Deutsche Postautomation

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Volkswagen - ein Deutscher Mythos


                             
Die obige Ansichtskarte ist rückseitig entwertet mit dem passenden Sonderstempel der Ausstellung aus dem Jahr 1939 und zeigt den Volkswagen als Blickfang der Veranstaltung.

Erstmals damals der breiten deutschen Bevölkerung offiziell vorgestellt auf der Internationalen Automobil- und Motorrad-Ausstellung 1939 in Berlin, wurde anschließend die Geschichte des Wagens, seines Konstrukteurs und  der Produktionsstätten zur „Legende“.
Eine umfangreiche Literatur beleuchtet diese Entwicklung und selbst Automuseen widmen sich dazu mit ausgiebigen Modellreihen und dazugehörigen Erläuterungen in expliziter Form.

Auch mit philatelistischem Belegmaterial kann dieses Thema erfolgreich besetzt werden, wie die folgende Einführung  demonstriert.

Die Einordnung der Volkswagengeschichte im Freistempelkapitel dieser Homepage resultiert aus der geradezu exemplarischen Möglichkeit speziell in der Verwendung dieser Freimachungsform als Dokumentationsmittel einer postgeschichtlichen Sammlung.

Verbunden mit dem Volkswagen und seinen Produktionsstätten wird sein Entwickler Ferdinand Porsche  in einem Atemzug genannt.
                                                                  
Österreich widmet F. Porsche diese Sondermarke und aktuell (Juli 2009) steht sein Name mit seiner Familie und Nachkommen in allen Gazetten, Rundfunk und Fernsehen. Seine „automobilen Nachkommen“ mit dem Volkswagenwerk und der Porsche AG  finden unter dem Druck finanzieller Gegebenheiten sensationell 2009 zusammen!

                                            

Zurück aber zur Entwicklungsstätte des Volkswagens. Der obige Absenderfreistempel (Probeabschlag) von 1938 weist auf das Konstruktionsbüro von Porsche in Stuttgart- Zuffenhausen hin. 
                   
Die Abbildung stammt aus dem Werbeprospekt der Deutschen Arbeitsfront zum KdF-Wagen von 1939 und zeigt das Entwicklungsbüro in Stuttgart-Zuffenhausen. Die linksseitigen Hinweisschilder verweisen auf die Dr.ing.h.c F. Porsche K.-G und auf das dortige Büro der Gesellschaft zur Vorbereitung des deutschen Volkswagens (Gezuvor) hin. KdF- Wagen und Volkswagen stehen bis 1945 synonym und verweisen auf die Beteiligung der Deutschen Arbeitsfront durch ihre KdF- Abteilung („Kraft durch Freude“). Deutlich kommt das im folgenden Absenderfreistempel aus Stuttgart-Zuffenhausen zum Ausdruck. 
                                       
Der Absenderfreistempel  mit Datum vom 6.3.1939 zeigt schon das charakteristische VW-Zeichen im Zahnradkranz der Deutschen Arbeitsfront. Die Produktionsstätte des KdF- Wagens in der gleichnamigen Stadt bei Fallersleben und heutigem Wolfsburg gebrauchte anfangs einen passenden Absenderfreistempel zum Stuttgarter Vorbild, man könnte praktisch von einem Pendant zum obigen Abschlag reden. Datum 20.6.1939.                         
                                     

                           Die rege Zusammenarbeit von Werk und Konstruktionsbüro belegt folgender Brief  aus 1943. 
                          

Das Porsche Büro Fallersleben bittet um Blaupausen vom Büro in Stuttgart- Zuffenhausen. Der Text vermittelt hier den Hinweis auf die kriegsbedingte Geländewagenproduktion  und bittet um Zustellung der Originalpausen per nächstem Kurier. Eine Zustellung per Reichspost von militärischen Entwicklungsunterlagen war wohl in diesen Zeiten nicht mehr vorstellbar. Die Mitabbildung des damals  üblichen Deutschen Grußes habe ich mir  verkniffen. Kontrast und  Helligkeit des Schreibens wurden  etwas verstärkt für die Abbildung  eingescant.
Schon ab 1940 wechselte das Volkswagenwerk im Absenderfreistempel sein Klischee in folgender Form ab und die Nutzung  lief bis zur alliierten Werksbesetzung 1945.                           
                                          
Der Stempel mit Datum vom 21.8.1942 weist die Volkswagen-Werk-GmbH  als Absender aus und das schon bekannte Logo wurde mit 4 zusätzlichen stilisierten Fahnen ergänzt. Rückseitig ist auf den Werksbriefumschlägen von damals häufig das „Käferlogo“ abgebildet.                                               
                                                          
Nach dem Kriegsende wurden in Stuttgart und Wolfsburg eigenständige Entwicklungen vollzogen mit teils interessanten historischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten. Stellvertretend dazu folgende Abbildungen. 
                                 
Porsche Stuttgart-Zuffenhausen verschrieb sich der elitären Sportwagenproduktion wie der Absenderfreistempel von 1955 illustriert und das Werk Wolfsburg  „beglückte“ die Welt im finanzierbaren Massenautomobilismus  mit dem von F. Porsche  geplanten und entworfenem Volksmodell. 
                                 
      
Die Ganzsachenpostkarte zur 12.Internationalen Briefmarkenausstellung im Mai 1998 verknüpft die wesentlichen Punkte dieser letztgenannten Entwicklung und demonstriert gleichzeitig die Symbole des Wirtschaftswunders nach dem II. Weltkrieg  mit dem VW-Käfer, mit dem damaligen Wirtschaftsminister Ludwig Erhard und der deutschen Währung mit vorder- und rückseitiger Abbildung des „guten alten Pfennigs“!

Die mit abgebildete Zigarre ist glücklicherweise nur personenbezogen auf L. Ehrhard und wird wohl hoffentlich keine Tabakwerbung  darstellen!

 Der Sonderstempel verweist aber auch auf die Bestrebungen des Volkswagenwerkes seine automobile Angebotspalette zu erweitern. Dies geschah mit Entwicklung des „abgespeckten Sportwagens Karmann-Ghia als Volksporsche“ und seiner Produktion ab 1956 in Osnabrück.

Während das Händlernetz (VAG) im VW- Bereich durchaus weitere Automobile aus dem Gesamtkonzern (z.B. Audi)  anbietet, blieb der Porschevetriebszweig   bis dato häufig solo und  elitär. Aber auch hier gab es Ausnahmen, wie das folgende Beispiel zeigt. Die Firma Otto Glöckler Frankfurt weist im Absenderfreistempel die Vertretung von Volkswagen, Audi und Porsche an und  nutzt sogar im Einschreibselbstbucherverfahren die  charakteristischen Kennbuchstaben VW!          
                        
Welche weiteren Ergebnisse aus der Zusammenlegung von Volkswagen und Porsche 2009 unter der Führung des VW-Konzerns resultieren werden, kann nur zukünftig aufmerksam beobachtet werden  und dies auch mit den Mitteln der  Belegphilatelie und hier auch hoffentlich weiterhin insbesondere durch  Absenderfreistempel!

Bei Interesse an dem aufgeführtem Beispielthema könnten dazu weitere Ausarbeitungen angefügt werden und zusätzliche interessante Details und Entwicklungsschritte beleuchten.

Ein Hinweis noch zur Erläuterung der gezeigten Freistempelausschnitte. 95% meiner Abbildungen basieren auf komplettem Briefmaterial. Aus Gründen der Speicherkapazität sind hier allerdings häufig nur Ausschnitte gescant.




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