Deutsche Postautomation

Informationen zur deutschen Postautomation im Bereich Freimachung,
Briefannahme, Schalterbetrieb und Briefbearbeitung.



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AFS – dies und das


AFS – dies und das (2.)


Aus der schon vorgestellten Abhandlung zu den Absenderfreistempeln bis zum Jahre 1945 kann unter AFS – dies und das eine zweite kleine Reihe vorgestellt und nachträglich auch eingefügt werden mit Wertbriefbelegen der DAIMLER-BENZ AG Stuttgart mit der Fa. ELEKTRISCHE KRAFTÜBERTRAGUNG  GmbH in Herrenberg. Der als Genossenschaft 1906 gegründete  Stromerzeuger war in Württemberg  vorbildhaft  in der Frühzeit der allgemeinen  Elektrizitätsversorgung  des Landes gewesen. Die hohen Wertbrief-versicherungen der Daimler-Benz Briefbelege lassen auf eine Barzahlung ihrer Stromrechnungen schließen!


Das Postentgeld zum oben vorgestellten großformatigen Wertbrief mit Datum vom 27.7.1939 errechnet sich aus der Briefgebühr zu 0,24RM in der 2. Gewichtsklasse (42g) und der Versicherungsgebühr. Hier war die Grundversicherung mit 0,60 RM bis  500 RM anzusetzen und für jeweils weitere  500 RM war eine Briefversicherungsgebühr zu RM 0,10 fällig. Damit summiert sich der portogerechte Einzelbetrag über  3,24 RM  aus der 0,24 Briefgebühr + 0,60 Wertbriefgrundgebühr und 24 x 0,10 = RM 2,40 bei einer Gesamtversicherung über 12400 Reichsmark.


Entsprechend der oben angeführten Postentgeldberechnung ergibt sich für den vorstehenden Beleg die Berechnung mit 0,24 (Briefgebühr) + 0,60 (Wertbrief-Grundgebühr bis 500RM) und mit 23 x 0,10 (s. Zusatzversicherung über weitere RM 11300 RM) zum Endbetrag von RM 3,14 bei der Versicherung über 11800 Reichsmark. Der V-Zettel weist mit dem Kennbuchstaben D auf das Selbstbucherverfahren hin.



Ebenso zu den oben angeführten Postentgeldberechnungen ergibt sich für den vorstehenden Beleg die Berechnung mit 0,24 (Briefgebühr) + 0,60 (Wertbrief-Grundgebühr bis 500RM) und  20 x 0,10 (s. Zusatzversicherung über RM 9900 RM) zum Endbetrag von RM 2,84 bei der Versicherungsgebühr über 10400 Reichsmark. Der V-Zettel weist mit dem Kennbuchstaben D erneut auf das Selbstbucherverfahren hin.


In dem obigen Fall war  eine deutlich geringere Versicherungssumme zu berücksichtigen (Nachforderung?) und erforderte somit zur Briefgebühr von 0,24 und Wertbriefgrundgebühr zu 0,60 nur noch 4x0,10 für die höhere Versicherung und damit summiert sich das Postentgeld in diesem Fall portogerecht auf 1,24 Reichsmark.
Weitere Wertbriefe in diesen Portostufen wurden bei gleichen Postentgeldbeträgen der Daimler-Benz AG nicht mehr vorgestellt, lassen aber auf ca. 25000 RM Stromkosten monatlich im Jahr 1939  im Werksbereich Stuttgart schließen.

AFS – dies und das (1.)


Unter dem Begriff  AFS – dies und das  erfolgt eine 1. Fortsetzung und Ergänzung  zur Vorstellung der Absenderfreistempel (AFS) bis zum Jahr 1945. Sie finden den Menüpunkt unter Freimachung mit Freistempel und gelangen unterhalb des Punktes Belegdokumentation Absenderfreistempel  zu  AFS – dies und das am Ende der Menüleiste.  In die schon vorliegende Belegdokumentation Absenderfreistempel werden auch die 6 vorgestellten AFS – Belege rückwirkend mit den  Wertstufen 100, 270, 380 und 840 zusätzlich eingereiht.
Zunächst werden erst einmal 3 Belege im Freistempelwert zu 100 vorgestellt. In dieser an sich schon nicht so häufigen Wertstufe können 3 weitere Belegbeispiele eingefügt werden und erhöhen die Gesamtzahl erstaunlicherweise  auf 13 Stück!
                        
Briefbeleg  von Berlin nach St. Louis (USA) mit Luftpost Nachbringerpost zum Dampfer COLUMBUS in CHERBOURG mit Datum vom 29.7.1930. Der Dampfer COLUMBUS auf der Nordatlantikroute hatte keine Katapultflugeinrichtung. Der vorteilhafte Zeitgewinn lag  im Nachbringerdienst ab Köln per Luftpost zum Schiff. Portoentgeld  betrug für den Brief 40 Pfennige (25 Pfennig Grundgebühr bis 20g und weitere 15 Pfennige für die Gewichtsklasse von 20 bis 40g). Die Nachbringergebühr betrug 30 Pfennige pro 20g  und somit in diesem Fall in der 2. Gewichtsklasse 60 Pfennige und summierte sich mit dem Auslandsbriefporto zum Endbetrag von 100 Pfennigen. Francotyp C Freistempler  der Associated Merchandising Corparation, Berlin (Berliner Niederlassung des US - Konzerns) mit einer Nachricht an Stix, Baer & Fuller Comp. (bekannte Warenhauskette in den USA)  und Wertrahmen Bogenrechteck und roter Zubringernebenstempel zum Dampfer „Columbus“.
                                                   
Der vorstehende Komusina Freistempelabschlag datiert vom 15.8.1938 und dokumentiert eine Briefsendung von München nach Amsterdam. Das Gesamtporto  von 100 Pfennigen lässt auf ein Sendungsgewicht von 100 bis 120g im Auslandsposttarif vom 1.1.1935 schließen. Linksseitig 6stelliger Portosummenzählerstand mit recht hoher Summenzahl und erreichten 9810 Reichsmark (Komusina Typ D).

                                             Es folgt ein großformatiger Papierausschnitt von Hamburg nach Kolumbien
                       
Der vergrößerte Detailausschnitt des Absenderfreistempels (Kontrast verstärkt) belegt die Wertstufe 100 und das Handelsunternehmen SCHLUBACH als Besitzer. Bereits dieses Handelshaus hat eine sehr bewegte und schillernde Geschichte und an dieser Stelle nur der Hinweis auf frühzeitige und vielfältige Handelsbeziehungen nach Südamerika. Die Absenderfreistempel aus der Tarifzeit bis zum 1.8.1927 sind in besonderen Versendungsformen aus der Frühphase in dieser Freistempelform nicht allzu häufig anzutreffen und hier mit Post nach Kolumbien und der Stadt Medellin und Datum vom 4.12.1926 schon eine bemerkenswerte Ausnahme.
                                                   
Die Wertstufe zu 100 Pfennigen gilt im Auslandstarif vom 1.10.1925 für ein Briefgewicht von 100 bis 120g. Francotyp C Freistempler und Wertrahmen Bogenrechteck. Grüner Zettel Par Avion, Barranquilla-Neiva. Hinzu kommt die Versendung mit der SCADTA ( Sociedad Colombo-Alemana de Transportes Aeros  gegr. 1919 )  und Freimachung mit den SCADTA – Ausgaben für Kolumbien (10 C grün, 2x 20 C grau und 1x 1 P grau, alle mit Länderaufdruck A) für die innerkolumbianische Zustellung.  Nachfolgend  Ausschnitt einer Briefvorderseite mit Werbung  in Berlin  für die SCADTA – Luftpostlinien in Kolumbien und Ecuador.
                                 
Der folgende kartonförmige Adressträger  mit Datum vom 19.April 1940 wurde bereits einmal vorgestellt und  dokumentiert postgeschichtlich  den Stand des 2. Kriegsjahres 1940.  Die Sendung  aus dem Verlag Scherl in Berlin sollte die Hauptgeschäftsstelle  der Western Maryland Railway Company  in Baltimore erreichen. Der Verlag nutze den Postweg Via Sibirien und Japan, denn noch waren im April 1940 Russland, Japan und  USA nicht in diesen weltumspannenden und entsetzlichen 2. Weltkrieg  eingetreten und involviert. Vorderseitig noch U.S. Zollstempel  aus Baltimore abgeschlagen. 
                                 
Dieser noch mögliche Postweg  kann auch durch Nebenstempel auf folgendem Auslandsbeleg nach Whippany einer Stadt im US – Staat New Jersey noch einmal zur Ergänzung vorgestellt werden. Via Sibirien-Japan. California Dienst. Nicht über Canada.
                             

                                Es folgen 3 weitere Wertstufen, die ebenfalls unter AFS bis 1945 eingereiht werden

Der folgende Brief  wurde freigestempelt mit dem Freistempler der HAMBURG-AMERIKA-Linie am 24.11.1933 Hamburg. Die Zuleitung erfolgte von Hamburg per ZUG D 192  zur Leitpostanstalt mit dem Bahnpostamt 19 in Frankfurt und erreichte die France-Amèrique du Sud. über die französische Luftpoststelle LYON MARSEILLE. Durchgangsstempel LYON  datiert vom 26.11.33 und der Ankunftsstempel  in Buenos Aires mit dem 3. Dezember 1933 dokumentiert eine 9-tägige Transportdauer. Freistempler  Francotyp C und Wertrahmen Bogenrechteck. Das Portoentgeld für den 25g schweren Brief errechnet sich aus der Briefgrundgebühr im Auslandstarif mit 0,40 RM und  5x 1,60 RM (franz. Luftpost für Argentinien) zum Gesamtbetrag von RM 8,40.
                                                    
                                                                                                          Rückseite
                                                    
Nachfolgend eine Auslandspaketkarte  freigestempelt mit Absenderfreistempel der Fa. Zirnité & Kolbig in Greiz mit Datum vom 3.2.1930. Die renommierte Kammgarnweberei hatte ein Paket nach Budapest an die Fa. Bela auf den Weg gebracht.
                                                             
Die folgende Abbildung dokumentiert eine Paket-Nachnahmesendung der Flöther-Werke in Gassen (heute polnisch) nach Nordheim im damaligen Elsass. In Gassen war der Landmaschinenbau der Firma etabliert, die sich nach dem Konkurs von 1933 „neue Flöther Landmaschinen Aktiengesellschaft“ umfirmierte.
                                                           
 
Im Paketposttarif vom 15.1.1932 galt für die Entfernungszone 4 die Paketgebühr für 10,5kg Reichsmark 2,35 und addierte sich mit der Nachnahmegebühr zu 20 Pfennigen und der Zustellgebühr mit 15 Pfennigen zum ausgewiesenen Gesamtbetrag von 2,70 Reichsmark. Francotyp C Freistempler und Wertrahmen Reichsadler.
                                      



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