Deutsche Postautomation

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ATM – Vordruck  "grüne" ATM


Zur Basisvorstellung der Automatenmarken habe ich  von der ersten ATM- Ausgabe die damals systembedingten unterschiedlichen und niedrigsten Wertstufen zu 5 und 10 Pfennigen gewählt. Auch  für die späteren Automatenvordrucke habe ich dieses Wertstufenprinzip  beibehalten, um ein möglichst konstantes Bild zu erhalten und nicht noch mehr verwirrende Wertstufen  abzubilden. Es wird also zum Verständnis der Auflistung hingewiesen, dass diese Trennung der Wertstufen damit die damals verschiedenen  Wertzeichendrucker berücksichtigen soll. 5er Wertstufen waren nur in den SWZD ( Schalterwertzeichendrucker ) Typ Klüssendorf 651, 667 und 829 programmiert und nicht in den MWZD (Münzwertzeichendrucker) Klüssendorf Typ 631 und 696 und ebenso nicht in den  Nagler  Typen 101, 102 und 104.
Welche Basisversionen können nun in der 1. ATM – Ausgabe unterschieden werden.

    Mi 1.1
In Drucktype I  von 5 bis 9995 Pfennigen  mittels SWZD Klüssendorf  Typ 667; Gummi gelb (Mi u), Stern und Unterdruck gelb-grün (Mi h) und  grünlich-oliv  (Mi i).

           Mi 1.1
In Drucktype II  von 5 bis 9995 Pfennigen mittels SWZD Klüssendorf Typ 651, 829; Gummi gelb (Mi u) und weiß (Mi v), Stern und Untergrund gelb-grün (Mi h) und grünlich-oliv (Mi i).

           Mi 1.1
In Drucktype I und II von 10 bis 9990 mittels MWZD Klüssendorf Typ 631 (beschränktes vorprogrammiertes Spektrum), Klüssendorf Typ MWZD 696 (unbeschränktes Spektrum in 10er Schritten über E- Taste),  Klüssendorf Typ SWZD 651 und 829 ( unbegrenztes Spektrum),  Gummi gelb (Mi u) und weiß (Mi v). Stern und Unterdruck gelb-grün (Mi h) und grünlich-oliv (Mi i).
Nur Drucktype I SWZD 667 (unbegrenztes Spektrum), Stern und Unterdruck gelb-grün (Mi h) und grünlich-oliv (Mi i) und Gummi nur gelb (Mi u).

        Mi 1.2
Naglerdruck von 10 bis 9990 Pfennigen in 10Pfennig -  Schritten mittels Nagler Typ N101, N102, Gummi gelb (Mi u) und weiß (Mi v), Stern und Unterdruck gelb-grün (Mi h) und grünlich-oliv (Mi i).

          Mi 1F
Naglerdruck von 10 bis 9990 Pfennigen mittels Nagler N104 und N709, Gummi gelb (Mi u) und weiß (Mi v), Stern und Unterdruck gelb-grün (Mi h).

Die 5 vorgestellten Basisversionen der 1.deutschen ATM – Ausgabe wurden den jeweils möglichen Druckwerken zugeordnet, die Gummiversionen wurden aufgeführt und ebenso die im Michel notierten Farbvarianten berücksichtigt und die Unterscheidung noch nach Drucktype I und II  dokumentiert.
Die folgende Tabelle soll diese Basisversionen der „grünenATM“ noch einmal zur besseren Übersicht verdeutlichen. Irrtümer  in der Auflistung sind vorbehalten. Die Preisangabe korreliert für die jeweils systembedingte niedrigste Wertstufe. Bei schwierig einschätzbaren  Preisansätzen steht -,- als Verweis auf  einen aktuell möglichen Tagespreis.

           
? =  Existenz bis dato (mir) nicht bekannt;  / = nicht möglich;  -,-  Preisansatz = Tagespreis
FDC und Briefe „aus der Zeit“ einfache Form und Frankatur
Die Klüssendorf - Unterscheidungen sollen spez.die 5er und 10er Wertstufen berücksichtigen.

Nach der Vorstellung der Automatenmarke Michel Nr.1 in ihren Basisversionen folgt die Auflistung nach Satzvarianten. Hier möchte ich das herkömmliche statische Listensystem zu Gunsten einer Abhandlung  nach chronologischen Möglichkeiten unter Berücksichtigung auch der Druckersysteme vorstellen. Dies wird sicherlich nur durch erklärenden Text  eine sinnvolle Veranstaltung. Ein Versuch ist es wert.

Der erste Tastensatz entsprach auch gleich dem ersten Versandstellensatz. In der Versandstelle Weiden wurden die ATM bis ca. August 1982 auch mittels Klüssendorf Typ 631 produziert.

Der MWZD 631 von 1981 bot 14 wählbare Einzelwertstufen im Tastenfeld mit 10, 40, 50, 60, 80, 90, 100, 120, 140, 150, 180, 210, 230 und 280 Pfennigen und besaß zusätzlich 6 Mehrfachtasten mit 5x 40, 10x 40, 4x 50, 10x 50, 5x 60, 10x 60 Pfennigen.
Die Geräte in Weiden hatten für die Versandstellenproduktion einige geringe Änderungen aufzuweisen. Die Marken wurden zur leichteren Kontrolle und Sortierbarkeit in eine Auffangschale ausgeworfen, eine Münzbedienung war nicht erforderlich. Die Mehrfachtasten waren durch "100 Stückversionen" ersetzt und die Taste "10x 60" war rot seitlich markiert und ergab bei der Versandstelle den Ausdruck eines kompletten Tasten – und in diesem Fall auch Versandstellen-Satzes zu DM 17,40. 
                              
                                               
Die Maximumkarte der Fa. MaxiPhil zur Ausgabe 1.7.1982 zeigt eine Dame beim Sortieren in der Auffangschale. Die Marken wurden dann in Versandstellentüten verpackt, die mit unterschiedlichen Kennzeichnungen den Inhalt  bzw. einen Satz  belegten. Dabei wurde noch teilweise mit Bedienerbuchstaben oder Kennziffern zur Kontrolle abgezeichnet. 

                            
  
Die Abbildungen zeigen Versandtüten für ATM. Links einmal ein sehr frühes Datum mit August 1980 (!) als Satzvariante und rechts eine 100erVersion für 10Pfennigmarken aus März 1981.
Hier noch einmal der Hinweis, dass die Inhalte unberührter VS-Tüten natürlich optimale Satzbilder liefern.
Im Gegensatz zu den Straßenautomaten mit Geldeinwurf wurden die MWZD in Weiden bargeldlos nach Schlüsselfreischaltung bedient. Der Herstellungsaufwand der ATM war in dieser Form  schon eh zeitlich genügend belastet.
An dieser Stelle ein kleiner Ausflug zu den Mengenverhältnissen. Von W. Schießl, Hofolding stammen freundlicherweise  Daten zu den Druckmengen. So wurden im Jahr 1980 zur Vorproduktion der deutschen Automatenmarken 13290 Rollen a` 2000 Marken bereitgestellt. Die errechenbaren ATM- Vordrucke liefern eine stolze Zahl von 26,58 Millionen. Es war damals die Zeit von 30 Millionen - Auflagen für eine Sondermarke. Die 26 Millionen ATM sind aber gedanklich aufzuteilen in Bestellungen auch von Einzelwerten in hohen Auflagen für die MaxiPhilatelie, Stempelzwecke und die Menge der Satzware reduziert sich weiterhin schon durch die 14 Wertstufen erheblich. Dennoch ist das Angebot aus Sammlungsauflösungen gerade für den ersten „grünen“ ATM – Satz noch in recht großer Zahl vertreten. Dafür sollten aber Qualitätskriterien beachtet werden mit einheitlichem Druckbild im Wertzeilenaufdruck, einheitlicher Farbton im Markenvordruck und einheitliches Typenbild, denn nur bis August 1982 lieferte die Versandstelle den ATM- Satz VS in Drucktype I und die Straßenautomaten wechselten schon ab 1.7.1982 ihr Wertespektrum!

                        
                                         Die Abbildung zeigt den Tasten- bzw. Versandstellensatz 1 in Drucktype I.

Das etwas mickrige D in DBP fand sich häufig in der Versandstellenproduktion, ebenso wie der etwas bräunlich wirkende Farbbandton. In welchen Varianten gibt es nun diesen ersten deutschen ATM- Satz.
Zunächst einmal in der Drucktype I. Die Versandstelle lieferte diesen Satz dann noch ab August 1982 auch in Drucktype II aus. Dann wäre noch die Differenzierung in gelb-grün und grünlich-oliv im Bereich Stern und Untergrund möglich und ferner brachte eine Nachbestellung aus Ende 1992 und Anfang 1993  noch die weiße Gummivariante  hervor! Letzteres ist mir nur als gelb-grüne Farbvariation bekannt und natürlich nur in Drucktype II.
Nachfolgend dazu ein Versuch der tabellarischen Satzauflistung. 

 
Eine Satzvariante mit Drucktype II und Gummi weiß und Stern und Untergrund in grünlich-oliv ist mir nicht bekannt und höchst unwahrscheinlich.

Posttarifänderung 1.7.1982


Die Portotarifänderung zum 1.7.1982 hatte  naturgemäß eine Umrüstung der Münzwertzeichendrucker an ihren Versuchsstandorten zur Folge und auch das Versandstellenangebot  in Sachen ATM reagierte dementsprechend. An dieser Stelle noch einmal der wichtige Hinweis, dass in den Anfangsjahren der deutschen Automatenmarken die Versandstellen auch stets postfrische Einzelwerte aus den Satzkonstellationen abgaben und diese auch anfangs mit eigenen Bestellnummern belegt hatten. Später reichte die Angabe des gewünschten Wertaufdrucks und die entsprechende Mengenangabe in den dazu vorbereiteten Bestellformularen. Ich verweise zum weiteren Verständnis auch auf den ausführlichen Menüpunkt ATM und Versandstelle

Der Klüssendorf  MWZD Typ 631 wurde am 1.7.1982 auf folgende Wertziffern umgerüstet.

Die Wertstufen zu 40, 90, 140, 150, 180, 210 und 230 Pfennigen wurden durch die Wertstufen zu 20, 70, 110, 130, 190, 250 und 300 Pfennigen ersetzt.

Der Automatensatz am Gerät enthielt also die Einzelwerte 10, 20, 50, 60, 70, 80, 100, 110, 120, 130, 190, 250, 280 und 300 Pfennige.
                                           Die nachfolgende Abbildung zeigt den sog. Tastensatz 2 in der Drucktype I

                                   
Auch die Besetzung der Mehrfachtasten wurde wie folgt verändert 10x10, 5x20, 10x50, 5x60, 5x80, 10x80.
In dieser Drucktype I waren ab 1.7.1982 komplette Wertstufensätze als Tastensätze 2 (Mi 1.1)  der MWZD  an den Versuchsstandorten erhältlich, die noch einmal auf der Werbekarte der Deutschen  Bundespost zur  4. Internationalen Briefmarkenmesse in Essen aus dem Jahr 1982 aufgelistet sind.

         
Der nachfolgende Bestellschein der Versandstelle zum 1.7.1982 belegt die Bestellmöglichkeiten  für die Automatenmarken zur Portotarifänderung zum 1.7.1982.      
                       
Die Versandstelle in Weiden lieferte zur Portoumstellung 1.7.1982 die neuen ATM – Werte als sog.  Ergänzungssatz zu DM 10,70 mit den neuen Wertstufen an.

                                                          
Vorgestellt wird die Versandstellentüte zum Ergänzungssatz 1.7.1982 mit vorgedrucktem  Vermerk Automaten-Postwertzeichen DM 10,70 und frühem Produktionsdatum vom 24.2.1982 (Kontrollziffer 5). Die Einzelwerte daraus hatten eigene Bestellnummern und werden nachfolgend noch einmal als sog. Ergänzungssatz abgebildet.

                
                                                            Versandstellensatz 2 (Ergänzungssatz) 1.7.1982

Im Gegensatz zur Vorstellung im Einführungsteil zum ATM- Katalog sind hier die Ergänzungswerte in der Drucktype I abgebildet.
Zur Erläuterung des Bestellbogens der Versandstelle zum 1.7.1982 gehört noch der Hinweis auf die Nachbestellmöglichkeit der verbliebenen Tastensatzwerte aus dem Wertespektrum vom 2.1.1981. Allein aus dieser gleichzeitigen Bestellmöglichkeit heraus listet der MICHEL- Katalog wohl den Versandstellensatz 3 auf in der Zusammensetzung des Tastensatzes 2!
Die interessierten Sammler bestellten meist aber nur den Ergänzungssatz.
Tastensätze 2 und Versandsätze 3 können sicherlich mit vorhandenem ATM - Material aus dem ersten MWZD - ATM- Wertstufenspektrum und den Ergänzungswerten erstellt werden, lassen dann aber  in der Regel ein einheitliches Satzbild vermissen!
Zum weiteren Verständnis  der Satzwerte und der resultierenden differenten Preisansätze muss auch der nachfolgende Bestellschein der Versandstelle eingefügt werden, der zum September 1982 mit der Einführung  der Automatenmarken im Wertespektrum der Schalterwertzeichendrucker  von 5 bis 9995 Pfennigen erschien.

      
Es interessieren uns dabei an dieser Stelle zunächst nur die ersten beiden Bestellangebote. Es wurde bezüglich der ersten ATM -  Zusammenstellungen aus 1981 noch der Versandstellen und – Tastensatz 1 wieder (!) komplett angeboten und der Versandstellensatz 2 aus 1982 diesmal nur erneut mit seinem Ergänzungsspektrum  zum 1.7.1982. Auf die Werte zum SWZD werde ich später eingehen, denn erstmals wurden damit auch individuell gewünschte Wertstufen aus dem ATM- Spektrum angeboten.

Wichtig ist aber zu vermerken, dass bereits ab August 1982 die Versandstelle zur ATM – Produktion ihre Klüssendorf MWZD Typ 631 gegen SWZD Typ 651 ausgetauscht hatte, die grundsätzlich die Automatenmarken in der Drucktype II lieferten!

Es gab in einigen seltenen Ausnahmen auch einen SWZD Typ Klüssendorf 651, der in kurzfristigen Einsätzen in Drucktype I agierte. Es war ein Versandstellengerät aus Weiden, das  vermutlich mit Ersatzteilen bezüglich Typenrädern aus zurückgezogenen Geräten im EPOS I System bestückt worden war. Es traten also in Nürnberg bei der Ausstellung „150 Jahre Eisenbahn“ 1985, in Hof / Saale zum „Tag der Briefmarke“ 1985  und in Sindelfingen zur „Briefmarkenmesse“ 1986 dieses Ausnahmephänomen auf. Ich verweise in diesem Zusammenhang auf den Menüpunkt Listen/Tabellen und hier auf die Abhandlung SWZD Klüssendorf 651 und Sonderstandorte hin.

Einheitliche Tastensätze 2 und Versandstellensätze 2 in Drucktype I können somit eigentlich nur aus der kurzen Bestellzeit  in der Versandstelle Weiden bis August 1982 und von den wenigen  Versuchsstandorten stammen, die sukzessive später auf Drucktype II umgerüstet wurden. Dies geschah bereits erstmals am Versuchsstandort Postamt 61  Darmstadt 1 vermutlich aus Verschleißgründen schon zum 9.12.1982! Dabei kam es sogar in einem Fall durch Teilreparatur von Typenrädern noch zu Mischtypen mit Drucktype I und II innerhalb eines Wertaufdrucks. Dazu ist eine detaillierte Ausführung später am Ende des Katalogteils mit der „grünen“ ATM angedacht. Wie immer bietet das deutsche ATM – Gebiet also interessante Möglichkeiten zur differenzierten Betrachtung und  zur Spezialisierung. Denn zusätzlich wurden die MWZD dann noch ab 22.3.1984 auf die Quittungsabgabe umgerüstet. Dabei gibt es zu allem Überfluss durchaus noch Tasten Quittungssätze im Wertespektrum TS 2 in Drucktype I und in Drucktype II je nach früher oder später vollzogener Umrüstung der MWZD und ihrer Typenräder! Weiterhin ist in diesem Fall auch noch die weiße Gummivariante durch Nachbestellung aus dem Jahr 1992/1993 in alten Wertstufen zu vermelden, die sich allerdings in der Drucktype I ausschließt und nur in Drucktype II vorkommen kann. Zu guter Letzt darf dann noch die Farbvariation im Stern und Untergrund mit gelb-grün und grünlich-oliv nicht vergessen werden.

            
                                                             1.7.1982  Versandstellensatz 2 (Ergänzungssatz)
                
                                                1.7.1982 Tabelle Versandstellensatz 2 ( sog. Ergänzungssatz)

           
                                                      1.7.1982  Tastensatz 2 und entsprechend Versandstellensatz 3

                  
                                                      1.7.1982  Tabelle Tastensatz 2 und Versandstellensatz 3
Bei Tastensätzen mit Einzelquittungen sollten die obigen Preisansätze in der Relation gedanklich  verdoppelt werden.
                  

September 1982 ATM - Wertespektrum von 5 bis 9995  Pfennigen.


Die Beschäftigung mit dem ATM- Wertespektrum von 5 bis 9995 Pfennigen  mit Ersttag vom 27.9.1982 führt uns zunächst noch einmal zu den entwickelten Schalterwertzeichendruckern der Firma Klüssendorf in Berlin. Es wurden damals 2 Typen hergestellt, die in einigen wesentlichen Teilen baugleich waren! Da der SWZD Typ 667  aber online über den Computer mit Tastatur im EPOS I System gesteuert wurde, fiel dieser konstruktive Teil weg gegenüber dem SWZD Typ 651 mit Tastatur, Rechenwerk und Display. Mit den folgenden Abbildungen beider ATM- Drucker habe ich versucht diese Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu illustrieren.
                                                                                                       
                                                                                                           Klüssendorf SWZD Typ 667
           
              Klüssendorf SWZD Typ 651, rechts der praktisch baugleiche 667 Anteil.

Auch die Abbildung vom Typ 651 lässt rechtsseitig den Deckel  zum ATM- Rollenschacht erkennen. Es handelt sich um Werksfotos der Fa. Klüssendorf einmal in der Verwendung der Hagenbach Maximumkarte beim Typ 651 und im Verlag Th. Linke (Wickert-Druck) beim Typ 667. Ich verweise in diesem Zusammenhang auch auf die ausführlichen Abhandlungen zu diesen Druckern abrufbar auf der Menüleiste ATM dieser Webseite.
Der wesentliche und für die Philatelisten nun bedeutsame Unterschied resultiert aus den differenten Typenrädern im Wertstufendruck. Waren die SWZD 667 für den Betriebsversuch EPOS I  mit insgesamt nur 6 Druckern eine handverlesene Sondervariante und es wurden auch handgravierte Typenräder eingebaut mit der Folge der ATM – Drucktype I, aber seltsamerweise nur in 5 SWZD Typ 667. Die Erklärung liegt darin, dass von den 6 Geräten Klüssendorf 667 im Schalterbetrieb ein Gerät und zwar in Bonn am Schalter 2 in Type II druckte, die restlichen Geräte in Type I. Auch der 2. SWZD Typ 667 wurde übrigens schon relativ früh in Bonn auf die Drucktype II umgerüstet! Die „Groß“serie (ca.70 Automaten) mit dem SWZD Typ 651 erhielt dann die technisch standardisierte Spritzgussvariante der Typenräder mit den schon oben aufgezeigten Unterschieden zur Drucktype I.
Ferner war der EPOS I Betriebsversuch zeitlich limitiert mit seinem Ablauf zum 31.7.1984.
Da auch die Versandstelle, wie oben erwähnt, schon ab August 1982 zur ATM- Produktion den Drucker 651 nutzte,  können also im Spektrum von 5 bis 9995 die grünen ATM- Wertstufen  außerhalb der fest programmierten Wertstufen in den MWZD Typ 631 aus den Anfangsjahren in der Drucktype I nur aus den  5 SWZD im EPOS I System stammen und dies nur über einen recht begrenzten Zeitraum.  Die drei kurzfristigen Ausnahmesituationen dazu wurden bereits oben vorgestellt. Dies hat naturgemäß eine Auswirkung auf die Seltenheit dieser ATM und damit auf den Wertansatz.

 

Der Ausschnitt aus dem Bestellschein der Versandstelle Weiden zum September 1982  demonstriert nun die Details  für die Automatenmarken aus dem SWZD – Spektrum von 5 bis 9995 Pfennigen. Interessant ist der vorgeschlagene Versandstellensatz zu DM 3,45 mit den Werten zu 5, 55, 65, 85 und 135  Pfennigen. Nach den obigen Ausführungen gibt es nun diesen Versandstellensatz ( Michel VS 4) nun in weiteren uns schon bekannten Varianten. Zunächst einmal Drucktype I aus dem Klüssendorf Druckern 667 und zwar hier vorgestellt aus dem EPOS I System Wiesbaden mit Datum vom 26.7.1984. Die zugehörige EPOS- Quittung listet den Versandstellensatz 4 mit den Wertstufen 5, 55.65,85 und 135 auf und summiert zum Satzpreis von DM 3,45. Tagesstempel Wiesbaden 1 mit Datum vom 26.7.1984 und Kennbuchstaben ta.

                                
                                   7.10.1982 Versandstellensatz 4 in Drucktype I Drucker  Typ 667 Klüssendorf

Nachfolgend  nun noch die Drucktype II aus den Druckern Klüssendorf  Typ  651 und später noch Typ  829, den ich auch  noch einmal an dieser Stelle kurz vorstellen möchte.

                                         
Eingeführt wurde der Klüssendorf SWZD Typp 829 ab 1.2.1987 zunächst in den Versandstellen und auch an den Versandstellenschaltern in Berlin, Frankfurt und Regensburg s.a. entsprechende Kapitel auf der Menüleiste. Fotoausschnitt aus einer  FIDACOS Maximumkarte aus 1987 zum Klüssendorf SWZD Typ 829.

                            

27.9.1982 Versandstellensatz 4 in Drucktype II und in den Farben Stern und Untergrund gelb-grün (jeweils obere Reihe) und grünlich-oliv (jeweils untere Reihe)

Sicherlich gehören die oben abgebildeten VS 4 in Drucktype II aus Druckauflagen mit unterschiedlicher Farbgebung und die untere Satzreihe tendiert eindeutig in Richtung grünlich- oliv. Es existiert ferner noch aus der Nachbestellaktion  Ende 1992 bzw. Anfang 1993 noch die Ausgabe mit weißer Gummivariante, von der allerdings kein grünlich-oliver Farbton bekannt ist.  Auch hier nun die Tabelle mit den möglichen Formen im Versandstellensatz 4. 

                          
                                                                  27.9.1982  Tabelle  Versandstellensatz  4

Ein Preisansatz für den VS 4 in Drucktype I  erscheint mir ebenso  schwierig wie bei den grünlich-oliven Farbvarianten und müsste eigentlich mit Lp  für Liebhaberpreis aufgeführt werden! 
Erwähnenswert an dieser Stelle ist noch der Hinweis, dass die Drucktype I im Spektrum des Versandstellensatzes 4 zum 7.10.1982 ihren Ersttag hatte mit Inbetriebnahme des EPOS I Systems in Wiesbaden und Nutzung der dortigen SWZD Typ Klüssendorf 667 und damit 12 Tage später als die Drucktype II mit ihrem Ersttag vom 27.9.1982.

Der chronologische Ablauf im deutschen ATM- Geschehen verlief dann folgendermaßen weiter.  
Das Jahr 1987 war für den  Sammler der Automatenmarken in Deutschland  höchst interessant, denn die Amtsblattverfügung 128/1987 vom 16.2.1987 kündigte die Ausgabe von Automatenmarken der Landespostdirektion Berlin mit Abbildung des Charlottenburger Schlosses an. So wurden die MWZD Typ 631 der Fa. Klüssendorf aus Berlin- Spandau nun auch in Berlin mit Datum 4.5.1987 erstmals an 3 Standorten heimisch.
Die Vorstellung der einzigen Berliner Automatenmarke soll am Ende der Abhandlung zur „grünen“ ATM erfolgen und eingereiht werden vor der Sanssouciausgabe, um damit halbwegs eine chronologische Abfolge im deutschen ATM- Gebiet zu erreichen.

Nach fast 7 Jahren stand dann zum 1.4.1989 eine erneute bundesweite Portoänderung an.  


Es hatte seit 1986 die flächendeckende Installation der MWZD Typ 631 der  Berliner Firma Klüssendorf stattgefunden und ich füge zur Illustration Werksfotos an, die zumindest die äußeren Veränderungen der  recht imposanten und mannsgroßen MWZD im Bild festhalten.

                                                         
                                         
                                  I. Generation MWZD 631                                   II./III. Generation MWZD 631

Speziell in der technischen Ausrüstung waren im Inneren des Automaten doch wesentliche Dinge passiert  z. B. Umrüstung auf die mögliche Quittungsabgabe und Kassettenbestückung der Vordruckrollen für ATM und besagte Quittungen. Deutlich ist die gelbe Quittungstaste beim rechten Automaten  unterhalb des doppelreihigen Tastenfeldes erkennbar.

Zum 1.4. 1989  gestaltete sich die Umrüstphase der MWZD über mehrere Tage auf den neuen Posttarif. Bei ca. 400 Automaten war 1989 eine Umrüstung wie zum 1.7.1982 innerhalb eines Tages bei damals nur 15 MWZD nicht mehr möglich und eine  ferngesteuerte Onlinetechnik, die erst beim Sielaff- Automaten umfassend  zeitgleich  möglich werden sollte, gab es damals noch nicht.
Es entfielen die Wertstufen 50, 70, 110, 120, 130, 190, 280 und 300 Pfennige und dafür wurden neu die Wertstufen 140, 170, 180, 210, 240, 320 und 350 Pfennig installiert.

Der Bund- Tastensatz enthielt also die Einzelwertstufen 10, 20, 60, 80, 100, 140, 170, 180, 210, 240, 250, 320 und 350 Pfennige und die Mehrfachtasten waren belegt mit 10x10, 5x20, 10x20, 5x60,10x60, 5x100 und 10x100 Pfennigen. Ich erwähne die Mehrfachtasten ausdrücklich, da dadurch durchaus Quittungswertstufen über z.B.10DM und damit außerhalb der Satzwerte vorkommen können, die sonst den einen oder anderen Neuinteressierten im Thema ATM an dieser Stelle irritieren könnten!

                                     

Die Versandstellen boten nun ebenfalls neue Satzversionen an sowohl für die häufigsten Werte im SWZD- Spektrum als auch die neuen Ergänzungswerte im Umrüstungsspektrum der MWZD. Die folgende Abbildung belegt als Ausschnitt den Bestellschein der Versandstelle zum neuen Posttarif 1989 für die bundesdeutschen Automatenmarken. Zu diesem Zeitpunkt lief ja zeitgleich auch die Berliner Ausgabe der Automatenmarken und hier gab es einen separaten Bestellschein und ein etwas anderes ATM- Spektrum bedingt durch den Berliner Ortstarif. Ich verweise wieder auf das Kapitel ATM und Versandstelle der Menüleiste. 
          
   
Mit der angebotenen Auswahl 1 ist der Versandstellensatz  zum 1.4.1989 nur mit den Ergänzungswerten und damit nicht mit allen  Tastensatzwerten identisch!   

                                 

Die Auswahl 2 betraf das neue Versandstellenangebot bezüglich der Schalterwertzeichen mit ihren am Postschalter am häufigsten abgerufenen Werten.  
    
                                 
In der tabellarischen Zusammenfassung  entfallen ab diesem Zeitraum die Vorstellungen in der Drucktype I. Die MWZD 631 waren entsprechend alle umgerüstet, die SWZD 667 waren zurückgezogen und  die noch vorhandenen SWZD 651 und 829 produzierten die Drucktype II. Zur vergleichbaren Übersicht habe ich aber die Drucktypenzuordnung in den Tabellen belassen. Was bleibt ist die Differenzierung  in den Farben und auch hier gibt es die Satzwerte sowohl im Tastenspektrum als auch in den Ergänzungswerten der Versandstelle mit weißem Gummi aus der  Bestellserie Ende 1992 und Anfang 1993. Letzteres  konnte ich allerdings beim Versandstellensatz  VS 6 nicht belegen und hier steht damit ein Fragezeichen ? in der Tabelle.

                                    
                                                                                          1.4.1989 Tastensatz 3      
           
                                                          
                                                                                   1.4.1989 Tabelle Tastensatz 3
Bei Tastensätzen mit Einzelquittungen sollten die obigen Preisansätze in der Relation gedanklich  verdoppelt werden. 

                                                                Nachfolgend der Versandstellensatz 5 zum 1.4.1989      
      
                                     
                                                                                      1.4.1989 Versandstellensatz 5

                                            
                                                                             1.4.1989 Tabelle Versandstellensatz 5

                                                                  Nachfolgend  der Versandstellensatz 6 zum 1.4.1989

                                   

                                                                                    1.4.1989 Versandstellensatz 6

                                             
                  
                                                                              1.4.1989 Tabelle Versandstellensatz 6

Die weiteren Überlegungen der Deutschen Post zur Automation im Briefmarkenverkauf  führten ab 1990 zur Entwicklung von handlicheren Geräten als Ergänzung zum Typ Klüssendorf 631, der  mit Wechselgeldrückgabe und Quittungsdruck recht imposant ausgefallen war.

Die Vorgabe der deutschen Post  an die Fa. Klüssendorf war ein Münzwertzeichendrucker (MWZD) in den Gerätemaßen der bisherigen Rollenmarken- und Markenheftchengeber zu konstruieren, um hier einen Austausch und Ersatz der alten mechanischen Automaten  problemlos zu ermöglichen Damit  waren auch  gebäudetechnische Gründe zu berücksichtigen.
Gegenüber dem MWZD 631 gelang Klüssendorf dies mit der Entwicklung  des Geräte-Typs 696. Seine wesentlichen Unterschiedsmerkmale zum 631 sind  bzw. waren damit:
 
Keine Rückgeldmöglichkeit und keine Quittungsabgabe. Statt Rückgeld gab es erstmals Restwerte in Automatenmarken für Überzahlung. Die fest programmierten Wertstufen liefen in 10Pfg.-Schritten von 10Pfg.bis 9990 Pfennigen. Seit 1981 zwischenzeitlich deutlich vereinfachte Portostufen und Wegfall der Luftpostzuschläge waren Anlass zum Verzicht,  das Spektrum in 5Pfg.-Schritten wie bei den bisherigen Schalterwertzeichendrucker (SWZD) zu integrieren.

                                                          
                                                         MWZD Typ 696 der Fa. Klüssendorf, Berlin- Spandau
Abbildung nach einem Werksfoto der Firma Klüssendorf Gerätetyp 696 aus dem ATM International 1992 Katalog im Phil Creativ Verlag & Agentur. 
Die Drucktasten  belegten den sog. Tastensatz mit den Wertstufen zu 10, 20, 60, 70, 80, 100, 140, 170, 320 und 350 Pfennigen. Es gab ferner Mehrfachdrucktasten für 10x10, 5x60 und 5x100 Pfennige.
Neu war eine sog. E-Taste., die auf der obigen Abbildung unterhalb der grünen Mehrfachtasten gut in schwarzer Markierung zu sehen ist.
 
Nach beliebigem Münzeneinwurf (gemischter Einwurf der Münzen war möglich) druckte der Automat  nach Betätigung der E-Taste den Gegenwert der eingeworfenen Münzen als Briefmarke aus! Es waren also beliebige Wunschwerte auch außerhalb des Tastensatzes zwischen 10 und 9990 Pfennigen in 10Pfennig- Schritten möglich. Bei Überzahlung z.B. Einwurf 5.- DM und Wahltaste zu 350 Pfennigen kam zunächst die gewünschte Marke zu 350 heraus, ergänzt um die Restwerte zu 1x100, 2x20 und 1x10 Pfennigen. Als Restwertspektrum und damit auch zur Erklärung des Begriffs Restwertsatzes standen dem MWZD 696 im Februar 1991 die Wertstufen 100, 60, 20 und 10 Pfennig einprogrammiert zur Verfügung. Dabei zeigt die Aufzählung auch die fallende Priorität an. Der Automat war also immer bestrebt, die Restwertsumme mit der höchsten ihm dazu zur Verfügung stehenden Wertstufe zu erreichen. Für das obige Beispiel bedeutete die Gesamtrestwertsumme 150 Pfennige. Er gab dafür eine ATM zu 100 Pfennigen ab  und die restlichen 50 Pfennige waren ja mit dem 60 Pfennig- Restwert. nicht möglich, also folgten noch  2 ATM zu 20 und schließlich passend noch 1 ATM zu 10 Pfennigen. Wie agierte nun der Automat bei Restgeldforderung,  wenn die dafür vorgesehenen Wertstufen aus Markenmangel  (Automatenmarken- Vordruckrolle z.B. bis auf 2 oder 3 Markenvordrucke  leer gezogen) nicht gedruckt werden konnten? Der Automat druckte in diesem Fall einfach auch einen höheren Restwert als 100Pfg. aus! S.a. Abhandlung Klüssendorf 696 auf der Menüleiste im ATM- Kapitel.1

Am 18.2.1991 gingen die ersten Automaten in Betrieb.
Beim kleinen Münzwertzeichendrucker Klüssendorf 696 gab es den oben beschriebenen Tastensatz, wie er auf der folgenden Abbildung  dargestellt  ist.

                        
                                                                   18.2.1991  Tastensatz 4 Klüssendorf Typ 696 

                                       
                                                                          18.2.1991 Tabelle zum Tastensatz  4 

                       
                                                zugehöriger   Restwertsatz  RS 1 vom 18.2.1991 Typ Klüssendorf 696

                                      
                                                                        18.2.1991 Tabelle zum Restwertsatz  RS 1


Die Aufstellung der Klüssendorf  MWZD Typ 696  gestaltete sich anschließend recht flott, es wurden ja schließlich einige hundert Geräte aufgebaut.

An dieser Stelle  muss die zwischenzeitlich glücklich erreichte Wiedervereinigung Deutschlands eingefügt werden. Die Landespostdirektion Berlin verlor ihre von den Alliierten zugestandene Möglichkeit zur eigenen Markenausgabe. Damit wurden die Berliner ATM mit dem Motiv Charlottenburg hinfällig. Am 18.2.1991 und damit ersten Betriebstag des KLüssendorf MWZD Typ 696 war in Berlin nur  ein (!) Gerät am Postamt 13 im Einsatz  und noch mit Berliner ATM bestückt. Der Automat war häufig und anhaltend defekt.
Ab 20.3.1991 wurden auch  die  bundesdeutschen 1.“grünen“ ATM in den Berliner MWZD Klüssendorf  Typ 696 eingeführt und dies wohl erstmalig am Postamt Berlin 414. Der Vollständigkeit halber muss erwähnt werden, dass es aber grüne ATM mit Stempel Berlin vom Postamt 13  und dem Datum vom 18.2.1992 in der nachgestempelten Form  gibt!
Aber durch das noch bis 31.3.1993 gültige Ortsporto in Berlin mit der 40 Pfennig- Variante im Postkartentarif wiesen die Berliner MWZD ein verändertes Tastensatzspektrum gegenüber der bundesdeutschen ATM- Zusammensetzung aus.

So war das  Tastenfeld  in Berlin  (gleich  Michel- Tastensatz Nr.  6) bestückt mit dem Wertstufen zu 10, 40, 60, 80, 100, 140, 170 und 350 Pfennigen und den Mehrfachtasten 10x10, 5x20, 5x60, 5x100, 10x100 und die bekannte E-Taste. Das Restwertspektrum war in fallender Priorität ebenfalls anders mit 100, 60, 40 und 10 Pfennigen programmiert.  Im Gegensatz zur bundesdeutschen Ausgabe wurde der 20 Pfennigwert also mit der Ortsportowertstufe  von 40 Pfennigen ersetzt, es entfielen zusätzlich in Berlin aber die Werte zu 70 und 320 Pfennigen, dafür wurde das Mehrfachtastenspektrum 2fach zusätzlich erweitert zur bundesdeutschen Version mit 5x20 und 10x100 Pfennigen auf 5 Mehrfachtasten im Gegensatz zum bundesdeutschen Postgebiet mit nur 3 Mehrfachtasten! Damit blieb das Tastenfeld zumindest äußerlich gleich, wenn auch in deutlich different besetzter  Form.

                     
                                                       20.3.1991 Tastensatz  6  Berliner Spektrum Klüssendorf Typ 696

                                              
                                                         Tabelle Tastensatz 6 Berlin vom 20.3.1991 Klüssendorf Typ 696

                     
                                           zugehöriger Restwertsatz RS 2 Berliner Spektrum vom 20.3.1991 Typ 696

                                         
                                                         20.3.1991 Tabelle zum Restwertsatz  RS 2 Berliner Spektrum

An dieser Stelle der Hinweis, dass die Aufstellung der Klüssendorf– Gerätetypen 696 im Verkehrsgebiet Ost erst später ab 6.4.1992 und im bundesdeutschen Tasten- und Restwertsatzspektrum erfolgte. 

MWZD Klüssendorf Typ 696 Bund  (18.2.1991) und Berlin (20.3.1991) wurden zúsammen mit ihrer „grünen“ ATM- Bestückung vorgestellt, auch wenn chronologisch betrachtet in Berlin die „grüne“ ATM im Klüssendorf Typ 631  am 15.3. 1991 schon 5 Tage zuvor ihren ersten Einsatztag hatte.

So eroberte die mittlerweile 10 jährige alte „grüne ATM“ auch in diesem Fall noch die Berliner- Automaten. Durch den unterschiedlichen Ortstarif waren aber im Berliner 631 Automaten von Klüssendorf ebenfalls andere Tastensätze als im restlichen Bundesgebiet im Einsatz. Im Gegensatz zum Verkehrsgebiet West und später auch Ost der Deutschen Post gab es in den alten „West“berliner 631 MWZD eine zusätzliche 14. Wertstufe zu 40 Pfennigen!
        
                          
                                                          15.3.1991 Tastensatz 5 Berlin Klüssendorf Typ 631 

                                             
                                                 15.3.1991 Tabelle Tastensatz 5 Berlin Klüssendorf Typ 631

Ersttagstagsbelege zu diesen Werten aus dem Tastensatz 5 in Berlin sind selten und ich kann nur einen Einzelwert zu 60 Pfennigen mit passender Automatenquittung vom 15.3.1991 vorstellen. Auch hier gilt der vormals schon öfters aufgeführte Hinweis, dass Tastensätze z.B. in diesem Fall aus dem Klüssendorf  MWZD Typ 631 mit zugehörigen Quittungsbelegen nicht nur vom möglichen Ersttag sondern auch aus der laufenden Zeit recht selten sind und einen dementsprechenden Preisaufschlag verlangen spez. aus dieser knappen Berliner Restlaufzeit.

                                                         
                                                     Ersttag Berlin grüne ATM 15.03.91  im Klüssendorf Typ 631

Ab Frühjahr 1992 gestalteten die Versandstellen neue Auswahlvorschläge für Automatenmarken und nannten ihre Automaten- Postwertzeichen  abgekürzt APWz in den neuen Auftragscheinen. Da bereits im April 1992 die Listen mit der neuen ATM- Variante aus den Naglerautomaten folgen sollten, wurde das Jahr 1992 für die ATM- Sammler recht lebhaft und  vielfältig und gestaltete sich voller Überraschungen.
Doch zunächst zu den neuen Auswahlsortimenten aus der Liste 2/1992 mit der altbekannten Klüssendorf- ATM.

                     
                                                                                     
Die folgende Abbildung illustriert die oben angeführte  Auswahl 1, die unter der Michel- Nomenklatur als Versandstellensatz 8 ( VS 8 ) firmiert.
  
  
                             
                                                               1992 Februar Versandstellensatz VS 8  Klüssendorf

                                                
                                                      Tabelle Februar 1992 Versandstellensatz VS 8 Klüssendorf

Nachfolgend die obige Auswahl 2 mit dem Spektrum der am häufigsten abgerufenen ATM- Werten aus den Schalterwertzeichendruckern.

                                    
                                                            1992 Februar Versandstellensatz VS 7 Klüssendorf

                                             
                                                Tabelle Februar 1992 Versandstellensatz  VS 7  Klüssendorf

War also in der Vorratsliste Februar 1992 obiger Auftragsschein noch aktuell, kündigte sich in der Aprilliste  1992 eine Überraschung mit der Vorstellung der Nagler- ATM an. Die Versandstelle spricht von „leicht abweichendem Druckbild der Wertstufenziffern“ im Gegensatz zum Klüssendorfdruck und arbeitet sogar zur Verdeutlichung mit entsprechenden Abbildungen auf dem Bestellschein. Deutlich ist das verstärkt gezeichnete „DBP“ erkennbar. Logischerweise bleibt hier der Michelkatalog in den Versandstellensätzen mit Nummerierung 7 und 8 auch für die Naglersätze entsprechend  dem Wertespektrum der chronologisch zeitgleich produzierten Klüssendorfsätze.  Nagler- ATM gab es nur in 10 Pfennigschritten von 10 bis 9990.
In den Auswahlvorschlägen hat sich  keine Änderung ergeben.

                    
                             In folgendem Scann eine etwas bessere Vergleichsmöglichkeit zwischen Typ K und N

                                      

Wichtig zu vermerken ist, dass vor der Inbetriebnahme der Automaten in Süddeutschland vorab keine Nagler- ATM beziehbar waren oder ausgeliefert wurden!

Die Konkurrenzentwicklung durch die  Firma Nagler, Metall Technik aus Luhe- Wildenau in der Oberpfalz mit  einem MWZD im Leistungsumfang und Automatengröße zum Klüssendorf 696 kam für die ATM – Sammlerschaft  überraschend.

                                                              
                                                                          Nagler MWZD N 101 (Werksfoto 1992)

Die Inbetriebnahme der Nagler- Automaten erfolgte am 14.April 1992 an folgenden 6 Standorten in Süddeutschland  zu unterschiedlichen Tageszeiten und bedarf der spez. Betrachtung, denn nur hier waren die neuen bundesdeutschen Briefmarken am Ersttag zu erhalten. Dies begrenzte die Dokumentationsmöglichkeit und führt dementsprechend zu  Preiskonsequenzen spez. im Ersttagsbereich.

8735    Oerlenbach      -          8.00 Uhr
8804    Dinkelsbühl      -          8.00 Uhr
8733    Bad Bocklet      -        10.00 Uhr         
8803    Rothenburg      -        10.00 Uhr
8740    Bad Neustadt   -        12.00 Uhr
8742    Bad Königshofen -   14.00 Uhr

Die  ca.15 interessierten ATM- Sammler verteilten sich auf die beiden 8.00Uhr Termine in Oerlenbach und Dinkelsbühl  ungefähr zu gleichen Teilen und zogen dann von Standort zu Standort weiter. Es gab durchaus Spezialisten, die alle Inbetriebnahmen wahrnehmen konnten und dabei mit An- und Rückfahrt eine Autotour von über 600 Km absolvierten. Die ATM- Philatelie ist eben keine „Lehnstuhlphilatelie“ und setzt Begeisterung voraus, um auch  schwierige Gegebenheiten zu dokumentieren.
Ferner waren vor Ort Händler aus Köln und Saarbrücken anwesend. Der eine oder andere Heimatsammler wird zusätzlichen „seinen“ Automaten wahrgenommen haben. Die Automaten liefen unterschiedlich gut. Spez. in Dinkelsbühl waren Automatenprobleme zu verzeichnen mit geringer ATM- Abgabe, der Standort Bad Königshofen ging erst um 14.00 in Betrieb und lediglich Oerlenbach weist mit ca. 4.800 gezogenen ATM die größte Anzahl an möglichen  Briefmarken  aus. Insgesamt dürfte die Zahl der Nagler- ATM vom Ersttag auf ca. 8 bis 9Tsd. geschätzt werden, die sich natürlich auf postfrisch  und  gestempelte Einzelwerte, entsprechende Satzware und Belege verteilen.

Im Rahmen der interessanten Naglerstory  gibt es nun zu den Inbetriebnahmen etliche  Voraussetzungen, Kommentare aber auch Fragestellungen  zu berücksichtigen, die sich aus den aufgetretenen Farbunterschieden im ATM- Vordruck spez. zu diesem Ersttag ergeben!

Voraussetzungen zur Nagler- ATM:
I.  Marken vorab nicht beziehbar! Die Inbetriebnahmen am 14.4.1992 mit 6 Automaten bedingen damit die einzige            Dokumentationsmöglichkeit zum Ersttag.
II.  Erst im späteren (!) Nachhinein wurde bei einigen Nagler- ATM eine grünlich-olive   Farbvariante entdeckt, die nach rückwärtiger Beurteilung nur vom Standort Oerlenbach stammen konnte.

Kommentare dazu vom Ersttag  aus der involvierten Sammlerschaft:
A.  „Ich war gegen Mittag auf meiner Rundreise zu den Inbetriebnahmen in Oerlenbach und habe dort keine grünlich-oliven Nagler- ATM gezogen“!
B.  „Ich war früh in Oerlenbach und habe nur grünlich-olive Nagler- ATM gezogen“!
C.  „Ich war früh in Oerlenbach und noch einmal am nächsten Vormittag (!) dort und habe in beiden Fällen grünlich-olive ATM- Nagler aus dem N101 erhalten“!
D.  „Ich habe eine Nagler- Werbekarte abgestempelt vom Ersttag u.a. in Rothenburg mit grünlich-oliver ATM“!
E.  „Ich habe einen kompletten Nagler- Automatensatz mit allen 10 Werten in grünlich-oliv mit Ersttagsstempel von  Bad Königshofen“!
F.  „Wenn die erste Rolle in Oerlenbach grünlich-olive ATM abgab, werden alle 3 Rollen des Ersttages hier selbstverständlich in gleicher Form vorliegen“!
G.  „Ich habe nur in Oerlenbach gezogen und dafür bis zum Nachmittag und noch von der 3. Rolle. Es gab keinen grünlich-oliven oder gelb-grünen Unterschied in den Marken! Der Eindruck entsteht nur durch Changiereffekte  der orange-roten und grünen Linien und aus ihrem unterschiedlich möglichen  Abstand (Passerverschiebung) im Netzdruck des Guillochefeldes“!

Fragestellung zur Nagler- Automatenbriefmarke:
a. Gibt es grünlich-olive Grundformen im ATM – Vordruck im Gegensatz zu gelb-grün?
b.  Hat es Nagler- ATM in dieser Farbvariante grünlich-oliv  bei der Inbetriebnahme in Süddeutschland bei den 6 Automaten gegeben?
c.  Wenn ja, an welchem oder welchen Standorten und in welcher Menge?

Ich möchte versuchen auf diese erkennbare Problemstellung eine fundierte Antwort zu geben. Dabei habe ich neben meinen eigenen Notizen folgende Quellen berücksichtigt.
Zeitschriften:     Phil forum aus dem Phil creativ Verlag & Agentur, Schwalmtal
                            Berichte der ARGE ATM- Deutschland (P.R. Huber, Bielefeld)
                            Handbuchkatalog Rainer Reimund 1996 (R. Reimund, Lautertal)
Zeitzeugen:       P.R. Huber  aus Bielefeld; W. Lenhart aus Bayreuth; J. Meyer aus Saarbrücken; R. Reimund aus Lautertal; H. Schwarz aus Köln

Ferner natürlich noch die Sichtung von etlichen  Marken oder Belegen zu diesem denkwürdigen ATM- Ereignis.

Vorweg formuliert, sind alle Kommentare von A bis E  unter einer noch zu erläuternden Prämisse zu vereinbaren, nur für die Sichtweise zu F und G  findet sich kein nachweisbarer Anhalt! Damit möchte ich auch mit der unterschiedlichen Farbzuweisung beginnen. Die erste „grüne“ deutsche Automatenmarke wurde im aufwendigen Rastertiefdruck gedruckt, und zwar in drei Farben:

1. grün  =  Posthorn, Rahmen, Schriftzug Deutsche Bundespost
2. orange/rötlich  =  Linien als Guillochedruck nur im Wertfeld
3. gelb-grün bzw. grünlich-oliv =  Stern im Wertfeld und Linien als Guillochedruck, die sich vom Wertfeld weiter ins  Feld Schriftzug  Deutsche Bundespost  ziehen.

                             

Wir sehen bei 20facher Vergrößerung links die grünlich-olive Farbvariante und rechts die gelb-grüne. Nicht nur im Stern sondern in der Linienzeichnung ist der grünlich-olive Farbton auch in der Fortsetzung in das Feld „Deutsche Bundespost“ schön zu erkennen gegenüber dem gelb-grünen Farbton rechts. Ich habe extra unterschiedliche Abstände zwischen den orangenen und grünen Linien  im Guillochedruck des Wertfeldes ausgewählt. Der unterschiedliche Linienabstand (Justierspielraum und Passerverschiebung im Rasterdruckverfahren) ändert die Farbwahrnehmung wie erkennbar  bezüglich der Grüntöne nicht und die grünlich-olive ATM- Farbvariante fand sich dann  konstant in der ersten ATM- Rolle des Nagler N101 Münzwertzeichendruckers in Oerlenbach, wie die Sammler und hier federführend R. Reimund aus Lautertal aber erst im Nachhinein feststellten.
Zum weiteren Verständnis der „Naglerstory“ bedarf es nun der näheren Betrachtung des Tagesablaufs in Oerlenbach. Die anwesenden Sammler und Händler vereinbarten jeweils pro Person im 15 Minuten Rhythmus  „Ziehzeit am Automaten“.
H.S. aus Köln war früh angereist mit einer vorgefertigten Briefserie zur Dokumentation des Tastensatzes auf Briefen und hoffte, er war entsprechend vorbereitet, dies wenn möglich für seine Kunden in einer Auflage von 50 Stück zu erreichen! Zur Unterstützung stand ihm ein „Ziehhelfer“ zur Verfügung, er selbst kümmerte sich um die Briefaufgabe und Stempelung.
Diese vorbereitete Tastensatzdokumentation umfasste: Drucksache mit 6x10, sowie 3x20 Drucksache zu ermäßigter Gebühr, Weltbrief mit 2x70, Briefdrucksache 80, Europabrief 100, Weltbrief 140, Brief 170, Welt-Luftpostbrief 320 und Einschreiben zu 350 Pfennigen. Allein für diese Serie benötigte er mit 17 x 50 entsprechend 850 Marken!  Aus dieser Serie möchte ich Ihnen 2 Belege vorstellen.

                  
                                                                             
Abgebildet ist die codierte Drucksache mit 6x10Pfennigen und der Luftpostbrief mit rückseitigem Ankunftsstempel zu 320 Pfennigen jeweils Ersttagstempel Oerlenbach 14.April 1992 für die Nagler- ATM- Ausgabe.

                                             
Der direkte Detailvergleich demonstriert aber im 320 ATM- Wert eindeutig  eine gelb-grüne Nagler- ATM im Gegensatz zu den grünlich-oliven 10er Briefmarken! Der einzige Wert in gelb-grün aus dieser mühsam erstellten Briefserie liegt in diesem Luftpostbrief vor! Zur Erklärung kommt uns eine Automatenabrechnung des Naglergerätes  anlässlich des ersten ATM- Rollenwechsels um 10Uhr56  auf die 2. Vordruckrolle zur Hilfe. Ich danke J. Meyer, Saarbrücken herzlich für die Bereitstellung dieser aufschlussreichen Daten aus seiner kostbaren Ersttagsabrechnung vom Standort Oerlenbach, die ich folgend vorstelle.

Wert               Stück              Betrag
Tastenwerte
1 x  10   =         5          =          0.50
1 x  20  =          2          =          0,40
1 x  60  =        20          =        12,00
1 x  70   =       77          =        53,90
1 x  80   =     102          =        81,60
1 x 100  =       13          =        13,00
1 x 140  =       97          =      135,80
1 x 1,70  =      94          =      159,80
1 x 320  =       44         =      140,80
1x 350  =        99          =      346,50

Nach diesen Tasten- Einzelwerten folgen die Mehrfachtasten
10 x 10  =    293          =       29,30   (die 3 Stück sind evtl. durch das  Rollenende erklärlich)
5 x 60    =      25          =       15,00
5 x 100  =      55          =       55,00

Danach folgen die Abrechnungen zu den Restwerten und  zur E-Tastenwahl.
RW = Restwerte zu 10, 20, 60 und 100 werden nicht aufgeschlüsselt, aber mit 1016 Marken zu 362,90 DM angegeben!
Die individuelle E- Taste lieferte nur 56 Stück zum Gesamtbetrag von DM 302,90. Auch hier erfolgt keine weitere Wertedifferenzierung durch die Automatenabrechnung.

Man darf sich nicht verwirren lassen! Die nötigen Werte z.B. der oben aufgeführten Briefserie stehen nicht im Widerspruch zu den niedrigen Stückzahlen der Tasten- ATM- Werte zu 10, 20, 60 und 100 in dieser Abrechnung. Diese ATM- Wertstufen stecken in den Mehrfachtasten bzw. in den Restwerten durch Überzahlung. Durch Nutzung der Überzahlungsmöglichkeit ist eine schnellere Ergiebigkeit am Automaten zu erzielen! Z.B 60er gewählt und 1,00 DM eingeworfen, ergab schnellsten gleich 3 ATM- Werte mit 1x60er und 2x20! Der Wert zu 320 ist Tastenwert und wurde schon aus praktischen Gründen nicht über die E-Taste gewählt, die passenden Geldeinwurf erfordern würde und dies bei der aufgeführten Briefserie gleich 50x! Damit ist  bei genauer Nachrechnung der Tastenwert zu 320 der seltenste Wert und ist  mit den angegebenen 44 Stück nicht ausreichend für die oben angestrebte Briefserie in einer Auflage von 50 Stück gewesen. Hier waren ja auch noch andere Sammler vor Ort, die ihre Tastensätze usw. gezogen hatten. Evtl. wurde der 320 Wert sogar gänzlich aus der 2. Rolle erworben, die wohl im Vordruck retrospektiv aber nun gelb-grün war. Bei Rollenwechsel um 11Uhr waren die meisten Sammler vor Ort mit dem Techniker weiter zu den anderen Standorten gezogen. H.S. aus Köln blieb praktisch als Händler allein vor Ort und zog nun Marken für postfrische und gestempelte Tasten- und Restwertsätze und fertigte eine weitere vorbereitete  Briefserie  an mit -,60 DM Drucksache; 1,- DM Brief; 2,10 DM Auslandsbrief 2. Gewichtsstufe; 3,10 DM Einschreiben als ermäßigte Drucksache nach Belgien und 4,20 DM als Inlandseinschreiben in der 2. Gewichtsstufe und dies jeweils wieder in 50er Auflage! Aus dieser Serie möchte ich Ihnen wieder 2 Belege vorstellen, die aufschlussreich verdeutlichen, dass die 2. Rolle in Oerlenbach ATM den gelb-grünen Vordruck aufwies im Gegensatz zur 1.Vordruckrolle in grünlich-oliver  Version.
                                                                                                                                                                                                                     
       

                                                                  


                        
Der Ersttagsbrief Nagler mit Stempel vom 14.4.1992 mit Uhrzeitangabe 15 Uhr wurde in Athen rückseitig mit Ankunftsstempel vom 16.4.1992 und 10 Uhr versehen. Schon aus diesen Daten ist die Ersttagsverwendung in Oerlenbach. und wieder aus der 2. Rolle in gelb-grüner Nagler- ATM- Version zu bestätigen.  Im Vergleich dazu noch einmal im Detail der unterschiedliche ATM- Farbvordruck im gleichzeitigen Scannvorgang. 
Auch der 3. folgende Beleg bestätigt die 2. ATM- Vordruckrolle in gelb-grüner Form vom Ersttag Oerlenbach.
         
  
Einschreibbrief in der ermäßigten Drucksachenform nach Belgien mit Einlieferungszettel Oerlenbach 14.4.1992  Nr. 542 und Tagestempelangabe 15 Uhr.           
   
            
Belgischer vorderseitiger und abgezeichneter Ankunftsaufkleber  mit Datum vom 16.4.92 -  Abzeichnung geht über das Klebeetikett auf den Brief über. Auch hier die besagte Automatenmarke in gelb-grün aus der 2.Rolle noch einmal im Detailvergleich zur 20er Nagler- ATM in grünlich-oliv ebenfalls mit Ersttagsstempel aus Oerlenbach.

Aber in Oerlenbach als einzigem Nagler- Inbetriebnahmestandort aus der anfänglichen 6er Gruppe gab es noch einen 2. Rollenwechsel am 14.April 1992! 
Der Techniker kam am frühen Nachmittag von der Tour zu den anderen Standorten zurück und legte  nur in Oerlenbach noch eine 3. Rolle ein!
H.S. aus Köln zog noch aus der 3. Rolle nachmittags nach seinen Angaben nur noch ca. 200 Kleinwerte zum Abstempeln und dies teils  für die Werbekarten der Oberpostdirektionen Nürnberg und Regensburg!
Nach einem Telefongespräch vom 27.2.2011 möchte H. Schwarz  aus seiner Erinnerung und neuen Überlegungen heraus die Zahl  seiner gezogenen Automatenmarken aus der 3. Rolle auf ca. 400 bis 500 Stück  korrigiert wissen.

                                      
Diese Werbekarten waren von den beteiligten Oberpostdirektionen in einer Auflage von 12.000 gedruckt worden und an die Nagler- Postämter zu je 100 Stück verteilt worden. 
Nach mittlerweile eigenen  ca. 3200 gezogenen Marken, die ja auch noch  teils passend  auf Brief verklebt werden mussten, fuhr H.S. gegen 16 Uhr heimwärts nach Köln. Die unterschiedliche Fertigstellung und Abgabe der Briefe von H.S. aus Köln mit seinen Serien darf  nicht im zeitlichen Ablauf  zwingend mit den Uhrzeiten im Tagesstempel korreliert werden. Z.B. Drucksache  mit 6 grünlich-oliven Automatenbriefmarken kann dadurch auch evtl. später abgestempelt worden sein als Belege aus der 2. Rolle mit gelb-grünem ATM – Motivvordruck. Die Briefserien aus 1. und 2. ATM- Rolle wurden allerdings alle noch am Ersttag aufgeliefert s. obige Belegbeispiele.
J.M. aus Saarbrücken blieb über Nacht in der Region, fuhr am nächsten Vormittag erneut nach Oerlenbach und zog nach seiner Erinnerung noch einmal 10 Sätze, die er nachträglich noch mit Ersttagsdatum abstempeln lassen konnte. Nach seinen Angaben war danach im Automaten die 3. Rolle immer noch nicht verbraucht!  Daheim stellte er nachträglich fest, dass diese Marken aus der sog. 3. Rolle wieder grünlich-oliv waren, wie seine ersten ATM aus den frühen Vormittagsstunden des 1. Tages! Diese Erfahrung machte ebenfalls am späten Nachmittag  des Ersttages R. Reimund bei seinem 2. Besuch in Oerlenbach gegen 18Uhr. Das Postamt hatte zu diesem Zeitpunkt schon geschlossen.

Was den Zufall lenkte und  leitete  mit  dieser unterschiedlichen Bestückung in Oerlenbach ist unklar.

Ich vermute, die 1. Rolle stammte aus der Vorbereitung des  Automaten zur Inbetriebnahme durch den Techniker mit grünlich-oliver ATM aus seinem Rollenvorrat. Die 2. Rolle wurde gegen 11Uhr nachweislich eingelegt durch den Poststellenleiter Herrn Klabauch aus Oerlenbach aus dem ATM- Rollenvorrat seines Postamtes und stammte wohl aus einer anderen Verpackungscharge und mit den sonst üblichen gelb-grünen ATM- Vordrucken. Nach damaliger Aussage und meinen Notizen hatte wohl jedes zuständige Postamt zusammen mit den Nagler- Automaten zunächst einmal 2 eigene ATM- Vordruckrollen zur Verwendung erhalten. Nachmittags legte der zurückgekehrte Techniker wohl wieder zufällig aus seinem Wagen in Oerlenbach die 3. Vordruckrolle erneut in grünlich-oliver Form ein. Glücklicherweise waren die Ziehfrequenzen an den anderen Standorten nicht so groß gewesen, sonst wäre auch evtl. dort diese Rolle  in Betrieb gegangen und die Verwirrung wäre bezüglich der unterschiedlichen Farbvordrucke  noch größer geworden. Nach meiner Meinung erklärt dies auch alle anfangs erwähnten Kommentare  A bis E und die grünlich-oliven Marken mit Abstempelung an den anderen Standorten stammen aus der 1.Oerlenbachrolle, die die Sammler auf ihrer Standortwanderung übrig hatten und in Einzelfällen dann noch an den anderen Inbetriebnahmeorten verbraucht haben. Denn die anderen Standorte sind alle sowohl im Markenmaterial  und  in den Belegen  ansonsten nur in der gelb-grünen Version  zu dokumentieren.

R Reimund ist natürlich zuzustimmen, dass die grünlich-olive  Nagler- ATM absolut selten ist, besonders in der postfrischen Form. Seine Gesamtschätzung von 6.000 Stück in dieser Form bedarf nach meiner Meinung  einer neuen Sichtweise und Korrektur!

Durch die Abfolge 1. u. 3. Rolle grünlich-oliv und 2. Rolle gelb-grün in Oerlenbach reduziert sich schon die Zahl auf  4000 in grünlich-oliver Form. Aus der 3. Rolle wurden aber allenfalls vermutlich  noch durch H.S. aus Köln, R.R. aus Lautertal und J. M. aus Saarbrücken  800 Automatenbriefmarken gezogen, so dass meiner Meinung nach sogar nur 2.800 Nagler- ATM vom Ersttag in der seltenen Farbvariante in Sammlerhänden sind und die restlichen evtl.1.200 Stück der 3.Rolle die Oerlenbacher Bürger unerkannt verbraucht haben und da gilt es evtl. noch in „Gscheidle-Manier- angelehnt an die Story der unverausgabten Olympiamarke“ - diese ATM- Nagler in grünlich-olivem Vordruck mit Daten nach dem Ersttag aus Oerlenbach zu entdecken!

In der DBZ / SE 24/2010 auf Seite 12 schreibt unter der Überschrift KLEINAUFLAGE Torsten Bernd: „Von den Jugendmarken 2009 wurden nach Informationen von gewöhnlich gut unterrichteter Seite nur 1,2 Millionen Sätze verkauft“. Das sind 1.200.000 Sätze!

Wie will man dann maximal geschätzte 50 ATM- Nagler- Sätze in der Farbvariante grün-oliv einstufen oder spez. Briefbelege mittels individueller Portostufe über die E- Taste? Sie können innerhalb von 14 Tagen 20 POSTHORNSÄTZE ihr Eigen nennen, aber in der Briefmarkenwelt der Automatenmarke werden Sie bei solchen  Wünschen  zur Nagler- ATM schon auf eine passende Gelegenheit warten müssen. Selbst die seltenen ATM aus den Mettler- Toledo- Automaten sind dagegen häufiger anzutreffen und erzielen als ATM- Sätze und Briefbelege respektable Preise.

Aber auch die gestempelten Ersttagssätze von allen Naglerinbetriebnahmen kommen nach meiner Überzeugung auch in der gelb-grünen Variante auf maximal geschätzte  400 Stück. Das gesamte Naglermaterial vom Ersttag ist  somit relativ selten.

Nach dieser etwas langwierigen NAGLERSTORY mit ihrem Ersttag auf grünem ATM- Vordruck geht es jetzt in gewohnter Ausarbeitung im Katalog weiter. Aber ich denke,  dass nach fast 20 Jahren unbedingt eine Neubetrachtung dieser Ereignisse zur Beurteilung nötig war, bevor die letzten Zeitzeugen oder Sammler keine Auskunft mehr geben können, wie dies bei einigen ATM- Sammlern der sog. „ersten Stunde“ leider schon der Fall ist. An dieser Stelle noch einmal der Hinweis auf die philatelistische Begeisterungsfähigkeit die dieser modernen Entwicklung mit den Automatenmarken entgegen gebracht wurde und wird. Viele der schon auf dieser Webseite  vorgestellten Inbetriebnahmen und Dokumentationen waren nur durch direkte Präsenz vor Ort möglich. Das erforderte Einsatz sowohl in Kilometerfahrleistungen bis hin zu stundenlangem Anstehen unter teils auch widrigen Wetterverhältnissen. Von „Lehnstuhlphilatelie“ kann da wirklich keine Rede sein.

Nachfolgend nun der Tastensatz Nagler TS  4 im Vergleich der Farbvarianten gelb-grün ungestempelt und grünlich-oliv mit Ersttagstempel Oerlenbach 14.4.1992.

             
                                       Nagler TS 4 mit Ersttag 14.4.1992 im Farbvergleich gelb-grün und grünlich-oliv

                             
                                                                         14.4.1992 Tabelle  Nagler  TS  4  ´

Unterschiedliche Drucktypen kamen bei Nagler- MWZD nicht vor und es erübrigt sich eine entsprechende Tabellenspalte wie bei den Klüssendorfdruckern.
Bei der Vorstellung des zugehörigen Restwertsatzes kann ich auch einmal die Werte zu 60 und 100 Pfennigen  postfrisch in der grünlich-oliven Naglerform  abbilden. Auch hier wieder im Vergleich zur gelb-grünen und oberhalb platzierten Automatenmarkenreihe.

              
                                                                     14.4. 1992 RS 1 Restwertsatz Nagler N101

Durchaus beachtenswert ist der unterschiedlich stark ausgeprägte Wertzeilenaufdruck im ATM- Bereich der grünlich-oliven Farbversion. Die erklärende Information liegt im anfänglichen wiederholten Farbbandstau in Oerlenbach am Inbetriebnahmetag. Der glücklicherweise zunächst noch anwesende Techniker konnte dem Farbbandtransport wieder auf die „Sprünge helfen“, bevor er zu den weiteren Inbetriebnahmestandorten aufbrach! Bedingt durch den Farbbandstau wurden die Wertzeilendrucke immer  schwächer, bis der Fehler dann nach mehrmaligem Stau endlich und endgültig  in Oerlenbach behoben werde konnte. Nach meinen Notizen waren damals übrigens 2 Techniker im Einsatz.
Oerlenbach, Bad Bocklet, Bad Neustadt und Bad Königshofen war ein Einsatzbereich und ein weiterer Techniker war für Dinkelsbühl und Rothenburg eingeteilt und zuständig. 

                                     
                                                                  14.4.1992 Tabelle Restwertsatz Nagler N101

Die Versandstelle lieferte die Nagler- Automatenbriefmarken (s. nachfolgende Abbildung), wie oben erwähnt nicht vor der Inbetriebnahme der neuen Automaten aus, sondern erst  ab 7.5.1992  im Wertespektrum des schon vorgestellten Klüssendorf Versandstellensatzes VS 8 aus dem Februar 1992.

                         
                                                                       7.5.1992 Versandstellensatz Nagler VS 8    

                                    
                                                                                7.5.1992 Tabelle Nagler VS 8

Die Fragezeichen sind der Beobachtung geschuldet, dass nach augenblicklichem Kenntnisstand weitere Nagler- ATM in der grünlich-oliven Farbform nach dem denkwürdigen Erlebnis am Ersttag in Oerlenbach  nicht mehr beobachtet oder bis dato gefunden werden konnten! Durch die Seltenheit resultiert die besondere Preissituation! Aber wie immer in der deutschen ATM- Szene ist an dieser Stelle ein Fragezeichen besser als ein definitiver Ausschluss.

Auch wenn im Michelkatalog nicht speziell aufgeführt, so gilt es doch an dieser Stelle eine besondere Satzversion einzufügen  und vorzustellen, die auch die Ausnahmesituation der deutschen Wiedervereinigung beleuchtet.
Ost“berlin“ gehörte zum Verkehrsgebiet Ost, so dass innerhalb Berlins die MWZD TYP 631 unterschiedlich bestückt wurden! Berlin – Lichtenberg im ehemaligen Ostteil der Stadt Berlin erhielt an seinem Inbetriebnahmetag 29.10.1992 - angepasst an die gesamtbundesdeutschen MWZD 631 - nur 13 Wertstufen ohne den 40Pfennigwert im Tastenfeld und blieb in dieser Form ein „Berliner Unikum“ und wurde dann ebenfalls zur Tarifänderung am 1.4.1993 umgerüstet. Schon bei dieser Beschreibung fällt überraschend auf, dass der „Ost“berliner 13 Wertesatz nur 5 Monate installiert war, um bereits ab 19.5.1993 den Sanssouci- Vordruck zu erhalten. Erstaunlich retrospektiv die zeitlich knappen Möglichkeiten zur Dokumentation. Ich möchte an dieser Stelle zumindest den niedrigsten und höchsten Tastensatzwert vorstellen aus der Zeit bis zum 1.4.1993. 

                                                 
 
Aber auch das sog. “Post-Verkehrsgebiet-Ost“ wurde schon ab 30.9.1992 mit ca. 25 MWZD des Typs Klüssendorf 631 ausgerüstet ebenfalls ohne den 40 Pfennigwert.


                                                      

Grüne ATM mit Quittungen „PA O- und 4stellige PLZ“ –hier aus Leipzig- sind sicherlich ein herausragendes Stück deutscher Philateliegeschichte und vermutlich nicht besonders häufig anzutreffen. Auch in meiner Standortliste (s. Menüleiste unter Tabellen Klüssendorf MWZD Typ 631) bedarf es in diesem Fall noch einer nachträglichen Ergänzung, die "dringend" von Herrn Court  angeregt wurde. Aber hier benötigt es noch schlicht etwas Zeit bis zur Ausführung.

Das Jahr 1993 wurde dann für die deutschen Automatenmarkensammler recht turbulent. Zunächst war zum 1.4.1993 eine Portotarifänderung angesagt, dann war für den 19.5.1993 ein neues Vordruckmotiv mit dem Schloss Sanssouci  angekündigt und außerdem wurde mit dem Nagler N104 ein neuer Münzwertzeichendrucker kreiert, der den Wertaufdruck im Nadeldruckverfahren anfertigte und damit nach 13 Jahren das teilweise störanfällige Typenradverfahren ablöste. Gehört zwar der Sanssouci – ATM- Vordruck in das nächste Kapitel, so ist er doch schon hier erwähnenswert, weil auch der grüne und alte  ATM- Vordruck  noch einmal - wenn auch wohl unbeabsichtigt seitens der Deutschen Post –  auch in diesem Münzwertzeichendrucker „zugeschlagen“ hat. Doch zunächst zur Portotarifänderung vom 1.4.1993, die einige Konsequenzen im Tasten- und auch Versandstellenangebot zur Folge hatte.
Mit Datum vom 1.4.1993 wiesen dann auch alle Automaten  gleich ob Westdeutschland, Ost- oder Westberlin oder Verkehrsgebiet Ost jeweils innerhalb ihrer Baureihe ein einheitliches Automatenspektrum auf und hatten in ihrer „grünen ATM- Phase“ nur noch  eine extrem kurze Zeitspanne von gut 6 Wochen zu verzeichnen!

Bei der nachfolgenden Vorstellung soll der alte Klüssendorf MWZD 631 den Vortritt haben. Es fielen die Werte zu 20, 40 „Westberlin“, 60, 140, 170, 180, 210, 240 und 320 Pfennig heraus und es blieben 11 Wertstufen insgesamt übrig von denen die Werte zu 50, 130, 200, 300, 400 und 700 Pfennig neu waren.
Die einheitlichen bundesweiten Tastensätze des Klüssendorf 631 waren also zum 1.4.1993 mit den Einzelwerten 10, 50, 80, 100, 130, 200, 250, 300, 350, 400 und 700 Pfennigen belegt und die Mehrfachtasten mit 10x10, 10x50, 5x80, 10x80, 5x100,10x100,5x20, 4x300 und 3x400 Pfennigen besetzt!

Der Michelkatalog notiert hier den Tastensatz TS 8 und die folgende Abbildung zeigt uns das Wertespektrum noch einmal im Bild an.

                
                                                                       1.4.1993 Tastensatz TS 8 Klüssendorf 631 ´

                                          
                                                                           1.4.1993  Tabelle TS 8 Klüssendorf 631

Wie immer bedarf es bei den Klüssendorf MWZD Typ 631 der Erwähnung der möglichen Quittungsabgabe, die auch mit entsprechendem Preisaufschlag  honoriert werden muss. Angebotene grüne ATM mit Quittungen aus dem 631 Automaten vom Umrüstungstag auf das Sanssouci- Motiv und damit Datum vom 19.5.1993 sind durchaus möglich. Auch ich habe nachts nach 0Uhr noch grüne ATM- Sätze dementsprechend zur Dokumentation gezogen. Die neuen Vordruckrollen wurden zwar zu unterschiedlichen Zeiten aber in der Regel erst bei Öffnung des zugehörigen Postamts umgerüstet und so gab es auch noch grüne ATM in den ersten Tagesstunden  am 19.5.1993!

Auch im Klüssendorf 696 wurde das Spektrum zum 1.4.1993 angepasst, dabei fehlt im Tastenwertprogramm im Gegensatz zum „großen Bruder“  Klüssendorf  631 nur der  7,00 DM- Wert.

                
                                                                                 1.4.1993 TS 7 Klüssendorf 696 

                                       
                                                                            1.4.1993 Tabelle TS 7 Klüssendorf 696

Da im MWZD Klüssendorf 696 wieder eine Geldrückgabe nicht möglich war, kann wieder ein Restwertsatz vorgestellt werden, der dem neuen Portotarif angepasst war.

               
                                                                   1.4.1993 Restwertsatz RS 3  Typ Klüssendorf 696

                                           
                                                           1.4.1993 Tabelle Restwertsatz RS 3  Typ Klüssendorf 696

Bevor die Naglersätze vorgestellt werden, möchte ich an dieser Stelle zunächst zu den obigen Sätzen passend den neuen Versandstellensatz zum 1.4.1993 abhandeln in Form der Klüssendorf  Werte.

                                    
                                                                     1.4.1993 Versandstellensatz VS 9 Klüssendorf

                                           
                                                            1.4.1993 Tabelle Versandstellensatz VS 9 Klüssendorf

Nach Abhandlung der Klüssendorfversionen  folgen nun die entsprechenden Naglersätze mit ihren Sequenzveränderungen im Satzbereich zum 1.4.1993.
  
Die Naglerautomaten N101 hatten zur Portotarifänderung am 1.4.1993 ein entsprechendes Satzspektrum zum kleinen Klüssendorf- Münzwertzeichendrucker. Nicht erwähnt habe ich bis dato die Solarvariante der Naglerbaureihe N 102, da sie identisch war zum Typ N101. Es bestand ja nur eine autarke Stromversorgung. Dennoch möchte ich an dieser Stelle auch  davon einmal eine Abbildung einfügen.

                                                           
Die Abbildung zeigt den MWZD aus der Baureihe N 102 (solar) der Firma Nagler auf einem Werksfoto. Nachfolgend der Tastensatz im Naglerautomaten im Tarif vom 1.4.1993. 

                  
                                                                          1.4.1993 Tastensatz 7 Nagler N101 / N102

                                            
                                                                  1.4.1993 Tabelle Tastensatz 7 Nagler N101 / N102 ´

Dazugehörig ist ebenfalls der neue Restwertsatz vorzustellen ebenfalls im Satzspektrum passend zum Klüssendorf 696 mit den Werten zu 10,50,80 und 100 Pfennigen.

                    
                                                                       1.4.1993 Restwertsatz RS 3 Nagler N101 / N102

                                                     
                                                               1.4.1993 Tabelle Restwertsatz RS 3 Nagler  N101/ N102

Der Versandstellensatz zum Portotarif 1.4.1993 folgt auch hier im Nagler- MWZD der identischen Satzzusammenstellung zur Klüssendorfausgabe.

                                                      
                                                                   1.4.1993 Versandstellensatz 9 Nagler N101 und N102

                                               
                                                            1.4.1993 Tabelle Versandstellensatz  9 Nagler N101 und N 102

Natürlich waren damals zur Inbetriebnahme der Naglerautomaten am 14.4.1992 Typen der Baureihe N 101 eingesetzt. Die explizite Betonung unter den letzten Abbildungen mit N101 und N102 erfolgt zur Abgrenzung  der fehlerhaften Bestückung  der „grünen ATM“ in der neuen Baureihe N 104 der Firma Nagler mit Wertzeilendruck  im Nadeldruckverfahren. Dabei wurde ein Druckwerk mit 24 Nadeln verwendet. Dies führte in Sammlerkreisen zur Klassifizierung dieser ATM- Reihe auch schlicht mit der Namensgebung „N24“. Mit diesem Gerätetyp ab Oktober 1993 der uns schon bekannten Firma  Nagler  Metall Technik aus Luhe- Wildenau in Bayern waren Umprogrammierungen, wie später auf das Posthornlogo deutlich vereinfacht möglich. Der N 104 wurde Standardautomat der Deutschen Post und ersetze zunächst die alten Klüssendorf 631 Automaten und ab 1999 auch die MWZD wie Klüssendorf  696 und Nagler N 101 und N 102.

                                                                 Ortsautomaten N104  kamen ab 11.10.1993 zum Einsatz

                                                               

Mit einer PortoCard warb der Postdienst für  seinen damals „modernsten Münz-Wertzeichendrucker der Deutschen Bundespost mit Nadeldrucker Typ: MWZD 2/ Nagler N104“.
Die übrigens oben abgebildete Tastenbelegung kann in keiner Weise mit der Realität vereinbart werden. Auf dem Foto wurde wohl ein Prototyp abgebildet, der so nicht eingesetzt wurde. Die Tastenbelegung war später gänzlich anders als oben abgebildet. Eine Nagler N 104 Belegung  mit 10, 50, 80, 100, 200, 250, 300, 350 und 400 und ferner 5x 80 und 5x 100 Pfennigen (siehe oben) hat es so nicht gegeben!

Wie oben schon erwähnt,  kamen die Ortsautomaten ab 11.10.1993 zum Einsatz mit den Tastenwerten zu 10, 50, 80, 100, 130, 200, 300 und 400 Pfennigen und der Mehrfachtastenbelegung mit 10x10, 5x80 und  5x100 Pfennigen. Die Restgeldwerte waren mit den Wertaufdrucken zu 10, 50, 80 und 100 Pfennigen besetzt.
 
Die ersten Standorte bevorzugten wieder den süddeutschen Raum mit Erlangen und  Eichstätt, was wohl durch die Heimatnähe zur Produktionsfirma Nagler erklärbar ist.

Die Versandstelle lieferte in diesem Fall aber wieder ATM vor dem Ersttagsdatum 14.9.1993 aus. An dieser Stelle wird das Thema Nagler 104 im wahrsten Sinne bunt und zeigt eine erste Fehlverwendung durch Belegung mit der „grünen 1. ATM- Ausgabe“. Die grünen ATM  wurden  ja noch von der Versandstelle bis 31. März 1994 verkauft und vorrätig gehalten, sollten aber seit dem 20.5.1993 in keinem Ortsautomaten mehr benutzt werden. Für berechtigte Reklamationsfälle waren die Versandstellen aber sogar noch bis Ende Juni 1994  für den  Automatenmarkendruck der 1.grünen Ausgabe vorbereitet und ausgestattet!

Wer aber einmal damals einen Versandstellenschalter auf einer Messe oder Verkaufsstelle z.B. Frankfurt/Zeil beobachtet hat, kann sich solche Fehlbelegungen nicht nur vorstellen, sondern sie sind geradezu vorprogrammiert gewesen!

Im  Fall der Fehlbelegung mit grüner ATM im Nagler N104 und damit N24 Nadeldruck im Wertzeilenbereich war es nun eine der drei Versandstellen Berlin, Frankfurt, Weiden selbst, die  bei einem Händlergroßauftrag zum Sanssoucimotiv einen gleichlautenden und gleichzeitig eingereichten Auftrag zur Nachbestellung mit grüner ATM  ebenfalls den neuen Nadeldrucker N104 einsetzte und  dies aber nun auf altem grünen ATM- Vordruck. (Siehe auch Notiz im Michel- Deutschland-Spezial-Katalog Band 2!). Dies geschah nun in einer Vorablieferung vor dem 14.September 1993, so dass sogar Ersttagsabstempelungen möglich wurden und dies sogar teils am Versandstellenschalter in Berlin!
Das ATM- Gebiet mit seiner dezentralen „End“herstellung von Briefmarken außerhalb der Qualitätsanforderungen z.B. der Bundesdruckerei  führte in der damaligen Zeit an den Automatenwertzeichendruckern bei knapp geschultem Personal ohne philatelistischen Blick für die besonderen Gegebenheiten zu Vertauschungen von Vordruckrollen und eingesetzten Druckern.

Bei komplettem Versandstellenangebot waren ja zu diesem Zeitpunkt 1993 drei kleine  Automaten im Einsatz mit dem SWZD Klüssendorf  829 und den MWZD Nagler N101 und Nagler N104 bei gleichzeitig noch zwei einsatzfähigen Motivvordrucken  mit grüner 1. ATM- Ausgabe  und mit 2. Motiv in der Sanssouciausgabe. Das Postpersonal saß also vor insgesamt mehreren Druckern, die unterschiedlich aufgefüllt werden mussten und hatten zahlreiche differenzierte Bestellungen täglich über Stunden auszuführen, so dass die Fehlverwendung  menschlich verständlich wird.

Nachfolgend nun noch einmal die betreffenden Automatenbriefmarken im damals zeitgleichen Angebot der Versandstellen.
                              
                                               
Klüssendorf  696, 829                                                                                     Nagler N101/N102

Diese Altversionen waren also noch an den Versandstellen bis März 1994 zu beziehen. Ebenso gab es diese Druckversionen auf dem ATM- Vordruck mit dem Schloss Sanssouci.  

                                             
Klüssendorf  696, 829                                                                                     Nagler N101 / N102

Die Verwendung im neuen Nagler N104  sollte es regulär nur auf  diesem neuen Motivvordruck geben, was aber nun durch Unachtsamkeit selbst bei der Versandstelle  nicht klappte.

                                                
Nagler N104 ( regulär )                                                                                   Nagler N104 ( Fehlverwendung )

Diese Fehlverwendung auf erstem ATM- Markenmotiv wurde also vorab geliefert in Satzformen und sogar Einzelwerten  und wie es der Zufall obendrein noch wollte sogar in beiden Gummiversionen gelb und weiß.

Im nachfolgenden Bestellschein der Versandstellen vom August 1993 kommt noch einmal die entsprechende Angebotspalette zur Darstellung. 
                               
Der explizite Hinweis auf die Begrenzung von N24- Druck nur auf Motiv 2 konnte also selbst von der Versandstelle nicht eingehalten werden. Die nachfolgende Abbildung zeigt das sogenannte Auswahlsortiment 1 der Versandstelle vom August 1993 als Fehlverwendung.
                    
                                 
                                                       September 1993 Versandstellenauswahl 1 Fehlverwendung 

                                         
                                               Tabelle September 1993 Versandstellenauswahl  1 Fehlverwendung

                                              Auch das Auswahlsortiment 2 wurde in der Fehlverwendung ausgeliefert. 

                                  
                                                      September 1993 Versandstellenauswahl 2 Fehlverwendung

                                          
                                             Tabelle September 1993 Versandstellenauswahl  2 Fehlverwendung
  
Selbst der damals aktuelle Tastensatz konnte konsequenterweise in der Großbestellung „nicht fehlen“, wie das folgende Beispiel demonstriert.

                     
                                                                 September 1993 Fehlverwendung Tastensatz  

                                          
                                                            Tabelle September 1993 Fehlverwendung Tastensatz

     Auch der zugehörige Restwertsatz liegt damit in der Fehlverwendung vor, wie es die nachfolgende Abbildung zeigt. 

                          
                                                                    September 1993 Fehlverwendung Restwertsatz 

                                          
                                                           Tabelle September 1993 Fehlverwendung  Restwertsatz

An dieser Stelle bedarf es aber auch noch der Erwähnung einer seitens der Post bestätigten Fehlverwendung im Nagler N 104 in Herzberg/Harz  im Januar 1995 und damit 2 Jahre (!) nach ATM- Vordruckwechsel noch auf grünem ATM- Motiv. Eine irrtümliche Rollenverwechslung an einem Einzelautomaten erscheint nach dieser Zeitspanne allerdings noch kaum vorstellbar, im Gegensatz und Anbetracht einer Vertauschungsmöglichkeit von 6 Druckvarianten der Versandstelle zum damals aktuellen Zeitpunkt im August/September 1993.
Ein Kommentar zu diesen Fehlverwendungen steht mir nicht zu, angesichts der späteren Äußerungen zu ähnlich gelagerten Verwechslungen vom Philatelie- Direktor Christian Faißt zur „Essener Fehlprogrammierung“: „Er könne damit durchaus leben, schließlich wird damit wieder einmal die philatelistische Landschaft belebt“. Briefmarkenspiegel 6/2002.
Zumindest bedarf es aber der Vorstellung, damit zufällige Entdeckungen  von Interessierten  eingeordnet werden können. Dies gilt ebenfalls für die ausgewiesenen „unsinnigen d.h. nicht zeitaktuellen“ Satzvarianten in älteren Wertstufensequenzen der Automaten und sogar ihrer Möglichkeit in den unterschiedlichen Farb- und Gummivarianten. Aber durch die damalige Nachbestellmöglichkeit in Einzelwerten der ATM bei den Versandstellen oder die Bezugsmöglichkeit über die E-Taste an den entsprechenden Automaten Klüssendorf Typ 696 und Nagler N101/N102  bedarf es auch hier zumindest der Aufzählung und Abhandlung all dieser Möglichkeiten.
„Werner Götz schreibt dann immer aus ähnlich gelagerter Sicht in seinem Bedarfsbriefekatalog Deutschland nach 1945: Diese Versendungs- bzw.Verwendungsform dürfte es kaum gegeben haben oder ist nur theoretisch vorstellbar! Dennoch findet man immer wieder etwas, was auch in diesem Standardwerk auf über 1000 Seiten  nicht beschrieben ist“.

Resümee zum vorgestellten Satzwarenspektrum aus dem Bereich des ersten ATM- Vordrucks im sog. „grünen Motiv“.

Ich war selbst von der demonstrierten Vielfalt überrascht. Es steht jedem Sammler frei seine Spezialisierung  zu definieren und zu gestalten anlässlich der zahlreichen Satzsequenzen in über 12jähriger Laufzeit. Hinzu kommt das Problem der fehlenden Lagerhaltung im Fachhandel  und der Sammlungsaufbau gerät zur etwas mühsamen  Veranstaltung mit viel notwendiger Geduld und Beobachtung auf der Suche der teils selteneren Formen. Aber hier liegt auch wieder der Reiz der zu entdeckenden  Besonderheiten mit  ihren teils individuellen Kleinauflagen.

Mögliche Briefbelege  aus diesen Phasen der „grünen ATM- Philatelie“ sind teils extrem selten und sind in besonderen Versendungsformen gelegentlich sicherlich „an zwei Händen“ abzuzählen oder gar Unikate.

Auf mehrfache Anregung hin möchte ich doch noch eine Zusammenfassung des bisher breit abgehandelten Katalogteils versuchen, bevor es zu den Besonderheiten in der grünen ATM- Phase gehen soll. Andererseits denke ich, dass eine erklärende Abhandlung der Automaten in ihren chronologischen Programmierungen von Tasten- und teils auch Restwertsätzen  und den zeitgleichen Versandstellenprodukten zum nachträglichen Verständnis einmal in dieser Breite notwendig  war, um  die Zusammenhänge zu erkennen und  einordnen zu können. Dies gilt sicherlich auch für Interessierte, die sich in dieses Gebiet gerne vertiefend einlesen möchten. Dabei möchte ich an dieser Stelle aber ergänzend auch noch auf den Handbuchkatalog der ersten ATM - Ausgabe von Rainer Reimund aus dem Jahre 1996 hinweisen.


Eine Zusammenfassung der bisher vorgestellten Satzsequenzen im Zeitgeschehen der deutschen 1.ATM – Ausgabe von 1981 bis 1994 ist wünschenswert, aber die Anordnung ist zur Orientierung relativ schwierig realisierbar. Zunächst gilt es die MICHEL – Nummerierung in altgewohnter Form zu berücksichtigen, andererseits ist dort die Zuordnung zeitgleicher Entwicklungen schlecht zu erkennen.
Ich habe daher versucht gemäß den relevanten Zeitdaten, die zugehörigen Drucksysteme, Satzbezeichnungen und Wertstufenspektren koordiniert zu belassen und  dann die Trennung nach Farbqualitäten und Gummiversionen  zugehörig in einer Zeilenebene  anzuschließen.
Die zuvor abgehandelten Tabellen sind also alle entsprechend mit ihren Daten aufgeführt und eingearbeitet. Die neue Auflistungsform bedarf also einer gewissen  Einübung zumal in der anfänglichen Klüssendorf – Ära auch noch die Drucktypenunterscheidung  nach I und II  berücksichtigt werden sollte.

Satzspektren grüne ATM von 1981 bis 1994



Zeichenlegende:

Preisansätze angelehnt als Bruttopreise an Händlerlisten oder  MICHEL- Version
--,--     Preisfestsetzung  schwierig abschätzbar (s. teils fehlende Angebote)
----      Version hat es nicht gegeben
?          bis dato nicht nachgewiesen, theoretisch möglich         

Bei den  ATM- Sätzen wurde nach 1992 in der Tabelle die Differenzierung nach Drucktypen  vernachlässigt, da alle Automaten auch die Klüssendorfmodelle auf Drucktype II umgerüstet  waren. 

Ferner ist der Versuch einer zahlenmäßigen Aufschlüsselung der Gesamtauflage  der 1.deutschen ATM – Ausgabe interessant, um eine ungefähre Gewichtung bezüglich der Auflagenverhältnisse zu erhalten. Dazu habe ich bereits einmal im atm forum in der Nr. 6  der November/Dezember - Ausgabe 1990 im Phil Creativ Verlag & Agentur eine Abhandlung vorgestellt: „10 Jahre Deutsche Automatenmarken – oder, sind 200 Millionen „grüne ATM“ eigentlich viel?“  Aktuell kann nun der gesamte Zeitraum der ersten deutschen ATM- Ausgabe betrachtet werden.
Nach der Veröffentlichung im Amtsblatt der Deutschen Post im Jahr 1994 wurde  die Gesamtauflage mit 320 Millionen  beziffert, eine Differenzierung nach Jahresproduktionen oder unterschiedlichen Drucksystemen wurde allerdings seitens der Post im Amtsblatt nicht vorgenommen. W. Schießl, Brunnthal mit besten Beziehungen zur Deutschen Post erhielt allerdings die jahresbezogenen ATM- Rollenmengen einschließlich der ersten Jahreshälfte 1989 mitgeteilt und stellte sie mir damals für die Abhandlung zur Verfügung. Sie unterscheiden sich nur unwesentlich von den Mengenangaben im Handbuchkatalog von Rainer Reimund, der die weitere Jahresdifferenzierung  bis 1994 akribisch abschätzte und lesenswert zugeordnet hat. Ich habe seine Daten diesbezüglich aus den Jahren 1991 bis 1994 zu meiner damaligen Abhandlung angefügt und folgend – wenn auch etwas reduziert – abgebildet.




320 Millionen  Dauermarken  über 14 Jahre im Wertespektrum von 5 bis 9995 Pfennigen  in unterschiedlichen Druckversionen, Farbversionen  und Gummivarianten sind also entsprechend aufgeschlüsselt  zu betrachten. Zahlenmäßig ist im Vergleich dazu eine Summierung der zeitgleichen Dauerserienauflagen der Ausgaben „Industrie und Technik, Burgen und Schlösser sowie Frauen der deutschen Geschichte“ deutlich höher als im ATM- Bereich angesiedelt und erreicht locker den mehrfachen Milliardenbereich.
Beispielhaft  möchte ich einige Hinweise zur differenzierten Betrachtung  herausgreifen. Sicherlich ist die vorproduzierte ATM- Auflage von 26 Millionen ( Hinweis zu 1) im Jahr 1980 eine stattliche Zahl und spiegelt sich im relativ niedrigen Verkaufswert wieder, dennoch wären dies bei 14 Wertstufen „nur“ 1,7 Millionen Sätze gewesen. Die vorhandene Satzmenge ist aber unter Berücksichtigung von postfrisch, gestempelt, FDC  und sicherlich massenhaft angeforderten Kleinwerten  deutlich geringer ausgefallen!
Im Jahr 1983 betrug die ATM – Produktion 4,18 Millionen ( Hinweis zu 2). Die Menge verteilte sich damals differenziert betrachtet auf die drei Drucker Klüssendorf 631, 667 und 651, auf die Drucktypen I und II und ein Wertespektrum von 2000 möglichen ATM - Wertstufen zwischen 5 und 9995 Pfennigen und dies noch für postfrisch, gestempelt und Briefbelege. Ein Bedarfsbrief in seltener portogerechter Versendungsform  aus diesem Jahr wird dann schon wieder eine beachtenswerte Angelegenheit!
Im Jahr 1992  folgte die interessante „Naglerstory“ (Hinweis zu 3) und  versteckt sich hier in der Gesamtjahresauflage mit der Farbversion „grünlich-oliv“, die nach dem denkwürdigen Erlebnis am Ersttag in Oerlenbach  nicht mehr beobachtet oder bis dato gefunden werden konnte!
Die Auflage aus dem Jahr 1994 (Hinweis zu 4) ist lediglich noch der Versandstellenabgabe geschuldet. ATM- Standortautomaten waren nicht mehr beteiligt im Verbrauch der grünen ersten ATM – Ausgabe.
Die Auflistung birgt also noch einige weitere bemerkenswerte Zahlen, ersetzt aber die zusätzlichen angeführten Details aus dem mehrfach schon erwähnten Handbuchkatalog von Rainer Reimund aus dem Jahr 1996 nicht.
Nach diesen ergänzenden Betrachtungen soll nun noch eine Abhandlung von Besonderheiten zur ersten grünen ATM – Ausgabe im Katalogteil anschließen.


 ATM Besonderheiten


Eine Vorstellung von Besonderheiten aus dem „grünen ATM – Gebiet“ d.h. der ersten deutschen ATM - Ausgabe im Anschluss an die Auflistung der Satzvarianten eröffnet ein Spezialgebiet, das vermutlich allein in seiner Variationsbreite geeignet ist, ein philatelistisches Sammlerherz „jahrelang“ zu beschäftigen.
Münzwertzeichendrucker waren im Briefmarkenbereich als Automaten mit „Endherstellung des Postwertzeichens durch den Nutzer auf der Strasse“ selbst ein Novum und damit durch das technische Grundkonzept anfangs mit zahlreichen Mängeln behaftet. Die interessierte Sammlerschaft  tendierte dazu, die Grenzen der Automation schonungslos auszutesten und diesbezüglich hat sich  eigentlich auch nicht viel geändert. Allerdings sind die heutigen Automaten dennoch deutlich weniger fehlerhaft, wenn auch nicht fehlerlos.
Das Posttechnische Zentralamt in Darmstadt hat sicherlich die damaligen Münzwertzeichendrucker der Firma Klüssendorf aus Berlin - Spandau  genau geprüft, aber sicherlich weniger konsequent  als die „Härteteste“ der Sammler am Straßenautomaten selbst!
Es wurde und wird alles dokumentiert an Besonderheiten im ATM - Bereich, was möglich ist und die Palette ist groß.

Fehlerhafte Wertzeilendrucke mit Druckausfällen, Mehrfachdrucke und Typenradfehler bis hin zu Mischtypen (s. Drucktype I und II), Schnittfehler des Automaten, Prüfdrucken, Farbbandfehler bis hin zur falschen Farbe (München), Vordruckmängel mit Plattenfehlern, Druckverschiebungen, Überbreiten, Farbausfall und Kontrollziffernbesonderheiten. Schon diese Aufzählung trifft nur Teilaspekte. Es geht weiter mit Fälschungen, Testdrucken, Testmarken, Verpackungsmaterial und das Thema Automatenquittungen selbst wäre schon ein eigenes Sammelgebiet. Auch Randgebiete wie Ministerkarten, Jahrbücher mit ATM- Ausgaben und Werbekarten von Postdirektionen oder Postämtern können dokumentiert werden und finden ihre Spezialsammler.
Aus dieser Vielfalt können nur einige charakteristische ATM – Besonderheiten vorgestellt werden. Ein Ordnungsversuch zur Vorstellung der Besonderheiten soll zumindest erkennbar sein  und  eine entsprechende  Abfolge ist vorgesehen nach Besonderheiten:
  im ATM – Vordruck
  im Wertzeilendruck
  mit Farbbandfehlern
  mit Typenradbesonderheiten (u. a. Kombinationen Drucktype I und II  Klüssendorf)
  mit Schnittfehlern
  mit Testmarken und Testdrucken
  mit Fälschungen
  mit Quittungen
  mit Verpackung und Werbung

ATM  -  Vordruck - Besonderheiten


Der ATM – Vordruck aus der Bundesdruckerei unterliegt noch den dortigen Qualitätskriterien und damit sind „echte“ Abarten möglich und sollten getrennt werden von „Druckzufälligkeiten“  bedingt durch  den  Automaten und seinen technischen Grenzen.

Verschnitt
                                                                 
Der Fehler entstand in der Trenn-, Nummerier- und Umwickelmaschine und kann im Extremfall zum völligen Fehlen des Randes auf einer Seite führen (Aussage Bundesdruckerei an W. Court im Schreiben vom 28.7.2004).

Preisansatz: 8,00 Euro

Überbreite

Die folgende Abbildung zeigt die obere Automatenbriefmarke in der im MICHEL-Spezialkatalog beschriebenen Überbreite von 44mm, die meines Erachtens nur durch Verschnitt an den randständigen Markenvordrucken der Papierrolle möglich war.

                                                                 
Neben der Überbreite tendiert die obere ATM eindeutig in das grünlich-olive Farbspektrum.

Preisansatz: 35,00 Euro

Dezentraler Druck
  
Von der Erscheinung mit Überbreite in der Vordruckrolle  ist die primäre Feldverschiebung durch mangelhafte Justierung zu unterscheiden, wie die beiden folgenden Automatenmarken deutlich  zu erkennen geben.

                                    
Bei identischer Markenbreite mit 43mm ist der Klischeedruck deutlich unterschiedlich zwischen den Stanzlöchern justiert. Diese Verziehung kam im Übergang zwischen Druck und Transportstanzung zustande. Die Bahnregulierung war noch mit der Hand vorzunehmen (keine Elektronik) und das Passen der Farben zueinander wurde auf Kosten der Mittigkeit der Transportlöcher vernachlässigt (Aussage Bundesdruckerei an W. Court im Schreiben vom 9.11.2004). Auch in diesem Fall beachtenswerte Farbunterschiede.

Preisansatz: 5,00 Euro

Farbvarianten

Im aktuellen ATM- Motiv-Vordruck  Brandenburger Tor und dem Posttower in Bonn tauchen erstmals keine Farbunterschiede in der ATM- Ausgabe auf. Bei der ersten grünen ATM waren aber wohl über den Zeitraum von 13 Jahren häufiger Nachproduktionen erforderlich, die Farbschwankungen erkennen lassen bis hin zur deutlich  grünlich-oliven  Farbvariante.
                                        
                                                                

Hier noch einmal vorgestellt am postfrischen Wertstufenbeispiel zu 100 Pfennigen. Die obere grünlich-olive Farbe im Vordruck und hier im Bereich von Stern und Guillochelinien der Nagler -ATM im Vergleich zur unteren gelb-grünen Grundfarbe im gleichen Bereich und ferner Wertzeile mit Klüssendorfdruckwerk.

Diese Farbunterschiede sind zu trennen von dem Effekt der Passerverschiebung mit der Entstehung der  Extremformen „Albino – ATM“ und „Sanduhr – ATM“.

Die erste „grüne“ deutsche Automatenmarke wurde im aufwendigen Rastertiefdruck gedruckt, und zwar in drei Farben:
1. grün  =  Posthorn, Rahmen, Schriftzug Deutsche Bundespost
2. orange/rötlich  =  Linien als Guillochedruck nur im Wertfeld
3. gelb-grün bzw. grünlich-oliv =  Stern im Wertfeld und Linien als Guillochedruck, die   sich vom Wertfeld weiter ins  Feld Schriftzug  Deutsche Bundespost  ziehen.

                                                         
                                                        ATM-Standardversion                                 Albino-ATM

Die oben vorgestellten Leerfeldpaare  haben  den identischen Grünton im Stern und im Guillochedruck! Aber durch Passerverschiebung oder gelegentliche Rotationsschwankungen der Drucktrommel konnten in Ausnahmefällen konstante oder kontinuierlich zunehmende Verschiebungen des Grün- und Rotdrucks im Guillochefeld auftreten, bis zu den Extremformen „Albino – ATM“ und „Sanduhr – ATM“. Diesen optischen Farbschwankungen liegen aber keine primär unterschiedlichen Farbmischungen für den Briefmarkendruck zu Grunde. Gedruckt wurde damals auf Maschinen der Fa. GOEBEL im Festformat und der Umfang des Druckzylinders entsprach genau 11 Automatenmarken!

    
Guillochelinien  grün auf  rot                                                             Guillochelinien  rot auf grün

     
Guillochelinien Netzbild „Sanduhr“                                                    Guillochebild Standardversion

Bestätigung dieser Passerverschiebungen im Guillochelinienbereich in den oben beschriebenen Formen durch die Bundesdruckerei mit Schreiben vom 6.12.2004 an W. Court.

Zur Verdeutlichung noch einmal die Passerverschiebung „Sanduhr“ mit gleichberechtigtem Netzbild von roten und grünen Guillochelinien in alternierender Form.


                  
Während die  Passerverschiebungen grün auf rot bzw. rot auf grün der Guillochelinien in der optischen Wahrnehmung der Linienstruktur als „Albinomarken“ deutlich imponieren, ist die alternierende Farbverschiebung im Netzbild  „Sanduhrmarke“ von der regulären und von der Bundesdruckerei angestrebten Struktur und damit Farbwahrnehmung der Standardversion ohne Vergrößerung  schwieriger zu unterscheiden!
  
Preisansatz  „Albino“   7,00   Euro Wertzeilendruck Klüssendorf
                                ´       ? , ?   Euro Wertzeilendruck Nagler
                                         --,--   Euro  im Leerfeld
                                       10,--   Euro Passerverschiebung  Netzdruck „Sanduhr“ 
   
Plattenfehler

Aus diesem Bereich der „grünen ATM- Philatelie“ ist der markanteste und bekannteste Begriff mit dem primären Plattenfehler „Bumerang“ belegt. Der Ausfall einer Linie im Guillochedruck der grünen Farbe im Feld rechts oben  neben dem Schriftzug DEUTSCHE BUNDESPOST führt zum Erscheinungsbild  „Bumerang“,  wie das nachfolgende Bild bei 20facher Vergrößerung verdeutlicht.
           
                                         
                          Die rote Pfeilspitze markiert den Abschnitt mit fehlender Trennlinie zum Bild des „Bumerangs.

Preisansatz: 10,00 Euro Wertzeilendruck Klüssendorf
                        60,00 Euro Wertzeilendruck Nagler

Nicht im MICHEL – Spezialkatalog  aufgeführt, aber von der Bundesdruckerei in Berlin W. Court als Plattenfehler bestätigt, wurde die Vorlage der nachfolgenden ATM (Ausschnittvergrößerung) mit „fehlendem Grünaufdruck links oben“.

                             
Nach dem Vergleich der Musterbögen im Wertarchiv ist in den Archivmustern bis 1986 der teilweise fehlende Sicherheitsaufdruck oben links als Plattenfehler zu bestätigen (Schreiben  vom 9.11.2004).

Preisansatz: 10,00 Euro  nur aus  Klüssendorfdruckern bis dato bekannt
                   
Nicht immer war also der Farbaufdruck ohne fehlerhafte Ausführung gewährleistet, wie die weiteren Beispiele zeigen und teilweise im MICHEL – Katalog  aufgeführt sind.

Ein Fall von zuwenig grüner Farbe und Ergebnis „weißer Strich“

          
 und hier ein Fall von  zuviel an grüner  Farbe  mit „Verklecksung“ 

        
Preisansatz: je 30,00 Euro

Ein weiterer Plattenfehler ist im MICHEL – Spezialkatalog aufgeführt unter dem Begriff  der „Oberrandverdickung“.

                                                                      
    Oberhalb des ersten Sterns findet sich eine Verdickung der grünen Randleiste und ist mit dem Pfeil markiert.

Preisansatz: 8,00 Euro

Randziffern

Ein wenig beachteter und  im MICHEL – Spezialkatalog aufgeführter Fehler liegt  mit den in Fragmenten abgezeichneten „Randziffern“ an der linken ATM – Markenseite vor. Dieses Phänomen konnte nur kurzfristig nach Inbetriebnahme des MWZD Klüssendorf 631 am Standort Nr. 03 Postamt Hannover 1 im August 1987 gefunden werden.
Die 5-stelligen Zahlenfragmente tauchten ca. jede zehnte Automatenmarke auf. Als mögliche  Bogenrandkennzeichnung,  wie sie im Walzendruckverfahren schon immer einmal beobachtet werden kann, lautete die Erklärung seitens P.R. Huber im  Info 023 / 87 -3 / 4 der damaligen Arge Automatenmarken Deutschland.

Die nachfolgende Bildserie soll dies etwas verdeutlichen. Zunächst die Abbildung des portogerechten Luftpostbriefes mit Datum vom 2.8.1987 Hannover 1 nach Japan und vorderseitigem Ankunftsstempel. Die Automatenquittungen über 20 und 70 Pfennige liegen vor.

                                  
               
Der linke  Scannausschnitt zeigt noch einmal die Platzierung der Ziffernfragmente, die auf der rechten Vergrößerung  noch einmal detaillierter zur Darstellung kommen.

              
      Ausschnitt                                                                                  Vergrößerung                                 

Preisansatz:  250,00 Euro

Dazu noch ein Bild zu teilweise fragmentierten Randziffern aus der Rollenmarken- und Markenheftchenproduktion, die eine gewisse Ähnlichkeit zur obigen Abbildung  aufweisen.

                                                     

Kontrollziffern

Auch die rückseitigen Zählnummern sollen in einigen Besonderheiten vorgestellt werden.
Die normal „mittig“ platzierte 4stellige Ziffernfolge von 5 bis 2000 in 5er Schritten hatte durchaus Tendenzen zur „Wanderschaft“ gehabt.
                           
                                                 
Platzierungsfehler nach oben und unten führten bis zur Ziffernspaltung bei Markentrennung im Automaten Aber auch seitliche Verschiebungen waren möglich wie die obere Abbildung zeigt. Gelegentlich findet sich auf der grünen Automatenbriefmarke im Kontrollziffernbereich ein scheinbarer Ziffernausfall im 4stelligen Zahlenbereich (015 statt 1015) oder auch ein zuviel an Farbe mit ausgefüllter 0, wie das rechte Beispiel zeigt.

                                                  
Aber auch Doppeldruck und Druckverziehungen im Kontrollziffernbereich sind möglich, wie die folgende Abbildung zeigt.

                                                
                                            Auch ein Abklatsch auf dem vorderseitigen Markenbild kommt vor.

                                                        
                  Auf dem Markenbild kommt unterhalb des Wertzeilendrucks in Spiegelschrift  0025 zur Darstellung.

Preisansatz  für Kontrollziffernbesonderheiten wie oben vorgestellt: 4,50 Euro

Die Anfangs- und Endziffern zu dokumentieren, war und ist ein beliebter  „ATM – Sport“ und findet im vorderseitigen identischem Wertstufendruck seine „Kür“. Die passenden  Belegbescheinigungen vom 5.1.1985 lassen dann zusätzlich noch auf einen freundlichen Postbeamten im Postamt Bonn  2 schließen, der sich diesen Belegwünschen  aus dem Schalterwertzeichendruckern Typ Klüssendorf 651 nicht  verschlossen hat.                      
          
                
                          Quittungen    Abb.verkleinert
            
                 
Nebenbei bemerkt, es gab durchaus Sammler, die mit Leidenschaft am Automaten  komplette Tastensätze mit identischen Zahlen im Wertzeilendruck passend zu den rückseitigen Kontrollziffern gezogen haben. In der Klüssendorf  Anfangszeit gab es aber keine Wahlwerte und der niedrigste Wert zur „Überbrückung“ betrug immerhin 10 Pfennige und  ein solcher identischer vor- und rückseitiger Zahlensatz  brauchte neben einem gehörigen Zeitaufwand  noch viel Taschengeld, auch wenn die überflüssigen 10er ATM im Briefverkehr zu „Tapetenfrankaturen“ verbraucht wurden. 

Preisansatz:
                          

Wertzeilendruck – Besonderheiten


Die Variationen im Wertzeilendruck lassen keine Möglichkeit der Vorstellung aus. Die folgende Serie zeigt zunächst einmal beispielhafte Druckausfälle  „von links nach rechts“  und „von rechts nach links“.

Typenradausfälle 
      
Typenrad- Druckausfälle beispielhaft von „links nach rechts“
    
Typenrad- Druckausfälle von „rechts nach links“
Diese Typenrad- Druckausfälle gibt es natürlich noch in den tollsten Variationen

Beachtenswert sind auch die Farbunterschiede der oben abgebildeten grünen ATM aus der 13jährigen Laufzeit  mit deutlichen  Farbschwankungen bedingt durch Produktion von neuen  ATM- Vordruckrollen.

Preisansatz für solche Druckzeilenausfälle von 2,50 bis 8,00 Euro 

Auch die Aufdruckstärke konnte erheblich unterschiedlich ausfallen. Im Extremfall führte der Andruck zur Abbildung der gesamten Type aber auch ein verschwommener Druck war möglich.

                               
                                           normal                                            stark                                            verschwommen

Preisansatz  für vorgestellte Druckstärkendifferenzen  von 10,00 bis 30,00 Euro

Fehlerhafte Typenradfixierung oder  -stellung 

                                                   
Die beiden Abbildungen zeigen zunächst in der ersten der 4stelligen Zahlenreihe eine Fehlstellung und im nächsten Fall  sogar in den ersten beiden Positionen und ansatzweise noch in der 3.Zahlenreihe. Diese Fehlstellungen konnten fixiert aber auch frei rotierend vorkommen und ich darf an dieser Stelle wieder den „Strichmännchensatz“ vorstellen mit einem lockerem Typenrad in der ersten Zahlenposition.

                                   
                         

Preisansatz für Typenradfehlstellungen ist ab 15,00 Euro je nach  Ausführung anzusetzen.

Doppeldrucke bis Vielfachdrucke

Fehlerhafter Markentransport führte einerseits zum Druckausfall und andererseits zum Doppel- oder Mehrfachdruck im Wertzeilenbereich.

                                                                                    
                                                Die untere ATM wurde sozusagen zum Ausgleich gleich 5x  bedruckt.

Nicht immer ging es so „gesittet“  zu wie oben, es gab auch Automatenmarken mit den „wildesten“ Aufdruckformen, wie die beiden folgenden Beispiele demonstrieren.

                                                    

Preisansatz für Doppel- oder Mehrfachdrucke ab 7,50 Euro.

Wertzeilendruck im verkleinerten Höhendruck
Die nachfolgende linksseitig abgebildete ATM in der Wertstufe 100 stammt aus Wiesbaden vom dortigen Schalterwertzeichendrucker 667  am Schalter 26 und demonstriert zur rechtsseitigen Vergleichs- ATM eine Höhenverkleinerung im Wertzeilendruck.

                                                         
                                                    Höhenverkleinerung Wertziffern               Vergleichsmarke

Man sprach von einem technischen Defekt und vom gestauchten Werteindruck, der allerdings meiner Meinung nach ein anderes Bild zeigt, wie die folgende Automatenmarke demonstriert.

                                                      
                                                         Gestauchter Wertzeilendruck              Vergleichsmarke 

Bei dem gestauchten Werteindruck finden sich typischerweise  verstärkte Druckabschnitte im Gegensatz zur Höhenverkürzung der Wertzeile in einheitlicher Druckstärke, wie dies in Wiesbaden beobachtet werden konnte.

Preisansatz verkleinerter oder gestauchter Werteindruck:  -,-

  
Wertzeilendruck Rückseite
Hier liegt menschliches „Versagen“ vor. Durch falsches Einlegen  der ATM- Vordruckrolle sind  Rückseitendrucke möglich.

                                          
                                 

Das Foto illustriert die Bestückung des Münzwertzeichendruckers mit einer neuen ATM – Rolle.
Schon das Bild vermittelt die Verdrehungsmöglichkeit.

      Wertzeilenaufdruck als sog. „Gummidruck“  

Die Gummidruckversion ist vom Druckabklatsch zu trennen, der ein ähnliches Bild aber spiegelverkehrt liefert und durch Farbrückstände der Transportwalze bedingt ist.

     Abklatsch vom druckfrischen Wertzeilendruck.

Solch ein „Abklatsch“ vom druckfrischen Wertzeilenaufdruck findet sich gelegentlich auch vorderseitig  auf der Marke bzw. auf dem Briefbeleg. Das folgende Beispiel dazu stammt vom Inbetriebnahmetag des Schalterwertzeichendruckers Typ Klüssendorf 651 am 27.11.1984 vom Postamt Nürnberg 1 zum Start des erweiterten Betriebsversuches. Der Postbeamte nahm zum Beispiel die ATM aus dem Auswurfschacht des Schalterwertzeichendruckers  und beim Verkleben der Marke setzte er mit den Fingern  einen solchen Abklatschdruck auf Marke und Briefumschlag. Diese  Handhabung im genannten Beispiel Nürnberg ist auf fast allen Belegen des Ersttages  vom betreffenden Schalter festzustellen und bescheinigt zumindest dem Schalterbeamten eine „konsequente persönliche Note mit bleibendem Erinnerungswert“!


                                  

Die im Kontrast verstärkte und vergrößerte  Abbildung zeigt deutlich die Fragmentspuren im Abklatsch vom  frischen Wertzeilendruck auf Marke und Umschlag. Oberflächlich betrachtet darf man solche Spuren nicht mit einer Verunreinigung des Briefes verwechseln. Diese Abklatschspuren gibt es ja nur in der ATM- Philatelie und eigentlich nur zu damaliger Zeit. Die Farbbänder lieferten besonders im neuen Zustand kräftige Abschläge und die frisch gedruckten Automatenmarken brauchten damals eine gewisse Trocknungszeit, um sozusagen wischfest zu werden!

Preisansatz für Rückseitendruck oder Abklatschversion: 4,00 Euro

Die „hohe Schule" der Verdrehungskunst zum Kehrdruck  möchte ich an dieser Stelle  nicht vergessen vorzustellen mit dem sog. „kopfstehendem“ Wertzeilendruck.

                                                            

Preisansatz: „kopfstehender“ Wertzeilendruck   -,-
  

Farbbandfehler  


Optisch nicht besonders spektakulär sind Farbbandverschiebungen mit Teildrucken bis hin zum Totalausfall und nachfolgendem Blinddruck.     
           
                                          
Durch Verschiebung des Farbbandes wird vom Wertzeilenaufdruck im linken Beispiel  nur der unterste Teil noch deutlich abgedruckt, der obere restliche Teil erscheint im Blinddruck, der im rechten Beispiel nach Totalausfall nur schemenhaft noch zur Darstellung kommt.
Blinddruck und Leerfeld  sollten nicht verwechselt werden und können in der Lupensicht auch gewöhnlich gut voneinander unterschieden werden.
Preisansatz Blinddruckvarianten: 3,50 Euro

Farbtonvarianten

                                         
ATM- Spezialisten der ersten Stunde vertreten teilweise die Meinung, dass die Farbbänder in der Versandstelle Weiden anfangs einen bräunlichen Farbton aufwiesen und damit Automatenmarken mit entsprechendem  Wertzeilendruck in ihren ersten Versendungen 1981 auslieferten, der durch Abnutzung nicht erklärbar ist und deutlich vom üblichen schwarzen  Aufdruck zu unterscheiden ist.  Die obige Abbildung soll diesen Sachverhalt verdeutlichen.  Der Aspekt ist eindeutig. Bei Satzkonstellationen sollte nur wieder, wie mehrfach schon betont, ein einheitliches Druckbild angestrebt werden.

Gänzlich anders zeigt sich die Sachlage in der folgenden Abbildung.

                                          
Recht spektakulär stellt sich hier linkseitig ein blauer Wertzeilendruck dar und  führt uns zu einem weiteren etwas ominösen Kapitel der deutschen ATM- Philatelie aus den Jahren 1982 und 1983.
Zunächst zur bekannteren „blauen Münchner ATM“ aus dem Jahr 1982. Der MWZD am Postamt 32 in München war zur damaligen Zeit ein allgegenwärtig umlagerter Briefmarkenautomat  und  beliebter Treffpunkt der ATM- Szene. Am Nachmittag des 20.8.1982 zogen die anwesenden Sammler nach  Farbbandwechsel gegen 14Uhr30 Automatenmarken mit Wertzeilendruck im eindeutig blauen Farbton. Einer der anwesenden ATM- Freaks fuhr noch am gleichen Tag zum Standort Starnberg  unter der Vermutung  der Umstellung sämtlicher Münzwertzeichendrucker aus dieser Erprobungsphase auf blaue Farbbänder, um dort noch ATM mit schwarzen Wertzeilendruck zu erhalten!  München sollte jedoch „einmalig“ bleiben  und der „Spuk“ lief über 3 Tage. Gezogen wurden in diesem Zeitraum im  blauem  Farbbandton ca. 5000 Marken, Briefe stammen sämtlich von den anwesenden ATM- Philatelisten und wurden teilweise sogar noch unter Nutzung der Spätgebühraufgabe angefertigt. Das Postamt München 32 hatte auch am Samstag und Sonntag bis 22Uhr geöffnet! Zu dieser Zeit (21.und 22.10.1982) liefen in München zwei Sonderstempel mit Motivbezug zum 10jährigen Gedenken  der olympischen Spiele in München, die gerne zur zeitlich passenden Dokumentation und dies auch noch nachträglich (s. Nachstempelfrist) genutzt wurden.     

                          

Der eindeutig blaue Wertzeilendruck kommt hoffentlich zur Darstellung. Bei regennassem Wetter am 20.8.1982 fielen noch etliche der „blauen Münchner“ in die Pfützen und wurden noch gegen reguläre Dauermarken umgetauscht! Die Seltenheit ist damit unbestritten, offen bleibt die Frage nach der Vertauschungsursache des Farbbandes. Die Angelegenheit schlug damals „hohe Wellen“ unter den Sammlern, ebenso in der philatelistischen Presse und das PTZ (Posttechnische Zentralamt Darmstadt) verwies sogar auf staatsanwaltliche Untersuchungen zur Ursachenabklärung. Der Betriebsleiter des Postamtes 32, Herr Elsner, unterbrach um 8Uhr30 am 22.8.1982 die Verwendung des falschen Farbbandes und bestätigte später lediglich die irrtümliche Einlegung und Verwendung. Es sind mir durchaus noch Verwendungen und Abstempelungen von diesen „blauen Münchner ATM“  auch aus späterer Zeit noch bis in den Oktober 1982  bekannt. Dieses Ereignis regte  natürlich auch Neid und  Nachahmungswünsche hervor. Aus dem Jahr 1983 sind vom Hannoveraner SWZD  hellblaue Wertzeilendrucke aufgetaucht, deren Entstehungsgeschichte im Dunkeln liegt. Die folgenden Abbildungen zeigen die beiden „Blauvarianten“ im Vergleich.

                                          
                                         Hannoveraner hellblauer Wertzeilendruck 1983

                                         
                                         Münchener  blauer Wertzeilendruck 1982

Die Münchner Variante läuft auch gelegentlich unter der Bezeichnung dunkel-violett.
Preisansatz: -,-

Typenradbesonderheiten (Mischtypen) 
Auf die unterschiedlichen Typenräder  wurde bereits mehrfach in den Kapiteln der verschiedenen Menüpunkte der Webseite zum  ATM- Thema hingewiesen, sollen an dieser Stelle aber noch einmal ergänzend abgehandelt und in ihrer Kombination vorgestellt werden.

                                          


obere Schriftreihe Type I (handgravierte Typenräder)
untere Schriftreihe Type II (Typenräder in Druckgussherstellung)

Die ersten 30 MWZD Klüssendorf 631 waren als Versuchsserie ab 1980 (s.a. Vorproduktion seit August 1980 in der Versandstelle Weiden mit 11 Automaten) mit handgravierten Typenrädern ausgestattet ebenso wie 5 Automaten der Kleinserie  Klüssendorf  SWZD 667  für die EPOS I Phase. S. a. entsprechende Vorstellung in den dortigen Kapiteln der Webseite.
Da ab 27.09.1982 die Einführung der Schalterwertzeichendrucker  in größerer Anzahl erfolgte, war die Technik der Ziffernrad - Matrize aus handgravierten Typenrädern nicht wirtschaftlich zu erstellen und es erfolgte die Herstellung mit Druckguss - Matrizen ab August 1982. Dies hatte aber zur Folge, dass doch unterschiedliche Wertzeilendrucke entstanden spez. in den Ziffern 2 und 5 (3 und 8), womit eine Trennung der Automatenmarken nach Drucktype I und II erfolgte.
Es gab nun auch Automaten aus dieser ersten Versuchsserie, die zwar ursprünglich mit Drucktype I ausgestattet waren, in denen nun aber einzelne Ziffernräder wohl aus Reparaturgründen ersetzt wurden mit neuer Druckgusstype II, so dass im Wertaufdruck Mischtypen entstehen konnten, wie das folgende Beispiel vom Postamt 1 in Darmstadt vom 22.11.1986 demonstriert.
              
                            

Darmstadt  Postamt 1 und 11 gehörten zum Betriebsversuch  der MWZD ab 1981 und waren entsprechend mit handgravierten Typenrädern ausgestattet. Eine Ersatzmaßnahme der mittleren Wertzifferntype ca. Juli 1986 in der Ausführung Type II führte zum Mischtypen- „Ensemble“ mit entsprechendem Druckbild, wie nachfolgend auch die Detailabbildung vom Standort Postamt 1  (ATM- Quittungen und Einlieferungsschein vorhanden) demonstriert.

Das nachfolgende Bild verdeutlicht  die Situation mit hinzugefügten Vergleichs- ATM:
obere ATM vom Brief Darmstadt 1 mit Datum vom 22.11.1986 in Mischtype  I – II – I
mittlere ATM  zum Vergleich in der Wertzifferntypenreihenfolge   I – I - I
und untere Vergleichs- Automatenmarke mit den Drucktypen  II – II - II

                                                
Während diese Mischtypenform in Darmstadt am Postamt 1 vom Juli 1986 bis Februar 1987 beobachtet werden konnte, war auch der MWZD am Postamt 11 in Darmstadt ähnlich betroffen  von März  bis Mai 1986.
Aber auch im Schalterterminalsystem EPOS I konnte in Wiesbaden  eine Mischtypenform in der Typenradbesetzung beobachtet werden.

                              
Der obige Bildausschnitt demonstriert gleich zwei Besonderheiten. Zum einen liegt eine Mischtype vor mit mittlerem Wertziffernrad in Type II bei einem ursprünglich ausgerüsteten Schalterwertzeichendrucker Typ Klüssendorf 667  mit Ziffernmatrizen  der Drucktype I. Ferner weist die SWZD- Quittung  die seltene sog. „weite Beer-Form“ auf.
Diese Mischtype in der Typenradbesetzung fand sich in Wiesbaden ca. ab Juli 1983. Die ausgewiesene Terminalquittung belegt als Quelle den Schalter 22 mit der Kassennummer 924 aus dem Betriebsversuch EPOS I und mit Datum vom 18.10.1983 am Postamt 1 in Wiesbaden (s.a.  Menüpunkt SWZD Klüssendorf 667 der Webseite unter Listen und Tabellen).
Preisansatz Mischtypen:   -,-

Schnittfehler

Speziell  im Münzwertzeichendrucker Typ Klüssendorf 631 waren Schnittfehler nicht so selten. Neben gänzlichem Schnittausfall gab es auch die Variante  als mehr oder weniger deutlicher Teilschnitt (s.folgende Abbildungen). 


                                                                 
Linksseitig abgebildet ist ein gänzlich unterbliebener Trennungsschnitt und es findet sich zusätzlich noch ein teilweiser Wertziffernausfall. Rechtsseitig vorgestellt sind nur Teilschnitte, die zur Kennung mit roten Papierstreifen hinterlegt sind.

Durch Stau im Münzwertzeichendrucker konnten aber auch teils interessante ATM – Schnittbildvariationen  auftreten, wie die folgende Abbildung zeigt.

                                                                
Neben der fehlerhaften Schnittfolge kombinierten sich dabei häufig auch Doppeldruckformen und belegen einen bunten ATM-Mix.
Diese zuvor vorgestellten Varianten sind  von der sog. „Springer – Form“ zu trennen.

Springer – ATM

                            
Aus dem eingeschriebenen Briefbeleg (Quittungen und Einlieferungsbeleg vorhanden) habe ich nachfolgend die „Springer – ATM“ noch einmal im Detail herausgescannt.

                                                            
Der MWZD Typ Klüssendorf 631 schaltete sich gegen Ende der ATM- Vordruckrolle  bei einem Restbestand von ca. 6 bis 10 Marken automatisch ab. Wurde zu diesem Moment aber über die Mehrfachtaste eine 10er Menge abgefordert, warf er auch diese „gesperrten“ ATM als „Springer“ in den unterschiedlichsten Schnitt- und Wertdruckbildern aus.
Das nachfolgende Beispiel  stammt vom MWZD  in Soest. Die Springer- ATM wurden über die Mehrfachtaste zu 10x 20 Pfennigen  abgefordert und dies interessanterweise im grünlich-oliven  Farbton.

                              
Solch eine Serie enthält dann häufig die begehrten rückseitigen Kontrollziffern mit 0010 und gelegentlich noch 0005, die ich zugehörig als Abbildung ergänzend nicht vorenthalten möchte.  
         
                                         
Preisansatz Verschnitt: 2,00 bis 5,00 Euro
Preisansatz Springer: 8,00 Euro

Besonderheiten aus der Entwurfs-  und Erprobungsphase zur deutschen Automatenbriefmarke

Nach Vorstellung der Variationsbreite der ersten deutschen Automatenbriefmarke  soll an dieser Stelle noch einmal die Entwicklungsphase aus den Jahren 1979 und 1980 beleuchtet werden. Nachdem die Schweizer Post mit der Firma Frama das Konzept wählbare Portostufe auf einheitlichem Briefmarkenvordruck schon 1976 als erstes Land für die Postkunden im Straßenbetrieb mit entsprechenden Automaten eingeführt hatte und aktuell nach 35 Jahren wieder beendet, folgte die Deutsche Bundespost unter Entwicklung und Ausführung der Firma Klüssendorf aus Berlin-Spandau  unter  intensiver Begleitung des PTZ (Posttechnisches Zentralamt) in Darmstadt in den Jahren 1980/81. Schon die folgenden Entwurfsvorlagen lassen einen höheren Qualitätsanspruch der Deutschen Post im Automatenmarkenvordruck gegenüber den Framavordrucken erkennen (Fotovorlage W. Maassen, Schwalmtal).

        

Aus den Entwurfsvorlagen (noch ohne Stanzungslöcher für den Markentransport) wurde der 4. Entwurf realisiert und im aufwendigen Rastertiefdruckverfahren ausgeführt. Angelehnt an das Format und den Entwurf arbeitete die Fa. Klüssendorf in Berlin und das PTZ in Darmstadt mit Testmarken, die zunächst mit mittig platzierten Stanzlöchern die Markenführung im Automaten gewährleisten sollten.

                                                           
Diese Einzelführung gestaltete sich als störanfällig und wurde durch eine doppelte Transportführung  ersetzt, für die nun ebenfalls Testmarken gedruckt wurden.     
                                       
                                                            
Die folgende Abbildung  demonstriert die Testmarke mit Einzellochführung und Werteilendruck  aus der PTZ- Versuchsphase (Fotovorlage W. Maassen, Schwalmtal).
                                              
                                                         
Es wurde auch im Wertzeilendruck mit und ohne zusätzliches Sicherheitsmerkmal „Posthorn“ experimentiert (ähnlich  den Anfängen der EDV-Frankaturen), wie die folgenden Beispiele zeigen.                                         

                              
                                                  Wertzeilendruck mit und ohne Sicherheitsmerkmal „Posthörnchen“

Bei den blauen Muster- bzw. Testmarken „ SCHWARZ MIESBACH“ mit zweifacher Transportlochführung  gilt es auch unterschiedliche Papiersorten zu unterscheiden.

             

Wie die Vergrößerungsausschnitte zeigen, gab es Papiervorlagen  mit und ohne  Untergrundstrukturen. Ferner gilt es seitliche Schnittmarkierungen zu beachten, die teils auch noch in differenten Farben vorkommen.

               
     
Die obigen Abbildungen zeigen die rechts positionierten blauen Markierungsstriche im linken Gesamtmarkenbild und zur Verdeutlichung im rechten gedrehten Ausschnitt beiderseits seitlich. Auch mit Zusatz von fluoreszierenden Fasern wurde gearbeitet.

Ich verweise an dieser Stelle im Zusammenhang zu den MUSTERMARKEN SCHWARZ MIESBACH auch  auf die ausführliche Darstellung  von Andreas Lehr, Dietzhölztal in seiner Veröffentlichung  „Altes – neu entdeckt“ im Rundbrief der Arbeitsgemeinschaft RSV. 

Es wurde auch auf  gummierten  Blankopapier im ATM- Format getestet. Auch hier findet man den Wertzeilendruck mit und ohne Zusatz DBP. Die linke Testmarke stammt dennoch nachweislich aus einem Klüssendorfdruckwerk  anlässlich einer Testvorführung auf der CEBIT 93 in Hannover und wurde dort  H.-J. Tast, Schellerten sogar mit einer speziellen Quittungsversion ausgehändigt! Auch bei den Blankoversionen  sind unterschiedliche Gummierungen zu erkennen. Die rechte Testmarke mit Druck DBP besitzt eine gelbe und die linke Version aus 1993 eine weiße Gummierung. Ferner sei noch erwähnt, dass alle Testdrucke  von der CEBIT 93 den waagerechten Liniendruck aufweisen.

                               
Eine Besonderheit ist der Wertzeilentestdruck auf grünem  ATM- Vordruck mit  Buchstabenkennung ähnlich der zuoberst aufgeführten PTZ- Testmarke  in der Einzellochführung. 

                                                           
Nach meinem Kenntnisstand stammen diese PTZ- Testdrucke auf grünem ATM- Motivvordruck  aus der Zeit 1981/1982 in Vorbereitung zum Schalterterminalsystem EPOS I. Es war wohl  initial angedacht, die verschieden Drucker durch eine entsprechende Buchstaben-Ziffernfolge  mit ihren Standorten zu definieren.

Preisansatz Testmarken: 10,00 bis 30,00 Euro je nach Besonderheit (Zudruck, Papiersorte)


Eine weitere Besonderheit sind die sog. Justier- Automatenmarken. In diesen Fällen liegt ein Rastervordruck auf weißem und gummiertem Testpapier vor und dient so praktisch als Messschablone zur Einstellung der Typenräder. Es gibt zwei grundlegend verschiedene Ausführungen mit  voll- bzw. teilflächigem Rasterbild.  
                                        
                
            vollflächiger                                                                            teilflächiger Rastervordruck

Der Wertzeilendruck sollte passend zum Thema deutsche Automatenmarken möglichst auch den Zusatz DBP enthalten. Es gibt auch Justiermarken ohne diesen Hinweis, die vermutlich aus Druckwerken  von ausländischen  Klüssendorf – Automaten stammen. 

       Wertzeilendruck ohne DBP

Aber auch mit Nagler- Druckwerk sind  die Justiermarken zu entdecken, wenn auch wohl in deutlich geringerer Zahl als Justiermarken im Klüssendorfdruck  vorhanden.

      Nagler – Druckwerk

Darüberhinaus gibt es nun sogar noch Ausführungen der Justiermarken mit weißer und gelber Gummierung. Allerdings sind bis dato in der Klüssendorfvariante  keine Wertzeilendrucke  in der Drucktype I aufgetaucht.

Preisansatz Justiermarken:  8,00 bis 25,00 Euro je nach Ausführung und Druckwerk

Auch in diesem Zusammenhang  verweise ich auf das RSV- Bulletin. 3/2010  Der Leiter der Arbeitsgemeinschaft Dr. Schmidt hat hier im Bulletin 3/2010 erstmals ausführlich zu den Justier- Automatenmarken Stellung bezogen  und eine  Abhandlung vorgestellt.

Auch bei den sog. Testdrucken deutscher Automatenmarken auf grünem Vordruckmotiv sollte auf den Wertzeilenzudruck mit DBP geachtet werden, um möglichst doch  die entsprechende deutsche Zugehörigkeit zu verdeutlichen und die Herkunft  zu dokumentieren.
Auch in diesem Fall sind zwei grundsätzlich unterschiedliche Formen zu unterscheiden. Einmal gibt es den Testeindruck „DBP 0000“ auch unter dem Begriff  „Nulldruck“ geläufig und den sog. „vier Sterne General“.

                                              
    sog. „Nulldruck“                                                                      „vier Sterne General“

Die beiden Testdruckmarken lassen sich den unterschiedlichen Druckwerken zuordnen. Der sog. Nulldruck  stammte aus den Münzwertzeichendruckern und der vier Sterne General  ist wohl als Testdruckvariante den Schalterwertzeichendruckern  zuzuordnen und ist seltener anzutreffen. Der Testdruck aus dem Münzwertzeichendrucker  konnte vermutlich auch leichter dem Techniker am Straßenautomaten „abgehandelt“ werden, als die Testdruckvariante aus dem Schalterbetrieb. Ferner war der Test- Nulldruck extern abrufbar bei spez. Schlüsselstellung am Automaten und mittels kombinierten Tastendruck aus dem Wertstufen- und teils auch Quittungsbereich. Aber die spez. Schlüsselstellung war anfangs nicht  sperrbar, so dass auch ATM- Freaks der Abruf  von Testdrucken  bei „vergesslicher Technikerbedienung“  in größerer  Anzahl gelang. Auch hier sind die unterschiedlichen Farbvarianten beachtenswert.

Preisansatz Testdruck:  Nulldruck         3,00
                                            4-Sterne-General         15,00


Quittungen zu den deutschen ATM  auf erstem  Vordruckmotiv


Eine chronologische Vorstellung der Formen und ihre Besonderheiten
Ein weiteres Kapitel der deutschen ATM- Philatelie  liegt mit den Automatenquittungen vor.
Ein Teil der Münzwertzeichen- und Schalterwertzeichendrucker  war für den Quittungsdruck eingerichtet. Dabei stammten die ersten ATM- Quittungen nicht wie vielleicht vermutbar aus den Klüssendorf  MWZD 631 sondern  aus dem EPOS I System  mit den online integrierten SWZD Klüssendorf Typ 667. In der nachfolgenden Abbildung sind der niedrigste und höchste ATM- Wert aus dem SWZD-Spektrum von 5 bis 9995 Pfennigen  aus dem EPOS I System in Bonn 2 bzw. Hannover 1 mit den zugehörigen Quittungen abgebildet.  Erstmals in dieser Form waren die Quittungen  erhältlich zur Terminaleröffnung in Wiesbaden am 7.10. 1982.

        
Der aufmerksame Betrachter erkennt im Druck der 5 Pfennig-Wertstufe die unterschiedlichen Typen I und II. Ich verweise in diesem Zusammenhang auf die Abhandlungen auf der Menüleiste unter dem Punkt Schalterwertzeichendrucker Klüssendorf 667 und zur Abhandlung EPOS I und ferner auf die zugehörigen Ausführungen unter dem Menüpunkt Tabellen und Listen.

Eine Vorstellung der Quittungsvarianten im deutschen ATM- Bereich  allein nur aus dem Zeitraum der ersten deutschen Automatenmarke von 1981 bis 1994  bedarf aus der Vielfalt heraus einer Strukturierung. Nach der nachfolgenden  Auflistung und Gliederung soll diese Themenvorstellung erfolgen. Dabei ist auch initial (A bis G) eine chronologische Abfolge aus Übersichtsgründen berücksichtigt worden.

A)        Terminalsystem  im EPOS I  mit SWZD im Onlineverfahren

B)        Quittungsabgabe im Klüssendorf MWZD Typ 631 ab Ersttag Köln  1984

C)        Sonderstandorte Klüssendorf Typ 631  mit Quittungsabgabe ab Hannover 1984

D)        Umrüstung Quittungstext von 24. 6. auf 25.6. 1986 im Klüssendorf  MWZD 631

E)        Quittungen im Offlineverfahren im EPOS II System Münster Dezember 1988

F)        grüne ATM „erobert“ noch die MWZD- Standorte in Berlin März 1991 und ab September 1992 das Verkehrsgebiet Ost               einschließlich Ostberlin (Oktober 1992) mit teils charakteristischen Quittungsunterschieden

G)        Quittungen EPOS II offline mit grüner ATM 1993 und 1994  Versandstelle Frankfurt

H)        Abrechnungs – und Testquittungen im MWZD Klüssendorf Typ  631

a) Testdruck-  Quittung

b) Testquittung  Druckerprogramm

c) Kontrolldruck RG  (Restgeldgeber)

d) Kontrolldrucke  RG und PWZ (Restgeldgeber und Postwertzeichen)

e)Wiederholungsabrechnung RG und PWZ


I)         Quittungsbesonderheiten

a) Mikroquittungen; gequetschte Quittungen

b) Rückseitendruck

c) Papierqualitäten  

d) Vordruckfarben der Versandstellenwerbung

e) Teildruckausfall

f) Schnittfehler – Doppelquittungen usw.

g) geklebte Quittungsbahn


Schon dieser Einteilungsversuch demonstriert erneut die deutliche Vielfalt im deutschen ATM- Gebiet speziell auch aus den Anfangsjahren dieser Postautomationsphase.


A.        Nachdem schon zur Überleitung in das Quittungsthema das Spektrum von 5 bis 9995 Pfennigen entsprechend vorgestellt wurde, folgt noch einmal ein Belegbeispiel im EPOS I System mit online integrierten SWZD aus Hannover und damit in Drucktype I. Hier demonstriert an der 25 Pfennigwertstufe.




Die Wertziffern 2 und 5 erlauben auch hier die bestmögliche Unterscheidungsmöglichkeit zwischen den Drucktypen I und II.
Preisansatz Terminalquittung mit Automatenmarke: 4,00
                       Terminalquittung  Ersttag 7.10.1982:   --,--

Aber auch im Terminalbereich gab es Test- bzw. Musterquittungen und typischerweise ausgestellt auf das „Übungspostamt 6103 Griesheim“ und in diesem Fall über den Bezug von Postwertzeichen (Kontrast verstärkt s. Gründruck).
                                          
Preisansatz Musterquittung Terminal:   --,--

B.        Mit der Amtsblattverfügung 250/1984 mit Datum vom 15.3.1984 wurde eine Geräteumrüstung des MWZD Klüssendorf 631 zur sog. 2.Generation angekündigt mit der Möglichkeit wahlweise eine Quittung über den Markenbezug abzurufen über eine zusätzliche Quittungstaste.

          
   

Ich habe die Position der gelben Quittungstaste noch einmal im Ausschnitt hervorgehoben. Erstmals am 22.3.1984 in Köln 1 im Münzwertzeichendrucker kam die Quittungstaste vor dem Hauptpostamt nach Umrüstung zum Einsatz.

                                                     
Ersttagsquittung Köln 22.03.84 ATM DM 2,80
Preisansatz Quittung Ersttag 22.3.1984 Köln: 50,00 Euro
 
Die Phase der Quittungsumrüstung der Versuchsstandortgeräte aus 1981 lief dann vom 22.3.1984 Köln 1 bis zum 10.4.1984 in Darmstadt 1. Das Gerät aus Frankfurt 70 wurde später im Januar 1986 zum Postamt Frankfurt 1 verlegt. Die folgende Aufnahme von H.-J. Tast, Schellerten zeigt noch einmal die nebeneinander platzierten Rollensysteme von ATM- Vordruck und Quittungspapier. Letzteres wird soeben - wie auf dem Foto erkenntlich - vom Techniker „eingefädelt“ Auch hier resultierten Verdrehungsmöglichkeiten mit der Folge der Quittungsrückseitenbedruckung (s. Vorstellung an späterer Stelle).
                                                     
C.        Die Sonderstandortgeräte wurden ebenfalls  auf Quittungsdruck umgerüstet, so dass zur Hannover Messe 1984 ein erster Sonderstandort mit Quittungsabgabe dokumentiert werden kann mit dem Postamt Hannover 82 ( Messepostamt).
                                                                                            
Preisansatz Hannover Ersttagsquittung: 15,00

D.        Die Amtsblattverfügung vom 22.5.1986 verkündete den erfolgreichen Abschluss des Betriebversuches, kündigte eine Automatenquittungsänderung für den 25.6. 86 an und gleichzeitig den flächendeckenden Einsatz im gesamten Bereich der Deutschen Bundespost ab Juli 1986 mit der sog. 3.Gerätegeneration des Klüssendorf 631.        
 Preisansatz Quittungspaare 24./25.1986: 7,50

Interessanterweise kann man erkennen, dass das die Typenräder in Frankfurt zur Quittungsumrüstung vom 25.6.1986 noch nicht auf Drucktype II im Wertzeilendruck angepasst worden waren.
Die Quittierung war in der neuen Form keine "Bescheinigung" mehr sondern ab sofort ein "Beleg“. Das neue Quittungspapier zeigte nun rückseitig die Werbung aller drei Versandstellen und firmiert unter "Post" statt bis dato "Deutsche Bundespost". Die Gegenüberstellung der Quittungsrückseiten  verdeutlicht die neue Sachlage am besten.
                                                        
Zur besseren Abbildung wurde der Kontrast verstärkt und links sehen wir die neue Rückseitenwerbung der Versandstellen und rechts die alte Posthornquittung. 

E.        Das Postamt Münster 11 zog in Vorbereitung auf das neue EPOS- System II die SWZD im Oktober 1988  aus dem Schalterbetrieb zurück. Überraschend  kam es dann aber vom 1.12.1988  bis zum 7.3.1989 zur erstmaligen und einmaligen Schalterbegegnung von EPOS II und SWZD 651 allerdings in der „offline- Version“ ohne Schnittstellennutzung. Eine EPOS- Quittung über ATM- Bezug war nur unter Handeingabe am EPOS- System passend abzurufen.
                                                              
Im Gegensatz zur zuvor abgebildeten 25Pfennig-ATM vom Terminal in Hannover liegt hier einwandfrei die Drucktype II vor aus dem Schalterwertzeichendrucker Typ Klüssendorf 651.
Preisansatz EPOS II Quittung Münster:  4,00 EURO

F.         Der Wiedervereinigung Deutschlands fiel nicht nur die schreckliche Mauer in Berlin zum Opfer sondern auch das Hoheitsrecht durch alliierte Verfügung der Landespostdirektion Berlin zur eigenständigen Markenausgabe. So eroberte die mittlerweile 10 jährige alte "grüne ATM" auch noch die Berliner- Automaten. Durch die unterschiedlichen Ortstarife waren aber im Berliner 631 andere Tastensätze als im restlichen Bundesgebiet im Einsatz. So kam es dann am 15.3.1991 zur erstmaligen Verwendung von grüner Bund-ATM in Berlin im Klüssendorf 631. Im Gegensatz zum Verkehrsgebiet West und später auch Ost der Deutschen Post gab es in den alten "West"berliner 631 eine zusätzliche 14. Wertstufe zu 40 Pfennig!  
                                                           
Preisansatz grüne ATM u. Berlin“West“-Quittung:  5,00 EURO

      
Aber auch das sog."Post-Verkehrsgebiet-Ost" wurde noch ab 30.9.1992 mit ca. 25 MWZD des Typs Klüssendorf 631 berücksichtigt, aber in der philatelistischen Szene relativ wenig beachtet und gut  ein halbes Jahr später kam ab Mai 1993 schon das Vordruckmotiv mit dem Schloss Sanssouci in die Münzwertzeichendrucker.
                   









Grüne ATM mit Quittungen "PA O- und 4stellige PLZ" –hier oben linksseitig aus Leipzig- sind sicherlich ein herausragendes Stück deutscher Philateliegeschichte und vermutlich nicht besonders häufig anzutreffen. Zum Verkehrsgebiet OST gehörte auch "Ost"berlin, so dass der MWZD Klüssendorf  631 in Berlin – Lichtenberg an seinem Inbetriebnahmetag am 29.10.1992 - angepasst an die gesamtbundesdeutschen MWZD 631 - nur 13 Wertstufen ohne den 40 Pfennigwert aufwies. Auch der Quittungsdruck war angepasst an das Verkehrsgebiet- OST und daher mit O vor der PLZ ausgestattet im Gegensatz zu allen anderen Berliner 631 Standorten s.o. rechtsseitige Abbildung. 
Preisansatz VGO- Quittung und grüne ATM:  4,00 EURO 

G)        Quittungen EPOS II offline mit grüner ATM 1993 und 1994  Versandstelle Frankfurt.
Wie schon in vorherigen Menüpunkten  im ATM- Kapitel mehrfach vermerkt, war das Zusammenwirken von Schalterwertzeichendrucker und EPOS II System bis auf die Münsteraner Ausnahme  nicht vorgesehen.  An den Versandstellen wurde ab April 1994 nur noch der ATM Motivvordruck Sanssouci in den drei möglichen Druckervarianten   Klüssendorf,  Nagler N101 und Nagler N 24 beworben und abgegeben. Die „grüne ATM“ war bestellmäßig verschwunden und die Versandstelle kündigte hier den Rückzug der Typenraddrucker  an. Die Verkaufsstelle Frankfurt-Zeil der Versandstelle schloss 1994 ihre eigenen Verkaufsschalter! Durch Rationalisierung wurde der Versandstellenverkauf in die regulären Postschalter (29 bis 32) integriert. An  diesen  Schaltern  war  mittlerweile EPOS 2  (später das System 92) installiert. Da auch das ATM – Angebot bis Juni 1997 im Versandstellenverkauf im Postamt möglich war, konnten auch Computerquittungen über ATM- Bezug gewünscht werden ähnlich dem Ausnahmevorgang in Münster vom 1.12.1988 bis 7.3.1989 (s. Kapitel SWZD 651 u.892). Dieser Arbeitsgang war auch in Frankfurt nicht online geschaltet zwischen SWZD- und EPOS-system. Eine PC-Quittung mit ATM- Hinweis war nur durch manuelle Eingabe möglich und erscheint daher in verschiedenen Varianten und Abkürzungen  und war auf das Wohlwollen des Postbeamten angewiesen!

                                                                                              
Durch die individuelle  Handbedienung kommen daher recht unterschiedliche ATM- Kennzeichnungen vor  über Automatenmarken bis Automatenm. bis hin zu Automatenwz.

Je nach Bezugsjahr variieren  diese Frankfurter VS Quittungen im Postamt auf der Zeil ferner im weiteren Verlauf bis 1996 mit Zudruck  „ Postdienst“ und „Deutsche Post AG“ und später mit und ohne „Grußtext“.  Die EPOS II Quittungen der Versandstelle Frankfurt mit Standort Postamt-Zeil sind mir jedoch bei der Abgabe der ersten deutschen Automatenmarke mit grünem Motivvordruck bis Ende März 1994 gleich ob Klüssendorf- oder Naglerwertzeilendruck nur mit Zudruck „Postdienst“ in der EPOPS II Quittung  bekannt.
Preisansatz EPOS II Quittungen und grüne ATM bis März 1994:  --,--

H)        Abrechnungs – und Testquittungen im MWZD Klüssendorf Typ  631
a)         Testdruck-  Quittung

Eine sog. Testquittung zur Prüfung kann ich  freundlicherweise von R. Reimund, Lautertal  vorstellen.
          
Die Automatenquittung aus dem MWZD Klüssendorf 631 mit Standort Postamt Lübeck 101 aus dem Jahr 1986 weist in der Betragstelle  den Testdruck ***0,00 aus.
Preisansatz Testquittung:  --,--

b) Testquittung  Druckerprogramm

Es gab auch abrufbare komplette Druckversionen zur Überprüfung der installierten Software im MWZD 631. Bei einer Gesamtlänge von 40cm ist diese Quittungsversion nur im geteilten Modus vorzustellen.
                                              
          
     Der gezeigte DRUCKER - TEST FUER PROGRAMMVERSION V 1.1 wurde am 6.2.1985 auf dem sog. Posthorn-Quittungspapier für die Münzwertzeichendrucker  dokumentiert.

Preisansatz  Druckertestquittung: --,--

c) Kontrolle RG  (Restgeld)
d) Kontrolle RG und PWZ (Restgeld und Postwertzeichen)
e)Wiederholungsabrechnung RG und PWZ



     
Preisansatz je Quittungstyp: 15,00 bis 35,00 EURO

I)         Quittungsbesonderheiten

a) Mikroquittungen und gequetschte Formen
b) Rückseitendruck
c) Papierqualitäten 
d) Vordruckfarben der Versandstellenwerbung
e) Teildruckausfall
f) Schnittfehler – Doppelquittungen usw.
g) geklebte Quittungsbahn


a) Mikroquittungen und „gequetschte“ Formen

            
Links kommt eine sog. Mikroquittung zur Abbildung d.h. alle Druckanteile gleichmäßig in der Höhe verkleinert. Rechts davon sind nur Druckanteile betroffen durch vermutlich ungleichmäßigen Rollentransport oder Softwarefehler und es entsteht der Eindruck von „gequetschten“ Quittungen.
Preisansatz:  3,00 EURO

b) Rückseitendruck

Das nachfolgende Bild (H.-J.Tast, Schellerten) demonstriert noch einmal den Einfädelvorgang  der  Quittungsrolle im MWZD Klüssendorf Typ 631.  Sicherlich nicht ständig – aber auch nicht so selten – kamen Verdrehungen vor, so dass sog. Rückseitenquittungen resultierten. Dazu eine passende Quittung aus dem MWZD in Stuttgart Postamt 50 mit Datum vom 2.2.1988.
                         

Preisansatz Rückseitenquittung: 2,50 EURO                                  

c) Papierqualitäten  und
d) Vordruckfarben der Versandstellenwerbung
        
Auch wenn in der obigen Abbildung der Kontrast etwas verstärkt wurde, so lassen sich an den gleichzeitig gescannten Quittungen aus dem MWZD Klüssendorf 631 einige interessante Unterschiede feststellen. Wie alle bisher vorgestellten Quittungen innerhalb dieser Abhandlung stammen auch diese ausschließlich aus der ersten grünen ATM- Periode und alle drei sind mit der Druck- und damit Vorderseite gleich d.h. mit der Postamtsbezeichnung nach oben angeordnet. Die rechten beiden Quittungen zeigen nun vom Quittungszudruck zur Versandstellenwerbung eine gleich verlaufende Anordnung und im Beispiel der linken Quittung ist dieses Verhältnis gegensätzlich. Ferner sind die Papierqualitäten deutlich unterschiedlich von weißlich über gelblich bis bräunlich tendierend. Außerdem schwankt der Farbton im Versandstellendruck von gräulich über türkis bis hellblau. Obendrein fluoreszieren die beiden rechten Quittungen auch  noch unterschiedlich zueinander und die linke Quittung überhaupt nicht. Wir sehen also auch hier  wieder zahlreiche Variationsmöglichkeiten.
Preisansatz: 1,00 bis 3,00 EURO je nach Form

e) Teildruckausfall
                          
Wie der Vergleich der Quittungen zeigt, kam es rechtsseitig beim Zudruck durch Softwarefehler zum Ausfall einer durchgängigen Zeilenspalte mit Wegfall von „D,OS,A,T und 3,“!
Preisansatz Druckausfall: 3,50 EURO

f) Schnittfehler – Doppelquittungen usw.
                    
Auch Schnittfehler kamen durchaus vor. So findet man Doppelquittungen, 3fach- Quittungen und weitere Varianten. Aus diesem Beispiel wurde eine Doppelquittung ausgewählt vom Standort München 32 mit Datum vom 8.11.1984. In diesem Fall kann man über die Doppelquittung über 3,00DM und 0,50DM noch eine passende Verwendung als Zusatzfrankatur zur Postkarte mit Eilbotenzuschlag  dokumentieren. Rückseitig diverse Durchgangs- und Zustellungsstempel.
Preisansatz Quittungsschnittfehler 4,50 EURO

g) geklebte Quittungsbahn
                                                           
Gerissene oder fehlgeschnittene Quittungsbahnen wurden auch teilweise wieder geklebt. Das obige Beispiel stammt freundlicherweise von R. Reimund, Lautertal  und kommt vom Standort Darmstadt 1 mit Datum vom 23.6.1986.
Preisansatz geklebte Quittungsbahn:  --,--

Die bis hierher geführten Beispiele aus der Quittungsvielfalt bezogen sich lediglich auf die wesentlichen  Varianten und Ereignisse zur ersten deutschen Automatenmarke! Eine Quittungsklassifizierung ist allerdings über den gesamten deutschen ATM- Zeitraum und in den Details zum MWZD Klüssendorf Typ 631 s.a. Sanssouci- Ausgabe wünschenswert!
Dazu sollten die spezifizierten Ausarbeitungen von  Christian Goger, Rüsselsheim als Basis dienen. Sie lassen keinen Aspekt offen und bedürfen nur einer gewissen detaillierten Betrachtung und Einarbeitungszeit. Ich bedanke mich herzlich für die Möglichkeit der Webseitenvorstellung.
Auch wenn eine weitere Vorstellung noch einmal im Menüpunkt unter Listen und Tabellen unter Einschluss  des ATM- Motivvordrucks Sanssouci geplant ist, so doch schon an dieser Stelle zur Orientierung eine erste Abbildung, die aber in ihren Ausführungen schon über die erste grüne ATM- Ausgabe hinausgehen s. ab AQ-Typ 3 PLZ 5-stellig usw.

Christian Goger differenziert die Quittungen beim MWZD Klüssendorf 631

nach Quittungstypen
            
nach Quittungspapier
 
nach umseitigen Zudruck
                
ferner noch nach Druckbild
      
       

Schon das Thema Automatenmarken und Quittungen allein aus der ersten Phase mit „grünem“ Motivvordruck  stellt damit ein eigenes und extrem variantenreiches Sammelgebiet dar!


Fälschungen  im Zeitraum der ersten deutschen Automatenmarke

Die Automatenmarke mit ihrem Leerfeld für den Wertzeilendruck animierte wohl recht frühzeitig dazu,  eigene Ideen  „der erweiterten Nutzung“ zu verwirklichen.
 
Ein damals in der Anfangszeit der deutschen Automatenmarken sehr aktiver Händler  erstellte sog. ATM – Handwert – Briefmarken. Seine damals „handverbesserten“ 136 Briefe, aufgegeben am Postamt Bonn 12 im Juli 1981, wurden beschlagnahmt und die Staatsanwaltschaft Aachen ermittelte  unter dem Vorwurf der Postwertzeichenfälschung.  Der obige Detailausschnitt der ATM lässt linksseitig im Leerfeld noch ein schwach abgeschlagenes D von DBP erkennen.  Das Amtsgericht Aachen sprach H. Hannemann des Betrugsvorwurfs mit Datum vom 29.Juni 1982 frei, händigte die Briefe wieder aus und gab dazu – etwas frei formuliert - folgende Erklärung: Die handschriftlichen Werteinträge sind lediglich als Nachzeichnung der nur im Blinddruck vorliegenden Wertzeilendrucke anzusehen und  damit nicht als  Fälschungen sondern allenfalls als Verfälschungen zu betrachten (AZ 30 LS 50 Ja 1249/81).
Die nachfolgenden Beispiele sind jedoch eindeutig dann als Fälschungen anzusehen. Ob in diesen Fällen ebenfalls Ermittlungen stattgefunden haben und wenn ja mit welchen Ergebnissen, entzieht sich meiner Kenntnis.

Im Jahr 1983 tauchten dann Ganzfälschungen der deutschen ATM auf  in der Wertstufe 150. Die im Offsetdruck hergestellten ATM waren ungummiert und ohne Fluoreszenznachweis.
                                                     
Es liegen etliche Briefe vor, die vorwiegend nach BELGIEN adressiert sind mit nachträglich geschwärzter Adresse bzw. Empfängernamen.
Hatte 1981 H. Hannemann noch ohne DBP handschriftlich die Wertzeichnungen ergänzt, zeigt die folgende Abbildung aus 1985 „keinen Respekt“ mehr vor der Deutschen Bundespost mit folgendem Ergebnis.

                       
Eindeutig erkennbar hat sich im obigen Beispiel der „Entwerfer noch zeitaufwendig mit künstlerischem Elan und eigenhändig“ mit Wertangabe, Stern und DBP betätigt und beschäftigt. Die folgenden Beispiele demonstrieren deutliche „Tendenzen zur Vereinfachung mit Schreibmaschineneinsatz oder Stempel unter Nutzung des Junior- Stempelkastens nach dem Motto: der kleine Buchdrucker“!

                              
Das folgende Beispiel belegt dann schon von der Versendungsform her einen „gewissen Sparwillen“ gegenüber der Post und dies hatte wohl dann wieder Konsequenzen  mit Ermittlungsfolgen gegenüber dieser Herstellungsquelle!
        
                          
                        Folgendes fast perfektes  Fälschungsbeispiel  eröffnet dann eine neue ATM – Dimension.
    
                                      Fälschung                                                                                              Original
                                

                             Fälschung                                                                                                    Original 
 

Erst die 30fache Vergrößerung lässt rechts die Original- Farbbandstruktur im Vergleich zur Fälschung links deutlich unterscheidbar erkennen und damit war dies für die deutsche Post erkennbar ein echtes Problem.

Preisansatz Fälschungen: 15,00 bis 30,00 EURO je nach Ausführung

Nach diesen Beispielen aus der  „filoutelistischen  ATM - Szene“  zurück in den absolut integren  Bereich der Bundesdruckerei als Hersteller der ATM- Vordruckrollen.

Verpackungsmaterial zur ersten deutschen Automatenmarke

Die Bundesdruckerei in Berlin versah jede ATM- Rolle mit ihren jeweils 2000 Markenvordrucken mit einer gummierten Verschlussbanderole. Das Verpackungsdatum wurde mit einem kleinen Gummistempel festgehalten und zusätzlich weisen die Banderolen noch Kontrollstempel auf  in teils  unterschiedlichen Farben.
Auch die Tagesstempel variierten in ihrem Format, wie die nachfolgenden Beispiele - oben aus dem Jahr 1981 und unten aus dem Jahr 1982 - belegen. Die Banderolen weisen auf türkisfarbenen Vordruck die Bundesdruckerei in SCHRIFT  und LOGO gleichfarbig aus und besitzen zusätzlich ein weißes Streifenmuster in unterschiedlich angeordneter rechteckiger Form. Auch die Gummierung kann noch nach Planatol- bzw. Dextringrundlage unterschieden werden.
               



Jeweils 5 ATM- Markenvordruckrollen wurden zu einem Stangenpaket sortiert und mit 3 zusätzlichen 6eckigen Verschlusstellern (Stangendeckeln) verschlossen. Auch hier wurde erneut der Tagesstempel mit Packungsdatum aufgetragen, wie die nachfolgende Abbildung mit Datum aus 1981 zeigt.

                                             
Auch die Quittungsleerrollen wurden entsprechend banderoliert. Hier wurde im Druck zusätzlich noch ausdrücklich auf den alleinigen Dienstgebrauch verwiesen. Das Banderolenpapier war ohne weiteren Vordruck. Die Jahreszahlen der Herstellung versteckten sich allerdings im „Kleingedruckten“. Für das untere Beispiel gilt damit  Mai 1986.
             


                                          
Preisansatz Verpackungsmaterial: 8,00 bis 15,00 EURO


Besonderheiten  mit postalischem Werbematerial zur ersten deutschen   ATM

Allein diese Überschrift öffnet einen Teil der deutschen ATM - Philatelie mit größter Vielfalt und äußerst facettenreichem Bild. Hier tummeln sich zahlreiche Mitspieler vom Bundespostministerium über die Oberpostdirektionen  bis hin zum einzelnen Postamt mit der Herausgabe von  offiziellen und inoffiziellen sog. Kontaktgaben zu Werbezwecken.  Die Sammlerschaft hatte schnell den Begriff Koga für eine solche Kontaktgabe geprägt. Auch wenn die Auflagen in der Regel zwischen 1.000 und 5.000 Stück lagen, gehörte der „Otto-Normalsammler“ in der Regel eben nicht zum privilegierten Kundenkreis  bei diesen Werbeaktionen und war auf das Angebot im Handel angewiesen. Spez. im Bereich der Kogas - bestückt  mit Automatenmarken -   wurden und werden relativ hohe Spitzenpreise erreicht und waren aus diesem Grund Exoten für betuchte Käufer oder privilegierten Kundenkreis auch unter Einschluss der philatelistischen Presse. Schon aus diesem Grund  bin ich eigentlich nicht spezialisiert für eine Vorstellung zu diesem Thema, möchte aber zumindest auch dazu einen gewissen Überblick vermitteln.  Detailreichere Vorstellungen  finden sich  u.a. im ATM - Katalog Maassen/Weber und im Katalog philatelistischer Staatsgeschenke von Sauer. Es existiert ferner eine weiterführende Vorstellung im Sammlerdienst der Ausgaben 24 und 25/26 aus dem Jahr 1985 ebenfalls aus der Feder von W. Maassen. Aber auch der spezialisierte Handel z.B. J. Meyer, Saarbrücken steht diesbezüglich für Fragen offen.
Die folgende gestraffte Abhandlung folgt erneut chronologischer Sichtweise und die Beurteilung der Wertigkeit ist hier rein persönlich anzusiedeln, da Angebot und Nachfrage keine objektive Marktbeobachtung zulassen.

Die Oberpostdirektion Regensburg und in ihrem Bereich die neu gegründete Versandstelle in Weiden  war natürlich  werbemäßig engagiert und dies  explizit mit der Automatenmarke, denn diese wurde ja nur hier seit August 1980 für die Deutsche Bundespost schon vorproduziert. Die Versandstellen in Frankfurt und Berlin hatten keine MWZD Typ Klüssendorf  631 erhalten und reichten Bestellungen in den ersten Jahren nach 1981 nach Weiden weiter.
                                    
Die neu eröffnete Versandstelle wurde damals begrifflich synonym als ATM - Versandstelle geführt, wie es auf der Berliner Ganzsache mit ATM- Abbildung  zum Ausdruck kommt.

Die OPD Regensburg  verausgabte die erste Kontaktgabe mit Automatenmarken 1981.
                             
Abgebildet ist die linke Innenseite des Faltblattes zur Erstausgabe der dt. Automatenmarke 1981. Die Vorderansicht und damit das Deckblatt nimmt bildlichen Bezug zum Versandstellenstandort Weiden in der Oberpfalz mit einer alten Stadtansicht.
                              
Die rechte Innenseite war nun unterschiedlich bestückt mit Automatenmarken einmal als Einzelwert oder gar mit kompletten Satz – dann verteilt auf drei Faltblätter -  der ersten deutschen  ATM -  Ausgabe. Die vierte Seite war unbedruckt.
                               
Nach Ablauf des Jahres 1981 war die Möglichkeit zur Herausgabe von Briefmarken -Jahrbüchern möglich und hier mochte der Bundespostminister nicht auf die Möglichkeit einer entsprechenden Werbung verzichten. So gab es die sog. Minister - Jahrbücher.
                                                
Zwar waren hier die Automatenmarken an die letzte Stelle im Buch (!)  gerückt, obwohl mit Datum vom 2.1.1981  die ATM den Briefmarkenreigen für 1981 gestartet hatten, aber im regulären Jahrbuch der Versandstellenausgabe waren die Automatenmarken im Gegensatz zum Minister – Jahrbuch überhaupt nicht enthalten.
Ohne Spezialist zu sein mit entsprechenden zahlreichen Vergleichsmöglichkeiten bleiben bei den Ministerjahrbüchern aus 1981 und 1982  für mich einige Fragen offen bezüglich des verwendeten Automatenmarkenmaterials. Sauer postuliert in seinem Katalog u.a. spezielle ATM – Drucke hauptsächlich im Wertzeilenbereich für die Ministerausgaben bis zum Jahr 1985!  Zunächst kann sicherlich die Aussage getroffen werden, das ein einheitliches Satz - Druckbild der ATM in den Ministerjahrbüchern nicht vorliegt. Es ist ja auch absolut nicht anzunehmen, dass die entsprechende Kraft mit ihrem Jahrbuch zum Münzwertzeichendrucker in Weiden gegangen ist, um einen einzelnen Satz in Folge zu ziehen und in das Jahrbuch  einzusortieren! Zur Ausstattung der Jahrbücher wurden die ATM- Werte sicherlich auch unter Nutzung von Mehrfachtasten  bestückt und nach vorproduzierten Nominalen einsortiert. Dies erklärt meiner Meinung nach, dass natürlich einzelne ATM- Werte in den Jahrbüchern ihre explizite Besonderheit aufweisen können im Gegensatz zu ihren Satzbegleitern. Um welche Auffälligkeiten geht es hier, die angeblich durchgängig zumindest in den Ministerausgaben bis 1985 zu beobachten waren. Links ATM aus Ministerbüchern, rechts Vergleichsmarke.
                       
Bei der linken ATM mit Wertzeilendruck 60 Pfennige findet sich ein schwarzer Punkt 3mm vom Aufstrich links und Ziffer 6. Der Wert zu 20 Pfennigen – beginnend ab 1.7.1982 -  zeigt eine tiefer gestellte Null und  im 2.Stern ist der Strahl unten rechts deutlich verkürzt.
                      
Dies kann ich aus eigenem Material  - wie abgebildet  - bestätigen, aber nicht durchgängig. Ein entsprechendes Jahrbuch aus 1981 belegt den 60Pfennigwert auch ohne schwarzen Punkt. Eine absichtliche Druckprägung dieser Varianten für die Ministerausgaben steht allerdings meiner Meinung nach zur Diskussion. In den mir bekannten Exemplaren ist bis 1984  ansonsten stets die Drucktype II zu finden und zu dokumentieren. Nachfolgend einmal die Vorstellung der ATM – Seite aus dem Ministerjahrbuch von 1982.
Der 20Pfennigwert bestätigt die beschriebenen Auffälligkeiten im Wertzeilendruck. Weiterhin ist eindeutig eine ATM – Bestückung in den Satzwerten zum 1.7.1982  zu erkennen, die nicht aus fortlaufend kontinuierlicher Ziehung am Münzwertzeichendrucker stammen kann. Es gibt Farbschwankungen im ATM – Motivvordruck, ebenso Unterschiede in der Stärke des Wertzeilendrucks und seiner Platzierung im Leerfeld. Der DBP- Druck weist eindeutige Differenzen  auf  besonders im Vergleich der Wertstufen 20 und 300.
                    
Auf diese auffälligen Größenunterschiede im DBP – Druck der anfänglichen Klüssendorf – Drucker bin ich bis dato noch nicht näher eingegangen. Hier liegt wie vielfach im deutschen ATM – Gebiet noch Forschungspotential offen!
                 
                                                  Gesamtblatt aus dem Ministerjahrbuch von 1982

Es gab auch postalisches ATM - Werbematerial auch für den „Otto-Normalsammler“  wie folgende DIN-C6 – Karte aus Essen zur 4. Internationalen Briefmarken – Messe demonstriert.
                                    
1982 war aber auch das Jahr mit dem ersten ATM – Mammutsatz von 5 bis 9995 Pfennigen und der Terminaleröffnung  in Wiesbaden zum 7.10.1982.
                                    
Nach Ministerjahrbüchern, OPD- Drucken und Werbekarten der Deutschen Bundespost sehen wir als 4. Variante oben eine Werbeinitiative nur auf Postamtsebene, die damals mit einer gemeinnützigen  Spendenaktion verbunden war. Zu diesem Großereignis gab es dann natürlich auch wieder  weitere Werbeaktionen aus dem oben beschriebenen  ATM - Bereich.

Ähnlich der zuvor vorgestellten Klappkarte  mit mittelalterlichem Stadtmotiv Weiden der OPD Regensburg zur Erstausgabe der deutschen Automatenmarke  gab es zur Ausgabe des Bandwurmsatzes von 5 bis 9995 Pfennigen am 27.9.1982 ein Pendant, bestückt auf der 3.Seite mit einer charakteristischen Serie in Form von aufsteigenden 5er Wertstufen in den Dezimalstellen.  Ich bedanke mich bei J. Meyer, Saarbrücken für die Bildvorlage.
                                  
Die Versandstelle in Weiden nutzte  ca. ab August 1982 den Schalterwertzeichendrucker Typ Klüssendorf Typ 651 zur Wertstufenbedruckung der Automatenbriefmarken. Die zuvor beschriebenen Münzwertzeichendrucker Typ Klüssendorf 631 waren seit Sommer 1980 in Betrieb und wurden ab August 1982 ausgemustert. Die SWZD waren mit Typenrädern der Drucktype II ausgerüstet! Alle zukünftigen ATM - Bestellungen in Weiden ab Sommer 1982 wurden ausschließlich nur noch mit diesen Schalterwertzeichendruckern  bis zur späteren Übernahme des Typs Klüssendorf 829 produziert. Eine ATM – Bestellung also im „alten“ Portostufensatz vom Januar 1981 wurde damit ab August 1982 in Drucktype II ausgeliefert im Gegensatz zur anfänglichen Drucktype I. Dementsprechend sind auch die oben abgebildeten 5er Wertstufen sämtlich in dieser Typenform II. Die 5er Wertstufen in Drucktype I gab es nur an den Terminalschaltern im EPOS I System  und aus den dortigen 5 SWZD vom Typ Klüssendorf 667 und dies begrenzte sich zeitlich  bis 31.7.1984. S.a. dazu weitere Erläuterungen auf der Webseite in den entsprechenden Kapiteln.

Aber die Post warb auch direkt vor Ort mit speziellen Klappkarten zur Terminaleröffnung.
                             
Auch dies ist eine spezielle Form der postalischen ATM – Werbung und kann entsprechend festgehalten und dokumentiert werden.
                             
Die Terminaleröffnung vom 7.10.1982 wurde zumindest mit passendem Sonderstempel und zur Tagung des Arbeitskreises Automatenmarken mit Datum vom 9.10.1982 festgehalten.

Zu besonderen Gegebenheiten sahen sich die Postminister auch veranlasst, MEHRJAHRESMINISTERBÜCHER  in Auftrag zu geben und prominenten Gästen zu überreichen. Ein solcher Anlass war  natürlich der 19. Weltpostkongress in Hamburg 1984. Der Einband des Briefmarkenbuches war in braunem Leder mit Goldschrift  gehalten!
                                                            
Die Abbildung zeigt lediglich einen Ausschnitt  des Buches aus dem DIN A 4 Format. Das Ministerbuch enthielt sämtliche deutschen Marken von 12.7.1979 bis 12.4.1984  in postfrischer Ausführung von Bund und Berlin einschließlich der Automatenbriefmarkensätze aus 1981 und 1982  mit einem Markenwert von DM 308,20!
                                                           
Auch in diesem Mehrjahresministerbuch waren also die Automatenmarkensätze aus 1981 und 1982 eingereiht. Beide Sätze liegen in der Drucktype I vor und zeigen die oben aufgeführten Besonderheiten mit schwarzem Punkt  im 60 Pfennigwert und verschobenem Druck der Null im 20 Pfennigwert  und Sternabbruch.

Die folgende Abbildung demonstriert die Seite aus dem UPU – Buch 1984 mit dem 2. deutschen ATM – Satz vom 1.7.1982. Es sind gleich mehrere bemerkenswerte Feststellungen zu treffen. Wie anfangs schon vermutet und ausgeführt, besteht kein einheitliches Druckbild in der Wertstufenausführung. Wir sehen unterschiedliche Druckstärken und Platzierungen  der Wertstufenzeile. Der 20 Pfennigwert liegt in  den anfangs beschriebenen Auffälligkeiten vor. Der 190 Pfennigwert weist zudem noch eine Überbreite auf.
             
1985 verzeichnete die neu gegründete Versandstelle in Weiden ihren 100 000. Dauerkunden und tat dies stolz mit einer entsprechenden Werbekarte  kund.
                                     
                                          Auch für die Abbildungsmöglichkeit dieser Koga bedanke ich mich bei J. Meyer.
                                   
Als weitere Form der postalischen Werbung sind die Kogas spez. zu den Inbetriebnahmen  der Klüssendorf – Münzwertzeichendrucker Typ 631 in der sog. 3.Generation ab Sommer 1987  anzuführen.

                                              
Hier gab es zahlreiche Varianten und beruhten in der Regel auf privater Initiative. Aber es gab auch Postämter,  die dieses  Ereignis selbst  zum Anlass nahmen und einen hinweisenden  Werbebeleg kreierten.wie der obige Beleg demonstriert. In der Regel waren die Kontaktgaben im DIN C 6 Format ausgeführt, es gab allerdings auch größere Werbeblätter bis zum DIN A4 Format.

Auch als die Nagler N 101 Automaten installiert wurden,  gab es seitens der Oberpostdirektionen Nürnberg und Regensburg  offizielle Werbekarten, die allerdings sinnigerweise Automatenmarken mit Wertzeilendruck aus dem Klüssendorf Automaten bestückt waren.
                                             

Hier ist an dieser Stelle aauch noch die Deutsche Postreklame GmbH mit Sitz in Frankfurt zu nennen, die in den 80er Jahren praktisch jedes Ereignis auch zur ATM – Szene mit Reklamekarten begleitet hat.
                                
      

Die vorstehenden  Abbildungen belegen ein schönes Beispiel dazu zum Klüssendorf MWZD 631 im Vergleich zum 50 Jahre älteren Strassenautomaten, der bei gleich Größe nur zwei 5 Pfg. Briefmarken abgeben konnte (s. Ausschnitt Rückseite).
Das Feld der Werbebelege ob seitens der Post oder privat ist schon ein ATM – Sammelgebiet für sich. Die obigen Beispiele sollten zumindest einen kleinen Überblick geben ohne jeglichen Anspruch auf Vollständigkeit.

Damit möchte ich zunächst einmal den Katalogteil „grüne ATM“  beenden. Ausgedruckt sind über 150 DIN A4 Seiten an Text und  zugehörigen Illustrationen entstanden. Bei Berücksichtigung der Menüpunkte im Bereich der Webseite zur grünen ATM unter Tabellen / Listen mit den Daten zu den SWZD, Inbetriebnahmen Klüssendorf 631 mit und ohne Sonderstandorten  usw. bleibt sicherlich kaum ein Aspekt offen. Dennoch  wird es nicht  komplett sein, dazu ist allein dieses erste deutsche ATM – Motiv mit 14 jähriger Laufzeit viel zu vielseitig und facettenreich.

Auch ich war persönlich überrascht und  konnte anfangs nur ahnen, welche Vielfalt in der Ausarbeitung anstand. Aber ich hatte auch glücklicherweise Helfer, die Ihr Wissen und Anregungen und auch Abbildungen  problemlos zur Verfügung stellten.

Dabei müssen auch einmal  einige Namen genannt werden.
J. Altmann , Schweitenkirchen; Chr. Baumeister, Unna; W. Court, Eberbach; H. Dörks, Varel; Chr. Goger, Rüsselsheim; A. Lehr, Dietzhölztal; W. Maassen, Schwalmtal,  J. Meyer, Saarbrücken; J. Olschimke, Kelkheim; R. Reimund, Lautertal; H. Schwarz, Bedburg; Dr. J. Schmidt, Buxtehude; H. Schumacher, Leverkusen; H.-J. Tast, Schellerten; R. Weise, Siegburg und W. Winkel, Bielefeld. Selbst diese Aufzählung wird vermutlich nicht komplett sein und ich bedanke mich herzlich bei diesen ATM – Freaks und den evtl. nicht Aufgezählten.

Leider gab es aber auch von einigen Altvorderen der ATM – Szene nur noch schriftliche Hinterlassenschaften! Aber auch diese Namen sollten noch einmal genannt werden mit H.-J. Bouß, Euskirchen ; H. Deutsch, Saarbrücken und Prof. P.-R. Huber, Bielefeld.

Bei  der Webseitenausarbeitung gab es auch nützlicherweise stundenlange telefonische  Diskussionen  und  auch e-mails „hin und her“!  Spez. der Punkt Satzspektren  in nicht chronologischer Automatenzugehörigkeit mit unpassenden Papier- und Farbqualitäten   bleibt ein Diskussionspunkt, während die „Nagler - Story“  nicht mehr strittig ist. Aber meine Auflistungen sollten auch Gegebenheiten aufzeigen und nicht verschweigen, die eher unwahrscheinlich oder unsinnig  erscheinen, aber letztlich möglich waren und auch auftauchen können. Dazu möchte ich abschließend ein Beispiel demonstrieren, dass noch keine 4 Wochen zuvor bei ebay zu erwerben war.  

Vielleicht war es ein neu interessierter ATM – Sammler eher aber vermutlich ein Bundespostphilatelist, der seine ATM – Vordruckseite im Album mit dem Wertesatz von 1981 füllen wollte.
Die Idee einen kleinen Münzwertzeichendrucker mit Restwertabgabe und E- Taste zur frei wählbaren  ATM - Wertstufe  zu nutzen, war ja gegeben.  
Der unten nachstehende  Automatenmarkensatz im Wertespektrum von 1981 wurde allerdings  mit einem Nagler N101 Münzwertzeichendrucker erstellt, der erst im April 1992 zum Einsatz kam. So sehen wir den klassischen ersten deutschen ATM – Satz in Naglerausführung. Der kleine MWZD Klüssendorf 696 wäre zwar passender gewesen, hätte aber auch nur noch die Drucktype II erstellen können. Dies demonstriert wieder einmal, das weite Spektrum der bundesdeutschen ATM – Welt.
          

Nach den Ausführungen zuletzt mit den ATM – Sonderstempeln und „grünem Katalogteil“ möchte ich einmal in diesem Gebiet eine Pause machen. Ein neues Thema ist noch nicht entschieden.

Reizvoll wäre sicherlich  zumindest eine kleinere Abhandlung aus dem Absenderfreistempelbereich mit der Vorstellung der dortigen  NUMMER  EINS den Furtwängler – Freistempeln aus dem Jahr 1923.


                                       



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