Deutsche Postautomation

Informationen zur deutschen Postautomation im Bereich Freimachung,
Briefannahme, Schalterbetrieb und Briefbearbeitung.



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Mit der Wertstufe zu 81,70 Reichsmark wird zunächst einmal die Portostufenserie  der Absenderfreistempel bis 1945  beendet. Sollten neue Portoentgeldbeträge auftauchen – auch aus der Leserschaft – werden diese natürlich gerne unter Quellenhinweis eingefügt.  Die Wertstufenserie  war  explizit an den Betrag gebunden und dies ist natürlich etwas willkürlich. An der Wertstufe zu 100 Pfennigen habe ich einmal die Möglichkeiten von verschiedenen Versendungsformen bis 1945  vorgestellt und es waren wohl erstaunlicherweise  ca. 10 Belege. Da nun die Einleitung zu diesem Menüpunkt mit dem 40er Entgeldbetrag gestartet wurde, möchte ich auch in dieser Wertstufe noch weitere verschiedene Versendungsformen   vorstellen.  Eine zusätzliche  Differenzierung wäre auch noch nach  Maschinentypen möglich und natürlich könnte die Unterscheidung nach Schrifttypen und Zählnummerplatzierung diese Angelegenheit noch deutlich (!) ausweiten und „einseitig“  wäre dabei nur der  jeweilige ausgewiesene Wertbetrag.
                 
Zunächst einmal oben eine Paketkarte aus Wien und dem Jahr 1939  und daneben eine Postgutkarte aus Aitrang 1944. Die linksseitige Paketsendung in der 2. Entfernungszone wurde mit 40 Pfennigen verrechnet bei einem Paketgewicht von 5 kg. Francotyp C Freistempler mit Wertrahmen Reichsadler. Die Postgutversendung rechtsseitig oben abgebildet, war als Versendungsform ab Februar 1933 allgemein möglich und  hatte eine grünlich-blaue Kartenfarbe erhalten. Bei gleicher Gewichtsangabe mit 5 kg ergab sich der Preisvorteil  in dem vorgestellten Beispiel mit 20 Pfennigen durch die Nutzung einer größeren Entfernungszone  im Postgutversand, der allerdings auf 7kg beschränkt war und einige Zusatzleistungen im Gegensatz zur Paketversendung  nicht erlaubte (Eilsendung, Rückschein, Luftpost  u. versiegelte Wertsendung).  Absenderfreistempler der H. Krumm KG ebenfalls mit einer  Francotyp C Maschine und auch hier der Wertrahmen Reichsadler aber mit eindeutig differenten Wertziffernformen.
Nachfolgend ein Auslandsbrief  von Berlin nach Amsterdam aus dem Mai 1929 in der Gewichtsstufe 20 bis 40g  mit 40 Reichspfennigen  Entgeldbetrag. Hier ebenfalls eine Francotyp D Maschine und Wertrahmen Bogenrechteck.
                                              
Die relative frühe Verwendung eines Freistemplers  durch die Direktion der Bayrischen Hypotheken- und Wechselbank  im Dezember 1926  belegt der folgende Brief auf dem Weg von München nach Berlin.
                                          
In diesem Fall liegt die Verwendung einer Francotyp A Maschine vor mit Wertrahmen Bogenrechteck und die Entgeldberechnung resultiert aus der Briefgebühr zu 10 Pfennigen und addiert sich mit dem Eilbotenzuschlag von 30 Pfennigen zum ausgedruckten Gesamtbetrag.
Im folgenden Belegbeispiel liegt ebenfalls eine Eilbotensendung vor, aber im Jahr 1935 mit einer gänzlich anderen Berechnungsnotwendigkeit zum Portobetrag.  Hier liegt nur der Eilbotenbetrag mit 40 Pfennigen vor (Tarif ab 1.8.1933)  und die „Reichsstelle für Eier“  war vom Briefportobetrag  laut  Ablösung Reich  freigestellt.

                    
Die Briefrückseite offenbart mit Stempelabschlag gleich zweimal das gewünschte Ziel des Fensterbriefes mit der Stadt Hamburg und davon einmal mit dem Stempel der Briefkontrollstelle  BRIEFENTKARTUNG mit Datum vom 17.1.1935 und der Uhrzeitangabe  0-1.
                                                         
Francotyp D Freistempler mit Wertrahmen Hakenkreuz. Letzteres  war bei der Reichsstelle zu erwarten gewesen.
                                           
Im obigen Belegbeispiel resultiert mit Datum vom 6.10.1926  der Gesamtbetrag neben der Briefgrundgebühr mit 10 Pfennigen diesmal aus der ausgewiesenen Briefzusatzleistung Einschreiben mit 30 Pfennigen und R-Zettel RADEBEUL-OBERLÖßNITZ. Francotyp  C Freistempler und wieder Wertrahmen Bogenrechteck.
Der  folgende Adressträger der Mustersendung ging am 20.3.1936  von der Fa. Soennecken in Bonn an das Schreibwarengeschäft der Gebr. Scholl in Zürich / Schweiz. Die Einschreibsendung wird noch mit amtlichen  Zollstempel bestätigt und in diesem Fall wieder ein Bafrafreistempler (Francotyp A) mit Wertrahmen Bogenrechteck.
                                           
Der folgende Luftpostbrief in der besprochenen Wertstufe ging – wie ausgewiesen - von Frankfurt +im September 1938 nach Santa Cruz de Ténérife zugehörig  den  Kanarischen Inseln (Spanien). Fehlende Absenderangabe im Werbeteil des Freistemplers und weder vor- noch rückseitige entsprechende Angabe führte wohl zur Zensur und erklärt den roten Nebenstempel CENSURA MILITAR SANTA CRUZ DE TENERIFE.
                                    
Das Auslandsporto war mit 25 Pfennigen anzusetzen und von 1937 bis 1938 betrug der Luftpostzuschlag  für die Kanarischen Inseln 15 Reichspfennige. Vorderseitig noch roter Deutscher Luftpoststempel und  in diesem Fall wieder Francotyp A Maschine und Wertrahmen Reichsadler.
                                                
Die Päckchengebühr war erstaunlich konstant  von 1927 bis 1945 und hier am Beispiel der Fa. Baier & Schneider, Heilbronn und einer entsprechenden Sendung vom 25.10.1930. Freistempler Francotyp C und Wertrahmen Bogenrechteck.
             
Ähnlich der Päckchengebühr war auch die Briefgebühr in der Gewichtsklasse von 250 bis 500g über den oben genannten Zeitraum stabil und der vorgestellte Bahnhofsbrief  gehörte in diesen Gewichtsbereich und  die Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft mit ihrer Filiale in Koblenz hatte hier die feste Zugverbindung und damit  garantierte Abholung für den  Eisenbahnzug  an der Eilstelle  des Bahnhofs Friedrichstraße in Berlin (N.W.7) vereinbart. Dafür war wöchentlich eine Gebühr von 6  bzw. 18 Reichsmark bei monatlicher  Abholgarantie  vom Absender zu leisten. Die feste Verbindung war in diesem Fall mit den Zügen 1287 und D.5. terminiert. Ebenfalls Francotyp C Maschine mit Wertrahmen Bogenrechteck. Die Versendungsform  Bahnhofszeitungen  unterlag einer anderen Tarifstruktur und hier kann trotz recht großer Vielfalt die Wertstufe mit 40 Pfennigen nicht vorgestellt werden.

             
Der obige Beleg stammt ebenfalls aus der Sammlung Duggan, wie die private Stempelmarkierung  D  neben dem Werbeeinsatz des  Absenderfreistempels verrät und ich verweise in diesem Zusammenhang auf die Ausführungen zum Beleg in der Wertstufe zu 47,80 Reichsmark. Die Abbildungen wurden im Kontrast verstärkt. Im Detail noch einmal der Absenderfreistempel mittels Francotyp D  mit Bogenrechteck und 4stelliger Wertangabe und privater Kennzeichnung  D (Duggan).
                                                        
Für den 265g schweren Brief  galt eine Briefgrundgebühr im Auslandstarif  vom 1.7.1930 mit 2,20 Reichsmark. Die deutsche Luftpostgebühr betrug je 5g RM 1,50 und  somit ergab sich  der Betrag von 79,50RM (53 mal) als Luftpostzuschlag, der sich mit der Briefgebühr zum ausgedruckten Gesamtbetrag  zu 81,70 Reichsmark addierte. Für diesen Portobetrag war damals durchaus ein 3wöchiger KdF-Urlaub an der Ostsee möglich. Umschlaggröße  24 x 18,5cm.

Der folgende Luftpostbrief aus Berlin Siemensstadt datiert vom 07.04.1934. Die SIEMENS-SCHUCKERTWERKE in Berlin  hatten wohl erneut gewichtige Geschäftsunterlagen für ihre argentinische  Firmengründung der Compania  Platense  de  Electricidad  Siemens-Schuckert  in Buenos Aires  zum Versand aufgegeben.
           
Für den 195g schweren Brief  galt eine Briefgrundgebühr im Auslandstarif  von 1,60 Reichsmark. Die deutsche Luftpostgebühr betrug je 5g RM 1,50 und  somit ergab sich  der Betrag von 58,50RM (39 mal) als Luftpostzuschlag, der sich mit der Briefgebühr zum ausgedruckten Gesamtbetrag von 60,10 Reichsmark addierte. Umschlaggröße  24 x 17,5cm.
                                                                       
Der Ankunftsstempel in Buenos Aires  trägt das Datum vom 11.04.1934 und  belegt damit bereits nach  4 Tagen eine recht kurze Transportzeit.   Vorderseitig noch roter Nebenstempel der DEUTSCHEN LUFTPOST EUROPA-SÜDAMERIKA. Francotyp A Freistempler mit 4stelligem Wertziffernwerk und Wertrahmen Reichsadler. Der  Briefinhalt erforderte wohl in diesem Fall einen Wertabschlag auf Klebezettel.

Der folgende Luftpostbrief aus Berlin Siemensstadt datiert vom 20.09.1934. Die SIEMENS-SCHUCKERTWERKE in Berlin  (s.folgende Luftbildaufnahme der Siemensstadt) hatten wohl gewichtige Geschäftsunterlagen für ihre argentinische  Firmengründung der Compania  Platense  de  Electricidad  Siemens-Schuckert  in Buenos Aires auf den Weg gebracht.
                                                   
Der 155g schwere Brief  hatte eine Briefgrundgebühr ( 8.Gewichtsstufe ) im Auslandstarif von 1,30RM. Die deutsche Luftpostgebühr betrug je 5g RM 1,50 und  somit ergab sich 46,50RM (31mal) als Luftpostzuschlag.  Umschlaggröße  24,5 x 19,5cm.
                        
          Im Detail noch einmal der Absenderfreistempel mittels Francotyp D  mit Bogenrechteck und 4stellige Wertangabe. 
                                                      
Der Werbeeinsatz mit PROTOS-LOGO und Schriftzug  DIENST DER HAUSFRAU  kommt hier nicht gut zur Darstellung (s. spätere Beispiele). Über dem L im RA 1 (mit deutscher Luftpost) findet sich ein kleiner Nebenstempel mit  dem Buchstaben D ( privat zugesetztes  Kennzeichen von  JOHN DUGGAN aus Gro0britannien). J. Duggan war AEROPHILATELIST  mit zahlreichen Veröffentlichungen über Zeppelinpost und spez. auch Lufthansa mit ihrem Südatlantikdienst. In Philatelie und  Postgeschichte  November 2011 findet sich eine ausführliche Würdigung zu John Duggan von Wolfgang Maassen.
                                                       
Der rückseitige Abgangsstempel Berlin C 2 datiert vom 20.9.34  und der Ankunftsstempel in Buenos Aires  vom 26.9.1934.  Die Bleistift“rechnung“ stammt wohl aus der Poststelle und weist als Enbetrag die dokomentierten 47,80 Reichsmark aus. Vorderseitig noch roter Nebenstempel der DEUTSCHEN LUFTPOST EUROPA-SÜDAMERIKA.

                                           
Absender und Empfänger konnten schon mehrfach gemeinsam auf einem Luftpostbrief  in dieser Briefserie vorgestellt werden. Die Bankenbriefe zwischen Berlin und Montevideo unterscheiden sich teilweise nur in den Gewichtsklassen in dieser Portostufenserie mit ansteigenden Entgeldwerten. Der Absenderfreistempel in Berlin datiert vom 9.2.1935. Der Brief erforderte mit den ausgewiesenen 67g den 14maligen Luftpostzuschlag zu 1,50RM (= 21,00RM) und addierte sich mit der Auslandsgebühr in der 4. Gewichtstufe mit 0,70RM  zum Endbetrag von 21,70 Reichsmark. Francotyp C Freistempler mit Wertrahmen Bogenrechteck und 4stelliger Wertziffernangabe

                                            
Absender und Empfänger konnten schon mehrfach gemeinsam auf einem Luftpostbrief  in dieser Briefserie vorgestellt werden. Die Bankenbriefe zwischen Berlin und Montevideo unterscheiden sich teilweise nur in den Gewichtsklassen in dieser Portostufenserie mit ansteigenden Entgeldwerten. Es sei an dieser Stelle noch einmal daran erinnert, dass die Deutsche Überseeische Bank in Berlin ebenso wie Banco  Alemán  Transátlantico  in Montevideo Gründungsinstitute der Deutschen Bank waren. Der Absenderfreistempel in Berlin datiert vom 17.1.1935. Der rückseitige Ankunftsstempel  in Montevideo vom 25. Januar 1935 belegt die Zustellung nach 8 Tagen. Vorderseitiger schwarzer Stempel der SERVICIO AEREO TRANSOCEANICO URUGUAY EUROPA  mit Logo Fluggesellschaft CONDOR, ZEPPELIN u. LUFTHANSA, ferner noch deutscher roter Südamerika – Luftpoststempel.
                                                                             
Der Brief erforderte mit den ausgewiesenen 60g (s.Hinweis im Nebenstempel  DEVISENBANK) den 12maligen Luftpostzuschlag zu 1,50RM und addierte sich mit der Auslandsgebühr in der 3. Gewichtstufe mit 0,55RM  und der Einschreibgebühr  zu 0,30RM zum Endbetrag non 18,85 Reichsmark. Francotyp C Freistempler mit Wertrahmen Bogenrechteck und 4stelliger Wertziffernangabe.

Der  28,5 x 12,5cm messende unten abgebildete Umschlag sollte aus Köln seinen Empfänger, die Fa. Koheng u. Cie (Cie französische Bezeichnung für Firma – Compagnie) in San Jose – Hauptstadt von Costa Rica – per Deutscher Luftpost mit Datum vom 22.2.1938 erreichen..
     
Im Werbeteil des Absenderfreistempels  wirbt  die Humboldt-Deutzmotoren AG für GAS als billige Energie. Ich verweise auch auf den Menüpunkt VW – ein deutscher Mythos, hier wird die Motorenentwicklung  und damit auch der Viertakt-Gas-Motor von Otto vorgestellt. 1930 fusionierte die Motorenfabrik Deutz  mit der Maschinenbauanstalt Humboldt AG zur Humboldt-Deutzmotoren AG  und besser bekannt ist noch der Name aus dem Jahr 1938 nach Abschluss des Interessenvertrages mit  der Klöckner AG zur Klöckner-Humboldt-Deutz AG (KHD). Der Brief erreichte nach 11 Tagen sein Ziel, wie es der rückseitige Ankunftsstempel in San Jose ausweist.
                                                        

In Kopierbleistift ist noch vorderseitig das Gewicht des Briefes mit 50g  notiert und der Luftweg sollte nicht via  NewYork  erfolgen sondern mit Deutscher Luftpost Südamerika  via NATAL. Die brasilianische Stadt Natal – Hauptstadt  des Bundesstaates  Rio Grande do Norte   liegt an der Flussmündung des Potengi und „ ragt  nordöstlich als Spitze Brasiliens“ in den  Südatlantik. Die Flugweiterleitung lief dann nördlich Richtung Panama und  von hier in das benachbarte  Costa Rica mit der Hauptstadt San Jose.

Nachfolgend die Weltfluglinien  ca. 1934
            

Das Portoentgeld errechnet sich aus der 3.Gewichsstufe im Auslandsverkehr mit 55 Pfennigen, dem Luftpostzuschlag  mit 12,50RM  (Deutsche Luftpost Südamerika mit 1,25RM pro 5g) nach Brasilien  und Weiterleitung  2,50RM  (0,50 pro 10g Briefgewicht) nach Costa Rica zum ausgedruckten Gesamtbetrag von 15,55 Reichsmark. Francotyp A Freistempler mit Wertrahmen Hakenkreuz.

                                      
Absender und Empfänger konnten schon mehrfach gemeinsam auf einem Luftpostbrief  in dieser Briefserie vorgestellt werden. Die Bankenbriefe zwischen Berlin und Montevideo unterscheiden sich teilweise nur in den Gewichtsklassen in dieser Portostufenserie mit ansteigenden Entgeldwerten. Es sei an dieser Stelle noch einmal daran erinnert, dass die Deutsche Überseeische Bank in Berlin ebenso wie Banco  Alemán  Transátlantico  in Montevideo Gründungsinstitute der Deutschen Bank waren.  Absenderfreistempel in Berlin mit Datum vom 4.3.1936 und rückseitiger  Ankunftsstempel Montevideo  vom  8. 3 1936 dokumentieren eine 5tägige Beförderungszeit.
                                                                                
Der Brief erforderte  mit  ausgewiesenen 43g den  9maligen Luftpostzuschlag zu 1,50 und addierte sich mit der Auslandsgebühr in der 3. Gewichtsklasse (40-60g) und  damit 0,55 zum Endbetrag von 14,05 Reichsmark.  Francotyp C Freistempler  mit Wertrahmen Bogenrechteck in  4stelliger Wertzifferneingabe.

                                     
Der Luftpostbrief aus Berlin Siemensstadt datiert vom 30.12.1936. Die SIEMENS-SCHUCKERTWERKE in Berlin  brachten den  40g schweren Brief an ihre argentinische  Firmengründung der Compania  Platense  de  Electricidad  Siemens-Schuckert  zum Jahresende auf den Weg. Allerdings ist ein Neujahrgruß bei dieser Gewichtsangabe eher zweifelhaft, sondern Geschäftsunterlagen als Inhalt sind wahrscheinlicher. Die rückseitigen Ankunftsstempel in Buenos Aires datieren vom 3.Januar 1937 und verraten somit eine recht schnelle Versendung.
                                                                            
Der Absenderfreistempel  mit Wertrahmen Reichsadler liegt als Francotyp A Maschine mit 4stelligen Wertziffern  in  einer sehr seltenen Form vor! Der Brief erforderte  mit  ausgewiesenen 40g den  8maligen Luftpostzuschlag zu 1,50 und addierte sich mit der Auslandsgebühr in der 2. Gewichtsklasse  und  damit  0,40 zum Endbetrag von 12,40 Reichsmark.


                                      
Der obige Luftpostbeleg unterscheidet sich vom Vorgänger  in der Portostufenserie abgesehen vom Datum nur in der zusätzlichen  Versendungsform als eingeschriebener Brief. Absender in Berlin und Empfänger in Montevideo sind identisch und auch die Gewichtsstufe ist nur um 2g abweichend und so kommt der  differente  Wertstufeneindruck nur durch das zusätzliche Entgeld für die Einschreibversendung zum Tragen. Der Brief erforderte  damit mit  ausgewiesenen 30g den  6maligen Luftpostzuschlag zu 1,50RM und addierte sich mit der Auslandsgebühr in der 2. Gewichtsklasse mit 0,40RM und der Einschreibgebühr zu 0,30RM  zum Endbetrag von 9,70 Reichsmark.  Francotyp C Freistempler  mit Wertrahmen Bogenrechteck in  4stelliger Wertzifferneingabe.
                                                            
                                                                                    rückseitiger Briefausschnitt

                                       
Absender und Empfänger konnten schon mehrfach gemeinsam auf einem Luftpostbrief  in dieser Briefserie vorgestellt werden. Die Bankenbriefe zwischen Berlin und Montevideo unterscheiden sich teilweise nur in den Gewichtsklassen in dieser Portostufenserie mit ansteigenden Entgeldwerten. Es sei an dieser Stelle noch einmal daran erinnert, dass die Deutsche Überseeische Bank in Berlin ebenso wie Banco  Alemán  Transátlantico  in Montevideo Gründungsinstitute der Deutschen Bank waren.  Vorderseitig ferner noch deutscher roter Südamerika – Luftpoststempel. Der Absenderfreistempel in Berlin datiert vom 9.3.1935. Der rückseitige Maschinenstempel in Montevideo  mit Datum vom 15. März 1935 belegt die Zustellung in Südamerika nach 6 Tagen.
                                                                                       
Der Brief erforderte  mit  ausgewiesenen 28g den  6maligen Luftpostzuschlag zu 1,50 und addierte sich mit der Auslandsgebühr in der 2. Gewichtsklasse  und  0,40 zum Endbetrag von 9,40 Reichsmark.  Francotyp C Freistempler  mit Wertrahmen Bogenrechteck in  4stelliger Wertzifferneingabe.

                                      
Der Absenderfreistempel der Frankfurter Illustrierten belegt das Datum vom 7.11.1941, warb im Werbeteil  des Freistemplers  für das  Das Illustrierte Blatt  und sollte die Staatsuniversität in  Columbus erreichen - Hauptstadt  des  US – Bundesstaates Ohio. Die Streifbandhülle  weist ferner einen Nebenstempel via ROM-RIO-BUENOS-SANTIAGO-LIMA-MEXIKO auf, der damit die Luftpostzuleitung   über die LATI - Linee Aeree Transcontinentali Italiane  -  dokumentiert. Deutsche Lufthansa und auch Air France hatten ihren Flugdienst nach Südamerika  ab Mitte 1940 eingestellt und Nordamerika  wäre noch über Lissabon  mit PAN AM erreichbar gewesen, aber hier bestand  die Gefahr der britischen  Kontrolle des Postversandes auf den Bermudas.
                                                        
Die LATI nutze übrigens italienische Landflugzeuge des Typ Savora Marchetti SM 835. Die Drucksachenversendung zu ermäßigter Gebühr betrug 0,05 RM und  der Luftpostzuschlag für Nordamerika mittels LATI inklusiv  Weiterbeförderung per inneramerikanischer Luftpostlinien  war mit 2,15 RM je 5g zu veranschlagen. Das Sendungsgewicht ist damit mit 16 bis 20g anzusetzen für 4x 2,15 RM  und  ergibt den Gesamtbetrag mit 8,60 RM  zuzüglich der Grundgebühr zum ausgedruckten Wertbetrag im Freistempler mit 8,65 RM.  Francotyp D Absenderfreistempel mit Wertrahmen Reichsadler.
                                        
                                                                                Luftpostlinien   ca. aus dem Jahr 1935

Der folgende Brief  wurde freigestempelt mit dem Freistempler der HAMBURG-AMERIKA-Linie am 24.11.1933 Hamburg. Die Zuleitung erfolgte von Hamburg per ZUG D 192  zur Leitpostanstalt mit dem Bahnpostamt 19 in Frankfurt und erreichte die France-Amèrique du Sud. über die französische Luftpoststelle LYON MARSEILLE. Durchgangsstempel LYON  datiert vom 26.11.33 und der Ankunftsstempel  in Buenos Aires mit dem 3. Dezember 1933 dokumentiert eine 9-tägige Transportdauer. Freistempler  Francotyp C und Wertrahmen Bogenrechteck. Das Portoentgeld für den 25g schweren Brief errechnet sich aus der Briefgrundgebühr im Auslandstarif mit 0,40 RM und  5x 1,60 RM (franz. Luftpost für Argentinien) zum Gesamtbetrag von RM 8,40.
                                                    
                                                                                                          Rückseite
                                                    

Die folgende Paketkarte  mit Absenderfreistempel der Fa. J.F. Schreiber in Esslingen am 11.5.1937  dokumentiert eine Sendung nach Zagreb, Jugoslawien.
                                                               
Der Verlag Schreiber  bezeichnete sich selbst auch als Graphische Kunstanstalt. Gegründet im Jahr 1831 spezialisierte sich der Verlag später erfolgreich auf farbig illustrierte Kinderbücher, Bastelbögen und Papiertheater. Bilderbücher wurden teils  gestaltet  mit „Bedienelementen in Form von Laschen und Klappen“   und brachten durch die Veränderungsmöglichkeiten  eine überraschende Erlebniswelt. Seit 1988 gehört der Verlag zur Stuttgarter Klett-Gruppe. Die Adresse verrät in Zagreb wohl eine  Papierfirma und die Sendung des knapp 20 kg schweren Paketes  lief über München. Francotyp D Freistempler und  Rechteckwertrahmen. 
                                                                   
                                                                               Rückseite Beleg Reichsmark 8,30

                                                
Der vorstehende Luftpostbeleg ging von Berlin  nach Rio de Janeiro mit Auflieferungsdatum vom 21.4.1933. Die Rückseite verrät neben dem Abgangs-, Durchgangs- und Ankunftsstempel noch den Absender mit dem CONDOR SYNDIKAT in Berlin SW 68 und der Lindenstraße 35. Die wirtschaftlichen Interessen in Richtung  Südamerika  führten schon  ab 1924 zu Kooperationen auch im Luftverkehr. Die DEUTSCHE LUFTHANSA brachte ihre brasilianische Gründung aus dem Jahr 1919 zusammen mit der DEUTSCHEN AERO-LLOYD  und der SCADTA   gemeinschaftlich in das CONDOR SYNDIKAT  ein.
       
Der Werbeteil des Absenderfreistempels verspricht die  Schnellste Beförderung von Personen, Gütern und Post auf dem Luftwege  und ist illustriert mit dem Kranichsymbol der Deutschen Lufthansa (Werbelogo der Lufthansa seit 80 Jahren) und der Ju 52  in der 3motorigen Bauweise und dem Kennzeichen D – 2202.  Passend zum Luftpostbeleg nach Südamerika noch der Hinweis, dass die Baureihe Ju 52/3m gerade  auf diesem Kontinent ihre Erstflüge hatte im März 1932.
                                                         
Der Brief  wurde abgefertigt in Berlin, belegt rückseitig  die Luftpostannahme mit dem Stempel im Postamt C 2 (Königstraße 61) mit Zuleitung über Anhalter Bahnhof zur Leitpostanstalt mit dem Bahnpostamt 19 in Frankfurt und erreichte die France-Amèrique du Sud. über die französische Luftpoststelle LYON MARSEILLE. Der Ankunftsstempel  in Rio de Janeiro mit Datum vom 29. April dokumentiert eine 8tägige Transportdauer. Empfänger war die dortige Partnergeschäftsstelle der Syndicato Condor Ltd. Francotyp D Freistempler und  Rechteck – Wertrahmen. Das Portoentgeld für den 27g schweren Brief errechnet sich aus der Briefgrundgebühr im Auslandstarif mit 0,40 RM und 6x 1,30 RM( franz.Luftpost) zum Gesamtbetrag von RM 8,20.
  
                                         
Der Luftpostbrief  mit Datum vom 17.9.1929 ging von den Henschel-Werken in Kassel nach Buenos Aires in Argentinien und war an den Direktor Hardebeck gerichtet, der dort im Palace Hotel wohl residierte und gemäß rückseitigem Ankunftsstempel erreichte ihn dort der Brief am 30.September 1929.
                                                           
Die Luftpostzuleitung zur FRANCE – AMERIQUE DU SUD. erfolgte vorschriftsmäßig über die Leitpostanstalt Bahnpostamt 19 Frankfurt - (Main) - Basel. Henschel  war in seiner Firmengeschichte ein namhaftes Industrieunternehmen im Lokomotiv- und Lastkraftwagenbau  und taucht auch als arisiertes Unternehmen  im Volkswagenkapitel dieser Homepage als Hersteller der Panzerwaffe TIGER auf. Francotyp C Freistempel mit Wertrahmen Bogenrechteck und der seltenen Wertstufeneinstellung mit 8 Reichsmark.
  
                                             
Der  NORDDEUTSCHE LLOYD aus Bremen illustrierte in diesem Fall seinen Absenderfreistempel im Werbeteil mit den „3 EXPRESS SCHIFFEN“ – BREMEN, EUROPA und COLUMBUS auf dem Luftpostbrief nach Buenos Aires  der Hauptstadt Argentiniens mit Datum vom 14.12.1934. Der grüne Luftpostzusatzstempel kommt nur schwach trotz Kontrastverstärkung zur Darstellung. Die Portoberechnung für den 25g schweren Brief errechnet sich aus der Auslandsbriefgrundgebühr mit 40 Pfennigen und dem  5maligen Luftpostzuschlag mit 1,50 Reichsmark zum Gesamtbetrag von 7,90RM. Francotyp C Freistempler  mit Wertrahmen Bogenrechteck.               
                                                                   
                                              Die Rückseite verrät mit dem Ankunftsstempel eine Laufzeit von 7 Tagen       


        
Die Werdener Feintuchwerke – auch heute in Werden mit diesbezüglichem Straßennamen noch ein Begriff -  versandten mit Datum vom 12.3. 1936 ein Paket über 12,1kg nach Zagreb. Allein 4 Poststempel und ein Zollstempel dokumentieren den Transport über München  im insgesamt 6-tägigen Verlauf bis  zur Empfangsbestätigung der Fa. Neumann. Relativ selten findet sich eine Wertpaketversendung mit Absenderfreistempel und dies dann noch im Selbstbucherverfahren, wie es der rote Aufgabezettel der Werdener Feintuchfabrik belegt.  Zusätzlich noch weiterer Wertpakethinweis in vorgeschriebener roter Farbe und Wiederholung in französischer Kennzeichnung Valeur déclarée und violetter Gumminebenstempel mit dem Buchstaben V auf der Vorderseite. Francotyp C Freistempler mit Wertrahmen Bogenrechteck und Werteinstellung 6,90 Reichsmark.


                                                  
Der vorstehende Luftpostbrief  vom 25.8.1933  aus Hamburg erreichte sein Ziel mit Buenos Aires  mittels der France-Amérique du Sud – der französischen Südamerika Luftpostverbindung. Die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschaft  auch unter  Hapag oder Hamburg-Amerika Linie bekannt, fungiert seit 1847 als namhaftes Reedereiunternehmen und der Brief war an A.M.Delfino & Cia. gerichtet  in der Hauptstadt von Argentinien. Antonio Maria Delfino steht für ein  südamerikanisches Weltunternehmen seit 1838  auch in der Seefahrt, bietet aber weltweit auch neben Schiffstransporten noch Land- und Luftfrachtversendungen  an. Beide Unternehmen besitzen  damit seit 180 Jahren ihre außerordentlich interessante Firmengeschichte und Tradition.
                                                            
Die Entgeldberechnung für den Luftpostbrief mit einem Gewicht von 17g  resultiert aus 4 x 1,60 Reichsmark  (je 5g RM 1,60 im französischem Luftposttarif) und addiert sich mit der Auslandsbriefgebühr  mit 0,25RM zum Gesamtbetrag von 6,65 Reichsmark. Die Rückseite liefert ein vielfältiges Stempelbild mit Abgangsstempel Hamburg mit der  EILBRIEFSTELLE, der französischen Luftpoststelle LYON MARSEILLE, Maschinenstempel Buenos AIRES VIA AEREA und noch den weiteren Maschinenankunftsstempel  und  dokumentieren  eine 9 tätige  Beförderungszeit.
                                            
Francotyp C Freistempler mit Wertrahmen Bogenrechteck und Werbung der HAMBURG-AMERIKA LINIE für die Atlantische Inselfahrt im Frühherbst mit Damen an der Kaimauer unter Palmen mit Linienschiff im Hintergrund.

                       

      
Die vorstehende Paketkarte  belegt ein  medizinisches  „Grundleiden“  der Menschheit im leidigen Zahnbereich. Zahnersatztechniken etablierten sich ab Ende des 19. Jahrhunderts und eine renommierte Firma war sicherlich die Schweizer Firma  DE TREY in Konstanz seit dem Jahr 1904. Im Jahr 1934 erfolgte die Patentierung einer Silikat-Zement-Füllung zur Zahnsanierung unter dem Namen SYNTREX und brachte erfolgreich weltweit „lindernde Freude unter die geplagten Menschen“. 1976 erfolgte die Integration in den amerikanischen Weltkonzern Dentsply, der im „Milliarden Dollar-Bereich  seine Umsätze pro Jahr  an  32 verschieden Zähnen  erzielt“. Die Berliner Vertretung schickte gemäß obiger Abbildung  mit Datum vom 10.Oktober 1939 ein Paket an die Firma J. Wolff, die in Zagreb Jugoslawien ein Dental-Depot unterhielt. Das 19.2 kg schwere Paket erforderte eine Freimachung mittels Absenderfreistempel  mit SYNTREX-WERBUNG ( im Detail mit Kontrastverstärkung)   in Höhe von 6,60 Reichsmark und Vor- und Rückseite der Paketkarte weisen ein buntes Bild an Durchgangs- und Eingangsstempeln  einschließlich Zollmarken auf. Francotyp C Freistempler mit Wertrahmen Reichsadler.

   

Die Paketkarte mit Datum vom 11.9.1937 dokumentiert die Dr.Fritz RASCHIG GmbH in Ludwigshafen. Im Werbeteil des Absenderfreistempels bezwingt  im Logo die geballte rechte Faust wohl die Elektrizität zur  „BLITZ MARKE“. Raschig war ein namhafter Chemiker, gründete die Firma im Jahr 1891 und sie existiert noch aktuell als amerikanisches Zweigunternehmen. Das obige 12kg schwere Paket war für  die Fa. DESTALIT - AG in  Zagreb bestimmt und erreichte ihr Bestimmungsziel am 21.9.1937 s. verkleinerte Rückseite mit den entsprechenden Zollmarken. Die Zuleitung erfolgte über München Postamt 3 am 13.9. 1937. Francotyp C  Freistempler mit Wertrahmen Bogenrechteck.

                                  
Absender und Empfänger konnten schon mehrfach gemeinsam auf einem Luftpostbrief  in dieser Briefserie vorgestellt werden. Die Bankenbriefe zwischen Berlin und Montevideo unterscheiden sich eigentlich nur in den Gewichtswerten und damit in dieser Portostufenserie in höheren Gewichtsklassen mit ansteigenden Entgeldwerten. Es sei an dieser Stelle noch einmal daran erinnert, dass die Deutsche Überseeische Bank ebenso wie Banco  Alemán  Transátlantico  in Montevideo Gründungsinstitute der Deutschen Bank waren.  Vorderseitiger schwarzer Stempel der SERVICIO AEREO TRANSOCEANICO URUGUAY EUROPA  mit Logo Fluggesellschaft CONDOR, ZEPPELIN u. LUFTHANSA, ferner noch deutscher roter Südamerika – Luftpoststempel. Der Absenderfreistempel in Berlin datiert vom 11.5.1935. Der rückseitige Maschinenstempel in Montevideo  mit Datum vom 15.Mai 1935 belegt die zügige 4tägige Zustellung nach Südamerika!
                                                       
Der Brief erforderte den  4maligen Luftpostzuschlag zu 1,50 und addierte sich mit der Auslandsgrundgebühr zu 0,25 zum Endbetrag von 6,25 Reichsmark.  Francotyp C Freistempler  mit Wertrahmen Bogenrechteck in  4stelliger Wertzifferneingabe.

                                        
Der vorstehende Beleg dokumentiert eine Streifbandhülle und den Versand der  FRANKFURTER ILLUSTRIERTEN mit Datum vom 25.8.1941  an den deutschen Konsul in der Stadt Concepcion  - Hauptstadt des gleichnamigen Departements  in Paraguay. Eine Luftpostzuleitung war  über die LATI - Linee Aeree Transcontinentali Italiane  - auch  noch im 3. Kriegsjahr gegeben  und offenbart sich auch im vorderseitigen Gummistempelzudruck  mit  via ROM-RIO-BUENOS-SANTIAGO-LIMA.
         
Der rückseitige Ankunftsstempel datiert vom 10.September 1941. Das Portoentgeld errechnet sich im Sondertarif  als Zeitungsdrucksache mit 0,05RM  (pro 25g Gewicht 5 Pfennige) und der Luftpostzuschlag mit 4 x 1,50RM lässt auf ein Gesamtgewicht von 20g  schließen und addiert sich somit zum Gesamtbetrag von 6,05 Reichsmark. Francotyp C Freistempler mit Wertrahmen Reichsadler und Ortsstempelzudruck Frankfurt STADT DES DEUTSCHEN HANDWERKS.

                                        
Der Luftpostbrief ging am 9. Januar 1935 auf die Reise nach Südamerika, um sein Ziel die Banco Alemán  Transatlántico in Montevideo der Hauptstadt von Uruguay zu erreichen. Vorderseitiger schwarzer Stempel der SERVICIO AEREO TRANSOCEANICO URUGUAY EUROPA  mit Logo Fluggesellschaft CONDOR, ZEPPELIN u. LUFTHANSA, ferner noch deutscher roter Südamerika – Luftpoststempel. Der rückseitige Ankunftsstempel in Montevideo für eingeschriebene Sendungen datiert vom 15. Januar 1935 und der Absenderstempel  der Leipziger Spitzenfabrik Barth & Co. AG macht etwas neugierig den Werbeteil des Absenderfreistempels zu ergründen. Die Detailvergrößerung  und Kontrastverstärkung  lässt eine filigrane Strukturierung erkennen mit der Firmenkennzeichnung L S B  & Co und dem Text  IN DER SPITZE * AN DER SPITZE  und das alles wohl noch mit einer  Ausschnittecke  einer Tischdecke  o.ä. mit blumiger Spitzenarbeit!
                              
Das Porto errechnet sich aus der Auslandsbriefgrundgebühr mit RM 0,25, der Einschreibgebühr zu RM 0,30 und dem 3x deutschen Luftpostzuschlag für Uruguay  a` RM 1,50  zum ausgewiesenen Gesamtbetrag von RM 5,05 für den 11,5g schweren Brief.  Franctyp C Freistempler mit Wertrahmen Bogenrechteck.

                                              
Absender und Empfänger konnten schon einmal gemeinsam auf einem Luftpostbrief  in dieser Briefserie vorgestellt werden in der Portostufe zu 3,25 Reichsmark. Diesmal  mit Datum vom 18.1. 1935 war das Gewicht des Briefes mit 14g  lediglich  eine Gewichtsstufe zu RM 1,50 höher ausgefallen. Es sei an dieser Stelle daran erinnert, dass die Deutsche Überseeische Bank ebenso wie Banco  Alemán  Transátlantico  in Montevideo Gründungsinstitute der Deutschen Bank waren. Der Brief erforderte den  3maligen Luftpostzuschlag zu 1,50 und addierte sich mit der Auslandsgrundgebühr zu 0,25 zum Endbetrag von 4,75 Reichsmark. Es sind noch ein blauer (Uruguay) und roter (Deutschland)    Luftpoststempel vorderseitig abgeschlagen und ein rückseitiger Maschinenstempel als Ankunftsstempel.  Francotyp C Freistempler  mit Wertrahmen Bogenrechteck in  4stelliger Wertzifferneingabe.

           
Die eilige Luftpost – Zeitungsdrucksache  brachte die FRANKFURTER ZEITUNG am 3.3.1937 nach Argentinien auf den Weg. Schon einmal wurde in der Entgeldstufe über 3,05 Reichsmark dieser Vorgang vorgestellt bezüglich Versendungsform, Empfänger und Zeitungsausgabe. Dr. Jessen war Direktor der Zweigniederlassung der Siemens Schuckert - Werke in Buenos.  Zur Struktur von Siemens in Argentinien hat STEFAN RENNICKE die Firmenetablierung mit Monopolcharakter bis zum Jahr 1945 ausführlich vorgelegt mit dem lesenswerten Titel: Siemens in Argentinien. Die Unternehmensentwicklung vom Markteintritt bis zur Enteignung 1945.          
                                                           
Die rückseitigen Stempel verraten schon die Ankunft und Auslieferung nach 4 Tagen am 7.3.1937. Das Gewicht lag wohl in diesem Fall etwas höher und erforderte somit 3 x 1,50 Luftpostzuschlag zur Grundgebühr der Zeitungsdrucksache mit RM 0,05. Bei Zeitungsdrucksachen galt ein Sonderportotarif für die Gewichtsprogression  mit 5 Pfennigen je 100g (sonst je 50g bei normalen Drucksachen).  Francotyp A Freistempler mit Rechteckwertrahmen.
  

                                     
Die Paketkarte wurde am 26.2.1938 mittels Freistempler der Maschinenfabrik CARL ZANGS in Krefeld freigemacht für eine Sendung an die Firma KARLO TIETZ in Zagreb Jugoslawien. Carl Zangs war ein namhafter deutscher Hersteller von Webereimaschinen  seit 1875 in Krefeld, feierte 1950 sein 50jähriges Bestehen und ging Ende 1983 in Konkurs. Der Empfänger in Zagreb weist sich rückseitig im Gummistempel der Empfangsbestätigung als MEHANICKA TKAONICA aus – als mechanische Tuchmacherei. Francotyp C Freistempler mit Wertrahmen  Hakenkreuz.
                                                        
Das 6kg schwere Paket lief nach 2 Tagen über München als „Hauptstadt der Bewegung“ zum Paketdienst nach Zagreb am 3.3.1938 und wurde am 5.März  gemäß Postamtsstempel ausgehändigt und durch die Firma Tietz bestätigt.


                                       
Der Luftpostbrief aus Leipzig  ging gemäß Einstellung im Ortsstempelteil des Absenderfreistempels am 9.8.1939 mit Deutscher Luftpost  nach Curitiba in Brasilien auf den Weg und erreichte  dort schon am 13.9.1939 sein Ziel, wie der rückseitige Ankunftsstempel belegt.
                                                                
Die Firma F. Moritz Müller war wohl im Holzgeschäft stark aufgestellt  und hatte entsprechende  Dependancen in Hamburg, Berlin und Riesa, wie es der Werbeteil im Freistempler verrät. Ein Holzkontor Müller gibt es immer noch in Leipzig  und hat evtl. hier seinen Ursprung. 1854  wurde Curitiba die Hauptstadt vom Landesteil Parana  in Brasilien und viele Immigranten aus Europa suchten dort in der 2. Hälfte des 19.Jahrhunderts  ein Auskommen. Die Stadt zählt heute über 2 Millionen Einwohner, wurde 1996 als „innovativste Stadt der Welt“ gerühmt und der nächste Küstenhafen ist ca. 90km entfernt. Das Portoentgeld errechnet sich aus dem Auslandsgrundtarif  für Briefe mit 0,25 RM und dem Luftpostzuschlag für die ausgewiesenen 15g mit 3x 1,25 RM zur Endsumme von 4 Reichsmark. Francotyp B Freistemler mit Wertrahmen Reichsadler. Vorderseitig  Deutscher Luftpoststempel in rotem Farbton.

                                                
Der Luftpostbrief der FRANKFURTER ZEITUNG  mit Datum vom 22.5.1942 nach Buenos – Aires  und  freigestempelt in der Wertstufe zu 3,85 Reichsmark, gibt einige Rätsel zur Beförderung und des Zustellweges auf. Im rückseitigen Ankunftsstempel ist randständig Buenos Aires leider ohne Datum noch erkennbar. Ein Kastengummistempel lautet auf CERRADO EL DOMICILIO  und erklärt sich wohl durch den vorderseitig handschriftlich  geänderten Adressenhinweis in der Hauptstadt von Argentinien.
                                                                    
Die LATI – Flugverbindung war meines Wissens nach nur bis Ende 1941 als Zuleitung möglich und vielleicht kann hier ein  Homepagebesucher einen erklärenden Tipp bezüglich des Zustellweges geben und damit auch eventuell zur Werteinstellung mit den ausgewiesenen 3,85 Reichsmark. Francotyp C  Freistempler mit Wertrahmen Reichsadler.

Nachfolgend eine Auslandspaketkarte  freigestempelt mit Absenderfreistempel der Fa. Zirnité & Kolbig in Greiz mit Datum vom 3.2.1930. Die renommierte Kammgarnweberei hatte ein Paket nach Budapest an die Fa. Bela auf den Weg gebracht.
                                                             

Mit dem folgend abgebildetem Beleg wird ein Luftpostbrief  der Firma Philipp Holzmann  nach Kolumbien  aus dem Jahr 1930 vorgestellt.
                                  
Die Zuleitung sollte über NewYork erfolgen und dann mittels Weiterleitung mit der SCADTA –  Sociedad Colombo Alemana de Transportes Aereos  -  Bogota die  Hauptstadt Kolumbiens erreichen. Freigestempelte SCADTA – Luftpostbriefe  sind leider  seltener anzutreffen.  Der Firmenfreistempler datiert mit Abschlag vom 25.9.1930 und der vorderseitige Flugpoststempel der SERVICIO DE TRANSPORTES AEROS  BARRANQUILLA  gibt den 13. 10.1930 an.
   
Ausschnitt aus dem Fluglinienplan  Nord- und Südamerika ca. aus dem Jahr 1934 und Absenderfreistempel der Berliner Postagentur der SCADTA  -Sociedad Colombo-Alemana De Transportes Aeros – der deutsch-kolumbianischen Fluggesellschaft. Der Ankunftsstempel der Fluggesellschaft  in Bogota dokumentiert dann schon mit dem 14.10.1930  den nachfolgenden Tag.
                                                                        

Der Brief sollte H. Rübsamen in Bogota der kolumbianischen Hauptstadt  persönlich erreichen. Hier war wohl ein Firmenkonsortium tätig als Arbeitsgemeinschaft  für Kolumbien mit Beteiligung der Siemens – Bauunion und der Philipp Holzmann AG.

Der Baukonzern Philipp Holzmann hatte eine sehr bewegte  und höchst interessante Geschichte seit dem Jahr 1849. Brücken- und Tunnelbau, namhafte Hoch- und Tiefbauprojekte kennzeichnen die Firmengeschichte – z.B. das Opernhaus in Frankfurt 1873, die BAGDADBAHN 1902, das südamerikanische Engagement ab 1906. Die Bauvorhaben in der NS – Zeit sind  schon der Betrachtung wert z.B. mit dem Engagement im Reichsautobahnbau, das KdF – Seebad PRORA, die Reichskanzlei, die Arbeiten im Rahmen der Organisation TODT usw. Die Nachkriegsentwicklung ist weiter mit großen Bauobjekten „gepflastert“ und der Konkurs 2002 ist  noch mit der sog. „SCHRÖDER – Initiative“  in Erinnerung.
Francotyp D Freistempler mit Wertrahmen Bogenrechteck. Die Briefgebühr errechnet sich  für den Auslandsbrief mit der Grundgebühr zu 0,25 RM, dem Luftpostzustellung Kolumbien mit 2,30 RM und dem innerkolumbianischen Luftpostzuschlag von 1,20 RM BARRANQUILLA - BOGOTA zum ausgewiesenen Gesamtbetrag von RM 3,75.

                                                   
Mit obiger Abbildung wird eine Paketversendung aus der Reichsmessestadt Leipzig mit Datum vom 5.4.1944  nach Idar – Oberstein vorgestellt. Die Firma Wilhelm Woeckel  war in der Edelsteinbearbeitung mit entsprechender Werkzeugherstellung  eine damals namhafte Firma und die Recherche zum Adressaten mit  der  Fa.  Karl Becker in Idar – Oberstein führt zu einem bis ins 17. Jahrhundert zurückreichendes Familienunternehmen  und ebenfalls in der Edelsteinbranche tätig. Das Portoentgeld errechnet sich für das 14,5kg schwere Paket mit Versendung in der 4. Entfenungszone mit der Grundgebühr  zu 3,25 RM, der Nachnahmegebühr von 20 Pfennigen, der Einlieferungsbescheinigung mit  10 Pfennigen und der Zustellgebühr mit 15 Pfennigen zum freigestempelten Gesamtbetrag von 3,70 Reichsmark. Francotyo C Absenderfreistempler mit Wertrahmen Reichsadler.                 


                                     
Ein Geschäftspapierversand von Hamburg nach Buenos Aires in eingeschriebener Form als Luftpostsendung ist sicherlich nicht alltäglich zu finden. Die Fa. Schenker als internationales Speditionsunternehmen wurde bereits 1872 von Gottfried Schenker gegründet und ist  hinlänglich auch  noch heutzutage in Verbindung mit der Deutschen Bundesbahn ein Begriff.
Eine Bleistiftnotiz ist vorderseitig noch mit der Angabe 45g für die Geschäftspapierpost zu entziffern. Eine Tintenschriftzeile dokumentiert den 3.Juni 1937 vermutlich als das eigentliche Briefdatum, der Freistempelabschlag datiert allerdings erst vom 8.Juni 1937 und wurde am Postamt 18 in Hamburg als Einschreiben eingeliefert an die Fa. Simon Leisse & Co. in Buenos Aires / Argentinien. Deutscher Luftpoststempel für Südamerika findet sich ebenfalls vorderseitig in bekannter Form und ein argentinischer Kontrollstempel ist ebenso noch zu registrieren sowie ein roter Tagespaginier - Hinweis auf den Firmeneingang vom 14.Juni 1937.
                                                                       
Rückseitiger Ankunftsstempel  Buenos Aires vom 13.Juni 1937. Das Portoentgeld errechnet sich für die Geschäftspapiersendung mit 25 Pfennigen, der Einschreibgebühr zu 30 Pfennigen und der Luftpostzuschlag mit 2x 150 Pfennigen zu den ausgewiesenen 3,55 RM. Francotyp C Freistempler mit Rechteck – Wertrahmen.


                                               
Die Paketkarte – freigemacht mit dem Absenderfreistempel des Verlagshauses Scherl in Berlin an der Potsdamerstraße – wurde  am 15.Dezember 1943  am Paketpostamt 77 auf den Weg nach Idar - Oberstein gebracht und sollte dort die Kreispropagandaleitung der NSDAP erreichen. Der Maschinenstempel von Berlin SW 77 hat die etwas ungewöhnliche und seltene Form mit 6 Wellenlinien unterhalb des Stempelkopfes. Die Grundpaketgebühr betrug in der  4. Entfernungszone  3,25 Reichsmark und für die Einlieferungsbescheinigung war  0,10 RM zu entrichten und addiert sich mit der Zustellgebühr von RM 0,15  zum Gesamtbetrag von RM 3,50. Francotyp D Freistempler mit Wertrahmen Reichsadler.

                                                        
Nicht mit der Lufthansa sondern mit der FRANCE-AMERIQUE DU SUD  über Marseille sollte dieser Luftpostbrief seinen Empfänger in Buenos-Aires, Argentinien erreichen.
                                   
Absender war die Firma SCHICHAU in Elbing, Westpreußen, seit 1837 im Maschinenbau tätig. Anfangs wurden Dampfmaschinen produziert und später eine vielfältige Produktpalette aufgenommen spez. nach Gründung einer Werftabteilung. Torpedoboote und Unterseeboote gehörten dann ebenso zum Spektrum wie Dampflokomotiven und Bagger.
Der Luftpostbrief mit Datum vom 2.6.1932  vom Firmensitz Elbing hat rückseitig den Berliner Durchgangsstempel vom 3.6.1932 und der argentinische Ankunftstempel ist zwar nur halb abgeschlagen, aber ein vermutlich von Empfängerseite genutzter Paginier-Gummistempel hält wohl die Ankunft mit 13.6.1932 fest. Der Luftpostbrief - freigemacht mittels KOMUSINA - Freistempler - dokumentiert eine mir neue höchste Wertstufe mit 345 Pfennigen. Der  französische Luftpostzuschlag betrug nach Argentinien je 5g Reichsmark 1,60. Der Brief erforderte also 2x RM 1,60 und die Grundauslandsgebühr zu 0,25 addiert sich zum ausgewiesenen Gesamtbetrag von 3,45 RM.

                                                     
Der Paketkartenabschnitt   mit Datum vom 20.Oktober 1939  belegt eine  Paketversendung  aus der Greizer Textilindustrie  - hier das Unternehmen ARNOLD – nach Zagreb Jugoslawien. Der Absenderfreistempel verweist im Werbefeld auf die 100jährige Tradition der Stoffherstellung und der Abgangsstempel Greiz ist im Datum identisch zum Freistempelabschlag, Der Paketabschnitt weist  vorderseitig noch zwei Durchgangsstempel auf  mit Villach in Kärnten und Datum vom 26.Oktober 1939 und von Ljubliana  - heute zweitgrößte Stadt in Slowenien – mit Datum vom 27.Oktober 1939.
                                                            
Rückseitiger Stempelabschlag des Paketamtes ZAGREB mit Datum vom 28.Oktober 1939  und jugoslawischen Zollmarken . Die Empfangsbestätigung mit Stempeldatum 31.Oktober 1939 ist auf dem Ausschnitt nicht mehr sichtbar.  Francotyp C Freistempler mit Wertrahmen Reichsadler

                                           
Der Luftpostbrief der Deutschen Überseeischen Bank hat in diesem Fall im Werbetext des Freistemplers einen passenden Hinweis mit dem Geschäftsbereich Südamerika und Spanien, denn die Nachricht sollte die Filiale der Banco  Alemán  Transátlantico  in Montevideo der Hauptstadt Uruguays erreichen. Mit Briefdatum vom 11.1.1935 war dies im Prinzip  ein Geschäftskontakt „im Familienbetrieb“ untereinander, denn beide Bankkonsortien waren gegründete Institute der Deutschen Bank. Der Brief erforderte den  2maligen Luftpostzuschlag zu 1,50 und addierte sich mit der Auslandsgrundgebühr zu 0,25 zum Endbetrag von 3,25 Reichsmark. Vor und rückseitiger Maschinenankunftsstempel belegen eine 6tägige Zustellung. Ferner sind noch ein blauer (Uruguay) und roter (Deutschland)    Luftpoststempel vorderseitig abgeschlagen. Francotyp C Freistempler  mit Wertrahmen Bogenrechteck in  4stelliger Wertzifferneingabe.

Nachfolgend ein Wertbriefbeleg der DAIMLER-BENZ AG Stuttgart mit der Fa. ELEKTRISCHE KRAFTÜBERTRAGUNG  GmbH in Herrenberg. Der als Genossenschaft 1906 gegründete  Stromerzeuger war in Württemberg  vorbildhaft  in der Frühzeit der allgemeinen  Elektrizitätsversorgung  des Landes gewesen. Die hohen Wertbrief-versicherungen der Daimler-Benz Briefbelege lassen auf eine Barzahlung ihrer Stromrechnungen schließen!


Das Postentgeld zum oben vorgestellten großformatigen Wertbrief mit Datum vom 27.7.1939 errechnet sich aus der Briefgebühr zu 0,24RM in der 2. Gewichtsklasse (42g) und der Versicherungsgebühr. Hier war die Grundversicherung mit 0,60 RM bis  500 RM anzusetzen und für jeweils weitere  500 RM war eine Briefversicherungsgebühr zu RM 0,10 fällig. Damit summiert sich der portogerechte Einzelbetrag über  3,24 RM  aus der 0,24 Briefgebühr + 0,60 Wertbriefgrundgebühr und 24 x 0,10 = RM 2,40 bei einer Gesamtversicherung über 12400 Reichsmark.Weitere Wertbriefe in diesen Portostufen wurden bei gleichen Postentgeldbeträgen der Daimler-Benz AG nicht mehr vorgestellt, lassen aber auf ca. 25000 RM Stromkosten monatlich im Jahr 1939  im Werksbereich Stuttgart schließen.

                   
Wieder kann oben aus der Bahnhofsbuchhandlung Baden-Baden eine Zeitungsversendung im spez. Posttarif  vorgestellt werden. Hier war wohl damals ein Philatelist schon früh  für diese Versendungsform und Freimachung in der Regel mit Freistempler aufmerksam geworden.  Der entsprechende Tarif war erst zum 1.7.1927 eingeführt worden und mit obigem Datum vom 16.7. 1927 liegt mir damit ein absolut frühes Verwendungsdatum einer Bahnhofszeitung vor und dies noch in einer  recht außergewöhnlich hohen  Entgeldstufe. Leider sind  trotz großzügig ausgeschnittenem Adressträger nicht alle Versendungsmerkmale vorhanden bzw. nachweisbar. Der 16.2.1927 war allerdings ein Sonnabend und es wurde wohl die Sonntagsausgabe versendet, deren Gewichtsklasse mit 264g  noch knapp zu erkennen ist. Bis 2kg  betrug der Grundtarif 60Pfennige und steigerte sich je kg um 0,20RM. Vermutlich waren damit wohl ca. 55 Zeitungen unterwegs, um diesen noch mit Blaustift in der Poststelle markierten Portobetrag zu rechtfertigen.   Als Freistempler findet sich ein Bafra - Fabrikat der Francotypgesellschaft im sog. Typ E (Dürst/Eich) mit charakteristischem 8-Eck-Wertrahmen und Inschrift Deutsches Reich. Darunter ist in Schreibschrift gesetzt Rudolf Mosse und darunter findet  sich der Berliner Ortsstempel zugehörig zum Postamt Berlin SW 19. Es handelt sich auch um einen frühen Absenderfreistempelabschlag aus  dem Verlagshaus Rudolf Mosse, Berlin, denn  diese Form ist mir  nur bis zum Jahr 1928 bekannt. Danach erfolgte eine Änderung im Ortsstempelteil mit Hinweis auf das eingerichtete Hauspostamt.

Nachfolgend erneut ein Wertbriefbeleg der DAIMLER-BENZ AG Stuttgart mit der Fa. ELEKTRISCHE KRAFTÜBERTRAGUNG  GmbH in Herrenberg. Der als Genossenschaft 1906 gegründete  Stromerzeuger war in Württemberg  vorbildhaft  in der Frühzeit der allgemeinen  Elektrizitätsversorgung  des Landes gewesen. Die hohen Wertbrief-versicherungen der Daimler-Benz Briefbelege lassen auf eine Barzahlung ihrer Stromrechnungen schließen!


Das Postentgeld zum oben vorgestellten großformatigen Wertbrief mit Datum vom 10.10.1939 errechnet sich aus der Briefgebühr zu 0,24RM in der 2. Gewichtsklasse (45g) und der Versicherungsgebühr. Hier war die Grundversicherung mit 0,60 RM bis  500 RM anzusetzen und für jeweils weitere  500 RM war eine Briefversicherungsgebühr zu RM 0,10 fällig. Damit summiert sich der portogerechte Einzelbetrag über  3,14 RM  aus der 0,24 Briefgebühr + 0,60 Wertbriefgrundgebühr und mit 23 x 0,10 (s. Zusatzversicherung über weitere RM 11300 RM) zum Endbetrag von RM 3,14 bei der Versicherung über 11800 Reichsmark. Der V-Zettel weist mit dem Kennbuchstaben D auf das Selbstbucherverfahren hin. Weitere Wertbriefe in diesen Portostufen wurden bei gleichen Postentgeldbeträgen der Daimler-Benz AG nicht mehr vorgestellt, lassen aber auf ca. 25000 RM Stromkosten monatlich im Jahr 1939  im Werksbereich Stuttgart schließen.

                                        
Der vorstehende Freistempler dokumentiert  die Fa. J.A. John in Erfurt, die bereits seit dem Jahr 1838 in der Blechverarbeitung dort angesiedelt war. Mit Briefdatum vom 14.12.1939  ist der 2. Weltkrieg schon ausgebrochen und die Südamerikaflugroute wurde seitens der deutschen Luftpost eingestellt. Eine LATI- Verbindung wurde in diesem Fall nicht gefordert, sondern die Zuleitung per Luftpost über New York nach Buenos Aires in Argentinien gewählt, die zu diesem Zeitpunkt noch möglich war.
        
Der Brief hat rückseitig die zu erwartenden Zensurspuren mit Verschlussbanderole und Prüfvermerk der Auslandspostüberwachung und für den 11g schweren Luftpostbrief wurden neben der Auslandsgrundgebühr mit 25 Pfennigen wohl die Luftpostzustellungen mit 3x 95 Pfennigen angesetzt zum Gesamtbetrag von RM 3,10. Francotyp C Freistempler mit Wertrahmen Bogenrechteck. Ein vorderseitiger roter Stempel mit  11 ENE. 1940 dokumentiert wohl als Eingangsstempel den 11.Januar 1940 (ENERO = JANUAR) in Argentinien. 

 
Die Frankfurter Zeitung (Streifbandhülle) sollte als Drucksache und in diesem Fall noch als Zeitungsdrucksache im Sondertarif per Luftpost den Direktor der Zweigniederlassung der Siemens Schuckert - Werke in Buenos Aires mit der Ausgabe wohl vom 29. März 1937 erreichen. Zu der Firmenstruktur von Siemens in Argentinien hat STEFAN RENNICKE die Firmenetablierung mit Monopolcharakter bis zum Jahr 1945 ausführlich vorgelegt mit dem lesenswerten Titel:
Siemens in Argentinien. Die Unternehmensentwicklung vom Markteintritt bis zur Enteignung 1945.
Das angegebene Gewicht links oben mit 49g erforderte 2x 1,50RM und die 5 Pfennig Grundgebühr für die Zeitungsdrucksache addieren sich zur Freistempler-Wertstufe mit 305 Pfennigen.
                                                                    
Gemäß rückseitigen Ankunftsstempeln erreichte am 4.April schon die Zeitungsausgabe am 4.April ihren Empfänger in Südamerika. Francotyp B Freistempler mit Rechteck - Wertrahmen. Vorderseitig  noch deutscher Luftpoststempel.

                                                            
Die Firma Rheinmetall produzierte  im mehrheitlichen Staatsbesitz seit 1925 neben Schreibmaschinen vermutlich auch schon wieder Waffen, übernahm 1936 den Lokomotivbauer Borsig und verschickte am 4.2.1941 gemäß Paketkarte eine Sendung  zur Firma Mannesmann in Straßburg (Ortsteil Königshofen). Hier handelte es sich um den florierenden und bekannten Hersteller der Lipman-Regale  im ehemaligen jüdischen Besitz  unter Wolf Netter & Jacobi bekannt. Dieser Betrieb war 1938 in „bekannter Form“ arisiert worden und  in die Stahlblechbau A.G. von Mannesmann übergegangen. Francotyp C Freistempler mit Wertrahmen Hakenkreuz.
                  
                      Im obigen Detailausschnitt sind hoffentlich die Schriftzüge RHEINMETALL u.BORSIG zu erkennen.

                                     
Nicht nur die DEUTSCHE LUFTHANSA sondern  auch die AIR FRANCE bediente die Südamerikaroute, wie dies oben der zeitgenössische Reklamedruck  und der nachfolgende Briefbeleg dokumentieren. Die renommierte  Bonner Fahnenfabrik (gegründet 1866 von Josef Meyer) nutzte die rasche Verbindung nach Südamerika mit französischer Luftpost und Datum vom 11.5.1933. Der Empfänger war die Firma Alfredo Schüler in  Porto Alegre  im südlichsten Bundesstaat von Brasilien  und konnte schon einmal vorgestellt werden auf einem Briefbeleg aus Berlin mit der Wertstufe zu 2.75 RM.
                                           
Die Beförderung  Par avion France Amérique du Sud  war geringfügig teuer als mit der Lufthansa und so errechnet sich die Gebühr bis 10g mit 2x 1,30 und der Auslandsbriefgebühr mit 0,25 zum Gesamtbetrag von  2,85 Reichsmark.
Francotyp C Freistempler mit Wertrahmen Rechteck.

Nachfolgend erneut ein Wertbriefbeleg der DAIMLER-BENZ AG Stuttgart mit der Fa. ELEKTRISCHE KRAFTÜBERTRAGUNG  GmbH in Herrenberg. Der als Genossenschaft 1906 gegründete  Stromerzeuger war in Württemberg  vorbildhaft  in der Frühzeit der allgemeinen  Elektrizitätsversorgung  des Landes gewesen. Die hohen Wertbrief-versicherungen der Daimler-Benz Briefbelege lassen auf eine Barzahlung ihrer Stromrechnungen schließen!

Das Postentgeld zum oben vorgestellten großformatigen Wertbrief mit Datum vom 2.11.1939 errechnet sich aus der Briefgebühr zu 0,24RM in der 2. Gewichtsklasse (38g) und der Versicherungsgebühr. Hier war die Grundversicherung mit 0,60 RM bis  500 RM anzusetzen und für jeweils weitere  500 RM war eine Briefversicherungsgebühr zu RM 0,10 fällig. Damit summiert sich der portogerechte Einzelbetrag über  2,84 RM  aus der 0,24 Briefgebühr + 0,60 Wertbriefgrundgebühr und  20 x 0,10 (s. Zusatzversicherung über RM 9900 RM) zum Endbetrag von RM 2,84 bei der Versicherungsgebühr über 10400 Reichsmark. Der V-Zettel weist mit dem Kennbuchstaben D erneut auf das Selbstbucherverfahren hin.
                          
Der im Kontrast verstärkt vorgestellte Absenderfreistempelbeleg  dokumentiert eine Versendung des Berliner Tageblattes im spez. Posttarif der  BAHNHOFS-ZEITUNGEN. In diesem Fall handelt es sich um die Sonntagsausgabe aus dem Rudolf-Mosse-Verlag, Berlin und das Portoentgeld basiert aus dem Einzelgewicht mit 235g und der Anzahl von 55 verschickten  Belegexemplaren.  Die Sendung ging an die Bahnhofsbuchhandlung nach Baden – Baden. Als Freistempler findet sich ein Bafra - Fabrikat der Francotypgesellschaft im sog. Typ E (Dürst/Eich) mit charakteristischem 8-Eck-Wertrahmen mit Inschrift Deutsches Reich. Der Ortsstempel  dokumentiert das Hauspostamt mit Datum vom 28.9.1929.
Das Portoentgeld errechnet sich für die 55 Zeitschriften der Sonntagsausgabe mit einem Einzelgewicht zu 235g mit insgesamt ca. 12,9 Kilo im Tarif vom 1.8.1927 mit 280 Pfennigen. Die Gebühr bis 2kg betrug 60 Pfennige und jedes zusätzliche Gewicht zu 1kg wurde im Tarif für Bahnhofszeitungen mit 20 Pfennigen verrechnet. Somit addiert sich der Gesamtbetrag aus 60 Pfennigen  und 11 x  20 Pfennigen  zu  2,80 Reichsmark.


                                       
Der obige Luftpostbrief datiert vom 4.2.1938 und lief von Berlin nach Porto Alegre in  Brasilien. Die chem. Werke RICHARD BÖSCHE existieren wohl aktuell noch immer in ihrer Nachfolgeorganisation. Die im Werbeslogan ausgewiesenen „weltbekannten Mammut Fabrikate“ sind mit einem entsprechendem Logo ausgestattet, leider ist die Kopfsilhoutte des Mammuts durch den Berliner Tagesstempel vom zugehörigen Postamt Berlin-Marienfelde größtenteils verdeckt. Das Portoentgeld errechnet sich für den mit 10g ausgewiesenen Brief  mit 2x 1,25 Reichsmark und der Briefgrundgebühr mit 0,25RM zum Gesamtbetrag von 2,75RM.
                                                             
Der rückseitige Ankunftsstempel belegt eine 5tägige Briefbeförderung und zusätzlich ist ein Briefzensurstempel für den südlichsten  Bundesstaat von Brasilien mit RIO GRANDE DO SUL vorderseitig ausgewiesen. Francotyp C  Freistempler  mit Rechteckwertrahmen.

Die folgende Abbildung dokumentiert eine Paket-Nachnahmesendung der Flöther-Werke in Gassen (heute polnisch) nach Nordheim im damaligen Elsass. In Gassen war der Landmaschinenbau der Firma etabliert, die sich nach dem Konkurs von 1933 „neue Flöther Landmaschinen Aktiengesellschaft“ umfirmierte.
                                                             
Im Paketposttarif vom 15.1.1932 galt für dieEntfernungszone 4 die Paketgebühr für 10,5kg Reichsmark 2,35 und addierte sich mit der Nachnahmegebühr zu 20 Pfennigen und der Zustellgebühr mit 15 Pfennigen zum ausgewiesenen Gesamtbetrag von 2,70 Reichsmark. Francotyp C Freistempler und Wertrahmen Reichsadler.
                                      

Die im Kontrast verstärkte folgende Abbildung dokumentiert eine Paketversendung über 10kg  von München aus dem Lehmann Verlag  in einen Ortsteil von Gams in der Schweiz mit Datum vom 25.5.1929.
                                             
Neben dem Annahmestempel am Postamt  München 3 findet sich noch der Tagesstempel Lindau vom nachfolgenden Tag und ein Schweizer Zollstempel. Die Zollgebühr betrug 65 Pfennige und wurde mit Absenderfreistempel zuzüglich Paketgebühr  zu RM 2,65  freigemacht. Francotyp D Freistempler  mit Wertrahmen Bogenrechteck.

            
Die großformatige Drucksachenversendung ging von Berlin mit Datum vom 9.6.1936 per Luftpost nach Brasilien. Die Wassermesser-Vertriebsgesellschaft  in Berlin war aus  einem Schlossermeisterunternehmen in Breslau aus dem Jahr 1843 hervorgegangen und  hatte ab 1870 mit ihren Wassermessern Weltruf erlangt mit Internationaler Anerkennung  auf entsprechenden Ausstellungen. Nach mehreren Betriebsumbenennungen wurde die oben ausgedruckte Firmenbezeichnung im Jahr 1932    eingetragen und die Firma selbst warb in ihrem Absenderfreistempel nicht nur mit ihrem LOGO sondern auch für ihre AQUAMETER. Die Drucksache war an die Geschäftsstelle der Siemens-Schuckert-Werke in Rio de Janeiro adressiert und erreichte ihr Ziel bereits am 14.6.1936.
                                                          
Die Gebühr errechnet sich aus der Grundgebühr der Auslandsdrucksache bis 50g mit 5 Pfennigen und mit 2x 125 Pfennigen Luftpostzuschlag (1,25 RM pro 25g).

                                 
Der ausgeschnittene Adressträger belegt  den Berliner Absenderfreistempel der Reichsbahnzentrale für den Deutschen Reiseverkehr  mit Datum vom 22.8.1933 und einer Drucksachenversendung per Eilboten an ihre Generalvertretung in Rotterdam. Vielleicht lag ein etwas schwergewichtigeres Prospektpaket vor, denn die Eilbotengebühr betrug lediglich 50 Pfennige, die Drucksachengrundgebühr bis 500g  erforderte 30 Pfennige und der Differenzbetrag von 165 Pfennigen lässt auf ein Gesamtgewicht von 2150g schließen (5 Pfennige/pro50g). Francotyp D Freistempler mit Wertrahmen Bogenrechteck.

                                      
Vorgestellt wird ein Luftpostbrief der Augsburger Firma M.A.N mit Datum vom 29.3.1941 in die USA. Die Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg unterhielt im 3. Kriegsjahr wohl noch Geschäftsbeziehungen in die USA und in diesem Fall wohl zur Ingenieurfirma von Lawrence B. Biebel  - Marechal and Noe -  in Dayton / Ohio. Da die transkontinentalen deutschen Luftverkehrsverbindungen über den Nord- und Südatlantik ab Herbst 1939 eingestellt wurden, war noch die Möglichkeit bis Dezember 1941  die Linee Aeree Transcontinentali Italiane zu nutzen. Die italienische Fluggesellschaft und ihr Flugangebot ist besser bekannt unter dem Begriff LATI. Die Poststelle der M.A.N war bestens vertraut mit den damaligen kriegsbedingten Verhältnissen  und hat den Transportweg detailliert vorderseitig aufgelistet und rot unterstrichen.
             „Mit Luftpost über Südamerika  „Rom - Rio de Janeiro – Buenos Aires - Lima – Cristobal – Mexiko – New York“
9 Monate später war auch der Kriegszustand für Deutschland mit den USA eingetreten und die Maschinenfabrik M.A.N spez. im Standort Nürnberg mit der dortigen wesentlichen Panzerherstellung sollte häufiges Ziel amerikanischer Bomberverbände werden.
                                                          
Rückseitig  entsprechende Durchgangsstempel und der Zensurstreifen nach Öffnung durch die Auslandswehrmachtüberwachung. Francotyp B Freistempler mit Wertrahmen Reichsadler. Zugeklebte Vignette.

                                                
Ähnlich wie die vorherige Belegabbildung demonstriert, kann die Wertstufe zu Reichsmark 2,30 ebenfalls auch  mit einer Auslandspaketkarte  für die obige 13,5kg schwere Sendung belegt werden. In diesem Fall aber schon aus dem Jahr 1930 in das benachbarte Böhmen. Der Auftraggeber, die Buntpapierfabrik A.-G. aus Aschaffenburg  hat im Paketselbstbucher noch den Hinweis als zusätzliche Leimfabrik. Diese Sparte - übernommen von Franz Dessauer 1859 - wurde aber bereits 1899 aufgegeben. Die Sendung ging an die Fa. A. Neuka & Sohn in Jaromer einem böhmischen Hersteller von Luxuscartonnagen  - also schon etwas ältere  „Kollegen von Louis Vuitton“. Im Wertangabenfeld ist der Zahlungshinweis  beim Hauptzollamt in Hradec Králové. vermerkt. International korrekt hätte auch schon 1930 die Anschrift Jaroměř /C.S.R. lauten müssen, der Name einer Stadt in Ostböhmen (C.S.R.) mit zugehöriger Kreisstadt Hradec Králové, die sich mit Poststempel gleich 2x auf dem Beleg vor- und rückseitig wieder findet.
                                                              
                                                         Francotyp D Freistempler und Wertrahmen Bogenrechteck.

                                                    
Vorgestellt wird eine Auslandspaketkarte von Frankfurt  nach Zagreb 1937 und im betreffenden Jahr Hauptstadt des Königreichs Jugoslawien. Das Datum im Absenderfreistempel mit Wertstellung 2,25 Reichsmark ist durch den Paketzettel verdeckt, im Werbefeld aber die Fa. CONTINENTAL LICHT und Apparatebau Gesellschaft gut mit ihrem Logo (Brenndocht in einem Lampenglas) gut erkennbar.  Ebenso deutlich ist der erste Durchgangsstempel München mit Datum vom 15.8.1937 abgeschlagen. München firmiert als „Hauptstadt der Bewegung“ im Posttagesstempel  und auch in die renommierte Lampenfirma kam 1938 „Bewegung durch Arisierung“  und gehört damit in kein gutes Kapitel deutscher Geschichte. Zoll- und Eingangsstempel vervollständigen vorder- und rückseitiges Bild mit entsprechenden Marken für Zustellung und Zolltaxe.
                                                                  
                                                            Francotyp C Freistempler mit Wertrahmen Bogenrechteck

                                      
Als Absender auf diesem Adressaufkleber fungiert die Firma PROBAT, Emmerich am Rhein.  Als Gründer dieser Firma im Jahr 1868 sind zu nennen Alex van Gülpen, Johann Heinrich Lensing und Theodor von Gimborn. Die spezialisierte Maschinenfabrik im Bereich Kaffee- und Kakaoveredelung mit entsprechenden Röstmaschinen besitzt im Jahr 2011 auf diesem Sektor aktuell 70 Prozent Weltmarktanteil und exportiert 80 Prozent ihrer Produktion ins Ausland. Letztere Zahlen sind beispielhaft für die augenblickliche wirtschaftliche Diskussion:  Deutschland – Weltwirtschaft – Eurokrise – Wirtschaftskraft – Exportüberschuss.
Der Adressträger freigemacht mit Absenderfreistempel und Datum vom 23.6.1936  verrät nicht die kompletten Angaben zur Versendungsform, zumindest sollte die Sendung nach Zürich an die Firma Musso & Cie. mittels Nachtflug ab Köln erfolgen. Francotyp C Freistempler mit Wertrahmen Bogenrechteck und Wertstufe 2,20RM.

                                                         
Der oben vorgestellte Paketkartenabschnitt belegt die Sendung einer 12kg schweren Sendung von Ulm nach Idar-Oberstein, freigestempelt  vom Absender Josef Wick mit Datum vom 12.10.1943.  Entsprechend der 3. Entfernungszone waren 2 Reichsmark zu entrichten  und mit der Zustellgebühr von 15 Pfennigen ergibt sich der ausgewiesene Wertbetrag  von 215 Pfennigen. Francotyp C Freistempler mit Wertrahmen Reichsadler. Im Werbeteil des Absenderfreistempels  findet sich das „Blumenlogo DFW“. Josef  Wick  wirbt für  seine EINWECKGLÄSER als geprüft und empfohlen durch die Versuchsstelle für Hauswirtschaft des Deutschen Frauenwerks – DFW. Auch im Fall des DFW  handelt es sich um eine typische Gleichschaltungsabsicht unter NS – Regie mit allein 1,5 Millionen Mitgliedern. Dazu nachfolgendes Bild zu EINKOCHVERSUCHEN  aus dem Deutschen Historischen Museum, Berlin aus dem Jahr 1939.
                                                             
Hier haben sicherlich noch Erinnerungen  an Kellerregale mit vollen Einweckgläsern für die Winterzeit  für den einen oder anderen Leser einen Nostalgieeffekt.

                                  
Vorgestellt wird ein eingeschriebener Luftpostbrief mit Datum vom 6.7.1936 der DOBBERTIN & Co. Gesellschaft  nach Kolumbien in die Stadt Cali der Hauptstadt im Departement Valle. Im Werbefeld des Absenderfreistemplers Francotyp C mit Wertrahmen Bogenrechteck firmiert „Montanhof“ Hamburg 1. Das Logo ist „Hammer und Schlägel“ und bezieht sich damit auf  Werkzeuge üblicherweise aus dem Bergbaubereich. Die Begründung liegt in diesem Fall in der Übernahme des Betriebs Robert Frohn Sohn (Remscheid) als Werkzeughersteller schon seit 1776 mit Bergbautradition  durch den Hamburger Kaufmann Carl Dobbertin. Das Gebäude Montanhof wurde in den Jahren 1924-26 für das Unternehmen Dobbertin nach Plänen der Architekten Distel & Grubitz  im Kontorhausviertel errichtet.
Der Zustellweg des Briefes sollte per Schiffspost nach NewYork mit der „Normandie“ von Le Havre aus  erfolgen und dann mit weiterer Zustellung im Luftpostbetrieb nach Kolumbien. Nachfolgend die wichtigsten Welt - Luftpostlinien im Jahr 1934.
       

Die „Normandie“ als Flagschiff der französischen „Compagnic Generale Transatlantique (CGT)“ mit Heimathafen Le Havre war zu ihrer Zeit das schnellste und „schönste“ Schiff und holte mehrfach das BLAUE-BAND sowohl in Ost-West- als auch in West-Ost- Richtung bei der Atlantiküberfahrt und hat im Übrigen ferner eine höchst interessante Schiffsgeschichte aufzuweisen, die lohnenswert im Internet zu recherchieren ist.
                                
Die mehrfache rückseitige Durchgangsstempelung  offenbart einmal in diesem Fall detailliert die Briefreise bis zum Ankunftsstempel in Cali mit Datum vom 16.7.1936 in Kolumbien. Zweimal findet sich der Stempel NewYork mit Datum vom 13.7.1936 abgeschlagen, der Zwischenstop in Miami – Florida findet sich in roter Stempelfarbe vom 14.7.1936 dokumentiert und der Luftpoststempel SERVICIO DE TRANSPORTES AEROS * BARRANQUILLA* vom 15.7.1936 belegt das Ankunftsdatum. Detailansicht.
                                                          
Das Portoentgeld errechnet sich aus der Auslandsbriefgrundgebühr mit 25 Pfennigen, dem Einschreibzuschlag mit 30 Pfennigen und dem Luftpostzuschlag ab NewYork mit 150 Pfennigen zum ausgewiesen Wertbetrag des Freistemplers mit Reichsmark 2,05. Franotyp C Freistempler mit Wertrahmen Bogenrechteck.

                        
Die Wertstufe zu 2 Reichsmark kann auf einem großzügig ausgeschnittenen Adressträger einer Zeitungsversendung mit Datum vom 9.11.1929 vorgestellt werden. Schon mehrfach wurde die Versendungsform der BAHNHOFS – ZEITUNGEN vorgestellt. Auch im obigen Belegbeispiel mit Datum vom 9.11.1929 kommt in dieser Versendungsform das Berliner Tageblatt aus dem Verlagshaus Rudolf Mosse an die Bahnhofsbuchhandlung in Baden – Oos 1 dem heutigen Bahnhof Baden – Baden zur Abbildung. Als Freistempler findet sich ein Bafra - Fabrikat der Francotypgesellschaft im sog. Typ E (Dürst/Eich) mit charakteristischem 8-Eck-Wertrahmen mit Inschrift Deutsches Reich.  Im oberen Kreissegment des Ortsstempels wird das Postamt SW 100 ausgewiesen und die Inschrift RUDOLF MOSSEHAUS im unteren Kreissegment belegt damit das Hauspostamt. Das Portoentgeld errechnet sich für die 40 Zeitschriften der Sonntagsausgabe mit einem Einzelgewicht zu 210g mit insgesamt ca. 8,4 Kilo im Tarif vom 1.8.1927 mit 200 Pfennigen. Die Gebühr bis 2kg betrug 60 Pfennige und jedes zusätzliche Gewicht zu 1kg wurde im Tarif für Bahnhofszeitungen mit 20 Pfennigen verrechnet. Somit addiert sich der Gesamtbetrag aus 60 und 7x20 Pfennigen zu RM 2,00. Die ursprünglich angesetzte Versendungsmenge war mit 50 Exemplaren und damit Portoentgeld 2,40 Reichsmark ausgewiesen, wurde jedoch handschriftlich korrigiert und mit entsprechendem Werteindruck berücksichtigt.

Die Freimachung mittels Absenderfreistempel einer Paketkarte aus dem Jahr 1944 mit Aufgabeort Lüdenscheid erlaubt die Vorstellung einer Einzelfrankatur von 195 Pfennigen.
                                             
Die Paketgrundgebühr betrug für das 2kg schwere Paket nach Idar-Oberstein in der 3.Entfernungszone 60 Pfennige. Der Wertpaketzuschlag betrug 10 Pfennige für das unversiegelte Paket und die Order „DRINGEND“ - der Wunsch schnellstmöglicher Postverbindung  -  war  bis August 1944 möglich und verursachte 1 Reichsmark an Kosten.
                                             
Rückseitig findet sich der Ankunftsstempel mit Datum vom 21.3.1944, der Zustellvermerk und die vorab bestätigte und gezahlte Zustellgebühr mit 15 Pfennigen per Gumminebenstempel. Vermutlich spiegelt sich in der 6tägigen Frachtzeit schon mit März 1944 das beginnende Transportchaos im vorletzten Kriegsjahr ab. Vermutlich wäre auch der vorderseitig vermerkte Bleistifteintrag über 1,85 Reichsmark genügend und portogerecht gewesen, wurde aber auf 1,95 verbessert. Bei dringender Wertpaketversendung war wohl zu diesen Zeiten noch eine Einlieferungsbescheinigung zu 10 Pfennigen als Nachweisbeleg erwünscht und summiert sich so auf den ausgewiesen Gesamtbetrag von 1,95 Reichsmark. Francotyp C Freistempler mit Wertrahmen Reichsadler.

                                     
Der Absenderfreistempel der I.G. Farbenindustrie Leverkusen datiert vom 23.11.1927. Auch der vorderseitige Tagesstempel Leverkusen weist auf dem Fensterbrief dieses Datum aus und bestätigt den Abgang des Luftpostbriefes, der seinen Zielort durch den rückseitigen Ankunftsstempel von  Teheran (IRAN) mit Datum vom 11.12.1927 verrät.
                                                                           
Unter Zugrundelegung der Auslandsposttarife vom 1.8.1927 und den Luftpostgebühren im Tarif vom 1.4.1927 lag der eingeschriebene Brief wohl in der 2. Gewichtsklasse bei 40 Pfennigen, Einschreibkosten 30 Pfennige und Luftpostzuschlag 120 Pfennige. Francotyp C Freistempler mit Wertrahmen Bogenrechteck.

                                      
Der oben vorgestellte Brief vom 30.6.1937 sollte seinen Weg von Stuttgart nach Lima der Hauptstadt von Peru mittels Luftpostzuleitung „Via New York“ finden, wie der vorderseitige Vermerk belegt und der unten eingefügte rückseitige Ankunftsstempel  LIMA  vom 9. 7.1937 auch bestätigt.
                                                             
Die Lederwarenfabrik  CARL HEPTING & CO. mit Sitz in Stuttgart - Feuerbach hatte im Werbefeld des Absenderfreistempels den Handelsnamen  Hepco und die Weltkugel umspannte ein Ledergürtel als Hinweis auf  ihr Hauptprodukt zu damaligen Zeit und den Anspruch auf weltweiten Vertrieb. Das Portoentgeld errechnet sich aus der Auslandsgrundgebühr für Briefsendungen mit 25 Pfennigen und dem Luftpostzuschlag ab NewYork bis Lima mit 160 Pfennigen zu insgesamt Reichsmark 1,85. Francotyp C Freistempler mit Wertrahmen Hakenkreuz. Neben dem roten Luftpoststempel EUROPA-SÜDAMERIKA finden sich noch vorderseitig gleich 2 Handpoststempel vom Postamt Stuttgart 9  mit den unterschiedlichen Kennbuchstaben c und f und dies jeweils mit Datum vom 30.6.1937 und 19Uhr  und dem zu dieser Zeit schon üblichen Zusatz STADT DER AUSLANDSDEUTSCHEN. Auf diese „ehrenvolle“  nationalsozialistische Kennzeichnung wurde schon öfters verwiesen (s.a. München, Graz, Frankfurt) und drei charakteristische Maschinenstempel sollen dazu an dieser Stelle einmal eingefügt werden.
                                                             
Die Lederwarenfirma war übrigens im 3. Reich registriert unter der Waffenamtsnummer WaA101 und produzierte Lederkoppel, Gewehr – und Pistolentaschen im großen Stil.  Nach dem  Krieg und der Fusion noch mit der Kofferfabrik Timmermann & Wollet entstand hier mit 1000 Arbeitern eine der größten deutschen  Kofferfirmen Westdeutschlands, die durch die spätere billigere Auslandsproduktion ihren Niedergang fand.

                                            
Der oben abgebildete Luftpostbrief nach Brasilien datiert vom 3.8.1934. Die Spedition August Bolten aus Hamburg  brachte  die Nachricht  als  eingeschriebene Auslandssendung in der relativ seltenen Form der Geschäftspapierversendung und im vorgestellten Fall  nach Rio de Janeiro auf den Weg. Das Portoentgeld errechnet sich aus der Auslandsgebühr für Geschäftspapiere mit 25 Pfennigen, der Einschreibgebühr zu 30 Pfennigen und dem Luftpostzuschlag  im Tarif außerhalb von Briefsendungen bis 25g mit 125 Pfennigen zur Gesamtgebühr von 1,80 Reichsmark.
                                                            
Rückseitig abgeschlagen Handrollstempel mit Datum vom 3.8. 1934 als Abgangsstempel im Postamt Hamburg 1  und Ankunftsstempel in RIO schon mit Datum vom 8.8.1934. Francotyp C Freistempler mit Wertrahmen Bogenrechteck. Die Schiffssilhouette  im Werbefeld des Freistemplers wird leider ebenso wie die Absenderangabe durch den vorderseitig abgeschlagenen Durchgangsstempel  Friedrichshafen-Bodensee mit Datum vom 4.8.1934  weitestgehend verdeckt.

                                            
Vorgestellt wird eine Zuleitung zur 8. SÜDAMERIKAFAHRT  mit dem Luftschiff GRAF ZEPPELIN  über Friedrichshafen an die „Agfa Argentina“  - Vertretung in Buenos Aires. Entsprechend findet sich ein illustrierter Firmenbrief mit Absendereindruck Agfa  I.G. FARBENINDUSTRIE AKTIENGESELLSCHAFT BERLIN SO 36  und auch der zugehörige Absenderfreistempel fordert noch einmal neben der Firmenangabe dezidiert zur AGFA - Photographie mit Text und entsprechendem LOGO auf. Die Briefgebühr errechnet sich aus dem Entgeld im Standard-Auslandtarif mit 25 Pfennigen und dem Luftpostzuschlag für Südamerika mit 150 Pfennigen zum Gesamtbetrag von RM 1,75.
                                                      
Die rückseitige Firmenverschlussetikette ist ebenso wie der Maschinenankunftsstempel BUENOS AIRES undiskutabel, hingegen scheint das Papiersiegel KAISERLICH DEUTSCHES KONSULAT IN PARIS  eher einem Scherz  zu entsprechen für diesen Brief mit Datum vom 29.9.1933.


                                              
Der Freisstempelbeleg der Dresdnerbank in Leipzig datiert vom 12.Mai 1939, wie man in der Lupenbetrachtung eindeutig  feststellt. Gekennzeichnet als  Devisenbank – Briefbeleg verrät der eingeschriebene Luftpostbrief  in seiner Fensterbriefform und fehlendem Anschreiben vorderseitig kein eindeutiges Merkmal des Bestimmungsortes. Der vergrößerte und im Kontrast verstärkte Detailausschnitt bestätigt nicht nur das Datum, sondern belegt persische Schriftzeichen in roter und blauschwarzer Farbe, die zwar im Werbefeld des Absenderfreistempels liegen, aber von der Schriftform dort nicht zugehörig sind.
                  
 Die rückseitigen Ankunftsstempel belegen dann  nicht nur die 7tägige Zustellungszeit sondern auch den Zielort Teheran.
                                         
                                                             Francotyp D Freistempler mit Rechteckwertrahmen.

                                                        
Der Versand des 8 kg schweren Pakets ging von der Wachsfabrik J. Börstling mit Sitz in Lüneburg am 2.4.1941 ins Unterelsass auf Reisen. Entsprechend der damaligen Zeit war das eine Inlandsversendung in der 4. Entfernungszone von 375 bis 750km. Der rückseitige Ankunftsstempel datiert vom 8.4.1941 und korrigiert mit Wasselnheim auch dievorderseitige Adressenangabe mit Wesselnheim. Aber der kommentarlose Zustellvermerk bestätigt den richtige Beförderungsweg. Das Portoentgeld errechnet sich aus der Grundgebühr für die obigen Angaben mit 1,50 RM und der Zustellgebühr mit 0,15 RM zu insgesamt 1,65 Reichsmark. Francotyp D Freistempler mit Wertrahmen Reichsadler.

                                  
Der renommierte Verlag  in Leipzig hatte wohl die Aufgabe der Kandidatin der Medizin Fräulein cand. med. Anna Witte im September 1937  noch Literatur oder Fachzeitschriften in kürzest möglicher Zeit nach Prag zuzustellen. Die Reklame im Absenderfreistempel Frau mit Schere verweist  vermutlich  auf die beliebte Reihe in diesem Verlag mit Beyers Handarbeitsbüchern - hier wurden Handarbeitshefte mit Schnittmustern publiziert - aber  hier in diesem Fall scheint der Wunsch nach einer eiligen Luftpostzustellung doch wohl eher  wissenschaftlichen Inhalts gewesen zu sein, aber wer weiß! Frau Witte wohnte in Prag  in der  Vocelova Strasse  8 bei Weber und der Verlag notierte noch: Wenn nicht mehr dort, bitte nachsenden. Vielleicht wechselte  die Kandidatin der Medizin zum Wintersemester ihren Studienort, vielleicht hatte sie auch erfolgreich ihr Examen abgelegt und war auf dem Weg in eine erste Arbeitsstelle und benötigte evtl. doch noch eilig die Schnittmuster für den Examensball. Der ausgeschnittene Kartonadressträger verrät dies nicht mehr. Der Absenderfreistempel datiert vom 8.9.1937  und das Postamt Leipzig C 2 hat mit einem zusätzlichen taggleichen Handrollenstempel den Abgang bestätigt. Francotyp C Freistempler mit Wertrahmen Rechteck.
                                             
Die oben vorgestellte Streifbandhülle wurde am 16.6.1941 nach Brasilien auf den Luftpostweg gebracht. Als Absender firmiert die Frankfurter Zeitung. Der Ortstempel im Freistempel dokumentiert die zweifelhafte zeitgenössische Ehre FRANKFURT als STADT DES DEUTSCHEN HANDWERKS. Gegen das deutsche Handwerk ist sicherlich  keine Kritik zu erheben, aber der Zusatzkennung haftet der nationalsozialistische Beigeschmack an und somit reiht sich dieser Slogan in die Serie NÜRNBERG als STADT DER REICHSPARTEITAGE, MÜNCHEN als HAUPTSTADT DER BEWEGUNG  und GRAZ als STADT DER VOLKSERHEBUNG ein. Der Zeitungsversand als Streifband brachte noch einen günstigeren Tarif als der vorgedruckte Drucksachenvermerk und erlaubte eine Gewichtszuordnung mit 25g statt  in 5g Schritten. Die Luftpostzuleitung im Juni 1941 nach Südamerika  erfolgte bereits über Italien nach Brasilien mit der Lati – Gesellschaft. Francotyp D Freistempler mit Wertrahmen Reichsadler.
                                           
Trotz Kontrastverstärkung ist im obigen Freistempelabschlag  die Wertziffer 5 von 150 schlecht darstellbar, die allerdings in der Lupenbetrachtung eindeutig ist. Dazu noch ein Detailausschnitt.
             
Sicherlich finden sich andere Belegbeispiele für den betreffenden Freimachungswert über Reichsmark 1,50 bis zum Jahr 1945, aber der vorgestellte Adressträger dokumentiert gleich 3 Besonderheiten. Zunächst die Versendungsform der Mischsendung  in hoher Gewichtsstufe und dies zweitens noch in Form der Auslandsverwendung und obendrein ist es eine der höchsten Werteinstellungen eines Komusinafreistemplers, die mir persönlich bekannt geworden ist. Siehe auch entsprechenden Menüpunkt KOMUSINA auf der Webleiste. Die Dr. Friedrich Hey KG als Hersteller pharmazeutischer Produkte in Bückeburg  brachte die Sendung  mit Datum vom 29.April 1931 nach Holland auf den Weg. Mischsendungen waren ins Ausland bis 2kg möglich und  das Portoentgeld setzt für obigen Freimachungswert ein Gewicht von 1,5kg voraus.

                                                   
Der Zielort für den obigen Luftpostbrief war San Jose` und damit die Hauptstadt des mittelamerikanischen Staates COSTA RICA zwischen Panama und Nicaragua gelegen. Auf der nachfolgenden Darstellung aus dem Jahr 1934 sind die wichtigsten Luftpostlinien des Weltpostvereins abgebildet. Die „Schleuderflüge“ über den Nordatlantik sind rot gestrichelt skizziert. Mittelamerika war in das Luftpostnetz  ab NewYork  eingebunden.
        

Der Luftpostbrief mit Datum vom 28.11.1933 sollte ebenfalls über „via NewYork“ sein Ziel  in Costa Rica erreichen.  Der Absenderfreistempel der Theodor Laue & Co. mit Sitz in Bremen aus dem November 1933 ist in zweifacher Hinsicht sowohl nationalistisch als auch rassistisch  „angefärbt“ und dokumentiert den sicher in Teilen der deutschen Bevölkerung vorhandenen negativen Zeitgeist. Mit der Werbung  für Automozol das trustfreie AUTOÖL und der Aufforderung als Deutscher bei Deutschen zu kaufen ist somit reine Agitation im Werbezusatz eines Absenderfreistempels zu registrieren in antiamerikanischer und antijüdischer Hinsicht.
          
                                                                Francotyp C Freistempler mit Wertrahmen Rechteck.
                                                       
Der Freistempelbeleg mit Ortsstempel Bremen lief über die Bahnpostverbindung  Köln – Bremen und landete  in Köln am Bahnpostamt 10. Der Ankunftsstempel in San Jose, der Hauptstadt Costa Ricas, belegt mit Datum vom 12.12.1933 eine 14 tägige Beförderungszeit.
                                       

            
Schon einmal wurde die Versendungsform der BAHNHOFS – ZEITUNGEN vorgestellt  in der Wertstufe zu 100 Reichspfennigen mit einer Sendung vom 16.2.1928. Auch im obigen Belegbeispiel mit Datum vom 22.6.1929 kommt in dieser Versendungsform das Berliner Tageblatt aus dem Verlagshaus Rudolf Mosse an die Bahnhofsbuchhandlung in Baden – Oos 1 dem heutigen Bahnhof Baden – Baden zur Darstellung. Als Freistempler findet sich ein Bafra - Fabrikat der Francotypgesellschaft im sog. Typ E (Dürst/Eich) mit charakteristischem 8-Eck-Wertrahmen mit Inschrift Deutsches Reich.  Das Verlagshaus hat in diesem Fall  im Gegensatz zum Belegbeispiel mit Datum vom 16.2.1928 den Ortstagesstempel verändert. Statt Postamt SW 19 firmiert im oberen Kreissegment das Postamt SW 100 und die Inschrift RUDOLF MOSSEHAUS rutscht in das untere Stempelsegment und belegt damit das eigene neue Hauspostamt. Das Portoentgeld errechnet sich für die 25 Zeitschriften der Sonntagsausgabe mit einem Einzelgewicht zu 225g mit insgesamt ca. 5,6 Kilo im Tarif vom 1.8.1927 mit 140 Pfennigen. Die Gebühr bis 2kg betrug 60 Pfennige und jedes zusätzliche Gewicht zu 1kg wurde im Tarif für Bahnhofszeitungen mit 20 Pfennigen verrechnet. Somit addiert sich der Gesamtbetrag aus 6o und 4x20 zu RM 1,40.

Die unten vorgestellte Paketkarte im Vordruck der Firma Göcke & Sohn aus Hohenlimburg belegt eine Versendung nach Idar-Oberstein für ein 7,5kg schweres Paket und damit in der 3. Entfernungszone. Im zugehörigen Posttarif errechnet sich mit Belegdatum vom 14.1.1944  die Freigebühr  aus der zugehörigen Paketgebühr mit 1,20 und der bezahlten Zustellgebühr mit 15 Pfennigen zum Gesamtbetrag von 1,35 RM. Francotyp D Freistempler mit Wertrahmen Reichsadler.
                                                         

Vorgestellt wird unten stehend eine Wertbriefversendung  mit Datum vom 24.8.1927  als Fernbrief  von Berlin nach Jena in der 2. Gewichtsstufe als Eilzustellung. Die Geschäftsstelle von Lang & Mainz  in Berlin brachte den 87g schweren Brief am Postamt Berlin W 66 auf den Weg in mehrfach rückseitig gesiegelter Form. Die Wertangabe belief sich über 489,00 Reichsmark. Ankunftsstempel Jena vom nachfolgenden Tag. Die Briefgrundgebühr betrug 30 Pfennige, die Eilbotenversendung  wurde mit 40 Pfennigen verrechnet und die Wertbriefversicherung  bis 500 Reichsmark wurde im Tarif vom 1.8.1927 mit 60 Pfennigen angesetzt, dies summiert sich zum Gesamtbetrag von 1,30RM. Francotyp C Freistempel mit Wertrahmen Bogenrechteck. Kontrast verstärkt.
                               

Zur Vorstellung mit der Freistempler – Wertstufe zu 125 Pfennigen kommt eine Paketkarte im Wertbriefversand von Leipzig nach Oberstein a. d. Nahe mit Datum vom 12.9.1942.
                                                          
                         Der Freistempelabschlag der Firma Lange aus Leipzig noch einmal nachfolgend im Detail.
                                                
Der Inhalt des knapp 1kg schweren Paketes war wohl wichtig oder wertvoll und wurde im versiegelten Wertversand auf den Weg gebracht. Bis 2kg waren solche Sendungen als Beutelstück zu behandeln, wie der im Blauton gehaltene B- Zettel ausweist. Die Paketgebühr errechnet sich noch im gültigen Posttarif bis 30.9.1942 mit der Grundgebühr im angegeben Gewicht und der 4. Entfernungszone von 375 bis 750 Kilometer mit 60 Pfennigen. Die Zusatzleistung im versiegelten Paketwertversand war mit 40  Pfennigen zu verrechnen. Der Nachweis über die Einlieferungsbescheinigung kostete 10 Pfennige und die im Voraus bezahlte Zustellgebühr betrug 15 Pfennige. Daraus summiert sich der oben abgeschlagene Gesamtbetrag.
                                               
Rückseitige Empfangsbestätigung und Eingangsstempel IDAR-OBERSTEIN vom nachfolgenden Tag. Francotyp C Freistempler mit Wertrahmen „Rechteck“.

Nachfolgend erneut ein Wertbriefbeleg der DAIMLER-BENZ AG Stuttgart mit der Fa. ELEKTRISCHE KRAFTÜBERTRAGUNG  GmbH in Herrenberg. Der als Genossenschaft 1906 gegründete  Stromerzeuger war in Württemberg  vorbildhaft  in der Frühzeit der allgemeinen  Elektrizitätsversorgung  des Landes gewesen. Die hohen Wertbrief-versicherungen der Daimler-Benz Briefbelege lassen auf eine Barzahlung ihrer Stromrechnungen schließen!

Das Postentgeld zum oben vorgestellten großformatigen Wertbrief mit Datum vom 31.07.1939 errechnet sich aus der Briefgebühr zu 0,24RM in der 2. Gewichtsklasse (36g) und der Versicherungsgebühr. Hier war die Grundversicherung mit 0,60 RM bis  500 RM anzusetzen und für jeweils weitere  500 RM war eine Briefversicherungsgebühr zu RM 0,10 fällig. Damit summiert sich der portogerechte Einzelbetrag über  2,84 RM  aus der 0,24 Briefgebühr + 0,60 Wertbriefgrundgebühr und  Wertbriefgrundgebühr zu 0,60  noch 4x0,10 für die höhere Versicherung und damit summiert sich das Postentgeld in diesem Fall portogerecht auf 1,24 Reichsmark. Weitere Wertbriefe in diesen Portostufen wurden bei gleichen Postentgeldbeträgen der Daimler-Benz AG nicht mehr vorgestellt, lassen aber auf ca. 25000 RM Stromkosten monatlich im Jahr 1939  im Werksbereich Stuttgart schließen.

Der nachfolgend vorgestellte Beleg in der seltenen Portostufe zu 122 Pfennigen gibt hinsichtlich  Absender und Versendungsform auf den ersten Blick einige Rätsel auf. Im Absenderfreistempel vom 20.2.1936 firmiert Zentralverwaltung /  Berlin- Lichterfelde /  Unter den Eichen 127.
                      
Für den Eilbrief findet sich noch ein Abgangsstempel vorderseitig vom Postamt Berlin – Lichterfelde 4 und die Uhrzeitangabe 18-19. Ferner ergänzend zu den angeforderten Versendungsformen  weist der Fensterbrief noch den R-Zettel vom Postamt Berlin-Lichterfelde 4 auf und die  Eilbotenkennzeichnung mit doppeltem Pergaminzettel und rotem Eilbotenkreuz in Rotstiftzeichnung.
Auch rückseitig findet sich  nur in Sütterlin-Schrift ein identischer Absendereindruck zur Freistempelangabe und ein Ankunftsstempel für die Eilboten– und  Einschreibversendung vom Postamt der kleinen Gemeinde Heidersdorf im mittleren Erzgebirge mit Datum vom nachfolgenden Tag 21. Februar 1938 und 13-14 Uhr.
                                                            
Die  Recherche zum Absender führt zur Adresse und zum  Sitz des „Hauptamtes I der SS für Verwaltung und Wirtschaft“ in Berlin – Lichterfelde, Unter den Eichen 127“. Spezielle  NS – Adressen waren außer in propagandistischen Zusammenhängen  häufig wenig geneigt, sich gleich in ihren Absenderfreistemplern zu offenbaren. Als weiteres Beispiel hier die Deckadresse im Absenderfeistempel der Gestapo, die unter dem Decknamen   Albrecht  &   Rudolph  und der berüchtigten Adresse des Polizeiamtes an der Prinz-Albrecht-Strasse in Berlin firmierte und hier ihr Hauptquartier hatte im Postamtsbezirk Berlin SW 11.
                                                 
Auch wenn die Zentralverwaltung I der SS in Lichterfelde 1936 wohl noch nicht den späteren und entsetzlichen Holocaust  organisierte, fehlt leider die Adresse im obigen Fensterbrief um evtl. eine Aussage zum Empfänger geben zu können und seinen Bezug zum NS-Apparat. Aber der Empfänger  und die Nachricht waren wichtig genug,  eine sichere und schnelle Zustellung  zu fordern und zu gewährleisten. Darauf weisen auch noch die waagerechten Rötelstriche hin, die diese Anforderungen im Anschreiben des Fensterbriefes wohl noch einmal betonten.
Es kann auf den Inhalt des Schreibens und seinen Empfänger nur spekuliert werden. Es war sicherlich keine Großanforderung von verspäteten Weihnachtsholzfiguren aus dem Erzgebirge, eher eine dringende Nachricht an eine höhere NS-Charge, die hier vielleicht kurz nach den olympischen Winterspielen in Garmisch-Partenkirchen  Erholung suchte.
Die Portostufe mit 122 Pfennigen  summiert sich somit aus der Briefgrundgebühr mit 12 Pfennigen, der Einschreibgebühr mit 30 Pfennigen und der Eilbotengebühr im Landzustellungsbereich mit 80 Pfennigen zum Gesamtbetrag von Reichsmark 1,22. Francotyp B Maschine mit Wertrahmen Hakenkreuz.

                                                         
In der Wertstufe zu 120 Reichspfennigen kann auch einmal eine Paketversendung mit Absenderfreistempel vorgestellt werden. Es handelt sich um die Ottakringer Brauerei in Wien, die aktuell als letzte namhafte unabhängige Brauwirtschaft im Familienbetrieb noch existiert. Das Paket ging in den kleinen Ort Vorau in der österreichischen Steiermark.  Mit Datum vom 9.8.1944  galt noch drei Tage der Posttarif vom 15.1.1932 und für das Paket in der Gewichtsklasse bis 12 kg war in der 2. Entfernungszone bis 150 km die Gebühr von 120 Pfennigen zu entrichten. Francotyp C Freistempler mit Wertrahmen Reichsadler und Aufgabe als Paket – Selbstbucher.

                                           
Der Luftpostbrief mit Datum vom 1.7.1939  war ein Bankenbrief der Deutschen Effecten- und Wechsel-Bank mit Sitz in Frankfurt und der Bank Melié Iran  mit Sitz in Teheran in Persien. Die Information im Devisenhandel war wohl wichtiger und eiliger Natur, so wurde die Luftpostversendung als eingeschriebener Brief gewählt.  Der Luftpostweg  ging und war über Russland noch möglich  und ist entsprechend vermerkt. Das Portoentgeld betrug für den Auslandsbrief 25 Pfennige, die Einschreibgebühr ist mit 30 Pfennigen anzusetzen und der Luftpostzuschlag für den 14g schweren Brief betrug 60 Pfennige.  Francotyp C Freistempler mit Wertrahmen Reichsadler.
                                                          
Der rückseitige und Ausschnitt (vergrößert) belegt Bagdad als Durchgangsstation im Irak mit Datum vom 15. Juli und die Ankunft in Teheran  mit Datum vom 19.Juli 1939. Die 1928 gegründete  persische Bank  existiert noch heute als international ausgerichtete Großbank mit über 3.000 Filialen weltweit und ist eine 100%  iranische Staatsbank. Dementsprechend gelten nach EU – Richtlinien  aktuell restriktive Beschränkungen im Geschäftsbereich.


                              
Der Brief mit Datum vom 25.4.1935  der Fa. Beatextil  war wohl wichtig und sollte wohl auch schnell seinen Empfänger in Leipzig erreichen. S.a. rückseitige Ankunftsstempel. Der Abgang am Berliner Zentralflughafen wird vorderseitig mit 12-1N festgehalten  und die Stempel in Leipzig vom Telegrafenamt und Postamt C2  dokumentieren mit 15.00 bzw. 15.16Uhr Ankunft und Zustellung am gleichnamigen Tag.
                                                                                                             
Der Tintenschriftvermerk mit 38 kann vermutlich  bei der Portoberechnung hilfreich hinzugezogen werden und entspricht wohl dem Briefgewicht. Dann wäre die Briefgebühr in der 2. Gewichtsklasse mit 24 Pfennigen zu berechnen und der Luftpostzuschlag wäre entsprechend  mit 20 Pfennigen anzusetzen. Das Gesamtentgeld errechnet sich dann aus den weiteren Zusatzleistungen mit Eilbotenversendung  (40 Pfennigen) und  Einschreibgebühr (30 Pfennigen) zu insgesamt 1.14 Reichsmark. Francotyp C Maschine mit Wertrahmen Bogenrechteck.



                           
Die Abbildungen zeigen den Adressausschnitt aus einem Großbrief und die rückseitigen Ankunftsstempel. Die Druckerei Warnecke aus Halle war nicht nur eine Großdruckerei auch der Brief mit Datum vom 12.2.1934  erforderte  wohl   im Posttarif vom 1.12.1933 die größtmögliche Briefgebühr bis 500g und damit  40 Pfennigen Portoentgeld. Die Zusatzpostleistungen im Einschreibversand zu 30 Pfennigen und Eilzustellung mit 40 Pfennigen summieren sich zur Gesamtgebühr von 1,10 Reichsmark.  Francotyp C Freistempler mit Wertrahmen Bogenrechteck.
                                                         
Ankunftsstempel des Fernbriefes in Leipzig mit Datum vom nachfolgenden Tag  und Uhrzeit 3-4  mit Abfertigung im Telegrafenamt.

                                                
Zur Abbildung  in der Wertstufe zu 105 Pfennigen kommt ein Brief mit Versendung in die benachbarten Niederlande. Das Entgeld errechnet sich in den Auslandsgebühren und Tarif vom 1.1.1935.  Zur Standardgrundgebühr im Briefverkehr mit 25 Pfennigen waren noch Eilzuschlag mit 50 Pfennigen und Einschreibentgeld  mit 30 Pfennigen  hinzuzufügen. Mit Datum vom 7.11.1940 und Auslandsziel  war die Briefzensur zu erwarten und hatte entsprechende Banderole als Öffnungsverschluss und rückseitige rote Zensurstempel zur Folge. Es war ein  Francotyp C Freistempler   beim Absender MENZIGER – FENDEL in Karlsruhe im Einsatz und noch mit Wertrahmen Bogenrechteck.

                             
Vorgestellt wird eine Wertsendung  als Fernbrief in der 2. Gewichtsklasse (27,5g) von Kassel nach Melsungen mit Datum vom 28.9.1938.  In diesem Fall ging es wohl um eine wichtige Angelegenheit des Regierungspräsidenten in Kassel (Amtssiegel und -stempel)  an den Landrat oder seinen Vetreter im besagten Melsungen. Der Versicherungswert wurde mit Eintausendfünfzig Reichsmark deklariert. Die Portostufe errechnet sich aus der Briefgrundgebühr mit 24 Pfennigen und der Versicherungsgebühr für den Wertbrief in Höhe  von 80 Pfennigen zu insgesamt 1,04 Reichsmark. Dabei errechnet sich der Wertbriefzuschlag aus der Grundgebühr  mit 60 Pfennigen bis 500RM Versicherung und für jede weitere Erhöhung  im gleichen Betrag mit weiteren 10 Pfennigen. Der Ankunftsstempel Melsungen stammt vom nachfolgenden Tag. Francotyp C Freistempler mit Wertrahmen Bogenrechteck und Absenderangabe Preuß. Regierung Kassel.

                   
Als erster  freigestempelter Briefbeleg  aus der Portostufenserie  „100 bis 1945“  kommt ein postamtlicher Vorläufer  zur Abbildung mit einem Abschlag der B1 Maschine des Herstellers BAFRA aus Berlin.

                                  
                                          Der Apparat „B1“ lief beim Reichsfinanzministerium in Berlin von April bis Mai 1923
                                 Die Abbildung zeigt den Franctyp B- Freistempler ca. von 1923 (Bildvorlage Gerd Eich, Quern)

Dieser Freistempler war im Reichsfinanzministerium  versuchsweise  vom 19. April 1923 bis Ende Mai 1923 und damit knapp 6 Wochen eingesetzt. Korrekterweise bedarf es des Hinweises, dass in diesem Fall mit der eingestellten dreistelligen Wertziffer 100 im Rechteckrahmen  mit Kopfzeile Deutsches Reich nicht in Pfennigen  gerechnet wurde, sondern in MARK. Dazu auch das vorangestellte M passend als Hinweis. Im Bafrafreistempler  konnte die Ziffernfolgen von 000 bis 999 im Registrierkassensystem eingestellt werden. Unterhalb des Wertrahmens wurde die zugehörige Postamtsbezeichnung mit Berlin W 66 aufgeführt und als Absender das Reichsfinanzministerium. Erstmals taucht darunter noch eine Kontrollziffer in einem Freistempelabschlag auf, die allerdings nicht nach Komusinaprinzip ein Portosummenzählwerk beinhaltete, sondern lediglich die Zahl der fortlaufenden Abschläge registrierte und summierte. Der Empfänger war mit dem Rechnungshof des Deutschen Reichs in Potsdam eine häufige Kontaktadresse, somit erklärt sich der vorgedruckte Briefumschlag und das Fernbriefporto für den Brief bis 20g betrug 100 (Mark) in der 13. Inflaperiode. Ordnungsgemäß findet sich zusätzlich der Tagesstempel vom Postamt Berlin 66 abgeschlagen mit Datum vom 7.5.1923.

Der nachfolgende Briefumschlag ebenfalls vom Reichsfinanzministerium und damit gleichem Bafraversuchsfreistempel belegt ferner die gleiche Wertstufe, wie oben abgebildet und datiert mit Datum vom 8. Mai nur 24 Stunden später, denn der Postamtstagesstempel Berlin W 66 hat ebenfalls die Einsatzuhrzeit nachmittags von 4-5 N. Die Zählwerkdifferenz von 4605 bis 4811 liefert uns mit 206 Freistempelabschlägen innerhalb eines Tages eine erhebliche Nutzungsfrequenz, dennoch gilt es diese Freistempelvorläufer  aus der knapp 6wöchigen Erprobungszeit  zu entdecken und zu beachten!

                      

Auch in diesem Fall wird ein vorgedruckter Briefumschlag mit dem Mecklenburgischen Staatsministerium in Neustrelitz  als Adressat genutzt. Interessanterweise findet sich in gleicher Portostufe dennoch eine unterschiedliche Versendungsform. Der ebenfalls zugedruckte Hinweis  REICHSDIENSTSACHE!  und der zugestempelte Hinweis BRIEFTELEGRAMM!  liefern  hier nützliche Informationen. Nach meinem Kenntnisstand wurden Reichsdienstsachen in Telegrammform noch 1923 portofrei geduldet, aber die Sonderform des Brieftelegramms  in Form der gewöhnlichen Briefzustellung erforderte in diesem Fall im Fernbrieftarif ebenfalls trotz Reichsdienstsache die Freistempelwerteinstellung M 100.

Die folgende Abbildung belegt mit Datum vom 30.10.1926 dann einen frühen aber regulären Freistemplereinsatz mit  einer Francotyp C Maschine, eingesetzt bei der Deutschen Bank in Hamburg. Auch in diesem Fall liegt wohl ein häufig frequentierter Empfänger vor und daher auch ein vorgedrucktes Adressfeld, wenn auch sogar im fernen Manila auf den Philippinen gelegen. Datum des Freistempelabschlags und Tagesstempel Abgangspostamt in Hamburg Postamt 11 datieren vom 30.10.1926 und der Ankunftsstempel in Manila  belegt mit dem 1.12.1926 für den Einschreibbrief einen  4wöchigen Transport.
                             
Die Portostufe errechnet sich mit der Grundgebühr für den Brief mit 60 bis 80g mit 70 Pfennigen und addiert sich mit der Einschreibgebühr von 30 Pfennigen zum Gesamtbetrag 100. Francotyp C  Freistempler mit Wertrahmen Bogenrechteck.

Die 100er Serie im ansteigendem Datum vom 16.2.1928  dokumentiert der folgende Beleg in der seit dem 1.Juli 1927 eingeführten und möglichen Versendungsform  der   Bahnhofs – Zeitungen.
              


In diesem Fall ging die Sonntagsausgabe des Berliner Tageblattes aus dem Verlag Rudolf Mosse - Berlin zur Bahnhofsbuchhandlung  nach Baden – Baden. Als Freistempler findet sich ein Bafra - Fabrikat der Francotypgesellschaft im sog. Typ E (Dürst/Eich) mit charakteristischem 8-Eck-Wertrahmen mit Inschrift Deutsches Reich. Darunter ist in Schreibschrift gesetzt Rudolf Mosse und  darunter der Berliner Ortsstempel zugehörig zum Postamt Berlin SW 19. Das Portoentgeld errechnet sich für die 15 Zeitschriften der Sonntagsausgabe mit einem Einzelgewicht zu 248g mit insgesamt ca.3,7 Kilo im Tarif vom 1.8.1927 mit 100 Pfennigen.

Ein Versicherungsschreiben  der Nordstern  Agentur in Berlin setzt mit Datum vom 22.9.1930 die 100er Wertstufenserie fort.
                       
Recht einfach summiert sich für den Fernbrief in der 2. Gewichtsklasse im Tarif vom 1.8.1927  mit 30 Pfennigen und den zusätzlichen Versendungsformen Einschreiben mit 30 Pfennigen und der Eilbotengebühr mit 40 Pfennigen der Gesamtbetrag zu 100 Pfennigen. Rückseitig Ankunftsstempel Osnabrück vom nachfolgenden Tag. Francotyp D Freistempler ebenfalls mit Wertrahmen Bogenrechteck.


Nachfolgend auf einem vorgedrucktem Adressträger  für Päckchen und Drucksachen  eine Versendung  aus dem Zentralverlag der N.S.D.A.P. Franz Eher Nachfolger in München nach Cherbourg in Frankreich an der Atlantikküste. Genutzt wurde der Adressträger in diesem Fall zur Drucksachenversendung, dabei waren die Zeitschriften oder Bücher aus dem „größten und ältesten nationalsozialistischen  Verlag“ erwartungsgemäß  nicht für einen französischem Empfänger gedacht sondern für die Bordbuchhaltung  auf dem deutschen Schiff MS „Europa“ mit Liegeplatz im Hafen von Cherbourg. Ausgerüstet für  Katapultflugzeuge waren die Schiffe „Bremen und Europa“  für den Flugpostverkehr über den Atlantik zudem  für schnelle Beförderungszeiten  bekannt. Hier ein Foto dazu aus dem Archiv der Lufthansa AG.

                                          

Ermäßigte Gebühren in Form der Drucksachenversendung waren  mit Frankreich seit 1925 möglich, dementsprechend lag der Sendung für die Wertstufe 100  ein Gewicht von 2kg zu Grunde. Francotyp D Maschine mit Wertrahmen Rechteck. Laut Adresse war der Liegeplatz am Kai 46 und lief dort  unter Alexander III.
                         

Der weitere folgende  Beleg vom 5.7. 1937 sollte Bogota in Kolumbien mit Luftpost ab  New York erreichen. Die AEG - Geschäftsstelle in Berlin warb im Freistempler – einer Francotyp C Maschine mit Wertrahmen Bogenrechteck - mit dem Werbeeinsatz für Rundfunkgeräte mit ihrem  schönen und wertvollen Klang. Francotyp C und Wertrahmen Bogenrechteck.
                                 

Der folgende kartonförmige Adressträger  mit Datum vom 19.April 1940  dokumentiert postgeschichtlich  den Stand des 2. Kriegsjahres 1940.  Die Sendung  aus dem Verlag Scherl in Berlin sollte die Hauptgeschäftsstelle  der Western Maryland Railway Company  in Baltimore erreichen. Der Verlag nutze den Postweg Via Sibirien und Japan, denn noch waren im April 1940 Russland, Japan und  USA nicht in diesen weltumspannenden und entsetzlichen 2. Weltkrieg  eingetreten und involviert. 
                      
Vorderseitig noch U.S. Zollstempel ( Custom ) aus Baltimore abgeschlagen. Auch in diesem Fall ist vermutlich eine Drucksachenversendung  anzunehmen. Allerdings sind in die USA ermäßigte Gebührensätze mir nicht bekannt und es ist ein Gewicht der Sendung von 2kg zu postulieren. Francotyp D Freistempler und Wertrahmen Reichsadler.
Dieser noch mögliche Postweg  kann auch durch Nebenstempel auf folgendem Auslandsbeleg nach Whippany einer Stadt im US – Staat New Jersey noch einmal zur Ergänzung vorgestellt werden. Via Sibirien-Japan.  California Dienst. Nicht über Canada.
                              

Auch Bankgeschäfte mit dem Ausland waren noch 1941 möglich, wie der nachfolgende Beleg aus Hamburg mit Datum vom 10. April 1941 bezeugt. Die Privatbank M. M. Warburg (seit 1798) mit Sitz in Hamburg  schickte einen Einschreibbrief zur Banque Mellie´ Iran in Teheran. Francotyp D Maschine mit Wertrahmen Reichsadler. Das Porto errechnet sich aus der Briefgrundgebühr mit 25 Pfennigen und 3 x 15 Pfennigen  für die Gewichtsklasse 61 bis 80 g und den Einschreibgebühren von 30 Pfennigen  zu insgesamt 100 Pfennigen und dies im Wertrahmen Reichsadler der genutzten Francotyp D Maschine.
                              
Neben dem Ankunftsstempel ist rückseitig fast zwangsweise ein Zensurnachweis der Auslandswehrmachtüberwachung zu erwarten.
                                                    

Abschließen soll den Wertstufenreigen „100“ eine Sendung aus der Reichsmessestadt Leipzig mit Datum vom 15 April 1943. Aus dem Musikverlag Oskar Seifert ging eine Drucksachensendung  mit der Zolldeklaration „Musikalien“ nach Kroatien. Neben Zensurstempeln  findet sich noch ein Eingangsstempel  als roter Kastenstempel und ein schwarzer Gumminebenstempel.  Auch in diesem Fall eine Francotyp C Maschine mit Wertrahmen Reichsadler und im Ortsstempel Leipzig  der Zusatz  REICHSMESSESTADT.
                              
                        Die vermutliche Musiknotensendung ging 1943 als ermäßigte Drucksachensendung auf den Weg.

                           
Luftpost Nachbringerpost zum Dampfer COLUMBUS von Berlin nach St. Louis (USA) mit Datum vom 29.7.1930. Der Dampfer COLUMBUS auf der Nordatlantikroute hatte keine Katapultflugeinrichtung. Der vorteilhafte Zeitgewinn lag  im Nachbringerdienst ab Köln per Luftpost zum Schiff. Portoentgeld  betrug für den Brief 40 Pfennige (25 Pfennig Grundgebühr bis 20g und weitere 15 Pfennige für die Gewichtsklasse von 20 bis 40g). Die Nachbringergebühr betrug 30 Pfennige pro 20g  und somit in diesem Fall in der 2. Gewichtsklasse 60 Pfennige und summierte sich mit dem Auslandsbriefporto zum Endbetrag von 100 Pfennigen. Francotyp C Freistempler  der Associated Merchandising Corparation, Berlin (Berliner Niederlassung des US - Konzerns) mit einer Nachricht an Stix, Baer & Fuller Comp. (bekannte Warenhauskette in den USA)  und Wertrahmen Bogenrechteck und roter Zubringernebenstempel zum Dampfer „Columbus“.
                                                   
Der vorstehende Komusina Freistempelabschlag datiert vom 15.8.1938 und dokumentiert eine Briefsendung von München nach Amsterdam. Das Gesamtporto  von 100 Pfennigen lässt auf ein Sendungsgewicht von 100 bis 120g im Auslandsposttarif vom 1.1.1935 schließen. Linksseitig 6stelliger Portosummenzählerstand mit recht hoher Summenzahl und erreichten 9810 Reichsmark (Komusina Typ D).

                                             Es folgt ein großformatiger Papierausschnitt von Hamburg nach Kolumbien
                       
Der vergrößerte Detailausschnitt des Absenderfreistempels (Kontrast verstärkt) belegt die Wertstufe 100 und das Handelsunternehmen SCHLUBACH als Besitzer. Bereits dieses Handelshaus hat eine sehr bewegte und schillernde Geschichte und an dieser Stelle nur der Hinweis auf frühzeitige und vielfältige Handelsbeziehungen nach Südamerika. Die Absenderfreistempel aus der Tarifzeit bis zum 1.8.1927 sind in besonderen Versendungsformen aus der Frühphase in dieser Freistempelform nicht allzu häufig anzutreffen und hier mit Post nach Kolumbien und der Stadt Medellin und Datum vom 4.12.1926 schon eine bemerkenswerte Ausnahme.
                                                   
Die Wertstufe zu 100 Pfennigen gilt im Auslandstarif vom 1.10.1925 für ein Briefgewicht von 100 bis 120g. Francotyp C Freistempler und Wertrahmen Bogenrechteck. Grüner Zettel Par Avion, Barranquilla-Neiva. Hinzu kommt die Versendung mit der SCADTA ( Sociedad Colombo-Alemana de Transportes Aeros  gegr. 1919 )  und Freimachung mit den SCADTA – Ausgaben für Kolumbien (10 C grün, 2x 20 C grau und 1x 1 P grau, alle mit Länderaufdruck A) für die innerkolumbianische Zustellung.  Nachfolgend  Ausschnitt einer Briefvorderseite mit Werbung  in Berlin  für die SCADTA – Luftpostlinien in Kolumbien und Ecuador.
                                 

Damit sind sicherlich die Belegbeispiele für die Freistempelung in der Wertstufe 100 bis zum Jahr 1945  in keinem Fall vollständig vorgestellt oder abgehandelt. Die  aufgeführten  Postbelege demonstrieren allerdings ein buntes Bild an Verwendungsformen, offenbaren Entwicklungen in den Freistempleranwendungen  und  belegen zudem zeithistorische Gegebenheiten und Besonderheiten.

                               
Die Abbildung belegt eine portogerechte Briefversendung im Sondertarif  Tschechslowakei gültig vom 1.1.1935 bis zum 31.3.1939. Als Absender des 100 bis 120g schweren Briefes firmiert  Erich Mohnke aus Berlin mit Datum vom 29.4.1938. Mohnke  hatte einen internationalen – Poststempel – Beschaffungsdienst aufgebaut und warb entsprechend mit illustriertem Umschlag und auch Absenderfreistempelzusatz. Spez. auch auf Nachnahmeversendungen ist dieser AFS häufiger zu finden, die vorgestellte Briefversendung im Sondertarif  C.S.R  und  6. Gewichtsklasse ist aber sicherlich  nicht alltäglich zu finden. Francotyp C Maschine mit Wertrahmen Reichsadler.
                         
                                      
Die 94-Pfennigwertstufe kann mit einer Briefvorderseite  und mit Datum vom 5.4.1939 belegt werden. Als Absender fungiert der Nationalsozialistische Reichsbund für Leibesübungen (Nachfolge des Olympischen Komitees von 1936) und seiner Hauptgeschäftsstelle im HAUS des DEUTSCHEN SPORTS auf dem Reichssportfeld in Berlin. Das Portoentgeld errechnet sich für den Fernbrief in der 2. Gewichtsklasse mit 24 Pfennigen, der Eilbotengebühr mit 40 Pfennigen und der Zusatzleistung Einschreiben mit 30 Pfennigen zu insgesamt 94 Pfennigen. Der Einschreibzettel vom zugehörigen Postamt Charlottenburg 9  trägt noch den Hinweis  Reichssportfeld (in Klammern gesetzt). Der Postabgangsstempel  trägt neben Berlin-Charlottenburg 9 im  oberen zusätzlich noch im unteren Kreissegment  den Schriftzug Reichssportfeld. Francotyp D Freistempler mit Wertrahmen Reichsadler. Neben dem handschriftlichen Hinweis Durch Eilboten u. Einschreiben findet sich noch ein roter Gumminebenstempel  Durch  Eilboten, Bote bezahlt. Vorgeschriebenes rotes Eilbotenkreuz und roter Pergamin – Eilbotenzettel  runden das eindrucksvolle Adressfeld ab.

                                
Sicherlich kann die 90-Pfennigwertsufe in verschiedenen Varianten vorgestellt werden, jedoch scheint mir die abgebildete Fernbriefform als Eilbotenversendung zum Nachnahmeinzug trotz leicht strapazierter Form besonders interessant. Hier hat der Allgemeine Deutsche Automobil - Club die Sendung der Hauptverwaltung mit Sitz in München am 11.6.1930 nach Leipzig auf den Weg gebracht.  Es handelt sich um einen Adressvorderteil  mit glücklicherweise vorderseitig vorhandenen Posttagesstempeln in der Abgangsform München und der Eingangsform Leipzig. Das Portoentgeld errechnet sich aus der Eilbotenversendung mit 40 Pfennigen, der Nachnahmegebühr mit 20 Pfennigen und der Briefgebühr bis 250g mit 30 Pfennigen. Francotyp D Maschine mit Wertrahmen Bogenrechteck.

                                                  
Die Kölnische Versicherungs-Aktiengesellschaft mit ihrer Geschäftsstelle Stuttgart hatte im Brandschaden vom 27.9.1939 (rückseitiger Text) eine eilige Nachricht  zur Ankündigung ihres Regulierungsbeauftragten  an den Landwirt E. Kraft in Übrigshausen  im Landkreis Schwäbisch Hall. Die Fernpostkarte (6 Reichspfennige) mit Datum vom 21.2.1940 und AFS-Datum vom 20.2.1940 erforderte  zusätzlich für die seltene Eilbotenzustellung im Landbezirk  noch Auffrankierung mit 80 Pfennigen zu insgesamt 86 Pfennigen. Francotyp D Freistempler mit Wertrahmen Reichsadler und NS-„Ehrenbezeichnung“ für Stuttgart im Ortsstempel als „Stadt der Auslandsdeutschen“.

                                            
Der abgebildete und rückseitig gesiegelte Wertbrief der Farben-Fabriken Berger & Wirth aus Leipzig  mit Datum vom 13.4.1933  gilt dem Empfänger, der schon bei der Wertbriefvorstellung mit der Gebührenstufe zu 72 Pfennigen vorgestellt wurde. Leider sind keine erklärenden  Briefinhalte vorhanden. So bleibt der anscheinend wichtige Versand zwischen diesen Beteiligten aus den Jahren 1933 und 1935 ein Rätsel. Der rückseitige Ankunftsstempel in Erfurt vom gleichen (!)Tag hat die Zeit 23-24 Uhr dokumentiert und bestätigt zum Aufgabestempel Leipzig mit 6-7 N die damals nicht nur kurzfristige Bearbeitung, sondern bietet auch die nachvollziehbaren Stempeldaten. Der Absenderfreistempel ist auch hier im 90Gradwinkel gedreht, um das Vordruckfeld für die erforderliche  schriftliche Wertangabe – in diesem Fall dreihundert Reichsmark -  nicht zu überdecken. Die Versicherungssumme ist ebenfalls nach Vorschrift in Zahlen zusätzlich wiederholt und vermerkt. Das Portoentgeld errechnet sich für den Fernbrief in der 2. Gewichtsstufe im Posttarif vom 15.1. 1932 aus der Briefgrundgebühr mit 25 Pfennigen, der Behandlungsgebühr für die ersten 100 RM mit 50 Pfennigen und aus der erweiterten Versicherungssumme bis 500 RM mit 10 Pfennigen zu insgesamt 85 Pfennigen. V = Valeurzettel aus rotem Pergaminpapier mit schwarzem Zudruck in diesem Fall vom Postamt Leipzig C 2 und mit zusätzlichem Tagesstempel vorderseitig bestätigt. Francotyp C Maschine und Wertrahmen Bogenrechteck.

                                            
Vorgestellt wird ein Komusina- Freistempelabschlag mit Wertrahmen Bogenrechteck und Datum vom 20.9.1935. Die eilige Nachricht der Firma in München sollte wohl schnellstens Berlin erreichen. Die rückseitigen Ankunftsstempel vom nachfolgenden Tag mit Uhrzeit 6-7 vormittags bzw. noch Rohrpoststempel aus Steglitz mit 7 Uhr und  10 Minuten bestätigen die  schnellstmögliche Zustellung im Luftpostversand und Eilbotenzustellung. Das Porto errechnet sich aus der Briefgebühr für die 2. Gewichtsklasse mit 24 Pfennigen, dem Luftpostzuschlag für dieses Gewicht mit 20 Pfennigen und dem Eilbotenzuschlag mit 40 Pfennigen zu insgesamt 84.             

                                                   
Wir sehen einen Einschreibbrief des Stahlkonzerns August Klönne mit Standort Dortmund und Datum vom 20. April 1938  an den Präsidenten der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung in Berlin. Die Nachricht war offensichtlich wichtig und sollte zudem schnell den Empfänger erreichen. Dementsprechend wurden die Zusatzversandleistungen Einschreiben (30 Pfg.) und Eilboten (40 Pfg.)  gewählt und addieren sich im Portoentgeld zum normalen Brieftarif mit 12 Pfennigen zum Gesamtbetrag von 82 Pfennigen. Der rückseitige Ankunftsstempel datiert in Berlin- Charlottenburg vom nachfolgenden Tag mit 4-5 Uhr vormittags. Francotyp A Freistempler mit Wertrahmen Reichsadler.

                                                  
Vorgestellt wird ein Adressaufkleber in der seltenen Versendungsform als Auslandsdrucksache  in die Schweiz mit Datum vom 19.1.1938 und der Zusatzleistung Einschreiben. Das Portoentgeld errechnet sich für die Drucksache mit 5 Pfennigen je 50g bei 500g mit  50 Pfennigen und der Einschreibgebühr zu 30 Pfennigen zur Gesamtgebühr von 80 Pfennigen. Die Firma van Gülpen war damals im Röstmaschinengeschäft beteiligt mit dem Produkt „Probat“ und ist auch nach 170 Jahren noch im Kaffeegeschäft tätig. Francotyp C Maschine mit Wertrahmen Bogenrechteck.

                                                        
Die Postkarte als eingeschriebene Eilbotenversendung stammt aus Radebeul - Oberlössnitz mit Datum vom 18.10.1932. Das Portoentgeld errechnet sich aus der Postkartengebühr mit 6 Pfennigen, dem Einschreibversand mit 30 Pfennigen und dem Eilbotenzuschlag mit 40 Pfennigen. Der Freistempelabsender stammt von Otto E. Weber Radebeul-Dresden einem zur damaligen Zeit international bekannten Hersteller von Kaffeesurrogat  und auch Teeprodukten. Francotyp C Maschine mit Wertrahmen Bogenrechteck. Der Firmenfreistempel wurde schon einmal  in der Portostufe mit 43 Pfennigen vom gleichen Tag und mit gleicher Adresse vorgestellt und lässt eventuell unter Berücksichtigung der seltenen Versendungsformen wohl damit einen schon damals  philatelistischen Hintergrund erahnen


                                                       
Vorgestellt wird ein Eilbotenbrief  mit Datum vom 5.4.1941 aus dem 2. Kriegsjahr  in die benachbarte Schweiz. Die Briefgebühr errechnet sich für den Auslandsbrief mit 25 Pfennigen und dem Auslands-Eilbotenzuschlag mit 50 Pfennigen zu insgesamt 75. Der Eilbotenbrief aus Bremen in die Schweiz war der Auslandsüberwachung suspekt und demonstriert mit Öffnungsbanderolenverschluss und Kontrollstempeln vor– und rückseitig die penible Kontrolle durch die Wehrmachtsstelle-ABP (Auslandsbriefpost).Die Post in Zürich bestätigte dann rückseitig die Briefausgabe und die Eilzustellung mit entsprechenden Ankunftsstempeln. Freistempler Francotyp D Maschine mit Wertrahmen Reichsadler.
                                                      
                                                   Ausschnitt Rückseite Eilbrief in die Schweiz mit Zensurvermerken


                                                     
Vorgestellt wird ein Luftpostbrief nach Wien mit der Zusatzleistung Eilbotenversand. Die Werbeabteilung der UFA in Berlin hatte wohl 1942 eine schnell zu übermittelnde Nachricht für die Universum-Film GmbH in Wien. Das Portoentgeld errechnet sich für den Brief in der 2. Gewichtsklasse mit 24 Pfennigen, dem Eilbotenzuschlag mit 40 Pfennigen und dem Luftpostzuschlag mit 2x5 Pfennigen  (je 20g Briefgewicht Luftpostgebühr von 5 Pfennigen) zu insgesamt 74 Pfennigen. Francotyp D Maschine und Wertrahmen Reichsadler.

                                             
Der abgebildete und rückseitig gesiegelte Wertbrief der Farben-Fabriken Berger & Wirth aus Leipzig  mit Datum vom 26.8.1935  war an Herrn H. Borchard wohl eigentlich wohnhaft in Erfurt gerichtet, der allerdings z.Zt. in Kassel weilte und daher dort wohl nur hauptpostlagernd  zu erreichen war. Dies ist nach rückseitigem Ankunftsstempel in Kassel vom 27.8.1935  dort auch erkennbar gelungen. Der Absenderfreistempel ist im 90Gradwinkel gedreht, um das Vordruckfeld für die erforderliche  schriftliche Wertangabe – in diesem Fall einhundertundfünfzig Reichsmark -  nicht zu überdecken. Die Versicherungssumme ist ebenfalls nach Vorschrift in Zahlen zusätzlich wiederholt und vermerkt. Das Portoentgeld errechnet sich für den 18g schweren Fernbrief aus der Briefgrundgebühr mit 12 Pfennigen, der Behandlungsgebühr für die ersten 100 RM mit 50 Pfennigen und aus der erweiterten Versicherungssumme bis 500 RM mit 10 Pfennigen zu insgesamt 72 Pfennigen. V = Valeurzettel aus rotem Pergaminpapier mit schwarzem Zudruck in diesem Fall vom Postamt Leipzig C 2 und mit zusätzlichem Tagesstempel vorderseitig bestätigt. Francotyp C Maschine und Wertrahmen Bogenrechteck.

                          
Abgebildet  ist ein Adressaufkleber für eine Briefversendung in der höchsten Gewichtsklasse bis 500g und zusätzlicher Einschreibversion des Grote Verlags in Berlin an eine Adresse in Rostock mit Datum vom 28.1.1936. Im Firmenlogo G G sind je ein Mann platziert in lesender aber auch in rauchender Silhouette. Das Portoentgeld errechnet sich aus der Briefgebühr mit 40 und der Einschreibgebühr mit 30 Pfennigen zu insgesamt 70 Pfennigen.Francotyp C Mascine mit Wertrahmen Rechteck.

                                        
Vorgestellt wird ein Ortsbrief vom Amtsgericht Berlin-Mitte mit Datum vom 8.6.1933 in den Zusatzleistungen Einschreiben, gegen Rückschein und eigenhändig. Das Entgeld errechnet sich aus der Briefgrundgebühr mit 8 Pfennigen und den Zusatzleistungen  Einschreib- und Rückscheingebühr mit jeweils 30 Pfennigen zu insgesamt 68 Pfennigen. Die ausgewiesene eigenhändige Zustellung war bis zum 31.7. 1933 gemäß Posttarif noch unentgeldlich und wohl in den vorher genannten Zusatzgebühren berücksichtigt. Rückseitig Amtssiegel und Eingangsstempel Charlottenburg vom nachfolgenden Tag und 5-6 Uhr vormittags. Francotyp D Maschine mit Rechteck- Wertrahmen. Der rote zusätzliche Stempelvermerk auf der Vorderseite lautet: Nicht nach dem Ausland nachsenden.

                                                 
Abgebildet ist eine Zustellungsurkunde mit Datum vom 7.12.1932 als Fernbrief  und in diesem Fall vom Städtischen Bezirksamt Prenzlauer Berg in Berlin an das Landesverwaltungsgericht in Schwerin / Mecklenburg. Interessant ist der vorderseitige Schreibmaschinenzusatz  zur vereinfachten Zustellungsform und der Hinweis auf das beigefügte Formblatt. Sicherlich ist  diese Versendungsform mit 67 Pfennigen und dann noch mittels Komusinafreistempler relativ selten anzutreffen.  Zur Errechnung dieser seltenen Portostufe gilt die zuständige Posttarifphase vom 15.1.1932  bis zum 30.11.1933. Die Zustellungsurkunde erforderte wohl vom Briefformat bzw. Gewicht den 2. Fern - Gewichtstarif  ab 20g mit 25 Pfennigen und die Zustellgebühr betrug 30 Pfennige. Für die Rücksendung  des üblichen Formulars als Zustellungsbestätigung war aber nur noch die erste Gewichtsklasse im Fernbrieftarif  mit 12 Pfennigen notwendig. 25, 30 und 12 Pfennige summierten sich zum Gesamtentgeld von 67 Pfennigen. Komusinafreistempler und aus dem Jahr 1932 und nur mit Wertrahmen   Bogenrechteck möglich. 

                                 
Schon 1933 nutzte das Briefmarkenhaus RICHARD BOREK- BRAUNSCHWEIG auch einen Absenderfreistempler in der Kundenkorrespondenz, wie das obige Beispiel mit Datum vom 29.9.1933 demonstriert. Der Brief ging wohl an einen interessierten Philatelisten in der benachbarten Tschechoslowakei.

                                                                Rückseitiger Stempel vom 30.9.1933.
Das Porto errechnet sich für den Brief in der Gewichtsklasse von 40-60g mit 35 Pfennigen (im Sondertarif C.S.R.) und der Einschreibgebühr mit 30 Pfennigen zu insgesamt 65 Pfennigen. Francotyp C Maschine mit Wertrahmen Bogenrechteck.


                                                 
Der Brief der Badischen Beamtenbank  weist ein größeres Briefformat auf und lief als Fernbrief von Karlsruhe nach Regensburg mit Datum vom 12.10.1939 und sollte dort das Forstamt Jörg der fürstlichen Domänenkammer (die Domänenkammer war Nachfolge der ehemals fürstlichen Thurn und Taxis Verwaltung) erreichen. Es erfolgte eine innerörtliche Umleitung von der Sudetendeutschen Strasse zum Hermannsplatz. Es darf bezweifelt werden, dass eine der Umleitungen zur gegenwärtigen Zeit, noch wie damals vermerkt, im Landzustellungsbereich liegen wird. Das Gesamtentgeld  zu 64 Pfennigen errechnet sich aus der Briefgebühr in der 2. Gewichtsklasse mit 24 Pfennigen, der Einschreibgebühr zu 30 Pfennigen  und der Zusatzleistung eigenhändig mit 10 Pfennigen. Francotyp D Maschine mit Wertrahmen Bogenrechteck.
                                                          
Die Rückseite  zeigt zwei handschriftliche Nachsendungsvermerke und gleich drei Regensburger Poststempel mit Walhallastrasse (8.1.39 mit 6-7Uhr) sowie Regensburg 10 (10.1.39 mit 16Uhr) und 2 (10.1.39 mit 23Uhr). Zur damaligen Zeit waren Briefrückseiten noch „postalische Offenbarungen“!

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Mit dem Postauftrag bestand einmal die Möglichkeit der baren Geldeinziehung für den Absender  und ferner einen Zahlungswechsel beim Empfänger zu präsentieren. Der Postauftrag begrenzte sich auf die Summe von 1000 RM und auf den innerdeutschen Bereich. Dazu bedurfte es der Erstellung durch den Absender einer Postauftragskarte, die mit anhängender Zahlkarte oder Postanweisung  versehen war. Das Portoentgeld errechnet sich aus der Briefgrundgebühr obiges Beispiel im Ferntarif mit 12 Pfennigen, der Einschreibgebühr zu 30 Pfennigen und der Vorzeigegebühr von 20 Pfennigen zur Gesamtsumme von 62 Pfennigen. Zusätzlich finden sich handschriftliche Fristenvermerke für die einlösende Ausführung. Der demonstrierte Postauftrag  vom 12.10.1936 stammt von der Cigarettenmaschinenfabrik  J.C. Müller & Co. aus Dresden und ging an das Postamt W 30 in Berlin. Francotyp C Maschine mit Wertrahmen Bogenrechteck.             
                                                                                         

Häufig wurden damals die Firmenumschläge vortrefflich illustriert und ich möchte in diesem Fall auch die Rückseite abbilden, die nicht nur den Ankunftsstempel zeigt sondern auch die “Hochleistungs-Cigarettenmaschine Excelsior-Rapid Mod.DF“.

                                         

Die Versendungsform Briefpäckchen gab es von 1928 bis 1938 in der Gewichtsklasse bis 1000 Gramm. Damit wurde zwischen der Briefversendung mit max. 500g und der reinen Päckchenversendung  bis 2kg ein Zwitter geschaffen, der bei der Änderung der Postordnung 1938 und der Erhöhung des maximalen Briefgewichts  auf 1000g wieder entfiel. Der Versand  von Karlsruhe und nach Engen mit Datum vom 10.3.1935  war innerorganisatorischen Inhalts zwischen den jeweiligen nationalsozialistischen Einheitsverbänden der Deutschen Arbeitsfront.  Francotyp C Maschine im Rechteck -  Wertrahmen.
             
                                      
Abgebildet  ist eine größerer Drucksachenumschlag als Luftpost – Eilbotenversendung vom Bildnachrichtenbüro des Photo-Verlags ATLANTIC-  Dr. F. L. Hermann in Berlin an die Agentur Schostal in Wien mit Datum vom 29.4.1940. Neben dem rückseitigen Wiener Ankunftsstempel vom 30.4.1940 ist ein handschriftlicher Bleistiftvermerk interessant mit DAHLQUIST vermutlich einem schwedischen Skiläufer. Ein Bild des Photoverlages aus Berlin sollte anscheinend schnell die Pressebildagentur Schostal in Wien erreichen! Das Portoentgeld errechnet sich aus der Drucksachengebühr (20-50g) mit 4 Pfennigen, dem Eilbotenzuschlag mit 40 Pfennigen und dem Luftpostzuschlag mit (3x5) von 15 Pfennigen zum Gesamtbetrag von 59 Pfennigen. Francotyp C Maschine mit Wertrahmen Reichsadler.


                                              
Der Rohrpostbrief aus Berlin datiert vom 26.9.1930. Die eilige Nachricht der UFA (Universum Film AG)  mit Sitz in Berlin, Friedrichstrasse sollte wohl schnell die Filmredaktion „Vorwärts“  in der Lindenstrasse im Bezirk SW 68 erreichen. Über den Inhalt kann gerätselt werden. Schon Absender und Empfänger beinhalten beide eine höchst interessante Historie. Der Absenderfreistempel enthält den Namen „Parufamet“ unter dem die UFA nach 1925 und der Teilfusionierung mit der amerikanischen Paramount firmierte und der „Vorwärts“ war stets das Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands gewesen. Das Berliner Volksblatt war seit 1884 die Keimzelle des „Vorwärts“ und wurde nach 1891 im Namen beibehalten. Der vor- und rückseitige Rohrpoststempel von Berlin SW 48 nach Berlin W 68 differiert um 25 Minuten! Das Portoentgeld errechnet sich aus der Otsbriefgebühr mit 8 Pfennigen, dem Rohrpostzuschlag mit 10 Pfennigen  und der zu dieser Zeit zugehörigen Eilzustellung mit 40 Pfennigen. Francotyp D Maschine mit Wertrahmen Bogenrechteck. 

                                              
Der Luftpostbrief von Wien nach Berlin am 24. Februar 1939 sollte wohl dringend konzerninterne Nachrichten zwischen dem „Wiener“ Werk  und dem „Werner“ Werk der Firma Siemens & Halske in Berlin Siemensstadt übermitteln, denn auch die Eilbotenzusatzleistung war gewählt worden. Vorderseitiger Wiener Flugpoststempel und rückseitiger Berliner  Ankunftsstempel in der Siemensstadt belegen eine Zeitdifferenz von abends 22 Uhr und morgens 6 Uhr von nur 8 Stunden vom 24. auf den 25. Februar. Das Portoentgeld errechnet sich aus der Briefgebühr mit 12 Pfennigen, der Eilbotenzusatzleistung mit 40 Pfennigen und dem Inlandsluftpostzuschlag von 5 Pfennigen. Francotyp A Maschine und Wertrahmen Reichsadler.

                                                                    
Wir sehen einen Ortsbrief  aus Berlin in Form der Eilbotenversendung vom 24.4.1935 der MITSUBISHI SHOJI KAISHA GmbH. Das Entgeld errechnet sich aus 16 Pfennigen für den Ortsbrief in der 2. Gewichtsklasse und der Eilbotenzusatzleistung mit 40 Pfennigen.  Unberührt blieb davon die Weiterleitung als Fernbriefvariante durch Umzug des Dr. F.L. Schmidt aus Berlin – Lichterfelde nach Wiesbaden. Vorderseitiger Abgangstempel Berlin W9, rückseitig noch  Ankunftsstempel Berlin- Lichterade und 2 Wiesbadener Ankunftsstempel durch Weiterleitung. Francotyp C Maschine mit Wertrahmen Bogenrechteck.

                                             
                                                    
Die Nachricht des Schulrates vom 4.9.1939  freigemacht mit Absenderfreistempel des Verwaltungsbezirks „Horst Wessel“ der Reichshauptstadt Berlin (der Berliner Verwaltungsbezirk Friedrichshain kam unter den Nationalsozialisten zur zweifelhaften Ehre in „Horst Wessel Stadt“ umbenannt zu werden) sollte wohl dringlich alle Schulrektoren erreichen, um Lehrkräfte freizusetzen  für die Verteilungsstellen von Bezugskarten. Die damals schnellste Zustellungsform war die Rohrpost- Eilbotenzustellung. Die Rohrpoststempel von Berlin  NO18 und Berlin  O17 weisen mit Datum vom 4.9.1939 in der Uhrzeitangabe die Differenz von 20 Minuten aus (15Uhr 20 und 15 Uhr 40). Das Entgeld errechnet sich aus der Gebühr für die Ortspostkarte mit 5 Pfennigen, dem Rohrpostzuschlag mit 10 Pfennigen und der Eilbotengebühr  mit 40 Pfennigen  zum Gesamtbetrag von 55 Pfennigen. Francotyp B Freistempler mit Wertrahmen Reichsadler. Mich erstaunt auf dieser Verwaltungsnachricht der fehlende übliche „Deutsche Gruß“ oder das viel zitierte „H.H“.

                                                              
Abgebildet ist ein Einschreibbrief vom Stickdorf-Syndikat in Berlin als Fernbrief in der 2. Gewichtsklasse nach Leipzig (Bug durch Knick bei Großformat).Die Briefgebühr errechnet sich aus dem Briefporto mit 24 Pfennigen und der Zusatzleistung Einschreiben mit 30 Pfennigen. Datum der Briefaufgabe war der 18.4.1944. Francotyp D Maschine und  Wertrahmen Reichsadler.

                                        
Wir sehen einen Ortsbrief mit Zustellungsurkunde in Form der vereinfachten Zustellung und mit Absenderfreistempel des Amts- und Landgerichtes Berlin-Mitte und dem Portoentgeld von  53 Reichspfennigen  freigestempelt. Der Briefumschlag ist etwas größer als das übliche C6-Format. Die Frage stellt sich zur Errechnung dieser seltenen Portostufe mit Stempeldatum vom 18.1.1933 und der zuständigen Posttarifphase vom 15.1.1932 bis zum 30.11.1933. Die Zustellungsurkunde erforderte wohl vom Briefformat bzw. Gewicht den 2. Orts- Gewichtstarif (nach Berlin N.O.18) ab 20g mit 15 Pfennigen. Die Zustellgebühr betrug 30 Pfennige. Für die Rücksendung  des üblichen Formulars als Zustellungsbestätigung war aber nur noch die erste Gewichtsklasse im Ortsbrieftarif  mit 8 Pfennigen notwendig (15, 30 und 8 summieren sich zu 53 Pfennigen)! Rückseitig findet sich die Zustellungsbestätigung und Amtssiegel PREUSS.AMTSGERICHT * BERLIN-MITTE*. Francotyp D Maschine und Rechteck- Wertrahmen.


                                            

Der Eilbrief vom 1.3.1938 in der ersten Gewichtsklasse ist portogerecht mit Absenderfreistempel  mittels Francotyp C Maschine und Wertrahmen Reichsadler freigemacht. Der illustrierte Umschlag  passend zum Freistempel demonstriert die Gleichschaltung sämtlicher gesellschaftlicher Lebensformen im III.Reich. Selbst die  Imker waren im R.D.Kl. (Reichsfachgruppe Deutscher Kleintierzüchter) eingereiht und nur das Honigglas im Absenderfreistempel stimmt nachträglich und im doppelten Sinne „geschmackvoll und versüßend“.



                                              
Eilbotenversendung in der 2. Gewichtsklasse der Versicherungsbank Barmenia aus Barmen nach Berlin mit Datum vom 3.11.1926.  Rückseitiger Ankunftsstempel Berlin W8 vom 4.11. und Uhrzeit 8Uhr10 V. Francotyp C Maschine und Wertrahmen Bogenrechteck. Die Briefgebühr errechnet sich aus 20 Pfennigen Fernbrief in der 2. Gewichtsklasse und Eilbotenzuschlag im Ortsbereich mit 30 Pfennigen.

                                         
Nicht alltäglich findet man die Versendungsform Geschäftspapiere als Sonderfall der Drucksache in  Form der Eilbotenversendung. Hier belegt  als eilige Post der Speditionsfirma A. Koch, Berlin mit Datum vom 29.7.1936 an die Firma Inmink in Leipzig. Rückseitig diverse Durchgangs- und Ankunftstempel. Francotyp C Maschine und Wertrahmen Hakenkreuz.

                                        
Die eingeschriebene Luftpostversendung nach Prag belegt die relativ seltene Portostufe mit 47 Pfennigen und stammt vom 7.5.1941. Die Lorenz AG Berlin hatte wohl dringende Post ins damalige Prag (seit 1.4.1939 Böhmen und Mähren) zu erledigen. Zur Briefgebühr im Posttarif 16.4.1941 mit 12 Pfennigen addierte sich der Einschreibzuschlag mit 30 Pfennigen und die Luftpostgebühr im Tarif vom 1.8.1938 mit 5 Pfennigen zu insgesamt 47 Pfennigen Portoentgeld. Francotyp D Maschine und Wertrahmen Reichsadler.

                                          
Die Eilbotenpostkarte mit vorderseitig abgebildetem Rathaus aus Reichenberg stammt vom 14.2.1941 und im Text wird eine eilige Änderung der Zugverbindung an den Empfänger in Dresden mitgeteilt. Der Absenderfreistempel der Batteriefabrik  Rudolf Hähne  weist für das Sudetenland  eine nicht untypische Ziffernstruktur auf. Das Porto errechnet sich aus der Postkartengebühr mit 6 Pfennigen und der Zusatzleistung Eilbotenzustellung mit 40 Pfennigen. Francotyp C Maschine mit Wertrahmen Reichsadler. Tagesstempel Dresden vom Ankunftstag 15.2.1941.

                                          
Die vorstehende Drucksachenversendung wurde zur Abbildung im Kontrast etwas verstärkt. Die Versendung des Presse – Informationsbüro  „FUNK-STUNDE“ in Berlin erfolgte mit Datum vom 8.8.1930 als Eilbotensendung zum Reichs-Verkehrs-Verlag nach Breslau. Die Drucksache bis 50g sollte wohl schnell den Redakteur Konrad Meyner für die Sendung „Schlesische Wellen“ noch erreichen. Die Aufforderung HÖRT RUNDFUNK im Absenderfreistempel ist 1930 durchaus noch als innovativ und alternativlos einzustufen. Allerdings macht aktuell im Zeitalter von Fernsehen, Handys und  MP3-Player der Hörfunk erneut Reklame für sein „fast schon antiquiertes“ Medium. Francotyp D Maschine und Wertrahmen Bogenrechteck.

                                    
Die Nachnahmesendung an die Fa.B.v.Harenne & Schwilden in Aachen stammt von der Überwachungsstelle für Lederwaren   in Berlin mit Datum vom 11.9.1937.  Diese 1934 vom Reichswirtschaftsministerium geschaffenen Kontrollsysteme gab es praktisch für alle Wirtschaftsgüterbereiche zur Überwachung und Steuerung von Beschaffung und Zuteilung. S.a. Vorstellung im Thema QUELLE ein deutsches Versandhaus.  Abgebildet ist ein Brief in der 2. Gewichtsstufe (24) und Vorzeigegebühr (20) freigestempelt folglich mit 44 Pfennigen. Francotyp C Maschine mit Wertrahmen Hakenkreuz.

                                                 
Die Drucksachenkarte als Eilbotenversendung stammt aus Radebeul - Oberlössnitz mit Datum vom 18.10.1932. Das Portoentgeld errechnet sich aus der Drucksachengebühr mit 3 Pfennigen und dem Eilbotenzuschlag mit 40 Pfennigen. Der Freistempelabsender stammt von Otto E. Weber Radebeul-Dresden einem zur damaligen Zeit international bekannten Hersteller von Kaffeesurrogat  und auch Teeprodukten. Francotyp C Maschine mit Wertrahmen Bogenrechteck

                                          
42 Pfennig Luftpostbrief der Firma Schenker mit Sitz Berlin  nach Kopenhagen Dänemark mit Datum vom 22.5.1943. Geöffnet vom OKW (Oberkommando der Wehrmacht) mit entsprechendem Bandstempel, Banderolenverschluss und Kontrollkennzeichnungen. Francotyp B Freistempel mit Wertrahmen Typ Rechteck.

                                        
Vorgestellt wird ein eingeschriebener Fernbrief mit Datum vom 4.7.1927 aus Düsseldorf 6. Das Portoentgeld betraf noch den Posttarif vom 1.1.1925 und betrug in diesem Fall in der ersten Gewichtsstufe 10 Pfennige und ferner die Gebühr für die nachzuweisende Einschreibversendung im Tarif vom 1.6.1924 mit 30 Pfennigen. Neben dem zusätzlichen Tagesstempel Düsseldorf 6 vom gleichen Tag sind rückseitig noch zwei Ankunftsstempel abgeschlagen. Einmal Dresden mit Datum vom 5.7.1927 und wegen der erforderlichen Weiterleitung noch Tagesstempel von Freital vom gleichen Tag. Francotyp C Maschine mit Wertstempel Bogenrechteck. 

                                     
Die 38 Pfennig – Freistempelfrankatur  aus Wien errechnet sich als Ortbrief mit 8 Pfennigen Portoentgeld und 30 Pfennigen für die nachzuweisende Einschreibversendung.  Der Beleg demonstriert ein Stück deutscher Geschichte mit der Eingliederung Österreichs ins Deutsche Reich und die Etablierung der nationalsozialistischen Gegebenheiten  hier in Form der Gauleitung der Deutschen Arbeitsfront. Der Absenderfreistempel weist im  Ortsstempel noch seine ursprüngliche und  im Reichsgebiet  unübliche Form auf und der Wertstempel ist in Reichsadlerform ausgeführt. Der Einschreibzettel ist in seiner österreichischen Ausführung verblieben. Vorderseitiger Tagesstempel  28.V.41 Postamt 6 Wien 56 und rückseitig 5 Wien 55 und mit Datum 29.V.41  vom nachfolgenden Tag. Francotyp C – Freistempler.

                                              
Vorgestellt wird die 36 Pfennigfrankatur als Fernpostkarte im Tarif vom 15.1.1932 mit 6 Pfennigen und der Einschreibgebühr zu 30 Pfennigen. Das Entgeld für die  nachzuweisende Versendungsform Einschreiben war bemerkenswerterweise von 1925 bis 1945 im Tarif von 30 Pfennigen ohne Veränderung. Es handelt sich um eine Versicherungsbestätigung  der HELVETIA Gesellschaft in München und mit Datum vom 2.4.1941 ist die nationalsozialistische „Ehrenbezeichnung“ als Hauptstadt der Bewegung im Ortsstempel enthalten. Francotyp C Maschine mit Wertstempel Reichsadler.

                                       
Die Nachnahme (ausgeschnittener Adressaufkleber) stammt vom Deutschen Rechts-Verlag München mit Datum vom 16.12.1942. Ein Gummistempel deklariert die Versendung als Taschenkalender für Rechtsanwälte, Notare und Patentanwälte 1943.  Das Portoentgeld  errechnet sich für die Vorzeigegebühr der Nachnahme mit 20 Pfennigen  und aus der Drucksachengebühr für die Gewichtsklasse bis 250g  und damit 15 Pfennigen. Francotyp C Freistempler mit Wertrahmen Reichsadler.

                                              
Gemäß den Ausführungen zur 33 Pfennig- Freistempelfrankatur kann dementsprechend die Einschreib- Drucksachenversendung im Tarif bis 30.11.1933  mit dem Abschlag zu 34 Pfennigen vorgestellt werden und dies auch mit demselben Versender Buderuswerke aus Wetzlar. Datum 7.6.1933. Drucksache nach Schwerin und  rückseitiger Ankunftsstempel vom 8.6.1933. Francotypmaschine D.

                                            
Während die Einschreibgebühr mit 30 Pfennigen schon seit 1924 im Posttarif gültig war, wurde die Drucksachengebühr im Tarif vom 1.12.1933 auf 3 Pfennige in der Standardgewichtsklasse bis 20g  abgesenkt und erlaubt somit die Vorstellung der 33 Pfennig- Frankatur. Francotyp D Maschine mit Wertrahmen Bogenrechteck und Datum vom 7.12.1933 der BUDERUS Werke Wetzlar.  

                                           
Abgebildet ist eine Nachnahmeversendung als Fernbrief von Köln nach Blankenburg mit Datum vom 8.3.1933.  Die Postgebühr errechnet sich aus dem Standardbrieftarif mit 12 Pfennigen und der Nachnahmevorzeigegebühr mit 20 Pfennigen. Die Einlösungsfrist zum 16.3. wurde rückseitig handschriftlich interessanterweise mit einer Fristverlängerung  versehen. Francotyp B Maschine der Colonia Versicherung in Köln mit Wertrahmen Bogenrechteck
  
                                        
Eine eher ungewöhnliche Freistempel – Einzelfrankatur zu 30 Pfennigen zeigt die obige Abbildung. Der eingeschriebene Ortsbrief vom Amtsgericht Berlin Charlottenburg war durch „Ablösung Reich“ portofrei und bedurfte nur der zusätzlich geforderten Rückscheingebühr zu 30 Pfennigen. Rückseitig Ankunftsstempel Berlin – Grünewald vom 17.1.1944. Francotyp C Maschine mit Wertrahmen Bogenrechteck.

                               
Im vorliegenden Fall handelt es sich um eine Schnittmusterversendung als Drucksache in der 3. Gewichtsstufe mit 8 Pfennigen. Die Nachnahmegbühr zu 20 Pfennigen summiert sich zum Gesamtporto von 28 Pfennigen. Der Francotyp B Freistempler  mit Wertrahmen Reichsadler kam zum Einsatz  im Universalverlag Leipzig und hier in der Vobach- Abteilung für Schnittmuster. Datum 24.9.1942.

                                          
Im Regelfall wurde die Nachnahmeforderung als Drucksachenkarte versendet mit Portobetrag  zu 23 Pfennigen s. bereits entsprechende Vorstellung mit DS-NN der Parfümerie 4711 in  Köln. Im oben gezeigten Fall findet sich entsprechend dem  Hinweis b.w. (bitte wenden) rückseitig eine Schreibmaschinennachricht für den Empfänger vor.

                                          
Damit bedurfte es der Freimachung als Fernpostkarte zu 6 Pfennigen, die sich mit der Vorzeigegebühr zu 20 Pfennigen zum Gesamtporto von 26 Pfennigen summierten. Datum 13.7.1937, Francotyp C mit Wertrahmen Rechteck.

                                              
Der Freistemplerabschlag zu 25 Pfennigen ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert. Es handelt sich in diesem Fall um ein postamtliches Vorläuferfabrikat aus dem Ankerwerk Bielefeld. Der Zusammenschluss der Werke Anker, Bielefeld und Bafra, Berlin  zusammen mit Furtwängler, Furtwangen war zu diesem Zeitpunkt schon vollzogen. Siehe Einführungskapitel zum Menüpunkt Freimachung mit Freistempel der Webseite. Der Freistempel war noch ohne Datum und Ortsstempel und  erforderte am aufgebendem Postamt  die zusätzliche Anwendung des Tagesstempels und hier mit Datum vom 8.3.1924 (9-10Uhr vormittags). Die Briefgebühr in der 1. Gewichtsklasse betrug im Ortsverkehr 5 Pfennige und  das Einschreibverfahren war noch bis zum 31.5.1924 mit 20 Pfennigen abgegolten. Die Dresdner Bank in Berlin verwendete diesen Freistempler nur in der kurzen Betriebszeit von  März bis April 1924. Rückseitiger Ankunftsstempel Berlin Postamt W9 mit Datum vom 8.3.1924, 1-2  Uhr nachmittags. Bei damals noch mehrmals täglicher Austragung der Post in Berlin  wurde der Brief sicherlich noch am gleichen Tag  zugestellt!


                                 
Brief der NSDAP Reichspressestelle Berlin in der 2. Gewichtsklasse im Ungarntarif vom 1.7.42 mit 24 Pfennig Absenderfreistempel versehen. Vor- und rückseitige Zensurstempel. Francotyp C Maschine und Wertrahmen Reichsadler.

                                          
Im vorliegenden Fall wird die Nachnahmekarte mit Drucksachenentgeld von 3 Pfennigen freigestempelt mit Datum vom 22.8.1938 zuzüglich der Nachnahmegebühr (Vorzeigegebühr) von 20 Pfennigen zu insgesamt 23 Pfennigen. Francotyp C  Maschine mit Wertrahmen Reichsadler der wohlbekannten Kölner Parfümeriefabrik 4711 Ferd. Mühlens, die in diesem Fall mit einem griechischen Jünglingsprofil für ihre SPARTA Creme wirbt. Der Lagerfriststempel limitiert  in diesem Fall die Einlösung bis zum 30.August 1938.

                                             
Luftpostbrief der Speditionsfirma Schenker, Berlin nach Kopenhagen mit Datum vom 3.10.1944. Als Auslandsbriefpost (ABP)geöffnet eingeliefert und mit Poststempel Berlin S 42 vom Aufgabepostamt Bestätigung vom gleichen Tag  und Zensurbanderolenverschluss und ferner rückseitig 2fach mit rotem Prüfstempel der ABP- Stelle Berlin versehen. Die Postgebühren nach Dänemark waren  seit dem 1.6.1942 neu festgelegt mit 12 Pfennigen für den Brief bis 20g und Luftpostzuschlag 10 Pfennige.  Francotyp B Freistempel mit Wertrahmen Rechteck

                      
Die 20 Pfennigwertstufe dargestellt in Form einer Feldpostversendung Heimat- Front  als Zeitungspaket für 10 Exemplare des Hannoverschen Anzeigers mit Datum vom 31.1.1941. Francotyp D Freistempler mit Wertrahmen Reichsadler und Feldposttarif.
                          
                                        
Der Posttarif errechnet sich aus 8 Pfennigen Fernpostkarte  und 10 Pfennigen Luftpostzuschlag. Es liegt mit Datum vom 30.8.1931 ein Absenderfreistempel in Sonderform zur Internationalen Briefmarkenausstellung MODERNE PHILATELIE – MOPHILA LUFTPOST 1931 in Hamburg vor. Der Beleg ist in jeder Hinsicht philatelistisch beeinflusst. Francotyp C, Wertrahmen Rechteck Deutsches Reich.
                                                                                                       
Den Ankunftstempel Flughafen Leipzig habe ich gesondert und kontrastverstärkt noch einmal hervorgehoben: Mit Luftpost befördert/ Flughafen Halle/Leipzig (Schkeuditz).

                                        
Der Luftpostbrief von Berlin nach München datiert mit Datum vom 24.10.1938 und damit 3 Monate nach Reduzierung des Lp- Zuschlages von 10 auf 5 Pfennige für Briefe im Inlandsbereich. Die Dienstsache zwischen Magistratsschulrat Berlin und Stadtschulrat München  demonstriert feine Unterschiede, die der nationalsozialistischen Propaganda geschuldet sind. Im Absenderfreistempel firmiert die Hauptstadt Berlin und in der Anschrift die Hauptstadt „Der Bewegung“ München. Das Portoentgeld errechnet sich aus der Briefgebühr zu 12 und dem Luftpostzuschlag zu 5 Pfennigen. Francotyp A Maschine und Wertrahmen Reichsadler.

                                                
An dieser Stelle mit 16 Pfennigen Absenderfreistempel die Firma Julius Meinl aus  Wien, die schon im Kapitel Freimarkenstempler T&N mehrfach  vorgestellt wurde s. dort. Hier Ortsbrief in der 2. Gewichtsstufe mit Datum vom 12.7.1939 und Francotyp C Maschine mit Wertrahmen Reichsadler.

                                                   
Seit 1933 bestand die Möglichkeit neben der Selbstabholung (Bahnhof oder Postamt) Postzeitungsgut mit der Paketzustellung vom Ankunftspostamt zustellen zu lassen. Diese Zustellgebühr musste im voraus gezahlt werden und im obigen  Beispiel mit 15 Pfennigen durch Absenderfreistempel einer Buchdruckerei aus Nürnberg. Als Dienstleistung für den Verlag der deutschen Arbeitsfront, Berlin ist der nationalsozialistische Vermerk im Ortstempel  Nürnberg „Die Stadt der Reichsparteitage“ durchaus passend. Postzeitungsgutsendungen mussten mit rotem oder schwarzen Kreis gekennzeichnet werden je nach Gewichtsklasse. Abbildung deutlich kontrastverstärkt, da nur ein schwacher Stempelabschlag vorliegt.
                                                                                         
                                       
Drucksachenkarte als Nachnahmesendung  mit Datum vom 3.3.1926 der Firma Vogel aus Pössneck (Thüringen). Drucksachenkarte im Tarif vom 1.12.1923 mit 3 Pfennigen summiert sich mit der Vorzeigegebühr zu 10 Pfennigen für Nachnahmesendung im Tarif vom 1.2.1924  zum Gesamtbetrag von 13 Pfennigen. Francotyp D, Wertrahmen Bogenrechteck.

                                     
Fernbrief der ersten Gewichtstufe im Tarif vom15.1.1932 und Gebühr 12 Pfennige. Im besagten Posttarif waren die Gebühren speziell in den Standardversendungen gesenkt worden und blieben praktisch bis 1945 konstant. Hier eine Francotyp D Maschine und Wertrahmen Bogenrechteck.

                                         
Abgebildet ist eine Postkarte von Freiburg im Breisgau mit Datum vom 18.4.1940 nach Budapest und damit im Sondertarif „Ungarn“ mit 10 Pfennigen Postgebühr (allg. Ausland 15 Rpf.). Die Postkarte weist zahlreiche Zensurvermerke auf  u. a. mit rotem Maschinenstempel „ geprüft Oberkommando der Wehrmacht“.

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Nachfolgend - sozusagen im „Fragezeichenblock“ -  werden drei Briefbelege  zur Diskussion vorgestellt und ich hoffe auf Erklärungshinweise bezüglich Versendungsform und Entgeld!
                                  
                                                 Schreiben der AOK Reutlingen mit Datum vom 15.1.1932
                                 
                                Schreiben der Preussischen Landespfandbriefanstalt in Berlin vom 3.2.1932
                                 
                      Schreiben der Geschäftstelle 15 des Amtsgerichtes in Erfurt mit Datum vom 26.2.1935

Ich habe bewusst  die drei oben abgebildeten Belege  allgemein mit  „Schreiben“ vorgestellt und damit die Versendungsform nicht definiert. Die Portostufen mit 9, 11 und 13 Pfennigen sind sehr ungewöhnlich. Man vermutet fehlerhafte Einstellungen der Wertziffern - aber gleich dreimal? Bei gelockertem Wertstufenzählwerk sieht man in der Regel keine exakte Höheneinstellung wie in den oben gezeigten  Belegbeispielen!

Die vorgestellten Versender sind Adressen mit sicherlich routinierten Poststellen und haben teils Beamtenstatus mit entsprechender Sorgfaltspflicht.

In der 27. Harlosauktion am 14.11.2009 wurde das Los 6593 mit Absenderfreistempel der Landkrankenkasse Klagenfurt  vom 12.9.1940 und seltener – 9-Pfg.- Wertstufe  vorgestellt und mit einem hohem Preisgebot zugeschlagen. Es wurde ein für Österreich geltendes Mischporto zwischen Brief und Drucksache angenommen. Gilt dies eventuell tatsächlich nur für Österreich? Die Deutsche Reichspost firmiert im dortigen Wertstempel und erlaubt sicherlich keinen Lokaltarif. In einem Artikel „ Die Briefmarke, Wien 4/2008“ werden auf den Seiten 24 und 25 diesbezügliche Belege vorgestellt und Dipl. Ing. G. Oberleitner und Dr. Helmut Pfalz postulieren eine stillschweigende Sondervereinbarung im Entgeld für Schriftstücke von öffentlichen Kassen deren Inhalt zwischen Brief und Drucksache angesiedelt sind! Vom Aspekt her der oben abgebildeten Belege möchte man tatsächlich nicht so richtig an  Handhabungsfehler glauben. Auffällig sind auch fehlende Nachportovermerke, die eigentlich spez. bei den Wertstufen zu 9 und 11 Pfennigen zu erwarten wären. Warum finden sich dann diese Portostufen so selten? Wurden sie als freigestempelte Umschläge mit unklarer Portostufe unbeachtet gleich in den Papierkorb entsorgt? Vielleicht findet sich aus den Reihen der Webbesucher ein weiterer nützlicher Hinweis! Bis dahin bleibt der „Fragezeichenblock“ bestehen.

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Die Versendungsform „Mischsendung“ beinhaltete die Möglichkeit z.B. Drucksachen Warenproben, Geschäftspapiere  zusammen verpackt einzuliefern. Hier auf einem Adressaufkleber der Stempelfirma R.Veith  & Sohn aus Adelsheim. Im Tarif vom 1.8.1933 betrug bis 100g  das Entgeld 8 Pfennige. Datum 9.8.1934. Francotyp C mit Wertrahmen Bogenrechteck.

                                               
Die häufiger anzutreffende Postkartenversendung belegt hier als Absender ein Rechtsanwaltbüro in Magdeburg. Im Posttarif ab 15.1.1932  waren 6 Pfennige für eine Postkarte sogar eine Gebührensenkung gegenüber 8 Pfennigen  zuvor. Eine Besonderheit in der Francotyp C Maschine und  Rechteck Wertrahmen ist in diesem Fall das nur 2stellige Ziffernwerk.

                                                    
                                     
Der Ortsbrief innerhalb Berlins mit Datum vom 17.7.1925 der Auskunftei W. Schimmelpfeng stellt an sich keine Besonderheit dar. Allerdings ist der Posttarif mit 5 Pfennigen in Reichsmarkwährung zwischen dem 1.1.1925 und 1.8.1927  also aus der Frühphase der Absenderfreistempel nicht so häufig  anzutreffen. Als  weitere Besonderheit ist  in diesem Fall eine frühe Francotypmaschine mit Einsatzzeit zwischen Juni und August 1925 mit achteckigem Wertrahmen dokumentiert.

                                  
Für die Versendungsform Zeitungsdrucksache war ab 1.5.1939  ein Zusatztarif im Postzeitungsdienst eingerichtet worden und zeigt hier eine Verwendung mit Datum vom 12.11.1943 im Verlag der Deutschen Arbeitsfront. Es liegt eine Freimachung in der 2. Gewichtsklasse bis 100g mit 4 Pfennigen vor. Francotyp A, Wertrahmen Reichsadler.

             
Anschriftenprüfungen unter Aufdruck „Auftrag zur Prüfung einer Postanschrift“ waren als Postdienstleistung ab Oktober 1926 möglich. Hier einmal vorgestellt als Einzelauftrag aus Hamburg vom Buchverlag Deutsche Hausbücherei an die Postanstalt in Recklinghausen mit Datum vom 28.2.1941. Im Posttarif  vom März 1928 bis März 1945 war der Auftrag zur Anschriftenprüfung  mit 3 Pfennigen Entgeld festgesetzt.

                                                                    
Die obige Abbildung zeigt die dazugehörige Rückseite des Kartenvordrucks zur Anschriftenprüfung mit Eingangsstempel und Antwortvermerk zur neuen Adresse vom Postamt Recklinghausen 1. Francotyp B, Wertrahmen Reichsadler.

                                            
Das Werbevolumen der Firma Wilhelm Diedrich an Postwurfsendungen war wohl erheblich. Denn  schon im Freistempel wird die WURFSENDUNG explizit betont, so dass eine weitere Deklaration auf dem Umschlag bezüglich der besonderen Versendungsform nicht notwendig war. In dieser Form ist mir  kein weiterer Absenderfreistempel bekannt. Durch den Hinweis auf die Wurfsendung blockiert sich die Verwendungsmöglichkeit für andere Versendungsformen. Vielleicht war auch aus diesem Grund  Francotyp zur Entwicklung einer Einstellmöglichkeit von  0,5 Pfennigbeträgen in der Wertstellung für Postwurfsendungen gekommen. 

                   

Auf die erneute Tarifänderung vom 1.7.1936 für die Postwurfsendung bis 20g mit 1,5 Pfennigen hat wohl auch die Francotypgesellschaft reagiert, wie die obige Stammkarte  mit Datum vom 12.6.1936 für einen Typ C Freistempler (Wertrahmen Hakenkreuz) zeigt. Der Freistempler diente  zu Demonstrationszwecken im Vorführraum von Francotyp. Die Werteinstellung war für die ½ Pfennigversion vorbereitet!  Entsprechende  Nutzungsbelege aus dem Postalltag sind mir jedoch bis dato nicht bekannt geworden.
                       
                                                 
Die 2 Pfennig-Postwurfkarte mit rückseitigem Werbetext der Fa. Winkelmann war an alle Lebensmittelgeschäfte in Chemnitz gerichtet. Im Posttarif vom 1.3.1931 war die Postwurfversendung in der ersten Gewichtsklasse bis 20g tatsächlich 1 Pfennig  teurer im Gegensatz zum zuvor gezeigten Beispiel! In dieser Gewichtsklasse waren auch ½ Pfennigtarife möglich im Zeitraum vom 1.8.1933 bis zum 1.12.1933 und wieder ab 1.7.1936. Verrechnet wurde dann der Differenzbetrag zur Freimachung bei Einlieferung der Postwurfsendung im Postamt. Francotyp C  Freistempler mit Wertrahmen Bogenrechteck. Weitere Erläuterungen siehe obige Werksstammkarte der Francotypgesellschaft.

                                             
Ab April 1931 war auch die Freimachung einer sog. Postwurfsendung mit Absenderfreistempel möglich. Postalische Voraussetzung war die Form der anschriftlosen Massendrucksache für einen definierten Kundenkreis z.B. Haushalte, Händlergruppen o.ä. Hier ein Beleg der Wella- Werke Rothenkirchen mit Datum  vom 30.11.1935 mit einer Werbedrucksache AN ALLE FRISEUR-GESCHÄFTE im Tarif zu 1 Pfennig.

                                                         
Feldpostbrief der Städt. Sparkasse Aschaffenburg an den Feldwebel der Nachrichten Ersatzkompanie 214 in der Lagardekaserne Aschaffenburg mit Datum vom 22.7.1941. Als  portofreier Feldpostbrief liegt der Absenderfreistempel der Sparkasse mit Wertrahmen Reichsadler in der Nullstellung vor.  Francotyp C Maschine.




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