Deutsche Postautomation

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          Planung und Bau von Werk und Stadt des KdF – Wagens


                           
Demonstrativ krass soll obige Fotopostkarte mit dem Feldweg zum Hohenstein  und folgende Planungsvision des VOLKSWAGENWERKES  und der KdF – STADT aus der Allgemeinen Automobil-Zeitung (42. Jahrgang)  den Übergang der Naturidylle  zur Reißbrett – Variante einer Industriestadt und der Konsequenz einer absoluten Strukturveränderung  einer Landschaft belegen und damit einleiten zum neuen Menüpunkt  Planung und Bau von Werk und Stadt des KdF – Wagens.

                  
Eine der ersten Maßnahmen am Standort bei Fallersleben war die Anlegung des Hafenbeckens  am Mittellandkanal  zur Belieferung von Massengütern für den Werks – und Stadtaufbau. Dazu die Bildvorlage aus dem Buch  DER MITTELLANDKANAL aus dem VOLK und REICH Verlag, Berlin aus dem Jahr 1938   mit dem „Käfer“ bei Fallersleben zur Standortkennung. Das Bild der Kanalarbeiten am Volkswagenwerk stammt aus der Berliner Illustrierten Zeitung Heft 20 vom 19.Mai 1938.

               
In diesem Zusammenhang ist an dieser Stelle kurz ein Blick auf die zeitlich parallel laufende Gründung  der Volkswagenwerk G.m.b.H. mit dem VORWERK BRAUNSCHWEIG zu richten. An diesem Standort sollte zügig eine Lehrlings- und Facharbeiterausbildung für das benachbarte  VW – Werk durchaus unter „elitärem“ Gesichtspunkt aber natürlich in nationalsozialistischer Prägung  stattfinden.

                 
Erstaunlicherweise lief die Begabtenförderung der Deutschen Arbeitsfront noch im September 1944, wie es der obige Schriftwechsel im Ausschnitt belegt. Nachfolgend der Absenderfreistempel VORWERK BRAUNSCHWEIG  der Volkswagenwerk G.m.b.H. aus dem Juni 1940.

                 
Dazu noch eine Ansichtskarte VORWERK BRAUNSCHWEIG mit Blick auf die Werkshalle 2 und die „obligatorische KdF-Halle“ und der  zugehörige Text auf der Rückseite.

           
In der Serie HISTORISCHE NOTATE gibt es dazu eine überaus lesenswerte Schrift Nummer 13 - VOM „VORWERK“ zum FahrWerk - aus dem Zentrum der Historischen Kommunikation der Volkswagen Aktiengesellschaft, Wolfsburg.

Für das Volkswagenwerk  zeichneten  3 Architektengemeinschaften mit MEWES, Köln und KOHLBECKER, Gaggenau und ferner SCHUPP u. KREMMER aus Berlin u. Essen verantwortlich und orientierten sich vermutlich an einer Planungsskizze von Fritz KUNTZE aus dem Jahr 1937 und seinen mitgebrachten Erfahrungen aus dem amerikanischem Automobilbau bei FORD.

Eine erste Unterkunftsbaracke für 100 Personen wurde auf dem Weg von Heßlingen nach Wolfsburg aufgestellt und  60 Forstarbeiter rodeten den Kiefernwald im zukünftigen Werksgelände am Mittellandkanal. Ständig brachten Bahn und Schiffe Baumaterial seit Anfang 1938 vor Ort und die geruhsame  Zeit hatte sozusagen „über Nacht“ ein Ende in der Wolfsburger Region gefunden. Dazu noch folgendes Bild aus der bereits oben angeführten Berliner Illustrierten Zeitung Heft 20 vom 19.Mai 1938.

  
Bereits Ende 1938 standen die Werkshallen im Rohbau. Auch dazu sechs nachfolgende zeitgenössische Ansichtskarten. 

                        
Die obige Ansichtskarte zeigt den Werksaufbau am Mittellandkanal und das angelegte Hafenbecken. Im Vordergrund Kräne und Baugerüste im späteren Kraftwerksbereich.Nachfolgend  noch 2 Ansichtskarten  mit Detailansichten vom Kraftwerksbau in der Stadt des KdF – Wagens. Die Fotos wurden aus süd-westlicher und süd-östlicher Richtung aufgenommen.

                           
                           
                        
Vorstehend noch eine Ansichtskarte  vom Werkshallenbau des Volkswagenwerkes mit der rückseitigen Nachricht des Schreibers seiner neuen Adresse im Ledigenheim und dem Zimmer 69 (nicht abgebildet).

                      
            Fotopostkarte  einer errichteten VW – Werkshalle von Anita Adrian, Stadt des KdF.-Wagens b. Fallersleben.

                        
                                               Verklinkerung der 1,5km langen Werkshallenfront am Mittellandkanal

                                       Nachfolgend noch eine frühe Ansichtskarte zum Baubeginn des VW – Werkes


Blick über den Mittellandkanal und nördlich die ersten Baumaßnahmen zur Werkserrichtung. Der Detailausschnitt zeigt hinter dem Wachturm die Baracke der GEZUVOR  und links das  Bauschild  der Deutschen Arbeitsfront in Vorbereitung. Allein 8 Schiffe liegen hintereinander  längs am Ufer mit ihrer Fracht zur raschen Realisierung und Aufbau der Autofabrik.


                                   Die Baracke der GEZUVOR in der Einzelansicht mit dem Bauschild der Arbeitsfront


Die Grundsteinlegung  am neuen Volkswagenwerk  war dann eine Inszenierung im  gewohnt und minutiös geplantem NS - Propagandastil für 70.000 Zuschauer einschließlich 4stündiger aktueller Rundfunkübertragung vom Ort des Geschehens. Sonderzüge  brachten  das  Publikum  notwendigerweise zum großen Teil in den eher dünn besiedelten Landstrich. Für den Philatelisten sind zunächst  die beiden fahrbaren Postämter erwähnenswert, die dieses denkwürdige Ereignis mit einem passenden Sonderstempel festhielten. Nachfolgend beispielhaft ein FAHRBARES POSTAMT der Deutschen Reichspost auf einer Ansichtskarte  und wohl nicht vom Festakt  bei Fallersleben.
Die Dienststunden sind von 10-20 Uhr angeschlagen und es gab einen Postschalter nur für Sonderstempel und einen Schalter für die Wertzeichenabgabe und  Aufgabe von Einschreibsendungen.

                                    
Im Bild des Sonderstempels zur Grundsteinlegung wurde die Silhouette des Volkswagens vor dem Zahnradkranz der Deutschen Arbeitsfront  mit dem Hakenkreuz abgebildet Das Datum der Grundsteinlegung wurde mit dem 26.5.1938 festgehalten und die Ortsbezeichnung lautete ROTHENFELDE über VORSFELDE. Als vorrätig  wurden die Postwertzeichen vom 28.Januar 1938 (MiNr 660,661) und die zugehörige Postkarte angekündigt  sowie die Sondermarke zum 49.Geburtstag von Adolf Hitler ( MiNr 664).

R-Briefe wurden nachweislich  über Braunschweig und  über  Vorsfelde  geleitet und   mit den  dort geführten R – Zetteln  versehen! Es gab  sonderbarer Weise 2 verschiedene Sonderstempelvarianten, die gleich häufig vorkommen und dies vermutlich in einer hohen Zahl von Abschlägen, verteilt auf  die  beiden fahrbaren Postämter. Da die Stempelherstellung eigentlich von einer einzigen GALVANOPLATTE stammen sollte, sind die beiden Formen eher ungewöhnlich und bedürfen nach 75 Jahren noch einmal einer näheren Betrachtung und Diskussion! Der Unterschied ist leicht aber eindeutig  in den Ausführungen der Sonderstempel zu erkennen  mit  breitem und einmal mit schmalem Nummerschild, ferner ist die Linienzeichnung  in der Fronthaube des Wagens eindeutig unterschiedlich ausgefallen  neben einigen weiteren kleineren Differenzen.
  
Auch eine recht plumpe Fälschung existiert, was bei der vorhandenen großen Beleganzahl etwas verwundert. Die folgende existierende Stempelfälschung ist leicht an den fehlenden Scheibenwischern und den fehlenden  Fensterstrukturierungen und dem insgesamt unsauberem Stempeldruck zu erkennen.
Schon zu diesem Ereignis - als übliches NS – Massenspektakel inszeniert - wurden philatelistisch angelehnte Erinnerungsstücke   fabriziert und  dazu nachfolgend eine Foto  während der Rede des Reichskanzlers Adolf Hitler mit zwei gefälschten Sonderstempeln zur Grundsteinlegung.

Diese Stempelfälschung (rasch erkennbar an den fehlenden Scheibenwischern) existiert im üblichen schwarzen Farbton aber im obigen Fall liegt  auch noch eine Ausführung im Blauton vor und wurde auf der farbigen Bildkarte abgeschlagen. Das Bild wurde mit einer Zähnung versehen und dies sollte  vermutlich einer Briefmarkengestaltung ähneln.

                                                                       Fälschung ohne Scheibenwischer
                                                
Zu diesem Ereignis gab es natürlich  auch für besondere Gäste eine spezielle Einladung der verantwortlichen Deutschen Arbeitsfront und ihrer Abteilung  Kraft durch Freude aus dem Zentralbüro in Berlin-Wilmersdorf. Dazu das nachfolgende Einladungsschreiben und in diesem Fall an den  Verwalter vom Gutshof v. d. Wense in MÖRSE, das  immerhin mit 25 Prozent  an GRUND und BODEN für das entstehende Automobilwerk beteiligt war.

Wie  zu vermuten, gehen „naturverbundene“  Bürger nicht immer sorgsam mit bürokratischen Belegen um und die Einladung wurde wohl mehrfach geknickt in der Brieftasche deponiert. Dies vielleicht auch etwas in Eile, man beachte die kurzfristige Einladung aus Berlin vom 24.Mai zur Grundsteinlegung am 26.Mai. Ob dies in allen Einladungen  der Fall war, kann ich nicht sagen. Vielleicht gab es auch einen Empfängerkreis, der zwar pro forma eingeladen werden mußte, aber dessen Fehlen nicht als  "Verlust für die verantwortliche Arbeitsfront empfunden wurde"!

Aber auch die spezielle zugehörige  Einladung - vom Reichsleiter  der Arbeitsfront Dr. Robert Ley unterschrieben - hatte wohl das gleiche Schicksal der „Verkleinerung durch Knicken“  zu ertragen und dazu zumindest eine abgebildete Seite aus dem 4seitigen Dokument.


                           Die vorgegebenen Zufahrtswege zum Festplatz finden sich rückseitig auf dieser Einladung.
 
Für den  Festakt der Grundsteinlegung war westlich der Werksbaustelle in Richtung Sandkamp und Fallersleben (hier heute Standort Verwaltungsgebäude)  ein Platz mit Tribüne aufgebaut.
Im angewiesenen BLOCK B waren vermutlich neben dem Gutsverwalter aus Mörse noch der Graf von der Schulenburg platziert zusammen mit den ca. 25 Landwirten aus Heßlingen, die zusammen das Gelände  zum Bau der Automobilfabrik und ihrer zugehörig geplanten Stadt  mehr oder weniger freiwillig abgetreten hatten. Dieses Opfer wurde übrigens von keinem der auftretenden Redner lobenswert erwähnt und war sicherlich Grund für eine entsprechende Verbitterung unter den anwesenden Landbesitzern.


Fallersleben erwartete geschmückt die Ankunft  des Sonderzuges mit Reichskanzler Adolf Hitler aus Berlin  zur Grundsteinlegung



Das Bildmaterial zur Grundsteinlegung ist  sehr vielfältig vorhanden und es bedarf einer Auswahl. Zunächst einmal die Vorstellung des Bahnhofs Fallersleben (Fotopostkarte gestempelt Fallersleben im Jahr 1940). Hier traf  neben den abkommandierten Zuschauern auch teils die NS – Prominenz recht vollständig ein und einige Namen sollen dafür stellvertretend genannt werden: Reichsleiter Rosenberg, Reichsführer der SS Himmler, Leiter der Reichsstelle für Raumordnung Kerrl, Stabschef der SA Lutze, einige Gauleiter und  dafür sei Hühnlein hier stellvertretend  genannt und Keitel als Chef des Oberkommandos der Wehrmacht  (OKW) achtete vielleicht schon auf seine Verwendungsmöglichkeit aus der geplanten Volksmotorisierung. Göring  und Goebbels ließen sich vertreten. Dann natürlich  war die involvierte  Arbeitsfront mit Ley an der Spitze und die „Gezuvor– Mannschaft“ Mannschaft mit Porsche, Lafferentz und Werlin  vertreten.
                         
                                                                                  Bahnhof Fallersleben ca. 1940
          
Pünktlich begann der  Aufmarsch von  NSSK , HJ , SS – Verbänden  und dazu oben auf dem Foto die Musikkapelle und SA-Standarte auf dem Weg zur Tribüne. Das  Foto erlaubt den Blick auf die Verwaltungsbaracke der GEZUVOR  und auf das  Bauschild  DAS VOLKSWAGEN-WERK  Bauherr DIE DEUTSCHE ARBEITSFRONT (Bildvorlage T. Wolter, Wolfsburg).  Nachfolgend schreibt NSKK – Mitglied Schoppe an seine Familie und  berichtet von diesem ereignisreichen Tag.

                                        
Das nachfolgende Foto betrifft wohl nicht obigen NSKK-Mann Schoppe, belegt aber noch einmal  plakativ die Indoktrinierung   und Einschwörung einer Generation unter dem Führerprinzip auf der zweiten Karte von Herrn Schoppe.
             
Mit  weiterem Sonderzug traf dann der Reichskanzler und Führer Adolf Hitler ein und schritt beim Betreten des Festplatzes das Spalier der Ehrenkompanien der  drei Waffengattungen  ab s.folgende Ansichtskarte.
                     

                                                                      Ansichtskarte Foto Tiedemann, Hannover

Der eigentliche Festakt war zeitlich auf eine Stunde begrenzt, vollzog sich auf der Ehrentribüne und dazu ein Foto aus dem Buch DER MITTELLANDKANAL , VOLK und REICH Verlag, Berlin aus dem Jahr 1938.
       
„Der Führer legte am Himmelsfahrttag vor 70000 Volksgenossen auf dem Werkplatz bei Fallersleben den Grundstein zum größten Kraftwagenwerk der Erde“ – Text zitiert aus DIE WOCHE Heft 22 und unterhalb der Tribüne  waren die drei Typenvarianten aufgebaut, die in Hitlers Rede nun offiziell  den  Namen  KdF – Wagen erhielten.
          

                                    Bildvorlage aus der technischen  Fachzeitschrift ENERGIE Heft 6, Juni 1938

Porsche – Vater und Sohn - sollen in Hinblick auf die Exportmöglichkeiten bei dieser Namensnennung etwas betroffen gewesen sein. Kommentare hinter vorgehaltener Hand sprachen ferner von einem „unkonzentriert  wirkenden“ Hitler, der vielleicht  schon in Kriegsvorbereitung gedanklich über seinen Befehl in 2 Tagen zum Bau des Westwalls nachdachte und  mit der geplanten Besetzung von Böhmen und Mähren beschäftigt war.

                     

Ley und Lafferentz waren ebenfalls mit Reden  vertreten, man beweihräucherte im üblichen Propagandastil die Partei und sich selbst und vergaß die Betroffenen  mit ihrem Geländeopfer zu erwähnen. Hitler besichtigte dann noch die unter ihm platzierten Autos, um sich dann von Sohn Ferry Porsche im Kdf – Wagen ( s. Ansichtskarte) zurück zum Bahnhof Fallersleben  kutschieren zu lassen.

                              
Schon im Sommer 1938 schwächten  Verfügungen von „ höchster Stelle in Berlin“ zum Bau des WESTWALLS  die deutsche Arbeiterschaft  beim Bau des Volkswagenwerkes  durch Abkommandierung und damit Entzug von Arbeitskräften. Die weiteren Vorbereitungen zum Krieg wurden  damit offensichtlich.  Zeichnungen, Ansichtskarten und ihre Texte dazu sollen kurz das Konzept WESTWALL verdeutlichen. Zunächst die Ansichtskarte einer TANKSPERRE auf  einer zeitgenössischen Ansichtskarte.

                                                     
Zeitgenössische Topografie zum Westwall aus dem Büchlein TECHNIK VORAN 1940 und die „Ritter vom Westwall“ in ihren unterirdischen Kampfwerken auf einer weiteren Ansichtskarte

                 
                                                                                                   und rückseitiger Textzudruck

             
Zum Ersatz für die abgezogenen deutschen Arbeitskräfte kontaktierte die verantwortliche Deutsche Arbeitsfront für den Fortgang der Bauarbeiten die „italienische Schwesterorganisation“  CFLI  (Confederazione  Fascista Lavoratori dell` Industria)  mit Tullio Cianetti an ihrer Spitze  zur Anwerbung von „Gastarbeitern“. In Sonderzügen trafen dann auch  im September 1938 die ersten italienischen Bauarbeiter ein und wurden auf die Stadt des KdF – Wagens und die Hermann Göring - Stadt (Salzgitter) verteilt. Zur Unterkunft waren Baracken im sog. Gemeinschaftslager südlich des Mittellandkanals aufgebaut worden und dazu nachfolgende Ansichtskarte DAS DEUTSCHE VOLKSWAGENWERK  - GEMEINSCHAFTSLAGER Foto Köster, Berlin – Lichterfelde. Die Baracken hatten in den Giebeln Kennzeichnungen, um die Orientierung  zu erleichtern.

                 
Damit auch der Briefverkehr in geordneten Bahnen ablaufen konnte,  waren  Briefumschläge nicht nur für deutsche Arbeiter sondern auch für  Angehörige und Freunde in der italienischen Heimat vorbereitet worden,  um die Postzustellung im Gemeinschaftslager zu erleichtern und ohne zeitraubende Fehlleitungen zu gewährleisten. Vorgedruckte Felder für das Lager (Campo) und die Zimmernummer (Camera) waren vorhanden und erleichterten wohl so die ordnungsgemäße Zustellung der Heimatpost an 2500 italienische Bauarbeiter ab Herbst 1938. Diese wurden nicht nur zum Werksaufbau eingesetzt, sondern auch beim Bau der KdF – Stadt und dazu an späterer Stelle weitere Ausführungen.

   
                  Dazugehörige verkleinerte Rückseite          

Abgestempelt in dem norditalienischem Dorf   CORBOLA  - Provinz ROVIGO mit Datum vom  5.7.1939. Die meisten italienischen Gastarbeiter kamen aus den verarmten  Gebieten Oberitaliens mit dort hohen Arbeitslosenzahlen.

Für  Veranstaltungen seitens der KdF – Organisation wurde eine Festhalle im obligatorischen Stil errichtet, der aus der NS – Zeit  in vielfältiger Weise zu belegen ist und dazu nachfolgende Ansichtskarten aus der KdF - Stadt zur Olympiade 1936 und  als weiteres Beispiel die „Frankenhalle“ in der KdF – Stadt Nürnberg. Auch die bereits vorne vorgestellte Ansichtskarte zum VORWERK  BRAUNSCHWEIG  konnte mit einem solchen Bau  den üblichen  KdF –   "Festhallenstil"   belegen.

      

Der folgende Briefumschlag dokumentiert die verantwortliche  Lagerverwaltung der Stadt des KdF – Wagens

Ich habe hier den Sitz der Lagerleitung einmal im Plan der Stadt des KdF – Wagens aus dem Jahr 1941  im Detailausschnitt  herausgesucht. Man erkennt  das Umfeld der Lagerleitung mit der  Cianetti- Halle, dem Postamt, einen weiteren Sitz der DAF und dem Sitz der Ortskrankenkasse.


Die KdF – Festhalle im Gemeinschaftsbarackenlager der zukünftig geplanten Stadt des KdF – Wagens benannte  die Arbeitsfront nach dem Leiter der CFLI  TULLIO CIANETTI  HALLE, um den italienischen Arbeitern zumindest das Gefühl  einer ehrenhaften Wertschätzung zu vermitteln, wenn auch Rotwein und Spagetti  erst auf heftigen Protest hin herangeschafft wurden.

              
Auch die Möglichkeit eines Gottesdienstes  für die Italiener war vereinbart worden und in dieser Hinsicht bestand wohl übrigens für die deutschen Arbeiter eine  gewollte oder ungewollte „Planungslücke“.  Nachfolgend ein Ausschnitt aus einem SS – Feldpostbrief  aus dem Jahr 1942 an die Freundin in der KdF – Stadt mit Hinweis auf die CIANETTI – HALLE.

              
Hier noch einmal  die Arbeiterführer  der totalitären Regime Italiens und Deutschlands  aus der Schrift der Deutschen Arbeitsfront  DEIN KdF – WAGEN von 1938.

                                           

Dazu ein weiteres Postkartendokument aus der der Stadt des KdF - Wagens

Die vorstehende Postkarte datiert nun vom 26.3.1942 und im Absender ist die Angabe Italienisches Syndikat KdF   unklar in seiner Bedeutung. Gab es eine solche Institution und mit welcher Funktion in der Stadt des KdF – Wagens? Die Rückseite  ähnelt eher einemKochrezept“. Vielleicht gibt es einen Tipp  dazu von den Homepagebesuchern. Ansonsten finden sich auf der Karte die üblichen Zensurstempel und ein  italienische Ankunftsstempel  aus Trient   mit Datum vom 5.4.42.


Schon mehrfach wurde auf die besondere Beziehung zwischen den totalitären Staaten Italien und Deutschland im Zusammenhang  mit dem Volkswagenwerk und seiner neu gegründeten zugehörigen Stadt  hingewiesen. Schon frühzeitig hatte der Leiter der Deutschen Arbeitsfront  Robert Ley die  „italienische Schwesterorganisation“  CFLI  (Confederazione  Fascista Lavoratori dell` Industria)  mit Tullio Cianetti an ihrer Spitze  auch in Italien kennengelernt und die dortige „Freizeitgestaltung für die Arbeiter nach Feierabend“ im Sinne der Partei studiert.  Natürlich waren diese  Kontakte  dann bei dem Arbeitskräfteengpass im VW – Werksaufbau  durch den Abzug von Kräften für den Westwallbau willkommen und  die Anwerbung  von „Gastarbeitern“   mit arbeitslosen Italienern war rasch konzipiert. Dazu einige Bilder zur freundschaftlichen Beziehung vor Ort.

                                Empfang der italienischen  CFLI mit Tullio Cianetti an der Spitze im Volkswagenwerk


                                                        Tullio Cianetti und Robert Ley  in der Stadt des KdF – Wagens


In diese Zusammenarbeit der beiden faschistischen reiht sich auch der einzige  offizielle Staatsbesuchbesuch von Adolf Hitler  vom 3. bis 9. Mai 1938 in Italien ein und hier vorgestellt auf einer autorisierten  Sonderkarte.


                                                                                         zugehörige Rückseite

Die obige Rückseite dokumentiert die Stationen des Hitlerbesuches in  Rom, Neapel und Florenz mit Maschinen- und Posttagesstempeln und die nochmalige Verwendung als Einschreiben anlässlich der Grundsteinlegung des Volkswagenwerkes mit R-Zettel Vorsfelde.

Zeitgleich zum Bau des Volkswagenwerkes startete auch die Gründung der zugehörigen STADT DES KdF – WAGENS  und im Zusammenhang mit der Planung dieser neuen Stadt unter nationalsozialistischer Perspektive kommt noch einmal Albert SPEER - nicht federführend - aber sicherlich  mit starkem Einfluss in Erscheinung. Speer war Architekturstudent in Berlin und Assistent  unter  Professor Tessenow gewesen, verschrieb sich früh der nationalsozialistischen Bewegung und  avancierte nach 1933 rasch  von einem NS – Auftrag zum anderen zum  ARCHITEKTEN Adolf HITLERS! Beispielhaft nachfolgend die französische Karte zur  Weltausstellung 1937 mit dem Deutschen Pavillon und  Architecte  Monsieur Speer,  wie der rückseitige Text verrät. Speer traf wohl intuitiv oder berechnend Hitlers favorisierten neoklassischen Gigantismusgeschmack  und hier charakteristisch und stellvertretend  folgende  Ansichtskarte.

          
In Berlin studierte Ende der 20er Jahre nach seinen ersten Semestern an der Technischen Hochschule Wien auch der begabte österreichische  Architekturstudent Peter KOLLER  weiter,  findet in der Sparte STADTPLANUNG und hier unter Professor Jansen sein  spezialisiertes  berufliches Wunschziel  und begegnet erstmals auch Albert Speer. Arbeitslosigkeit in der Weltwirtschaftskrise führt Koller zurück nach Kärnten und die Übernahme der Verantwortung auf dem bäuerlichen Familienhof war sicherlich auch prägend in seinem  Naturverständnis  und seinem Bestreben integrativer Rücksichtnahme  des Landschaftsbildes auf Objekte seiner Stadtplanungen. Koller übernimmt ab dem Jahr 1934 Siedlungsplanungen für die Deutsche Arbeitsfront, das Reichsheimstättenamt  und für die Reichsstelle  bäuerlicher Siedlungsplanung.  Speer auf dem Weg zum Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt  Berlin suchte in dieser seiner Aufgabe Koller zu integrieren, der jedoch nach Einsicht in die Gigantismuspläne  fast erschrocken und spontan  ablehnt. Dazu noch ein Projekt von Speer  mit Briefmarke und  Ansichtskarte  und kopiertem rückseitigen Texteindruck.

                          
Speer führte dann dennoch Koller an die Planungsidee für die Stadt des Kdf – Wagens heran  und vermittelte den Kontakt zu Lafferentz  und  im Oktober 1937 erhält Koller  den Vorentwurfsauftrag durch die GEZUVOR.  Sein Entwurf stand in Konkurrenz  zu einem Professorenteam der Technischen Hochschule Braunschweig, aber Kollers Einbeziehung der Natur mittels  einer ringförmigen Straßenführung  in die vorgegebene teils hüglige Topografie  fand dann Hitlers endgültige Zustimmung  mit Auftragsfolge im März 1938. Koller wusste um die Einmaligkeit dieser  Planungsmöglichkeit einer neuen Stadt  für 90.000 Einwohner und hat sicherlich auch den einen oder anderen Tipp von Speer im Sinne Hitlers Vision dieser Stadt  kompromissbereit mit einfließen lassen. Die Konzeption der „STADTKRONE“  auf dem Klieversberg  mit Repräsentationsbauten der Nationalsozialisten  war als Kontrapunkt zum Werksbau geplant und wurde ob der politischen Entwicklung nicht einmal mehr ansatzweise realisiert. Dafür entstand auf dem Klieversberg die „PORSCHEHÜTTE“  mit Blick auf das Werk  und auf die in  Eile errichteten  notwendigen Barackenbauten  der ersten Bauphase am Mittellandkanal. Vielleicht hatte Porsche aber schon eine Vision, wie es später einmal aussehen könnte s. folgender Postkartenausschnitt.

           
Folgend der Kollerplan  der  Stadt des KdF – Wagens  aus einer Sonderausgabe DER SPIEGEL im Jahr 1950 zum Thema Porsche. Nur geringe Teile der geplanten Stadt konnten noch in Angriff genommen werde, bevor praktisch 1942 kriegsbedingt  jegliche Neubebauung unmöglich wurde.

                       
Koller konnte seine Idee der Wohnbebauung noch  im Gebiet Steimkerberg mit 480 Wohnungen  nach seinen Vorstellungen realisieren  für leitende deutsche Führungskräfte und Angestellte im Werk des KdF – Wagens. Die Wohnanlage integrierte Koller  in ein hügeliges Waldgebiet am östlichen Rande der zukünftig geplanten Stadt  fern der Barackensiedlung. Hinsichtlich der Elektrifizierung, Ausstattung im Sanitärbereich und Versorgung mit Fernwärme hatten die Häuser und ihre Wohnungen einen hohen baulichen Standard. Seit 1980 steht die Steimkerbergsiedlung unter Denkmalschutz und ist auch heute noch gesuchtes  und beliebtes Wohngebiet!
Der Sonderstempel für Peter Koller aus dem Jahr 2008 gedenkt  noch einmal dem Stadtplaner der ersten Stunde  vor der Silhouette „seiner“  Steimkerbergsiedlung.

                            
Der Baumeister Fritz Jahn hat seine Beteiligung am dortigen Baugebiet vorderseitig auf einer Ansichtskarte  Steimkerberg der Stadt des KdF – Wagens mit einem roten Nebenstempel  sichtlich stolz zum Ausdruck gebracht.

                       
        Nachfolgend belegt die Ansichtskarte die Baumaßnahmen in der Straße  UNTER DEN EICHEN am Steimkerberg.

                       
Es gab einen zentralen Marktplatz  mit Geschäften, Wäscherei und  ab 1.7.1940 wurde dort das Zweigpostamt Steimkerberg eingerichtet, das natürlich für die Philatelisten besonders interessant zu vermerken ist. Dazu eine passende Absenderangabe im folgenden rückseitigen Briefausschnitt  Stadt des KdF –Wagens, Steimkerberg, Unter den Eichen  48 – 50.  Die eingekreiste Postleitzahl 20  verweist auf eine Briefaufgabe nach Einführung  der PLZ im Briefverkehr ab dem Jahr 1943.
                                           
                             
Zum Postamt 2 am Steimkerberg noch ein entsprechender Beleg mit R – Zettel – Kennung Stadt des KdF – Wagens bei Fallersleben 2.

                    
            Dazu noch ein Stadtplanausschnitt aus dem Jahr 1941 mit  zentral gelegener POST im Marktplatzbereich.

                            
                                                 Hier noch ein Blick in den Ahornweg in der Steimkerbergsiedlung

                      
Ferner wurde 1940 noch im Steimkerbergbereich  am Rande ein „Ledigenheim“ gebaut  mit der Nachkriegsnutzung als Gästehaus des Volkswagenwerkes - und auch dazu ein passender Briefabsender.
                    
Hotelbetriebe waren damals in der Kürze der Zeit praktisch nur noch zwei errichtet worden.  Einmal in der Steimkerbergsiedlung und dazu  nachfolgend der „Charme einer Hotelbar auf Weltstadtniveau“ (Karte aus der Nachkriegszeit).
                                   
    und  im Stadtmittebereich die  Hotel – Gaststätte „Am Hohenstein“ in der Arndstraße 12 der heutigen Lessingstraße.

                                 
Die Wohnbebauung in der zukünftigen Stadtmitte wurde von KOLLER  bis 1941/42 im Bauplanungsbereich  Wellekamp und Schillerteich noch ansatzweise realisiert.  Die  2½-geschossigen  Bauten  wurden in recht  einheitlichem Stil  nach den Straßenfronten hin ausgerichtet, hatten großzügige Innenhöfe mit Grün- und Kleingartenbereich und dazu ein folgendes Beispiel  aus der Schillerteichsiedlung.

                                 
Dazu auch ein Adressausschnitt – wenn auch etwas schriftschwach – aus dem Schillerteichsiedlungsbereich mit HÖTZENDORFPLAN 15.

                              
Aus dem Baugebiet WELLEKAMP stellvertretend folgende Ansichtskarte aus der Schlieffenstraße der heutigen Goethestraße. 
                                  
Auch dazu eine zeitgenössische Karte und entsprechenden Adresshinweis mit Schlieffenstraße Nummer 23 und vorderseitig  die Tullio Cianetti  Halle aus dem Jahr 1941, die an dieser Stelle nicht noch einmal vorgestellt wird.

                                  
Die folgende Ansichtskarte (ca. Januar 1942) zeigt mit Blick vom Rothehof  den Baustand  der Gebiete Schillerteich und Wellekamp, der sich in dieser Form zunächst  für die nächsten 10 Jahre praktisch nicht mehr verändern sollte.

                                   
Im Gegensatz zur Steimkerbergsiedlung hatte die  Bauplanung in der Stadtmitte  keine zentrale Marktplatzgestaltung vorgesehen mit konzentrierter Einkaufssituation, Gastronomie und  evtl. Kulturbereich mittels  Kirche, Theater oder Kino. Dieses primäre Planungsdefizit  wurde zu einem jahrzehntelangen  Manko  und die späteren Wolfsburger Bürger brachten ihre Kaufkraft lieber in die Urbanität benachbarter Städte wie Braunschweig oder Gifhorn. Allerdings war das Straßennetz auf  Zuwachs geplant  und sollte hier zumindest problemlos formbar bleiben.  Die Einkaufs- und Verwaltungsstruktur hatte anfangs nur provisorischen Charakter im Schachtweg und  im Barackenbereich  zwischen der Clausewitzstraße (Kleistraße) und der Bahnlinie. Dazu ein Ensemble mit Frau Schrader am Bahnhof,  ferner Wilhelm Schade  an der Fallersleberstraße 20 und noch ein Feldpostbrief adressiert  in den Schachtweg 11 aus den letzten Kriegstagen  mit Januar 1945.

    

                               Dazu noch ein Detailausschnitt aus einem Stadtplan  der KdF – Stadt aus dem Jahr 1941
              
                         Hier noch einmal der sichtbare Hinweis auf die Lage des Postamtes neben der Cianetti Halle

   
                                                                   Oben noch einmal die Postamtsbaracke

Automobilfabrik und ebenso Gründung der zugehörigen Stadt  lenken an dieser Stelle den Blick  auf den Poststempel  der Stadt des KdF - Wagens und hier auf ein philatelistisches Kuriosum.
 
Wir wissen zwar nicht ob vielleicht Herr Lothar Nick aus Wuppertal-Elberfeld am 13.3.1939  selbst die Postamtsbaracke in der Stadt des KdF – Wagens aufgesucht hat, um den obigen Briefbeleg zu erstellen, zumindest war hier jemand mit philatelistischem Humor am Werk, aber auch mit dem Interesse einige der dortigen Poststempel zu dokumentieren. Für die Drucksache in der 3. Gewichtsstufe kreierte er eine persönliche Variante durch exakten Diagonalschnitt durch die Ausgabe zum 6. Gemeindekongress in Berlin und München und fügte die resultierenden Dreiecke der MiNr 617 (3Pf) und 618 (5Pf) zur 8Pfennigmarke zusammen! Interessant in diesem Zusammenhang ist aber speziell der Stempel oben links mit dem Unterscheidungsbuchstaben e und hier im Kontrast verstärkt und vergrößert.


Die Postamtsbaracke war zentral neben der Tullio Cianetti – Halle  aufgebaut und verfügte immerhin über 6 Postschalter. Auch in der Literatur finden sich nun die Unterscheidungsbuchstaben a, b, c, d, f   und g  aber die Lücke mit einem  Stempel e wird stets ausgeklammert und  konnte bis dato auch nicht vorgestellt werden! Ich vermute einmal, dass der Philatelist am 13.3.1939  mit der Bitte vorstellig wurde, möglichst Poststempel mit verschiedenen Unterscheidungsbuchstaben zu bekommen und vielleicht wurde dabei der evtl. in Reserve gehaltene mit  dem Buchstaben e für ihn aktiviert und glücklicherweise abgeschlagen. Er war wohl tatsächlich existent, aber anscheinend  nicht im regulären Einsatz!

Bezüglich der möglichen  Erstverwendung folgender Tagesstempel mit Datum vom 6.8.1938, der auf einen Samstag fiel. Am 22. Juli 1938 war übrigens offizielles Dekret  für den Start der STADT DES KDF – WAGENS  nach der politischen Beschlussfassung vom 1.7.1938.
 
Der folgende Sparbucheintrag zeigt übrigens vermutlich den bis dato bekannten Letzttag der Verwendung  des Poststempels STADT DES KdF-WAGENS mit Datum vom 12.9.1945 und Kennbuchstaben d !



Am 22. Juli 1938 war offizielles Dekret  für den Start der STADT DES KDF – WAGENS  am 1.7.1938  und daran waren die Gemeinden Alt-Wolfsburg, Rothehof - Rothenfelde  und Heßlingen und noch Gebietsanteile von Mörse, Hattorf, Barnstorf, Sandkamp und Fallersleben  beteiligt. Entsprechend war auch das Versorgungsgebiet der nun selbständigen Poststelle, die nicht  Vorsfelde oder Fallersleben unterstand sondern direkt der Reichspostdirektion in Hannover. Die Postsammelstellen in Alt – Wolfsburg und Heßlingen blieben aber weiterhin bestehen. Die Post im Gemeinschaftslager wurde anfangs 3x täglich zugestellt! Schon im Herbst 1938 hatte das neben der Cianetti-Halle gelegene Postamt täglich ca. 2000 ausgehende Briefsendungen zu bewältigen, die sich ziemlich genau hälftig auf den Inlands- und den Auslandsbereich  verteilten! Die eingehenden Sendungen lagen im Volumen noch höher und daneben waren auch noch Geldsendungen und Geldverkehr zu bewältigen. Zur Vollständigkeit  sei hier erwähnt, es wurden die recht unfangreichen Überweisungen der italienischen Arbeiter in die Heimat über die ortsansässige Deutsche Bank geregelt und nach anfänglichen Querelen unterlagen die Beträge später keinen Höchstgrenzen mehr. Auch ein recht umfangreiches Paketvolumen kam für die Post zusätzlich noch hinzu. Damit in diesem Fall bezüglich der Auslandssendungen keine weiteren Verzögerungen auftraten, besaß das Postamt  der Stadt des Kdf – Wagens eine eigene VERZOLLUNGSSTELLE  und übrigens immerhin 6 Postschalter. Briefkästen gab es am Postamtsgebäude und auch im Werksbereich. Das postamtliche Versorgungsgebiet mit Alt – Wolfsburg, VW – Werk, Gemeinschaftslager, Neubaugebiet Wellekamp, Steimkerberg und noch Heßlingen-Rothenfelde war für die Post nur unter Einsatz von Kraftwagen zu bewältigen. 
Nachfolgend eine weitere frühe reguläre Verwendung des neuen Stempels  der Stadt des Kdf – Wagens als Postsache mit Datum vom 23.8.1938  und  Negativdienstsiegel  Postamt Stadt des KdF – Wagens  bei Fallersleben.

                            
Zur Vollständigkeit muss noch ein kurzfristiger 2zeiliger Stempeleinsatz  aus den ersten Tagen im September 1938 des Postamtes erwähnt werden (ex Sammlung H. Engelmann).
          
Auch ein Einschreibbrief darf an dieser Stelle nicht fehlen und dies wohl in beabsichtigter durchgestylter propagandistischer Aufmachung  - aber immerhin in portogerechter Form.

                             
Erwähnenswert an dieser Stelle ist  ein Hinweis auf zahlreiche Schreibvarianten der  R – Zettel  der Stadt des Kdf  - Wagens bei Fallersleben  und oben eine frühe erste Variante, denn eine weitere Postamtszuweisung  1 oder 2 fehlt noch, da das Postamt Steimkerberg noch nicht eröffnet war und auch eine Buchstabenkennzeichnung liegt  in diesem Fall noch nicht vor.
Auch eine Paketaufgabe mit entsprechendem Paketzettel soll hier noch passend dokumentiert werden. Rote Paketaufkleber für Wertsendungen sind bekannt  und extrem selten.

                                                            
Dazu auch eine Spätverwenfung des Paketaufklebers aus der Stadt des KdF - Wagens überstemplet mit Gumminebenstempel Wolfsburg mit Postleitzahl 20 und AM - Post - Frankatur.


Wenden wir uns den öffentlichen Einrichtungen zu und nachfolgend die Lage im zentralen Barackenbereich mit  Arbeitsamt, Bürgermeisteramt, Bank der Deutschen Arbeit, Sparkasse und weiteren Einrichtungen  gemäß dem folgenden Detailausschnitt aus dem Jahr 1941.

                          
                                     Dazu ein Postkartenvordruck des Bürgermeisteramtes mit Absenderfreistempel
                                   
Ferner ein rückseitiges Postkartenensemble aus dem Bürgermeisteramt der Stadt des Kdf – Wagens. Die vorderseitigen 3 Absenderfreistempel des Bürgermeisteramtes  sind nicht noch einmal abgebildet. Kontrast verstärkt.
          
Mittlerer Beleg mit Dienstsiegel Standesamt der Stadt des KdF – Wagens, unten Dienstsiegel der Stadt und interessanterweise  eine Umzugsmeldung  vom 27.August 1939 aus dem Lager 16  der Stadt Salzgitter  zur Stadt des Kdf – Wagens  mit Wohnung im Gemeinschaftslager 9/64. Die obere Karte verrät im Absender im Stempelzudruck  das mittlerweile eigene Telefonnetz in der Stadt des KdF - Wagens statt Fallersleben. Hier ist zu vermerken, dass Alt – Wolfsburg, Rothenfelde, Rothehof und Heßlingen  ebenfalls in das neue Telefonnetz einbezogen wurden, aber ihre Zugehörigkeit bis dato im Fernmeldebereich Vorsfelde lag.

Die Position der Stadtverwaltung dieser neu gegründeten Stadt war schwierig. Vielfältige Aufgaben in  mannigfacher Hinsicht  im problematischen Neuaufbau  und dies schon nach kurzer Zeit unter Kriegsbedingungen  erbrachten für die Stadtverwaltung und den parteikonformen Bürgermeister schwierigste Verhältnisse und dies im Schatten des Volkswagenwerkes, das die Stadt und ihre Sorgen  in dieser Zeit  eigentlich als „teils lästiges sekundäres aber leider notwendiges Anhängsel“  empfand. Man hatte in diesen Zeiten im Volkswagenwerk schließlich seine eigenen und wichtigeren Probleme zu bewältigen. Hier noch ein Brief aus dem Bürgermeisteramt an den Polizeipräsidenten in Berlin  SW 29.
                                         
Auch dem Bankenwesen in der Stadt des KdF – Wagens gilt es  Aufmerksamkeit zu widmen und ich verweise noch einmal auf den Stadtplanausschnitt.

                                                  
Die Geschäftsstelle der Deutschen Bank in der KdF- Stadt wurde im Lageplan gekennzeichnet und hier wurde auch der wichtige Geldverkehr für das Ausland geregelt insbesondere für die angeworbenen Arbeiter aus Italien 1938. Nachfolgend Vorstellung der DEUTSCHEN BANK auf Briefpapier mit Übergang  von der Stadt des KdF – Wagens zur späteren Stadt Wolfsburg.

                       
Briefpapiervordruck der Deutschen Bank aus der Zeit des KdF – Wagens unter Weiternutzung im Dezember 1946. Dabei wurde 2x  der Schriftzug Stadt des KdF – Wagens mit Wolfsburg überdruckt und einmal bei der Telefonnummer belassen ohne Überdruck. Interessanterweise wurde die Stadt des KdF – Wagens schon mit der Postleitzahl 20 ausgewiesen, damit resultiert der Briefvordruck vermutlich aus dem Jahr 1944.
Nachfolgend die Kreissparkasse Gifhorn mit ihrer Hauptzweigstelle in der Stadt des KdF-Wagens bei Fallersleben.

                                 
Dazu noch  entsprechend ein postalischer Überweisungsträger aus dem März 1943 der Kreissparkasse Gifhorn mit ihrer Hauptzweigstelle in der Stadt des Kdf – Wagens. Gleich  5 x  wird die  STADT DES  KdF – WAGENS  vorderseitig auf der Karte erwähnt. Zunächst in der Anschrift von Pastor Boetticher, dann im Vordruck der Hauptzweigstelle, ferner in der Zuleitung an die Filiale der Deutschen Bank und hier noch ein passender Gumminebenstempel und letztlich noch als Auftragsgeber der evangelisch-lutherische  Kirchenvorstand  Wolfsburg – Heßlingen  in der Stadt des KdF – Wagens!

                                     
An dieser Stelle können freundlicherweise dazu 2 Belegbeispiele aus der Sammlung Prof. Dr. Krüger, Berlin eingefügt werden (im Kontrast verstärkt).

             
                                                                     
Direkt benachbart zum Bürgermeisteramt war die Geschäftsstelle der BANK DER DEUTSCHEN ARBEIT und dazu folgende Ansichtskarte.

                                
                                         Der Schreiber hat mit einem X vorderseitig seinen Arbeitsplatz gekennzeichnet.

Im Hintergrund  der Eingang zur Bank  und  das BANKLOGO über der Tür  mit BDDA im ZAHNRADKRANZ der ARBEITSFRONT ist nicht gut erkennbar und dafür die Illustration im Absenderfreistempelabschlag aus der Geschäftsstelle in der HAUPTSTADT DER BEWEGUNG in München.

                            
Auch der nachfolgende Quittungsbeleg verweist allein 3 x im Vordruck auf  die Niederlassung  in der Stadt des KdF – Wagens. Die Geschäftsstelle führte hier in der neu gegründeten Stadt übrigens keinen eigenen Absenderfreistempel.

                              
Als weitere Institution ist sicherlich das Krankenversicherungswesen erwähnenswert und hier ein Schreiben der Betriebskrankenkasse VOLKSWAGENWERK GMBH. in der Stadt des KdF – Wagens.

                  
Das Pressewesen mit Herausgabe der Zeitung  „DIE NEUE ZEIT“  war sicherlich parteikonform und hatte seine Geschäftsstelle, wie der nachfolgende Briefbeleg verrät, in der Ludendorffstraße (Ecke Blücherstraße) heute Heinrich-Heine-Straße (Ecke Lönsstraße).

                                        
Die Definition „parteikonform“ führt uns zu den Einrichtungen des NS – Staates in der Stadt des Kdf – Wagens. Da wäre zunächst einmal die Ortsgruppe der NSDAP, die ihren Sitz im Bereich der Schillerteichsiedlung hatte in der Weddingenstraße der heutigen Windhorststraße. Nachfolgend ein Brief der NSDAP Ortsgruppe aus der Stadt des KdF – Wagens 1940 an den Reichsrevisor der NSDAP in Lüneburg und frankiert mit einer Dienstmarke der Partei in der Ausgabe von 1938.
                            
 
                dazu einmal der Standort am nordwestlichen Rand des Schillerteiches im Stadtplan  aus dem Jahr 1941


                      nachfolgend  noch ein Detailbild Stadtplan 1941 mit der Lagebezeichnung  ORTSGRUPPE NSDAP


weiterer Dienstbrief der  Ortsgruppe NSDAP  aus der Stadt des KdF – Wagens und hier ist der Nebenstempel in Frakturschrift ausgeführt



Das preußische Neumessungsamt (Katasteramt) lag direkt gegenüber  im östlichen Randgebiet des Schillerteiches und dazu ein Dienstbrief mit Datum vom 7.10.1941

                                                      und entsprechendes  Detailbild des eingedruckten Dienstsiegels

Nachfolgend eine Quittungskarte der Invalidenversicherung  aus dem  Amt des Bürgermeisters mit Datum vom 26.5.1940



Oben  im Stadtplanausschnitt aus dem Jahr 1941 die zentrale Lage des Bürgermeisteramtes umgeben von den Baracken der Bank der Deutschen Arbeit, Kreissparkasse Gifhorn mit ihrer Zweigstelle, Arbeitsamt und Deutscher Bank.
Dazu ein Detailausschnitt der Bescheinigung. Im Dienstsiegel das Hakenkreuz der Aufrechnungsstelle durch Strichzeichnung  gelöscht.


Stadt des KdF – Wagens Ausgabestelle  für Quittungskarten der Invalidenversicherung Unterschrift  Im Auftrag Der Bürgermeister 26.6.1940 liegt hier eine Bescheinigung über die Endzahlen aus der Aufrechnung der Quittungskarte A Nr.10  für die Landesversicherungsanstalt  MITTELFRANKEN  vor.

                                               Nachfolgend eine  Postanweisungsabschnitt des Stadtbaubüros der DAF


Absenderstempel der Treuhandgesellschaft für wirtschaftliche Unternehmungen der Deutschen Arbeitsfront  im Stadtbaubüro der D.A.F. in der Stadt des KdF.-Wagens


und auch dazu eine Lagekennzeichnung sozusagen aus dem „Bauplanungsviertel“ der KdF – Stadt mit  Stadtbaubüro der DAF, Neumessungsamt bzw. Katasteramt und Neuland-Siedlungsgesellschaft.


                                    
Der nachfolgende Brief des NSDAP Gerichtsstelle III  in der Stadt des KdF – Wagens stammt aus dem Jahr 1943 des Kreisgerichtes Gifhorn und ist ebenso wie der Briefbeleg zuvor mit einer Parteidienstmarke (Ausgabe 1942 rotkarmin statt mittelrot) freigemacht und ging an Herbert Engelmann, der wohl umgezogen war vom Goebenhof 5 in die Litzmannstraße 28 (heute entsprechend vom Fontanehof in die Friedrich Ebert Straße).

                                        
Aber auch Freizeitorganisationen etablierten sich in der Stadt des KdF - Wagens.

Auf  Herbert  Engelmann wurde schon öfters verwiesen, er war sicherlich ein Philatelist der ersten Stunde in der neu gegründeten KdF - Sammlergruppe in der Stadt des Kdf – Wagens und hatte schon früh das Thema Volkswagen und die zugehörige Stadt  zu seinem Sammelgebiet erkoren!
                                                            
Vorstehend der Stempel der Philatelistengruppierung in der Stadt des KdF – Wagens. Beim Thema Freizeitgestaltung ist auch der Gesang nicht zu vergessen und hier die Mitgliedskarte Männerchor Volkswagenstadt aus dem Gründungsjahr 1942.
                                      
Im Gegensatz zur bisherigen permanenten Nennung der Stadt des KdF – Wagens nutzt der Männerchor den Begriff  VOLKSWAGENSTADT  und nötigt uns damit retrospektiv  eine gehörige Portion Hochachtung  ab.

Die Gesellschaft zur Vorbereitung des Deutschen Volkswagens GEZUVOR operierte gleichzeitig aus Berlin, Stuttgart und der neuen Stadt des KdF – Wagens und dies nicht immer in reibungsloser Abstimmung. Verwaltungsmäßig war Berlin der Hauptsitz, aber in Wolfsburg  erfolgte vieles in Abhängigkeit mit dem Hauptkonstruktionsbüro  der Dr. ing.h.c. F. Porsche A.-G. Stuttgart.
PORSCHE  hatte von hier aus „das bestimmende Heft“ in der Hand und der folgende Absenderfreistempel aus Stuttgart – Zuffenhausen  bringt das Konstruktionsbüro und den K.d.F.- Wagen samt VW - Emblem im Zahnradkranz der Arbeitsfront  mit seiner verantwortlichen Tätigkeit und Position in das richtige Rampenlicht.

                              
Folgend das Stuttgarter Konstruktionsbüro im neuen Sitz an der Spitalwaldstraße und  auch dortiger Sitz der Gesellschaft zur Vorbereitung des deutschen Volkswagen  aus dem Heft der Deutschen Arbeitsfront   DEIN  KdF–WAGEN 1938.
  
Angelehnt an das Stuttgarter Vorbild  wurde der Absenderfreistempel der Volkswagen GmbH in der Stadt des Kdf – Wagens  - natürlich  bis auf den Ortsstempelteil – identisch ausgeführt!

                            
Aber bereits  ab Frühjahr 1940 wechselte das Volkswagenwerk im Absenderfreistempel sein Klischee in folgender Form ab und die Nutzung  lief  so bis zur alliierten Werksbesetzung im Frühjahr  1945 weiter unter Volkswagen – Werk  G.m.b.H. Das VW – Signet im Zahnradkranz der Arbeitsfront wurde zusätzlich noch mit 4 stilisierten Fahnen  „geschmückt“.

                            
Porsche steuerte seine  Tätigkeit im Volkswagenwerk  von seiner Hütte auf dem Klieversberg aus. Die sog. PORSCHE – HÜTTE war dort 1938 nach seinen Wünschen errichtet worden und  brachte ihm wohl eine heimatliche österreichische  Atmosphäre in die hektische Welt des Werk – und Stadtaufbaus. Foto Porschehütte Mai  2012 und damit  fast 75 Jahre nach Errichtung.
     
Vielleicht war damals von der Hütte auch der Blick auf das Werk und seine Stadt noch  frei und möglich, dazu muss heute ein etwas tieferer Standort für den Fotografen  gewählt werden. 
     
                             Die rege Zusammenarbeit von Werk und Konstruktionsbüro belegt folgender Brief  aus 1943

                                            
Das Porsche Büro Fallersleben bittet um Blaupausen vom Büro in Stuttgart- Zuffenhausen. Der Text vermittelt hier den Hinweis auf die kriegsbedingte Geländewagenproduktion  und man bittet um Zustellung der Originalpausen per nächstem Kurier.
Nach dem Vorgriff auf die Situation im Jahr 1943  chronologisch aber  noch einmal zurück zum schicksalhaften Jahr 1939. Ende Januar scharte sich auf dem Berliner Presseball die NS – genehme Künstlergruppe (hier steht Heinrich George aktuell im Rampenlicht) um den dort aufgestellten Volkswagen - Kennzeichen  IIIA-43021 und die INTERNATIONALE AUTOMOBIL - UND MOTORRAD - AUSSTELLUNG  BERLIN vom 17. Februar bis zum 5. März 1939 wurde zum propagandistischen  Höhepunkt  für den KdF – Wagen  schlechthin. Propagandakarte zur IAA 1939 und zugehöriger Absenderfreistempel der Ausstellungsgesellschaft.

                                                                   
                                
Das Volkswagenwerk und die zugehörige Stadt  waren endlich bauliche Wirklichkeit und somit stand die diesjährige Ausstellung ganz im Zeichen  des Volkswagens und seiner Realisierung. Entsprechend wurde zu diesem Ereignis eine Sondermarkenserie verausgabt und der 25 Pfennig - Wert  brachte den Volkswagen zur Darstellung.

               
Die Markenabgabe bis zu 2 Sätzen war an die Eintrittskarte gebunden und das folgende Beispiel belegt den AUSVERKAUF der Serie  im zunehmenden Verlauf der Ausstellung.

                                   
Mit der Eintrittskarte 351147 war also ein Markenerwerb nicht mehr möglich. Die DRESDNER BANK war dennoch gut versorgt und  gab diese  Marken als Satz  oder Einzelmarke auf  Kärtchen mit Sonderstempel  und  rückseitiger Werbung recht  zahlreich ab.
        
Maximumkarten waren mit den Ansichtskarten zur Ausstellung mit dem Volkswagen als Motiv möglich, findet man jedoch relativ selten und der Sonderstempel kommt dabei abbildungstechnisch nur mangelhaft zur Geltung.

                

Hitler  wurde  auf der IAA  von allen „höheren Chargen“  der VW – Beteiligten einschließlich Porsche noch einmal am Modell von Werk und Stadt des KdF – Wagens bestens instruiert. Bild ex Sammlung Engelmann.

                             
Die Dokumentation auch eingeschriebener Satzware zur IAA in Berlin 1939 mit Sonderstempel und R-Zettel Berlin-Charlottenburg 5  ist relativ problemlos zu realisieren,

                       
Daimler – Benz wusste durchaus zwei der Marken aus der Ausgabe zur IAA 1939 mit Bezug zu ihrer Automobilgeschichte (die ersten Kraftwagen von Benz und Daimler im 6 Pfennigwert und im 12 Pfennigwert kam einer der  Silberpfeilmodelle aus ihrer Produktion)  werbewirksam einzusetzen, wie es der nachfolgende eingeschriebene Geschäftsbrief aus  Stuttgart-Untertürkheim belegt. Der R- Zettel dokumentiert mit dem Kennbuchstaben D (für Daimler) noch das Selbstbucherverfahren und dies auch noch auf  portogerechtem Briefbeleg.

                       
Ein ähnlicher Markeneinsatz des Volkswagenwerkes oder der Gezuvor mit dem 25-Pfennigwert und damit der Volkswagenmarke  ist mir bis dato nicht bekannt geworden. Dafür stand werbewirksam ein ganzer Reigen von Ansichtskarten mit dem zukünftigen Volkswagen  in unterschiedlichen Situationen und Gelegenheiten  zur Verfügung.
            
Aber die ebenfalls  - wie üblich übrigens -  präsente Militärvariante findet sich aus dem Jahr 1939  seltener auf den Ansichtskarten zur Automobilausstellung  und deshalb  dazu einige Beispiele  zur Vervollständigung und Abrundung, denn auch die Kriegsvorbereitungen hatten wohl furchtbar Endspurtcharakter erreicht.

                                         
                       
Auf der Leipziger Messe  im März 1939 warb die Fa. VOLK mit ihren Pressen für den KdF – Wagen. Die Karosseriepressen sind übrigens später bei der Umstellung der Produktion zum Kübelwagen  noch einmal  eine  durchaus erwähnenswerte  Angelegenheit.
                                   
Knapp 2 Monate später - am 18.Mai 1939 -  wurde die vorgestellte Automobilserie der IAA anlässlich der Nürburgring – Rennen (21.5. und 23.7.1939) mit einem entsprechenden einzeiligen  Aufdruck in schwarzer Farbe  ergänzt und ausgegeben.
Nachfolgend mit entsprechendem Sonderstempel vom 21.5.1939 eine  Aufgabe in ADENAU als Nachnahmesendung nach Jena und rückseitiger Ankunftsstempel vom 27.5.1939. In diesem Fall war der Nachnahmeversand nicht portogerecht und erforderte eine Nachgebühr in Höhe von 19 Pfennigen.

                        
Auch weitere seltene Versendungsformen der Automobilserie 1939 mit und ohne Aufdruck sind durchaus zu finden z.B. Eilbotensendungen, sogar Zeppelinfahrten und auch  Katapultflugpost.  Dazu passend eine Verwendung auf der Zeppelin - Deutschlandfahrt  1939.

                                                     
Wir nähern uns dem Sommer 1939 und trotz aller Planungen für Werk und Stadt des KdF – Wagens fand Porsche noch zeitlichen Freiraum  automobile Entwicklungsarbeit für weitere Objekte zu leisten. Die Oberste Nationale Sportbehörde  für die deutsche Kraftfahrt (O.N.S. nachfolgend mit ihrem Absenderfreistempel auf einem Beleg aus dem Jahr 1937) hatte sich 1939 ein Propaganda – Autorennen  von BERLIN nach ROM  ausgedacht zu Ehren des deutsch-italienischen Achsenabkommens.

                     
Der Sportwagen wurde  auf der Basis des KdF – Wagens konstruiert und in 3facher „Auflage“  erbaut, das Rennen fiel durch die eintretenden Kriegsereignisse aus, aber mit diesem Typ 60 K 10 war die  Idee und ein  „Prototyp“  der späteren Porsche Sportwagen entstanden.

                                       
Die Entwicklung Porsches zum Weltrekordwagen für Geschwindigkeiten (T – 80)  sei hier noch zeitgleich erwähnt, wenn auch nicht weiter vorgestellt. Das Ungetüm mit Daimler Flugzeugmotor für Tempo 700km/h  und  3500 PS kam ebenfalls nicht mehr zum Einsatz.

In der Stadt des KdF – Wagens wurde 1939 noch im Wohnungssektor durchaus gebaut. Die Arbeitsfront hatte eine gemeinnützige Wohnungs- und Siedlungsgesellschaft  „Neuland“ gegründet, und mit einem Grundkapital von einer Million Reichsmark ausgestattet.
Interessant in diesem Zusammenhang  ist ein Schriftwechsel  des Volkswagenwerkes aus der Stadt des Kdf – Wagens und den örtlichen Behörden mit dem Malermeister KARL STEINECKE aus Fallersleben, der  hier in den  Aufbauarbeiten beruflich involviert war.


Im folgenden Schreiben mahnt die Kreditorenbuchhaltung des Volkswagenwerkes mit Datum vom 11.11.1940  eine Rechnungsabschrift zur erneuten Vorlage an.

                                                                                 Detail der Absenderangaben
 
Auch für die „NEULAND“ der gemeinnützigen Wohnungs- und Siedlungsgesellschaft der Deutschen Arbeitsfront  in der Stadt des KdF – Wagens hat der Malermeister Steinecke gearbeitet  und mit der folgenden Postkarte kann damit auch der seltene Absenderfreistempel der Siedlungsgesellschaft im Original mit Datum vom 23.11.1940 vorgestellt werden.
 




Auch dazu noch einmal die Lage  der Neulandgesellschaft im „Bauplanungsviertel“ der Stadt des KdF – Wagens in unmittelbarer Nachbarschaft zum Stadtbaubüro der DAF und dem Preußischen Neumessungsamt ( Katasteramt)  am Fuße von Steimker- und Bullenberg.


Die Neuland - Siedlungsgesellschaft blieb eine Institution, die bis in die Gegenwart  prägend  und aktiv  Wolfsburg  mitgestaltet hat.
                                                                           
Auch die Stadtkasse der Stadt des KdF – Wagens hatte selbstverständlich Kontakt mit  dem Malermeister Steinecke aus Fallersleben.

 
Wie die Rückseite verrät, handelt es sich um eine Benachrichtigung zur BÜRGERSTEUER für die Gemeinde der Stadt des KdF – Wagens und hier  betreffend das Arbeitgeberkonto.


              
Typisch für die rasch zunehmende Arbeiterschar wurden jedoch die Holzbaracken des Gemeinschaftslagers. Ab Ende 1938 trafen auch schon zunehmend  Kräfte aus dem Sudetenland im Lager ein  und auch der Reichsarbeitsdienst wurde noch beteiligt.

                         
                                                    Gemeinschaftslager mit typischer rückseitiger Absenderangabe
      
                       

Fortsetzung folgt nun unter dem nächsten Gliederungspunkt  auf der Menüleiste

Umstellung auf  Kriegsproduktion  und Kriegszeit







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