Deutsche Postautomation

Informationen zur deutschen Postautomation im Bereich Freimachung,
Briefannahme, Schalterbetrieb und Briefbearbeitung.



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Briefstation der Fa. Telefrank



Aktuell (Anfang Februar 2009) ist die Berichterstattung über die Briefstationen der Firma Telefrank bereits ein Kapitel voller Überraschungen. Erst am 1.10.2008 in Frankfurt/Main mit 4 Stationen gestartet, wurde bereits wieder für Februar 2009 das rasche Ende des Betriebsversuches durch die Deutsche Post angekündigt!
Vermutlich auch unter Gesichtspunkten der aktuellen Finanzkrise sind die Planungen und damit Prioritäten der Deutschen Post  offensichtlich kurzfristig neu ausgerichtet worden.

Schon in der  Novemberausgabe  2008 des Briefmarkenspiegels berichteten W. Court und in der Dezemberausgabe 2008 der Philatelie J. Olschimke recht ausführlich und lesenswert zur Inbetriebnahme der Briefstationen in Frankfurt/Main. Auch die Webseite Postautomation fügt also chronologisch diesen weiteren Automationsversuch der Deutschen Post im Briefannahmebereich  in die fortlaufende Dokumentationsreihe  ein.

Waren die Briefstationen der Firma Samkyung mit ihrem letzten Standort in Köln am 19.5.2008 stillgelegt worden (s. vorheriges Kapitel), so waren bereits Ende 2008 am 1. Oktober die Nachfolgestationen der Firma Telefrank  ab 00Uhr in Betrieb gegangen.


   

Gestartet wurde mit dem Standort 02 in der Gutleutstrasse vor dem dortigen Briefzentrum 60. Pünktlich kurz vor Mitternacht wurde die Briefstation  von ihrer Plastikhülle befreit und für den Betriebstart durch die Techniker vorbereitet.

Die Briefstation ähnelte deutlich ihrem Vorgänger der Fa. Samkyung und konnte ebenfalls nur bargeldlos mit POSTCARD gestartet werden. Nach Kartenidentifizierung und Anerkennung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen ( AGB ) der BRIEFSTATION war der Gerätezugang für den Postkunden frei geschaltet. Der Projektleiter der Deutschen Post AG für die Briefstationen benutzte dazu die POSTCARD der Deutschen Post World Net Market GmbH mit Sitz in Bonn.
      

                     

Die Deutsche Post warb entsprechend für die vier Standorte in Frankfurt am Main.

                                                          
                             
Im Werbeprospekt der deutschen Post zur Briefstation wurde den Geschäftskunden der Einlieferungsvorgang und -ablauf als Bedienungsanweisung illustriert vorgestellt.


                                      

Der Hinweis zur Geschäftspost definiert ebenfalls wie beim Vorläufermodell der Firma Samkyung  auch in Verbindung mit bargeldlosem Zugang durch POSTCARD gegen Rechnung die Großkunden der Post als Zielgruppe für die Briefstationen. Dementsprechend waren  Großfächer zur Mengeneinlieferung z.B. für Infobriefe unterhalb der Briefeingabefächer (s. Abb. Punkt 4) vorgesehen. Das mögliche Einlieferungsspektrum  stellte die Post im Werbeprospekt zur Briefstation gleich mit vor.


                                        
                           

Ein wesentlicher Unterschied zum Vorgängermodell der Samkyung- Briefstation war die direkte Anwahlmöglichkeit zum Bezug von Automatenpostwertzeichen im angebotenen  Touchscreen- Menü des Bildschirms beim Telefrank- Automaten.

Mit dem integriertem Sielaffdruckwerk für den Bezug der Automatenbriefmarke  lieferte die Briefstation gleich die erste Überraschung für die anwesenden Sammler bei der nächtlichen Inbetriebnahme der Briefstationen.
Nicht nur die lange Aufdruckversion - schon bekannt vom  PDL- Automaten und Briefstation Typ Samkyung s. entsprechende vorherige Kapitel -  war für den Wertaufdruck einprogrammiert, sondern es hatte sich auch noch ein Fehler in der Wertzeile eingeschlichen mit Druck der Dezimalstelle als Punkt und nicht wie dato üblich als Komma.


                                                                   

Deutlich erkennbar oben die kurze Aufdruckversion mit Kommastelle in der  Wertangabe und unten der verbreiterte Wertzeilendruck mit Punkt der Briefstationen in Frankfurt! Durch Stilllegung aller 4 Briefstationen ca. gegen 4 Uhr wurde die Bezugsmöglichkeit der Automatenbriefmarken rasch beendet. Nach Umprogrammierung noch am Inbetriebnahmetag 1.10.2008 war dann gegen 13Uhr wieder ATM – Bezug mit langem Wertaufdruck und üblicher  Kommastelle möglich.
Sicherlich ist die Frage nach der Menge der vorhandenen  Automatenmarken mit Punktvariante  aus den ersten 4 Betriebstunden interessant aber wohl in der Schätzung etwas unsicher. Dabei ist zu bedenken, dass die drei Automaten- Guerickestrasse 8, Saalburgallee 19 und Lyonerstrasse 11  im ca. halbstündigem Rhythmus ab 1 Uhr nachts nacheinander angefahren und fortlaufend frei geschaltet wurden. Die letzte  Station am Bürozentrum Lyonerstrasse startete also erst wohl ca. gegen 2 Uhr 30. Ferner gibt es zahlreiche zeitraubende Automatenabstürze trotz intensivem und bemühtem Technikereinsatz an allen 4 Briefstationen in den ersten Betriebsstunden zu berücksichtigen. Zusätzlich gilt es noch nach losen Marken und Automatenbriefmarken auf Beleg durch Verwendung im manuellen Briefeinzug zu unterscheiden.
Sicherlich ist damit die ATM- Variante mit Punkt eine seltene deutsche Briefmarke geworden.


                                           


                
              
Die Abbildung zeigt die Kontrollquittung nach Freischaltung am Standort 3 auf der Saalburgallee in Frankfurt am Inbetriebnahmetag 1.10.2008. Die dortige Briefstation war als 3.Station in Betrieb genommen worden.

Aus der Rechnungsquittung der Deutschen Post World Net Market Research and Innovation GmbH erkennbar, geschah dies um 1:39 Uhrzeit. Der Vorgang  dokumentiert den Bezug über eine Automatenbriefmarke zum Nennwert  Euro 0,55.


Für die automatische Briefaufgabe war das linke Eingabefach vorgesehen (s. Position 4 in der oben abgebildeten  Bedienungsanweisung). Eine Mehrfacheingabe von Briefen war möglich. Da Sendungen bis zu 10cm Stärke im neuen System der Briefstationen erlaubt waren, konnte die Freistempelung im Automaten  nur im Aufklebeverfahren mit Label verwirklicht werden. Ob das verwendete Thermodruckpapier von dauerhafter Qualität ist, wird sich noch herausstellen müssen. Rechtzeitige Kopien zur Dokumentation sind sicherlich ratsam.

    
                        


Der Ersttagsbeleg vom Standort  (Saalburgallee)  zeigt  das aufgeklebte Einschreiblabel mit Zusatzleistung im Einschreibversand. Der Abdruck ähnelt in der Aufmachung der Einschreibfreimachung im Frankit- und Stampit- Verfahren der Deutschen Post.  Neben dem bekannten 2D-Barcode findet sich das Posthornlogo, der Hinweis auf die Deutsche Post, Datum, Eurobetrag und Automatencode. Zusätzlich wird noch auf die Internetadresse der Briefstation verwiesen, auf der aktuell (Januar 2009) man nur noch den Hinweis zum Betriebsversuchsende  der Briefannahmeautomaten antrifft! Der Einschreiblabelzusatz ist linksseitig noch als  Strichcodedokumentation im Barcode angefügt.

Die zugehörige IDENTNUMMER demonstrierte  gleich in mehrfacher Hinsicht ein absolutes Zuordnungschaos in der Startphase der Briefstationen. Die IDENTNUMMERN wurden teilweise mehrfach an den unterschiedlichen Briefstationen benutzt, die Internetverfolgung der Sendung streikte und die Scanner der Auslieferungspostämter akzeptierten in der Regel den R- Code nicht! Letzteres führte zu unterschiedlichen Handlungsweisen vor Ort. Einige Sammler waren informiert und baten in ihrem Postamt um Aussortierung und  handschriftliche Bearbeitung. Andere Postämter änderten die Codierungen der Briefstationen durch Überklebung oder Strichentwertung und nutzen scanbare, ortseigene Ersatzlabel wie die folgende Darstellung zeigt.
   
         
                               

Ersttagsbeleg der Briefstation im automatischen Briefeinzug  und Ersatzlabel Auslieferungspostamt Holzwickede. Auch im manuellen Briefeinzug war die Handhabung mit Ersatzlabel zum Betriebsstart an vielen Postämtern üblich.

       
                          
       

Ersttagsbrief im manuellen Briefeinzug mit ATM- Freimachung unter Labelverwendung.
Auch hier mit Ersatz- Einschreiblabel im Auslieferungspostamt. Entwertung Briefzentrum 60 und Ersttagsdatum 1.10.2008 (Automatenbriefmarke mit Punktvariante).
Leider erfolgte teilweise die Entwertung erst in den nachfolgenden Tagen durch schlecht abgestimmte Einbindung der Briefstationen in die Postlogistik. Wie schon eingangs erwähnt, gab es bis dato (Februar 2009) drei verschiedene Versionen der Automatenbriefmarke an den Briefstationen in Frankfurt im Motiv „ Briefkasten“. Auch der breite Wertaufdruck wurde am 6.11.2008 umgestellt von 32mm auf die übliche Wertzeilenlänge von 29mm. Dies möchte ich am ungewöhnlichen Beispiel der maximal möglichen Wertstufe zu Euro 99,99 demonstrieren, die an den Briefstationen abrufbar waren.


                                            
                                  

Die dazugehörigen Rechnungsquittungen  vom 5.11. und 7.11.2008 konnten die Softwareumstellung im Wertzeilenaufdruck  recht zeitnah zur Umprogrammierung dokumentieren  (Kontrast verstärkt).

      
                        


Fortsetzung folgt



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