Deutsche Postautomation

Informationen zur deutschen Postautomation im Bereich Freimachung,
Briefannahme, Schalterbetrieb und Briefbearbeitung.



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In der Wertstufe zu 120 Reichspfennigen kann auch einmal eine Paketversendung mit Absenderfreistempel vorgestellt werden. Es handelt sich um die Ottakringer Brauerei in Wien, die aktuell als letzte namhafte unabhängige Brauwirtschaft im Familienbetrieb noch existiert. Das Paket ging in den kleinen Ort Vorau in der österreichischen Steiermark.  Mit Datum vom 9.8.1944  galt noch drei Tage der Posttarif vom 15.1.1932 und für das Paket in der Gewichtsklasse bis 12 kg war in der 2. Entfernungszone bis 150 km die Gebühr von 120 Pfennigen zu entrichten. Francotyp C Freistempler mit Wertrahmen Reichsadler und Aufgabe als Paket – Selbstbucher.

                                            
Der Luftpostbrief mit Datum vom 1.7.1939  war ein Bankenbrief der Deutschen Effecten- und Wechsel-Bank mit Sitz in Frankfurt und der Bank Melié Iran  mit Sitz in Teheran in Persien. Die Information im Devisenhandel war wohl wichtiger und eiliger Natur, so wurde die Luftpostversendung als eingeschriebener Brief gewählt.  Der Luftpostweg  ging und war über Russland noch möglich  und ist entsprechend vermerkt. Das Portoentgeld betrug für den Auslandsbrief 25 Pfennige, die Einschreibgebühr ist mit 30 Pfennigen anzusetzen und der Luftpostzuschlag für den 14g schweren Brief betrug 60 Pfennige.  Francotyp C Freistempler mit Wertrahmen Reichsadler.
                                                          
Der rückseitige und Ausschnitt (vergrößert) belegt Bagdad als Durchgangsstation im Irak mit Datum vom 15. Juli und die Ankunft in Teheran  mit Datum vom 19.Juli 1939. Die 1928 gegründete  persische Bank  existiert noch heute als international ausgerichtete Großbank mit über 3.000 Filialen weltweit und ist eine 100%  iranische Staatsbank. Dementsprechend gelten nach EU – Richtlinien  aktuell restriktive Beschränkungen im Geschäftsbereich.


                              
Der Brief mit Datum vom 25.4.1935  der Fa. Beatextil  war wohl wichtig und sollte wohl auch schnell seinen Empfänger in Leipzig erreichen. S.a. rückseitige Ankunftsstempel. Der Abgang am Berliner Zentralflughafen wird vorderseitig mit 12-1N festgehalten  und die Stempel in Leipzig vom Telegrafenamt und Postamt C2  dokumentieren mit 15.00 bzw. 15.16Uhr Ankunft und Zustellung am gleichnamigen Tag.
                                                                                                             
Der Tintenschriftvermerk mit 38 kann vermutlich  bei der Portoberechnung hilfreich hinzugezogen werden und entspricht wohl dem Briefgewicht. Dann wäre die Briefgebühr in der 2. Gewichtsklasse mit 24 Pfennigen zu berechnen und der Luftpostzuschlag wäre entsprechend  mit 20 Pfennigen anzusetzen. Das Gesamtentgeld errechnet sich dann aus den weiteren Zusatzleistungen mit Eilbotenversendung  (40 Pfennigen) und  Einschreibgebühr (30 Pfennigen) zu insgesamt 1.14 Reichsmark. Francotyp C Maschine mit Wertrahmen Bogenrechteck.



                           
Die Abbildungen zeigen den Adressausschnitt aus einem Großbrief und die rückseitigen Ankunftsstempel. Die Druckerei Warnecke aus Halle war nicht nur eine Großdruckerei auch der Brief mit Datum vom 12.2.1934  erforderte  wohl   im Posttarif vom 1.12.1933 die größtmögliche Briefgebühr bis 500g und damit  40 Pfennigen Portoentgeld. Die Zusatzpostleistungen im Einschreibversand zu 30 Pfennigen und Eilzustellung mit 40 Pfennigen summieren sich zur Gesamtgebühr von 1,10 Reichsmark.  Francotyp C Freistempler mit Wertrahmen Bogenrechteck.
                                                         
Ankunftsstempel des Fernbriefes in Leipzig mit Datum vom nachfolgenden Tag  und Uhrzeit 3-4  mit Abfertigung im Telegrafenamt.

                                                
Zur Abbildung  in der Wertstufe zu 105 Pfennigen kommt ein Brief mit Versendung in die benachbarten Niederlande. Das Entgeld errechnet sich in den Auslandsgebühren und Tarif vom 1.1.1935.  Zur Standardgrundgebühr im Briefverkehr mit 25 Pfennigen waren noch Eilzuschlag mit 50 Pfennigen und Einschreibentgeld  mit 30 Pfennigen  hinzuzufügen. Mit Datum vom 7.11.1940 und Auslandsziel  war die Briefzensur zu erwarten und hatte entsprechende Banderole als Öffnungsverschluss und rückseitige rote Zensurstempel zur Folge. Es war ein  Francotyp C Freistempler   beim Absender MENZIGER – FENDEL in Karlsruhe im Einsatz und noch mit Wertrahmen Bogenrechteck.

                             
Vorgestellt wird eine Wertsendung  als Fernbrief in der 2. Gewichtsklasse (27,5g) von Kassel nach Melsungen mit Datum vom 28.9.1938.  In diesem Fall ging es wohl um eine wichtige Angelegenheit des Regierungspräsidenten in Kassel (Amtssiegel und -stempel)  an den Landrat oder seinen Vetreter im besagten Melsungen. Der Versicherungswert wurde mit Eintausendfünfzig Reichsmark deklariert. Die Portostufe errechnet sich aus der Briefgrundgebühr mit 24 Pfennigen und der Versicherungsgebühr für den Wertbrief in Höhe  von 80 Pfennigen zu insgesamt 1,04 Reichsmark. Dabei errechnet sich der Wertbriefzuschlag aus der Grundgebühr  mit 60 Pfennigen bis 500RM Versicherung und für jede weitere Erhöhung  im gleichen Betrag mit weiteren 10 Pfennigen. Der Ankunftsstempel Melsungen stammt vom nachfolgenden Tag. Francotyp C Freistempler mit Wertrahmen Bogenrechteck und Absenderangabe Preuß. Regierung Kassel.

                   
Als erster  freigestempelter Briefbeleg  aus der Portostufenserie  „100 bis 1945“  kommt ein postamtlicher Vorläufer  zur Abbildung mit einem Abschlag der B1 Maschine des Herstellers BAFRA aus Berlin.

                                  
                                          Der Apparat „B1“ lief beim Reichsfinanzministerium in Berlin von April bis Mai 1923
                                 Die Abbildung zeigt den Franctyp B- Freistempler ca. von 1923 (Bildvorlage Gerd Eich, Quern)

Dieser Freistempler war im Reichsfinanzministerium  versuchsweise  vom 19. April 1923 bis Ende Mai 1923 und damit knapp 6 Wochen eingesetzt. Korrekterweise bedarf es des Hinweises, dass in diesem Fall mit der eingestellten dreistelligen Wertziffer 100 im Rechteckrahmen  mit Kopfzeile Deutsches Reich nicht in Pfennigen  gerechnet wurde, sondern in MARK. Dazu auch das vorangestellte M passend als Hinweis. Im Bafrafreistempler  konnte die Ziffernfolgen von 000 bis 999 im Registrierkassensystem eingestellt werden. Unterhalb des Wertrahmens wurde die zugehörige Postamtsbezeichnung mit Berlin W 66 aufgeführt und als Absender das Reichsfinanzministerium. Erstmals taucht darunter noch eine Kontrollziffer in einem Freistempelabschlag auf, die allerdings nicht nach Komusinaprinzip ein Portosummenzählwerk beinhaltete, sondern lediglich die Zahl der fortlaufenden Abschläge registrierte und summierte. Der Empfänger war mit dem Rechnungshof des Deutschen Reichs in Potsdam eine häufige Kontaktadresse, somit erklärt sich der vorgedruckte Briefumschlag und das Fernbriefporto für den Brief bis 20g betrug 100 (Mark) in der 13. Inflaperiode. Ordnungsgemäß findet sich zusätzlich der Tagesstempel vom Postamt Berlin 66 abgeschlagen mit Datum vom 7.5.1923.

Der nachfolgende Briefumschlag ebenfalls vom Reichsfinanzministerium und damit gleichem Bafraversuchsfreistempel belegt ferner die gleiche Wertstufe, wie oben abgebildet und datiert mit Datum vom 8. Mai nur 24 Stunden später, denn der Postamtstagesstempel Berlin W 66 hat ebenfalls die Einsatzuhrzeit nachmittags von 4-5 N. Die Zählwerkdifferenz von 4605 bis 4811 liefert uns mit 206 Freistempelabschlägen innerhalb eines Tages eine erhebliche Nutzungsfrequenz, dennoch gilt es diese Freistempelvorläufer  aus der knapp 6wöchigen Erprobungszeit  zu entdecken und zu beachten!

                      

Auch in diesem Fall wird ein vorgedruckter Briefumschlag mit dem Mecklenburgischen Staatsministerium in Neustrelitz  als Adressat genutzt. Interessanterweise findet sich in gleicher Portostufe dennoch eine unterschiedliche Versendungsform. Der ebenfalls zugedruckte Hinweis  REICHSDIENSTSACHE!  und der zugestempelte Hinweis BRIEFTELEGRAMM!  liefern  hier nützliche Informationen. Nach meinem Kenntnisstand wurden Reichsdienstsachen in Telegrammform noch 1923 portofrei geduldet, aber die Sonderform des Brieftelegramms  in Form der gewöhnlichen Briefzustellung erforderte in diesem Fall im Fernbrieftarif ebenfalls trotz Reichsdienstsache die Freistempelwerteinstellung M 100.

Die folgende Abbildung belegt mit Datum vom 30.10.1926 dann einen frühen aber regulären Freistemplereinsatz mit  einer Francotyp C Maschine, eingesetzt bei der Deutschen Bank in Hamburg. Auch in diesem Fall liegt wohl ein häufig frequentierter Empfänger vor und daher auch ein vorgedrucktes Adressfeld, wenn auch sogar im fernen Manila auf den Philippinen gelegen. Datum des Freistempelabschlags und Tagesstempel Abgangspostamt in Hamburg Postamt 11 datieren vom 30.10.1926 und der Ankunftsstempel in Manila  belegt mit dem 1.12.1926 für den Einschreibbrief einen  4wöchigen Transport.
                             
Die Portostufe errechnet sich mit der Grundgebühr für den Brief mit 60 bis 80g mit 70 Pfennigen und addiert sich mit der Einschreibgebühr von 30 Pfennigen zum Gesamtbetrag 100. Francotyp C  Freistempler mit Wertrahmen Bogenrechteck.

Die 100er Serie im ansteigendem Datum vom 16.2.1928  dokumentiert der folgende Beleg in der seit dem 1.Juli 1927 eingeführten und möglichen Versendungsform  der   Bahnhofs – Zeitungen.
              


In diesem Fall ging die Sonntagsausgabe des Berliner Tageblattes aus dem Verlag Rudolf Mosse - Berlin zur Bahnhofsbuchhandlung  nach Baden – Baden. Als Freistempler findet sich ein Bafra - Fabrikat der Francotypgesellschaft im sog. Typ E (Dürst/Eich) mit charakteristischem 8-Eck-Wertrahmen mit Inschrift Deutsches Reich. Darunter ist in Schreibschrift gesetzt Rudolf Mosse und  darunter der Berliner Ortsstempel zugehörig zum Postamt Berlin SW 19. Das Portoentgeld errechnet sich für die 15 Zeitschriften der Sonntagsausgabe mit einem Einzelgewicht zu 248g mit insgesamt ca.3,7 Kilo im Tarif vom 1.8.1927 mit 100 Pfennigen.

Ein Versicherungsschreiben  der Nordstern  Agentur in Berlin setzt mit Datum vom 22.9.1930 die 100er Wertstufenserie fort.
                       
Recht einfach summiert sich für den Fernbrief in der 2. Gewichtsklasse im Tarif vom 1.8.1927  mit 30 Pfennigen und den zusätzlichen Versendungsformen Einschreiben mit 30 Pfennigen und der Eilbotengebühr mit 40 Pfennigen der Gesamtbetrag zu 100 Pfennigen. Rückseitig Ankunftsstempel Osnabrück vom nachfolgenden Tag. Francotyp D Freistempler ebenfalls mit Wertrahmen Bogenrechteck.


Nachfolgend auf einem vorgedrucktem Adressträger  für Päckchen und Drucksachen  eine Versendung  aus dem Zentralverlag der N.S.D.A.P. Franz Eher Nachfolger in München nach Cherbourg in Frankreich an der Atlantikküste. Genutzt wurde der Adressträger in diesem Fall zur Drucksachenversendung, dabei waren die Zeitschriften oder Bücher aus dem „größten und ältesten nationalsozialistischen  Verlag“ erwartungsgemäß  nicht für einen französischem Empfänger gedacht sondern für die Bordbuchhaltung  auf dem deutschen Schiff MS „Europa“ mit Liegeplatz im Hafen von Cherbourg. Ausgerüstet für  Katapultflugzeuge waren die Schiffe „Bremen und Europa“  für den Flugpostverkehr über den Atlantik zudem  für schnelle Beförderungszeiten  bekannt. Hier ein Foto dazu aus dem Archiv der Lufthansa AG.

                                          

Ermäßigte Gebühren in Form der Drucksachenversendung waren  mit Frankreich seit 1925 möglich, dementsprechend lag der Sendung für die Wertstufe 100  ein Gewicht von 2kg zu Grunde. Francotyp D Maschine mit Wertrahmen Rechteck. Laut Adresse war der Liegeplatz am Kai 46 und lief dort  unter Alexander III.
                         

Der weitere folgende  Beleg vom 5.7. 1937 sollte Bogota in Kolumbien mit Luftpost ab  New York erreichen. Die AEG - Geschäftsstelle in Berlin warb im Freistempler – einer Francotyp C Maschine mit Wertrahmen Bogenrechteck - mit dem Werbeeinsatz für Rundfunkgeräte mit ihrem  schönen und wertvollen Klang. Francotyp C und Wertrahmen Bogenrechteck.
                                 

Der folgende kartonförmige Adressträger  mit Datum vom 19.April 1940  dokumentiert postgeschichtlich  den Stand des 2. Kriegsjahres 1940.  Die Sendung  aus dem Verlag Scherl in Berlin sollte die Hauptgeschäftsstelle  der Western Maryland Railway Company  in Baltimore erreichen. Der Verlag nutze den Postweg Via Sibirien und Japan, denn noch waren im April 1940 Russland, Japan und  USA nicht in diesen weltumspannenden und entsetzlichen 2. Weltkrieg  eingetreten und involviert. 
                      
Vorderseitig noch U.S. Zollstempel ( Custom ) aus Baltimore abgeschlagen. Auch in diesem Fall ist vermutlich eine Drucksachenversendung  anzunehmen. Allerdings sind in die USA ermäßigte Gebührensätze mir nicht bekannt und es ist ein Gewicht der Sendung von 2kg zu postulieren. Francotyp D Freistempler und Wertrahmen Reichsadler.

Auch Bankgeschäfte mit dem Ausland waren noch 1941 möglich, wie der nachfolgende Beleg aus Hamburg mit Datum vom 10. April 1941 bezeugt. Die Privatbank M. M. Warburg (seit 1798) mit Sitz in Hamburg  schickte einen Einschreibbrief zur Banque Mellie´ Iran in Teheran. Francotyp D Maschine mit Wertrahmen Reichsadler. Das Porto errechnet sich aus der Briefgrundgebühr mit 25 Pfennigen und 3 x 15 Pfennigen  für die Gewichtsklasse 61 bis 80 g und den Einschreibgebühren von 30 Pfennigen  zu insgesamt 100 Pfennigen und dies im Wertrahmen Reichsadler der genutzten Francotyp D Maschine.
                              
Neben dem Ankunftsstempel ist rückseitig fast zwangsweise ein Zensurnachweis der Auslandswehrmachtüberwachung zu erwarten.
                                                    

Abschließen soll den Wertstufenreigen „100“ eine Sendung aus der Reichsmessestadt Leipzig mit Datum vom 15 April 1943. Aus dem Musikverlag Oskar Seifert ging eine Drucksachensendung  mit der Zolldeklaration „Musikalien“ nach Kroatien. Neben Zensurstempeln  findet sich noch ein Eingangsstempel  als roter Kastenstempel und ein schwarzer Gumminebenstempel.  Auch in diesem Fall eine Francotyp C Maschine mit Wertrahmen Reichsadler und im Ortsstempel Leipzig  der Zusatz  REICHSMESSESTADT.
                              
                        Die vermutliche Musiknotensendung ging 1943 als ermäßigte Drucksachensendung auf den Weg.

Damit sind sicherlich die Belegbeispiele für die Freistempelung in der Wertstufe 100 bis zum Jahr 1945  in keinem Fall vollständig vorgestellt oder abgehandelt. Die  aufgeführten  Postbelege demonstrieren allerdings ein buntes Bild an Verwendungsformen, offenbaren Entwicklungen in den Freistempleranwendungen  und  belegen zudem zeithistorische Gegebenheiten und Besonderheiten.

                               
Die Abbildung belegt eine portogerechte Briefversendung im Sondertarif  Tschechslowakei gültig vom 1.1.1935 bis zum 31.3.1939. Als Absender des 100 bis 120g schweren Briefes firmiert  Erich Mohnke aus Berlin mit Datum vom 29.4.1938. Mohnke  hatte einen internationalen – Poststempel – Beschaffungsdienst aufgebaut und warb entsprechend mit illustriertem Umschlag und auch Absenderfreistempelzusatz. Spez. auch auf Nachnahmeversendungen ist dieser AFS häufiger zu finden, die vorgestellte Briefversendung im Sondertarif  C.S.R  und  6. Gewichtsklasse ist aber sicherlich  nicht alltäglich zu finden. Francotyp C Maschine mit Wertrahmen Reichsadler.
                         
                                      
Die 94-Pfennigwertstufe kann mit einer Briefvorderseite  und mit Datum vom 5.4.1939 belegt werden. Als Absender fungiert der Nationalsozialistische Reichsbund für Leibesübungen (Nachfolge des Olympischen Komitees von 1936) und seiner Hauptgeschäftsstelle im HAUS des DEUTSCHEN SPORTS auf dem Reichssportfeld in Berlin. Das Portoentgeld errechnet sich für den Fernbrief in der 2. Gewichtsklasse mit 24 Pfennigen, der Eilbotengebühr mit 40 Pfennigen und der Zusatzleistung Einschreiben mit 30 Pfennigen zu insgesamt 94 Pfennigen. Der Einschreibzettel vom zugehörigen Postamt Charlottenburg 9  trägt noch den Hinweis  Reichssportfeld (in Klammern gesetzt). Der Postabgangsstempel  trägt neben Berlin-Charlottenburg 9 im  oberen zusätzlich noch im unteren Kreissegment  den Schriftzug Reichssportfeld. Francotyp D Freistempler mit Wertrahmen Reichsadler. Neben dem handschriftlichen Hinweis Durch Eilboten u. Einschreiben findet sich noch ein roter Gumminebenstempel  Durch  Eilboten, Bote bezahlt. Vorgeschriebenes rotes Eilbotenkreuz und roter Pergamin – Eilbotenzettel  runden das eindrucksvolle Adressfeld ab.

                                
Sicherlich kann die 90-Pfennigwertsufe in verschiedenen Varianten vorgestellt werden, jedoch scheint mir die abgebildete Fernbriefform als Eilbotenversendung zum Nachnahmeinzug trotz leicht strapazierter Form besonders interessant. Hier hat der Allgemeine Deutsche Automobil - Club die Sendung der Hauptverwaltung mit Sitz in München am 11.6.1930 nach Leipzig auf den Weg gebracht.  Es handelt sich um einen Adressvorderteil  mit glücklicherweise vorderseitig vorhandenen Posttagesstempeln in der Abgangsform München und der Eingangsform Leipzig. Das Portoentgeld errechnet sich aus der Eilbotenversendung mit 40 Pfennigen, der Nachnahmegebühr mit 20 Pfennigen und der Briefgebühr bis 250g mit 30 Pfennigen. Francotyp D Maschine mit Wertrahmen Bogenrechteck.

                                                  
Die Kölnische Versicherungs-Aktiengesellschaft mit ihrer Geschäftsstelle Stuttgart hatte im Brandschaden vom 27.9.1939 (rückseitiger Text) eine eilige Nachricht  zur Ankündigung ihres Regulierungsbeauftragten  an den Landwirt E. Kraft in Übrigshausen  im Landkreis Schwäbisch Hall. Die Fernpostkarte (6 Reichspfennige) mit Datum vom 21.2.1940 und AFS-Datum vom 20.2.1940 erforderte  zusätzlich für die seltene Eilbotenzustellung im Landbezirk  noch Auffrankierung mit 80 Pfennigen zu insgesamt 86 Pfennigen. Francotyp D Freistempler mit Wertrahmen Reichsadler und NS-„Ehrenbezeichnung“ für Stuttgart im Ortsstempel als „Stadt der Auslandsdeutschen“.

                                            
Der abgebildete und rückseitig gesiegelte Wertbrief der Farben-Fabriken Berger & Wirth aus Leipzig  mit Datum vom 13.4.1933  gilt dem Empfänger, der schon bei der Wertbriefvorstellung mit der Gebührenstufe zu 72 Pfennigen vorgestellt wurde. Leider sind keine erklärenden  Briefinhalte vorhanden. So bleibt der anscheinend wichtige Versand zwischen diesen Beteiligten aus den Jahren 1933 und 1935 ein Rätsel. Der rückseitige Ankunftsstempel in Erfurt vom gleichen (!)Tag hat die Zeit 23-24 Uhr dokumentiert und bestätigt zum Aufgabestempel Leipzig mit 6-7 N die damals nicht nur kurzfristige Bearbeitung, sondern bietet auch die nachvollziehbaren Stempeldaten. Der Absenderfreistempel ist auch hier im 90Gradwinkel gedreht, um das Vordruckfeld für die erforderliche  schriftliche Wertangabe – in diesem Fall dreihundert Reichsmark -  nicht zu überdecken. Die Versicherungssumme ist ebenfalls nach Vorschrift in Zahlen zusätzlich wiederholt und vermerkt. Das Portoentgeld errechnet sich für den Fernbrief in der 2. Gewichtsstufe im Posttarif vom 15.1. 1932 aus der Briefgrundgebühr mit 25 Pfennigen, der Behandlungsgebühr für die ersten 100 RM mit 50 Pfennigen und aus der erweiterten Versicherungssumme bis 500 RM mit 10 Pfennigen zu insgesamt 85 Pfennigen. V = Valeurzettel aus rotem Pergaminpapier mit schwarzem Zudruck in diesem Fall vom Postamt Leipzig C 2 und mit zusätzlichem Tagesstempel vorderseitig bestätigt. Francotyp C Maschine und Wertrahmen Bogenrechteck.

                                            
Vorgestellt wird ein Komusina- Freistempelabschlag mit Wertrahmen Bogenrechteck und Datum vom 20.9.1935. Die eilige Nachricht der Firma in München sollte wohl schnellstens Berlin erreichen. Die rückseitigen Ankunftsstempel vom nachfolgenden Tag mit Uhrzeit 6-7 vormittags bzw. noch Rohrpoststempel aus Steglitz mit 7 Uhr und  10 Minuten bestätigen die  schnellstmögliche Zustellung im Luftpostversand und Eilbotenzustellung. Das Porto errechnet sich aus der Briefgebühr für die 2. Gewichtsklasse mit 24 Pfennigen, dem Luftpostzuschlag für dieses Gewicht mit 20 Pfennigen und dem Eilbotenzuschlag mit 40 Pfennigen zu insgesamt 84.             

                                                   
Wir sehen einen Einschreibbrief des Stahlkonzerns August Klönne mit Standort Dortmund und Datum vom 20. April 1938  an den Präsidenten der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung in Berlin. Die Nachricht war offensichtlich wichtig und sollte zudem schnell den Empfänger erreichen. Dementsprechend wurden die Zusatzversandleistungen Einschreiben (30 Pfg.) und Eilboten (40 Pfg.)  gewählt und addieren sich im Portoentgeld zum normalen Brieftarif mit 12 Pfennigen zum Gesamtbetrag von 82 Pfennigen. Der rückseitige Ankunftsstempel datiert in Berlin- Charlottenburg vom nachfolgenden Tag mit 4-5 Uhr vormittags. Francotyp A Freistempler mit Wertrahmen Reichsadler.

                                                  
Vorgestellt wird ein Adressaufkleber in der seltenen Versendungsform als Auslandsdrucksache  in die Schweiz mit Datum vom 19.1.1938 und der Zusatzleistung Einschreiben. Das Portoentgeld errechnet sich für die Drucksache mit 5 Pfennigen je 50g bei 500g mit  50 Pfennigen und der Einschreibgebühr zu 30 Pfennigen zur Gesamtgebühr von 80 Pfennigen. Die Firma van Gülpen war damals im Röstmaschinengeschäft beteiligt mit dem Produkt „Probat“ und ist auch nach 170 Jahren noch im Kaffeegeschäft tätig. Francotyp C Maschine mit Wertrahmen Bogenrechteck.

                                                        
Die Postkarte als eingeschriebene Eilbotenversendung stammt aus Radebeul - Oberlössnitz mit Datum vom 18.10.1932. Das Portoentgeld errechnet sich aus der Postkartengebühr mit 6 Pfennigen, dem Einschreibversand mit 30 Pfennigen und dem Eilbotenzuschlag mit 40 Pfennigen. Der Freistempelabsender stammt von Otto E. Weber Radebeul-Dresden einem zur damaligen Zeit international bekannten Hersteller von Kaffeesurrogat  und auch Teeprodukten. Francotyp C Maschine mit Wertrahmen Bogenrechteck. Der Firmenfreistempel wurde schon einmal  in der Portostufe mit 43 Pfennigen vom gleichen Tag und mit gleicher Adresse vorgestellt und lässt eventuell unter Berücksichtigung der seltenen Versendungsformen wohl damit einen schon damals  philatelistischen Hintergrund erahnen


                                                       
Vorgestellt wird ein Eilbotenbrief  mit Datum vom 5.4.1941 aus dem 2. Kriegsjahr  in die benachbarte Schweiz. Die Briefgebühr errechnet sich für den Auslandsbrief mit 25 Pfennigen und dem Auslands-Eilbotenzuschlag mit 50 Pfennigen zu insgesamt 75. Der Eilbotenbrief aus Bremen in die Schweiz war der Auslandsüberwachung suspekt und demonstriert mit Öffnungsbanderolenverschluss und Kontrollstempeln vor– und rückseitig die penible Kontrolle durch die Wehrmachtsstelle-ABP (Auslandsbriefpost).Die Post in Zürich bestätigte dann rückseitig die Briefausgabe und die Eilzustellung mit entsprechenden Ankunftsstempeln. Freistempler Francotyp D Maschine mit Wertrahmen Reichsadler.
                                                      
                                                   Ausschnitt Rückseite Eilbrief in die Schweiz mit Zensurvermerken


                                                     
Vorgestellt wird ein Luftpostbrief nach Wien mit der Zusatzleistung Eilbotenversand. Die Werbeabteilung der UFA in Berlin hatte wohl 1942 eine schnell zu übermittelnde Nachricht für die Universum-Film GmbH in Wien. Das Portoentgeld errechnet sich für den Brief in der 2. Gewichtsklasse mit 24 Pfennigen, dem Eilbotenzuschlag mit 40 Pfennigen und dem Luftpostzuschlag mit 2x5 Pfennigen  (je 20g Briefgewicht Luftpostgebühr von 5 Pfennigen) zu insgesamt 74 Pfennigen. Francotyp D Maschine und Wertrahmen Reichsadler.

                                             
Der abgebildete und rückseitig gesiegelte Wertbrief der Farben-Fabriken Berger & Wirth aus Leipzig  mit Datum vom 26.8.1935  war an Herrn H. Borchard wohl eigentlich wohnhaft in Erfurt gerichtet, der allerdings z.Zt. in Kassel weilte und daher dort wohl nur hauptpostlagernd  zu erreichen war. Dies ist nach rückseitigem Ankunftsstempel in Kassel vom 27.8.1935  dort auch erkennbar gelungen. Der Absenderfreistempel ist im 90Gradwinkel gedreht, um das Vordruckfeld für die erforderliche  schriftliche Wertangabe – in diesem Fall einhundertundfünfzig Reichsmark -  nicht zu überdecken. Die Versicherungssumme ist ebenfalls nach Vorschrift in Zahlen zusätzlich wiederholt und vermerkt. Das Portoentgeld errechnet sich für den 18g schweren Fernbrief aus der Briefgrundgebühr mit 12 Pfennigen, der Behandlungsgebühr für die ersten 100 RM mit 50 Pfennigen und aus der erweiterten Versicherungssumme bis 500 RM mit 10 Pfennigen zu insgesamt 72 Pfennigen. V = Valeurzettel aus rotem Pergaminpapier mit schwarzem Zudruck in diesem Fall vom Postamt Leipzig C 2 und mit zusätzlichem Tagesstempel vorderseitig bestätigt. Francotyp C Maschine und Wertrahmen Bogenrechteck.

                          
Abgebildet  ist ein Adressaufkleber für eine Briefversendung in der höchsten Gewichtsklasse bis 500g und zusätzlicher Einschreibversion des Grote Verlags in Berlin an eine Adresse in Rostock mit Datum vom 28.1.1936. Im Firmenlogo G G sind je ein Mann platziert in lesender aber auch in rauchender Silhouette. Das Portoentgeld errechnet sich aus der Briefgebühr mit 40 und der Einschreibgebühr mit 30 Pfennigen zu insgesamt 70 Pfennigen.Francotyp C Mascine mit Wertrahmen Rechteck.

                                        
Vorgestellt wird ein Ortsbrief vom Amtsgericht Berlin-Mitte mit Datum vom 8.6.1933 in den Zusatzleistungen Einschreiben, gegen Rückschein und eigenhändig. Das Entgeld errechnet sich aus der Briefgrundgebühr mit 8 Pfennigen und den Zusatzleistungen  Einschreib- und Rückscheingebühr mit jeweils 30 Pfennigen zu insgesamt 68 Pfennigen. Die ausgewiesene eigenhändige Zustellung war bis zum 31.7. 1933 gemäß Posttarif noch unentgeldlich und wohl in den vorher genannten Zusatzgebühren berücksichtigt. Rückseitig Amtssiegel und Eingangsstempel Charlottenburg vom nachfolgenden Tag und 5-6 Uhr vormittags. Francotyp D Maschine mit Rechteck- Wertrahmen. Der rote zusätzliche Stempelvermerk auf der Vorderseite lautet: Nicht nach dem Ausland nachsenden.

                                                 
Abgebildet ist eine Zustellungsurkunde mit Datum vom 7.12.1932 als Fernbrief  und in diesem Fall vom Städtischen Bezirksamt Prenzlauer Berg in Berlin an das Landesverwaltungsgericht in Schwerin / Mecklenburg. Interessant ist der vorderseitige Schreibmaschinenzusatz  zur vereinfachten Zustellungsform und der Hinweis auf das beigefügte Formblatt. Sicherlich ist  diese Versendungsform mit 67 Pfennigen und dann noch mittels Komusinafreistempler relativ selten anzutreffen.  Zur Errechnung dieser seltenen Portostufe gilt die zuständige Posttarifphase vom 15.1.1932  bis zum 30.11.1933. Die Zustellungsurkunde erforderte wohl vom Briefformat bzw. Gewicht den 2. Fern - Gewichtstarif  ab 20g mit 25 Pfennigen und die Zustellgebühr betrug 30 Pfennige. Für die Rücksendung  des üblichen Formulars als Zustellungsbestätigung war aber nur noch die erste Gewichtsklasse im Fernbrieftarif  mit 12 Pfennigen notwendig. 25, 30 und 12 Pfennige summierten sich zum Gesamtentgeld von 67 Pfennigen. Komusinafreistempler und aus dem Jahr 1932 und nur mit Wertrahmen   Bogenrechteck möglich. 

                                 
Schon 1933 nutzte das Briefmarkenhaus RICHARD BOREK- BRAUNSCHWEIG auch einen Absenderfreistempler in der Kundenkorrespondenz, wie das obige Beispiel mit Datum vom 29.9.1933 demonstriert. Der Brief ging wohl an einen interessierten Philatelisten in der benachbarten Tschechoslowakei.

                                                                Rückseitiger Stempel vom 30.9.1933.
Das Porto errechnet sich für den Brief in der Gewichtsklasse von 40-60g mit 35 Pfennigen (im Sondertarif C.S.R.) und der Einschreibgebühr mit 30 Pfennigen zu insgesamt 65 Pfennigen. Francotyp C Maschine mit Wertrahmen Bogenrechteck.


                                                 
Der Brief der Badischen Beamtenbank  weist ein größeres Briefformat auf und lief als Fernbrief von Karlsruhe nach Regensburg mit Datum vom 12.10.1939 und sollte dort das Forstamt Jörg der fürstlichen Domänenkammer (die Domänenkammer war Nachfolge der ehemals fürstlichen Thurn und Taxis Verwaltung) erreichen. Es erfolgte eine innerörtliche Umleitung von der Sudetendeutschen Strasse zum Hermannsplatz. Es darf bezweifelt werden, dass eine der Umleitungen zur gegenwärtigen Zeit, noch wie damals vermerkt, im Landzustellungsbereich liegen wird. Das Gesamtentgeld  zu 64 Pfennigen errechnet sich aus der Briefgebühr in der 2. Gewichtsklasse mit 24 Pfennigen, der Einschreibgebühr zu 30 Pfennigen  und der Zusatzleistung eigenhändig mit 10 Pfennigen. Francotyp D Maschine mit Wertrahmen Bogenrechteck.
                                                          
Die Rückseite  zeigt zwei handschriftliche Nachsendungsvermerke und gleich drei Regensburger Poststempel mit Walhallastrasse (8.1.39 mit 6-7Uhr) sowie Regensburg 10 (10.1.39 mit 16Uhr) und 2 (10.1.39 mit 23Uhr). Zur damaligen Zeit waren Briefrückseiten noch „postalische Offenbarungen“!

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Mit dem Postauftrag bestand einmal die Möglichkeit der baren Geldeinziehung für den Absender  und ferner einen Zahlungswechsel beim Empfänger zu präsentieren. Der Postauftrag begrenzte sich auf die Summe von 1000 RM und auf den innerdeutschen Bereich. Dazu bedurfte es der Erstellung durch den Absender einer Postauftragskarte, die mit anhängender Zahlkarte oder Postanweisung  versehen war. Das Portoentgeld errechnet sich aus der Briefgrundgebühr obiges Beispiel im Ferntarif mit 12 Pfennigen, der Einschreibgebühr zu 30 Pfennigen und der Vorzeigegebühr von 20 Pfennigen zur Gesamtsumme von 62 Pfennigen. Zusätzlich finden sich handschriftliche Fristenvermerke für die einlösende Ausführung. Der demonstrierte Postauftrag  vom 12.10.1936 stammt von der Cigarettenmaschinenfabrik  J.C. Müller & Co. aus Dresden und ging an das Postamt W 30 in Berlin. Francotyp C Maschine mit Wertrahmen Bogenrechteck.             
                                                                                         

Häufig wurden damals die Firmenumschläge vortrefflich illustriert und ich möchte in diesem Fall auch die Rückseite abbilden, die nicht nur den Ankunftsstempel zeigt sondern auch die “Hochleistungs-Cigarettenmaschine Excelsior-Rapid Mod.DF“.

                                         

Die Versendungsform Briefpäckchen gab es von 1928 bis 1938 in der Gewichtsklasse bis 1000 Gramm. Damit wurde zwischen der Briefversendung mit max. 500g und der reinen Päckchenversendung  bis 2kg ein Zwitter geschaffen, der bei der Änderung der Postordnung 1938 und der Erhöhung des maximalen Briefgewichts  auf 1000g wieder entfiel. Der Versand  von Karlsruhe und nach Engen mit Datum vom 10.3.1935  war innerorganisatorischen Inhalts zwischen den jeweiligen nationalsozialistischen Einheitsverbänden der Deutschen Arbeitsfront.  Francotyp C Maschine im Rechteck -  Wertrahmen.
             
                                      
Abgebildet  ist eine größerer Drucksachenumschlag als Luftpost – Eilbotenversendung vom Bildnachrichtenbüro des Photo-Verlags ATLANTIC-  Dr. F. L. Hermann in Berlin an die Agentur Schostal in Wien mit Datum vom 29.4.1940. Neben dem rückseitigen Wiener Ankunftsstempel vom 30.4.1940 ist ein handschriftlicher Bleistiftvermerk interessant mit DAHLQUIST vermutlich einem schwedischen Skiläufer. Ein Bild des Photoverlages aus Berlin sollte anscheinend schnell die Pressebildagentur Schostal in Wien erreichen! Das Portoentgeld errechnet sich aus der Drucksachengebühr (20-50g) mit 4 Pfennigen, dem Eilbotenzuschlag mit 40 Pfennigen und dem Luftpostzuschlag mit (3x5) von 15 Pfennigen zum Gesamtbetrag von 59 Pfennigen. Francotyp C Maschine mit Wertrahmen Reichsadler.


                                              
Der Rohrpostbrief aus Berlin datiert vom 26.9.1930. Die eilige Nachricht der UFA (Universum Film AG)  mit Sitz in Berlin, Friedrichstrasse sollte wohl schnell die Filmredaktion „Vorwärts“  in der Lindenstrasse im Bezirk SW 68 erreichen. Über den Inhalt kann gerätselt werden. Schon Absender und Empfänger beinhalten beide eine höchst interessante Historie. Der Absenderfreistempel enthält den Namen „Parufamet“ unter dem die UFA nach 1925 und der Teilfusionierung mit der amerikanischen Paramount firmierte und der „Vorwärts“ war stets das Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands gewesen. Das Berliner Volksblatt war seit 1884 die Keimzelle des „Vorwärts“ und wurde nach 1891 im Namen beibehalten. Der vor- und rückseitige Rohrpoststempel von Berlin SW 48 nach Berlin W 68 differiert um 25 Minuten! Das Portoentgeld errechnet sich aus der Otsbriefgebühr mit 8 Pfennigen, dem Rohrpostzuschlag mit 10 Pfennigen  und der zu dieser Zeit zugehörigen Eilzustellung mit 40 Pfennigen. Francotyp D Maschine mit Wertrahmen Bogenrechteck. 

                                              
Der Luftpostbrief von Wien nach Berlin am 24. Februar 1939 sollte wohl dringend konzerninterne Nachrichten zwischen dem „Wiener“ Werk  und dem „Werner“ Werk der Firma Siemens & Halske in Berlin Siemensstadt übermitteln, denn auch die Eilbotenzusatzleistung war gewählt worden. Vorderseitiger Wiener Flugpoststempel und rückseitiger Berliner  Ankunftsstempel in der Siemensstadt belegen eine Zeitdifferenz von abends 22 Uhr und morgens 6 Uhr von nur 8 Stunden vom 24. auf den 25. Februar. Das Portoentgeld errechnet sich aus der Briefgebühr mit 12 Pfennigen, der Eilbotenzusatzleistung mit 40 Pfennigen und dem Inlandsluftpostzuschlag von 5 Pfennigen. Francotyp A Maschine und Wertrahmen Reichsadler.

                                                                    
Wir sehen einen Ortsbrief  aus Berlin in Form der Eilbotenversendung vom 24.4.1935 der MITSUBISHI SHOJI KAISHA GmbH. Das Entgeld errechnet sich aus 16 Pfennigen für den Ortsbrief in der 2. Gewichtsklasse und der Eilbotenzusatzleistung mit 40 Pfennigen.  Unberührt blieb davon die Weiterleitung als Fernbriefvariante durch Umzug des Dr. F.L. Schmidt aus Berlin – Lichterfelde nach Wiesbaden. Vorderseitiger Abgangstempel Berlin W9, rückseitig noch  Ankunftsstempel Berlin- Lichterade und 2 Wiesbadener Ankunftsstempel durch Weiterleitung. Francotyp C Maschine mit Wertrahmen Bogenrechteck.

                                             
                                                    
Die Nachricht des Schulrates vom 4.9.1939  freigemacht mit Absenderfreistempel des Verwaltungsbezirks „Horst Wessel“ der Reichshauptstadt Berlin (der Berliner Verwaltungsbezirk Friedrichshain kam unter den Nationalsozialisten zur zweifelhaften Ehre in „Horst Wessel Stadt“ umbenannt zu werden) sollte wohl dringlich alle Schulrektoren erreichen, um Lehrkräfte freizusetzen  für die Verteilungsstellen von Bezugskarten. Die damals schnellste Zustellungsform war die Rohrpost- Eilbotenzustellung. Die Rohrpoststempel von Berlin  NO18 und Berlin  O17 weisen mit Datum vom 4.9.1939 in der Uhrzeitangabe die Differenz von 20 Minuten aus (15Uhr 20 und 15 Uhr 40). Das Entgeld errechnet sich aus der Gebühr für die Ortspostkarte mit 5 Pfennigen, dem Rohrpostzuschlag mit 10 Pfennigen und der Eilbotengebühr  mit 40 Pfennigen  zum Gesamtbetrag von 55 Pfennigen. Francotyp B Freistempler mit Wertrahmen Reichsadler. Mich erstaunt auf dieser Verwaltungsnachricht der fehlende übliche „Deutsche Gruß“ oder das viel zitierte „H.H“.

                                                              
Abgebildet ist ein Einschreibbrief vom Stickdorf-Syndikat in Berlin als Fernbrief in der 2. Gewichtsklasse nach Leipzig (Bug durch Knick bei Großformat).Die Briefgebühr errechnet sich aus dem Briefporto mit 24 Pfennigen und der Zusatzleistung Einschreiben mit 30 Pfennigen. Datum der Briefaufgabe war der 18.4.1944. Francotyp D Maschine und  Wertrahmen Reichsadler.

                                        
Wir sehen einen Ortsbrief mit Zustellungsurkunde in Form der vereinfachten Zustellung und mit Absenderfreistempel des Amts- und Landgerichtes Berlin-Mitte und dem Portoentgeld von  53 Reichspfennigen  freigestempelt. Der Briefumschlag ist etwas größer als das übliche C6-Format. Die Frage stellt sich zur Errechnung dieser seltenen Portostufe mit Stempeldatum vom 18.1.1933 und der zuständigen Posttarifphase vom 15.1.1932 bis zum 30.11.1933. Die Zustellungsurkunde erforderte wohl vom Briefformat bzw. Gewicht den 2. Orts- Gewichtstarif (nach Berlin N.O.18) ab 20g mit 15 Pfennigen. Die Zustellgebühr betrug 30 Pfennige. Für die Rücksendung  des üblichen Formulars als Zustellungsbestätigung war aber nur noch die erste Gewichtsklasse im Ortsbrieftarif  mit 8 Pfennigen notwendig (15, 30 und 8 summieren sich zu 53 Pfennigen)! Rückseitig findet sich die Zustellungsbestätigung und Amtssiegel PREUSS.AMTSGERICHT * BERLIN-MITTE*. Francotyp D Maschine und Rechteck- Wertrahmen.


                                            

Der Eilbrief vom 1.3.1938 in der ersten Gewichtsklasse ist portogerecht mit Absenderfreistempel  mittels Francotyp C Maschine und Wertrahmen Reichsadler freigemacht. Der illustrierte Umschlag  passend zum Freistempel demonstriert die Gleichschaltung sämtlicher gesellschaftlicher Lebensformen im III.Reich. Selbst die  Imker waren im R.D.Kl. (Reichsfachgruppe Deutscher Kleintierzüchter) eingereiht und nur das Honigglas im Absenderfreistempel stimmt nachträglich und im doppelten Sinne „geschmackvoll und versüßend“.



                                              
Eilbotenversendung in der 2. Gewichtsklasse der Versicherungsbank Barmenia aus Barmen nach Berlin mit Datum vom 3.11.1926.  Rückseitiger Ankunftsstempel Berlin W8 vom 4.11. und Uhrzeit 8Uhr10 V. Francotyp C Maschine und Wertrahmen Bogenrechteck. Die Briefgebühr errechnet sich aus 20 Pfennigen Fernbrief in der 2. Gewichtsklasse und Eilbotenzuschlag im Ortsbereich mit 30 Pfennigen.

                                         
Nicht alltäglich findet man die Versendungsform Geschäftspapiere als Sonderfall der Drucksache in  Form der Eilbotenversendung. Hier belegt  als eilige Post der Speditionsfirma A. Koch, Berlin mit Datum vom 29.7.1936 an die Firma Inmink in Leipzig. Rückseitig diverse Durchgangs- und Ankunftstempel. Francotyp C Maschine und Wertrahmen Hakenkreuz.

                                        
Die eingeschriebene Luftpostversendung nach Prag belegt die relativ seltene Portostufe mit 47 Pfennigen und stammt vom 7.5.1941. Die Lorenz AG Berlin hatte wohl dringende Post ins damalige Prag (seit 1.4.1939 Böhmen und Mähren) zu erledigen. Zur Briefgebühr im Posttarif 16.4.1941 mit 12 Pfennigen addierte sich der Einschreibzuschlag mit 30 Pfennigen und die Luftpostgebühr im Tarif vom 1.8.1938 mit 5 Pfennigen zu insgesamt 47 Pfennigen Portoentgeld. Francotyp D Maschine und Wertrahmen Reichsadler.

                                          
Die Eilbotenpostkarte mit vorderseitig abgebildetem Rathaus aus Reichenberg stammt vom 14.2.1941 und im Text wird eine eilige Änderung der Zugverbindung an den Empfänger in Dresden mitgeteilt. Der Absenderfreistempel der Batteriefabrik  Rudolf Hähne  weist für das Sudetenland  eine nicht untypische Ziffernstruktur auf. Das Porto errechnet sich aus der Postkartengebühr mit 6 Pfennigen und der Zusatzleistung Eilbotenzustellung mit 40 Pfennigen. Francotyp C Maschine mit Wertrahmen Reichsadler. Tagesstempel Dresden vom Ankunftstag 15.2.1941.

                                          
Die vorstehende Drucksachenversendung wurde zur Abbildung im Kontrast etwas verstärkt. Die Versendung des Presse – Informationsbüro  „FUNK-STUNDE“ in Berlin erfolgte mit Datum vom 8.8.1930 als Eilbotensendung zum Reichs-Verkehrs-Verlag nach Breslau. Die Drucksache bis 50g sollte wohl schnell den Redakteur Konrad Meyner für die Sendung „Schlesische Wellen“ noch erreichen. Die Aufforderung HÖRT RUNDFUNK im Absenderfreistempel ist 1930 durchaus noch als innovativ und alternativlos einzustufen. Allerdings macht aktuell im Zeitalter von Fernsehen, Handys und  MP3-Player der Hörfunk erneut Reklame für sein „fast schon antiquiertes“ Medium. Francotyp D Maschine und Wertrahmen Bogenrechteck.

                                    
Die Nachnahmesendung an die Fa.B.v.Harenne & Schwilden in Aachen stammt von der Überwachungsstelle für Lederwaren   in Berlin mit Datum vom 11.9.1937.  Diese 1934 vom Reichswirtschaftsministerium geschaffenen Kontrollsysteme gab es praktisch für alle Wirtschaftsgüterbereiche zur Überwachung und Steuerung von Beschaffung und Zuteilung. S.a. Vorstellung im Thema QUELLE ein deutsches Versandhaus.  Abgebildet ist ein Brief in der 2. Gewichtsstufe (24) und Vorzeigegebühr (20) freigestempelt folglich mit 44 Pfennigen. Francotyp C Maschine mit Wertrahmen Hakenkreuz.

                                                 
Die Drucksachenkarte als Eilbotenversendung stammt aus Radebeul - Oberlössnitz mit Datum vom 18.10.1932. Das Portoentgeld errechnet sich aus der Drucksachengebühr mit 3 Pfennigen und dem Eilbotenzuschlag mit 40 Pfennigen. Der Freistempelabsender stammt von Otto E. Weber Radebeul-Dresden einem zur damaligen Zeit international bekannten Hersteller von Kaffeesurrogat  und auch Teeprodukten. Francotyp C Maschine mit Wertrahmen Bogenrechteck

                                          
42 Pfennig Luftpostbrief der Firma Schenker mit Sitz Berlin  nach Kopenhagen Dänemark mit Datum vom 22.5.1943. Geöffnet vom OKW (Oberkommando der Wehrmacht) mit entsprechendem Bandstempel, Banderolenverschluss und Kontrollkennzeichnungen. Francotyp B Freistempel mit Wertrahmen Typ Rechteck.

                                        
Vorgestellt wird ein eingeschriebener Fernbrief mit Datum vom 4.7.1927 aus Düsseldorf 6. Das Portoentgeld betraf noch den Posttarif vom 1.1.1925 und betrug in diesem Fall in der ersten Gewichtsstufe 10 Pfennige und ferner die Gebühr für die nachzuweisende Einschreibversendung im Tarif vom 1.6.1924 mit 30 Pfennigen. Neben dem zusätzlichen Tagesstempel Düsseldorf 6 vom gleichen Tag sind rückseitig noch zwei Ankunftsstempel abgeschlagen. Einmal Dresden mit Datum vom 5.7.1927 und wegen der erforderlichen Weiterleitung noch Tagesstempel von Freital vom gleichen Tag. Francotyp C Maschine mit Wertstempel Bogenrechteck. 

                                     
Die 38 Pfennig – Freistempelfrankatur  aus Wien errechnet sich als Ortbrief mit 8 Pfennigen Portoentgeld und 30 Pfennigen für die nachzuweisende Einschreibversendung.  Der Beleg demonstriert ein Stück deutscher Geschichte mit der Eingliederung Österreichs ins Deutsche Reich und die Etablierung der nationalsozialistischen Gegebenheiten  hier in Form der Gauleitung der Deutschen Arbeitsfront. Der Absenderfreistempel weist im  Ortsstempel noch seine ursprüngliche und  im Reichsgebiet  unübliche Form auf und der Wertstempel ist in Reichsadlerform ausgeführt. Der Einschreibzettel ist in seiner österreichischen Ausführung verblieben. Vorderseitiger Tagesstempel  28.V.41 Postamt 6 Wien 56 und rückseitig 5 Wien 55 und mit Datum 29.V.41  vom nachfolgenden Tag. Francotyp C – Freistempler.

                                              
Vorgestellt wird die 36 Pfennigfrankatur als Fernpostkarte im Tarif vom 15.1.1932 mit 6 Pfennigen und der Einschreibgebühr zu 30 Pfennigen. Das Entgeld für die  nachzuweisende Versendungsform Einschreiben war bemerkenswerterweise von 1925 bis 1945 im Tarif von 30 Pfennigen ohne Veränderung. Es handelt sich um eine Versicherungsbestätigung  der HELVETIA Gesellschaft in München und mit Datum vom 2.4.1941 ist die nationalsozialistische „Ehrenbezeichnung“ als Hauptstadt der Bewegung im Ortsstempel enthalten. Francotyp C Maschine mit Wertstempel Reichsadler.

                                       
Die Nachnahme (ausgeschnittener Adressaufkleber) stammt vom Deutschen Rechts-Verlag München mit Datum vom 16.12.1942. Ein Gummistempel deklariert die Versendung als Taschenkalender für Rechtsanwälte, Notare und Patentanwälte 1943.  Das Portoentgeld  errechnet sich für die Vorzeigegebühr der Nachnahme mit 20 Pfennigen  und aus der Drucksachengebühr für die Gewichtsklasse bis 250g  und damit 15 Pfennigen. Francotyp C Freistempler mit Wertrahmen Reichsadler.

                                              
Gemäß den Ausführungen zur 33 Pfennig- Freistempelfrankatur kann dementsprechend die Einschreib- Drucksachenversendung im Tarif bis 30.11.1933  mit dem Abschlag zu 34 Pfennigen vorgestellt werden und dies auch mit demselben Versender Buderuswerke aus Wetzlar. Datum 7.6.1933. Drucksache nach Schwerin und  rückseitiger Ankunftsstempel vom 8.6.1933. Francotypmaschine D.

                                            
Während die Einschreibgebühr mit 30 Pfennigen schon seit 1924 im Posttarif gültig war, wurde die Drucksachengebühr im Tarif vom 1.12.1933 auf 3 Pfennige in der Standardgewichtsklasse bis 20g  abgesenkt und erlaubt somit die Vorstellung der 33 Pfennig- Frankatur. Francotyp D Maschine mit Wertrahmen Bogenrechteck und Datum vom 7.12.1933 der BUDERUS Werke Wetzlar.  

                                           
Abgebildet ist eine Nachnahmeversendung als Fernbrief von Köln nach Blankenburg mit Datum vom 8.3.1933.  Die Postgebühr errechnet sich aus dem Standardbrieftarif mit 12 Pfennigen und der Nachnahmevorzeigegebühr mit 20 Pfennigen. Die Einlösungsfrist zum 16.3. wurde rückseitig handschriftlich interessanterweise mit einer Fristverlängerung  versehen. Francotyp B Maschine der Colonia Versicherung in Köln mit Wertrahmen Bogenrechteck
  
                                        
Eine eher ungewöhnliche Freistempel – Einzelfrankatur zu 30 Pfennigen zeigt die obige Abbildung. Der eingeschriebene Ortsbrief vom Amtsgericht Berlin Charlottenburg war durch „Ablösung Reich“ portofrei und bedurfte nur der zusätzlich geforderten Rückscheingebühr zu 30 Pfennigen. Rückseitig Ankunftsstempel Berlin – Grünewald vom 17.1.1944. Francotyp C Maschine mit Wertrahmen Bogenrechteck.

                               
Im vorliegenden Fall handelt es sich um eine Schnittmusterversendung als Drucksache in der 3. Gewichtsstufe mit 8 Pfennigen. Die Nachnahmegbühr zu 20 Pfennigen summiert sich zum Gesamtporto von 28 Pfennigen. Der Francotyp B Freistempler  mit Wertrahmen Reichsadler kam zum Einsatz  im Universalverlag Leipzig und hier in der Vobach- Abteilung für Schnittmuster. Datum 24.9.1942.

                                          
Im Regelfall wurde die Nachnahmeforderung als Drucksachenkarte versendet mit Portobetrag  zu 23 Pfennigen s. bereits entsprechende Vorstellung mit DS-NN der Parfümerie 4711 in  Köln. Im oben gezeigten Fall findet sich entsprechend dem  Hinweis b.w. (bitte wenden) rückseitig eine Schreibmaschinennachricht für den Empfänger vor.

                                          
Damit bedurfte es der Freimachung als Fernpostkarte zu 6 Pfennigen, die sich mit der Vorzeigegebühr zu 20 Pfennigen zum Gesamtporto von 26 Pfennigen summierten. Datum 13.7.1937, Francotyp C mit Wertrahmen Rechteck.

                                              
Der Freistemplerabschlag zu 25 Pfennigen ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert. Es handelt sich in diesem Fall um ein postamtliches Vorläuferfabrikat aus dem Ankerwerk Bielefeld. Der Zusammenschluss der Werke Anker, Bielefeld und Bafra, Berlin  zusammen mit Furtwängler, Furtwangen war zu diesem Zeitpunkt schon vollzogen. Siehe Einführungskapitel zum Menüpunkt Freimachung mit Freistempel der Webseite. Der Freistempel war noch ohne Datum und Ortsstempel und  erforderte am aufgebendem Postamt  die zusätzliche Anwendung des Tagesstempels und hier mit Datum vom 8.3.1924 (9-10Uhr vormittags). Die Briefgebühr in der 1. Gewichtsklasse betrug im Ortsverkehr 5 Pfennige und  das Einschreibverfahren war noch bis zum 31.5.1924 mit 20 Pfennigen abgegolten. Die Dresdner Bank in Berlin verwendete diesen Freistempler nur in der kurzen Betriebszeit von  März bis April 1924. Rückseitiger Ankunftsstempel Berlin Postamt W9 mit Datum vom 8.3.1924, 1-2  Uhr nachmittags. Bei damals noch mehrmals täglicher Austragung der Post in Berlin  wurde der Brief sicherlich noch am gleichen Tag  zugestellt!


                                 
Brief der NSDAP Reichspressestelle Berlin in der 2. Gewichtsklasse im Ungarntarif vom 1.7.42 mit 24 Pfennig Absenderfreistempel versehen. Vor- und rückseitige Zensurstempel. Francotyp C Maschine und Wertrahmen Reichsadler.

                                          
Im vorliegenden Fall wird die Nachnahmekarte mit Drucksachenentgeld von 3 Pfennigen freigestempelt mit Datum vom 22.8.1938 zuzüglich der Nachnahmegebühr (Vorzeigegebühr) von 20 Pfennigen zu insgesamt 23 Pfennigen. Francotyp C  Maschine mit Wertrahmen Reichsadler der wohlbekannten Kölner Parfümeriefabrik 4711 Ferd. Mühlens, die in diesem Fall mit einem griechischen Jünglingsprofil für ihre SPARTA Creme wirbt. Der Lagerfriststempel limitiert  in diesem Fall die Einlösung bis zum 30.August 1938.

                                             
Luftpostbrief der Speditionsfirma Schenker, Berlin nach Kopenhagen mit Datum vom 3.10.1944. Als Auslandsbriefpost (ABP)geöffnet eingeliefert und mit Poststempel Berlin S 42 vom Aufgabepostamt Bestätigung vom gleichen Tag  und Zensurbanderolenverschluss und ferner rückseitig 2fach mit rotem Prüfstempel der ABP- Stelle Berlin versehen. Die Postgebühren nach Dänemark waren  seit dem 1.6.1942 neu festgelegt mit 12 Pfennigen für den Brief bis 20g und Luftpostzuschlag 10 Pfennige.  Francotyp B Freistempel mit Wertrahmen Rechteck

                      
Die 20 Pfennigwertstufe dargestellt in Form einer Feldpostversendung Heimat- Front  als Zeitungspaket für 10 Exemplare des Hannoverschen Anzeigers mit Datum vom 31.1.1941. Francotyp D Freistempler mit Wertrahmen Reichsadler und Feldposttarif.
                          
                                        
Der Posttarif errechnet sich aus 8 Pfennigen Fernpostkarte  und 10 Pfennigen Luftpostzuschlag. Es liegt mit Datum vom 30.8.1931 ein Absenderfreistempel in Sonderform zur Internationalen Briefmarkenausstellung MODERNE PHILATELIE – MOPHILA LUFTPOST 1931 in Hamburg vor. Der Beleg ist in jeder Hinsicht philatelistisch beeinflusst. Francotyp C, Wertrahmen Rechteck Deutsches Reich.
                                                                                                       
Den Ankunftstempel Flughafen Leipzig habe ich gesondert und kontrastverstärkt noch einmal hervorgehoben: Mit Luftpost befördert/ Flughafen Halle/Leipzig (Schkeuditz).

                                        
Der Luftpostbrief von Berlin nach München datiert mit Datum vom 24.10.1938 und damit 3 Monate nach Reduzierung des Lp- Zuschlages von 10 auf 5 Pfennige für Briefe im Inlandsbereich. Die Dienstsache zwischen Magistratsschulrat Berlin und Stadtschulrat München  demonstriert feine Unterschiede, die der nationalsozialistischen Propaganda geschuldet sind. Im Absenderfreistempel firmiert die Hauptstadt Berlin und in der Anschrift die Hauptstadt „Der Bewegung“ München. Das Portoentgeld errechnet sich aus der Briefgebühr zu 12 und dem Luftpostzuschlag zu 5 Pfennigen. Francotyp A Maschine und Wertrahmen Reichsadler.

                                                
An dieser Stelle mit 16 Pfennigen Absenderfreistempel die Firma Julius Meinl aus  Wien, die schon im Kapitel Freimarkenstempler T&N mehrfach  vorgestellt wurde s. dort. Hier Ortsbrief in der 2. Gewichtsstufe mit Datum vom 12.7.1939 und Francotyp C Maschine mit Wertrahmen Reichsadler.

                                                   
Seit 1933 bestand die Möglichkeit neben der Selbstabholung (Bahnhof oder Postamt) Postzeitungsgut mit der Paketzustellung vom Ankunftspostamt zustellen zu lassen. Diese Zustellgebühr musste im voraus gezahlt werden und im obigen  Beispiel mit 15 Pfennigen durch Absenderfreistempel einer Buchdruckerei aus Nürnberg. Als Dienstleistung für den Verlag der deutschen Arbeitsfront, Berlin ist der nationalsozialistische Vermerk im Ortstempel  Nürnberg „Die Stadt der Reichsparteitage“ durchaus passend. Postzeitungsgutsendungen mussten mit rotem oder schwarzen Kreis gekennzeichnet werden je nach Gewichtsklasse. Abbildung deutlich kontrastverstärkt, da nur ein schwacher Stempelabschlag vorliegt.
                                                                                         
                                       
Drucksachenkarte als Nachnahmesendung  mit Datum vom 3.3.1926 der Firma Vogel aus Pössneck (Thüringen). Drucksachenkarte im Tarif vom 1.12.1923 mit 3 Pfennigen summiert sich mit der Vorzeigegebühr zu 10 Pfennigen für Nachnahmesendung im Tarif vom 1.2.1924  zum Gesamtbetrag von 13 Pfennigen. Francotyp D, Wertrahmen Bogenrechteck.

                                     
Fernbrief der ersten Gewichtstufe im Tarif vom15.1.1932 und Gebühr 12 Pfennige. Im besagten Posttarif waren die Gebühren speziell in den Standardversendungen gesenkt worden und blieben praktisch bis 1945 konstant. Hier eine Francotyp D Maschine und Wertrahmen Bogenrechteck.

                                         
Abgebildet ist eine Postkarte von Freiburg im Breisgau mit Datum vom 18.4.1940 nach Budapest und damit im Sondertarif „Ungarn“ mit 10 Pfennigen Postgebühr (allg. Ausland 15 Rpf.). Die Postkarte weist zahlreiche Zensurvermerke auf  u. a. mit rotem Maschinenstempel „ geprüft Oberkommando der Wehrmacht“.

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Nachfolgend - sozusagen im „Fragezeichenblock“ -  werden drei Briefbelege  zur Diskussion vorgestellt und ich hoffe auf Erklärungshinweise bezüglich Versendungsform und Entgeld!
                                  
                                                 Schreiben der AOK Reutlingen mit Datum vom 15.1.1932
                                 
                                Schreiben der Preussischen Landespfandbriefanstalt in Berlin vom 3.2.1932
                                 
                      Schreiben der Geschäftstelle 15 des Amtsgerichtes in Erfurt mit Datum vom 26.2.1935

Ich habe bewusst  die drei oben abgebildeten Belege  allgemein mit  „Schreiben“ vorgestellt und damit die Versendungsform nicht definiert. Die Portostufen mit 9, 11 und 13 Pfennigen sind sehr ungewöhnlich. Man vermutet fehlerhafte Einstellungen der Wertziffern - aber gleich dreimal? Bei gelockertem Wertstufenzählwerk sieht man in der Regel keine exakte Höheneinstellung wie in den oben gezeigten  Belegbeispielen!

Die vorgestellten Versender sind Adressen mit sicherlich routinierten Poststellen und haben teils Beamtenstatus mit entsprechender Sorgfaltspflicht.

In der 27. Harlosauktion am 14.11.2009 wurde das Los 6593 mit Absenderfreistempel der Landkrankenkasse Klagenfurt  vom 12.9.1940 und seltener – 9-Pfg.- Wertstufe  vorgestellt und mit einem hohem Preisgebot zugeschlagen. Es wurde ein für Österreich geltendes Mischporto zwischen Brief und Drucksache angenommen. Gilt dies eventuell tatsächlich nur für Österreich? Die Deutsche Reichspost firmiert im dortigen Wertstempel und erlaubt sicherlich keinen Lokaltarif. In einem Artikel „ Die Briefmarke, Wien 4/2008“ werden auf den Seiten 24 und 25 diesbezügliche Belege vorgestellt und Dipl. Ing. G. Oberleitner und Dr. Helmut Pfalz postulieren eine stillschweigende Sondervereinbarung im Entgeld für Schriftstücke von öffentlichen Kassen deren Inhalt zwischen Brief und Drucksache angesiedelt sind! Vom Aspekt her der oben abgebildeten Belege möchte man tatsächlich nicht so richtig an  Handhabungsfehler glauben. Auffällig sind auch fehlende Nachportovermerke, die eigentlich spez. bei den Wertstufen zu 9 und 11 Pfennigen zu erwarten wären. Warum finden sich dann diese Portostufen so selten? Wurden sie als freigestempelte Umschläge mit unklarer Portostufe unbeachtet gleich in den Papierkorb entsorgt? Vielleicht findet sich aus den Reihen der Webbesucher ein weiterer nützlicher Hinweis! Bis dahin bleibt der „Fragezeichenblock“ bestehen.

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Die Versendungsform „Mischsendung“ beinhaltete die Möglichkeit z.B. Drucksachen Warenproben, Geschäftspapiere  zusammen verpackt einzuliefern. Hier auf einem Adressaufkleber der Stempelfirma R.Veith  & Sohn aus Adelsheim. Im Tarif vom 1.8.1933 betrug bis 100g  das Entgeld 8 Pfennige. Datum 9.8.1934. Francotyp C mit Wertrahmen Bogenrechteck.

                                               
Die häufiger anzutreffende Postkartenversendung belegt hier als Absender ein Rechtsanwaltbüro in Magdeburg. Im Posttarif ab 15.1.1932  waren 6 Pfennige für eine Postkarte sogar eine Gebührensenkung gegenüber 8 Pfennigen  zuvor. Eine Besonderheit in der Francotyp C Maschine und  Rechteck Wertrahmen ist in diesem Fall das nur 2stellige Ziffernwerk.

                                                    
                                     
Der Ortsbrief innerhalb Berlins mit Datum vom 17.7.1925 der Auskunftei W. Schimmelpfeng stellt an sich keine Besonderheit dar. Allerdings ist der Posttarif mit 5 Pfennigen in Reichsmarkwährung zwischen dem 1.1.1925 und 1.8.1927  also aus der Frühphase der Absenderfreistempel nicht so häufig  anzutreffen. Als  weitere Besonderheit ist  in diesem Fall eine frühe Francotypmaschine mit Einsatzzeit zwischen Juni und August 1925 mit achteckigem Wertrahmen dokumentiert.

                                  
Für die Versendungsform Zeitungsdrucksache war ab 1.5.1939  ein Zusatztarif im Postzeitungsdienst eingerichtet worden und zeigt hier eine Verwendung mit Datum vom 12.11.1943 im Verlag der Deutschen Arbeitsfront. Es liegt eine Freimachung in der 2. Gewichtsklasse bis 100g mit 4 Pfennigen vor. Francotyp A, Wertrahmen Reichsadler.

             
Anschriftenprüfungen unter Aufdruck „Auftrag zur Prüfung einer Postanschrift“ waren als Postdienstleistung ab Oktober 1926 möglich. Hier einmal vorgestellt als Einzelauftrag aus Hamburg vom Buchverlag Deutsche Hausbücherei an die Postanstalt in Recklinghausen mit Datum vom 28.2.1941. Im Posttarif  vom März 1928 bis März 1945 war der Auftrag zur Anschriftenprüfung  mit 3 Pfennigen Entgeld festgesetzt.

                                                                    
Die obige Abbildung zeigt die dazugehörige Rückseite des Kartenvordrucks zur Anschriftenprüfung mit Eingangsstempel und Antwortvermerk zur neuen Adresse vom Postamt Recklinghausen 1. Francotyp B, Wertrahmen Reichsadler.

                                            
Das Werbevolumen der Firma Wilhelm Diedrich an Postwurfsendungen war wohl erheblich. Denn  schon im Freistempel wird die WURFSENDUNG explizit betont, so dass eine weitere Deklaration auf dem Umschlag bezüglich der besonderen Versendungsform nicht notwendig war. In dieser Form ist mir  kein weiterer Absenderfreistempel bekannt. Durch den Hinweis auf die Wurfsendung blockiert sich die Verwendungsmöglichkeit für andere Versendungsformen. Vielleicht war auch aus diesem Grund  Francotyp zur Entwicklung einer Einstellmöglichkeit von  0,5 Pfennigbeträgen in der Wertstellung für Postwurfsendungen gekommen. 

                   

Auf die erneute Tarifänderung vom 1.7.1936 für die Postwurfsendung bis 20g mit 1,5 Pfennigen hat wohl auch die Francotypgesellschaft reagiert, wie die obige Stammkarte  mit Datum vom 12.6.1936 für einen Typ C Freistempler (Wertrahmen Hakenkreuz) zeigt. Der Freistempler diente  zu Demonstrationszwecken im Vorführraum von Francotyp. Die Werteinstellung war für die ½ Pfennigversion vorbereitet!  Entsprechende  Nutzungsbelege aus dem Postalltag sind mir jedoch bis dato nicht bekannt geworden.
                       
                                                 
Die 2 Pfennig-Postwurfkarte mit rückseitigem Werbetext der Fa. Winkelmann war an alle Lebensmittelgeschäfte in Chemnitz gerichtet. Im Posttarif vom 1.3.1931 war die Postwurfversendung in der ersten Gewichtsklasse bis 20g tatsächlich 1 Pfennig  teurer im Gegensatz zum zuvor gezeigten Beispiel! In dieser Gewichtsklasse waren auch ½ Pfennigtarife möglich im Zeitraum vom 1.8.1933 bis zum 1.12.1933 und wieder ab 1.7.1936. Verrechnet wurde dann der Differenzbetrag zur Freimachung bei Einlieferung der Postwurfsendung im Postamt. Francotyp C  Freistempler mit Wertrahmen Bogenrechteck. Weitere Erläuterungen siehe obige Werksstammkarte der Francotypgesellschaft.

                                             
Ab April 1931 war auch die Freimachung einer sog. Postwurfsendung mit Absenderfreistempel möglich. Postalische Voraussetzung war die Form der anschriftlosen Massendrucksache für einen definierten Kundenkreis z.B. Haushalte, Händlergruppen o.ä. Hier ein Beleg der Wella- Werke Rothenkirchen mit Datum  vom 30.11.1935 mit einer Werbedrucksache AN ALLE FRISEUR-GESCHÄFTE im Tarif zu 1 Pfennig.

                                                         
Feldpostbrief der Städt. Sparkasse Aschaffenburg an den Feldwebel der Nachrichten Ersatzkompanie 214 in der Lagardekaserne Aschaffenburg mit Datum vom 22.7.1941. Als  portofreier Feldpostbrief liegt der Absenderfreistempel der Sparkasse mit Wertrahmen Reichsadler in der Nullstellung vor.  Francotyp C Maschine.




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