Deutsche Postautomation

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11.11.2014

Die diesmalige Vorstellung beschäftigt sich als NACHTRAG zum Menüpunkt Freimarkenstempler der Firma Telefonbau und Normalzeit  im Kapitel FREIMACHUNG MIT FREISTEMPEL  und ist dort in ähnlicher Handhabung  unter Freimarkenstempler – dies und das  an die Ausarbeitung angehängt.

Das Thema hatte eine Vervollständigung verdient und es kommen weitere  20 Belegbeispiele zur Vorstellung, die teils den Katalog von MAX A. BRUGMANN bildhaft ergänzen.

Zunächst einmal eine AUFTRAGSKARTE  des Herstellers  des Freimarkenstemplers am Belegbeispiel für den Entwurf der Maschine 17. Die Maschinenkennung wurde dabei handschriftlich eingefügt und der Werbeeinsatz als fotografischer Ausschnitt eingefügt.  Format 10,4 X 7,4cm.


                             
Es wurden auch Vorführabschläge erstellt mit sogenannten „Blindmarken“, um den Kunden  Funktionsabläufe zu erläutern und einzuüben. Neben den rot gestreiften Testmarken gab es auch graue oder weiß gefärbte  Markenvarianten.

                           

Vertriebspartnerfirmen mit der Werbung für den FREIMARKENSTEMPLER im Stempelklischee waren schon beispielhaft aus Berlin (Gebr. Weinitschke), Braunschweig (W. Hellstern), Stuttgart (P.u.B. Abele) und Wien (Karl Zuza) vorgestellt worden. Nachfolgend nun noch weitere Geschäftspartner  aus Magdeburg (BOG), Hannover (Wiener & Siemsen), Frankfurt (Nationale Telephon- und Telegraphenwerke), Saarbrücken (Nachfolger W. Ermer) und München (Franz Beierl) mit entsprechender Maschinenwerbung im Stempeleinsatz. Die insgesamt nun vorgestellten 8 Werbeeinsätze belegen eine recht gute reichsweite Aufstellung  im Vertriebsnetz  für die Freimarkenstempler mit Einsatz zur maschinellen Vorausentwertung.                   

                           

                        

                        

                         
                                                          Maschine 263 in München mit fehlerhafter Markenjustierung

                  
Höchst interessant ist die weitere Vorstellung von verschiedenen Versendungsformen mittels des Freimarkenstemplers. Nicht nur erwartungsgemäß für  Standardsendungen gab es also Verwendungsbedarf, sondern auch teils „exotische“  Belege gilt es zu dokumentieren, auch wenn natürlich ihre Anzahl teilweise in Richtung Raritäten tendiert.  Den schon gezeigten 15 verschiedenen Versendungsformen können nachfolgend noch weitere 4 Belegbeispiele hinzugefügt werden, so dass erstaunlicherweise 19 verschiedene Belegbeispiele bis dato resultieren  und durchaus die mögliche Flexibilität des Freimarkenstemplers belegen. 
              
                                   
Verwendete Hitlermarken sind per se seltener im Freimarkenstempler anzutreffen und als 15Pfg.  Einzelfrankatur potogerecht für die Auslandspostkarte sicherlich höchst selten. Der Werbeeinsatz für das HOTEL PARTENKIRCHENER HOF in Garmisch-Partenkirchen unter Zusatz der olympischen Ringe über dem Bergmassiv ist auch für Motivsammler  von Interesse. Maschinenkennung 1515 (hohe Nummer) und Datum vom 5.2.1942.

                              
Der Doppelbrief mit 2 x 12 Pfg. Hindenburg zeigt die nicht vorschriftsmäßige (aber gekonnte) Anwendung des Freimarkenstemplers am Beispiel der Poststelle des Bürgermeisteramtes in Schmiedefeld und der Maschinenkennung 519.

                                                                             
Leider liegt oben nur ein Postgutabschnitt vor, der zumindest die Verwendung des Freimarkenstemplers verrät, auch wenn der unvollständige Abdruck keine exakten Nutzerdaten offenbart.

              
Auch eine reine Eilbotensendung dürfte nicht alltäglich sein und das obige Beispiel belegt als Anwender die Wiener Spielkarten - Fabrik Ferdinand Platnik & Söhne mit der Maschinenkennung 906. Nachfolgend der zugehörige rückseitige Ankunftsstempel des Telegrafenamtes der Reichsmessestadt Leipzig mit Datum vom 18.9.1940.  

                                                                                  
Aber auch die Sondermarkenverwendung war schon vorgestellt worden unter Nutzung des Freimarkenstemplers zur Vorausentwertung einer handverklebten Briefmarke und nachfolgend weitere 5 Belegbeispiele.

                                            
                                                               Michel – Nummer 643 Luftschutz und Kennung 155

Das Briefmarkenhaus SIEGER nutzte zur Vorausentwertung recht vielfältig seinen Freimarkenstempler mit der Kennzeichnung  459.

                                  
                                                                  Michel – Nummer 764 Leipziger Frühjahrsmesse 1941

                                    
                                                 Michel – Nummer 752 aus der Winterhilfswerkausgabe November 1940

                                               
                                               Michel – Nummer 677 Ausgabe WHW November 1938 und Anwender  216

                                               
                                        Michel – Nummer 653 aus der WHW – Ausgabe November 1937 und Anwender 367             


Nachfolgend noch einige Besonderheiten

Brugmann berichtet auch von einer Vorausentwertung einer Ganzsache zum Europäischen Postkongress Wien 1942 mit Datum vom 11.5.1943 (mit Tinte leider etwas nachgezeichnet)  mit der Maschinenkennung 111 der Fa. Walch, Reichert & Co und GmbH in Würzburg

                                          
Nachfolgend ein weiteres Anwendungskuriosum des Freimarkenstemplers. Vermutlich durch falsche Vorsortierung im Briefstapel wurde die Marke zwar korrekt in der rechten oberen Briefecke aber  kopfstehend aufgeklebt. Zur korrekten Entwertung wurde dann noch ein „Leerdruck“ ohne Marke daneben gesetzt. Anwender 66 Fa. Andreae-Noris Zahn A.-G. Frankfurt.
                                           
                                                                                        Dazu noch ein Detailausschnitt

                                           

Ebenfalls bei  Brugmann wird von einer einzigen Anwendung des Freimarkenstemplers im blauen Farbton Postamt Trier 4 berichtet. Die Maschinenkennung ist schwierig, aber der eindeutig gleiche Farbton im glücklicherweise zugesetzten Handstempel GESCHÄFTSPAPIERE  erklärt hier wohl die fälschliche Nutzung der Stempelfarbe  im Freimarkenstempler.

                                           

Dieser Nachtrag wurde ebenfalls in den Menüpunkt Freimarkenstempler der Firma Telefonbau und Normalzeit  nachträglich ergänzend eingefügt, um die Gesamtvorstellung  im Zusammenhang zu erhalten.

Sicherlich gibt es noch zusätzliche Details zum Freimarkenstempler auch nach 80 Jahren zu entdecken und ich bitte hier gegebenenfalls auch um weitere Informationen.



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