Gasthof zur Post ein, denn im Jahr 1897 hatte er auf dem benachbarten Grundstück des Färbermeisters Dressel  einen Neubau für die Post errichtet. Dazu die Amtstraße auf einer Ansichtskarte mit Postempel Vorsfelde aus dem Jahr 1910.

                                  
Sicherlich führte der alte Postweg  von  Vorsfelde  weiter über REISLINGEN  bevor dann  das benachbarte Velpke erreicht wurde.
                                  
Nachfolgend Rückseitenausschnitt zur obigen Ansichtskarte geschrieben als Feldpostkarte in Reislingen mit Datum vom 26.8.1917 und Poststempel Vorsfelde vom 27.8.1917.

                                 
Aus dem besagten Postroutenweg noch ein Briefbeleg aus dem Jahr 1905 von Oebisfelde nach Wolfsburg. Ein Gerichtsbrief sollte den dortigen Pastor erreichen.             
                                          

                                    und hier noch einmal die umgekehrte Route von Calvörde nach Braunschweig

                                 

14.10.2014 unter dem Menüpunkt  VW – dies und das
folgt eine 6. Fortsetzung mit Ergänzungen  zur bisherigen Ausarbeitung.

Zum Kapitel REALISIERUNG und STANDORT VOLKSWAGENWERK  nachfolgend eine kurze  Ergänzung. Die damalige Standortsuche führte LAFFERENTZ als  zuständigen Geschäftsführer aus dem Bereich der finanzierenden Arbeitsfront in den Raum Braunschweig, Stendal und Magdeburg und dies wohl mittels Flugzeug. Es ist  meines Wissens  nach nicht belegt, aber vielleicht nutzte er zur Standortsuche im Sommer  des Jahres 1937 das neue Aufklärungsflugzeug Fieseler Storch mit extremen Flugeigenschaften für solche Erkundungsflüge.

                    
                              Fieseler Flugzeugbau – Kassel-Bettenhausen - noch in einer kleinen Zusammenstellung

                
Auf der Internationalen Automobil- u. Motorrad-Ausstellung Berlin 1939  stand sicherlich der kommende VOLKSWAGEN mit seiner Präsentation im Vordergrund. Zahlreiche Ansichtskarten belegen zu diesem Ereignis die „automobile Hoffung“ der Bevölkerung.
                                                    
                
Aber die ebenfalls  - wie üblich übrigens -  präsente Militärvariante findet sich aus dem Jahr 1939  seltener auf den Ansichtskarten zur Automobilausstellung  und deshalb  dazu einige Beispiele  zur Vervollständigung und Abrundung, denn auch die Kriegsvorbereitungen hatten wohl furchtbaren  Endspurtcharakter erreicht.

                                         
                       
Mit Beginn des Krieges 1939 wurden bereits die Rüstungsbestrebungen des Volkswagenwerkes  vorgestellt, um die Produktionsstätten in eigener Regie für eine spätere Zivilversion des Volkswagens  zu erhalten. In diesem Zusammenhang waren auch die Junkers-Werke-Dessau  erwähnt worden mit ihrem Interesse am neu errichteten VW-Werk. Porsche seinerseits versuchte für die Junkers-Werke zu produzieren, um Rüstungskontingente zu erhalten und die Eigenständigkeit im VW – Werk zu erhalten. Dazu noch  weitere Absenderfreistempel aus Dessau.

                                   
                               
                                    

Aus der Vorstellung zu den Jubiläen in Wolfsburg können 2 weitere Ereignisse philatelistisch belegt und nachträglich eingereiht werden. Einmal das 20jährige Jubiläum des VVD  und das 50jährige Stadtjubiläum.

                                  
                                                               
Die Schillermühle war kurz Thema in der postgeschichtlichen Vorstellung und dazu noch einmal ein Detailausschnitt einer Ansichtskarte aus Wolfsburg mit der Mühle am Schillerteich  im Hintergrund und mit den  umgebenden Bauten.

                        
Ansichtskartenausschnitt (M. W. Veith, Helmstedt) mit der Stadtbebauung und im Hintergrund noch die alte  Mühle am Schillerteich.

Auch noch ein Sonderstempel mit dem Porträt von Prof. Dr. Nordhoff aus dem Jahr 1999 ist ein interessanter Fakt zur Vervollständigung im Thema Volkswagen.

 


30.09.2014 unter dem Menüpunkt  VW – dies und das
folgt eine 5. Fortsetzung mit Ergänzungen  zur bisherigen Ausarbeitung.

Es bedarf in der 5. Fortsetzung im Menüpunkt VW – dies und das an dieser Stelle noch einmal der Nacharbeitung im Kapitel POSTGESCHICHTE – REGION WOLFSBURG.  Zunächst einmal der Hinweis, dass die Landpoststelle Wolfsburg - zugehörig dem Postamt Vorsfelde - nicht wie zunächst behauptet - bis 1933 ihre Präsenz hatte, sondern  dies war vermutlich bis zum Jahr 1945 der Fall. Bis 1933 firmierte der Landpoststempel Wolfsburg allerdings zweizeilig mit  Wolfsburg und darunter Vorsfelde  Land. Die beiden nachfolgenden  Postkarten bezeugen die Landpoststelle mit Stempel  ab 1934 und  zweizeilig Wolfsburg  über Vorsfelde  und ferner korrekte Entwertung  der Briefmarken  in Vorsfelde aus den Jahren 1934 und 1937 mit Poststempel Vorsfelde-Land.

                                   
Daneben gab es – wie schon früher ausgeführt - die Landpoststelle in Heßlingen ab Juni 1928 im Gasthaus „Brandenburger Adler“ mit  nacheinander den Gastwirten  Müller,  Cramm und Wolter von 1928 bis 1938, die jeweils auch Posthalter waren.

                                             Postkartenausschnitt „Gruß aus Heßlingen“  ca. aus dem Jahr 1935

                                                                                                  
Der obige Landpoststempel Rothenfelde-Hesslingen Vorsfelde Land war wohl in dieser Form bis 1933 im Einsatz. Zwischenzeitlich war politisch im Jahr 1928 der Gutsbezirk  Wolfsburg  zur Dorfgemeinde Heßlingen gekommen und mit der preußischen Gebietsreform von 1932 kamen dann die bis dato zum Gardelegener Kreis gehörigen Gebiete Wolfsburg, Heßlingen und Hehlingen zum Kreis Gifhorn und damit aus der Provinz Sachsen in die Provinz Hannover. Dieser Umstand sollte  bei der Teilung Deutschlands am Ende des 2. Weltkrieges noch einmal für  die Region Wolfsburg von wesentlicher Bedeutung sein und werden.

                        
Der neue Landpoststempel auf der Nachnahmekarte mit Absenderstempel der Gräfl. v. d. Schulenburg`schen Mühlenwerke „Schillermühle“ ist zwar mit Pfeil markiert, allerdings schlecht sichtbar und daher noch einmal  im Detail abgebildet.
Mit der Entscheidung zum Bau des Volkswagenwerkes traten dann auch postalisch deutliche Veränderungen in relativ kurzer Abfolge ein. Die Poststelle Heßlingen wurde noch einmal für ca. 2 Monate im Mai und Juni 1938 in den Gasthof Dieckmann verlegt. Nachfolgend der Gasthof Dieckmann in Rothenfelde als Lithografie-Ausschnitt aus dem Jahr 1899 und dann noch  einmal auf einer Ansichtskarte und abgestempelt Vorsfelde (nicht abgebildet) im Jahr 1927.
                                               
                           
                          Hier  die damalige Topografie der Ortsteile Rothenfelde und Hesslingen im Detail (WIKIPEDIA)

                                                               
Der massive Zuzug 1938  von Arbeitskräften auch aus Italien zur Errichtung des VW- Werkes überforderte die Landpoststelle in Heßlingen und das Postamt Vorsfelde errichtete ein Barackenpostamt im Lagerbereich der entstehenden KdF – Stadt.

                
Erster Poststempel im Barackenpostamt der Stadt des Kdf – Wagens  mit Dokumentation des Einsatzzeitraumes vom  1.4. bis 31.8. 1938

                    
Belegmaterial aus der nur 4monatigen Zeit ist natürlich selten anzutreffen, dennoch dazu auch eine Postkarte mit Datum vom 4.8.1938 und Postamtsstempel ROTHENFELDE über VORSFELDE (Detailansicht etwas im Kontrast verstärkt). Dann folgte bekanntermaßen  der Stempel STADT DES  KdF – Wagens und der Sparbucheintrag zeigt vermutlich einen neuen Letzttag der Verwendung  mit Datum vom 12.9.1945 und Kennbuchstaben d !

             
Auch zur WOLFSBURG an dieser Stelle eine kleine Nacharbeitung. Zunächst der Wolfsburger Sonderstempel vom 24.8.2002  vom „Fest im Glanz“   zum 700jährigen Schloss.

                                                                        

                                                  Dazu auch noch einmal eine Holzstichansicht aus dem Jahr 1883

                                  
Im Jahr 1883 erschien im Verlag J.-F. Richter  die Ausgabe „Bilder aus der Altmark“ von Herman Dietrichs und daraus oben einen Holzstich von H. Benndorf  mit Blick auf die Allerbrücke vor der stattlichen Wolfsburg mit einem Reiterpaar.  Dazu passend eine seltene  CDV-Fotoansicht ca. aus dem Jahr 1870 und im Kontrast verstärkt  aber mit erkennbar Personen und einer Kutsche auf der Brücke.

                                                          
          Nachfolgend noch einmal die Allerbrücke  in Alt-Wolfsburg mit Blick nach Norden auf die Oberförsterei.

                
Die Schulenburg`sche Oberförsterei in Alt-Wolfsburg auf einer Ansichtskarte abgestempelt im Jahr 1914  mit Poststempel NORDSTEIMKE im AMT VORSFELDE. Die Oberförsterei lag gegenüber vom Schloss an der Allerbrücke in  Richtung Marienkirche in Alt-Wolfsburg.

       
Obige Ansichtskarte zeigt links noch einmal die Oberförsterei des Grafen von der Schulenburg in Alt-Wolfsburg  aus dem Jahr 1927. Geschrieben als Geburtstagskarte  vom Rothehof  nach Königslutter mit Stempel Vorsfelde. Beim großen Wirbelsturm am 22. Juli 1910 wurde übrigens das Schieferdach der Oberförsterei über das nördliche Nachbarhaus hinweg gegen die Kirche geschleudert und Dachsparren blieben dort wie Speere im Kirchturmgebäude  stecken. 


12.09.2014 unter dem Menüpunkt  VW – dies und das
folgt eine 4. Fortsetzung mit Ergänzungen  zur bisherigen Ausarbeitung.

Die Ausarbeitung beschäftigt sich im Nachtrag etwas näher mit der Tullio Cianetti - Halle, ferner mit Veranstaltungen und Feierlichkeiten nach 100 und 150 Jahren zum „Lied der Deutschen“ durch Hoffmann von Fallersleben.

Im amtlichen Organ der Deutschen Arbeitsfront einschließlich der NS -Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ erschien im August 1938 ein Bericht über den Aufbau des Volkswagenwerkes und der KdF – Stadt. Nachfolgend einige Ausführungen zum zentralen Veranstaltungsort mit der KdF – Halle in der neu gegründeten Stadt am Mittellandkanal bei Fallersleben.

                                    
                                                        
Im obigen Bild erkennt man die ersten Holzträger der KdF – Halle und im Hintergrund  die Baracken des Gemeinschaftslagers der zukünftigen Stadt des KdF – Wagens.

              
                                       Hier noch einmal die Lage der Cianetti Halle (Plan 1943) an der Clausewitzstraße                       

Die KdF – Festhalle im Gemeinschaftsbarackenlager der zukünftig geplanten Stadt des KdF – Wagens benannte  die Arbeitsfront nach dem Leiter der italienischen „Schwesterorganisation CFLI“  TULLIO CIANETTI  HALLE. Damit wurde anfangs den italienischen Arbeitern zumindest das Gefühl  einer ehrenhaften Wertschätzung vermitteltet, wenn auch Rotwein und Spagetti  erst auf heftigen Protest hin in die Stadt des KdF – Wagens herangeschafft wurden. Die spätere Lage der Italiener nach der Kapitulation im 2. Weltkrieg  war dann geprägt als „Verräterrolle“  und  wurde zum Internierungsgrund  der verbliebenen Arbeiter mit entsprechender Geringschätzung.

Hier aber noch einmal  die Arbeiterführer  der totalitären Regime Italiens und Deutschlands  aus der Schrift der Deutschen Arbeitsfront  DEIN KdF – WAGEN von 1938.

                                           
Nachfolgend die errichtete Cianetti-Halle noch mit Trampelpfaden, Tiefbauarbeiten, Verwaltungsbaracken und das VW – Werk im Hintergrund.

                             
                     
                                         Ansichtskarte mit Blick auf die Cianetti-Halle  und das umgebende Barackenlager

                     
                                Die Cianetti-Halle war der zentrale Veranstaltungsort in der Stadt des KdF – Wagens
                                        Hinweis aus einem Brief zum Treffpunkt in der zentralen KdF – Halle.           
                 
                              Neben kleineren Aufenthaltsbereichen waren auch Räume für Kinovorstellungen vorhanden

                         
                                                        Die Halle war dann  den Großveranstaltungen vorbehalten

                         
                                                                         Dazu ein passendes Veranstaltungsfoto

                      
Jahrhundertfeier des DEUTSCHLANDLIEDES in der geschmückten Tullio-Cianetti-Halle in der Stadt des KdF – Wagens am 27.8.1941. Reichsorganisationsleiter der Deutschen Arbeitsfront Dr. Robert Ley  hält die Abschlussrede der Feierlichkeiten. SA – Standartenführer im Hintergrund auf der Bühne. Foto Atlantic Pressebilderdienst Berlin 1941 und Copyright bei WIEN – BILD (vormals Agentur Schostal). Zeitlich passend dazu eine Ansichtskarte  aus Fallersleben u.a.  auch mit einer Adolf Hitler Straße.

                              
                                             das Deutschlandlied 1841 niedergeschrieben  auf der Insel Helgoland

   
50 Jahre später gedachte Deutschland erneut an das Jubiläum „DAS LIED DER DEUTSCHEN“  mit einer Sondermarke für den Dichter  HOFFMANN VON FALLERSLEBEN und dazu gab es auch dann auch in Wolfsburg  einen passenden Sonderstempel  zur  erneuten Museumseröffnung im Schloss Fallersleben. Das ursprünglich  eigenständige  Fallersleben mit Stadtrechten seit dem Jahr 1929 wurde bei der Gebietsreform im Jahr 1972  in das   Stadtgebiet Wolfsburg  eingegliedert. Sicherlich eine Perspektive, die im Jahr 1941 mit dem  Provisorium der neu gegründeten Stadt des KdF – Wagens  niemand voraussehen konnte!

                    
Ferner findet sich im obigen Ensemble noch eine Vorausentwertung angemeldet am Postamt  Schiffweiler 2 zum 45. Bundestag des BDPh mit Hinweis auf 150 Jahre Deutschlandlied.


02.09.2014 unter dem Menüpunkt  VW – dies und das
folgt eine 3. Fortsetzung mit Ergänzungen  zur bisherigen Ausarbeitung.
Im  Menüpunkt Planung und Bau von Werk und Stadt   können noch 2 Ansichtskarten  eingefügt werden mit Detailansichten vom Kraftwerksbau in der Stadt des KdF – Wagens. Die Fotos wurden aus süd-westlicher und süd-östlicher Richtung aufgenommen.

                               
                               
Im amtlichen Organ der Deutschen Arbeitsfront einschließlich der NS - Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ erschien im August 1938 ein  interessanter Bericht über den Aufbau des Volkswagenwerkes und der KdF – Stadt. Daraus nachfolgend ein Bildausschnitt.
                                                           
Das folgende Foto zeigt noch „Trampelpfade“ zur errichteten Tullio Cianetti – Halle, Tiefbauarbeiten sind linksseitig zu erkennen und zur Bahn hin schon Baracken des Gemeinschaftslagers aus dem Bereich der Verwaltungs- und Bankeneinrichtungen.

                            
Zur Grundsteinlegung wurde in der Abhandlung ein „Fahrendes Postamt“ der DDR – Post vorgestellt und kann durch ein Foto des original Postwagens der Reichspost  ersetzt werden. Die Dienststunden sind von 10-20 Uhr angeschlagen und es gab einen Postschalter nur für Sonderstempel und einen Schalter für die Wertzeichenabgabe und  Aufgabe von Einschreibsendungen.

                         

Die Geschäftsstelle der Deutschen Bank in der KdF- Stadt wurde im Lageplan gekennzeichnet und hier wurde auch der wichtige Geldverkehr für das Ausland geregelt insbesondere für die angeworbenen Arbeiter aus Italien 1938. Nachfolgend Vorstellung der DEUTSCHEN BANK auf Briefpapier mit Übergang  von der Stadt des KdF – Wagens zur Stadt Wolfsburg.

                      
Briefpapiervordruck der Deutschen Bank aus der Zeit des KdF – Wagens unter Weiternutzung im Dezember 1946. Dabei wurde 2x  der Schriftzug Stadt des KdF – Wagens mit Wolfsburg überdruckt und einmal bei der Telefonnummer belassen ohne Überdruck. Interessanterweise wurde die Stadt des KdF – Wagens schon mit der Postleitzahl 20 ausgewiesen, damit resultiert der Briefvordruck vermutlich aus dem Jahr 1944.


26.06.2014

Der KdF – Wagen wurde Propagandaträger Nummer 1. Nachfolgend die Fahrt nach dem Motorradrennen am 7.8.1938 auf dem Sachsenring mit dem DKW -  Doppelsieg  durch Kluge und Petreuschke. Hier auf einem Foto im Bensheimer Tageblatt vom 9.August 1938. Das  Volkswagen - Cabriolet steuerte übrigens Hühnlein  (Korpsführer des NSKK und Präsident der „Obersten Nationalen Sportbehörde für die Deutsche Kraftfahrt“).

            

Schon in der letzten Vorstellung unter VW – dies und das  wurde der KÄFER als Werbeträger in der Philatelie vorgestellt. Nachfolgend noch ein Freistempelbeispiel aus Wolfsburg

             
                  Die Polizei in Wolfsburg „lehnt sich natürlich im Werbeteil des Absenderfreistempels an einen Käfer “ !          

Die ADLERWERKE wurden im Thema VOLKSWAGEN schon mehrfach vorgestellt spez. im Menüpunkt allg. automobile Entwicklung.  Zur Erinnerung hier noch einmal ein kurzer Rückblick.
Mit den Adlerwerken – vormals der H. Kleyer AG -  ist eine weitere renommierte Autofirma anzuführen, die unter dem Erstgründer Heinrich Kleyer 1880  ihren Ausgang auch über die Fahrradherstellung nahm. Zur Jahrhundertwende 1900 kamen die Auto- und Motorradproduktionen am Stammsitz in Frankfurt/Main hinzu. Fortschrittliche und technisch richtungsweisende Automobilkonstruktionen mit u.a. 2 Bremssystemen, Motor- und Getriebeverblockung und Kardanwellenentwicklung  brachten den Erfolg  mit  einem Fünftel der deutschen Autoproduktion  Ende der 1920er Jahre. Unter dem Konstrukteur H.G. Röhr wurden Einzelradaufhängung und Frontantrieb in den 1930er Jahren weitere wichtige technische Innovationen.

Nachfolgend  noch einmal der Absenderfreistempel als Komusinaentwurf aus dem Jahr 1928.                                                                                   
          
                                       und nun noch die Francotypausführung mit neuem LOGO aus dem Jahr 1931.
          

Im Menüpunkt  Kriegsende,  Amerikaner und Briten in Wolfsburg  wurde Heinrich Nordhoff als neuer deutscher Manager im November 1947 im Volkswagenwerk bereits vorgestellt.

                                             Heinrich Nordhoff

Nordhoff - mit automobiler Erfahrung bei General Motors - war wichtiger und erfolgreicher Werksleiter im OPEL - LKW – Werk Brandenburg während des Krieges. Die „Blitz“ – LKW waren die tragende Säule der  Deutschen Wehrmacht gewesen  und unter dieser Perspektive war eine Wiederanstellung  für  GM  -  Amerika von  Nordhoff  nicht vorstellbar.

                     
Zum obigen Absenderfreistempel mit dem OPEL-BLITZ-Werk in Brandenburg kann nun noch ein  seltener Freimarkenstempler (584 aus Dresden) des Automobilhauses  Louis Glück passend hinzugefügt werden.

                    

Nordhoff nahm also dafür  das Angebot  der  Briten in Wolfsburg  an. Mit seinen Managementerfahrungen  im Automobilsektor  und seinem  akribischen  Arbeitseinsatz   konnten sich die Mitarbeiter identifizieren und spez. nach der Währungsreform wurde Werk und Auto zum Wirtschaftswundersymbol der Deutschen Nation und der jungen Deutschen Bundesrepublik  mit Gründung September 1949.

Vernachlässigt wurde  in der Abhandlung Kriegsende,  Amerikaner und Briten in Wolfsburg, dass durchaus nach Kriegsende schon vor  Nordhoff  mit Dr. Hermann Münch ein deutscher Treuhänder  unter der britischen Geschäftsführung  tätig war. Er wurde Juni 1946 auch Generaldirektor der Volkswagen AG,  empfahl sich als Jurist  mit Erfahrung in Industriegesellschaften und in der Nachkriegszeit durch seine NS- distanzierte Vergangenheit.
Nachfolgend ein Schreiben  Münchs mit Datum vom 5. Juni 1946 mit seiner Wohnadresse auf dem Steimkerberg  mit dem Birkenweg 28.

                  
Der Wunsch der Briten  in der schwierigen Nachkriegszeit einen eher zusätzlich noch technisch versierten  Werksleiter  zu finden, führte dann zur Berufung von Nordhoff und Münch schied  enttäuscht und desillusioniert  ob dieser Ablösung bei der Volkswagen AG aus. Allerdings sind retrospektiv seine Verdienste um Volkswagen  durchaus erwähnenswert mit der Verlegung des VW-Geschäftssitzes von Berlin nach Wolfsburg, Einführung einer verbesserten Kostenkontrolle und   Ansätze zur Mitbestimmung der Arbeitnehmerschaft.

Auch Entwicklungen  der Wolfsburger KfZ - Betriebe wurde schon einmal  vorgestellt und hier noch zwei Ergänzungen. Zunächst einmal noch ein Brief der KfZ-Reparatur-Werkstatt  und Fahrschule HEINRICH SCHWEN, der mit Briefdatum vom 24.11.1945 noch in der Arndstraße firmiert und dies wurde  die heutige Lessingstraße.

                    
Ferner hier noch das AUTOHAUS WOLFSBURG von H.-W. Knott mit einem  Absenderfreistempel aus dem Jahr 1963.

             
1957 gründete Hans-Wolfgang Knott das Autohaus Wolfsburg  mit VW- und später AUDI – Vertretung. 1988 übernahm Wolfgang Heitmann  das Autohaus Wolfsburg von Knott  und mit Ausweitung nach Vorsfelde und Fallersleben. 1998 übernehmen Heitmann und Hotz noch das alte KfZ - Unternehmen Schade in Wolfsburg und fusionieren schon 1999 zum AUTOHAUS HOTZ und HEITMANN, WOLFSBURG mit Folge starker Expansion u.a. Braunschweig, Salzwedel, Detmold, Lage, Lemgo und Bad Salzuflen und mit den Marken VW, AUDI  und SKODA.

                                                     

11.06.2014
Die erste Einstellung im Thema VW – dies und das  eröffnet damit ein buntes Bild  zum bisherigen Thema VOLKSWAGEN  ohne Anspruch auf eine chronologische Beziehung oder thematische Einordnung.

In den  Menüpunkten Standortwahl, Planung und Bau wurden auch mehrfach  die HERMANN GÖRING WERKE in DRÜTTE bei BRAUNSCHWEIG  erwähnt und dazu nachfolgend ein  Absenderfreistempel, der auch nachträglich passend in die Ausarbeitung eingefügt wurde.

                  
Nun folgt ein nachträglicher Hinweis, um Missverständnissen vorzubeugen. Die KdF- Sparkarten  weisen in der ersten und roten Serie eine Gebührenmarke über 1 RM für die Bearbeitung  im Stil der Kdf-Wagen-Sparmarke zu 5 Reichsmark auf. Diese Gebührenmarke vorderseitig war aber  eingedruckt und keine lose Klebemarke. Dazu folgend noch einmal ein Detailausschnitt.
                                                        
Folgend einmal  Paketversendungsdokumente zum Volkswagen aus 70 Jahren VW – Geschichte von 1944 bis 2014.

                                                         
                            
                             
Die VW – Werbung für den PHAETON wurde schon einmal als sehr selbstbewusst vorgestellt. Vielleicht hatte man sich am Absenderfreistempel der Stadt FRANKFURT aus dem Jahr 1936 orientiert, dessen Aussage  sich diesbezüglich kaum noch steigern lässt.

                                
                                
Überzeugend reicht grafisch ein Strich im Werbestempel und auch in der Werbekarte der Volkswagen Canada Ltd., um den VW - Käfer in seiner Silhoutte unverwechselbar zu definieren!
              
Die Werbekampagnen der VW-AG waren häufig sehr originell und hatten schon immer das nötige Selbstbewusstsein für Ihr Produkt: den KÄFER.  Dazu eine Werbung aus dem Jahr 1967 der Volkswagen - AG, Wolfsburg.

                                                 
Auch Jahre nach der Produktionseinstellung bleibt der KÄFER ein erinnerungsträchtiges und anscheinend  auch werbewirksames Motiv, wie es der Absenderfreistempelabschlag der Sparkasse Steinfurt  im FRANKIT-System aus dem Jahr 2010 belegt.

            
Auch die  professionelle Philatelie greift  mit  dem Markenheftchen und Marke individuell das KÄFERMOTIV  auf und weiß sich seinen Mythos zur Aufmerksamkeit zu nutzen.

                                
                                
Die Bausparkasse Schwäbisch Hall  offeriert nicht weniger werbewirksam den VW-Transporter Bulli ebenfalls auf einer Portocard individuell  

                                 
                                                                         und dazu die zugehörige Innenansicht

                                 
Auch die Versandstelle selbst der Deutschen Post AG  wirbt vorderseitig mit ihrer aktuellen Philateliekompakt  Broschüre mit dem VW-Bulli  als Freizeitmobil aktuell im Mai 2014.

              
Da die VW- Transporter etwas „zu kurz“ gekommen sind, folgt noch einmal passend eine Serie  von  Absenderfreistempeln  an dieser Stelle zum  ehrwürdigen Typ 1.  

                                                        
Dazu noch eine Anzeige  der VW-AG, Wolfsburg aus dem Jahr 1962  mit der „sagenhaften“ Preisangabe von 5.745.-DM.

                                                              

                                Auch  zu Wolfsburg  noch einmal beispielhaft neuere Absenderfreistempel zur Ergänzung

                                     

Fortsetzung soll folgen, allerdings im Menüpunkt VW - dies und das  zukünftig oben anstehend und eingereiht.




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