Deutsche Postautomation

Informationen zur deutschen Postautomation im Bereich Freimachung,
Briefannahme, Schalterbetrieb und Briefbearbeitung.



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Postversand und EDV-Einsatz bei Quelle


Quelle             - Start in die elektronische Datenverarbeitung und Kombinationen mit  
                           entsprechender Freimachung im Brief- und Paketversand

a)      Versuchsphase
b)      das dreigeteilte Rechteck
c)      Labelphase


a) Versuchsphase

Korrekterweise bedarf es hier des Hinweises, dass die Freimachung unter Einsatz der Elektronischen Datenverarbeitung (EDV)  mit dem Bertelsmann- Verlag in Gütersloh ab 1965/66 bereits einen ersten Anwender hatte, der hier in Zusammenarbeit  mit dem Posttechnischen Zentralamt (PTZ) in Darmstadt  Pionierarbeit geleistet hatte. Quelle war sozusagen der zweite Entwicklungspionier und hatte auch ein etwas anderes und weiteres Spektrum zu erarbeiten, da als Großversender schon allein die Artikelbreite  unterschiedlich zum reinen Buchversender und deutlich breiter aufgestellt war.

Die Vorgaben der Deutschen Post durch das PTZ an die Freistempelung im EDV- Verfahren waren zunächst  noch deutlich an die Absenderfreistempelung angelehnt. So hatte der EDV- Eindruck ein Musterfeld zu füllen, das exakt einen vergleichbaren Wertrahmen und einen runden  Ortsstempel vorgab ähnlich dem Druck im Freistemplerabschlag. Ferner wurde anfangs aus Sicherheitsgründen ein senkrecht platziertes POSTHORN  vor der Werteingabe durch den EDV- Druck gefordert. Der Ausdruck war in schwarzer Farbe vorgeschrieben. An dieser Stelle noch einmal der Hinweis, dass der Wertzeilendruck nur bei Bertelsmann in der EDV- Versuchsphase im ersten Halbjahr 1966 im Blauton erfolgte s. Einführungskapitel zum Menüpunkt Freimachung mit Freistempel!
Für das Quelleversandhaus wurde in der Versuchsphase im Vordruck  Nürnberg mit 2stelliger Postleitzahl und mit dem  Postamt 3 ausgewiesen. Das EDV- System druckte in einem Durchgang  den Aufschriftzettel oder auch die Paketkarte passend aus und  ferner den Rechnungsausdruck sogar mit kontrollierbarem und ausgewiesenen Portodoppel  im Durchschlag. Die ersten EDV- Quellebeleg sind aus dem Jahr 1969 bekannt.

Vordruck für Adressaufkleber

                         

Ausgedruckter Aufschriftzettel als Nachnahme- Päckchen über DM 1,80 und  mit Datum vom 25.09.1970
                                        
                                                   

Rechnungsdurchschlag  und sichtbarer Portodruck mit Datum 20.04.1971 und Posthörnchen und Betrag DM 3,20 platziert unterhalb SAMMELBESTELLER RECHNUNG ! 

              
In dieser Versuchsphase zur EDV- Portoerrechnung gab es noch keine Systeme mit integrierter Waage, die wir später kennenlernen werden u.a. mit den beteiligten Firmen Bizerba und Toledo, sondern im IBM- Zentral- Computer der QUELLE waren zu jedem (!) Artikel mit seinen Daten neben Bestellnummer, Einzelpreis, Artikelbeschreibung, evtl. Farbnummer usw. auch noch das Einzelgewicht einprogrammiert. Bei der Rechnungslegung wurde für die Portoberechnung automatisch das Nettogewicht der Einzelartikel addiert und das Verpackungsgewicht war prozentual noch zusätzlich nach Zahl und Gewicht der Artikel  in einem Schlüsselcode nach Erfahrungswerten festgelegt. Nettogewicht der Artikel und zugeordnetes Verpackungsgewicht ergaben das Bruttogewicht der Sendung. Auch für die Einordnung der Sendungsart z.B. Päckchen, Paket, Postgut  wurde in der Datenverarbeitung das errechnete Bruttogewicht berücksichtigt und die günstigste Versendungsform bestimmt. Die Postleitzahl des Empfängers definierte automatisch die Berechnungsgrundlage für die relevanten Entfernungen der Paketzonen mit dem zugehörigem Entgeld. Damit konnte der entsprechende Adressaufkleber z.B. Päckchen, Paket, Nachnahmeversand usw. angefordert werden  und der Portoentgeldbetrag  wurde fertig ausgedruckt mit Posthorn, Datum, Versendungsart, Gewicht und Adresse. Außerdem  konnten evtl. noch weitere gewünschte interne Firmendaten wie Rechnungsnummer, Lieferschein oder ähnliche Angaben auf dem Adressaufkleber oder Paketkarte zusätzlich vermerkt werden.

                                                 
Der vorstehende Beleg demonstriert die Nachnahmeversendung als Postgut mit Datum vom 29.05.1970  aus der Versuchsphase der EDV- Freimachung.  Der Vordruck der Paketkarte als postinternes Dokument  war in diesen Fällen aus der Versuchsphase nicht mit Wertrahmen versehen. Die EDV druckte in diesem Fall Versendungsart, Datum, senkrechtes Posthorn und Entgeldbetrag in einer Zeile aus. Neben Gewicht, Nachnahmebetrag und Adresse  sind noch Kennziffern ausgedruckt, die sich wohl betriebsinternen Daten zuordnen lassen, wie oben angeführt. Der Aufklebezettel im Braunton gedruckt, weist das Großversandhausquelle als Selbstbucher  im Paketversand aus mit entsprechender fortlaufender Registriernummer.
Mit der Verfügung Nr.350/1970 aus dem Amtsblatt Nr. 65 vom 20.5.1970  wird die Freimachung von Briefsendungen mit EDV- Anlagen  offiziell zum 1.7.1970 freigegeben. Anträge dazu sind an das Posttechnische Zentralamt in Darmstadt zu richten. Das oben vorgestellte Vordruckmuster aus der Versuchsphase wurde verbraucht, ab September 1970 wurde der runde Ortsstempel verlassen, und in den Paketkarten das zweigeteilte Rechteck eingeführt. Der im Rotton  ausgeführte Druck hatte in der ersten Zeile des zweigeteilten Rechtecks die bekannten Angaben aus dem Ortsstempel  übernommen mit  85 Nürnberg 3

                                               
In der unteren zweiten Zeile des Rechtecks wurde der unveränderte Computerausdruck mit Datum, Posthorn und Wertangabe platziert.

                                              
Auf der NN-Paketkarte ab dem Jahr 1973  wurde auch die zugehörige Postamtskennung mit dem Computerausdruck   85 Nürnberg 3 ausgeführt. Ab 1974 wurde  der Druck auf die 4stellige  Postleitzahl umgestellt und nun das Postamt Nürnberg  2 angeführt.

                                            
Der Paketaufkleber im Selbstbucherverfahren war hier zunächst noch mit 2stelliger PLZ unverändert und mit dem Hinweis  auf QUELLE als einlieferndes Großversandhaus versehen.

Die vorherigen Beispiele wurden über den Zeitraum von 4 Jahren zur besseren Übersicht zusammen dargestellt. Aber seit 1970 war ja die EDV- Freimachung amtlich geworden und außerhalb der Paketkarten wurde mittlerweile das 3geteilte Rechteck die neue Standardversion bei den Adressaufklebern.

b) das dreigeteilte Rechteck

                                 
Im Prinzip ist der Aufbau ähnlich den vorgestellten Paketkarten. Markant neben den schon oben erwähnten 2 Zeilen im Rechteck kommt in dieser allgemein vorläufig beibehaltenen Form der rot ausgedruckte Hinweis auf die DEUTSCHE BUNDESPOST  mit  Posthornlogo in der dritten Zeile hinzu. Ferner ist auf dem Nachnahmeadressaufkleber für den Päckchenversand  mit Datum vom 27.6.1972  die Postleitzahl auf Wunsch der Post und Vorschrift des PTZ im Computergroßausdruck noch einmal deutlich hervorgehoben. Hier im Beispiel mit PLZ 6831.

Auch im EDV- Adressaufkleber des 3geteilten Rechtecks wurde ab 1973  mit Einführung der 4stelligen PLZ der Vordruck 85 Nürnberg 3 abgeändert  und neben Datum, Posthorn und Portoentgeld auch die entsprechende Zugehörigkeit mit 8500 Nürnberg 3 ausgedruckt..

                        

Da im obigen Beispiel die EDV Postgutversendung ohne Nachnahmeeinzug errechnet wurde, konnte im Computerdruck der Adressaufkleber  das Nachnahmefeld entsprechend durch Blockzeichen verdecken. Da keine Paketkartenversendung anfiel wurde am Paketnummerzettel der dementsprechende perforierte Streifen belassen. Entsprechend dem Hinweis zur Paketkarte kam ab 1974 auch im 3geteilten Rechteck Nürnberg 2 zum Ausdruck, wie es der folgende Beleg demonstriert.

                                                  
Hier nun auch im Päckchenversand einmal der EDV- Nachnahmeausdruck. Ferner  finden wir noch u.a. neben PLZ, Adresse, Gewichtsangabe firmeninterne Ziffern vermutlich mit Kunden- und Rechnungsnummer.
Interessant ist links oben der ausgehandelte QUELLE- POSTRABATT zu erkennen mit 15 Pfennigen auf DM 3,25 statt der offiziell im 3geteilten Rechteck ausgewiesenen DM 3,40. Ab Ende 1974 findet sich auf den Paketnummernzetteln  nicht mehr der Hinweis  zum Großversandhaus Quelle. Auch hier zeigt der EDV- Ausdruck  den ausgehandelten Quelle- Rabatt auf DM 3,65 statt DM 4,10 im Nachnahme- Postgut- Versand!

                                                      
An dieser Stelle soll wieder einmal die Entwicklung des Quellekonzerns mit einer wesentlichen Geschäftsausweitung vorgestellt werden. 1970 wird mit der Garten- Quelle ein Spezialversand etabliert, wie das folgende Bild aus dem Quelle- Katalog verdeutlicht.
      
     
Schon 1971 hat der Spezialkatalog für die Quelle – Gartenfreunde eine Auflage von 1,6 Millionen erreicht. Folgend die Vorstellung eines EDV- Postgut- Ausdrucks der Garten- Quelle mit dem Auslieferungslager in Elmshorn.  
                                 
                                                                      
Im Rahmen der halbwegs chronologischen Vorstellung zur Postautomation der QUELLE bedarf es an dieser Stelle auch wieder einmal der Vorstellung einer neuen Variante im Freistempelverfahren der Firma.  Die Verwaltung für den Sammelbesteller- Versand  mit Postfachadresse 8500 Nürnberg 500 hatte in der Herderstrasse 7 einen eigenen Absenderfreistempel mit dem  Ortsstempel 85 Nürnberg 113 im Einsatz. Hier abgebildet als Einschreibselbstbucher aus dem Jahr1973 mit eingedrucktem R-Zettel 85 Nürnberg 13.

                                     
1973 war aber auch das Jahr der ersten  Wirtschaftkrise in Deutschland mit Ölpreisschock, autolosen Sonntagen, Rationalisierungen in der Industrie mit Kurzarbeit und steigender Arbeitslosigkeit. Auch der Versandhandel hatte erstmals keine Steigerungsraten. 1975 gibt sich die QUELLE eine neue Unternehmensstruktur, Grete Schickedanz wird persönlich haftende Gesellschafterin in der gegründeten Gustav und Grete Schickedanz Holding KG.

1977 -  im 50. Jubiläumsjahr seiner Firma -  stirbt Gustav Schickedanz und seine Frau Grete übernimmt die Firmenleitung. An dieser Stelle füge ich noch einmal  den EDV- Beleg mit dem  Sonderlogo 50 Jahre Quelle  mit einer Ausschnittvergrößerung ein.

                                           
Die Wirtschaft in Deutschland hat sich zwischenzeitlich wieder stabilisiert, hinterlässt aber eine zukünftig gewöhnungsbedürftige Sockelarbeitslosigkeit mit steigender Tendenz. Die Zeiten des Wirtschaftswunders der Nachkriegszeit sind wohl unwiderruflich beendet.
Der Quelle- Jubiläumskatalog 1977 hatte eine Auflage von 8 Millionen, der Umsatz im Versandhandel stieg auf 4,5 Milliarden, der Gesamtumsatz kletterte zuzüglich durch 25 Warenhäuser und 129 Quelle- Verkaufsstellen  und weitere Konzerntöchter  auf 6 Milliarden, bis zu 200.000 Pakete täglich summieren sich zum Jahresende auf 32 Millionen Versandstücke, 40.000 Mitarbeiter sorgen für einen reibungslosen Ablauf und die Deutsche Bundespost profitiert mit 207 Millionen DM Porto (trotz Rabatt).

                                                       

1977 ist auch das Jahr einer erneuten Innovation im Quelle- Versandhandel:
Quelle führt mit der Post den „knitterfreien“ Hängeversand- Service ein, der auch seinen Niederschlag in der firmeneigenen Postautomation findet.

                           

       

Das linke Bild stammt aus der Firmendokumentation zum 50jährigen Quelle- Jubiläum und die rechte Abbildung aus dem Buch „Die Quelle Story“ im Bucher- Verlag, München. Einmal sehen wir die werksmäßige Verpackung der Oberkleidung in den Zustellsäcken  und ferner die Ablieferung durch die Post mit der „erfreuten Hausfrau“ über die unzerknautscht eintreffende Kleiderbestellung. Folgend die Abbildung eines entsprechenden Lieferscheins.

                                                 
Auch andere Versandhäuser bedienten sich durchaus nach QUELLE dieser Versendungsform, aber nur das Schickedanzunternehmen nutzte auch hier die EDV- Freimachung konsequent zur Postautomation. Dabei sind einige Besonderheiten zu vermerken. Der Adressaufkleber ähnelt schon der vorgestellten bekannten Form, weist aber zusätzlich ein groß ausgedrucktes H für Hängeversand auf. Ferner ist das rot umrahmte Freimachungsfeld reduziert zum einfachen Rechteck. Die nötige Postamtskennung erfolgt im darüber platzierten Paketnummernfeld mit fest zugewiesener 002 und hier noch 2stellige PLZ 85 Nürnberg 2. Datum vom 7.4.1977.

Bei allen vorkommenden EDV- Frankaturen im Hängeversand ist zusätzlich eine absolute Besonderheit noch zu registrieren mit der Verfüllung der sonst bestehenden Leerfelder zwischen Posthörnchen und Entgeldbetrag  im Sternchen- Druck! Auch der Postrabatt  ist in dieser Form der EDV- Freimachung wieder ausgewiesen mit der Differenz von DM 5.60 zu den sonst regulär üblichen DM 6,30.

                                                 
                             Der nachfolgende Adressaufkleber aus 1981 zeigt einige beachtenswerte Unterschiede.

                                                
Auch wenn auf den ersten Blick beide EDV- Belege ähnlich wirken, zeigt der EDV beschriftete Adressträger aus 1981 bei aufmerksamer Betrachtung einige wesentliche differente Merkmale auf. Auffällig ist das auf Monats- und Jahresangabe verkürzte Datum. Diese Druckweise findet sich ab 1978 üblicherweise im Paket- und Postgutversand  in den EDV- Freimachungen, vermutlich um längerfristige Zustellzeiten zu „verschleiern“ und Reklamationen aus Lieferfristen zu vermeiden. Ferner war nun die fest zugewiesene Paketnummer auf 681 geändert und im Paketnummernfeld ist außerdem die 4stellige PLZ von Nürnberg 2  eingeführt.
Die konsequente Verwendung der EDV-Freimachung im sog. Hängeversand war auf den Adressträgern im Gegensatz zu den Paketkarten durch ein H gekennzeichnet. In beiden Fällen waren jedoch  zwischen dem Posthornlogo und dem Werteindruck die Leerfelder durch 3 Sternchen gefüllt und besitzen daher ein signifikantes Unterscheidungsmerkmal zu den weiteren EDV-Frankaturen. Dazu noch ein weiteres Beispiel über DM 9,80 und durch Rabatt die endgültig ausgewiesene Verrechnungssumme über  DM 8,57.

                                      
Die Nachnahmepaketkarten zum Hängeversand sind ohne zusätzliche H – Kennung ausgedruckt, wie die folgende Abbildung zeigt. Auch hier finden sich beide im Hängeversand zugewiesenen Paketnummern mit 002 und 681 und ferner das schon im Januar 1978 auf Monat und Jahreszahl  reduzierte Datum.

                               
Schnelles und wichtiges Kennzeichen ist außerdem auch hier für den Hängeversand die Sternchen - Auffüllung zwischen Posthorn und Entgeldbetrag. Die Zustellung im Hängeversand wurde übrigens im Jahr 1982 bereits wieder beendet.

1978 findet sich bei QUELLE schon ein recht breites Feld von Varianten in der EDV- Freimachung  in unterschiedlichen Ausführungen und  Versendungsformen.

                                                            
Vorstehend ein EDV- Postgutversand mit Datum vom 18.8.1978  ebenfalls einzeilig wie oben im Hängeversand  beschrieben, aber  hier natürlich ohne die Sternchen- Auffüllung und im  geänderten Adressaufkleber. Ansonsten gleiches Ausdruckspektrum mit Rabatt- Vermerk, Gewichtsangabe, Adresse, PLZ im zusätzlichen Großdruck und vermutlich Kunden- oder Rechnungsnummer. Zustellgebührzettel der Deutschen Bundespost. Erstmalig ist ebenfalls ab dem Jahr 1978 bei Quelle  die EDV- Freimachung neben dem gewohnten Absenderfreistempel auch in der normalen Briefpost zu finden!

                                    
Das obige Belegbeispiel zeigt eine EDV- Freimachung mit 3geteiltem Rechteck als Postkartenversendung vom 22.3.1978 mit Entgeld DM 0,40. Auch die mittlerweile standardmäßige Fensterbriefvariante der EDV- Frankatur findet sich bei Quelle erstmals  in diesem Zeitraum. Demonstriert wird eine Drucksachenversendung im Großformat (etwas verkleinert) aus dem Jahr 1980. Das einzeilige Wertrahmenfeld ist im EDV – Anschreiben und – Vordruck  rot umrahmt  und hier findet sich die Freimachung mit DM 0,80 für die Drucksachenversendung in 3. Gewichtsstufe. Erstverwender der EDV- Fensterbriefe war übrigens die GEZ (Gebühreneinzugszentrale Köln für Rundfunk- und Fernsehgebühren) im Dezember 1975.


                                  

Im 3geteilten Rechteck findet sich anstatt Datum und  Portobetrag der übliche Hinweis auf „Freimachung (EDV) im Fenster“. Beachtenswert ist der Wegfall des Posthörnchens in der Datum – Wert - Zeile. Seit 1977 werden neue EDV - Anwender im Freimachungsverfahren nicht mehr mit dem Sicherheitsposthorn ausgerüstet und auch in der Software der alten Nutzer verschwindet es kontinuierlich!


Auch die anfangs demonstrierten Adressaufkleber waren weiterhin vorhanden, wie das nachfolgende Beispiel im Nachnahme -  Päckchenversand aus dem September 1978 belegt. Das Quelle - Logo  ab 1977 in  blauer „Quelle- Farbe“  fällt als auffälliges Signet dem Betrachter  auf dem Adressaufkleber direkt ins Blickfeld.

                                         

Aber  im Jahr 1978 wurden auch  von der Geschäftsleitung der  QUELLE  neue Vertriebswege angedacht. Zunehmend durch  Spezialkataloge sollten auch höherwertige Produkte den Käufern offeriert werden können. Die „Basisausstattung“ des deutschen Haushalts war erreicht, das Kundeninteresse wurde differenzierter und anspruchsvoller. Ein erster  wesentlicher Test und Schritt dazu war das Angebot exklusiver Mode.
So wurde 1978 die  Modelinie „Madeleine“ mit eigenem  Katalog und Versandaufkleber etabliert. Hier vorgestellt mit Katalogansicht und zugehörigem EDV- Adressaufkleber MADELEINE der Quelle Schickedanz AG & Co. aus dem Jahr 1993 bzw. 1994.

                   

                       
Der oben abgebildete Adressaufkleber mit EDV – Frankatur aus 1993 hatte im Format seine Entwicklungsgeschichte ab dem Jahr 1980 und zeigt im obigen Beispiel im Vorgriff auf die spätere Entwicklung einen zusätzlichen Barcode im Postgutversand und 5stellige PLZ.  Aber zunächst einmal  zurück  zu den  Entwicklungen  im Anschluss an die Sparteneinrichtung  Madeleine von 1978 im Quellekonzern.

Eine Vereinheitlichung  der Anschriftformulare war sicherlich wünschenswert geworden aber ein schwieriges Unterfangen durch die verschiedenen Anforderungen in den Versendungsformen. Erst Anfang der 1980er Jahre kam es bei Quelle zu einer gewissen Rationalisierung durch einen Kombinationsvordruck, nachdem zunächst eine Vorläuferversion neuer Adressaufkleber  1981/82 erprobt worden war.             

                  
Im Gegensatz zum oben abgebildeten Adressaufkleber im Madeleine – Versand der Quelle war das 3geteilte Rechteck in dieser Vorläuferversion noch rechts oben positioniert. Form und Format  sollten aber ab  1981 zum neuen Standard werden. Postleitzahl natürlich noch 4stellig. Auch hier noch der Quelle – Rabatt ausgedruckt mit DM 2,13 im Päckchenversand gegenüber DM 2,30 im Wertfeldausdruck.

                 
Letztmalig übrigens sind im Jahr 1982 die Rabattvermerke ausgedruckt und ersichtlich.
Bemerkenswert ist im obigen neuen Adressaufkleber  - hier im Postgutversand von 1982 mit Paketnummernzettel und Selbstbucherauflieferung – als weitere wesentliche Neuerung im 3geteilten Rechteck die Veränderung zum stilisierten Posthorn zu registrieren der zukünftigen Standardversion in allen Vordrucken mit Logo der Deutschen Post.

                      
In der Abbildung wurde die Logoveränderung der Deutschen Bundespost ab 1982 zum stilisierten Posthorn  am Beispiel des 3geteilten Rechtecks der EDV – Frankatur noch einmal detailliert  herausgestellt.  

Der Adressaufkleber erhält ab Ende 1982 eine  leicht veränderte Form, die langfristig Standardversion und  vereinheitlichtes Grundmuster für den Ausdruck der  verschiedenen Versendungsformen wurde. Dies war einfach  durch entsprechende Anforderung in der EDV  abrufbar. Die folgende Darstellung zeigt nun das neu entworfene Kombinationsgrundmuster  des Adressaufklebers. Der Balkendruck im Feld der Deutschen Bundespost entfiel im Verwendungsfall  natürlich.

           
Das   3geteilte Rechteck war nach links verschoben worden und machte Platz einem blau eingefärbtem „Dachrahmen“ als Zudruckfeld für die verschiedenen abrufbaren Versendungsformen.
Zeitgleich geschah dies im Quellekonzern  mit der Inbetriebnahme der modernsten Paket-Verteilanlage der Welt  „PAKUM“. 
Diese Paketumschlagstelle wurde in Nürnberg – Doos 1983 von Quelle auf der Industriebrache des Stückgut- Bahnhofs für 20 Millionen DM  gebaut und eingerichtet. Es konnten stündlich ca. 15.000 Sendungen nach 110 Postleitgebieten verteilt werden, dabei wurden an Spitzentagen  80 Eisenbahnwaggons gefüllt!

            
Wir sehen eine Nachnahme als Päckchensendung. Unter dem blauen „Dachrahmen“ ist die Versendungsart ausgedruckt. Weitere Beispiele könnten hier mit Ausdruck Brief oder Warensendung/Geb.Gepr. angefügt werden. Aber ich habe aus den vielfältigen Möglichkeiten schwerpunktmäßig die markantesten  Beispiele herausgesucht  und chronologisch zur Übersicht in ihrer weiteren Entwicklung zusammen belassen.

            
In der vorstehenden Abbildung ist  im Adressaufkleber durch die EDV unterhalb des blauen „Dachrahmens für die Versendungsformen“  der Paketnummerzettel  in schwarz ergänzt  ausgedruckt worden! Der Bestellversand war bei Quelle ab 1979 mit der Möglichkeit zur Zahlung gegen Rechnung eingerichtet worden. Die  Nachnahmesendungen reduzierten sich daraufhin deutlich, können aber dennoch  weiterhin unter den EDV – Belegen entdeckt werden und beinhalten einen recht eindrucksvollen  3Farbendruck.

            
In der demonstrierten Nachnahmeversendung  ist der EDV- Ausdruck im Paketnummernzettel mit Postamt und Stammnummer in braun ausgeführt, die fortlaufende Paketnummer ist im üblichen schwarzen Farbton gehalten ebenso die restlichen Angaben mit Adresse, Wertziffernfeld im 3geteilten Rechteck, Nachnahmedaten und firmeninterne Kennziffern. Das vorgeschriebene Nachnahmelogo mit rotem Dreieck ist in unterschiedlich kräftigen Rottönen zu finden. In der Abbildung kommt ein recht seltener kräftiger Rotdruck zur Vorstellung.
Ab 1987 wird der Adressaufkleber leicht aber auffällig verändert mit Wegfall des Hinweises als  Großversandhaus und die Fläche für die Postleitzahl wird gelb hinterlegt.

            

1989 taucht im Adressfeld erstmals ein eindimensionaler Barcode unterhalb der Quelle -  Absenderangabe auf  und dient der betriebsinternen Codierung. In diesem Fall noch die Markierung der bezahlten Zustellgebühr auf gelben Grund.

            

                     1989 wurde im wahrsten Sinne auch ein gesamtdeutsches Jahr mit dem Mauerfall in Berlin

                         


Findet 1986 noch die martialische Feier der DDR zum 25jährigen Jubiläum des antifaschistischen Schutzwalls statt, hier festgehalten auf der Sondermarke mit Kampfgruppen der Arbeiterklasse und Mitgliedern der Freien Deutschen Jugend, so öffnet sich 1989 überraschend die unselige Mauer wie ein „Schweizer Käse“ in der optimistischen Arbeit der „Mauerspechte“ (Dt. Maximumkarte Edition Maxiphil).

Das Versandhaus Quelle hatte  schon 1981 mit den sog. DDR- Sonderbestellscheinen einen kleinen Weg der Belieferungsmöglichkeit für die ostdeutschen Mitbürger gefunden. Mit dem Mauerfall brachen nun alle Beschränkungen weg. Entgegen der damaligen Weltwirtschaftsstagnation gab es in Deutschland dank der Wiedervereinigung  die Auslösung einer  Sonderkonjunkturphase.

Auf den bekannten Adressfeldern finden sich zügig im Quelleversand die

-         Aspekte der Wiedervereinigung

           

Die Problematik der west- und ostdeutschen teils identischen Postleitzahlen wurde durch die innerdeutsche Kennung mit Voransetzung  der Buchstaben  W und  O bis zur Einführung der 5stelligen PLZ gelöst. Firmiert der Quelle Absender  unter W-8510 Fürth 500, so druckt die EDV  im Adressblock der Empfängeradresse für die neuen Bundesländer 0 vor die  PLZ  und wiederholt dies  linksseitig im schon bekannten Großdruck. Dies galt natürlich auch umgekehrt für Empfänger in den alten Bundesländern  mit W.


           

Seit 1993 wird, wie im obigen Beleg aus dem Mai 1993 erkennbar, auch im rechten unteren Adressfeld erstmals  die Frachtpostcodierung  im Barcode groß ausgedruckt


           

Am 1.7.1993 wurde die 5stellige Postleitzahl eingeführt und kann auf dem Adressaufkleber schon aus dem gleichen Monat demonstriert werden. Gleichzeitig neu ist ebenfalls die rechtseitige zweifache Barcodeplatzierung im Postgutversand. Die folgende EDV- Frankatur aus Oktober 1995 hat noch das seit 1982 eingeführte bekannte Format als Grundlage,  weist aber schon ein Reihe wesentlicher Änderungen auf, die von der Nachfolgegeneration übernommen wurden.

Im Jahr 1995 ändert sich auch das Quellelogo. Die 1953 eingeführte Handfläche verschwindet wieder aus dem Q und macht einem „schnöden“ Balken Platz („na, wenn das mal gut geht“). Interessanterweise finden sich aber auf dem nachfolgend vorgestellten Adressvordruck noch beide Logovarianten. Die im Endlosdruck ausgeführten Adressaufkleber sind beachtenswert seit dem Jahr 1992 ohne den bisher bekannten blauen „Dachrahmen“ im Versendungsfeld! Die Postprivatisierung findet ihren Niederschlag als Deutsche Post AG.


         
                                    
Der Detailausschnitt zeigt noch einmal die gemeinsame Verwendung von altem und neuem Quellelogo. Zusätzlich taucht hier auch bei Quelle die offiziell schon 1976 eingeführte Postabrechnungsnummer auf. Quelle führte bis dato mit der Post abgestimmte und täglich zu verrechnende Portolisten, die nun wohl mit der offiziellen Handhabung  in Einklang gebracht wurden.

Die bisherige Abhandlung der Adressaufkleber wurde über dem Zeitraum von 1982 bis 1995  aus Gründen der vergleichbaren Übersicht  zusammenhängend  belassen. Nachfolgend das Adressfeldformat aber als „Klebefläche“ bei der EDV- Label- Einführung und  entsprechender Nutzung.
-         Labelphase

Wie wir gesehen haben, war die EDV – Freimachung mit vielfältigen Vorgaben im Zentralcomputer unter anderem mit Artikelnummer, Farbkennzeichnung, Einzelgewicht, Postleitzahl des Kunden mit Errechnung von Paketleitzonen und Rechnungserstellung  verbunden.

Aber nicht immer war die Sendung primär komplett  zu erstellen. Kurzfristige Ergänzungen, Änderungen oder spez. Nachlieferungen waren möglich und eine flexible, rationelle Freimachung in solchen Fällen - unabhängig von der ersten Rechnungserstellung durch den Zentralcomputer -  war in solchen Fällen dringend wünschenswert.

Die Firma BIZERBA, Balingen  konnte im Jahr 1976 mit ihrer entwickelten POSTGEBÜHRENERMITTLUNGSANLAGE „PGA“  unter Einbeziehung  einer geeichten Gewichtsermittlung  dem Wunsch des Handels entsprechen.


                       

Auch wenn oben die spätere MCI-P3 Anlage zur microcomputergesteuerten Portoerechnung  von Bizerba vorgestellt wird, sind mit PC, Waage, Steuergerät und Drucker alle nötigen Komponenten auch aus früheren Anlagen abgebildet.  Die Detailaufnahme demonstriert die Vorgaben am Steuer- und Auswertegerät für die verschiedenen Eingabemöglichkeiten mit Brief, Drucksache, Warensendung usw., die Versendungsformen mit Nachnahme, Eilzustellung, Einschreiben, Schnellsendung usw. und die Paketzonendifferenzierung.



                     


Die ausgedruckten Label zur Freimachung  haben im Thermodruck leider nach fast 20 Jahren auch ihre Alterungsprobleme, wenn auch nicht so ausgeprägt wie schon  im  vorgestellten ABAS – System der Firma Nixdorf.

                                 
Wir sehen einen Luftpostbrief der Siemenswerke nach Saudi Arabien freigemacht mit einer Labelfreimachung aus dem Jahr 1982 durch  die Postgebührenermittlungsanlage (PGA) der Firma Bizerba und in der  seltenen Portostufe zu DM 4,90.

                                         
Der Detailausschnitt zeigt im dreigeteilten Rechteck des Labels in der Wertzeilenreihe neben der seltenen Portostufe das schon früher vorgestellte Posthörnchen und das Datum vom 30.03.1982. Der Wertzeilendruck im Label war im Gegensatz zur Freimachung der bisher vorgestellten EDV – Freimachungen in den Farben schwarz, blau und rot möglich! 

QUELLE  forderte spez. die rationelle Freimachung im Paketversand und konnte sich zur Einführung der oben beispielhaft gezeigten und seit 1976 eingeführten Standardversion  im Labelformat durch die PGA von Bizerba nicht entschließen!
Bizerba entwickelte daher für Quelle ein speziell nach rechts erweitertes Breitlabel mit Blankofeld und der zusätzlichen Möglichkeit zum Zudruck der Paketnummer. Eine Perforation zur Abtrennung des Zusatzfeldes war  zunächst in dieser nur von QUELLE genutzten Labelversion nicht vorgesehen.

                          
Vorgestellt  wird in der obigen Abbildung das „Quelle – Breitlabel“ eingeführt seit  1982. Kontrast deutlich verstärkt, um das spezielle Labelformat  zu verdeutlichen. Die Absenderkennzeichnung erfolgt im Label links mit dem Vordruck – Großversandhaus Quelle 8510 Fürth 500. Die Versendungsform zeigt im Wertzeilendruck außerhalb des dreigeteilten Rechtecks in diesem Fall den Zudruck Postgut, dann folgt im Rechteck die ausgewiesene Gewichtsangabe mit 3.36 kg, es schließt die Postzone mit Ziffer 3 an, das Posthörnchen weicht einem Schrägstrich vor dem Freimachungsvermerk mit DM 3,90. Im Paket- und Postgutversand erfolgte kein Ausdruck der Datumangabe im Label. Das rechtsseitige Blankolabelfeld ist mit 4 Nullen quasi als „Leerdruck“ versehen, da der beklebte Adressträger sämtliche weiteren erforderlichen Angaben handschriftlich  enthielt. Der Paketnummernzettel wurde mit einem Gummistempel ausgeführt.

                            
Zur besseren Vorstellung kommt noch einmal das spez. „Quelle – Breitlabel“ in seiner außergewöhnlichen Art in abgelöster Form zur Darstellung. Das rechte erweiterte Blankofeld zeigt hier im Päckchenversand wieder eine Nullstellung, der Buchstabe L steht für Leitgebiet.

Im folgenden Beispiel  treffen wir wieder auf den schon bekannten Adressaufkleber  mit ausgedrucktem Empfänger und Codierung. Das „Quelle – Breitlabel“ zeigt hier im Blankofeld rechts die zugewiesene Paketnummer  856 aus.
Im Bild kommt leider durch den weißen Untergrund des Adressfeldes das rechtseitig erweiterte Label  nicht deutlich zur Abbildung.  
                        
Das Quellebeispiel machte wohl Schule und die Entwicklung ging damals im Paket- und Postgutversand zum Breitlabel mit kompletter Vordruckversion im Label, wie das folgende Beispiel wieder aus den Siemenswerken zeigt.

                                   
In dieser zukünftigen Standardversion war die Abtrennung des rechten Paketlabelteils mit einer  Perforationslinie vorgesehen z.B. bei alleiniger Anwendung der Freimachung im Briefversand. Aber Widererwarten entschloss sich QUELLE mit dem Hochlabelformat die zweite mögliche Standardversion einzuführen. Auch in dieser Version, demonstriert in der nachfolgenden Abbildung,  konnte an vorperforierter Linie der obere Labelteil bei Wunsch abgetrennt werden.

                       
Häufig finden sich linksseitig neben den üblichen  Zudruckmöglichkeiten wie Brief, Warensendung, Päckchen, Paket oder Postgut noch einzelne Buchstaben wie hier mit Z oder oben mit den vorgestellten Quellebeispielen L und P. Dies waren Kennzeichnungen für Kooperationsverträge zwischen dem Absender und der Deutschen Post, um für im Voraus geleistete  Sortierleistungen Pauschalermäßigungen  zu definieren.  So findet man:

O für Orts-Container
L für Leitgebiet
Z für Zone, Leitzone
P für Pakum – Paketumschlag
V für Kooperationsvertrag
R für Richtziel und Vorverteilung in Waggons nach Leitzonen

Ab 1989 werden bei Bizerba die Labelvordrucke vergrößert und erlauben deutliche Versendungszudrucke unterhalb des dreigeteilten Rechtecks mit zusätzlich möglicher interner Nummerierung durch den Absender. Dies kann  folgend dargestellt werden mit einer Postgutversendung aus dem Jahr 1989 auf dem bekannten Adressträger und mit der Paketnummer 975, die in dieser Form nicht auf dem Label sondern primär durch die EDV auf dem  Adressaufkleber ausgedruckt  wurde.

                    

P steht für Pakum und der Hinweis als Großversandhaus ist im Label verschwunden. Nachfolgend das Beispiel als Warensendung mit Zusatz Geb.gepr.

                   

Sehr selten findet man im Hochlabel  bei Quelle ab 1993 eine Paketcodierung anstatt der altbekannten Paketkennung mit 99 und der dreistelligen Einzelnummerierung.

                                                          
Bei Nutzung des vorcodierten und schon bekannten Adressträgers entfiel der Barcode im Hochlabel, wie das folgende Beispiel demonstriert. Aus Gründen der Wiedergabe wurde bei stark verblasstem Thermodruck hier ebenfalls der Kontrast  deutlich verstärkt

                      
Die oben gezeigten letzten beiden Beispiele verweisen ferner auf einen zwischenzeitlich erneut veränderten Labelvordruck. Die Vergrößerung im Labelformat erlaubte nicht nur den Zudruck weiterer  Versendungsmerkmale wie z.B. Postgut  oder Warensendung mit Gebühr geprüft sondern ähnlich wie bei den Absenderfreistemplern erfolgte auch im Labeldruck eine Maschinenkennung.

                 

Auf dem Detailbild einer Warensendung mit Datum vom 23.08.95  ist die Maschinenkennung mit  BI/40505 (BI für Bizerba) auch im Thermodruck auf dem Label noch  ersichtlich.

                                             

Im Beispiel oben aus 1995 mit Entg. gepr. Warensendung  zu DM 3,00  findet sich zusätzlich natürlich die 5stellig eingeführte Postleitzahl  und auch im Labelvordruck das stilisierte Q. Also auch im Label verschwand  die bekannte rechte Handinnenfläche aus dem Quellelogo.
Ein auffälliger Unterschied ist noch  die Umfirmierung zur  Deutschen Post AG und das stilisierte Posthorn  ist nicht mehr „leer“  sondern mit roter Farbe „voll“  und damit markant abgebildet, wobei noch eine Verschiebung von „links“ nach „rechts“ stattgefunden hat.
Mit dem folgenden Labelbeispiel im Rahmen der Postautomation bei Quelle kommt ein ungewöhnliches Format zur Darstellung, das eigentlich nur aus der Nutzung als Wertbrieflabel der Bundesdruckerei bekannt wurde und in dieser Form auch in der philatelistischen Presse an verschiedenen Stellen wiederholt in Erscheinung trat..


             

                                                                           Detailausschnitt  Einschreiblabel Quelle

                                 

                                                                          Wertbrieflabel der Bundesdruckerei Berlin

                                 

Seit Januar 1987  war die EDV – Frankatur in Form des Wertlabel durch die Bundesdruckerei  mit einem Bizerba MCI-P1-Automaten bekannt. Diese Version lief dort über 10 Jahre in verschiedenen Aufdruckformen (s. Wiedervereinigung, Postprivatisierung) und über mehrere Portophasen aber stets im gleichen Labelformat und als Wertbriefversand im Selbstbucherverfahren (Kennbuchstabe bd). Dabei stand im Wesentlichen  der Versand von Personalausweisen und Pässen in gesicherter und kontrollierter  Form  an die Einwohnermeldeämter in der Bundesrepublik im Vordergrund.
Eine Anwendung als Selbstbucher (eingedruckter Kennbuchstabe qu) im Einschreibversand bei Quelle, wie oben demonstriert, findet sich sehr selten, kann aber später noch einmal bei der Tochtergesellschaft EUROVAL  vorgestellt werden. EUROVAL als  Schmuck & Uhren-Versand der Quelle hatte natürlich einen entsprechenden höheren Versicherungsbedarf auch für seine kleingewichtigen Aussendungen.

Das nachfolgende EDV- Frankaturbeispiel wirkt wie ein Zwitter zwischen Label und Adressfelddruck allerdings Letzteres nur mit Postleitzahl und ohne Adresse!

                                 

Man könnte auch von einem Großlabel sprechen. Es findet sich im EDV – Ausdruck  das gewohnte dreigeteilte Rechteck. In der Wertzeile sind Datum und Portowert  ausgewiesen. Zusätzlich findet sich die Bruttogewichtsangabe mit Paketzonenvermerk Es hat also eine Endwiegung stattgefunden ohne Vorgabe des Zentralcomputers. Ferner erfolgte die Deklarierung als Paket mittels Nutzung der Pakumanlage  = P. Ebenfalls vorschriftsmäßig ist der Absender im Vordruck festgehalten. Außergewöhnlich ist aber die Empfänger bezogene Postleitzahl in diesem Fall 7867, wie wir sie sonst nur vom Adressträgerdruck her durch den Zentralcomputer kennen und auch dort seit 1987 in gelber Farbe hinterlegt. Ich vermute, das Bizerba hier abermals einer Vorgabe von QUELLE individuell nachgekommen ist, um eine weitere Rationalisierung  im Postversand  zu erreichen. Man findet  dieses Großlabel häufig daher auf handschriftlichen Adressträgern, aber im Gegensatz zum diesbezüglich schon vorgestellten Label im Kleinformat bestand hier die Möglichkeit der Zusatzprogrammierung mit Eingabe und Ausdruck der maschinenlesbaren Postleitzahl s. folgendes Belegbeispiel.

                                  
Auch wenn später noch einmal Label vorgestellt werden, bei der vorgesehenen Abhandlung  der beiden Quelletochterfirmen  EUROVAL und FOTOQUELLE, ist diese Freimachungsform mit obigem Beispiel zunächst in seinen Hauptformen abgehandelt.

Bei der weiteren Vorstellung zur Postautomation und Quelle steht als chronologischer Aufhänger die Wiedervereinigung Deutschlands im Mittelpunkt der Konzernentwicklung an.
Quelle verzeichnete eine absolute Sonderkonjunktur. Die Umsatzzahlen durch die Einbeziehung der Neuen Bundesländer stiegen in den Jahren 1990/91 und 1991/92 zweistellig um 24% bzw. 17%!  Das Versandzentrum Nürnberg stieß damit logistisch an seine absoluten Grenzen.
Die Konzernleitung von Quelle beschließt 1991 den Bau eines zweiten Großversandzentrums auf dem ehemaligen Flughafengelände  in Leipzig - Mockau. Die Investitionssumme beläuft sich über 1 Milliarde DM (!), man beansprucht 72 Hektar Grundfläche  für das größte Versandzentrum der Welt, das 1993/94 in Betrieb geht.


                                  
                      Vorgestellt wird das Versandzentrum Leipzig mit einem Absenderfreistempel aus dem Jahr 2003

Im Rahmen der logistischen  Neukonzeption ab 1994 wurden neue Adressträger für die EDV – Freimachung bei Quelle entwickelt, die identisch waren für die Anwendung in Nürnberg und Leipzig und ab dem Jahr 1995 zur Anwendung kamen. Bis zum Konkurs 2009 sind dann nur noch geringfügige Varianten in dieser neuen Grundform der Postautomation bei Quelle festzustellen.

                              
Wir sehen eine frühe Verwendung des neuen EDV – Adressträgers aus dem Versandzentrum Nürnberg aus dem Februar 1995 als Entg.gepr. Warensendung. Das nachfolgende Beispiel stammt vom  Versandzentrum in Leipzig in gleicher Versendungsform aus dem April1995.

                                        

Schon jetzt sei vermerkt, dass die Absenderangabe mit Quelle  und  Standort Fürth auch  in Leipzig bis zum Schluss auf den Adressträgern beibehalten wurde. Auffällig gegenüber allen bisherigen demonstrierten EDV – Freimachungen ist die zukünftige Ausführung des 3geteilten Rechtecks in schwarzer Farbe. Die unterschiedlichen Postabrechnungsnummern sind in Höhe des Wertzeilendrucks linksseitig neben dem EDV-Rechteck platziert. Ansonsten finden sich die bekannten Barcodes  für die Frachtpostkennung und die Steuerung im Frachtpostzentrum.  Die Deutsche Post firmiert als Aktiengesellschaft, das Posthorn ist stilisiert ausgeführt und ebenfalls ausgefüllt in schwarzer Farbe.

Eine auffällige Sonderform im Adressträger ist aus den Jahren 1995 und 1996 zu vermelden, die  meines  Wissens nach nur  in Nürnberg   auftrat.

                              

Wir sehen vorstehend den neuen Adressträger mit grün vorbedrucktem Farbfeld im  Bereich des 3geteilten EDV – Rechtecks und der Postabrechnungsnummer. Während die farblich gelb hinterlegte Postleitzahl langjährig  bei den Adressträgern zwischen 1987 bis 1996 üblich war, ist diese vorgestellte grüne Variante aus Nürnberg nur recht kurzfristig  gewesen. Mit diesen Farbfeldern sollte vermutlich eine bessere Maschinenlesbarkeit der Daten erreicht werden. Die Erprobung galt in diesem Fall wohl der EDV – Freimachung im 3geteilten Rechteck einschließlich der Postabrechnungsnummer.

                               
Meines Wissens nach gab es auch aus internen Codierungsgründen bei Quelle nur im Nürnberger Adressträger  einen  dritten Barcode, wie es das obige Beispiel zeigt  und wie dies schon vom vorherigen Adressträger her bekannt war s. auch frühere Abbildungen.
Während in Nürnberg der Standort mit Postleitzahl  90471 und Postamt  2  unverändert blieb, kam es in Leipzig zur Änderung im Zeitraum zwischen 1996 und 1997. War zunächst im 3geteilten Rechteck  die Postleitzahl Leipzig 04347 und Postamt 18 vorgedruckt, kam es zur Änderung der PLZ  in 04358 Leipzig ohne weitere Postamtskennung, wie die beiden folgenden Ausschnitte belegen.

                                  
                                                           Wechsel der Postleitzahl Leipzig im EDV-Adressträger

Der Entgeldbetrag ist durch X-Zeichen ab Ende 1995 im Paket- und Postgutversand in der EDV-Freimachung blockiert und nicht  mehr ausgewiesen. Die Abrechnung erfolgte verschlüsselt über die ausgewiesene Postabrechnungsnummer, der auch durch die EDV entsprechende Rabattvereinbarungen je nach Vorgabe  unmittelbar  zugeordnet werden konnten. Die Versendungsformen im Briefversand waren nicht davon betroffen.
Nach der Fusion mit der Karstadt AG 1999 verschwindet mehr oder weniger zeitgleich aus den Adressträgern endgültig der Name Schickedanz  und es erscheint schlicht Quelle Aktiengesellschaft und ebenso verabschiedet sich aus dem Quelleschriftzug das Logo mit der rechten Handinnenfläche im Q. Siehe folgende Belegdokumentation.

                                 

Im Jahr 2006 gab sich der Konzern erneut und letztmalig eine neue gesellschaftliche Firmenstruktur durch Umwandlung in eine GmbH - Form, wie aus den folgenden Beispielen des Jahres 2006 zu erkennen ist.

                                
Der letzte Belegabschnitt demonstriert noch einmal als Warensendung auch den entsprechend ausgedruckten Entgeldbetrag.

Damit möchte ich  das Kapitel mit den neuen Adressträgern der EDV – Freimachung bei Quelle aus den Jahren ab 1995  beenden. Bis zum Konkurs im Jahre 2009 lassen sich keine wesentlichen Detailunterschiede mehr  registrieren.
Aus der zu Anfang  geplanten und angedachten   Gliederung  steht nun das Kapitel an

QUELLE  -Tochterfirmen mit Banken, Versicherungen, Fachgeschäften, Fertighausfirma, Auslieferungslagern u.a.



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